Afd-Parteitag
AfD-Logo hinter Absperrung beim Bundesparteitag in Erfurt / picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Vorschlag für ein Sommerloch-Thema - Die Brandmauer wird bald fallen, und sie muss auch fallen

Die AfD ist keine Nazi-Partei, und die Brandmauer hat ihr vor allem genutzt, findet Gastautor Ludwig von Jagow. Er ist Direktkandidat der Partei Volt für das Berliner Abgeordnetenhaus – und fordert: Die Brandmauer muss weg! Erst das wird den „Zauber“ der AfD eindämmen.

Ludwig von Jagow

Autoreninfo

Ludwig von Jagow ist Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Gewerblicher Rechtsschutz, Datenschutz- und Telemedienrecht, Gesellschafts- und Vereinsrecht sowie Vertriebsrecht. Er ist Direktkandidat der Partei Volt im Wahlkreis 7 des Bezirks Steglitz-Zehlendorf für die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 sowie Kandidat für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf. 

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Es ist allmählich ein Phänomen: Selten war die Stimmung in bundesrepublikanischen Zeiten so aufgeladen, die Diskussionen so gespannt bis emotional wie heute, nicht einmal zur Wiedervereinigung, der Banken-und Währungskrise, der sogenannten Migrationskrise oder Corona war es so. Die Aufregerthemen häufen sich, und dennoch bleibt die Debatte immer wieder bei der nun in die Jahre gekommenen Diskussion über die „Schmuddelpartei“ AfD stehen, die Politik ohnehin, als wäre das Thema nicht allmählich abgestanden und „ausverhandelt“. 

Dass über das Verhältnis zu dieser von vielen als nicht „normal“ bezeichneten Partei immer noch und immer wieder heiß diskutiert, mit Blick auf die vermeintliche Einigkeit über die sogenannte Brandmauer sogar spekuliert wird, nämlich ob und wann sie von wem zum Einsturz gebracht wird, zeigt: Unterhalb öffentlicher Bekundungen und Beschwörungen zur Abgrenzung ist eben nichts „ausverhandelt“, und es liegt ja in der Luft: Sie wird bald fallen, und sie muss auch fallen.

Deutschland hält auch eine AfD in der Regierung aus

Viele, ja eigentlich alle außer den AfD-Anhängern natürlich, warnen: Wehret den Anfängen, die vor fast hundert Jahren den Weg in die Katastrophe wiesen. Betrachten wir diesen sicherlich zulässigen Rückgriff auf die Geschichte einmal bedacht, unaufgeregt: Glauben wir wirklich, dass Deutschland mit seinen weltweit mittlerweile neidvoll betrachteten gefestigten demokratischen und im übrigen auch verfassungsrechtlichen Pfeilern nicht immun genug sein könnte gegen Angriffe oder auch stille Reduktionen des Weltoffenen, Modernen, Rechtsstaatlichen? 

Wir haben ganz eindeutig keine Weimarer Republik mit altem Blut der Restitution und des Revanchismus in den Gliedern des Staates, ganz im Gegenteil: Den Linken, nicht den Konservativen ist wahrlich der Marsch durch die Institutionen gelungen. Nicht nur Landes- oder Bundesgesetze sowie Verfassungen halten für Staatsbedienstete, Gerichte und Bürger wirksames Rüstzeug gegen den befürchteten Sturz bereit. Darauf sollten und können wir vertrauen – in welchem Zustand wären wir, könnten wir das nicht? 

Sicherlich: Eine AfD in Regierungsverantwortung könnte massiv sicht- und hörbare Veränderungen herbeiführen, man lese nur die Programmatik dieser Partei für das im September wählende Sachsen-Anhalt mit „heimischer Architektur“ und auf national gestutztem Unterrichtsstoff. Aber die Demokratie und deren institutionelle Adern lahmlegen? Das geht rechtlich nicht, und im Übrigen will das auch die ganz überwiegende Mehrheit der AfD-Anhänger nicht. Man beweise die gegenteilige Behauptung. 

