Boris Palmer
Triggert regelmäßig die Wohlmeinenden: Boris Palmer beim Pressegespräch zum geplanten Streitgespräch zwischen ihm und der AfD / picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Thomas Dinges

Gespräch zwischen Boris Palmer und AfD-Politiker Frohnmaier - Tübingen verteidigt die Streitkultur

Am Freitag will Tübingens OB Boris Palmer öffentlich mit dem AfD-Abgeordneten Markus Frohnmaier diskutieren. Gegen diese Debatte sind Proteste geplant. Wer Menschen nicht zutraut, Ideen anzuhören und danach abzuwägen, was sie von ihnen halten, vertraut letztlich der Demokratie nicht.

Autoreninfo

Gideon Böss ist Roman- und Sachbuchautor und hat unter anderem über Religionen in Deutschland und Glücksversprechen im Kapitalismus geschrieben.

So erreichen Sie Gideon Böss:

Es gibt einige Sätze, die zum Fundament der Aufklärung gehören. Einer ist Immanuel Kants Aufforderung, Mut zu haben, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Ein anderer lautet sehr dramatisch: „Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“ Er soll von Voltaire stammen, was aber nicht stimmt. Verfasst wurde er Anfang des 20. Jahrhunderts von der englischen Autorin Evelyn Beatrice Hall, die damit Voltaires Denkweise zusammenfassen wollte. Nun ist dieser radikale Ansatz zwar übertrieben, und tatsächlich hat sich auch Voltaire nicht für die Meinungsäußerung eines anderen geopfert, sondern starb im hohen Alter im Bett, aber die Denkweise dahinter ist klar. Dieses Denken war der Wegbereiter unserer heutigen aufgeklärten Gesellschaft und prägt sie weiterhin. Kultur, Bildung, Wissenschaft und das Bürgertum sind ohne Aufklärung nicht denkbar.

Nun machen wir einen Sprung nach Tübingen. Dort diskutieren am Freitag dieser Woche der Bürgermeister und der Vertreter der mit Abstand größten Oppositionspartei miteinander. Und das Erstaunliche daran ist, dass das deutschlandweit für Kritik sorgt. Konkret wird Bürgermeister Boris Palmer dafür angegriffen, dass er mit Markus Frohnmaier von der Alternative für Deutschland öffentlich debattieren will. Es sind Proteste gegen diese Debatte geplant. Das ist zwar legitim, da auch die Demonstrationsfreiheit zu den Werten gehört, die ihre Wurzeln in der Aufklärung haben, aber gegen einen Meinungsstreit zu demonstrieren, ist dennoch eine höchst irritierende Angelegenheit.

Der autoritäre Wunsch, Meinungen schlicht verbieten zu können

Dahinter steht eine Mischung aus magischem Denken, laut dem befürchtet wird, dass das bloße Anhören „falscher Ideen“ die Menschen schon zu Anhängern eben dieser Ideen macht, sowie dem autoritären Wunsch, Meinungen schlicht verbieten zu können, die einem nicht passen. Falsch ist beides. Wer Menschen nicht zutraut, Ideen anzuhören und danach abzuwägen, was sie von ihnen halten, vertraut letztlich der liberalen Demokratie nicht, die vom Austausch von Ideen, vom Streit und der Debatte lebt. Wer am Freitag gegen die Diskussion zwischen Palmer und Frohnmaier protestiert, protestiert damit letztlich gegen die Fundamente unserer freien Gesellschaft.

Sobald Debatten gescheut werden, geraten die Dinge in Schieflage. Debatten sind ein wichtiger Teil der Fehlerkultur in freien Gesellschaften. Wohin es führt, wenn diese nicht mehr geführt werden, haben gerade die Parteien in Köln demonstriert. Sie – mit Ausnahme der AfD – haben sich darauf geeinigt, im Kommunalwahlkampf nicht über das Thema Migration zu sprechen. Ein Problem also, das seit der Silvesternacht 2015 in besonderer Weise mit der Domstadt verbunden ist, soll aktiv ignoriert werden. Das ist nicht nur ein Affront gegenüber den Bürgern, die zu Recht besorgt über den Verlust der inneren Sicherheit sind, sondern hat auch mit Kants Forderung nichts mehr zu tun, sich seines Verstandes zu bedienen. In Köln fehlt dazu das, was Kant als Bedingung voraussetzt und was auch Voltaires Überzeugungen prägte: Mut.

