Frau Fried fragt sich … - … worüber die Männer eigentlich jammern

Die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung versetzt so manchen Mann in Angst und Schrecken. Nicht nur, dass Frauen ihnen die Jobs streitig machen, zu Hause türmen sich die Bügelberge. Amelie Fried hat trotzdem kein Mitlied.

Anja Stiehler/Jutta Fricke Illustrators

Autoreninfo

Amelie Fried ist Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin. Für Cicero schreibt sie über Männer, Frauen und was das Leben sonst noch an Fragen aufwirft

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Kitaausbau, Frauenquötchen und bald vielleicht ein Gesetz für die „gerechtere“ Bezahlung von Männern und Frauen. Junge, diese Politiker legen sich ins Zeug! Kein Wunder, dass in den Chefetagen Panik ausbricht. „Männer fürchten um Aufstiegschancen“, heißt es in der Wirtschaftspresse. Gerhard Cromme, Ex-Manager und Sammler von Aufsichtsratsposten, belehrt die Topfrauen des Juristinnenbunds, Aufsichtsräte seien keine Kaffeekränzchen. Management-Berater Reinhard Sprenger spricht vom „Luxusdiskurs Frauenquote“ und erklärt: „Der Mangel an Frauen in wirtschaftlichen Spitzenpositionen ist historisch gewachsen; die Diskriminierung der Männer ist politische Willkür.“ Kurt Lauk, Präsident des Wirtschaftsrats der CDU, kommentiert die 30-Prozent-Quote so: „Geschlecht kann kein Ersatz für Qualifikation sein.“ Ach, wirklich? Wie nett, dass das mal jemand feststellt, nach all den Jahren, in denen Millionen weniger qualifizierte Männer an Frauen vorbeibefördert wurden.

Über ihre angebliche Benachteiligung jammern Männer häufig heimlich. Aufgeklärte Zeitgenossen verstecken ihren Frust lieber in Witzen: „Nicht genug, dass ich zu Hause der einzige Mann bin, jetzt muss ich auch noch um meine Karriere fürchten“, sagte mir ein leitender Redakteur einer großen Zeitung, die für ihren geringen Frauenanteil auf der Führungsebene (9 Prozent) berüchtigt ist.

Wenn Frauen arbeiten, ja wer bügelt denn dann?
 

Fast könnte man Mitleid mit den Kerlen bekommen. Nicht genug, dass ihre Frauen nicht brav den Abwasch machen, nun wollen sie ihnen noch die Jobs wegnehmen! Tatsächlich hat sich der Frauenanteil in den Vorständen der Dax-30-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren von 4 auf 5 Prozent erhöht. Hält das Tempo an, müssen die Herren fürchten, dass schon im Jahr 3000 22 Prozent der Vorstände Frauen sein werden – nicht auszudenken! Wer soll denn dann den 78 Prozent männlichen Vorständen die Hemden bügeln?

2 Prozent weibliche Chefredakteure, 4 Prozent hauptamtliche Bürgermeisterinnen, 11,2 Prozent C4-Professorinnen, aber 90 Prozent weibliche Alleinerziehende – das sind Zahlen der Unternehmerin Anke Domscheit-Berg, die in ihrem neuen Buch die Wirklichkeit beschreibt. Geschlechtergerechtigkeit? Schlechter Witz! Deshalb, Männer: Hört auf zu jammern! Lernt lieber bügeln.
 

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