Friedrich Merz
Kanzler im Stimmungstief / picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Herbst der Resignation - Gefährliche Politik ohne Bodenhaftung

Während die deutsche Wirtschaft immer schlechtere Zahlen vermeldet, übt sich die Bundesregierung in guter Laune. Dabei steht Friedrich Merz nicht die miese Stimmung, sondern einzig die Realität im Weg.

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Autoreninfo

Wolfgang Kubicki ist stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender und war Bundestagsvizepräsident. (Foto: dpa)

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In der Bild war am Donnerstag zu lesen, der Kanzler sei unzufrieden mit der Kritik, die aus der Wirtschaft an ihm geübt wird. Und in der Vorwoche soll er seine Fraktion ermahnt haben, sich mit Kritik an Lars Klingbeil zurückzuhalten, da dieser etwas „sensibel“ sei. 

Das sind für sich genommen schon befremdliche Nachrichten. Aber während sich die Anführer unseres Landes in dieser neuen Zartheit probieren, vermelden die Maschinen- und Anlagenbauer einen Auftragsrückgang im August um 7 Prozent. Das Ifo-Institut veröffentlichte am Donnerstag eine Studie, die zudem noch einmal eindrücklich vor Augen führt, wie die unter Druck geratene Industrie das gesamte Wirtschaftswachstum ausbremst. Nach Jahren der Rezession wird der Aufschwung weiter verschoben. Niemand erwartet ernsthaft mehr als ein zaghaftes Wachstum unserer Wirtschaft – wenn überhaupt.

Mehr gute Laune wagen

Und was macht unsere Bundesregierung angesichts dieser Lage? Der Vizekanzler hatte in der Kabinettsklausur die Laune als „Hauptgegner“ ausgemacht. Die „negativistische Haltung“ sei das Problem. Man brauche eine neue „Ruck-Rede“, soll angemerkt worden sein. Die Bundesregierung, die den „Herbst der Reformen“ erst verschoben hat, will jetzt die gute Laune verordnen. 

In meiner Verzweiflung über so viel bizarren Realitätsverlust habe ich erklärt, dass die beteiligten Herren meine Laune wirklich gehoben haben – weil ich vor Lachen kaum vom Stuhl gekommen bin. Dabei ist die Lage eigentlich eher zum Weinen.

Offensichtlich halten die Damen und Herren in der Bundesregierung ihr Volk und ihre Wirtschaft für zu wehleidig, um die Genialität der Regierenden zu erkennen. Das erinnert in frapierender Weise an Altkanzler Scholz, der ja auch bis zuletzt den Eindruck zu erwecken versuchte, der letzte Deutsche mit politischem Durchblick zu sein. Ich kann diese realitätsverweigernde Selbstbesessenheit nicht mehr ertragen. Ich empfehle dringend einmal eine kritische Presseschau. Wem angesichts der realpolitischen Gemengelage nicht der Kragen platzt, der hat sich vom gesunden Menschenverstand verabschiedet.

Bürgerverachtender Zynismus

So erfahren wir beispielsweise, dass jetzt geprüft wird, den Pflegegrad 1 abzuschaffen. Dieser wurde einst eingeführt, um durch frühzeitige Unterstützung, etwa bei Demenz, möglichst lange ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu sichern. Niemand sucht sich aus, pflegebedürftig zu sein – dementsprechend ist die natürliche Reaktion auf solche Gedankenspiele, dass man sie kaltschnäuzig und unbarmherzig findet. 

Aber nichts steht im politischen Raum isoliert. Und wenn wir nahezu gleichzeitig erfahren, dass die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2024 11,8 Milliarden Euro an Klimahilfen an andere Länder gezahlt hat, drängt sich der Eindruck bürgerverachtenden Zynismus’ auf. Ein Viertel der gesamten weltweiten Klimahilfen hat die Bundesrepublik seit 2015 geleistet, wie Reuters schon 2023 herausgefunden hat.

