Frank Ulrich Montgomery über Corona - Full Monti

Der Ärztefunktionär Frank Ulrich Montgomery bewegt sich in der Corona-Krise in Fachgebieten, die nicht zu seinem Kompetenzbereich gehören. Warum nur hören ihm alle zu?

frank-montgomery-weltaerztepraesident-corona-pandemie-covid-19-full-monti
Frank Ulrich Montgomery: Ärztefunktionär ohne Grenzen / dpa

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

So erreichen Sie Christoph Schwennicke:

So eine Seuche ist nicht nur schlecht. Für manche hat sie ihr Gutes. Für Scharlatane zum Beispiel. Nie wieder hatten Quacksalber eine solche Konjunktur wie zu Zeiten der Pest. Menschen gaben in ihrer Not alles für Wässerchen und Salben, von denen sie sich Heilung versprachen, die aber nur die Taschen skrupelloser Geschäftemacher füllten. 

In der Moderne findet diese Form der Krisenkonjunktur im medialen Reich statt. Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen, Talkshows, alle brauchen jetzt exponentiell mehr Experten. Oder zumindest Menschen, denen man Expertise unterstellen kann. Aufmerksamkeit ist die Währung, in der bezahlt wird. Manchmal kommt bei dieser Form der modernen Quacksalberei auch ein Buch als Bestseller heraus. Die steile Gegenmeinung mit einschlägig klingendem Professorentitel ist Gold wert. 

„Weltärztepräsident“ ist da eine erstklassige Visitenkarte. Es klingt nach Weltgesundheitsorganisation. Frank Ulrich Montgomery ist Weltärztepräsident. Folgerichtig und unvermeidlicherweise hat er daher in der pandemischen Medienmoderne seit diesem Frühjahr seinen ganz großen Auftritt, vom Deutschlandfunk bis zum Passauer Bistumsblatt. Fragen, von tiefer Ehrfurcht getränkt, werden ihm gestellt, etwa im Oktober vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Herr Professor Montgomery, Sie sind Vorsitzender des Weltärzteverbands und haben einen guten Überblick zum Pandemieverlauf im Ländervergleich. Wo steht Deutschland gerade?“

Der Aufstieg des Monti

Professor Montgomery (die Professur ist ein Ehrentitel der Hansestadt Hamburg) ist bis 2018 formal Oberarzt für Radiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Vor allem aber ist er seit den neunziger Jahren Funktionär: von 1989 bis 2007 Vorsitzender der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, deren Ehrenvorsitzender er bis heute ist. 2007 wird er Vizepräsident der Bundesärztekammer, dann übernimmt er als Nachfolger des dezenteren Jörg-Dietrich Hoppe den Vorsitz (2011–2019), dem er nach eigenem Bekunden schon vorher viel Arbeit abgenommen hatte: „Ich brauchte mich um die Presse nicht zu kümmern.“ In diesen Funktionen hat der rhetorisch versierte Montgomery für seine Zunft viel herausgeschlagen. In der Szene ruft man Montgomery schlicht „Monti“, das erinnert an die legendäre britische Fernsehkomödie „The Full Monty“, was im Englischen bedeutet: volles Rohr. 

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Annette Seliger | Do, 17. Dezember 2020 - 12:59

"Weltärzte" Präsident! Wenn das ein Zuseher /Leser hört/sieht, dann meint doch jeder schlichten Gemütes es hier mit dem Primus inter pares zu tun zu haben. Er ist aber nur regierungskonform und daher ein gerngesehener Narrativverstärker in dieser "Pandemie". Ich habe mir übrigens heute morgen wieder (bei allem Respekt vor den Toten) die Sterbezahlen für Baden Württemberg angeschaut. Das durchschnittliche Todesalter der mit/an Corona verstorbenen steigt auf über 82 Jahren. In allen Altersgruppen darunter spielt Corona statistisch keine Rolle bei den Sterbefällen. Die Gefahr für einen normal konditionierten Menschen bis 75 ist marginal an Corona zu sterben. In der Altersgruppe 39-59 gibt es eine Untersterblichkeit zum Vorjahr.
Das DDR Regime, in welcher Merkel eine sehr gute Ausbildung in Agitation und Propaganda genoss, hielt mit permanenten "Krisen", welche mit dem Klassenkampf begründet wurden, 40 Jahre das Volk unter Kontrolle. Merkel hat das System perfektioniert.

