Kubicki und Scholz
Wolfgang Kubicki und Olaf Scholz im Bundestag, 26.10.2021 / picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopress

Die Fehler der alten und neuen Regierenden - Mea Culpa!

Die Merz-Regierung wiederholt die Fehler der Ampel-Regierung, an denen der Autor dieses Textes beteiligt war. Die Wähler der Union fühlen sich betrogen, verlieren das Vertrauen. So wie zuvor die Wähler der FDP. Was haben wir damals falsch gemacht?

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Autoreninfo

Wolfgang Kubicki ist stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender und war Bundestagsvizepräsident. (Foto: dpa)

So erreichen Sie Wolfgang Kubicki:

Die ersten hundert Tage der Regierung Merz sind vorüber, und manch einer glaubt, ein politisches Déjà-vu zu erleben. Ausgerechnet der Mann, der sich in größte Opposition zur gescheiterten Ampel gesetzt hat, scheint ihre Fehler in Lichtgeschwindigkeit zu wiederholen. Die Rolle der Union, so behaupten einige, gleiche dabei derjenigen der FDP. Ich glaube das nicht. Auch wenn das Resultat das gleiche ist: ein dramatischer Vertrauensverlust bei den Wählerinnen und Wählern.

Um zu erläutern, was ich meine, ist es unerlässlich, dass ich an dieser Stelle auf die Fehler der FDP in der Ampel-Regierung eingehe. Das Thema ist komplex und nicht besonders angenehm. Besonders nicht für jemanden, der über ein halbes Jahrhundert in dieser Partei gewirkt hat. Aber Wegducken ist keine Option, und so habe ich schon unmittelbar nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag eine umfassende Analyse zu den Fehlern und dem nach wie vor gegebenen Potenzial des politischen Liberalismus in meinem Buch „Aufwind im freien Fall“ vorgelegt. Der Form der Kolumne ist geschuldet, dass ich mich hier auf ein paar Punkte konzentrieren muss.

FDP-Wähler fühlten sich betrogen

Mir ist dabei bewusst, dass vielen nicht gefällt, was ich zur Ampelzeit zu sagen habe, und der Argwohn schon beim Lesen dieser Zeilen ins Unermessliche steigen dürfte. Deshalb möchte ich möglichst kurz und schmerzlos einsteigen: Die FDP ist bei der zurückliegenden Bundestagswahl gescheitert, weil sich unsere Wählerinnen und Wähler betrogen gefühlt haben. So brutal muss man es leider ausdrücken.

Dabei war der Beginn der Koalition für die FDP recht verheißungsvoll. Nach Bekanntwerden des Koalitionsvertrags waren sich nahezu alle Kommentatoren einig, dass dieser die Handschrift der Freien Demokraten trage. Und tatsächlich glaube ich nach wie vor, dass der Koalitionsvertrag eine gute Grundlage hätte sein können. Es gab nur zwei Probleme: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Grundlagen der Politik schon sehr früh so dramatisch verändert, dass dieser Vertrag als Arbeitsgrundlage nicht mehr recht taugte. Das zweite Problem ist tatsächlich ein Geburtsfehler der Koalition: das zu weitgehende Aussparen der Corona-Problematik.

Die FDP hat 2021 ein sensationelles Ergebnis eingefahren, und das lag vor allem daran, dass das Freiheitsthema bei vielen Wählerinnen und Wählern eine unglaubliche Konjunktur hatte und die FDP in der parlamentarischen Opposition als Hüterin der Kontrolle und der Wahrung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes aufgetreten ist. Ich habe selten so eine ehrliche Begeisterung für die Freiheit erlebt wie im Wahlkampf 2021. Dutzende Spontaneintritte in die FDP bei Wahlkampfveranstaltungen waren keine Seltenheit. Besonders viele junge Menschen waren darunter. Es war ein breiter Zuspruch, in dem koalitionstaktische Überlegungen keine Rolle spielten. Das macht den Erfolg der FDP 2021 tatsächlich zu einem singulären Ereignis in der Geschichte des politischen Liberalismus nach dem Zweiten Weltkrieg. Deswegen nahm uns unsere Wählerschaft den Eintritt in die Koalition mit Grünen und SPD auch nicht wirklich übel. Übel nahmen sie uns dafür umso mehr, was daraus wurde.