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Macht vom Volke ausgeht und am Ende nicht von Abgrenzungsbeschlüssen irgendwelcher Parteigremien. Der Autor beteiligt sich seit Kindesbeinen aktiv an lebendiger Parteipolitik, zumindest in der Freizeit, und daran, dass dieser seit 77 Jahren existierende, vor 37 Jahren vergrößerte wunderbare Staat Bundesrepublik in seinen Grundfesten erhalten bleibt, ideologische Übertreibungen so gering wie möglich durchschlagen, Transparenz, Gerechtigkeit, Offenheit und damit deren begrifflichen Geschwister Ehrlichkeit, Mitmenschlichkeit und Toleranz fest stehen, so sehen es auch 95 Prozent unserer Bevölkerung. Woher also diese Panik vor der AfD?  

Unappetitlichkeit ist kein Verfassungsmerkmal

Man müsste mal forschen, wann sich eigentlich der Begriff der „Mitte“ in das parlamentarische Vokabular eingenistet hat, jedenfalls ist er kritisch zu hinterfragen. Unser Grundgesetz lässt eindeutig – mit Schranken – auch radikale, ja auch extreme Willensbildung zu, wer auch immer „extrem“ wie definiert. Das Bild der Parteien der demokratischen Mitte mit den „Rändern“ ist gefährlich, weil es gewichtet: Wer sich von der Mitte zum Rand bewegt, ist nicht mehr so demokratisch oder gar, wie gerne vermutet wird, auf dem Boden des Grundgesetzes stehend. 

Das aber wäre eine relative Demokratie, und die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben es so auch nicht erdacht, sondern Schutzmechanismen gegen Bestrebungen eingebaut, die „darauf angelegt“, somit in ihrem Wesen darauf ausgerichtet sind, unsere demokratische Ordnung mit Gewaltenteilung, Parlamentsvorbehalt etc. zu beseitigen. Selbst wenn man den radikalen Protagonisten der AfD á la Höcke dieses unterstellen würde, ist in der Gesamtpartei weit und breit von einer solchen strukturellen Beseitigungsabsicht nichts zu lesen oder zu hören.

Ja, Höcke, man mag sich kaum mit ihm befassen. Ist es wirklich so, dass die AfD in den letzten Jahren immer extremer geworden ist? Spricht nicht eigentlich schon die Logik eher dafür, dass der Anteil der wirklich bedenklichen Extremisten und deren Einfluss bei parlamentarischer Vergrößerung eher sinkt, nur ihre Bekanntheit in den Medien nicht? Gehen wir wirklich davon aus, dass 20 Prozent der deutschen Bevölkerung extremistisch verirrt und systemablehnend oder -müde ist? Nur dann könnte man von einer steten Progression des Extremistischen ausgehen.

Aber, wird hier eingewandt, der Verfassungsschutz und seine Erkenntnisse und Einstufungen. Wenn die Arbeit der „Ämter“ mit Blick auf die Einstufung als eventuell verbotswürdige Partei so arbeiten wie die Autoren des auf den letzten Metern von der vormaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser in Auftrag gegebenen Gutachtens des Bundesamtes für Verfassungsschutz zur AfD, bleibt dieser Einwand schnell stecken.

Verharmlosung des Nationalsozialismus ist das nicht

Zurück, in gebotener Kürze, zu Höcke: Wenn die Mehrheit der AfD Populismus, Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, völkisches (was ist das eigentlich?) oder gar NS-verherrlichendes Gerede unterstellt, dann muss diese sich aber bei derart handfesten Anwürfen selbst an Wahrheit und Klarheit halten. 

Björn Höcke hat niemals gesagt oder geschrieben, dass das Holocaust-Mahnmal eine Schande sei, das wird ihm aber häufig unterstellt, da müssen wir alle in der Auseinandersetzung sauber bleiben: Er hat in Frage gestellt, ob wir Deutschen uns eigentlich das „Denkmal der Schande“, quasi die steinerne Erinnerung an die dunkelsten Jahre unserer Geschichte, mitten in unsere Hauptstadt stellen müssen, das täten Franzosen, Amerikaner und Engländer ja auch nicht. Das kann man abwegig finden; Verharmlosung oder gar Liebkosung des Nationalsozialismus ist es aber nicht. 

Seine schriftlichen Elaborate, unter anderem das vor acht Jahren verlegte Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ (der Autor hat es sich angetan, mehr Zeitvergeudung geht nicht), glänzen höchstens durch klare, verständliche Sprache, sonst durch Banalitäten, Selbstvergewisserungen, Belehrsamkeit und ja, auch extreme und bisweilen verstörende bis unappetitliche Sentenzen, an keiner Stelle aber Nazi-Propaganda.

