Frauenquote - Auswahl statt Wahl

Die Gleichheit der Geschlechter gehört als Grundsubstanz zur liberal verfassten Gesellschaft. Darauf weisen linke und grüne Politiker am Equal Pay Day hin. Aber lässt sich daraus auch das Recht auf die gleiche politische Repräsentanz in den Parlamenten ableiten?

Niedersachsen, Hannover: Ein Schild "Zusätzlicher Fraueneingang" steht an der HDI-Arena.
Geschlechtergerechtigkeit, da schmilzt das Herz und der Blick auf das Grundgesetz verschwimmt, sagt Frank A. Meyer / picture alliance

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

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Wie macht man das – als Mann? Man macht Karriere. An den Frauen vorbei. Und singt dazu das Hohelied des Feminismus. Wie das geht? So: Der Berner Bundesparlamentarier Cédric Wermuth, von 2008 bis 2011 Vorsitzender der Schweizer Jungsozialisten, intoniert seinen Feminismus gern in den höchsten Tönen: „Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern beruht zu einem großen Teil auf strukturellen Diskriminierungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.“ Reumütig bekennt der prominente Politiker: „Wir haben ein größeres Problem mit unserem Konzept von Männlichkeit.“

Mit vollem Einsatz dieser seiner feministischen Männlichkeit fegte Wermuth im Kanton Aargau Yvonne Feri vom Platz, alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, von 2012 bis 2016 Vorsitzende der sozialdemokratischen Frauen der Schweiz. Sie hatte sich – wie er – für eine Kandidatur bei den bevorstehenden Ständeratswahlen beworben. So geht das, so ist das – in der Schweiz wie auch in Deutschland. Was der schweizerische Kanton Aargau im Herbst vorführte, soll nun im deutschen Bundesland Brandenburg ein für alle Mal verhindert werden: dass Frauen auf Wahllisten männlichen Bewerbern weichen müssen. Das mitteldeutsche Rezept gegen derlei Machismo: genauso viele Frauen auf der Kandidatenliste wie Männer und zwar per Gesetz.

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gabriele bondzio | Mo, 18. März 2019 - 19:06

Difficile est saturam non scribere (Juvenal)Es ist schwierig, (darüber) keine Satire zu schreiben.
Denke ich habe ganz gute moralisch-ethische Grundsätze, dass ich mich nicht scheue, mich moralisch ins "Unrecht" zu setzen.
Unrecht hat ja hier eine Bezugsquelle und die leuchtet mir nicht ein.
Möge der Bessere gewinnen, halte ich immer noch für die bessere Alternative.
Mit diesem Spruch wird -Niemand- diskriminiert, weder Frau, Mann oder...und es wäre allen zum Nutzen.

Ernst-Günther Konrad | Di, 19. März 2019 - 10:53

Die Menschen sollen gleich gemacht werden. Die natur hat das schon nicht vorgesehen, also glauben einige Menschen, sich über biologische Prinzipien hinweg zu setzen und wenigsten überall dort, wo sie es vermeintlich glauben, durchsetzen zu können, die Menschheit zu Klonen zu machen. Die Würde des Menschen ist seine Freiheit. Die Wahlfreiheit ist ein Teil der Würde. Die Freiheit selbst zu entscheiden was und wen man will, ist Teil dieser Würde, denn sie wurde von den Verfassern des Grundgesetzes so aus gutem Grund genau so festgeschrieben. Frauen sollen selbst entscheiden, ob sie sich politisch engagieren und sich wählen lassen wollen und die Wähler sollen frei entscheiden dürfen, wen sie wollen oder nicht.
Es ist geradezu sozialistisches Bevormundungsdenken, was mir aus diesem Paritätengesetz als hässliche Fratze entgegenblickt. Eine Welt, eine Regierung, ein Volk ergibt was? Eine Weltregierung, die alles bestimmt und steuert. Sie kann nur am einzelnen wachen Menschen scheitern.

Per L. Johansson | Di, 19. März 2019 - 23:29

In reply to by Ernst-Günther Konrad

...wird in Frage gestellt.

Keine der im Bundestag befindlichen Parteien erreicht nämlich 50% Frauen unter ihren Mitgliedern.
Nicht einmal die Grünen! Und das, obwohl sie sogar öfter von Frauen gewählt werden und ihnen garantiert keinen vorwerfen wird, sie würden diese ablehnen.
Frauen werden folglich aktuell bei der innerparteilichen Aufstellung gar nicht benachteiligt (aus Wahlkampftaktik eher im Gegenteil). Es gibt schlicht weniger Kandidatinnen, die man aufstellen könnte.
50% Frauen auf der Liste könnte man somit nur unter Benachteiligung der mehrheitlich männlichen Mitglieder erreichen. Mit anderen Worten, eine offene sexuelle Diskriminierung im Dienste eines vorgeblichen Antisexismus ist die Lösung?
Und der Wähler „muß“ dann zwangsläufig die so aufgestellten Frauen wählen, weil Männer gar nicht antreten durften?
Wir haben ein aktives und passives Wahlrecht. Beides würde durch sexuelle Quoten eingeschränkt.

Und gibt es dann demnächst auch den "Quoten-Diversen"...?

gerhard hellriegel | Mi, 20. März 2019 - 09:00

Lieber herr meyer, es ist doch so offensichtlich, dass jede begründung, jede erklärung, jedes argument schon fast den leser beleidigt. Ist hier irgend jemand, der nicht weiß, dass zur freiheit der wahl auch die freiheit der kandidatenauswahl gehört? Bleibt also lediglich die frage: warum machen die das? Drei thesen: 1. die sind tatsächlich so blöd 2. die halten die wähler für so blöd 3. was interessiert die liberale demokratie, es geht allein um werbung: "Küss' die hand, schöne frau, ...", schleimi, schleimi. Denn selbst wenn karlsruhe das gesetz kassiert, haben sie ihre duftmarke abgeliefert. "Wir hätten ja schon ..., aber die karlsruher chauvis ...". Wenn es aber durchgeht, dann hat die konkurrenz mit 'f' ein problem. Schlimm ist, dass ich mir gar nicht so sicher bin, ob die rechnung nicht aufgeht. Ich jedenfalls werde an einer solchen wahl nicht teilnehmen.