Schaut man in die geförderten Einzelprojekte, wie Axel Bojanowski es in der Welt getan hat, braucht man wirklich starke Nerven. 21 Millionen fließen etwa in die „genderverantwortliche Grünflächenentwicklung“ in Ruanda. Ich halte mich an dieser Stelle bewusst zurück und überlasse die Bewertung der Sinnhaftigkeit meinen klugen Leserinnen und Lesern. Keine Zurückhaltung habe ich hingegen mehr in der grundsätzlichen Bewertung solcher Tatsachen. Um es klipp und klar zu sagen: Es ist im höchsten Maße unanständig und verantwortungslos, derartige Summen für internationale Klimahilfen aufzurufen, während man die eigenen Bürger im Angesicht ihrer Pflegebedürftigkeit mit Hilflosigkeit bedroht. Und dabei ist mir natürlich bewusst, dass die Ampel hier mehr als genug davon zu verantworten hat. Es geht aber um die Prioritätensetzung in der Haushaltspolitik. Genau deswegen haben wir uns dem Diktum des damaligen Kanzlers Scholz verweigert.

Gesunde Relation

Dabei ist das Thema wahrlich nicht neu. Wenn ich auf Veranstaltungen gefordert habe, die Entwicklungshilfe Deutschlands auf das Maß der übrigen G7-Staaten zurückzufahren, gab es dafür – unabhängig von der Zusammensetzung des Publikums – fast immer uneingeschränkte Zustimmung. Nicht, weil die Menschen die internationale Verantwortung der Bundesrepublik grundsätzlich infrage stellen. Sondern weil die Bürgerinnen und Bürger die Regierenden gerne daran erinnern, dass diese auch eine Verantwortung gegenüber der eigenen Bevölkerung haben. Beides muss in einer gesunden Relation zueinander stehen. 

Und dabei ist die Rechnung eigentlich recht einfach: Wenn es uns gut geht, können wir auch mehr international leisten. Wenn wir den Karren in den Dreck fahren, können wir irgendwann gar nichts mehr leisten. Deswegen macht es Sinn, angesichts der maroden Struktur in unserem Verkehrswesen und an unseren Schulen sowie der alarmierenden Wirtschaftszahlen die Prioritäten auf die Ertüchtigung unserer Volkswirtschaft und Infrastruktur zu setzen – und eben nicht auf gendergerechte Grünflächenentwicklung in Ruanda.

Versprechen gebrochen

Wenn Lars Klingbeil nicht versteht, dass diese Dinge – der Pflegegrad 1 und die Klimahilfen – in einem Zusammenhang stehen und dass der Frust einen sehr realen, sehr existenziellen Hintergrund hat, sollte er es lieber gleich sein lassen. Mit „Sollen sie doch Kuchen essen!“ auf begründeten Ärger reagieren, endete einst auf dem Schafott. Heutzutage entlädt sich der Frust glücklicherweise zivilisierter an der Wahlurne. 

Auch der Kanzler hat überhaupt keinen Grund zur mimosenhaften Dünnhäutigkeit. Er hat viele Versprechungen gemacht und sie immer wieder gebrochen oder verschoben. Die Lage ist todernst. Alles, was wir an Produktion in unserem Land verlieren, werden wir so schnell nicht wieder ansiedeln können. Das ist die grausame, aber realistische Lage der Dinge – denn wir verlieren gerade eine Menge an Produktion. Wenn dann noch herauskommt, dass das geplante Tariftreuegesetz dazu führen kann, dass deutsche Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen bei öffentlichen Ausschreibungen benachteiligt werden, wundert es mich eher, dass die Wirtschaft noch relativ schonend mit dieser Bundesregierung ins Gericht geht. Die 100-Tage-Schonfrist ist vorbei. Dieser Regierung muss marktwirtschaftlicher Dampf gemacht werden – oder sie richtet sich in bräsiger Selbstgefälligkeit ein. Deutschland hat keine Zeit mehr.


