Flüchtlingswelle aus Afghanistan - „Ein Systemwechsel in der Asylpolitik ist nicht durchsetzbar“

Weil die Taliban Afghanistan zurückerobern, verlassen die Bewohner das Land in Scharen. Steuert Europa auf eine neue Flüchtlingskrise zu? Der Migrationsforscher Stefan Luft erklärt, wie die Bundesregierung Flüchtlingsströme verhindern kann und warum das dänische Modell „Null Asylbewerber" nicht funktioniert.

Flüchtlinge im Oktober 2015 an der deutsch-österreichischen Grenze / dpa

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Antje Hildebrandt

Stefan Luft ist Migrationsforscher an der Uni Bremen. Er hat mehrere Bücher geschrieben, u.a. „Die Flüchtlingskrise. Ursachen, Konflikte, Folgen", C.H.Beck Verlag, München 2016. 

Herr Luft, in Afghanistan bahnt sich ein Massen-Exodus an. Auf der Flucht vor den Taliban verlassen Tausende das Land. Die meisten wollen nach Europa, insbesondere nach Deutschland. Erwartet uns die nächste große Flüchtlingskrise? 

Es wird zumindest der Druck zunehmen. Die Frage ist aber: Wie viele bleiben auf diesem Weg in Pakistan? Wie viele bleiben im Iran? Es gibt andererseits große afghanische Communities in Deutschland, aber auch in Österreich. Diese Netzwerkeffekte spielen eine wesentliche Rolle bei der Auswahl des Ziellandes. 

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich dagegen ausgesprochen, Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen, „weil die Taliban eine kranke Ideologie vertreten, die er nicht importieren will.“ Handelt er verantwortungsbewusst? 

Nein, und ich glaube nicht, dass er diese Position auf Dauer wird durchhalten können. Es gibt ein gemeinsames Europäisches Asylsystem, die Republik Österreich ist Teil dieses Systems. Er hat sich an die Umsetzung der Richtlinien zu halten. 

Tatsächlich kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch Terroristen unter die Flüchtlinge mischen. Das hat die Erfahrung 2015 gezeigt. Wer will die Verantwortung dafür übernehmen, wenn Islamisten wieder Terroranschläge begehen? 

Das kann man nie ausschließen. Das ist auch Gegenstand der Anhörung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BamF). Da werden auch Sicherheitsfragen geprüft. Deswegen ist es auch Aufgabe der Politik, keinen weiteren Massenzustrom zuzulassen. 

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Christa Wallau | Sa, 7. August 2021 - 16:09

Was hat behäbige Herr "Migrationsforscher", der an der Uni Bremen mit Sicherheit gut dotiert wird, denn nun Konstruktives in diesem Interview von sich gegeben?
Ist bei all seinen "Forschungen" nicht m e h r herausgekommen?
Ich jedenfalls bin nach der Lektüre keinen Deut schlauer als vorher. Alles kalter Kaffee.

Und was ist eigentlich mit dem Begriff "Verhetzungspotential" gemeint, den Herr Luft im Anis-Amri-Bericht gefunden haben will?
Von welchem "Sturm der Entrüstung" redet er, der ausbräche, wenn D seine Ohnmachtshaltung bei der illegalen Immigration änderte?

Ich kann mir vielmehr gut vorstellen, daß die meisten Deutschen sehr erleichteret wären, wenn es plötzlich seitens der Regierung hieße: "Wir handeln jetzt wie Dänemark."
Natürlich würden die üblichen Verdächtigen (Asylindustrie, NGOs, Kirchen, Pro-Asyl usw.) Zeter und Mordio schreien, aber stellen s i e das Volk dar?

Oh, mein Gott, ich bin dieses Herumeiern so leid !!!