Lauterbachs Kommunikation war erratisch und unaufrichtig

Statt die Grundsätze der zukünftigen Corona-Politik im Vertrag zu fixieren, wurden die Differenzen der Parteien in dieser Frage dadurch überbrückt, dass man das Thema einfach in den wesentlichen Fragen aussparte. Die ersten Streits waren so programmiert. Und das Gesicht der Corona-Politik der Ampel war zum Leidwesen aller Freunde der Freiheit das von Karl Lauterbach, der nichts wirklich besser machte als sein Vorgänger, dafür aber mit seiner unaufrichtigen und erratischen öffentlichen Kommunikation und seiner unerträglichen Politisierung von Institutionen wie dem RKI und dem Paul-Ehrlich-Institut die Corona-Politik zusätzlich chaotisierte. Die Abstimmung zur allgemeinen Impfpflicht musste freigegeben werden, weil die Koalition sonst schon nach einem halben Jahr am Ende gewesen wäre.

Leider gingen die Probleme danach umso stärker weiter. Die Ursache war nicht der Koalitionsvertrag, sondern dass die FDP mit dem linken Kulturkampf assoziiert wurde und zu wenig dagegen unternommen hat.

Hierzu nur drei Beispiele: Erstens das Selbstbestimmungsgesetz. Jeder liberal denkende Mensch wusste, dass das Transsexuellengesetz, das in großen Teilen vom Bundesverfassungsgericht für unanwendbar erklärt wurde, abgeschafft werden musste. Das war auch die lange bestehende Beschlusslage meiner Partei. Das Problem war vielmehr, dass die Koalition es nicht vermocht hatte, eine wirklich liberale Antwort auf die Problemstellung zu finden. Man kann es zwar durchaus Freiheit nennen, dass jeder sein juristisches Geschlecht jährlich durch Sprechakt vor dem Standesamt ändern kann. Aber wie ich damals schon bei der Abstimmung zu dem Gesetz ausführte, bleiben zentrale Folgefragen unbeantwortet. Hinzu kam, dass das juristische Geschlecht durch die Politik der Ampel leichter zu ändern ist als eine neue Gasheizung einzubauen – Letzteres geht bekanntlich nur noch nach einem zwingend vorgeschriebenen Beratungsgespräch. 

Zudem erstreckt sich der Beweiswert des Geschlechtseintrags in amtlichen Dokumenten streng genommen nur noch auf die Frage, welche Erklärung man im Zweifel vor dem Standesamt vorgenommen hat. Für solche Fragen muss man keine amtlichen Register führen. Das ist, gelinde gesagt, bürokratisch und idiotisch. Eine Streichung des Geschlechtseintrages ohne „Selbstbestimmungsgesetz“ wäre wohl noch herausfordernder und natürlich auch problembehaftet, aber es wäre unbürokratisch und ehrlich gewesen und hätte uns nicht dem Vorwurf ausgesetzt, der rot-grünen Agenda zu folgen. Unsere Wählerschaft hat eine hohe Affinität für gegenseitige Toleranz und Chancengleichheit aller Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Abstammung und sexueller Orientierung. Und das trifft sich gut, denn das sind zentrale Werte der Freien Demokraten. Kein Verständnis hat sie für eine unausgegorene und undurchdachte, ideologisierende Gesetzgebung. Bestenfalls ist es ihnen egal – aber nur darauf zu hoffen, ist reichlich naiv.