Die Ampel ist gebrochen, weil ein Weitermurksen staatspolitisch unverantwortbar gewesen wäre. Ich hatte Hoffnung, dass wir durch die früheren Neuwahlen ein Jahr für die Konsolidierung des Standorts Deutschland gewinnen. Auch nach unserer Wahlniederlage war diese Hoffnung noch nicht erloschen. Die CDU hat sich programmatisch schwer bei uns bedient. Aber es war eine enttäuschte Hoffnung. Das Jahr ist wirtschaftspolitisch unter Merz genauso verloren wie es unter Scholz der Fall gewesen wäre. Dann hätten Scholz und Habeck auch weiter murksen können.

Mich treibt die Sorge, dass wir weitere Jahre verlieren werden, sehr ernsthaft um. Denn diese Fehlpolitik führt unweigerlich auch zur Beschleunigung der gesellschaftlichen Fliehkräfte. Die Menschen müssen unweigerlich den Eindruck gewinnen, dass Common Sense und gesunder Menschenverstand einen Bogen um Berlin machen. Was natürlich nicht stimmt. Denn Friedrich Merz weiß sehr genau, dass die Luft langsam dünn wird. Und er weiß auch, woran es liegt. Er ist kein moralisierender Prediger wie Robert Habeck und kein zaghafter Griffelspitzer wie Olaf Scholz. Er weiß es besser – davon bin ich überzeugt. Hinkriegen tut er es trotzdem nicht. Und das ist besonders erschütternd.

Merz muss jetzt aufwachen und darf keine falsche Rücksicht mehr auf seine eigenen oder die Sensibilitäten Klingbeils und der SPD nehmen. Es zahlt sich für seine Partei nicht aus – ich weiß, wovon ich rede. Und gegenüber dem Land ist es schlicht unverantwortlich. Um in Klingbeils Sprache zu bleiben: Der Hauptgegner ist nicht die schlechte Laune im Land, Merz und Klingbeils Gegner ist die Wirklichkeit.

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Urban Will | Sa., 4. Oktober 2025 - 09:12

erkenne an, dass Sie so langsam in Fahrt kommen. Aber Ihrem Artikel entnehme ich, dass Sie noch immer die Lösung in Merz und seiner Truppe suchen. Noch immer auf ein Umdenken und anschließendem Umsteuern warten.
Es kann doch nicht sein, dass ein alter Polit-Kempe nicht merkt, dass diese Koalition nicht regierungsfähig im Sinne einer Umkehr des desaströsen Kurses ist, auf dem sich D befindet.
Niemals wird die SPD größere Änderungen im Bereich Soziales, Energie, Klima oder Migration zulassen. Dort, nur noch dort, findet sie d größten Teile ihrer verbliebenen Anhängerschaft.
Und niemals wird der Gockel seinen Thron riskieren, indem er der Bärbel oder dem Lars wirklich Kontra gibt. Merz ist ein Feigling und Lügner, eine für das Land desaströse Kombination. Scholz war nur ein Lügner und Schwächling, hielt aber in gewisser Hinsicht seinen Kurs.
Bitte nehmen Sie sich noch etwas mehr Mut zusammen und fordern endlich den einzig möglichen Kurswechsel: Das Ende der Brandmauer. Ohne Merz.