Liebe Frau Wallau, Sie sprechen mir, wie so oft, „aus der Seele“. Ich bin es auch leid, dieses Herumgeeiere. Gestern habe ich aus sicherer Quelle, dass in unserer Ersteinrichtung für Flüchtlinge schon wieder in großer Anzahl Zelte errichtet werden.
Die jungen männlichen Migranten kommen schon wieder in Scharen. Haben Sie davon in irgendeiner Zeitschrift oder im ÖRR
gehört? Wir werden, wenn überhaupt, erst nach der Wahl davon erfahren. Es ist erschreckend, wie man uns diese „Entwicklung“ vorenthält!
Ich bin gespannt, ob mein Kommentar hier veröffentlicht wird!

liebe Frau Hachenberg, Ihr informativer Kommentar wurde veröffentlicht. Und danke dafür. Ob meiner erscheint mag ich bezweifeln. Mein Mann räumt mir keine Chance
ein. Das ist mir auch egal oder doch nicht? Ein gutes Gefühl für mich, einen Teil von
meiner Seele geschrieben zu haben.
Nun denn, eine schöne Woche für uns, wie sie uns zusteht.
MfG

Manche reden angesichts der aktuellen Entwicklungen in Afghanistan (und deren Folgewirkungen) über das Schweigen der hiesigen Frauenbewegung, andere legen kompetente Analysen vor. Dass Ihnen Ersteres gefällt, ist erwartbar. Dass Sie Letzteres so in Rage bringt, finde ich eigenartig.
Migrationsforscher beschäftigen sich mit den vielfältigen Ursachen von Migration, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen und suchen nach Lösungen, die über unterkomplexe Formeln wie "Refugees Welcome" oder "Festung Europa" hinausgehen. Und in der Tat, die machen das nicht unentgeltlich.
Wenn Sie begreifen, dass Sie und Ihre Mitstreiter nicht DAS Volk darstellen, dann verstehen Sie vielleicht auch, warum Ihre Partei nicht mehrheitsfähig ist und warum sich andere Bürger entrüsten, wenn die Genfer Flüchtlingskonvention nicht eingehalten wird.
Aber vielleicht haben Sie inzwischen zumindest verstanden, warum NATO-Truppen ab 2001 mit UN-Mandat in Afghanistan gegen die Taliban vorgegangen sind.

Ja, die Entwicklung der Gesellschaft nimmt kurz vor ihren Verfall eine Posse an, die jeglicher Vernunft, Moral & geistiger Erfrischung sind & absolut nichts mit dem christlichen oder anderer Kompasse zu tun hat.
Und das Tragische hier im Cicero, bei der Themen-Auswahl wandelt der Cicero in die gleichen Wanderstrecken wie die Masse der Medien.
Vor lauter Grün kann man den blauen Himmel nicht einmal erahnen. Aber was macht es.
Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten (Kurt Tucholsky). Und Außerdem:
Bruce Ismay zu Mr Andreas auf der Titanic: Aber das Schiff kann nicht sinken. Darauf antwortete Mr Andrews: Sie wurde aus Eisen gefertigt & ich versichere, sie kann & sie wird. Das ist Gewissheit.
Und Gewissheit ist auch, dass alles - aber wirklich auch alles in dieser Welt & Universum ein Ende hat. Es ist nur eine Frage der Zeit - des Wann?

Annette Seliger | Sa, 7. August 2021 - 16:15

Also, ein weiterer "Experte", mit den Händen in fremden Taschen, der sich an dem verdient was die Politik an Chaos geschaffen hat. Gegen die Russen kämpften die Mudschahedin und gegen den Westen die Taliban. Soweit zu Afghanistan und dem Westen ist es in über 20 Jahren nicht gelungen eine Demokratie dort zu installieren. Alles wie gehabt in Clan Strukturen und streng nach dem Islam und wenn eine Frau sich zu sehr dem westlichen Leben angepasst hat, dann kann es schon mal sein, dass ein Ehrenmord passiert.
Ansonsten folgt die Migration dem Geld. Je attraktiver das Sozialsystem eines Landes, um so mehr Wirtschaftsmigranten werden angezogen. Das Gesellschaftsmodell des aufnehmenden Landes spielt dabei keine Rolle. Die Migranten aus den arabischen Ländern sind sozialisiert und ändern sich nicht mehr. Sie leben in ihrer Diaspora und entwickeln mit der Zeit eine Parallelgesellschaft. Hab ich noch was vergessen? Wer meiner Theorie nicht glaubt, der möge einfach mal nach Berlin fahren!