Cannabis-Gesetz: ein rot-grüner Fiebertraum

Beim zweiten Beispiel verhält es sich ähnlich: dem Cannabisgesetz. Nicht das Anliegen als solches, sondern die einem rot-grünen Fiebertraum gleichende Umsetzung hat hier zum Vertrauensverlust beigetragen. Es mag zunächst widersprüchlich klingen, aber für mich war stets klar, dass Liberalisierung auch ein Instrument der Ordnung sein kann. Wir haben das in der schwarz-gelben Koalition in Schleswig-Holstein ab 2009 erfolgreich bewiesen, als wir das Online-Glücksspiel legalisierten. Das Prinzip ist, vereinfacht gesagt: Ein kontrollierter Markt bringt mehr Schutz als ein unkontrollierbarer Schwarz- und Graumarkt. Man kanalisiert das, was ohnehin passiert, in geordnete Bahnen. So erreicht man mit Liberalisierung mehr Schutz als mit Prohibition – was insbesondere Konservative oft nur schwer verstehen. Wir wurden damals massiv kritisiert, haben uns aber letztendlich bundesweit durchgesetzt, weil es vernünftig war.

Was wir beim Cannabis-Gesetz fabriziert haben, lässt sich hingegen nach dem Praxistest mit Vernunft nicht mehr verteidigen. Der Schwarzmarkt floriert, weil es schlicht nicht mehr kontrollierbar ist, wenn Besitz legal, Erwerb aber illegal ist. Die Idee der Anbauvereinigungen, in denen Cannabis legal angebaut und konsumiert werden darf, folgt zwar sozialistischer Logik der Kollektivierung von Produktion und Waren, hat aber keinerlei Potenzial, ein attraktives Gegenangebot zum Schwarzmarkt und dem legalen bzw. halblegalen Angebot in Nachbarländern wie Tschechien oder den Niederlanden zu schaffen. Ich stehe zur Idee der Legalisierung von Cannabis, aber mein Ziel bleibt es, dadurch die Droge möglichst fern von Schulhöfen und von Kindern und Heranwachsenden generell zu halten. Dass die Drogenpolitik in dieser Frage schon vorher gescheitert war, ist keine Rechtfertigung für das Festhalten an einem ebenso ungeeigneten Ansatz.

Migration: Kontrollverzicht führt zu Vertrauensverlust

Der dritte und letzte Punkt betrifft das Thema Integration und Migration. Die größte Reform, die die Ampel in diesem Bereich vorgelegt hat, ist die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts, die einen niedrigschwelligen Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft ermöglichte. Auch hier gilt: Der Ansatz ist nicht verkehrt, aber er hat aus liberaler Sicht eine Grundvoraussetzung, die nicht erfüllt war: Es muss unbedingte Ordnung beim Zuzug nach Deutschland herrschen, da sonst falsche Anreize gesetzt werden. Die Kontrolle der Migration ist die Voraussetzung für ein modernes Einwanderungsland. Mit dieser Erkenntnis hat die FDP schon 2017 einen sehr erfolgreichen Bundestagswahlkampf bestritten. 

Diese Voraussetzung war bei der Ampel leider nicht erfüllt, und so entstand auch hier der fatale Eindruck, die FDP würde sich mit dem Abarbeiten rot-grüner Talking-Points begnügen. Unsere Anliegen gingen dahinter unter. Das demotiviert die Anhängerschaft und hat einen beispielslosen Vertrauensverlust nach sich gezogen. Dass wir es zusätzlich zugelassen haben, auf die steigende Gewalt im öffentlichen Raum mit Unsinnigkeiten wie Messerverbotszonen zu reagieren, halte ich nach wie vor für einen großen Fehler.

Die Fehler der FDP lagen nicht in unserer Programmatik und auch weniger im Koalitionsvertrag, sondern in der konkreten Umsetzung. Den Schuh müssen sich die Partei – und auch ich – anziehen: Mea culpa!

Kein Trost, sondern eher alarmierend ist, dass die Fehler von Friedrich Merz noch verheerender sind als die unsrigen. Er verliert das Vertrauen nicht, weil er im Koalitionsalltag mit der SPD hinter den Wählererwartungen zurückbleibt. Er schreit den Wählern quasi ins Gesicht, dass ihn diese Erwartungen nicht kümmern. Schon vor Regierungsbildung war das der Fall, als er die Schuldenbremse quasi beerdigte. Und bei der Israel-Politik hat er es jüngst wieder getan, als er nicht nur verraten hat, wofür die Union in dieser Frage seit Adenauer steht, sondern auch, was er im Wahlkampf wiederholt versprochen hat. 

