Angela Merkel
Angela Merkel bei einem Wahlkampfauftritt im sächsischen Annaberg-Buchholz, August 2017 / dpa

George Friedman über die Ära nach Merkel - „Eine wichtige Zäsur“

Mit der Bundestagswahl endet auch die Regierungszeit Angela Merkels. Als Bundeskanzlerin hat sie nicht nur deutsche, sondern auch europäische Geschichte geschrieben – im positiven wie im negativen Sinne. Wer auch immer ihr nachfolgt, wird es schwer haben. Denn die EU zerbröselt. Und daraus erwachsen große Gefahren.

Autoreninfo

George Friedman, 72, ist einer der bekanntesten geopolitischen Analysten der Vereinigten Staaten. Er leitet die von ihm gegründete Denkfabrik   Geopolitical Futures und ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien „Der Sturm vor der Ruhe: Amerikas Spaltung, die heraufziehende Krise und der folgende Triumph“ im Plassen-Verlag.

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Mit der deutschen Bundestagswahl endet die Ära von Angela Merkel. In ihre 16-jährige Regierungszeit fielen unter anderem die Finanzkrise von 2008 und die Einwanderungskrise von 2015. Man vergleiche Merkels Amtszeit mit der von Konrad Adenauer. Adenauer leitete die Erlösung der deutschen Seele ein, indem er die Verantwortung für den Holocaust anerkannte – aber zugleich sicherstellte, dass dieser Massenmord nicht das letzte Wort war, das über Deutschland gesprochen wurde. Er veränderte die Realität und die Wahrnehmung Deutschlands als Inkarnation des Bösen hin zu einer Nation, die Teil des Westens und Teil einer Machtstruktur war, welche der sowjetischen Bedrohung gegenüberstand. Kurz gesagt: Adenauer hat Deutschland in die Familie der Nationen zurückgeführt.

Merkel wiederum machte aus Deutschland die dominierende Macht innerhalb der Europäischen Union – einer Region, die einst der Nukleus wirtschaftlicher und militärischer Weltmacht war. Unter ihrer Führung wurde Deutschland zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, zum Schiedsrichter Europas und zur treibenden Kraft seiner Wirtschaft. Am wichtigsten ist vielleicht, dass die Bundeskanzlerin dies bewerkstelligte, ohne mehr als nur das unvermeidliche Unbehagen über das Wiederauftauchen Deutschlands als europäischer Buhmann hervorzurufen. Sie trug dazu bei, dass Deutschland nur ein weiteres, wenn auch besonders mächtiges europäisches Land wurde. Sie übte ihre Macht aus, ohne den Schrecken zu verbreiten, den Deutschland noch einige Jahre vor ihrer Geburt hervorgerufen hatte.

Adenauers Weg

Angela Merkel hat viel Anerkennung verdient, aber einiges an Lob ist unangebracht. Wir neigen dazu, von Staatsoberhäuptern so zu denken, als ob sie persönlich ihre Nationen zu Größe, in den Schrecken oder in die Mittelmäßigkeit geführt hätten. Nationen sind riesige und hochkomplexe Unternehmen, die aus vielen unterschiedlichen Menschen und unterschiedlichen Milieus bestehen. Auch ohne Adenauer hätte sich Deutschland von der Last seiner historischen Schuld befreit. Die Deutschen hätten diese Last nicht über Generationen hinweg auf sich genommen, weil die Verbrechen einer Nation nicht dauerhaft den nachfolgenden Generationen angelastet werden können. Auch andere hätten einen Adenauer‘schen Weg gesucht – und gefunden. Und Deutschland so wieder zu einem menschlichen Land gemacht – mit anderen Persönlichkeiten, an die man sich heute erinnern würde.

So ist es auch mit Merkel, unter deren Führung Deutschland wieder zur mächtigsten Nation des Kontinents wurde. Aber sie war weniger ein Hirte als vielmehr ein Passagier auf einer Reise. Die Geschichte schreibt sich teilweise selbst, und irgendwann nimmt jemand eben den Lorbeerkranz entgegen.