- Weil ein Passant in Berlin-Neukölln seine Frau angesehen haben soll, hat ein Mann (Nationalität ?) zugestochen.
- 2-fache Mutter aus Afghanistan (34) von ihren Brüdern (22 + 25) aus gekränktem Ehrgefühl umgebracht, weil das Leben ihrer geschiedenen Schwester nicht ihren Moralvorstellungen entsprochen habe.
- Das regionale Fernsehen und die regionale Presse berichten, dass es zur Zeit einen Ansturm auf das Ankunftszentrum für Asylsuchende in Berlin-Wittenau gibt. An Spitzentagen kommen bis zu 200 Menschen, 60 % Moldawier, die keinen Anspruch auf Asyl haben. "Für 2 Monate bekommen wir 900,00 €, dann fahren wir zurück (und kommen wieder)". Großfamilien erhalten schon mal bis zu 4.500 € in bar.
Hier stimmt etwas im System nicht. Der Staat hat völlig den Überblick verloren.

Bernd Muhlack | Sa, 7. August 2021 - 16:16

"Nein, und ich glaube nicht, dass er (Kanzler Kurz) diese Position auf Dauer wird durchhalten können. Es gibt ein gemeinsames Europäisches Asylsystem, die Republik Österreich ist Teil dieses Systems.
Er hat sich an die Umsetzung der Richtlinien zu halten."

Oha, Herr Prof. Dr. Luft, das ist mMn starker Tobak!
Es ist doch vor allem D und Kanzlerin Dr. Merkel, welche dieses "europäische Asylsystem" ständig mit Füßen treten, mißachten!

"Aber es ist doch kein Wunschkonzert, wo man landet."
"Aber die Menschen bewegen sich im Schengen-Raum. Es gibt keine Möglichkeit, die Weiterwanderung zu verhindern. Natürlich kann die EU das mit immer neuen Sanktionen belegen.
Aber im Ergebnis ändert das nichts."

Werter Prof. Dr. Luft, soweit mir bekannt, gilt das Schengen-Abkommen nur für Bürger des Schengen-Raumes, nicht jedoch für Drittstaatler (Afghanen etc.) die sich dort aufhalten!

Den letzten Absatz des Artikels unterschreibe ich jedoch sofort.
Allerdings wird das nicht passieren - leider!

Enka Hein | Sa, 7. August 2021 - 16:29

...aber ohne mich.
Solche Suggestivfragen. "Könnte es sich Deutschland vor dem Hintergrund seiner Geschichte leisten, auf diesen Zug aufzuspringen?"
Ich habe nicht das geringste damit zu tun. Nada. Nothing. Nichts.
Als die Türken marodierend bis Wien zogen, war das auch kein Kindergeburtstag.
Das wird nicht instrumentalisiert.
Mir ist das Greuelregime durchaus geschichtlich bewußt. Und wieder eine AFD in Spiel zu bringen. Typisch. Dann wären in DK zu 80% AFD an der Macht.
Wenn es aber nicht so perfide wäre. In linken Kreisen der blühende Antisemitismus und man lädt diejenigen ein, die dies in den Genen haben.
Ich sage ganz klar Abschottung und Gleiches wie DK. Australien schafft es auch. Man muss es wollen!!
Was bitte unterscheidet mich von einem Dänen, welche zu 80% NULL Asyl wollen. Und komme mir keiner mit: Geschichte.
Ich weis liebe Frau Hildebrandt, mein Kommentar passt nicht in Ihre Welt.

Ich sehe das auch so, wenn man keine Asylbewerber will muss man halt die Gesetze ändern, es ist auch nicht einzusehen dass es unterschiedliche Systeme der Alimentierung gibt. Warum bekommen diese hier mehr Geld als in anderen Ländern ?

Rob Schuberth | Sa, 7. August 2021 - 16:29

Danke Cicero, dass ihr dieses Thema dorthin befördert wo es hingehört. Auf die Tagesordnung und zwar gerade auch bis zur Wahl.

Bzgl. m. Kritik aus dem 1. Komm. möchte ich hier nachbessern.
Immerhin spricht PD Dr Luft. die Ursachen realistisch an (u. wurde dafür gescholten (s. TAZ v.2014 https://taz.de/!278566/

Was mir nicht in den Kopf will ist, dass jeder Mensch auf die Welt, ganz egal wo er lebt, der es irgendwie schafft in die Nähe der EU zu gelangen, plötzlich nur noch nach den hohen Ansprüchen der GFK behandelt werden darf.
Obwohl er u. Generationen vor ihm, gar nichts gegen sein "altes" Leben hatte.