Öncü-Tüncher | Do, 17. Dezember 2020 - 16:34

In reply to by Annette Seliger

Merkel hat das System in der sie aufwuchs "perfektioniert". Das Agieren mit Angst, ggf. auch Lob und dem Hinweis auf "Wissenschaft" lässt kaum weitere Fragen zu: Der Virus ist real und für manche lebensbedrohlich! Dennoch fehlen mir umfangreiche Vergleiche zu den letzten fünf Jahren, was die Sterblichkeit und die Überbelegung von Krankenhäuser anbelangt. Aus unserer Praxis weiss ich, dass in den Monaten November / Dezember und nach Fasching - in manchen Jahren - die Kliniken und die Intensivbetten an massiver personeller Überlastung und räumlicher Engpässe litt und manche Patienten auf den Fluren untergebracht werden mussten. Denn 2017/18 war mit 25.100 Todesfällen durch Influenza ..."(DAZ-Online 04.10.2019) Täglich sterben durchschnittlich 257 Patienten in deutschen Krankenhäusern an einer Sepsis. Das sind circa 94.000 Tote pro Jahr, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervorgeht, die ZDFheute vorliegt. ..."(13.09.2020 ZDF T.-J. Schneider)

Ernst-Günther Konrad | Do, 17. Dezember 2020 - 13:11

"Weltärztepräsident" klingt natürlich nach was, das macht was her. Unaufgeklärte Menschen halten ihn in der Funktion als Sprachrohr aller Ärzte der Welt. Das 10000nde Ärzte weltweit sich gegen die Pandemieaussagen "auflehnen", das erwähnt er nicht. Das bis dato völlig unbekannte "Experten" ihre Chance sehen, mal im Fernsehen zu sei oder in der Zeitung erwähnt zu werden ist menschlich. Jeder will was vom medialen Kuchen abhaben. Und das mit den "Gesichtslappen", da war er im Irrtum der angeblichen Nutzlosigkeit nicht alleine. Das RKI hat zu Beginn der "Pandemie" ja selbst noch die Wirksamkeit von Masken verneint und sie für nicht zweckmäßig, gar gefährlich gehalten. Die Politiker und befragten "Experten" vertraten ebenso die Meinung. Und heute? Das krasse Gegenteil. Der sog. "Maulkorb", der "Fetzen", der "Gesichtslappen" kommt erst weg, wenn alle geimpft sind, lässt Angela in BILD verlauten. Als Maskengegner sage ich, unser Denken, unserer konkretes Handeln kann sie nicht wegimpfen.

Gerhard Lenz | Do, 17. Dezember 2020 - 15:05

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Vorsitzender des Weltärztebundes. Immerhin. Gewählt. Von anderen Ärzten.
Daneben Ehrenpräsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages.

Alle möglichen Ärzte, von quacksalbernden Heilpraktikern ganz zu schweigen, sehen sich berufen, ihre Meinung zu Corona abzugeben. Die mal sinnhaft, wie bei Herrn Montgomery, oder mal falsch, wie bei einem Herrn Wodarg, sein kann.

Bestes Beispiel für "fehlende Kompetenz": Der Schwindelarzt Bodo Schiffmann, ein HNO-Arzt und Kopf der Querdenker. Mit höchst bedenklichen Aussagen.

Nicht jeder ist halt mal eben Epidemiologe oder Virologe, mancher nicht mal Internist, auch wenn er es glaubt. Immerhin hat die überwiegende Mehrheit der Ärzteschaft, gefühlt 99%, erkannt, welche Gefahren von Corona ausgehen können. Gleich welcher Fachrichtung
Und die Kritiker? Tummeln sich nur noch dort, wo sie wohl auch besser aufgehoben sind: Auf den Internetseiten irgendwelcher Verschwörungsfanatiker. Dort dürfen sie dann als "Autorität" auftreten.

dass Sie Herr Lenz ein Mitarbeiter einer regierungsnahen NGO sind. Kein kritisches Wort zum Regierungshandeln - nur Pawlowsche Reflexe und die gleichen sinnleeren Phrasen wie..... 99%.

Schauen Sie in die Statistiken und hören Sie auf Corona zu überhöhen.