Dennoch ist das Ende der Ära Merkel eine wichtige Zäsur. Es hat eine Wahl stattgefunden, wobei unklar ist, welche Bedeutung sie haben wird – wenn überhaupt. Zwei Parteien, die weitaus weniger unterschiedlich sind, als sie vorgeben, sind praktisch gleichauf. Keine der beiden Parteien wird stark genug sein, um die deutsche Geschichte neu zu definieren, und die deutsche Geschichte wird derzeit ohnehin keine Revision dulden. 

Deutschland fürchtet sich vor militärischer Macht und sonnt sich in seiner wirtschaftlichen Potenz. Und wie jede andere Macht drängt es sich der europäischen Wirtschaft auf, weil es in seinem ureigenen Interesse ist, dies zu tun. Merkels Nachfolger werden so weitermachen und so tun, als sei dies ein genialer Schachzug ihrerseits. Vielleicht ändert sich die Geschichte und erlaubt ihnen, sich mit ihr zu verändern. Wenn nicht, dann werden ihre Namen zusammen mit denen der meisten anderen Politiker in Vergessenheit geraten.

Deutschlands Aufstieg zur Wirtschaftsmacht

Politik ist grausam, und man kann von einer bekannten Persönlichkeit zu einer bedeutungslosen Figur werden, wenn die Geschichte ihr unerbittliches Spiel treibt.
Das historische Vermächtnis Deutschlands sind Krieg und Unglück. Es gab schon immer ein germanisches Volk, aber eine deutsche Nation entstand erst im Jahr 1871, nach einem kurzen Krieg gegen Frankreich. Das vereinte Deutschland bot einen überwältigenden Anblick: Aus den verstreuten Fürstentümern wurde um die Jahrhundertwende die größte Wirtschaftsmacht des Kontinents, die Großbritannien als den globalen Wirtschaftsriesen herausforderte.

Warum ein vereinigtes Deutschland etwas zustande brachte, wovon ein geteiltes Deutschland nicht einmal zu träumen wagte, ist eine lange Geschichte. Jedenfalls kam es so, und der Rest Europas fürchtete sich davor. Großbritannien und Frankreich hatten ihre eigenen Imperien, aus denen sie Rohstoffe importieren und in die sie ihre Produkte exportieren konnten. Deutschland dagegen war kein solches Imperium. Aber es hatte Einfluss über Ost- und Südeuropa, so dass es, anders als Großbritannien und Frankreich, seine Macht in diesem Teil des Kontinents ausüben musste.

Die Einzelheiten sind hier nicht von Belang, aber das Erstarken der deutschen Macht, gepaart mit einer zunehmenden deutschen Unsicherheit, führte zum Ersten Weltkrieg – einem Konflikt, der zur Zerschlagung Deutschland und in eine wirtschaftliche Depression führte, die bis in die 1920er Jahre andauerte. Bis Hitler auftauchte und Deutschland aus Wut auf das übrige Europa und aus einem Gefühl der Opferrolle heraus wiedervereinigte. 

Abermals wurde Europa durch die außergewöhnliche Macht Deutschlands in Angst und Schrecken versetzt. Innerhalb weniger Jahre hatte es sich von einem Krüppel zu einem Wirtschafts- und Militärwunder entwickelt.

Ausbund des Wahnsinns

Der Zweite Weltkrieg war ein deutscher „Wiedergutmachungskrieg“ – ein Krieg, der die deutsche Vorherrschaft in Europa wiederherstellen sollte, die Deutschland 1913 fast erreicht hatte. Aber dieses Mal wurde Deutschland von einer europäischen Macht, die in europäischen Begriffen verstanden werden konnte, zu einem Ausbund des Wahnsinns: Europa konnte mit normalen Begriffen verstanden werden; die Deutschen aber machten sich ein abnormales Verständnis von Europa zu eigen, in dem die Juden angeblich sowohl den Kommunismus als auch den Kapitalismus kontrollierten und einen inneren Feind darstellten, mit dem es keinen Frieden geben konnte.

Die Nazis glaubten, Europa könne nur durch einen totalen Krieg gegen die Verschwörer gesäubert werden. Deutschland hatte sich ein Ziel gesetzt, das nicht erreicht werden konnte – so dass es sich in einen Krieg gegen ganz Europa stürzte und in einem letzten Akt des Wahnsinns auch gegen die Vereinigten Staaten. Es führte einen Krieg, den es ohne mystische Kräfte (die nur in der deutschen Phantasie existierten) nicht gewinnen konnte.