Von der „letzten Kugel für die Demokratie“ sprachen viele bei der jüngsten Bundestagswahl. Ein alarmistisches Bild, aber kein völlig aus der Luft gegriffenes. Es sei denn, meine Partei arbeitet ihre Fehler der Ampel glaubhaft auf – und die Union versucht nicht, sie im negativen Sinne zu toppen.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 16. August 2025 - 18:10

bitte gehen Sie und Ihre Partei, die FDP, der Bundesrepublik Deutschland nicht verloren.
Für mich ist das auch ein Stück weit politische Heimat, wie viele Parteien oder je Verwandte dazu:)
Ich muss jetzt aber mehr Sorge tragen um die SPD und die Koalition. Möge sie gedeihen.

Thomas Veit | So., 17. August 2025 - 09:24

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Sehrt-Irrek, aber was sich überlebt und nicht bewährt hat muss halt dann auch weichen und Platz machen für Neues.

Emotional kann ich Ihnen 100%ig folgen, mir geht es ähnlich, speziell im Fall FDP, aber 'der Zug ist abgefahren', glaube ich. Letztendlich hat die rotgrünwoke Transformation unserer Gesellschaft der letzten 10+ Jahre diese Parteien mitgerissen in den Abgrund bzw. die politische Bedeutungslosigkeit - durch ihr eigenes unkonstruktives Handeln wohlgemerkt, bezogen auf die (neuen) Probleme unseres Landes.

RIP!

auch einmal zurückzublicken, bevor man sich zu schnell von etwas Bewährtem und Modernen zu schnell verabschiedet.
Es entspringt meiner persönlichen Zu-Ordnung, manchen eigenen Erfahrungen, aber vielleicht in Einigem auch prototypischen Schilderungen, dass ich an dieser Stelle ein Büchlein empfehlen möchte:

JULE
GESCHICHTEN

Eine Erzählung

Petra Gilson-Sehrt, Book on Demand, Hamburg 2025
Es kostet an die 8 Euro

"In den vorliegenden Geschichten verwebt sich Erinnertes und Erdachtes zu einem Kaleidoskop, in dessen Fokus das Leben einer Kleinfamilie am Ende des vorigen Jahrhunderts steht."

Es würde mich sehr interessieren, inwieweit sich auch Ost und West darin annähern lassen oder ob gänzlich verschieden.

Ich beerdige nicht so schnell
Lebendige Geschichte

erlebten u.a. - der Westen (immer noch) auf 'Erdachtem'..., meiner Einschätzung nach.

Die Zeit in Muße "...einmal zurückzublicken, bevor man sich zu schnell von etwas Bewährtem und Modernen zu schnell verabschiedet." ist m.E. nicht vorhanden..., diese Zeit war in den letzten 10-15 Jahren (genug Zeit!) - diese Uhr ist schlicht und ergreifend abgelaufen! Sorry - das ist die Realität!

Das sieht man doch - wenn man/Frau auf die politische Landschaft schaut, oder nicht? 🤔

PS: Der in letzter Zeit häufig verwendete Begriff "Wir haben die Friedensdividende seit 1990 verfrühstückt." bezieht sich meiner Einschätzung nach nicht nur auf den materiellen Aspekt alleine, sondern auch auf den gesellschaftlichen. Man hat auch hier viel zu lange 'in Muße zurück geschaut' politisch, auf die alte Bonner Republik. Die ist aber bereits seit dem 3. Oktober 1990 Geschichte, was viele im Westen bis heute nicht wahrnehmen wollen...

Thomas Veit | So., 17. August 2025 - 09:27

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Die 'alte SPD' oder die 'alte FDP' bekämen Sie sowieso nicht wieder zurück..., nicht mit diesem Personal...

Das ist durch... ...