Wohlgemerkt, echten Kriegsflüchtlingen muss geholfen werden, aber die "Ich-will-in-der-EU-ein-besseres-Leben-Fraktion" die gehört umgehend in ihr Land/Kontinent zurückgebracht.

Und ich bleibe dabei.
DK macht es genau richtig.

Afrika den Afrikanern. Hier haben wir schon genug davon.

helmut armbruster | Sa, 7. August 2021 - 16:50

verhindern"
Das soll wohl heißen die Bevölkerung (= die schon immer hier Lebenden) soll es als gegeben hinnehmen, dass ihr Land, ihre Heimat, überfremdet wird.
Die Bevölkerung soll das akzeptieren, sie darf nur eine passive Rolle spielen. Dabei glaubt die Bevölkerung sie lebe in einer Demokratie und könne über ihr Schicksal mit entscheiden. Aber Irrtum! Denn niemand hat sie jemals gefragt und niemand fragt sie, ob sie eine solche Überfremdung will oder nicht will.
Man muss bedenken, dass es hier geht um Existenzrechte und um Existenzfragen geht und nicht um Peanuts.
Und gerade hier soll es keine Möglichkeit geben das zu verhindern?
Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Wenn man Gesetzen unterworfen ist, die es zulassen, dass die eigene Kultur und Heimat von Fremden überflutet werden, dann müssen diese Gesetze abgeschafft oder geändert werden.
Niemand sage das sei nicht möglich. Man muss es nur wollen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

in Deutschland nicht vorhanden?

Weil es den meisten Menschen noch viel zu gut geht und sie so gern an das Märchen glauben wollen, dies könne so bleiben, o b w o h l jedes Jahr mehr Fremde in unser Land strömen, die nichts zu Wohlstand und Sicherheit beitragen - im Gegenteil!

Nichts tut der Mensch offenbar lieber, als sich selbst etwas vorzugaukeln.

Veränderungen verlangen mutige Entscheidungen und viel Handlungskraft; da ist es doch bequemer, sich weiterhin in dem Glauben zu wiegen, daß alles "irgendwie" gut ausgehe, zumal man sich dabei als ein g u t e r Mensch vorkommten darf.

Das funktioniert so lange, bis der Mehrheit der Stuhl unterm Allerwertesten brennt!
Doch dann brennt die Bude leider ab.

Charlotte Basler | Sa, 7. August 2021 - 17:28

Was will H. Luft uns mitteilen?
A) er sagt: Rückführungen gelingen nicht, weil die Identität der ausreisepfl. P. nicht geklärt ist. Als Lösung präsentiert er: eine Beschleunigung der Asylverfahren, sie müssten an den Außengrenzen stattfinden und es „müsste den Willen geben, abgelehnte A…stärker als bisher zurückzuführen.“ Liegt es nun an der fehlenden Identität oder liegt es am Willen? Die Lösung wäre sans papieres gar nicht anzunehmen. Identitätsnachweis als Bringschuld.
B) Wenn die Verfahren an die EU Aussengrenzen verlegt werden können, warum nicht in ein Drittland? Durch die EU für die EU?
C) Es wird diskutiert (UNHCR?) ob Afghanen zZ zurückgeschickt werden können? Thema u. Lösung fehlt. Sorry! Mein Eindruck ist, dass statt einer Problemlösung hier wieder Gründe übermittelt werden, warum alle (auch Terroristen, „kann man nie ausschließen“) kommen und bleiben dürfen. Und NEIN, das Modell der Asylmigration ist KEINE Idealvorstellung. Never ever!

Wolfgang Borchardt | Sa, 7. August 2021 - 17:30

Menschen wirklich in Not haben wohl eher nicht das Geld, diese aufwändigen Reisen anzutreten. Es handelt sich wohl eher um Migranten. Warum ist die EU nicht in der Lage, Migration zu regeln? Sie scheitert in allen wichtigen Dingen, selbst an den eigenen Regeln.

