Gesundheitsämter in Corona-Zeiten - Bitte nicht stören, der Beamte muss das Faxpapier wechseln

Die Gesundheitsämter haben in der Corona-Krise eine Schlüsselfunktion. Ihre Arbeit ist die Grundlage für politische Entscheidungen. Trotzdem schaffen es viele nicht einmal, am Wochenende Zahlen ans RKI zu übermitteln. Beamter bleibt eben Beamter, auch wenn es um Leben und Tod geht.

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Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamts Berlin Mitte / dpa

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z. Sein aktuelles Buch „Wolfgang Bosbach: Endspurt. Wie Politik tatsächlich ist – und wie sie sein sollte” ist im Herbst 2016 erschienen.

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Hugo Müller-Vogg

Vor gut acht Wochen trat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Fernsehkameras, rief den Corona-Notstand aus und kündigte der Nation einschneidende Maßnahmen an, „die es so in unserem Lande noch nicht gegeben hat“. So kam es dann auch. Aber all die Auflagen, Einschränkungen und Verbote waren nicht einschneidend genug, um Teile des Beamtenapparats aus dem gewohnten Trott aufzuschrecken.

Das trifft jedenfalls für eine ganze Reihe von Gesundheitsämtern zu. So teilt das Robert-Koch-Institut jeden Montag die neuesten Zahlen von der Corona-Front mit. Aber dabei fehlt nie der Zusatz, die Zahl der aktuellen Neuinfektionen entspreche wohl nicht dem tatsächlichen Stand, „weil nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende Daten übermitteln“. Da hört man ihn wiehern, den Amtsschimmel.

Beamter bleibt Beamter

Samstag und Sonntag gehören Vati und Mutti der Familie, mag es bei dieser Pandemie auch „um Leben oder Tod“ gehen, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet verkündet hatte, ehe er sich in „Öffnungsdiskussionsorgien“ stürzte. Aber so gefährlich kann’s ja wohl nicht sein, wenn viele der 400 Gesundheitsämter an Wochenenden so dünn besetzt sind, dass allenfalls noch das Telefon abgenommen wird, aber niemand Zeit und Lust hat, die aktuellen Fallzahlen an das RKI in Berlin weiterzugeben.

Man stelle sich vor, Gerhard Schröder säße noch im Kanzleramt. Der würde sich im Zweifel an seinen inzwischen 25 Jahre alten Satz über die Lehrer erinnern („Ihr wisst doch ganz genau, was das für faule Säcke sind“) und ihn flugs auf die Freizeitkünstler in den Gesundheitsämtern anwenden. Ob Lehrer oder Abteilungsleiter im Gesundheitsamt – Beamter bleibt Beamter. Natürlich haben die Gesundheitsämter zurzeit eine große Last zu schultern.

Rückständige Arbeitsmethoden in der Krise

Aber das kann doch kein Grund dafür sein, dass eine größere Zahl von ihnen am Wochenende nicht liefert, was das RKI und die Politik brauchen. Schließlich kann niemand verantwortliche Entscheidungen über die Lockerung oder Rücknahme von Einschränkungen fällen, wenn er nicht auf dem aktuellsten Stand der Verbreitung von Covid-19 ist. Dazu muss man wissen, wie viele Menschen sich jeden Tag angesteckt haben – und viele andere Daten obendrein.

Ganz abgesehen von dem offenbar in Gesundheitsämtern besonders ausgeprägten Regenerationsbedürfnis müssen in unseren Amtstuben die vielfach noch herrschenden mittelalterlichen Arbeitsmethoden erschrecken. Ärzte und Labore müssen ihre Daten meistens per Fax an die Ämter weiterleiten, weil es mit der Digitalisierung halt hapert. In den Gesundheitsämtern werden diese Papierberge dann ausgewertet – meistens per Hand.