Stefan | Sa., 16. August 2025 - 18:24

Was Hänschen oder Fritzchen besser gesagt nicht lernt, lernt Fritze nimmermehr.
Wie oft hatten die aktuell Verbündeten die Chance alles zum GUTEN für die Republik zu
wenden ???
In ihrer Großmannssucht haben sie alles verspielt und vergeigt, sowie Steuergeld und Staatsvermögen in alle Herren Länder verschenkt.
Es ist zum davonlaufen.
Schon bei der Bildung dieser jetzigen unseeligen Koalition lagen die Fehler auf der Hand, denn nur mit Taschenspielertricks konnte sie überhaupt auf den Weg gebracht werden. Geschweige denn das horrende Sondervermögen ...
Hier sollte eine neue Koalition der wahren Mitte/Rechts die jetzige ablösen um das ganze Land nicht vollends in den Ruin zu treiben.
Blau/Schwarz unter der Führung von Frau Weidel, dazu fähige Minister wie Tino Chrupalla und Bernd Baumann.
Nur so geht's, alles andere ist ein langes Sterben eines solventen Sozialstaates.

Peter Rosenstein | Sa., 16. August 2025 - 18:36

Herr Kubicki. Ich hatte die FDP als Korrektiv gewählt und sie hat versagt. Bei der letzten Wahl gab ich meine Stimme der CDU, weil ich die AfD nicht wählen wollte. Das Ergebnis war das gleiche. Jetzt bin ich politisch heimatlos. Ich werde keine etablierte Partei mehr wählen, dafür können Sie mich beim Wort nehmen.

noch mit im Boot, als liberales Korrektiv... - aber... ☹

In der Folge der weiter voranschreitenden linksgrünwoken Transformation unserer Gesellschaft bleibt einem dann ergo nichts weiter übrig als das einzig erfolgversprechende Korrektiv zu wählen - beim nächsten Mal.

Auch wenn es 'ein bisschen unschön anmutet', auf den ersten Blick, aber wir brauchen jetzt so etwas wie einen 'Trump mit der Kettensäge'..., keinen 'Eier-Merz'!

Warum? Ganz einfach weil alles bereits zu weit vorangeschritten ist als dass man/Frau noch mit Überzeugungsreden oder Apellen etwas ändern könnte, selbst Fakten/Zahlen zu unseren offensichtlichen multiplen Problemen auf allen Ebenen werde vom rotgrünlinken Komplex ignoriert - ganz offensichtlich.

>> Kulturkampf!

Das einige Jahre später durch genau die gleiche BK * in der CDU eine völlig legitime Wahl eines MP der FDP „rückgängig gemacht wurde, dem auch Sie Herr Kubicki, wenn ich mich recht erinnere, genau wie Frau Bär aus der CSU und heutige Ministerin, der damalige Ostbeauftragte der CDU Hirte (dem dies das Amt kostete),, dem damaligen Chef der Jungen Union T. Kuban u.a. Herrn Kemmerich zur Wahl gratulierten.
Das das BVG Merkel und ihr Kabinett dafür rügte, war eine mediale Randnotiz.
Und wenn ich dann die Zeit von 89 bis heute betrachte, bin ich nicht nur politisch heimatlos geworden, wen würde „das“ denn interessieren ? …… viel schlimmer ist, das mich das politisch wirtschaftliche System an die Parteienlandschaft der nationalen Front UND an die Planwirtschaft der DDR erinnert und Parallelen mehr als offenkundig sind !.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Ingofrank | Sa., 16. August 2025 - 19:10

