Friedrich Merz bei der Jungen Union
Bundeskanzler Friedrich Merz an diesem Samstag beim Deutschlandtag der Jungen Union in Rust / picture alliance / dpa / Philipp von Ditfurth

Friedrich Merz beim Deutschlandtag der „Jungen Union“ - Zwischen Sound und Wirklichkeit

Vor allem jüngere Abgeordnete der CDU laufen Sturm gegen den aktuellen Gesetzentwurf zur Sicherung des Rentenniveaus. An diesem Samstag kam es mit dem Auftritt von Friedrich Merz bei der Jungen Union zum Showdown. Das Ergebnis lässt staunen.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb ist Cicero-Autor und war Kultus- und Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört der SPD an.

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Mit Spannung war die Rede des Bundeskanzlers auf dem Deutschlandtag der „Jungen Union“ (JU) erwartet worden. Schon seit Tagen rumort es unter den jungen Konservativen. Der Grund: Der aktuelle Gesetzentwurf zur Sicherung des Rentenniveaus soll gegen den Koalitionsvertrag verstoßen und bis 2050 rund 120 Mrd. Euro an zusätzlichen Mehrkosten verursachen. So jedenfalls hat es die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) errechnet. Sie wirft der Union einen „Bruch des Koalitionsvertrags“ vor.

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Jens Böhme | Sa., 15. November 2025 - 16:07

"Deutschlands Öffentlichkeit weiß längst, dass es mit diesem Land nicht so weitergehen kann wie bisher." - Seit 1986 gibt es den Satz von Norbert Blüm:"Die Rente ist sicher." Das ist vierzig Jahre her. Damals hat Blüm diesen Satz nicht gesagt, weil es gerade nichts zu debattieren gegeben hätte. Heisst, seit über vierzig Jahren wartet Deutschland auf den Renten-Supergau. Das erinnert an die täglich Weltuntergangsmeldungen bezüglich Klima, Regenwald und Eisschmelze in Arktis und Antarktis.

In welchem Wolkenkuckucksheim leben Sie? Derzeit kommen zwei Beitragszahler für einen Rentner auf, Tendenz: 1:1! Blüm posaunte diesen ominösen Satz in die Welt, weil schon damals klar war, dass die Demographie ist wie sie ist: es waren schon zu wenige Kinder geboren. Dann kam man auf die irre Idee, mit Zuwanderung das Problem zu lösen. Leider sind die meisten Zuwanderer keine Nettosteuerzahler, sie ziehen wegen überwiegend geringer Qualifikation mehr aus dem System als sie einzahlen. Aber sie werden dereinst Rente beziehen, wenn auch nur eine geringe.
Das System steht vor dem Kollaps, weil demnächst die Steuern für die jetzt schon exorbitanten Zuschüsse einfach fehlen werden. Die Rente ist nicht sicher, schon gar nicht für die jetzt Vierzigjährigen und noch Jüngeren.

Christa Wallau | Sa., 15. November 2025 - 23:23

Antwort auf von Elisa Laubeth

die CDU gewählt, die - bis auf die Ampel-Zeit - i m m e r an der Regierung war?
Wer ist also mitverantwortlich für den Zustand des heutigen
Rentensystems?
Wer hat alles laufen lassen, so als ob es kein Morgen gäbe?
Die - ach so verehrte - Angela Merkel mit ihren Millionen von Verehrern hat die Probleme Deutschlands links liegen gelassen und dafür "grüne" Politik gemacht und deutsches Geld in Europa und aller Welt verplempert.

Und als sich daraufhin eine Oppositionspartei gründete, die AfD, da blökte das ganze blöde Stimmvieh (bis auf diejenigen, die längst wach geworden waren):
mit der Kanzlerin im Chor: "Deutschland ist ein reiches Land. Wir schaffen das!"

Nein, es schafft ganz offensichtlich überhaupt nichts mehr, sondern nur noch
eines:

"Deutschland schafft sich ab" (Thilo Sarrazin)

IngoFrank | Sa., 15. November 2025 - 16:30

der historischen Verantwortung zu begraben …..
Tja der Friderich als Politiker kann er ja reden, lange, ausführlich, rhetorisch I.d.R. ganz gut aber auch …… o h n e nur e i n Wort zu sagen…….Dennoch glaube ich nicht an einen Erfolg des Zwergenaufstandes.
Ein nochmaliges Versagen der Zustimmung der Fraktion, kann sich weder Span und schon gar nicht Merz erlauben. Beide würden von den links grünen Medien geteert und gefedert um danach am Nasenring vom Koalitionspartner durch den BT geführt zu werden. Ne, ne Merz wird die Anführer schon entsprechend „honorieren“ mit passenden Listenplätzen und guten Posten für die spätere politische Karriere…
und alles ist wieder gut und das Merzsche Geeiere und die Führung der Regierung durch die linke SPD wird weiter gehen……. bis zum bitteren Ende, die ich im weiteren Abrutschen der CDU als Einzelpartei betrachtet weit unter die 15%, bzw. auf SED Erben Niveau sehe.
Bei der Union liegt heute die CDU“CSU bereinigt“ schon unter 20% !
MfG a d Erf. Rep.