Man sollte, gerade angesichts der Monstrosität der NS-Verbrechen, die Kirche im Dorf lassen. Unappetitlichkeit und systemkritische Fabuliererei sind nicht gleich undemokratisch und verfassungsfeindlich, sofern nicht gegen Gesetze, insbesondere im Strafgesetzbuch, verstoßen wird, von denen es heute bereits ausreichende gibt. Bei den Gründer-Grünen Anfang der 1980er Jahre des vorigen Jahrhunderts wimmelte es nur so von Menschen, auch in bedeutenden Parteiämtern, die „das System“ abschaffen wollten, zur Not sogar mit Durchbrechung des staatlichen Gewaltmonopols.

Schaffen wir die Integrationsleistung nicht mehr?

Der Ausspruch von Franz-Josef Strauß hat es in sich: Rechts von der Union dürfe es keine demokratische Partei geben, und tatsächlich ist diese auch die extremen Ränder umfassende Strategie ja lange gelungen. Es war geradezu ein Meisterwerk der seinerzeitigen Parteichefs von CDU und SPD, Adenauer und Schumacher. 

Damals liefen nun wahrlich noch richtige NS-Täter und -Anhänger herum. Diese arrangierten sich selbstverleugnend mit der jungen Demokratie und machten mit, sofern sie nicht ein Strafurteil ereilte, von denen es zu wenige und wenn zu milde gegeben hat, aber: Es gab keine Mitte und keine Ränder, die sich beim Aufbau der jungen Republik – zumindest im Westen – gegenüberstanden. Eine Meisterleistung, die das Prädikat „volksparteiisch“ verdient hat. 

Sicherlich, es waren Zeiten des steten Aufbaus, heute scheint der Wohlstand für alle an seine Grenzen geraten zu sein. Dennoch: Warum schaffen es die heutigen Chefs und Chefinnen der (vormaligen) Volksparteien diese Integrationsleistung nicht? Keine Unterwerfung, keine Anbiederung, aber Gespräch und Verhandlung, unter anderem mittels Entwaffnung der AfD bei ihren himmelschreienden inhaltlichen Schwachstellen und Realitätsverdrehungen. 

Nehmen wir nur ein Thema, das nicht mit Gefühligkeiten wie dem Gendern gemessen wird, sondern ganz einfach mit Zahlen, Wirtschaft, Sozialpolitik, Finanzen. Da gefällt sich die Parteivorsitzende Alice Weidel darin, in Interviews den Journalisten sublim-affektiert vorzuhalten, sie sei ja schließlich Volkswirtin und vormalige Unternehmerin („Verstehen Sie das, was ich sage …?“), um dann im nächsten Satz zu behaupten, unser strukturelles Staatsdefizit lasse sich durch Streichung von Bürgergeld für Asylsuchende und Entwicklungsgeldern im Ausland beheben, wohlgemerkt mit saftigen Steuernachlässen.  

Wenn man sich derartiges anhört, auch zur Sicherheitspolitik, oder die Leugnung massiver Auswirkungen der Industrialisierung auf Umwelt und Klima, kann man nur zum Schluss kommen: Lasst sie auf die Bühne der Verantwortung, sie werden an ihren, dem Populismus geschuldeten Widersprüchen und Unwahrheiten zerrieben werden. Fakten werden sie schnell einholen.

Zusammenarbeit je nach Thema ja, Koalition vielleicht

Es wäre schon lange Zeit gewesen, diese Brandmauer einzustürzen, sie stärkt die AfD statt sie zu schwächen. Sie lässt diese Partei als einen Paria, etwas Besonderes, Ruchlos-Freies neben den „in der Mitte“ in sich gefangenen „Alt-Parteien“ erscheinen und Strahlkraft für Veränderungsängstliche, Verunsicherte, ja auch Systemgegner erzeugen, übrigens auch für eine gehörige Zahl ehemaliger Nichtwähler. 

Die These lautet: Der Fall der Brandmauer wird diesen „Zauber“ der AfD eindämmen und sie bereits 5 Prozentpunkte einbüßen lassen. Es ist nicht lediglich die CDU, die den Mauereinsturz einleiten könnte, wissend, dass sich ihr Chef Friedrich Merz dagegen festgelegt hat. Auch für die SPD wäre es ein heilsamer Coup, viel mehr zu verlieren hat sie ja nicht, und könnte sie für eine Schar ihrer ehemaligen Anhängerschaft zumindest wieder ansprechbar machen.