schlauer ist !
Dennoch, sehe ich es anders ! Ich bin der Auffassung, dass die Sondierer der FDP z.B. Lindner sich schlicht und ergreifend vom Erklär- Bär und die vom Völkerrecht- Kommende Trampoline schlicht (in super Stimmung) bei den Vor- Sondierungen eingelullt und über den Tisch gezogen wurden !
Auch hat Harbeck die Öl & Gaslieferungen aus Russland eingestellt und damit seine Chance zum Ausstieg aus Atom & fossiler Energie mit einhergehender Deindustrialisierung deren Ergebnis die Klimaneutralität D stehen sollte mit bekanntem Ergebnis durchgezogen und bis hinein in die Heizungskeller der D regiert. Und die FDP ? Hätte spätestens da den Ausstieg vollziehen müssen. 3 Jahre Wahlen verlieren und abwarten, bringt keine Wähler….. im Gegenteil.
Merz macht schon den gleichen Fehler, der immer währenden Hoffnung auf Besserung mit den Sozen ! Nur im Ergebnis wird die CDU nicht unter die 5% fallen, aber unter 10% als „Einzelpartei“ gesehen, dürften drin sein.
MfG a d Erfurter Republik

Karl-Heinz Weiß | Sa., 16. August 2025 - 19:13

Drei weitere gravierende Fehler wurden vom Autor ausgespart:
-die jahrelange One-Man-Lindner-Show
-das "Durchwinken" des Heizungshammers
-die Zustimmung zum Bürgergeld als "bedingungsloses Grundeinkommen light"

Die FDP hatte vor allem bei Jungwählern jahrelang hohe Zustimmungswerte. Dieses Potential wurde leichtfertig verspielt.

sabine waade | So., 17. August 2025 - 09:58

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Ich hatte in 2021 auch FDP gewählt. Aber ASZ mit ihrer Kriegslüsternheit und vor allem das Selbstbestimmungsrecht für Kinder ab 14 Jahren zur medikamentösen Selbstverstümmelung, d.h. das Elternrecht wird ausgesetzt, ABARTIG. die Kopflosigkeit der Partei und die Reduktion auf Finanzen, bedingt durch die! Zentrierung auf Lindner, die einseitige und geframte Berichterstattung in den ÖR haben einen großen Anteil an der Frustration der Bevölkerung. Allerdings verweise ich hier mit Joana Cotar, einer klugen und integeren Frau darazf, dass mir unser System immer weniger reformfähig erscheint. Unsere Sargnägel in Berlin- die Fa

Fast Allparteienregierung.

sabine waade | Mo., 18. August 2025 - 08:53

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Ich hatte in 2021 auch FDP gewählt. Aber ASZ mit ihrer Kriegslüsternheit und vor allem das Selbstbestimmungsrecht für Kinder ab 14 Jahren zur medikamentösen Selbstverstümmelung, d.h. das Elternrecht wird ausgesetzt, ABARTIG. die Kopflosigkeit der Partei und die Reduktion auf Finanzen, bedingt durch die! Zentrierung auf Lindner, die einseitige und geframte Berichterstattung in den ÖR haben einen großen Anteil an der Frustration der Bevölkerung. Allerdings verweise ich hier mit Joana Cotar, einer klugen und integeren Frau darazf, dass mir unser System immer weniger reformfähig erscheint. Unsere Sargnägel in Berlin- die Fa

Fast Allparteienregierung.

sabine waade | Mo., 18. August 2025 - 08:59

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Ich hatte in 2021 auch FDP gewählt. Aber ASZ mit ihrer Kriegslüsternheit und vor allem das Selbstbestimmungsrecht für Kinder ab 14 Jahren zur medikamentösen Selbstverstümmelung, d.h. das Elternrecht wird ausgesetzt, ABARTIG. die Kopflosigkeit der Partei und die Reduktion auf Finanzen, bedingt durch die Zentrierung auf Lindner, die einseitige und geframte Berichterstattung in den ÖR haben einen großen Anteil an der Frustration der Bevölkerung. Allerdings verweise ich hier mit Joana Cotar, einer klugen und integeren Frau darazf, dass mir unser System immer weniger reformfähig erscheint. Unsere Sargnägel in Berlin- die Fa

Fast Allparteienregierung.

Thomas Veit | Sa., 16. August 2025 - 19:37

Hier wird nix mehr 'aufgearbeitet'! Mit Merzens Vollversagen ist der Zug abgefahren, ganz einfach.