Urban Will | Sa., 15. November 2025 - 17:34

Welt, redet wirres Zeug von wegen Epochenbruch, irgendwelchen großen Würfen und was weiß ich noch alles. Tut so, als würde er noch immer die Zügel in der Hand halten und das Land nach vorne bringen. Plappert von „Klartext“ in Richtung SPD und zieht den Schwanz ein, wenn Bullshit-Bärbel auch nur böse schaut.
Während die Sozen alles abbügeln, was er vorbringt, demütigen sie ihn obendrein noch täglich. Bis hin zu Vorwürfen, er sei Rassist.

Ich zweifle zusehends am geistigen Zustand unseres Kanzlers.
Sein Auftreten ist fast schon schizzophren.
Das Amt hat diesen Menschen zerstört, aber er klebt an ihm, dass es einen sowohl anwidert als auch mitleidig stimmt.
Aber das Land ist wichtiger als dieser arrogante Geck.
Daher hoffe ich, die Ankündigung d JU, man „bleibe in dieser Frage stehen“, ist ernst gemeint.
Auch wenn sich Merz die fehlenden Stimmen dann von den Linken holt: er ist dann ein komplett Gescheiterter, ein armseliges Würstchen.
Die Union wird dies auf Dauer nicht überleben.

für Ihre bitteren, klaren und wahren Worte.

Es ist unfaßbar, daß sich die meisten Deutschen einen derartigen Lügner und Totalversager wie Merz als Kanzler weiterhin gefallen lassen!
Mich wundert es schon lange nicht mehr, wieso es ausgerechnet in Deutschland
zum fulminanten Aufstieg der Nazis kommen konnte.

Der "Michel" ist empfänglich für Propaganda und hat nicht den Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und ihm zu folgen.
Er fühlt sich am wohlsten in der Menge und tut nichts lieber, als gehorsamer Staatsbürger zu sein.
Diederich Heßling (in Heinrich Manns "Untertan") ist der Prototyp des
eingeborenen Deutschen.

Leider Gottes!

Streng genommen dürfte sich Merz keine Stimmen von der Linken/SED holen, wenn er die Brandmauer ernst nimmt. Außerdem schließt der Koalitionsvertrag ausdrücklich die Zusammenarbeit mit extremistischen Parteien aus. Andererseits hat Merz schon viel versprochen und nichts davon gehalten, und mit den Linken hat er schon bei der Auslöschung der Schuldenbremse geküngelt. Um es mit Goethe zu sagen: "Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

Hans | Sa., 15. November 2025 - 18:06

Weiß doch jeder, dass in der SPD nicht der Vizekanzler, sondern die Sozialministerin „die Hosen anhat“.

Da hilft keine „Männerfreundschaft“!

Elisa Laubeth | Sa., 15. November 2025 - 18:17

Lieber Herr Brodkorb,
es ist zu befürchten, dass Sie noch zu sehr Sozialdemokrat sind um einen nüchternen und realistischen Blick auf die Zukunft Ihrer Partei zu haben. Klingbeil ist ein schwacher Parteivorsitzender mit einer sehr linken Co- Vorsitzenden und einer noch linkeren Fraktion, vom Nachwuchs ganz zu schweigen. Die SPD wird aller Voraussicht nach aus ostdeutschen Parlamenten fliegen,dann geht der Zoff erst richtig los.
Aber auch die strategischen Fähigkeiten des Bundeskanzler überschätzen Sie. Er hat sich seine Kanzlerschaft mit einem unverantwortlichen Manöver gesichert, das war aber keine zukunftsorientierte Strategie, das war Machtpolitik. Merz ist, das wird immer deutlicher, ein Mann von gestern. Er ist in alten Denkmustern verhaftet, ohne jede Phantasie, wie die Zukunft des Landes aussehen könnte und den Herausforderungen schlicht nicht gewachsen. Wie übrigens, bis auf Reiche und Dobrindt, das ganze Kabinett, allen voran die SPD -Ministerinnen und Klingbeil selbst.

Bernd Windisch | Sa., 15. November 2025 - 19:50

Er sagte sogar, man könne sich auf Dauer nicht einmal die bisherigen Bundesausgaben von rund 130 Mrd. Euro für die Rente leisten.

Ihre Aussage ist unterkomplex und töricht:

Der Bundeszuschuss dient der Finanzierung von Leistungen im Rentenrecht, denen keine Beiträge
gegenüberstehen (z. B. vorgezogene abschlagsfreie Altersrenten,
„Mütterrenten“) (nicht beitragsgedeckte Leistungen)
Abfederung struktureller Veränderungen (Arbeitsmarkt - darunter Bergbau, Bundeszuschüsse
Demographie)
Allgemeine Sicherungsfunktion für die Funktions- und Leistungsfähigkeit
der gesetzlichen Rentenversicherung
Übernahme der Beitragszahlung in bestimmten Lebenslagen (z. B.
Kindererziehung für Kinder mit Geburt ab 1992)
Beiträge des Bundes für
Kindererziehungszeiten
Insbesondere Finanzierung einigungsbedingter Leistungen im weitesten
Sinne (Transfers, die von der Rentenversicherung nur abgewickelt werden,
z. B. AAÜG) etc. etc.