Tja, da kann es halt dauern, bis neue „einschneidende Maßnahmen“ beschlossen oder beschlossene wieder abgemildert werden können. Man kann angesichts dieser Zustände in einem angeblich hochtechnisierten Industrieland verzweifeln – oder es mit Humor nehmen. Die bei Karnevalisten so beliebten Beamtenwitze werden in der nächsten Kampagne sicher gut ankommen. Etwa nach der Melodie: Kommt ein Beamter in die Tierhandlung und sagt: „Tut mir leid, ich muss den Goldfisch zurückgeben. Der brachte so viel Hektik ins Büro.“

Marianne Bernstein | Mi, 13. Mai 2020 - 12:54

Eigentlich zeigen die Gesundheitsämter, dass es eben nicht um Leben und Tod geht sondern ganz gemächlich bürokratisch.
Wäre Covid-19 so furchtbar wie immer angedroht, dann wäre es eine Katastrophe. Covid-19 ist das aber nicht, deshalb protestieren auch Menschen und fliehen nicht. Das die Gesundheitsämter noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind ist ein typisch deutsches Problem und hat mit Beamten sehr wenig zu tun. Auch wenn das Gesundheitsamt so klingt als würden sich das Beamte tummeln bin ich mir ziemlich sicher, dass die meisten brave Angestellte sind.

...als Ausweg? Freundlich gesagt, scheint der Beitrag ein wenig "aus der Zeit gefallen". Was auch in der dumpfen Beamtenschelte zum Ausdruck kommt - hier schreibt jemand, der den Beamtenalltag bewertet, obwohl er ihn offensichtlich nur aus den eigenen Vorurteilen kennt.
Natürlich arbeitet der öffentliche Sektor zuweilen ineffizient. Manchmal sogar katastrophal schlecht - siehe BER. Nur: Während man sich laut und regelmässig über die immer gleichen Pleiten des öffentlichen Unternehmertums "erfreut", sieht man grosszügig über ähnliche Katastrophen des privaten Sektors, oft mit extensiven Arbeitsplatzverlusten verbunden, weg. Stattdessen fordert man mehr "Effizienz" für den öffentlichen Sektor. Das führt dann z.B. zu Krankenhaus- und Schulsschliessungen, die die Befürworter im Nachhinein natürlich niemals wollten. Wenn in Deutschland Masken oder bestimmte Arzneimittel nicht mehr produziert werden, warum? Richtig, es lohnt sich nicht. Der Markt kann es eben nicht immer richten.

Statt Beamtenschelte eher eine Regierungsschelte, warum die Regierungen bisher die Gesundheitsämter so schlecht technisch ausgerüstet hat ??? Es wird dringend Zeit dies nachzuholen & die 401 GA modern "aufzurüsten"-damit sie künftige Pandemien besser bewältigen können!

Ernst-Günther Konrad | Mi, 13. Mai 2020 - 13:13

Oberflächlich betrachtet, mögen Sie mit allem recht haben Herr Dr. M.-V.
Ich möchte Ihnen mal eine andere Sichtweise aufzeigen. Ja, sie haben recht. Was Equipment anbetrifft, sind viele Kreisbehörden schlecht bis gar nicht ausgerüstet. Personell? Nun einige waren dort zur Bewältigung von Asylverfahren, Integrationsangelegenheiten und rund um die "Flüchtlingsproblematik in andere Abteilungen abgeordnet worden. Dann dürfen wir nicht vergessen, wieviele die Elternzeit nutzen, Homeoffice machen oder schlichtweg krank sind.
Gesundheitsämter sind Einrichtungen der Kreisbehörden. Meistens keine Beamte mehr, höchsten Amtsärzte usw., sondern Angestellte. Verwaltungsangestellte mit normaler Arbeitszeit. Sicher würden einige abends oder auch an Wochenenden der "gúten" Sache wegen arbeiten. Dann haben sie aber Anspruch auf DUZ-Zulage.
Samstag 13.00-20.00 Uhr – 1,15 Euro je Stunde.
Nacht (20.00-06.00 Uhr) – 2,30 Euro je Stunde.
Sonn- und Feiertag – 4,90 Euro je Stunde.
Wer zahlt es?