Über 70% der Sterbefälle in Baden Württemberg konzentrieren sich auf die Altersgruppe 80-89 sowie 90+ und es kann mir niemand erzählen dass man als hochbetagter Mensch gerade an Corona stirbt. In einem solch hohen Alter hat man mit vielen Erkrankungen zu kämpfen und deshalb schaut man sich vernünftig alle gemeldeten Fällt unterhalb der statistischen Lebenserwartung von 79,3 Jahren an und schaut wie viele Mesnchen statistisch jeden Tag sterben.

Einer, Herr Lenz! Einer von Hundert bis 75 Jahren stirbt statistisch an Corona. 99 an anderen Ursachen.

Lesen Sie die Zahlen und hören Sie auf von den 99% zu sprechen.

Freundliche Grüße

A. Seliger

ist an Dr.Wodargs ( der wohl eine ungleich grössere Expertise und Erfahrung als Herr Montgomery hat) Aussagen falsch?

Ernst-Günther Konrad | Fr, 18. Dezember 2020 - 13:17

In reply to by Brigitte Miller

Er bestätigt eben nicht die Schätzungen und Annahmen, die mit diffusen Zahlen behauptete Pandemie. Er hinterfragt Tests, deren Aussagekraft, die Sterblichkeit, er stellt fest, was jeder normal denkende Mensch erkennen müsste, sog. Neuinfektion heißt unedingt krank, 95 % sog. infizierter Menschen sind nicht krank, zeigen keine Symptome, ansonsten im Weiteren dieselben Aussagen wie Frau Seeliger. Inzwischen gibt es nur noch Infizierte, die Zahlen schnellen hoch. Wie viele Menschen inzwischen wieder als ohne Symptome genesen sind? Kein Wort darüber. Dass die Intensivbetten reduziert wurden? Kein Wort darüber? Mir reichen die Zeichen der Ungereimtheiten, um es vorsichtig auszudrücken nicht. Alles unbequeme Fragen für die Corona Getreuen.

Norbert Heyer | Do, 17. Dezember 2020 - 13:59

Der „Weltärztepräsident“ Montgomery hat ja auch einen weltbekannten Namensvetter: Den britischen Militärführer, der „Held des II. Weltkriegs“, der Bezwinger vom „Wüstenfuchs“ Rommel. Zum Schluss war er Oberbefehlshaber der britischen Armee. Vielleicht färbt etwas von diesem Mann auch auf die kleinere Kopie ab. Hat er doch zum Höhepunkt der Einwanderungswelle schon festgestellt, dass alle Migranten „pumperlgesund“ sind. Wer solche pauschalen Diagnosen ausstellt, ist natürlich auch jetzt in Corona-Zeiten vorneweg bei der Angst- und Panikmacherei. Es ist einfach nur erstaunlich, wer alles seinen Senf bei Themen absondert, die garnicht sein Fachgebiet betreffen. Auch ich leugne Corona und die -mögliche- Gefährlichkeit keineswegs, frage mich aber doch, warum ein Grüner in Tübingen gerade im Bereich der Höchstgefährdeten wesentlich bessere Werte erreicht, als Bayern mit dem „knallharten“ Entscheider. Vielleicht erreicht man mit kleinen, wirksamen Maßnahmen mehr als mit Angst und Panikmache.

Werner Kistritz | Do, 17. Dezember 2020 - 14:23

Unsere Welt ist ja schon ziemlich gaga. Ich hätte nicht gedacht, daß mich da noch etwas überraschen kann. "Weltärztepräsident" - das ist cool! Ich bin übrigens Weltleserbriefschreiberpräsident. Was bedeutet das noch mal? Ich gebs auf! Soviel Quatsch kann selbst ich mir nicht ausdenken!

Enka Hein | Do, 17. Dezember 2020 - 17:48

In reply to by Werner Kistritz

bekommt beim Hören dieses und anderen Namen von „Verbandsärzten“ regelmäßig Bluthochdruck. Diese Leute sind für die normalen Ärzte soweit von der Realität entfernt, wie die Politiker vom Normalmichel.
Dampfplauderer zu eigenem Nutzen. Im Pandemiebetrieb eines Krankenhauses würde der selbst einem Arzt im Praktikum nur im Wege stehen.