Ihre Neiddiskussion ist gerade bei der Rente völlig fehl am Platz.

Maria Arenz | Sa., 15. November 2025 - 20:57

Tut er mir inzwischen leid, wenn ich mir seine immer mehr nach Schmerzensmann aussehende Visage betrachte. Nach 3 Minuten Nachdenken tun ich und das Land mir aber leider. Macht ein Ende, er kann es doch einfach nicht. Wieviel Zeit und Geld von dem "Sondervermögen" sollen den noch an offesichtlich untaugliche Versuche verschwendet werden, so zu tun, als hätten wir eine Regierung? Alles, was er da als Kanzlerdarsteller veranstaltet, hat doch keinen Sinn und keinen Bestand.

Ernst-Günther Konrad | So., 16. November 2025 - 10:26

Sehr wohlwollend ausgedrückt. Ich sage es mal frei heraus. Der Mann lügt, dass sich die Balken biegen. Der bringt es fertig, eben noch nach rechts abzubiegen und sofort eine Kehrtwendung zu machen und das Gegenteil zu sagen und entsprechend gegenteilig zu handeln. Mal sehen, wie lange der *Widerstand* der 18 JU-Bundestagsabgeordneten noch anhält. Nach der Merz Rede will man trotzdem dagegen sein und jetzt, wo der MP-Kandidat Hagel aus BW beispringt, wird nach außen hin *Härte* demonstriert. Ich denke mal, da werden die Rädelsführer in der JU von Spahn mit Pöstchen und anderen Karrierewegen geködert werden und im BT werden dann auch die zustimmen, weil sie ja das große Ganze sehen müssen, wie Merz, der Lügenkanzler verkündet hat. Und das eine SPD nachgibt, um dem Kanzler zu helfen, das kann man getrost vergessen. Ich bleibe bei meiner Einschätzung. Alles großes Schmierentheater, sonst nichts. Merz fällt dahin um, wo ihn die SPD hin haben will. Ins linksideologische Lager.

Ernst-Günther Konrad | So., 16. November 2025 - 10:26

Sehr wohlwollend ausgedrückt. Ich sage es mal frei heraus. Der Mann lügt, dass sich die Balken biegen. Der bringt es fertig, eben noch nach rechts abzubiegen und sofort eine Kehrtwendung zu machen und das Gegenteil zu sagen und entsprechend gegenteilig zu handeln. Mal sehen, wie lange der *Widerstand* der 18 JU-Bundestagsabgeordneten noch anhält. Nach der Merz Rede will man trotzdem dagegen sein und jetzt, wo der MP-Kandidat Hagel aus BW beispringt, wird nach außen hin *Härte* demonstriert. Ich denke mal, da werden die Rädelsführer in der JU von Spahn mit Pöstchen und anderen Karrierewegen geködert werden und im BT werden dann auch die zustimmen, weil sie ja das große Ganze sehen müssen, wie Merz, der Lügenkanzler verkündet hat. Und das eine SPD nachgibt, um dem Kanzler zu helfen, das kann man getrost vergessen. Ich bleibe bei meiner Einschätzung. Alles großes Schmierentheater, sonst nichts. Merz fällt dahin um, wo ihn die SPD hin haben will. Ins linksideologische Lager.

Gisela Hachenberg | So., 16. November 2025 - 14:24

Wie Frau Laubeth, bin auch ich der Meinung, dass Sie zu sehr Sozialdemokrat sind, lieber Herr Brodkorb, wie am Beitrag abzulesen ist. Wenn man andere Kommentare in den verschiedenen Medien liest, kommt man zu einer anderen Sichtweise. Ihre Kolleginnen Moessbauer (Pioneer), Hollstein (Stern), Achterberg (NZZ), sehen das ganz klar anders, nämlich, dass Merz der Verlierer dieses Schaulaufens ist. Sie fragen „ist er naiv, oder“? Ja, er ist sowohl naiv, wie auch arrogant und abgehoben. Diese jungen CDU‘ler waren mal große Fans von ihm. Und jetzt? Nur kleiner Applaus, keine stehenden Ovationen. Die bekam dann aber heute Söder, der natürlich seine Nutzen aus dem sauschlechten Auftreten von Merz ziehen konnte. Aber, wir kennen ihn ja…Und bezüglich „Männerfreundschaft“, hat Klingbeil ja gestern schon knallhart gesagt, dass sich nichts ändern wird am Rentenvorschlag. Und jetzt? „Der Mann, der sich als Führungsfigur empfahl“ schreiben Sie. Sollen wir jetzt bis 2027 auf‘s Ergebnis warten???