Wo die AfD recht hat, hat sie recht

Boris Palmer hat hingegen nicht vor, die Aufklärung hinter sich zu lassen. Und die meisten Deutschen übrigens auch nicht. Dass der Meinungsstreit zwingend zur Demokratie gehört, ist den meisten klar. Darum ist Boris Palmer weiterhin ein populärer Politiker, der sein Bürgermeisteramt auch als parteiloser Kandidat verteidigte, nachdem man ihn bei den Grünen kaltgestellt hatte. Es ist jedenfalls ein gutes Zeichen, dass es diese öffentliche Debatte mit Frohnmaier gibt. Es sollte eigentlich im ganzen Land solche Debatten geben. Wer davor Angst hat, vertraut offenbar weder seinen Argumenten noch den Bürgern. Beides sind keine guten Voraussetzungen, um in einer Demokratie politische Verantwortung zu übernehmen.

Vermutlich ist der Versuch, die AfD aus jeder Debatte herauszuhalten, zum Teil auch der Unfähigkeit geschuldet, Fehler zuzugeben. In einigen Punkten hat sie nun mal richtig gelegen, richtiger jedenfalls als die anderen Parteien. Die Flüchtlingspolitik seit 2015 führte nicht zu einem neuen Wirtschaftswunder, wie es regierungsnahe Ökonomen prophezeiten, sondern brachte ein nicht gekanntes Maß an Gewalt über die Bundesrepublik, die weiterhin zunimmt. Wenn am Freitag Palmer und Frohnmaier miteinander diskutieren, ist das nun mal ein Punkt, den man der AfD nicht absprechen kann. Sie hat vor dieser Flüchtlingspolitik gewarnt, die anderen verurteilten sie dafür. Die anderen lagen falsch, die AfD lag richtig. Wer das nicht anerkennt, sorgt sich mehr um die Reinheit seines Weltbildes als um die Sicherheit in diesem Land. Ich bin auf jeden Fall auf das Aufeinandertreffen gespannt, dessen erster Gewinner jetzt schon feststeht: die Demokratie und ihre Streitkultur.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Achim Koester | Mi., 3. September 2025 - 13:21

Es gehört viel Mut dazu, sich dieser Debatte zu stellen, ich hoffe auf ein gutes Resultat.

Sie lesen..., aber beim Cicero sind Sie diesbezüglich auf jedenfalls gut aufgehoben...

Auf jeden Fall aber; Respekt an Boris Palmer!

Dass Palmer bei Den Grünen gecanceld wurde spricht für sich, bzw. für Palmer...

>> ARD-Doku "Der Palmer Komplex"

auch nach dem sehen der Reportage meiner Vorstellungskraft...

Vermutlich soll der Begriff 'Komplex' diffus irgendetwas 'verschwörerrisches' suggerieren, von den grün gefärbten ARD-Redakteur:innen... 'Die (große 🤣) Palmer-Verschwörung' zu titeln haben 'sie' sich dann wohl doch nicht wirklich getraut... - dann eben 'Palmer-Komplex'..., klingt ja auch gut... ... 😉

Markus Michaelis | Mi., 3. September 2025 - 13:24

Einerseits sollte man die Aufklärung vielleicht nicht überbewerten. Sie begleitete den Aufstieg Europas zur Führungsmacht, hier hat aber der Aufstieg teilweise auch die Aufklärung gestützt. Es kann gut sein, dass heute auch Erfolge (wirtschaftlich, demografisch ...) von Gesellschaften mit festeren Normen es stützen nicht mehr alles zu diskutieren.

Bei uns ist es im Moment die Kombination, dass der Erfolg abnimmt (wirtschaftlich, demografisch ...), aber Dinge nicht diskutiert werden sollen, das wird wahrscheinlich nicht funktionieren.

Wir haben das GG, EU, Demokratie, Menschenrechte, Menschenwürde, die offene Gesellschaft, Diskriminierung und Gerechtigkeit, Kampf gegen Rassismus, soziale Schieflagen, Religion, sex. Orientierung und andere "safe spaces" die zu respektieren, nicht zu diskutieren sind etc.

All das sind nicht ein paar weite Leitplanken, sondern das regelt das Denken und richtige Verhalten bis in Details.