Die AfD ist keine Nazi-Partei, und es ist ungeheuerlich, dass ein nordrhein-westfälischer Ministerpräsident Wüst das ungestraft sagen darf, während gefeiert wird, dass Höcke für den auch schon in Fußballstadien vernommenen Ruf „Alles für Deutschland“ bestraft wird.

Es muss ja nicht gleich eine Regierungskoalition sein, zumindest aber diese mittlerweile eher albern daherkommenden Diskussionen über Gesetzesinitiativen mit oder durch die AfD hätten dann ein Ende, diese befördern nämlich das Vertrauen in die Stärke unserer Demokratie nicht.

Wer nimmt den ersten Stein aus der Mauer? Sie muss weg, ein schönes Thema für das Sommerloch.

 

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Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 21. Juli 2026 - 16:34

"Zauber der AfD"?
Das kommt vielleicht auf den Standpunkt an.
Vielleicht habe ich einen ungewöhnlichen?
Ich bin keinesfalls der Meinung, jedenfalls jetzt nicht mehr, dass NSDAP´ler alle "Nazis" waren.
Die Entwicklung war für die Konfliktlage der damaligen Zeit evtl. fast folgerichtig.
Es konnte nicht jeder mit den Kommunisten, viele eher in der Jugend.
Die Demokratie tat den evtl. verkrusteten Strukturen des ehemaligen Kaiserreiches ganz gut.
Die Menschen wählten entsprechend "volksverbunden", um es neutral auszudrücken.
Ich hätte nicht gedcht, dass ich das einmal schreiben würde, es gab eine Tendenz zu gesellschaftlichen Parteien, auch mit den Kommunisten und Sozialdemokraten.
Die Problemlage war zu schwierig, um zu schnellen Lösungen zu kommen.
Den Unterschied machte dann die Weltwirtschaftskrise.
In der Folge und vor allem durch den Krieg veränderten sich die Menschen.
Was und wer hätte Deutschland und Millionen Menschen in der Folge retten können?
Nicht noch einmal!
Es muss gehen

Günter Johannsen | Di., 21. Juli 2026 - 18:59

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Bei dieser voranschreitenden LinXen Dominanz mit gewalttätigen Aktionen (Antifa), zu denen jetzt schon von linksfaschistischen "Musikanten" aufgerufen wird, ist Zeit für ein Ende der demokratiefeindlichen Brandmauer. Sonst werden wir bald wieder - wie vor 1989 - unter einer SED/LINKE-Allmachts-Diktatur (die gesichtslose SPD im Schlepptau) leiden! Mit genau diesem Ziel wurde diese abscheuliche Brandmauer errichtet. Wie wir wissen, war der Mauerbau schon vor 1989 der LINKEN liebstes Spiel!
„Ein marxistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert.“ (Alexander Solschenizyn)

Herbert Schultz-Gora | Di., 21. Juli 2026 - 20:56

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Der Begriff "Nazi" ist im Moment mit "Verbrecher" gleichzusetzen. Wenn Nazis aber auch "Menschen" sind, wäre zu fragen, was einen Menschen zum Verbrecher werden läßt.
Derzeit genügt es, ein Mann im wehrfähigen Alter zu sein und einer bestimmten Nationalität anzugehören. Dann wird einem eine Uniform angezogen und man fährt an die "Front" mit dem Auftrag, den "Gegner" zu vernichten... und das Vernichten von Menschen ist ein Verbrechen, derzeit aber en vogue.
Wie Sie die Lage in der Weimarer Republik beschreiben und wie man sich nach dem Kaiserreich ins Extreme hochgeschaukelt hat, finde ich sehr erhellend.
Ich finde die AfD ne "Fehlkonstruktion"... schon der Name taugt nichts, weil er keinen Inhalt hat.
Hätten die Gründer nicht in die Leichtmatrosen-Westerwelle-FDP eintreten und dieser neues Leben einhauchen können...?
Inzwischen gibt es bei der Union und der SPD auch nur noch Leichtmatrosen... und Kubicki hat ein Mundwerk wie ein UHRWERK, aber politische gelebte Standfestigkeit...?

Dagmar Lubig | Mi., 22. Juli 2026 - 15:06

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

wenn ich bedenke das die NSDAP im Jahre 1933 "nur" 850 000 Mitglieder zählte, die Zahlen stiegen Jahr für Jahr an, und im Jahr 1945 zählte diese Partei an die 9 Millionen Mitglieder, tja, warum wohl?
Überlegen Sie bitte, ob es doch nicht fast alle Nazis waren.