Jochen Rollwagen | Sa, 7. August 2021 - 17:41

Diese Diskussionen sind nur noch das Pfeifen im Walde. Die Menschen aus aller Herren Länder, vor allem aus islamischen, die in den letzten Jahren nach Deutschland geholt wurden reichen schon völlig aus, um die Verwaltung, vor allem die Sozialbehörden sowie den Sozial- und Rechtsstaat final zum Zusammenbruch zu bringen. Kann man auf jeder beliebjgen Sozialbehörde live und in Farbe erleben. Jeder (und es kommen ja so gut wie ausschließlich Männer) der jetzt noch dazu kommt beschleunigt das ganze nur noch. Aber der Drobs ist gelutscht.

Deutschland hat fertig.

Robert Friedrich | So, 8. August 2021 - 09:15

In reply to by Jochen Rollwagen

Herr Rollwagen sie haben recht und zwar zu 100%. Die Grünen wollen,wie ihr Wahlprogramm vorsieht, ein Migrationsministerium und fordern die paritätische Besetzung vieler Posten. Wann müssen wir fordern prozentual vertreten zu sein? Wer gibt unsere Position des Deutschseins auf? Wann wird es verboten sein die Staatsangehörigkeit im Personalausweis (Deutsch) zu erwähnen? Wer wählt diese Volksvertreter,woher kommen ihre 20%.? Nach Drafi Deutscher, wann kommt die Frage "Wer war Schuld daran"? Lebe ich dann noch oder bin ich dann schon einem Terroranschlag erlegen? Sicher krasse Fragen, aber Überspitzungen müssen manchem verdeutlichen was wäre wenn.

Bernd Windisch | Sa, 7. August 2021 - 18:30

Ein lediglich zum Antragsrecht verkommenes Asylrecht verliert auch in Resteuropa jegliche Akzeptanz.

Ein guter Migrationsforscher müsste dies wissen.

Clara Schwarze | Sa, 7. August 2021 - 19:22

Dieser Text enthält im Wesentlichen nichts als die übliche Beschreibung eines dysfunktionales Systems. Und das ist einfach zu wenig zumal sich die Dysfunktionalität des Systems auch hier besonders übel zeigt.
Ein normaler Staat, würde seine Grenzen sichern, wenn das notwendig ist - und zwar auch dann wenn "Menschen halt kommen", aber er würde seine eigenen Ortskräfte ausfliegen.
Wir machen das Gegenteil und das ist wirklich im Grunde schäbig.
Und darum ist es auch richtig, was Dänemark und Österreich hier anfangen. Dieses Rechtssystem muss geändert werden und "Null Asyl" ist der Anfang. Die Staaten müssen die Kontrolle zurückholen, denn das hier führt wirklich zu gar nichts mehr.

Markus Michaelis | Sa, 7. August 2021 - 20:19

Mein Eindruck ist, dass die EU zur Migration keinen Plan hat und handlungsunfähig ist. Das liegt auch daran, dass man keine Haltung dazu hat. Es gibt verschiedene Prinzipien wie Menschenrechte und "europäische Werte" (was immer das genau ist), die der EU sehr wichtig sind, aber was das für die Migration genau bedeutet, was überhaupt realisierbar ist, ist unklar, und das, was klar ist, ist fern der Realität. Man flickt hier und da, macht die Augen zu und hofft, dass das nicht zu wichtig werden wird.

Auch Herr Luft zählt mehr auf, was nicht geht und schlägt dann schellere Asylverfahren an der Außengrenze vor. Die grundlegenden Problem, dass ein glatt laufendes System auch mehr Leute anzieht, dass Asylgründe nicht mehr zur Zeit und zur Migration passen, dass die Menschen in der EU verschiedene Dinge wollen, sind Menschen nun alle gleich und willkommen oder doch kulturell verschieden ... mit relevanten Fragen will sich niemand beschäftigen.

So wenig wie die EU einen Plan hat (einen realistischen) so hat die UNO dagegen schon lange einen Plan.
Bereits 1985 wurde die Überbevölkerung Afrikas erkannt und man sah die Lösung in den Ländern der EU die ja unter zu geringen Geburtenraten "litten".
Für D sah man Platz für weitere 270 Mio und in F für rd. 400 Mio Afrikaner.

Offenbar sieht die UNO das heute noch so, denn wie sonst ist der UN-Migr. Pakt zu erklären, den AM nicht nur unterzeichnet, sondern mit-erfunden hat.