So etwas ähnliches wollte ich auch schreiben. Danke. Und ja, auch ich haue auf Herr Kubicki nicht mehr weiter mit der Ampelpeitsche ein, er bemüht sich ja redlich. Deshalb noch eine Ergänzung zu Merz, die mir in diesem Artikel fehlt. Da stellt sich unser Lügner der Nation hin und wirft uns allen, insbesondere selbst seinen eigenen Wähler vor, sie sollten nicht so *larmoyant* sein. Dem Volk wirft dieser Mensch also übersetzt ins deutsche tatsächlich vor, weinerlich, sentimental, zu Gefühl voll zu sein. Ist das sein Ernst? 1000nde verlieren ihre Jobs, können ihre Familien nicht mehr ausreichend ernähren, verlieren ihre unbezahlten Häuser, können Verwandte nicht mehr unterstützen, werden Opfer von Straftaten, verlieren durch eine überbordende Kriminalität ihr Leben und Eigentum und da dieser gefühlskalte Mann keine Antwort darauf, man solle sich nicht so anstellen? Bei nur noch 20% Zustimmung? Das hat bei mir eine besondere Stufe der Ablehnung und Abneigung gegen diesen Mann erreicht.

Nun ja, im Gegensatz zu Merkel scheint Kubicki auf Grund seiner
Kolumne im Cicero doch einzusehen, das das Regieren als Teil der Ampel, und deren misslichen Entscheidungen, ein Fehler war ….. und damit diese Zeit sagen wir mal „relativiert“
Was ich nicht verstehe, dass er all diese schweren Fehler drei Jahre mittrug. Er dürfte doch nicht den Schalter seiner politischen Überzeugungen bei Ampeleintritt aus, und bei Ampelende wieder eingeschaltet haben. Tut mir Leid, das kaufe ich ihm nicht ab, zumal er schon Jahrzehnte ein „kantiges Gesicht“ in seinen politischen Ansichten früher & heute in der deutscher Politik war & ist.
Mit bestem Gruß aus der Erfurter Republik

Maria Arenz | Sa., 4. Oktober 2025 - 09:51

der sauertöpfische Sauerländer. Davon bin auch ich überzeugt. Sieht sich aber nicht in der Pflicht, das Bessere auch durchzusetzen. Weil -so habe ich ihn mehrfach verstanden- die Wähler ihm dafür ja kein ausreichend starkes Mandat gegeben haben. Wir sind also sozusagen selber schuld an all den gebrochenen Versprechen und dem Murks, den er als sich breitwilligst zum "Kellner"der rot-grünen Bagage degaradierender Kanzler-Darsteller anrichtet. Mach' er nur so weiter.

Rainer Mrochen | Sa., 4. Oktober 2025 - 10:06

Im "Klammern an die Macht sollte sich der Kanzler sehr ernsthaft überlegen, ob er nicht langsam mal jenseits der Brandmauer Fühlung aufnehmen sollte, bevor die Christdemokratie in Deutschland den Weg in die Splitterpartei geht." Warum eigentlich nicht für linke Politik? Dies sollte er gegenüber den Sozen auch so kommunizieren."Mit diesem Klammern an die Macht, an die Kanzlerschaft, begibt sich F. Merz in die Geiselhaft einer Sozialdemokratie, die nur noch ideologisch geprägt ist. Es fehlt wirklich jedes Verständnis dafür, warum eine Bundesregierung die Augen derart fest und hartnäckig vor der Wirklichkeit der Menschen verschließt." Renommierte Hauptstadtjournalisten wie Gabor Steingart sagen für 2029 eine Bundeskanzlerin Alice Weidel vorher, ich hoffe es tritt früher ein, denn unter den gegebenen Bedingungen sollte man von -Land unter- sprechen. Es ist blanker Zynismus, gepaart mit totaler Ignoranz von schlechter Laune der Bevölkerung zu sprechen um das eigene Versagen zu beschönigen.

Stefan | Sa., 4. Oktober 2025 - 10:09

Das Wort hatte ich vor der Wahl von Friedrich Merz eher im links/grünen Politwesen verortet.
Man lernt eben nie aus.
Offenbar hat man es zudem auch noch mit einem neuen Baron Münchhausen zu tun.