Wolfgang Borchardt | Di., 21. Juli 2026 - 18:00

zu einer einflussreichen Partei der Garant für berufliches Fortkommen, es sei denn, man war und ist so wichtig, dass man sich Parteilosigkeit leisten kann. Andere würden durchaus auch unter Druck gesetzt. Folgerichtig kann aus einer Parteienzugehörigkeit nicht pauschal auf Verbrechertum geschlossen werden. Und diese Brandmauerdiskussion ist längst überflüssig. Wenn der Rechtsstaat noch funktioniert (in Erfurt: AfD-Parteitag hat er funktioniert und für die Polizei gab es verdientermaßen Sonderurlaub), dann funktioniert auch die Demokratie. Und zwar die für alle, nicht "unsere", die Andersdenkende ausgrenzt. Die AfD wird die von den Altparteien verursachten Probleme nicht lösen. Dazu bräuchte es einen Herkules und der ist nicht in Sicht. Aber sie ist nun mal die einzige verbliebene Opposition, die obendrein die Probleme beim Namen nennt. Der Rechtsstaat genügt sich selbst, aber Demokratie braucht Opposition. Demokratie (weil sie so schön ist) will immer von jemandem okkupiert werden.

Harald Escher | Di., 21. Juli 2026 - 18:18

Heimische Architektur als Ziel in der Programmatik der AfD in Sachsen-Anhalt? Großartig! Hab' schon lange auf eine Partei gewartet, die traditionelles Bauen fördert. Von der CDU/CSU war da nie etwas zu hören. Sie wollte es sich wohl - ganz machtbewusst - nicht mit der Architektenzunft und d3m Zeitgeist verscherzen, die immer noch an modernistischen Dogmen der Avantgarde der 1920er Jahre festhält. Derweil wünschen sich sehr viele Menschen eine Abkehr vom ubiquitären Glas, Stahl und Beton...

Architektur ist eben auch immer Spiegelbild des Zeitgeistes - und nicht zuletzt ist in linken/kommunistischen Systemen -bisher zumindest- auch immer die Architektur früher oder später 'erstarrt' - eigentlich im Wortsinne...

>> traditionelles Bauen also..?? 😉

Thomas Veit | Di., 21. Juli 2026 - 18:52

haben ALLE die derzeit und bei diesen Umfragewerten der AfD noch ein bedingungsloses AfD-Verbot auf der Grundlage ihrer eigenen 'Beobachtungen...' fordern aber leider... - im Umkehrschluss dieser Aussage... ...

SIE sind die Demokratiefeinde hierzulande..., die Wanderwitzens und KGE's... ...!! Und die komplette SPD!! (Parteitagsbeschulss!)

"Der neue Faschismus wird nicht sagen: ich bin der Faschismus. Er wird sagen:
ich bin der ANTIFAschismus!
Die Täter-Opfer-Umkehr ist der Kommunisten zweit-liebstes Spiel, wie man auch am von den LinXen ausgehenden Judenhass und der Heroisierung der Mörder-Hamas sehen kann!
Kurt Schumacher (SPD, als die noch demokratisch war!) hatte schon recht:
"Kommunisten sind nur rotlackierte NationalSOZIALISTEN!

Urban Will | Di., 21. Juli 2026 - 19:58

gerade diesen Artikel „angetan“. Für einen schon seit Kindesbeinen in der „lebendigen Parteipolitik“ (gibt es auch eine „tote“?) tätigen Menschen, wie er es ja von sich behauptet, bringt Herr Jagow hier ein Sammelsurium von Binsen und Albernheiten.
Die herablassende Art, mit der er die Aussagen von Weidel, die wohl mehr wirtschaftlichen Sachverstand hat, als er und die nicht nur das fordert, was er hier zitiert, sondern eben genau die Strukturen ändern würde (Steuern, Energiepolitik, und natürlich auch diesen Irrsinn Migration, etc.), die dieses Land derzeit so nach unten ziehen, behandelt, zeigt, dass er nicht viel mehr als Arroganz zu bieten hat.

Das Gerede von der Brandmauer, die bald fallen wird, ist zwar zutreffend, aber langweilig. Selbst die Spatzen haben aufgehört, es vom Dach zu pfeifen.