Deutschland ist vom Krieg zum Scheitern zu einem weiteren Krieg und zu einem weiteren Scheitern vorangeschritten. Vielleicht hätte es den Zweiten Weltkrieg sogar gewonnen, wenn es mit Vernunft und Klugheit gehandelt hätte. Aber seine Begierden waren so extrem wie sein Wahnsinn. Als die Deutschen 1945 aus ihrem Wahnsinn erwachten, wurde ihnen klar, was sie sich vor allem selbst angetan hatten. Wie ein Junkie war das Land an seinem Tiefpunkt angelangt und stand vor der Wahl zwischen dem Tod und dem Entzug.

Adenauer führte den Vorsitz über Letzteres, und Merkel führte den Vorsitz über die Fortentwicklung eines Wirtschaftswunders, welches so unwahrscheinlich war, dass man die Gebrüder Grimm als Urheber hätte vermuten können. Und wieder einmal versuchte Deutschland, Europa zu einer „deutschen Welt“ zusammenzuführen, diesmal mit dem Eifer der Europäer und ohne Bosheit.

Zweifel am europäischen Selbstverständnis

Doch in den letzten Jahren von Merkels Herrschaft geriet die Vorstellung ins Wanken, dass ganz Europa einfach eine Einheit mit gemeinsamen Wünschen und Werten ist, die sich für Frieden und Wohlstand einsetzt. Das Jahr 2008 warf die Frage auf, wie verlässlich die Vorstellung von immerwährendem Wohlstand überhaupt ist. Und mit der Migrationskrise kamen dann auch Zweifel an der Vorstellung von ewigem Frieden auf. Die Verbitterung über die Einwanderer (und über die Mächte, die die Migration befördert hatten) trübte das Bild von einer gemeinsamen europäischen Identität ganz erheblich. 

Ja, Europa hatte den Frieden erreicht – aber nur, wenn der Balkan nicht als Teil Europas betrachtet wurde. Etwa 100.000 Menschen sollen in diesem Krieg gestorben sein. Die EU aber betrieb angesichts der Realität wenig mehr als eine Selbstvergewisserung ihrer eigenen Rechtschaffenheit. Als Großbritannien die Union verließ, versuchte die EU, dies zu verharmlosen.

Wie ist Deutschland im Kontext eines geeinten und vereinten Europas zu sehen? Es nimmt seine wirtschaftliche Vormachtstellung wieder auf, verzichtet auf ein bedeutendes Militär und gibt seine schlechten Gewohnheiten zugunsten von etwas Tugendhafterem auf. Aber die EU steht unter enormem Druck, weil ihre einzelnen Mitglieder unterschiedliche Interessen haben. Deutschland will Italien nicht mitnehmen, es will die polnischen Ängste vor russischen Pipelines nicht zerstreuen – und bei Lichte besehen schätzt es weder die Bedeutung Frankreichs noch die Bedeutung Großbritanniens.

Der sichere Raum, den Deutschland in Form der EU mit aufbauen wollte, franst aus. Nicht genug, um tiefe deutsche Ängste auszulösen. Aber genug, um deutsche Irritationen hervorzurufen.

Was passiert, wenn die Union zerbricht?

Die Zukunft Deutschlands hängt von der Zukunft der EU ab. Wenn die EU auseinanderfällt, wird Deutschland zwar nicht zusammenbrechen. Im Gegenteil: Es wird keine andere Wahl haben, als seine Ängste zu schüren und seine Kräfte zu vergrößern. Aber ein ängstliches und starkes Deutschland ist etwas, das in ferner (oder gar nicht so ferner) Zukunft Europa zu einem anderen Ort machen kann. Die EU war aus deutscher Perspektive vor allem dazu gedacht, die Geschichte in seliger Behaglichkeit zu beenden. Aber was passiert, wenn die Union zerbricht und weitere Länder aus ihr austreten oder sich nicht mehr unterordnen?