Thomas Veit | Sa., 4. Oktober 2025 - 10:24

"...keine falsche Rücksicht mehr auf seine eigenen oder die Sensibilitäten Klingbeils und der SPD nehmen" darf >> muss er die Brandmauer einreißen und eine Koalition mit der AfD verhandeln. Unter der Prämisse, dass die Union 'freie Hand' in Wirtschafts- und sozialen Fragen bekommt und die AfD im Gegenzug die Migrationsproblematik und die überfällige EU-Reformietung bearbeitet... ... 🤔

>> Jeder könnte zeigen, was er/sie kann. Viel schlimmer als jetzt kann's nicht werden, in diesen o.g. Sachgebieten, mMn - oder?

Dazu fehlt ihm einerseits schlicht die Größe sein Amt verlieren zu können ( wie z.B. Schroder) und andererseits geht es Butland Germany noch zu gut…. In dem es sich immer noch einen Großteil grün linker Wähler leistet, die ein Leben in einem woken Wolkenkuckucksheim als Ziel haben.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Klaus Funke | Sa., 4. Oktober 2025 - 10:40

Ihre Analyse ist goldrichtig, genauso ist der Zustand dieser, ich weigere mich "unserer Regierung" zu sagen. Doch wo ist die Konsequenz, mein Herr Vollblutpolitiker. Mit diesem Merz und diesem Klingbeil samt ihrer Entourage wird es nichts mehr. Wer da noch Hoffnungen hat, ist ein Träumer. Merz sollte schleunigst abtreten, Klingbeil sowieso, der ist für mich ein paar Stufen zu dilettantisch, hätte bei den Krawallmachern bleiben sollen. Was wird Merz übergeben, wenn er tatsächlich die Amtszeit voll durchzieht - ein kaputtes, völlig ruiniertes Land. Nein, der hat in den ersten Monaten seiner Amtszeit schon angezeigt, dass er es nicht kann. Wie hier schon ein User schrieb, Merz ist ein Feigling und ein Lügner. Und zwar: Weil er feig ist, lügt er. Beide Eigenschaften sind für einen Staatsmann letzten Endes tödlich. Wenn man noch was retten will, sollte schleunigst die Brandmauer geschliffen werden, sollten kompetente, tatkräftige Leute das Schiff übernehmen, Leute, die es ehrlich meinen.

Christoph Kuhlmann | Sa., 4. Oktober 2025 - 10:45

SPD und CDU blockieren sich gegenseitig. Es war falsch, die letzten Kernkraftwerke abzuschalten. Wir hätten innerhalb von zwei Jahren 12 preiswerte und Kernenergie mit Versorgungssicherheit gehabt. Die Blockade ging weiter, die AKW wurden ganz schnell unbrauchbar gemacht. Also hohe Energiepreise und Deindustrialisierung. Die SPD ist keine Arbeiterpartei! Im Gegenteil. Zweitens: Entbürokratisierung. Sowohl das Lieferkettengesetz als auch die EU Richtlinien müssen entsprechend ihrer Kosten abgeschafft werden. Solange bis die Wirtschaft wieder wächst. CO2 Bepreisung. Die Co2 Bepreisung entzieht den Verbrauchern nächstes Jahr zweistellige Milliardenbeträge. Ebenso die steigenden Sozialversicherungskosten. Die Exporte schrumpfen, die Binnennachfrage wird durch steigende Abgaben ausgezehrt. Woher soll das Wachstum kommen? Es sind so ganz simple Grundlagenfehler, die uns diese Situation gebracht haben. Hinzu kommt der Ukraine Krieg und die Zölle. ... und sie lernen es nicht.

Christa Wallau | Sa., 4. Oktober 2025 - 11:09

in sich trüge, hätte er längst seinen dämlichen Stolz bzw. seine persönlichen Interessen überwunden und so gehandelt, wie es nach der Wahl in diesem Jahr unbedingt nötig gewesen wäre:
Entweder eine konservative Regierung mit der AfD bilden o d e r sich in einer Minderheitsregierung von dieser die nötigen Stimmen für seit Jahren überfällige, harte u. durchgreifende Reformen liefern lassen.

