- Wenn Ungleichheit gerechter als Gleichheit ist
Wer nach Gerechtigkeit sucht, der mag Gleichheit als höchstes Gut betrachten. Aber er darf die Verschiedenheit der Menschen und die Unterschiedlichkeit der Situationen nicht ausblenden. Manchmal bedarf Gleichheit auch der Abwägung. Wie eine Debatte aus Berlin zeigt.
Es war jetzt schon in verschiedenen Beiträgen im Cicero Thema, aber die Frage scheint mir sehr gut als „Sonntagsfrage“ geeignet: Ist die Regelung des Landes Berlin, Bewerber mit Migrationshintergrund bevorzugt zum Vorstellungsgespräch bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst einzuladen, nicht nur rechtlich fragwürdig (das scheint mir juristisch tatsächlich nicht bestreitbar zu sein), sondern auch ethisch? Oder ist es zwar verfassungsrechtlich unzulässig, aber ethisch durchaus zulässig, vielleicht sogar geboten?
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statt notwendig in's Uferlose führender DIskussionen darüber, was "gerechter" ist, darauf zu schauen, was wir eigentlich erreichen wollen und was bei den verschiedenen Strategien herauskommt bzw. herausgekommen ist. Die Priorisierung von Ergebnisgleichheit findet und fand ja durchaus schon in erheblichem Umfang statt- offizielle und inoffizielle Frauenquoten z.B. in Politik und Medien, Affirmative Action in USA, Migrantenquoten in Berlin etc. Das Resultat spricht klar gegen die Priorisierung von Ergebnisgleichheit. Sie nützt nur den Individuen, die durch die Beförderung auf sie völlig überfordernde Positionen begünstigt wurden.
Für meine Belege würden 1000 Zeichen bei weitem nicht ausreichen, daher nur: Baerbock, Roth, Saleh, Chebli. Die Körperschaften und Organisationen, die das praktizieren, verlieren so erheblich an Leistungsfähigkeit, daß eigentlich niemand vertreten kann, den Holzweg weiter zu beschreiten. Von seiner klaren Verfassungswidrigkeit mal ganz abgesehen
Besonders in den Staaten, in denen schon jetzt der Verwaltungswasserkopf als solcher alles andere zu ersticken droht, muss es bei Neueinstellungen ausschließlich auf die fachliche Kompetenz ankommen. Die Vetterleswirtschaft der Parteien und ihrer Funktionäre hat ja diesen ineffektiven Wasserkopf produziert.
Die Bevorzugung bestimmter Gruppen (Einwanderer, Frauen, ...) bei der Einstellung ist nichts anderes als eine neue Diskriminierung dieser Gruppen. Frauen sind nicht dümmer als Männer und müssen nicht von Berufspolitikern gepampert werden.
Gäbe es eine tatsächliche Gleichbehandlung, würden alle Bewerber auf eine Stellenanzeige eingestellt. Gerechtigkeit ist ein soziales Konstrukt, um einigermaßen Ordnung in das chaotische System der Natur zu bringen. Und ja - es gibt kein natürliches Gleichgewicht.
Unabhängig davon, wie genau ich die Gleichbehandlung gestalten will und ob Gerechtigkeit ein Leitgedanke für Gesellschaftsregeln sein sollte oder lieber nicht, stellt sich für mich die Frage, wieviel Vielfalt, die man ja mit Gleichbehandlungsforderungen einfangen will, eine Gesellschaft aushält.
Mir scheinen die vorhandenen Unterschiede zwischen Welt- und Menschenbildern so groß, dass ich Zweifel habe, dass es ein guter Ansatz ist, wirklich alle Weltsichten in einer Gesellschaft vereinen zu wollen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass eine konkurrierende Vielfalt an Gesellschaften besser ist.
In der Natur gibt es eine riesige Vielfalt. Die Vielfalten sind immer territorial begrenzt. Sogenannte invasive Arten werden vom Menschen sogar bekämpft.
In der Natur setzen sich die stärksten Arten und Spezies eher durch.
Nischenprodukte bleiben in den Nischen oder werden gefressen.
Da Mensch nicht außerhalb der Natur steht - auch wenn Mensch sich so sieht, weil Gottes Ebenbild - ist Mensch ein Teil der Natur. Mensch interessiert es nicht, ob Getreide, Gemüse, Obst oder Pilze Schmerzen bei der Ernte erleiden und es als furchtbar grausame Vorstellung empfinden, zerschnitten, gekocht, gebraten und gefressen zu werden. Und beim Mensch entscheidet immer noch das Stärkere. Oder gibt es z.B. Entscheider/-innen mit schlecht ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten, blind-taub-stumme Busfahrer/innen oder hochschwangere Feuerwehrfrauen im Feuerlösch- und Hochhauseinsatz ?
