Die Grünen - „Wir sind keine Öko-App“

16 Jahre lang stellten die Grünen in Freiburg den Bürgermeister. Trotz prominenter Unterstützer wurde er jetzt abgewählt. Die Partei muss sich nun programmatisch erneuern. Mit der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock soll das gelingen

Porträt von Annalena Baerbock mit den Händen in der Hüfte
Annalena Baerbock ist die quirlige Newcomerin der Grünen, die mit emotionalen Reden die Basis mitnimmt / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Christoph Seils ist Ressortleiter „Berliner Republik“ von Cicero. Im Januar 2011 ist im wjs-Verlag sein Buch Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien erschienen.

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Annalena Baerbock redet schnell. Sie redet sogar noch ein wenig schneller als gewöhnlich. Man hört, wie sie Luft holt, damit der Atem für Sätze ohne Punkt und Komma reicht. Nein, versichert sie anschließend, nervös sei sie nicht. Aber wie sie da Anfang April im Presseraum der Parteizentrale steht, wie sie sich mit beiden Händen am Rednerpult festhält und ihre Agenda runterrattert, da wird deutlich: Die neue Vorsitzende der Grünen muss sich noch daran gewöhnen, dass sie jetzt unter ständiger Beobachtung steht, jedes Wort zur Schlagzeile werden kann.

Seit 13 Jahren ist Baerbock Mitglied der Grünen. Die 37-Jährige wird in Hannover geboren, wächst zusammen mit zwei Schwestern im südlichen Niedersachsen auf. Nach dem Abitur will sie raus, vom Land in die Stadt, „ich wollte aufbrechen.“ Und wenn sie heute in ihrer neuen Heimat Brandenburg unterwegs ist, fühlt sie sich an damals erinnert. Sie kenne das Gefühl, auf den Bus angewiesen zu sein, der selten fährt. Wenn es dazu keinen Arzt und kein Internet gäbe, sind nicht nur Jugendliche abgehängt. „Da müssen wir Antworten finden. Wenn die Daseinsvorsorge bröckelt, bröckelt auch das Vertrauen in den Staat.“

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Olaf Voß | Mo, 7. Mai 2018 - 18:22

Mir scheint, diese Herrschaften kommen nicht mit der Demokratie klar. Endlose Regentschaften kennen wir normalerweise nur aus Monarchien oder Diktaturen. Im Übrigen sollten die Grünen ihre Bedeutung überdenken - mit Grün haben sie seit langem nichts mehr zu tun. Evt. wäre eine Umfirmierung in Deutsche Flüchtlingspartei ratsam, die Wählerschaft, die sich bekanntermaßen aus vorallem gutsituierten Beamten generiert, wird dies sicherlich freuen - den hart arbeitenden Steuerzahler eher weniger, schließlich finanziert dieser nicht nur diese ominöse Partei sondern eben auch ihre o.g. Wähler nebst Pensionen.

christoph ernst | Mo, 7. Mai 2018 - 19:16

ich muss gestehen, dass es mich tendenziell ermattet, "quirligen" Gestalten zuzusehen, die Leute "emotional mitnehmen". Ich fände es schön, wenn Politiker gelegentlich mal wieder nachdächten, bevor sie den Mund aufmachen.
Ich durfte Frau Baerbock nur einmal erleben. Da fiel mir auf, dass sie zwar sehr schnell spricht, aber weder zuhören kann noch andere ausreden lassen. Argumentative Kohärenz schien auch nicht ihre Stärke zu sein.
Falls sie genauso denkt wie sie spricht, mögen die Grünen nichts Besseres verdient haben, aber wir eigentlich schon, denn noch mehr halbgares Geschwätz bringt niemanden weiter.