Stattdessen hat er sich zusammen mit seiner total verkommenen CDU, der minimierten SPD, den Grünen und Linken quasi "eingemauert".

Jetzt ist wieder nur Zeit vergangen, in der faktisch n i c h t s geschah!
Merz kann sich bei jedem Deutschen, der gesunden Menschenverstand besitzt, mit keinem einzige Argument mehr herausreden.
Ihm ist es - davon bin ich überzeugt - völlig egal, wie hart der Aufprall auf dem Boden der Realität sein wird, der auf den Großteil der deutschen Bevölkerung in rasendem Tempo zukommt.
E R war dann jedenfalls mal Kanzler u. hat privat sowieso längst vor- und ausgesorgt!

Robert Hans Stein | Sa., 4. Oktober 2025 - 11:44

Sehr geehrter Herr Kubicki, Respekt einerseits für die klaren Worte. Andernteils, auch ich habe wie wohl die meisten hier im Forum die Hoffnung auf Merz und damit den Glauben an eine Wendung zum Besseren verloren. Der Friedrich hatte es in der Hand; die Chance ist vertan. Dem nimmt niemand noch etwas ab. Die "letzte Patrone" ging daneben. Anders allerdings als zahlreiche Kommentatoren hier erwarte ich auch von der AfD keine Abhilfe. Aus der Opposition lassen sich leicht Versprechungen machen. Hätte sie die Gelegenheit, diese umzusetzen - mit den notwendigen Grausamkeiten gegenüber einem verwöhnten und wohlstandsverwahrlosten Michel - dann wäre sie sehr schnell die Hälfte ihrer Wähler und Unterstützer los. Merz ist wohl dauerhaft verbrannt. Keine Ahnung, woher soie kommen könnte, aber es braucht eine CDU mit mutigem Personal, das endlich bereit ist zur Minderheitsregierung, und Parlamentarier mit Realitätssinn, keine links-grünen Traumtänzer und Geisterfahrer.

Es spricht leider für die mangelnde politische Bildung und Weitsicht auch gebildeter Menschen in der AfD die Rettung zu sehen. Abgesehen von z.T. entsetzlichem Personal ist sie regierungsunerfahren , vielleicht sogar regierungsunfähig. Es ist richtig, in der Opposition kann man fordern, Wasser möge künftig bergauf fließen. Umsetzen muss man nichts.
Die derzeitige Schwäche des Landes resultiert aus einem undurchdringlichen Geflecht von aberwitzigen Gesetzen , angefangen vom Atomausstieg, Sozialgesetzgebung bis hin zum Lieferkettensorgfaltspflichengesetz, dessen Name schon monströs ist. Der Niedergang nahm schon in der 2. Regierung Merkel seinen Anfang und ist ihr Vermächtnis.
Es bräuchte tatsächlich einen mutigen, radikalen Neuanfang. Allein, das hierfür notwendige, mutige und dazu noch kompetente Personal ist nicht vorhanden. Das ist die wahre Tragödie.

Jens Böhme | Sa., 4. Oktober 2025 - 13:31

Immer noch erhält China von Deutschland Entwicklungshilfe. Anscheinend braucht Deutschland keine Hilfe, auch wenn Industrie abwandert und das Schlaraffenland ausgerufen wird, weil man sich auf die Leistungen und die Arbeit der Nachbarstaaten verlässt. Es fehlen Kompass und Eigenverantwortung. Kein Land dieser Erde orientiert sich an Klimagerechtigkeit, weil es Bullshit ist. Die Natur auf Grönland ist z.B. ungerecht, wie die Natur in Ruanda oder in der Lüneburger Heide.