Ich denke, das fährt gegen die Wand. Wir sollten das diskutieren.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 3. September 2025 - 13:45

die sog. Demokratiebewahrer. Sie wollen einfach nicht begreifen, dass Verbote schon immer dazu geführt haben, dass es die Menschen reizte es genau deshalb doch zu tun. Und ja, die AFD hat nicht nur bei diesem Thema einfach recht. Ob alle Lösungen, die sie vorschlagen die besten sind, ja da kann, da darf, da muss man diskutieren können. Und die besten Vorschläge sollen siegen, egal von wem. Das Problem ist ein ganz anderes. Die Etablierten haben Angst davor, dass die Bürger die AFD-Kandidaten kennen lernen, sie am Ende kompetent, sympathisch finden. Ihnen in manchen Sache Recht geben. Das sie erkennen, das sind Menschen wie Du und Ich, mit genau den gleichen Problemen, wie wir alle. Das kann man nicht zulassen. Der AFDler als Mensch, mit dem man diskutieren kann, der am Ende auch mal sagt, dass er die Gegenseite gut findet, die Lösung sogar besser oder in der Sache offen reagiert. All das will man nicht. Und was Palmer anbetrifft stelle ich fest, der hat Meinungsfreiheit verstanden.

DDR geführt.
Nicht die fehlende Demokratie, die Südfrüchte die nicht vorhanden waren, die fehlende (Reise-)Freiheit &&& Nein, es war die immer weiter fortschreitende Diskrepanz zwischen dem wie es ist zu der Agitation & Propagande wie es sein sollte. Eine immer weitere Diskrepanz zur Meldung von Planübererfüllungen und dem täglichen Mangel am Arbeitsplatz und nach Feierabend (außer den Grundnahrungsmitteln) Des „sozialistische Menschenbild“ das gar nicht existierte außer vielleicht in den wenigen Köpfen derer, die die Partei die SED priveligierte. Und diese Zerrissenheit zwischen soll und ist trieb die Menschen letztendlich auf die Straße und führte zum Systemkollaps der DDR.
Und genau diese Symptome treten in den letzten Jahren immer mehr & mehr zu Tage.
Ich frage mich lediglich, nicht ob, sondern wann, mit wem und mit welchem Ausgang !
MfG a d Erf. Republik

Johannes | Mi., 3. September 2025 - 14:14

Ich meine, daß die magische Angst der Linken vor rechten Parolen von daher stammt, daß vor bald 100 Jahren ausgerechnet die Proletarier, das revolutionäre Subjekt!, den Sozialisten von der Fahne gegangen sind und dem Gröfaz zugelaufen sind. Von diesem Schock haben die Linken sich nie erholt. Jetzt mißtrauen sie den "kleinen Leuten" zutiefst und entmündigen sie, wo es nur geht. Ich bin auch auf die Diskussion gespannt, der Herr Palmer dürfte aber seinem Gegner argumentativ und intellektuell um Klassen überlegen sein. Wenn nur nicht wieder alles überdeckt wird mit Schreien, Pfeifen und Trommeln.

Johannes | Mi., 3. September 2025 - 14:16

Ich meine, daß die magische Angst der Linken vor rechten Parolen von daher stammt, daß vor bald 100 Jahren ausgerechnet die Proletarier, das revolutionäre Subjekt!, den Sozialisten von der Fahne gegangen sind und dem Gröfaz zugelaufen sind. Von diesem Schock haben die Linken sich nie erholt. Jetzt mißtrauen sie den "kleinen Leuten" zutiefst und entmündigen sie, wo es nur geht. Ich bin auch auf die Diskussion gespannt, der Herr Palmer dürfte aber seinem Gegner argumentativ und intellektuell um Klassen überlegen sein. Wenn nur nicht wieder alles überdeckt wird mit Schreien, Pfeifen und Trommeln.

ich kenne den Diskussions-Gegner nicht, aber wenn Sie befürchten ( oder darüber froh sind?) dass Herr Palmer diesem so überlegen sein wird, muss man sich fragen, ist das Absicht, dass nicht ein ebenbürtiger Mensch gegenüber gestellt wurde? Denn die gibt es zweifellos in der AfD.

Thomas Veit | Do., 4. September 2025 - 09:51

Antwort auf von Brigitte Miller

AfD' im Verhältnis zu Palmer Bürgermeister..., würde ich sagen.