Bernd Muhlack | Di, 8. Mai 2018 - 12:56

In reply to by christoph ernst

@Christoph --- Die Ausbildung und die Abschlüsse von Frau Baerbock sind ja nicht von der Hand zu weisen, jedoch sagt das nichts über den Charakter, den Umgang mit Mitmenschen, ihre Absichten aus. Ich hatte mich mit dieser Zeitgenossin eigentlich noch gar nicht befasst, vorhin lediglich kurz gegoogelt. --- Wir haben seit Jahresbeginn in der Kanzlei eine junge, sehr kompetente Kollegin; sie spricht ebenfalls sehr schnell (auch engl.!), kann zuhören und sie sieht sehr gut aus
=> im Gegensatz zu Frau Chebli stört es sie in keiner Weise, wenn man ihr das in passendem Tonfall zu Ohren kommen lässt! --- Christoph, es ist schon sehr seltsam, wie manche unserer Zeitgenossen/innen inzw gepeilt sind, nicht wahr? --- Eines noch: wer schnell spricht, jedoch andere unterbricht, nicht zuhört hat sicherlich ein Abo, gar einen Zweitwohnsitz bei den Talk-Damen des öff-recht TV, nicht wahr?!

mit den beiden "Neuen" an der Grünen Spitze sehe ich nicht im Geringsten irgendeine Veränderung. Es ist dasselbe sektenmäßige Geschwätz der Vorgänger. SPD : dito ! CDU : erübrigt sich. Erneuerung? Visionen? Aufbruch in dieses Jahrhundert (mit 18 Jahren Verspätung) ??? Denkste ! Armes Deutschland !

Guido Schilling | Mo, 7. Mai 2018 - 19:30

Eine Partei die sich mehr um "Gerechtigkeit" für unberechtigt Zugewanderte als um ihr Basisthema Umwelt kümmert steigt zurecht ab.

Wilhelm Maier | Mo, 7. Mai 2018 - 21:55

Frau Annalena Baerbock redet schnell und auch leider voll daneben.
Wie bei "maybrit illner" vom 19. April 2018.
Wie "Die Grüne." halt...
Und keine Kommentare mehr. Über Grüne. Es ist so. Leider...
Die 37-Jährige. Noch LernBahr...Hoffentlich...
"...Wenn die Daseinsvorsorge bröckelt, bröckelt auch das Vertrauen..." nicht nur!

Holger Stockinger | Di, 8. Mai 2018 - 01:23

Die "grüne Linke" aufzuzählen wäre ermüdend. Dank "Sponsoren" gelang der taz der Sprung in die Friedrichstraße ehemals einzige S-Bahn-Station für Westberliner, mit Tante OMA aus Ostberlin in Kontakt zu kommen.

Die GRÜNEN sind bio-begeisterte Kleinbürger schon immer gewesen. Wilhelm Busch hat das trefflich gezeichnet: "Wer nachts schnarcht ist Hämpel, tut ers tags ein Plempel ..." ...

Peter Lieser | Di, 8. Mai 2018 - 08:43

Emotionale Reden ? Ich habe die Dame nur einmal erlebt und zwar in der Damen-Kreisch-Runde mit Illner, von der Leyen und Baerbock. Ausser substanzlosen Gekreische in undiziplinierter Art und Weise ist mir nichts in Erinnerung geblieben. Sie paßt aber ins Dream-Team, Roth, Hofreiter, KGE usw.........

Juliana Keppelen | Di, 8. Mai 2018 - 11:34

habe ich so meine Zweifel. Hat sie doch wie gewohnt in alter Grünen-Manier die Moralkeule kräftig gegen Herrn Schröder geschwungen der es wagte bei der "Inthronisierung" von Herrn Putin anwesend zu sein.

Uwe Dippel | Di, 8. Mai 2018 - 15:02

Mir ist sie hauptsächlich durch ihre mittlerweile zahlreichen Böcke aufgefallen, die sie gedanklich-verbal geschossen hat.
Was will man machen, wenn das Mundwerk schneller ist als dass sortierte Gedanken aus dem Grosshirn nachkommen? ;-)
Das erste Beispiel war noch während des Parteitages der Grünen zu ihrer Wahl:
„Wir müssen auch in die Kantine der Stahlarbeiter gehen und mit denen gemeinsam überlegen, wie wir die Hochöfen klimaeffizient kriegen.“

Gleich danach meinte sie zum 'Zappelstrom' aus Wind- und Solarkraftwerken, das mache nichts, denn 'das Netz speichert diese Energie. Das ist alles ausgerechnet.'

Gnade uns Gott, sollte diese Frau mal wirklich was sagen haben ... .

Bernhard Jasper | Di, 8. Mai 2018 - 15:57

"Die Grünen" suchen den zukunftsorientierten Entwurf für die Welt als Biotop.

Vorschlag: Die Energieeinsparverordnung abschaffen, dann gibt es nicht mehr so viele Wohn- und Obdachlose.