IngoFrank | Sa., 4. Oktober 2025 - 13:33

gebrochenen Wahlversprechen gute Laune, allerdings nur für die Regierung selbst verbreitet.
Für‘s Volk trifft dies allerdings nicht zu. Die haben eine „Wut“ wie sie von den Regierenden betrogen und verraten wurden ……
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Gisela Hachenberg | Sa., 4. Oktober 2025 - 14:51

Wie einige Mitforisten bin auch ich recht angetan von Ihren Kommentaren hier, werter Herr Kubicki, besonders von diesem. Sie schreiben tolle Texte, waren und sind ein guter Politiker, aber leider in der falschen Partei, die wohl ganz langsam verschwindet. Denn was sind magere 3 %, vor allem mit einem drögen Dürr! Sie schreiben noch positiv über Merz. Aber sind Sie wirklich sicher, dass Merz weiß, „dass die Luft langsam dünner wird“?
Ich bin mir da nicht so sicher. Ich glaube, er ist so entrückt und beseelt von seinem Kanzler-Sein, dass er gar nichts mehr merkt. Eben las ich, dass er jetzt wieder die AfD „stellen“ will. Auch hat er vor, wieder vermehrt in die Ostländer zu reisen und dort auftreten will. Ohje, aber da wird er sicher feststellen, dass er dort gar nicht gern gesehen wird. Die Leute dort, noch eher als im Westen, sind immun gegen sein Labern und Zurückrudern, seine Rücksicht auf den „sensiblen“ Lars und die liebe Bärbel. Die sollen endlich liefern, weniger streiten!!!

Ein schöner Kommentar liebe Frau Hachenberg. Ja, der liebste Herr Kubicki.
Ich fand ihn manchmal lustig in "seinen Talkshows, dann ging er mir so richtig auf den Keks.
Was frage ich mich, er ist so "klug", warum setzt er sich nicht fester auf den Stuhl und wirbelt seine FDP in die Öffentlichkeit. Wäre doch eine Idee, eine Unterstützung für die miese, gefährliche Merz-Politik. Auch wenn ich bei der nächsten Wahl als gebürtige CSUlerin die AfD ankreuze, oder doch nicht?
(Die CSU muß die stärkste Partei Bayern bleiben).
Sorgen sie dafür Herr Kubicki, daß die FDP endlich wieder die magische Fünf überspringt. Nicht mit Dürr. Er ist zu dürr. Zu Dürr für die politische Bühne.

Maria Fischer | Sa., 4. Oktober 2025 - 16:06

"Denn diese Fehlpolitik führt unweigerlich auch zur Beschleunigung der gesellschaftlichen Fliehkräfte."

Die Stimmung ist ungemein mies.
Der Druck den der Staat permanent auf den Einzelnen Bürger ausübt, mit immer neuen Steuern, Schulden, mehr Arbeitslosigkeit, mehr sozialen Sprengstoff in Schulen, permanente Belehrungen der Grün/Linken, Zwangsgebühren für einseitige polarisierende Berichterstattung der ÖRR, weniger Sicherheit, weniger Freiheitsradius und Schutzräumen, vor allem für Frauen.
Wie lange geht das gut?
Diese Stimmung hat längst, die eigentlich stabile Mitte erreicht.
Auch die AfD versucht es jedem recht zu machen um in jedem Wählerteich auf Stimmjadt zu gehen.
Auch sie widersprechen sich permanent und leben nur von dem Nein zu den Entscheidungen der anderen.