Es ist im übrigen eine lokale Veranstaltung und KEIN 'Kanzlerkandidatenduell' mit Liveübertragung auf Bundesebene o.ä., also das passt schon so in etwa, mMn. Ausserdem haben sich die Diskutanten wohl gegenseitig auch selbst als Gegner ausgesucht..., und wer wem tatsächlich 'überlegen' ist mit seinen Argumenten bleibt zudem abzuwarten - vielleicht verbrüdern sie sich ja auch am Freitag..., irgendwie? 🤔

Also Ihrer 'kleinen VT' würde ich nicht folgen wollen...

Dr. Michael Bauer | Mi., 3. September 2025 - 14:26

Die sog. „Proteste“ - mit dem klar formulierten Ziel einer Verhinderung - gegen diese zutiefst demokratische Veranstaltung sind faschistisch.

Urban Will | Mi., 3. September 2025 - 14:34

Verstandes und genaues Abwägen und Nachdenken sicherlich zu dem Ergebnis kommen, dass es die linksgrünwoken Tugend- und Meinungswächter sind – also auch diejenigen, die Palmers Aktion nieder plärren wollen -, die sich längst vom Pfade der Demokratie, v.a. des Grundrechtes der Meinungsfreiheit verabschiedet haben.
Noch immer tut man so, als würden diese linken Gesellen dazu gehören und würden halt ein wenig überreagieren.
Das ist aber längst nicht mehr der Fall.
Noch nie wurde die Demokratie in diesem Lande stärker bedroht als zur Zeit.
Unter dem Banner der Sozen, Grünen und Linken, duckmäuserisch geduldet von den Schwarzen, soll dem Bürger die Meinungsfreiheit schrittweise genommen werden. Das ist äußerst gefährlich.
Es wäre Zeit, hiergegen aggressiver anzuschreiben.
Hier im Forum und anderswo geschieht dies längst, aber der allgegenwärtige ÖRR ist Teil dieser Tugendwächter, die „Leitmedien“ ebenso.
Einzig NIUS und eben Organe wie CICERO halten dagegen. Nur bitte etwas lauter!

wenig verwundert ist die Tatsache, dass die AfD selbst nicht ihre Anhänger:innen zum Protest aufruft, z.B. in Ludwigshafen... ...!? 🤔

Ich meine mit deutlich über 20% über einen längeren Zeitraum... - da muss man sich doch nicht 'verstecken'... - oder? Oder sind sie tatsächlich durch Nancys billiges Pamphlet gelähmt...?

>> Auf die Barrikaden!! [...absolut zulässig, in jeder Bundestagsdebatte - ohne jeden Widerspruch!]

Dirk Weller | Mi., 3. September 2025 - 14:37

und danach abzuwägen, was sie von ihnen halten, vertraut letztlich der liberalen Demokratie nicht, die vom Austausch von Ideen, vom Streit und der Debatte lebt."

Leider leben wir seit spätestens 2019 in einer linkspopulistischen Meinungsdiktatur.
Eine Minderheit von links/grünen glaubt die absolute Wahrheit zu vertreten, und da sind Debatten und Streit mit Andersdenkenden eben unnötig.

Die breite Masse der ehemaligen "Qualitätsmedien" und der "ÖRR" unterstützen diese verzerrte Weltsicht leider nach allen Kräften. Und wer trotzdem zu streiten oder debattieren versucht, der ist dann eben "umstritten" oder gleich "Verschwörungstheoretiker".
Und ein Umdenken ist auch bei Linkspopulisten und Medien nicht erkennbar.

Bloß die große Mehrheit der Menschen im Lande will ihnen nicht mehr folgen.
Die AFD freut das natürlich, denn den einen oder anderen sammeln sie dann ein.

Maria Arenz | Mi., 3. September 2025 - 14:44

und anderswo an Mut mangelt. Es dürfte eher an einem beklagenswerten Mangel an Verstand liegen. Wer wirklich glaubt, man könne durch Totschweigen von Problemen und Verbieten ihrer Diskussion die immer massivere Unzufriedenheit von immer mehr Bürgern darüber wegbekommen, wie grottenschlecht wir in Köln und anderswo regiert werden, legt es daruf an, daß die deutsche Republik erneut scheitert. Frau Brosius -Dingsbums hat das eigentliche Problem ja immerhin schon erkannt: mit dem Verbieten der AFD sind ihre Anhänger noch nicht "beseitigt". Wie sie sich die Lösung dieser, der eigentlichen Aufgabe vorstellt, hätte mich brennend interessiert. Wahrscheinlich wäre eine ehrliche Antwort aber geeignet gewesen, "die Bevölkerung zu verunsichern". Der Kampf gegen "Rechts" hat schon unter Merkel mit dem Kampf gegen den Rechtsstaat begonnen, wie er vom GG einmal konzipiert war. "Demokratieverteidiger" nach dem Geschmack der SPD würden ihm am liebsten ganz schnell vollends den Garaus machen.