helmut armbruster | Mi, 13. Mai 2020 - 14:08

das ist der deutsche Beamte.
Er musste königstreu, vaterlandsliebend, pflichtbewusst und unbestechlich sein. Dafür hat ihn der König dann "alimentiert", d.h. der Beamte, war zwar kein Großverdiener, bekam aber eine rundum materielle Absicherung wie sie niemand sonst hatte. Der König war eben sein "Dienstherr".
Der Beamte war zunächst nur für hoheitliche Aufgaben eingesetzt, also Staatsverwaltung (inkl. Militär und Polizei) u.ä. Aber mit der Zeit wurde der Beamtenstatus immer weiter ausgeweitet.
Sogar Lehrer sind heute Beamte...
Übrigens die altmodischen Wörter "Alimentierung" und "Dienstherr" sind heute noch in Gebrauch.
Allein diese verstaubte Sprache zeigt wie zurück geblieben und anachronistisch das Beamtentum heute ist.
Aber niemand wird das ändern können. Denn Beamte haben die Mehrheit in allen Parlamenten und in der Verwaltung und Rechtsprechung sowieso.
Beide Ausdrücke, Alimentierung und Dienstherr, sind heute noch im Gebrauch.

Keine Regierung wagt, die Previlegien der Beamten anzutasten, sie haben eine mächtige Interessenvertretung. Einer hat es versucht, Alain Juppé, damals französischer Regierungschef, er sprach im Parlament von "überflüssigem Fett". Die Folge war ein langer Generalstreik, 1995 war das. Das Problem hierzulande: Beamte(ich mehme die Bereiche Sicherheit und Gesundheit aus)werden vom System behütet und beschützt, selbst wenn sie schwerwiegende Fehler machen folgt in der Regel keine Sanktion. Das ist anachronistisch, da gehört aufgeräumt.

Tja, wenn ihnen das alles so toll erscheint, warum sind sie nicht Beamter geworden? Scheint ja ganz einfach zu sein. Keine markgerechte Bezahlung, Abordnungsrecht des Dienstherren...Lassen sie sich bitte nicht aufhalten. Werden sie Beamter und helfen sie.

Bei den Gesundheitsämter werden wohl nur die Amtsärzte (Medizinalräte usw.) noch Beamte sein -weil sie hoheitliche Aufgaben ausführen. Die weiteren Verwaltungsangestellte werden erst gar NICHT mehr in den Beamtenstatus kommen. Beamtenschelte ist da völlig unangebracht! M.-V. ist da NICHT mehr auf der Höhe der zeit!

Michaela 29 Diederichs | Mi, 13. Mai 2020 - 14:09

Neben der Digitalisierung sollten vielleicht auch Arbeitsabläufe, Organisationsprozesse und Strukturen abgeklopft werden. Nur weil etwas "immer" so gemacht wird, muss es ja nicht so bleiben. Vielleicht lässt sich so etwas wie Effizienz erreichen.

dieter schimanek | Mi, 13. Mai 2020 - 14:29

Letzte Woche war ich beim Corona Test. Anruf bei der örtlichen Corona Hotline (Gesundheitsamt)um mich anzumelden. Nach 70 min. Warteschleife habe ich aufgelegt u. bin zum Testcenter gefahren. Ich war der einzige Patient u. wurde sofort getestet. Nach drei Tagen bin ich nochmals zum Testcenter gefahren um das Ergebnis zu erfahren und siehe da, ich war wieder allein auf weiter Flur. Die Warteschleife ist geblieben, das Alleinstellungsmerkmal der Patienten auch.

Charlotte Basler | Mi, 13. Mai 2020 - 14:32

Sehr geehrter Herr Dr. Müller-Vogg,
vielen Dank. Sehr anschaulich formuliert. Ich hörte den Amtsschimmel regelrecht und musste lachen, trotz der wirklich traurigen Umstände in und um unsere Behörden. Man darf sich gar nicht überlegen wie viel Zeit (und damit auch Geld) alleine durch das Übertragen der Faxe verloren geht. Dazu generiert man Übertragungsfehler. Das RKI erstellt damit Statistiken, welche eigentlich nicht aussagefähig sind. Auf solcher Basis werden dann Entscheidungen von enormer Tragweite für das ganze Land getroffen. Ist das noch Deutschland?

Christa Wallau | Mi, 13. Mai 2020 - 14:43

... jetzt auf den lahmen Gesundheitsämtern herumzureiten. Beamten-Bashing macht sich sowieso immer gut!
Mag ja sein, daß Langsamkeit u. mangelnde techn. Ausstattung die deutschen Gesundheitsämter kennzeichnen, aber dann frage ich: An wem lag es denn, daß dort nicht längst Reformen im Hinblick auf höhere Effizienz durchgeführt wurden?
Hatten wir keine Gesundheitsminister?