Ich hoffe dieser Komm. geht endlich mal durch.

Klaus Knorr | So, 8. August 2021 - 08:44

Gestern Nachmittag war ich mit einer Grünen-Wählerin in Gelsenkirchen zum Essen verabredet, sie war das erste Mal in Gelsenkirchen, in der Stadt, wo geduldet wurde, dass Araber ungehindert „Juden ins Gas“ rufen konnten, und musste sehen, dass wir als Deutsche in der Unterzahl waren. Nur Kopftuchträgerinnen mit ihren vielen kleinen Kindern. Sie war erschrocken. Hinzu kommen noch umherziehende Rumänen und Bulgaren. In der vorletzten Woche gab es in dem Lokalteil der WAZ darüber eine riesige Diskussion; alle Bezirksbürgermeister waren einhellig der Meinung, dass es so nicht weitergeht. Ziehen sie doch nach Gelsenkirchen, lieber Migrationsforscher, für sie ein Paradies….ich selbst würde gerne die SPD wählen, leider bin ich kein Däne.
Klaus Knorr

Klaus Knorr | So, 8. August 2021 - 09:19

Der links zu verortende Sündenstolz und die ewige Nazikeule als politisches Instrument sind schlechte Ratgeber. Genfer Flüchtlingskonvention hin oder her….wenn ein Land, eine Stadt wie Gelsenkirchen droht, an den kulturellen Verwerfungen zugrunde zu gehen, hat es das Recht der Verweigerung. Der eigene staatliche Selbstmord ist im Grundgesetz nicht vorgesehen. Uns drohen bis 2050 Kulturkämpfe, die an die Zeit der Spätantike erinnern werden.

Bernhard Mayer | So, 8. August 2021 - 09:51

„Ein Systemwechsel in der Asylpolitik ist nicht durchsetzbar“

Diese Überschrift sagt mir schon alles.
Weiterlesen eigentlich sinnlos!

Hans Page | So, 8. August 2021 - 11:05

Es ist ja nun jedem klar dass die gegenwärtige Migrationspolitik nicht zu nachhaltigen Ergebnissen führt. Ich würde von einem Wissenschaftler der sich ausschließlich mit diese Frage beschäftigt erwarten dass er aufzeigt was das langfristige Ergebnis der aufgezeigten Optionen bei weiterem Nichtstun sein würde. Die Instrumente zur Durchsetzung der Menschenrechte (Asyl, GFK) sind offensichtlich nicht geeignet mit Menschenwanderungen aus anderen Gründen als Verletzung individueller Menschenrechten umzugehen. Im Gegenteil, sie destabilisieren (gewollt oder ungewollt) die Ursprungs- und Zielgesellschaften. Ein Wissenschaftler sollte uns zeigen wie die entstandene Dynamik wieder verlangsamt werden kann, und wie die GFK umformuliert werden müsste um Stabilität zu erzeugen, vor allem in Migrationsbewegungen garnicht erst entstehen zu lassen. Die GFK ist der falsche Rahmen, da nicht zielführend, und muss dringend ersetzt werden durch zeitgemäßere Regelungen die Menschenrechte genauso schützen.

Brigitte Simon | So, 8. August 2021 - 17:38

Es ist garnicht so leicht, ein Interview zu kommentie-
ren, in welchem sich die Journalistin ihre Fragen selb-
st beantwortet. Frau Hildebrandts Sätze brachten Herrn Luft nicht in die Verlegenheit, nach Luft zu rin-
gen. Seine Konjunktivsätze schadeten ihm nicht.

Frau Hildebrandts Feststellung "Rückführungen
sind das Dreckigste im Asylgeschäft" belegt ihre
Nichtkompetenz zu diesem Thema. Ist das dreckig
Anis Amri zurückzuführen? Sein Anschlag auf dem
Breitscheidplatz kostete zahlreichen Deutschen das Leben. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Ist seine zweite Rückführung dreckig?
Ich bitte Sie Frau Hildebrandt.
Dürfen wir Deutsche nicht geschützt werden?

Überraschend war für mich auch das Thema "Ein
Systemwechsel in der Asylpolitik ist nicht durch-
setzbar" mit dem Migrationsforscher Luft der lin-
ken Uni Bremen zu führen ist schon vom Feinsten.