Und unter der Hand den Blauen doch zu unterstellen, sie wollen das System ändern, aber das System sei stark genug, ist albern.
Wenn etwas systemgefährdend ist, dann der Umgang mit der AfD.

Jens Böhme | Di., 21. Juli 2026 - 23:29

Seit Jahrzehnten regiert in den Ostbundesländern die umbenannte SED mit. Auf die entsprechenden Diktaturen wartet man bis heute.

Ingo Frank | Mi., 22. Juli 2026 - 22:12

Antwort auf von Jens Böhme

SED Schranzen gewählt die naturgemäß immer weniger werden…… Auch war deren Ansatz der „alten noch teils aktiven Garde der SED“ der einen Sozialismus mit menschlichem Anglitz zu formen. Im Gegensatz zu den Westimporten die den Sozialismus reinster Lehre befürworten. Beides nicht „praxistauglich“ Aber in der Umverteilungsgesellschaft und der Planwirtschaft inkl. der Einschränkungen von Meinungsfreiheit und Ausgrenzung und teils Verfolgung Andersdenkender sind wir ganz ohne politische Teilhabe der SED Erben auf Bundesebene ja auch schon ein ganzes Stück voran gekommen. Oder nicht ?
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Markus Michaelis | Di., 21. Juli 2026 - 23:45

Vielen Dank für den Artikel, und neue Gedanken müssen da vielleicht von den Grünen oder hier Volt kommen?

Stimmt, so direkt wird die AfD keinen Nazistaat erreichten. Gefahren bestehen, aber bei anderen Strömungen auch. Ja, die AfD würde sich entzaubern, abgestelltes Asyl bezahlt nicht alle Probleme. Genauso geträumt ist es aber zu glauben, dass die Lösung in mehr Beitrag der Reichen und Superreichen läge - und das ist bis in die Mitte oft anschlussfähig. Ja, auch die AfD wird keine 90% Einigkeit herstellen können, weil die Zeiten nicht so sind. Die AfD sucht Lösungen oft darin festzustellen, dass irgendwelche Migranten zu ungebildet oder kriminell seien. Das ist natürlich zu simpel. Aber zu glauben große Probleme lägen darin begründet, dass die AfD zu rechts und menschenfeindlich wäre, sind mindestens genauso zu simpel.

Danke auch für den Hinweis zu Höckes "Denkmal der Schande".

Markus Michaelis | Di., 21. Juli 2026 - 23:54

Soll in der Summe heißen: die AfD ist nicht die Mutter aller Probleme, sondern mit oder ohne AfD sind der Zusammenhalt und gemeinsame Prio-Setzungen in Gesellschaften ernste Fragen, ohne letzte Antworten. Die "Mitte" hat sich vor sehr vielen Fragen lange gedrückt aus meiner Sicht, alles mögliche einfach als selbstverständlich vorausgesetzt - mehr als ich hier in 1000 Zeichen aufzählen kann. Die Welt verändert sich, diese Gesellschaft verändert sich. Es ist Zeit nachzudenken, über ernste und offene Fragen, und das mit oder ohne AfD.

Eine erste Anregung dazu: was meinen wir mit der so oft beschworenen Weltoffenheit? Ganz offensichtlich mögen wir die AfD nicht, und Xi, und LePen und ziemlich viele andere politische Strömungen mit sehr vielen Menschen dazu auch nicht. Mit Weltoffenheit scheint man oft naiv zu meinen, dass man selber DIE richtige Menschheit vertritt und offen dafür ist, dass alle Menschen das genauso sehen, wie man selber. Die Mitte sollte mehr nachdenken - auch ohne AfD.

Klaus Funke | Mi., 22. Juli 2026 - 09:50

Sachsens MP hat gestern in einem Interview verkündet, dass, wer noch Brandmauen fordere, die Zeichen der Zeit nicht verstanden hätte, und Kretschmer forderte zudem, mit allen Parteien das politische Gespräch zu führen. Mit Links und Rechts. Bums Tralala. Siehe da. Einer hat den Anfang gemacht. Nicht irgendwer, nein, der CDU-Ministerpräsident in Sachsen. "Verdammt", wird man im politischen Berlin fluchen: "Wieder diese Sachsen!" Tja, wir sind nun mal die Vorreiter. So zur Wende, so jetzt. Kretschmer ist nicht unbedingt mein Freund, er ist auch ein Taktierer, aber er spürt wohl, dass er nicht mehr anders kann...