Ich w e i ß, daß die Vorsitzende der Amtsärzte in D
(eine Verwandte von mir) sich seit Jahren darum bemüht, die Arbeit der Gesundheitsämter zu verbessern u. mehr Mittel für deren Ausstattung zu bekommen. Stattdessen mußte sie einen Abbau der Ressourcen erleben u. sich mit der Tatsache herumschlagen, daß kaum ein Arzt bereit war, als Amtsarzt zu arbeiten, weil die Entlohnung schlechter ist als bei den Kollegen in KHs o. in freien Praxen.
Es ist schlicht u.einfach so, daß man seitens der Regierung - aus welchem Grund auch immer - die Gesundheitsämter nicht mehr für so wichtig gehalten hat. Die Folgen sieht man nun!

Die Beamten oder Angestellten in der vordersten Linie anzugreifen, weil sie nicht für ein Trinkgeld 60 Wochenstunden arbeiten, und eine technisch-organisatorische Ausstattung haben die nach 1980er riecht, ist nicht wohlfeil. Es ist daneben. Es waren und sind die politischen Beamten, die Landräte, die Gesundheitsminister, und wer auch immer in der Dienstwagen-Klasse, die die Ämter so gemacht haben wie sie sind.

Kevin Seicht | Mi, 13. Mai 2020 - 14:54

auch wenn ich Sie sonst schätze, Herr Müller-Vogg, dieses mal liegen Sie daneben.
Zum einen
- es gibt nicht nur Beamte sondern auch nicht so üppig bezahlte Angestellte im öffentlichen Dienst.
Zum anderen
- als ob die tagesaktuelle Veröffentlichung von mehr oder wenig genauen Zahlen
irgendetwas an den Auswirkungen der Pandemie ändern würde.
- und es ändert schon gar nichts an der "aufgeschreckten Hühnerhaufen-Mentalität" der bestimmenden Politiker, die die Bevorratungs- und Vorsorge-Aufgabe vollkommen verpennt haben.
Ich bin kein Beamter - und in bestimmten Bereichen mache ich mich auch lustig über das Bürokratentum.

Michael Bahr | Mi, 13. Mai 2020 - 15:09

Müller-Voggs Textl gehört zu einer in Deutschland klassisch gewordenen Gattung, nämlich der Gattung der billigen Beamtendresche.
Es ist in der Tat beklagenswert, dass Gesundheitsämter Fallzahlen per Fax weitermelden müssen - aber he, Herr Müller-Vogg - dafür ist nicht der Beamte verantwortlich, sondern die Politik, die den Beamten in solchen Zuständen arbeiten lässt. Oder stellt sich der Autor etwa vor, dass der Beamte die rasche Digitalisierung seiner Behörde auf technisch hochwertigem Niveau selbst bezahlt? Und die dazu notwendigen Arbeiten auch selbst ausführt? Und die Schulen: Es ist doch die Politik, die sich jahrelang darüber streitet, wieviele Eurochen die Schulen zur Digitalisierung ihrer Infrastruktur bekommen. Irgendwann kommen nach all dem dummen Politgeschnatter 5 Milliarden heraus. Ausgegossen auf alle deutschen Schulen reicht das, um pro Schule eine Klasse mit Tablets auszustatten. Hahaha. Politik und Gesellschaft wollen es genau so! Dann beschwert Euch jetzt nicht!

Paul Baumann | Mi, 13. Mai 2020 - 15:12

habe ich einen solch schwachen Artikel im Cicero gelesen.

Ich weiß nicht, ob es sich bei den Mitarbeitern in den Gesundheitsämtern ausnahmslos um Beamte handelt - sondern sicher gibt es auch wie meist im ö.D. recht knapp bezahlte Tarifbeschäftigte.

Mit Sicherheit sind diese Mitarbeiter aber nicht verantwortlich für die schwache technische und personelle Ausstattung oder die vielleicht ungeschickten Organisationsstrukturen dieser Behörden.