Merkel hat die EU in einer Zeit, in der sie zu zersplittern begann, gut geführt. Die EU will nicht scheitern, und Merkel hat gut daran getan, zu vermeiden, was nicht gewollt war. Jetzt ist diese Ära vorbei – und Merkel als Wahrzeichen dieser Ära ist ebenfalls bald weg. In der neuen Periode wird es darum gehen, die widersprüchlichen Bedürfnisse der Nationen innerhalb der EU zu befriedigen. Dies wird den Einsatz der deutschen Macht erfordern, denn Deutschland ist das wirtschaftliche Herz der EU. 

Deutschland hat sich davor gefürchtet, seine sorgfältig wiederbelebte Macht auszuüben. In gewisser Weise ist die Situation also beinahe schon besorgniserregend, denn es herrscht die allgemeine Überzeugung, dass Deutschland es schon schaffen wird. Merkel hat eine neue Dimension des deutschen Selbstbewusstseins erzeugt. Aber in der Vergangenheit konnte Deutschland mit seiner Macht stets besser umgehen als mit seinem Selbstbewusstsein.

In Kooperation mit

GPF

Karl-Heinz Weiß | Fr, 1. Oktober 2021 - 17:11

Das ist eine sehr interessante Analyse der langen Linien deutscher Politik-aber leider von außen. Frau Merkel hat die Deutschen keineswegs zur Einheit geführt-ganz im Gegenteil: Siehe die feste AfD-Verankerung in den neuen Ländern. Und der Brexit hat seinen Ursprung in 2015-unkontrollierte Grenzöffnungen mögen die Engländer seit 1066 nicht mehr. Das hätte eine europäisch denkende Politikerin von Format wissen müssen.

... die es nicht einmal fertig bringt, größere Fehler (ich sag nur "Wir schaffen das!") einzugestehen und demokratische Wahlen (aus Eigennutz) rückgängig zu machen.
Man sollte solchen Menschen deutlich mehr auf die Finger schauen ...

Enka Hein | Fr, 1. Oktober 2021 - 17:23

..wenn die EU zerbricht. Ganz einfach.
Dann starten wir wieder da wo wir mal waren. Einer EWG.
Ein Verbund von Nationalstaaten. So wie es die Gründungsväter imitiert hatten. Danach haben Parteien es an die Wand gefahren. Mit jeder EU Wahl wurden die "führenden Nullen" in Brüssel mehr.
Ein Wort zu Merkel. Für mich der schlechteste Kanzler seit 45. Ihre von der Presse immer wieder "positiv" genannten Attribute hat sie mit deutschem Steuergeld gekauft. Alle Arbeitnehmer um uns herum geht's stellenweise besser. Früher in Rente, mehr Eigentum, günstige Energie, sichere Straßen mit weniger Kriminalität und und und.
Also die Lobhudelei ist völlig fehl am Platz.
Soll die EU zerfallen. Dann besinnt man sich endlich Mal wieder auf das Wesentliche.
Der eigene Steuerzahler first.
Diejenigen die unser Geld nehmen praktizieren das seit Jahrzehnten.

Enka Hein | Fr, 1. Oktober 2021 - 18:37

In reply to by Enka Hein

.. soll's heißen.
Imitiert haben die nix. Die hatten es noch drauf.

Dieter Schimanek | Fr, 1. Oktober 2021 - 17:29

Von der Ära Merkel habe ich eine völlig andere Wahrnehmung zum negativen. Wenn die EU zerbricht dürfen wir Merkels Bürgschaften bezahlen. Wahrscheinlicher ist, dass wir wieder mit 40 DM neu anfangen. Etwas positives gibt es dann aber auch, 30 000 unfähige Brüsseler müssen sich einen neuen Job suchen.

Mich stört am Autor auch wie der einfach etwas als gewollt darstellt, was so gar nie (gemeinsam schon gar nicht) beschlossen worden ist:
Zitat:"
Doch in den letzten Jahren von Merkels Herrschaft geriet die Vorstellung ins Wanken, dass ganz Europa einfach eine Einheit mit gemeinsamen Wünschen und Werten ist"

Die Historie der EU belegt, dass es sich primär um ein Wirtschaftsbündnis, mit dem Ziel des Friedenserhalts handelt (zw. F u. D).

Im Laufe der Zeit haben die bestbezahlten 30.000 Eurokraten dann aber immer neue Ideen u. Ziele (sie nenne es jetzt Werte leben) in diese EWG/EU gepresst.