Sabine Lehmann | Sa., 4. Oktober 2025 - 23:14

Das ganze Leben ist ein Quiz, das wusste schon Hape. Ja und vielleicht sind wir alle hier in Deutschland Kandidaten eines seit zehn Jahren andauernden Quiz. In diesem Quiz gibt es seit 3650 Tagen nur eine einzige alles entscheidende Frage:
WAS soll das?
Ich denke, ich kenne die Antwort. Die würde auch erklären, warum es auch mit Merzel grad so weiter geht wie bisher. Denn in Wahrheit sind Merz & Merkel verheiratet u. zwar schon immer. Alleine schon optisch ein Highlight, fast so wie bei Dick & Doof, wobei das eine Attribut das andere nicht unbedingt ausschließt.
Die beiden sind schon morgens beim Frühstück unerschütterlich optimistisch. Vor meinem geistigen Auge sehe ich sie vor mir, in imaginären weißen Jacken die man nur hinten zumachen kann, verspeisen sie schon zum Frühstück ganze Industriezweige u. unbequeme Zeitgenossen. Nebenbei werden Preise, Lobhudeleien & Gratifikationen gesammelt u. ein Mal die Woche geht’s zum Eheberater;-) Ja, so wird es sein. Komm ich jetz‘ im Fernsehen?

Herrlich. Sie sind wirklich eine Bereicherung für dieses Forum.
Beim ÖRR hauen sie sich gewiss schon die Köpfe darüber ein, wer Sie endlich ins Programm holen darf.
Aber vielleicht irre ich mich auch.

By the way: Haben Sie einen Morgenmantel?

Wer weiß, wer weiß...

Ihnen weiterhin Viel Spaß hier. Denn ohne Humor geht es nicht mehr.

Elisa Laubeth | So., 5. Oktober 2025 - 08:41

Merz erweckte im Wahlkampf den Eindruck eines entschlossenen, effizient agierenden Machers. Das hat ihm viel Zustimmung aus dem verzweifelten Bürgertum gebracht. Es ist wohl der mangelnden Regierungserfahrung von Merz und seiner engeren Umgebung geschuldet, dass das real existierende,lähmende Geflecht von linksgrünen Mechanismen nicht durchschaut hat, zudem war er den geschulten Parteitaktikern der SPD in den Koalitionsverhandlungen unterlegen. Auch innerhalb der CDU sind konservative Reformen nicht unbedingt erwünscht. Wenn man sieht, wie drei der CDU Ministerpräsidenten grün regieren, dann fragt man sich doch: ist das noch CDU oder kann das weg? Merz ist gefesselt. Durch die Merkelianer in der eigenen Partei, die z.T. gendergerechte Rasenflächen in Ruanda und Energiewende auch gut finden, durch eine SPD im Abwärtstaumel und das eigene Ego. Den Mut, lebensnotwendige Reformen mit der eigenen politischen Zukunft zu verknüpfen, den hat er nicht. Das ist tatsächlich zum Weinen.

Dirk Nowotsch | So., 5. Oktober 2025 - 09:22

leider der Größere, hat das alles genau so gewollt und gewählt! Diese Mär von den gebrochenen Wahlversprechen kann ich nicht mehr hören! Wer die Unfähigkeit in Person gewählt hat, hat wissentlich auch die SPD gewählt! Das war schon in der RTL Sendung klar! Man kann zu Weidel stehen, wie man will, aber sie hatte recht! Sie hat genau das, was wir jetzt bekommen haben, umrissen! Man hätte nur sein Gehirn als Wähler einschalten müssen, als Merz immer wieder seinen Abstand zur AFD artig bekundete und trotzdem Prügel von Rotgrün bezogen hat, als er sich schon auf widerliche Art angebiedert hat! Tja, Weidel hat schon Haare auf den Zähnen, aber sie fragte Merz ja, ob er mit diesen Koalitionären etwas zu ändern denkt! Ob er sich durchsetzen könnte! Mehr als Sprechblasen kamen nicht und die deutsche Wirtschaft hat Merz über die Burda und Springerpresse zum Sieger gekürt! Was sollen die jetzt sagen? Wir haben uns eingemischt und uns selber geschadet? Geliefert wie gewählt! Viel Spaß noch!

Brigitte Simon | So., 5. Oktober 2025 - 14:30

Auf was lauert Merkel. Schon wieder heißt es Angela help. Die Medien schreien und schreiben. Wir haben sie wieder. Ihr kennt mich ja.

Das ist kein Zynismus. Nicht für die New York Times. Für sie heißt es tausche Merz für Merkel.