christoph ernst | Do, 17. Dezember 2020 - 15:40

mag ja ein schlimmer Finger sein, ein wendehälsischer Opportunist, aber was ist dem Savonarola von SPD, dem Hyperventilator des kollektiven Corona-Ablebens, oder der Leopoldina, die gerade alle Ansprüche auf Wissenschaftlichkeit an de Wand fährt? Sind die nicht auch mal ein paar zarte Seitenhiebe wert? Monti steht da als vergleichsweise ein kleines Licht da. Er hätte nie so viel Konjunktur, wenn es nicht bergeweise Bußprediger gäbe, die das panische Gewese fütterten und der ostzonalen Dauerentmündigung Vorschub leisteten, mit der die bleierne Kanzlerin ihre katastrophale Bilanz zu verschleiern sucht. Kreischt das nicht auch mal nach einer spitzen Feder?

Stefan Bauer | Do, 17. Dezember 2020 - 16:04

Lieber Herr Schwennicke, haben Sie in Ihrem prima Beitrag nicht noch andere "Ärzte" vergessen?

Oder bin ich der Einzige, dem Lauterbach mit seinem offensichtlichen Gefallen daran, sich als Mahner der Nation aufzuspielen, fürchterlich auf den Keks geht, angesichts der offensichtlich inkompetenten Plapperei?

Heidemarie Heim | Do, 17. Dezember 2020 - 16:08

Und man sichert sich den Platz in jeder Talkshow mit Millionenpublikum. Zu meinem Leidwesen lieber Herr Schwennicke verfügen Sie nicht über die geschmeidige und wendige Art dieser Experten und selbsternannten Erziehungsberechtigten, um regelmäßig auf der Gästeliste der TV-Moderatoren aufzutauchen;)! Oder das Corona-ermüdete Volk
mit Schlagworten wie "Tödliche Weihnacht" bzw. "Wer zum Teufel hat Oma und Opa angesteckt!?"
und ähnlichen Schreckensparolen bei der Stange zu halten und aufzumuntern. Im Gegenteil. Mit Ihrer ruhigen aber kritischen Art der Berichterstattung oder hinterfragenden Redebeiträgen beim Talk würden Sie bestimmt die allgemeine Verunsicherung fördern;). Und nachdem ich brav und AHA-folgsam wie ich bin;), letztens fast unter meiner mir aufgrund Alters zustehenden FFP2-Maske erstickte beim Besuch meiner im UKA liegenden Schwiegermutter, darf mir gern jeder Impfskeptiker oder I-Gegner, der eventuell vor mir den Vorzug hat seine Dosis überlassen;) LG

hanno woitek | Do, 17. Dezember 2020 - 16:36

Annalen Baerbock hat doch auch keine Ahnung von dem Thema, darf aber dauernd dazu äußern. Sie darf aber immer wieder betonen, wie schwer es berufstätige Mütter mit kleinen Kindern haben, die arme privilegierte Frau.

Christopher Doemges | Do, 17. Dezember 2020 - 17:10

Vielleicht wird dieses unser "Pandemie-Fest" daran erinnern, sich zur Abwechslung mal auf die 'wahren Werte' von Weihnachten zu besinnen. Als da wären Solidarität, Gemeinschaft, Nächstenliebe. Unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen muss das auch auf Abstand möglich sein. Und kann auch für die Zukunft heißen: Stürzen wir uns nicht mehr kritiklos in den immer noch allgegenwärtigen Shoppingwahn der Konsumgesellschaft. Setzen wir dem widerspruchslosen Raubbau an unserem globalen Dorf auch international ein Ende! Das Auto auch mal stehen lassen, ganz zu schweigen von Ressourcen-intensiven Flugreisen. 'Waldbaden' in der näheren Umgebung wirkt manchmal Wunder - auch zu Weihnachten. Und: Knecht Rupprecht ist auch nur mit Rentierschlitten unterwegs. Jesus war seinerzeit ein Revolutionär für eine Zeitenwende. Und seiner Geburt gedenken wir schließlich am 24.12.

Sehr geehrter Herr Doemges,
für eine Rückbesinnung auf das "wahre" Weihnachten brauche ich kein Corona und keine Zeit im homeoffice. Das konnte ich auch schon vorher. Wer jetzt diese Zeit als Chance sieht, dass man sich wieder auf Werte zurück besinnen kann, der lacht allen ins Gesicht, denen es jetzt finanziell nicht gut geht und die große Sorgen haben. Ein solche Rückbesinnung muss man sich auch leisten können.