Das als gewollt so einfach 1:1 darzustellen ist Geschichtsklitterung, oder auch Framing.

Der Cicero möge doch bitte mit dieser Lobhudelei auf Merkel aufhören.
Das ist ja echt schlimm was einem hier angeboten wird.

zeigt noch immer erhebliche Lücken! Stattdessen verbreiten Sie angelesene Halbwahrheiten, mit denen Sie Ihre Vorurteile unterfüttern!
Zu Ihrer Aufklärung: Zu den 30.000 "bestbezahlten" Eurokraten, die nicht nur in Brüssel, sondern auch in Luxemburg und anderen Städten arbeiten, gehören zahlreiche kleine Sekretärinnen und Angestellte mit Zeitverträgen.
Im Übrigen hat die Stadt München alleine mehr als 38.000 Beschäftigte.

EU-Bedienstete können nicht nach Lust und Laune neue "Ziele" erfinden, wie Sie zu wissen glauben, sondern sind an Verträge gebunden bzw. daran, auf was sich die Staatschefs einigen.
Und das Schengen-Abkommen, kleiner Nachtrag, regelt nicht die Außengrenzen, sondern die Aufhebung der Grenzkontrollen nach innen! Wie ich schon mal schrieb: So etwas lernt man im 9. Schuljahr!
Aber natürlich ist bei der EU so einiges reformbedürftig!

Weiter: Sie möchten nicht, dass Autoren auch Positives über Merkel schreiben?
Sondern nur AfD-Überzeugung verbreiten?
Schwach!!!

Markus Michaelis | Fr, 1. Oktober 2021 - 17:45

Deutschland, die EU heute, Merkel, zum großen Teil das Thema Migration stehen für die universellen Werte und die EINE Menschheit (die zufällig alle ziemlich deutsch sind und denken - zumindest aus deutscher Sicht, daher ist z.B. unser GG soetwas universell Einzigartiges).

Ansprüche, Ziele, Werte in Bezug auf die ganze Welt zu formulieren ist tief deutsch und kaum wegzudenken.

Aber die Geschichte steht nie still und ist unvorhersehbar. Migration und ein starkes Desinteresse der Welt an deutschen Weltrettungsversuchen könnten den deutschen Blick in Zukunft auch auf Deutschland lenken und wie man hier einige Dinge zum Laufen bekommt.

Das war jetzt etwas zynisch.

...wird der "Deutsche Sonderweg" genannt.
Immer noch 'ne Schippe drauf u. immer den anderen zeigen wir können es noch besser.

Dass das schon lange nicht mehr zutrifft, wird so ganz langsam bemerkt.
Verändert wird aber noch nix.
Man holt weiter "Facharbeiter", die nicht wissen was ein ABC ist, aus allen ecken der Welt (unter dem Deckmantel Asyl u. Humanität) ins Land...soll ja schön bunt werden.

Dafür Hat Merkel auch gesorgt u. das war ihr schlimmster Fehler.

EINE Menschheit gibt es nicht (nur theoretisch) u. die Weltverbesserungsmanien der sogn. Eliten u. der für sie agierenden NGOs (die Erstgenannten machen sich ja nicht die Hände schmutzig) sind einfach nur dumm u. naiv.

Ingo Kampf | Fr, 1. Oktober 2021 - 17:47

Deutschland verzichtet, wie die NL vor dem WW II auf ein starkes Militär. Ohne Nuklearwaffen wäre wir sowieso schnell zu schlagen und unsere Verbündeten würden Deutschland zu einer Wüste umgestalten. Dann lieber große Wirtschaftsmacht und guter Lebensstandard. Die Demografie zwingt Deutschland zur Demut.
Der ClubMed zieht Geld aus Deutschland ab - aber Krieg wäre teurer. Man wird heute keine jungen Männer in Masse finden, die Krieg auf eigene Knochen wollen. Unsere Zukunft ist so schlecht nicht, wenn wir nicht ersatzweise Klima-Weltmacht oder Moralweltmacht werden wollen.
Gutes Mittelmaß reicht um gut zu leben. Gelöst werden muß die Armutsmigration, wie in Dänemark. Die nächste Generation ist so zu Egoismus erzogen, daß sie das tun wird. Ein wenig mehr Einfluß in Brüssel zu gewinnen, wäre auch nicht schlecht. Einfach mal das Portemonnaie zu halten - aber nicht mit Aggressivität!