Manfred Sonntag | Mi, 13. Mai 2020 - 17:52

Vielen Mitarbeitern in den Gesundheitsämtern geht es sicher genauso wie im nachgenannten Artikel: "https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/studie-aus-dem-bmi-teil…; beschrieben. Enthusiastische Beamte werden einfach übergangen und nur das persönliche Empfinden des Regenten ist ausschlaggebend, für dann alternativlose Entscheidungen. Wir haben ein Innenministerium, aber strukturierte, qualitätsgerechte Vorlagen werden gar nicht angefordert. Wir haben ein Verteidigungsministerium, aber hunderte Millionen €uro werden für Fremdfirmen ausgegeben. Ich denke, hier sind einige nie in der Lage gewesen, ein Ministerium zu leiten. Und die Gleichen wollen mir einreden, was GUT und RICHTIG ist! Herr Dr. Hugo Müller-Vogg, möchten Sie ein Ministerialbeamter sein, dessen Anwesenheit und Arbeitswillen ignoriert, dafür aber alle Arbeit von Auswärtigen gemacht wird?

Ist Herr Tichy mal wieder etwas zu "empört" vorgeprescht?

Oder ist nur Ihr Link fehlerhaft?

Jedenfalls erscheint folgender, sinnhafter Kommentar:

"Leider wurde diese Seite nicht gefunden.
Es scheint diesen Inhalt nicht zu geben...."

Fazit: Wer sich auf T.E. bezieht, sollte keine Ergebnisse erwarten.

Weisenheimer | Do, 14. Mai 2020 - 10:46

Herr Müller-Vogg hat recht in Bezug der unzureichenden IT-Ausstattung der Gesundheitsämter; aber das liegt NICHT an den dortigen Beamten-sondern an den Regierungen, die bisher den GA keine ausreichenden Finanzmittel bereitgestellt haben! Dazu hat sich ja auch schon der Städte & Gemeindetag & Verbände ausgiebig geäußert. Offenbar war & sind z.B. für Flüchtlinge jedes Jahr zwar 20 Mrd. € da-aber kein Geld für unsere GA!
Natürlich sollten & könnten die GA auch am Wochenende - in solch Pandemiefällen -arbeiten! Es würde ja dazu evtl. nur ein Telefonbereitschaft eines leitenden Arztes/Beamten (Homeoffice) ausreichen -auch dazu dürfte die Ausstattung leider häufig fehlen!
Es wird Zeit, dass nun mal unsere GA besser technisch "aufgerüstet" werden, um solchen Pandemie besser zu begegnen.
Auch sollte das RKI auch mal seine Datendarstellungen verbessern. Auch wären z.B. repräsentative Tests pro GA-Bezirk in laufenden Zeitreihen angebracht, um die Covid19-Verbreitung besser darzustellen!

Michael Bahr | Fr, 15. Mai 2020 - 00:55

Es ist erfreulich zu sehen, dass die hier kommentierenden Cicero-Leser offensichtlich mit dem billigen Anti-Beamten-Populismus eines Müller-Vogg nicht einzufangen sind. Es wird in vielen der Stellungnahmen angenehm logisch argumentiert und auf die wahren Verursacher des Digitalrückstandes des öffentlichen Dienstes verwiesen. Der rote Faden in Müller-Voggs Text wird entlang von bauchgefühligem Ressentiment gesponnen und nicht entlang der Ratio.
Beim nächsten Mal bitte besser, Herr Autor!

Christoph Kuhlmann | Fr, 15. Mai 2020 - 01:05

Da wird mal wieder das Klischee vom unproduktivem Beamtentum bemüht, ohne nach den Ursachen zu fragen. Ein Finanzbeamter hat mir mal seine Ausstattung gezeigt, Er hatte einen schwarz weiß Fünfzehnzöller auf dem er das Steuerformular hin und her scrollen musste, da er nur ein Sechstel des Dokumentes einsehen konnte. Ein Kommilitone von mir hat mal versucht auf einer ähnlichen Krücke eine Dissertation zu schreiben, ohne Zeilenbegrenzung. So etwas gab es auch damals nur im öffentlichen Dienst. Die Textverarbeitung hieß Eumel. Die gab es kostenlos von der Fakultät. Irgendetwas musste ja gegen das Microsoftmonopol getan werden. Eine grandiose Verschwendung von Zeit und Geld. Die Leute sind halt frustriert. Das merkt man auch am Krankenstand. Mit Durchschnittlich zwei Monaten pro Jahr ist an Überstunden und Wochenendarbeit nun wirklich nicht zu denken. Das führt nur zum Anstieg der Ausfallzeiten.

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