Thomas Veit | Mi., 3. September 2025 - 15:17

eine höchst irritierende Angelegenheit." 🤔

Aber nicht wenn man/Frau im Besitz der absoluten Wahrheit ist und gleichzeitig - mehrfach zweifelsfrei bewiesen durch Selbstreferenzierung, daß ist aktuell 'Hotest!'... - auf der moralisch höchsten Stufe im System steht die überhaupt möglich ist..., würde man/Frau es dem femininen Volk nur richtig erklären können, das eigene Agieren und die eigenen Erfolge... ... (in der Ampel z.B.) /Ironie

Thomas Veit | Mi., 3. September 2025 - 15:42

"Vermutlich [mit Sicherheit] ist der Versuch, die AfD aus jeder Debatte herauszuhalten, zum Teil [in der Hauptsache] auch der Unfähigkeit geschuldet, Fehler zuzugeben." - Ergänzungen [] eingefügt.

Was in Köln und Ludwigshafen - und zukünftig sicher auch noch an anderen Orten zu erwarten... - passiert ist ist eine Mischung aus zuerst 'ideologischer Verblendung, bubblehedingt', dann gewöhnliche Naivität, einer lange gepflegten Hybris in Kombination mit einer ebenso lange verfestigten Problemignoranz..., und dann erst -mMn- der fehlende Mut eigene Fehler aus der Vergangenheit eventuell einzugestehen... - und zwar genau deshalb, weil dann 'DAS GANZE GERÜST!', angefangen bei 'zuerst' (s.o.), dann einstürzen würde... - DAS wissen sie genau oder spüren es zumindest.

EXAKT die gleiche Situation wie bei den SED-Genossen ab Mitte der 70er, spätestens der Ausbürgerung Biermanns. Absolut vergleichbar -> PROBLEMIGNORANZ gepaart mit HYBRIS und politischem LINKEN UNTERBAU.

>> KEIN WITZ ODER IRONIE!

Karl-Heinz Weiß | Mi., 3. September 2025 - 17:46

Boris Palmer hatte schon vor vielen Jahren bei den Gesprächsrunden zum Projekt "Stuttgart 21" sein politisches Ausnahmetalent unter Beweis gestellt. Nach wie vor ist es unbegreiflich, wie Angela Merkel in Deutschland ein Schweigegelübde zum Thema "unkontrollierbare Grenzen" etablieren konnte. Das Beispiel Köln zeigt, dass die Folgen noch nachwirken. Ein Forum für offenen Meinungsaustausch führt zu Protesten - ein derartiger Irrsinn ist offenbar nur in Deutschland möglich. In 16 Jahren Merkel ist vielen Deutschen das eigenständige Denken abhanden gekommen.

Stefan | Mi., 3. September 2025 - 18:04

Zitat:
"Wer Menschen nicht zutraut, Ideen anzuhören und danach abzuwägen, was sie von ihnen halten, vertraut letztlich der Demokratie nicht."
Unter diesen Voraussetzungen können sich die ach so demokratischen Parteien auch zu einer Art "Sozialistischen Einheitspartei" zusammenschließen, da von ihnen alleine sowieso niemand eine Entscheidung durchbringen kann.
Somit erübrigt sich die ganze Diskussion darüber.
Kartelle tun sich im übrigen zusammen, um den anderen Mitbewerber auszustechen, von demokratischen Parteien, so nennen sie sich ja und wollen das auch sein, hätte ich anderes erwartet.
Palmer geht da den richtigen Weg.

Ih | Do., 4. September 2025 - 07:41

Welche NGOs („N“ im Sinn von „near“) wollen denn demonstrieren? Wahrscheinlich ist der Geist dahinter, eine Debatte zu stören, die nicht „unserer Streitkultur“ entspricht.