Bernd Muhlack | Fr, 1. Oktober 2021 - 18:09

"Adenauer leitete die Erlösung der deutschen Seele ein, indem er die Verantwortung für den Holocaust anerkannte – aber zugleich sicherstellte, dass dieser Massenmord nicht das letzte Wort war, das über D
gesprochen wurde. Er veränderte die Realität und die Wahrnehmung D als Inkarnation des Bösen hin zu einer Nation ..."

"So ist es auch mit Merkel, unter deren Führung D
wieder zur mächtigsten Nation des Kontinents wurde. Aber sie war weniger ein Hirte als vielmehr ein Passagier auf einer Reise."

Ich greife vorab diese beiden Sätze heraus.
"Verantwortung für den Holocaust"-
"Passagier auf einer Reise"-

Trefflich formuliert!
Ich werde diesen Artikel mehrmals lesen 👍

Dieses Mal ein mMn gutes Bild der Kanzlerin!
Das erinnert mich an das Görres-Denkmal in den Koblenzer Rheinanlagen: genau dieselbe Haltung!
Damals schossen die US-Boys just for fun von der anderen Rheinseite darauf - das Denkmal steht noch - mit "Narben"!

Denkmäler? - Denkmale?
Wie gendert man das?
Erinnerungsskulpturen?

Heidemarie Heim | Fr, 1. Oktober 2021 - 18:34

Doch die Begriffe MACHT, FÜHR(er)UNG und NATIONALES Selbstbewusstsein stehen m.E. schon seit einigen Jahren nicht nicht mehr besonders hoch im Kurs werter Herr Friedman! Man hat als kritische Bürgerin Deutschlands auch hinsichtlich der EU, wohlgemerkt nicht Europa!, ebenfalls das Gefühl, dass der salopp ausgedrückt ganze Laden nur noch von Geld, Subventionen und nicht zuletzt von einer Währung sowie der bei Bedarf äußerst großzügigen Auslegung entgegen eigener Vertragsregelwerke und Bestimmungen zusammen gehalten wird. Doch eine Kritik daran sollte man sich wie erwähnt besser verkneifen! Denn auch in unserer so maßgeblichen und zentralen Wirtschaftsmacht ist es am Bröseln. Wir haben zwar das umfassendste und wohl auch teuerste Sozialsystem, aber auch die niedrigste Wohneigentumsrate, die höchsten, in näherer Zukunft wahrscheinlich die weltweit höchsten Energiepreise sowie eine marode und in weiten Teilen nicht vorhandene digitale Infrastruktur, usw.
Da bekommt Ihr Bild Risse. MfG

Sabine Lehmann | Fr, 1. Oktober 2021 - 20:27

Eine Zäsur? Sicher, längst überfällig, wenn nicht gar schon zu spät. In Brüssel hört man das Auf- und Durchatmen fast schon bis Berlin.
Wer glaubt, diese Frau sei irgendwo beliebt gewesen, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann. All die vielen Klatschhasen mögen ihre Gründe für ihre Gefolgschaft gehabt haben, aber Anerkennung und Respekt waren es ganz sicher nicht. Es gab in der Geschichte noch nie eine Person, die medial und politisch so überschätzt und schön geredet wurde, wie Merkel. Vermutlich konnten sich die vielen betroffenen Protagonisten und Schreiberlinge gar nicht vorstellen, dass da wo man faktisch nichts sieht und hört, auch wirklich n i c h t s ist. So hat man halt 16 Jahre lang in nebulöse, hohle und inhaltsleere Phrasen und rhetorische Unfälle eine geheime Genialität hineingeschrieben, hinein interpretiert, man hätte meinen können, Grimms Märchen wären wieder auferstanden. Das große Nichts wurde mit Inhalt gefüllt, weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte.

Tomas Poth | Fr, 1. Oktober 2021 - 22:52

„Ich wollte es wäre Nacht und die Preußen kämen.“
Preussen, später Deutschland war den Engländern dann recht wenn die Machtbalance auf dem Kontinent hergestellt werden konnte. Weder Russland, Frankreich noch das späte Deutschland durfte die Machtinteressen Englands gefährden.
Es ist diese angelsächsische Machtpolitik, als eine der Ursachen anzusehen, die WKI und WKII mit verursacht haben. Die USA als Nachfolger dieser Politik und als „Special Buddys“ von UK setzen auf ihre Weise diese Politik fort.
Merkel ist nur eine Randnotiz ohne Kompass in diesem Spiel. Wirtschaftlich dominiert Deutschland die EU, es sollte sich vielleicht nicht scheuen dies auch militärisch zu untermalen.

1) Deutschland soll seine wirtschaftliche Dominanz in der EU militärisch "untermalen"? Was genau bedeutet das? Militärische Dominanz?

2) Möchten Sie ausführen, inwiefern die britische balance of power-Politik eine der Ursachen für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war oder haken wir das ab unter der Rubrik Geschichtsrevisionismus?

zu 1)
eine Bundeswehr die in der Lage ist ihren verfassungsgemäßen Auftrag durchzuführen, dazu gehört dann wohl auch ein eigenes Abschreckungspotential.
zu 2)
Lesen Sie Geschichte der letzten 200 Jahre, von vielen unterschiedlichen Autoren. Wenn Sie zu zu anderen Einschätzungen kommen als ich … das steht Ihnen doch frei. Schönen Sonntag.

Brigitte Simon | Sa, 2. Oktober 2021 - 01:09

Aber nicht als Alphatier. Sechzehn lange Jahre wartete ich auf diesen Tag X gleich Nix.

Was hinterläßt uns Merkel? Ein kaputtes deutsches Heimatland seiner Identität beraubt. Eine Kultur , die uns die eventuelle Bundestagsspräsidentin, die in Deutschland geborene Türkin und Politikerin (SPD) Aydan Özoguz abspricht, diese verleugnet?!

Wie wird wohl Frau Merkel als Bundeskanzlerin ver-abschiedet werden? Werden viele Krokodilstränen
aus den Reihen der ehemaligen Volkspartei CDU/CSU fließen?

Christoph Kuhlmann | Sa, 2. Oktober 2021 - 05:06

Deutzschland gibt es seit 962 - "Heiliges römisches Reich deutscher Nation". Otto I wird 962 zum ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; Franz II gibt 1806 den Titel auf, der völlig bedeutungslos geworden ist. - Gemeinhin wird die Schlacht auf dem Lechfeld 955 als Gründungsdatum Deutschlands angesehen, dass ohne die Einfälle der Ungarn, die 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld besiegt wurden, wohl wieder in seine Stammesherzogtümer zerfallen wäre. Insofern ist eine zentrale Rolle in Europa für das deutsche Bewusstsein nichts neues. Auch wenn diese spätestens im dreißigjährigen Krieg verloren ging. Ob Merkel eine Zäsur darstellt odder nicht wird doe Zukunft erweisen. Ich würde es dann auch nicht an Merkel festmachen. Die EU hat sich überdehnt und man wird sehen wer dabeibleibt und wer nicht. Möglicherweise würde es Deutschland und anderen ganz gut tun, die EU auf die Kernstaaten zurück zu führen. Wenn ich England sehe bezweifle ich allerdings die Weisheit dieser These.

Nicht nur die Infos die eigtl. alle kennen sollten, sondern auch die nüchterne Art der Faktenlegung. So stimme ich auch der überdehnten EU absolut zu.

Es gibt dort (u. nicht nur dort, s. Bsp. unser zu großer B-Tag) aber leider das Problem, dass sich niemand findet der daran etwas ändert.

Die "Aufgeblähten/Überdehnten" haben es verstanden dafür Sorge zu tragen, dass es für sie quasi keinerlei Regulierung, oder Aufsicht gibt.

Wenn man sich ansieht wie gerade die EU-Kommission (ausgerechnet in Person der Deutschen UvdL) versucht sämtl. höchsten Nationalgerichte (VerfG) zu entmachten u. den EuGH über alle Gerichte stellen will, dem muss Angst u. Bange werden.

Was für eine EU wird das werden wenn all die Aspiranten der Ost-Länder es erst geschafft haben. Dagegen sind Ungarn u. Polen Musterschüler.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 2. Oktober 2021 - 11:39

die Herr Friedman in seiner Analyse auftut.
Er versteckt sie ein bisschen zu sehr hinter einer Märchensammlung über Merkel.
Nur ein Punkt herausgegriffen, Schröder führte die Bundesrepublik zur führenden Wirtschaftsmacht in Europa.
Das wäre ihm wahrscheinlich auch politisch gelungen, aber nein, Schröder blieb ein unvollendeter Großer.
Alle weiteren Punkte, die Herr Friedman behandelt, werden ihre "Brisanz" nicht verlieren und können sicherlich auch diskutiert werden, wenn diese Lobhudeleien endlich verstummen.
Das hat Herr Friedman hoffentlich in den letzten jahren verstanden, es geht nicht um Merkel, es geht um Politik im Sinne einer internationalen Balance, die niemanden künstlich kleinhält, dafür andere künstlich hochstilisiert.
Man kann keinen Algorithmus über die Welt legen.
Leider versuchen es immer mal wieder, Gott sei Dank Wenige.
"Es schläft ein Lied in allen Dingen..."
Ich habe noch nicht festgestellt, ob Herr Friedman musikalisch ist.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 2. Oktober 2021 - 12:03

schreiben Sie Herr Friedman und das ist inzwischen auch gut so. Nein, ich bin nicht gegen Europa. Ich bin aber ein Gegner der Vereinigten Europäischen Staaten das durch einen Verein namens Europäische Union gnadenlos gegen die Interessen der ihr zugehörigen Nationen deren Völkern übergestülpt werden soll. Wir brauchen keinen wie auch immer gearteten europäischen Herscher. In einem widerspreche ich Ihnen vehement, wenn Sie schreiben: "Die Zukunft Deutschlands hängt von der Zukunft der EU ab." Falsch. Die EU hängt von der Zukunft Deutschlands ab. Merkels Macht und Einfluss beruht auf zwei Dingen. Die Aufrechterhaltung des Schuldkultes im eigenen Land und damit verbunden, ihre innenpolitische Entkernung konservativen Denkens und dem Stillstand deutscher Politik. Zweitens an der Fähigkeit, deutsches Steuergeld in bestechlicher Weise für Zustimmung und Stillhalten anderer Staaten zum Erhalt dieses ill. Konstruktes auszugeben. Einfach zurück zur EG/EWG und nochmal neu. Diesmal mit dem Volk.

Ihre Sicht ist die einzig reale, die ich auf Grund dessen mit Ihren teile.
Ich hoffe auf ein b a l d i g e s Ende mit Schrecken der EU; denn nur danach wird ein Neu-Anfang für alle europäischen Staaten möglich.
Diesmal - hoffentlich - vernünftig!

W.D. Hohe | Sa, 2. Oktober 2021 - 12:43

das "gebärt" @Frau Lehmann
Ernährt sich mit und von allem was an und unter der Oberfläche treibt.
Durch Frau Merkel ist es an die Oberfläche geraten.
Sichtbar, identifizierbar geworden
Wer hat es - Gattung Politische Findelkinder - ausgesetzt ?
Schon Cleopatra verwechselte einst ein solches "Wesen" an ihrem Busen mit einem Kuscheltier.

Entschuldigung, aber das Geheimnis Ihrer blumenreichen Metaphern will sich mir beim besten Willen nicht erschließen. Und was um Himmels Willen soll ich -oder wer auch immer- bitte schön „gebären“? Fortpflanzungsfragen pflege ich im übrigen auch normalerweise nicht in Internetforen zu besprechen, bei aller Liebe.

Juliana Keppelen | Sa, 2. Oktober 2021 - 16:55

dass es einen Adenauer gab der uns mental von irgendwas befreit hat und es Frau Merkel gab/gibt die und von irgendwas zu ungeahnten Höhen geführt hat. Dazwischen waren wir offenbar ein großes dumpfes, tristes, schwarzes Loch und unsere politischen Vertreter (Erhard, Brandt, Schmitt, Kohl, Schröder)nur Randfiguren. Bis Frau Merkel kam und Deutschland, die EU und die Welt rettete. (Kann sein, dass ein bisschen Ironie mitschwingt aber anders läßt sich dieses Geschwurbel im Artikel nicht erklären).