Es gibt ja aktuell nicht mal ein 'Ansätzchen' von Richtugnswechsel oder Umsetzung des Hauptwahlversprechens der CDU/Merzens: ein echter Politikwechsel! DAS wollen die konservativen und die liberalen Wähler:innen (und 'diverse' Konservative auch!).

Stattdessen 'duckt' man sich im Schatten dieser unsäglichen und undemokratischen 'schxxß Brandmauer' ab und hofft... ..., auf irgendeine mystische Erlösung!? Sorry, die wird nicht kommen, von alleine...

>> SPRINGT ENDLICH!! - CDU/CSU...!!!

[PS: diese 'neuen' halbgaren Grenzkontrollen sind ein Placebo, kein wirklicher Politikwechsel..., mMn]

Da sind die Landtagswahlen im nächsten Jahr wo vorauszusehen ist, dass die CDU für ihre genau wegen ihrer „grottenschlechte Politik“ abgestraft wird. In deren Ergebnissen sich Merz in altbekannten Floskeln u.a. Wir haben verstanden ….. verlieren wird und den von der FDP vorgegangenen Weg weiter gehen wird, am Ende mit gleichem Ergebnis.
Zur außerparlamentarischen Opposition wird’s nicht reichen, aber die Verluste werden mehr als gravierend sein …..Wenn dann allerdings ein linkes Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei nur m i t der Union gegen die AfD reicht kommt hoffentlich endlich der innerparteiliche Aufstand der schwarzen Genossen um den lange versprochenen Politikwechsel endlich einzuleiten und die Brandmauer abzureißen. Nervös sind sie im AdenauerHaus allemal jetzt schon, da der Unterschied nur noch auf 1% bei Insa zusammengeschmolzen ist und Forsa die AfD schon 2% vor der Union liegend sieht.
Mit besten Grüßen nach Weimar aus der Erfurter Republik

.

Theodor Lanck | Sa., 16. August 2025 - 19:42

Erst verweist er - eher verwischend - auf den russischen Angriffskrieg und auf die verschleppte Corona-Aufarbeitung, aber in einem Halbsatz kommt letztlich doch heraus, was der FDP das Genick gebrochen hat: "dass die FDP mit dem linken Kulturkampf assoziiert wurde". Die entschuldigenden Ausführungen zu Selbstbestimmungsgesetz, Cannabis und Staatsbürgerschaftsrecht sind aber wenig überzeugend. Und das Energie-Thema inkl. Atomausstieg hat er wohl weislich verschwiegen, wie die ganze übrige ökonomisch-finanzielle Malaise.

Es ist mit der FDP wie mit der Merz/Merkel-CDU: Posten vor Überzeugungen, Konsens mit der ÖRR-Presse vor Annahme des linken Kulturkampfs. Politikunfähig, so nenne ich das.

Thomas Veit | So., 17. August 2025 - 10:11

Antwort auf von Theodor Lanck

des 'echten Kubicki'... 👍

Lesen kann man/Frau ihn durchaus trotzdem mal..., mMn. >> Motto: "Botschaften aus einer vergangenen Zeit!"

Aber was sollte er sonst auch machen...? Im Nachhinein ist er ja sogar selbstkritisch... ...

Christoph Schnörr | Sa., 16. August 2025 - 19:53

Fehler ist die eklatante Diskrepanz zwischen Worten und Taten. Das betraf, bisweilen, den Autor (Abstimmungsverhalten), die Ampel, und das betrifft in beispiellosem Ausmaß die aktuelle Wortbruchregierung. Rot-Grün muss ich hier in Schutz nehmen: deren wirres Agieren entspricht ihren ideologisch-dummen, weltfremden Phrasen. Und alle zusammen gefährden massiv die Demokratie durch ihren totalitär-kindischen Umgang mit der AFD.

Hans-Hasso Stamer | Sa., 16. August 2025 - 21:16

Warum läuft es nicht anders? Weil die CDU eigentlich keine politische Partei ist, sondern ein Kanzlerwahlverein geblieben ist. Sie ist weitgehend unpolitisch.

Die strategische Erpressbarkeit durch die Brandmauer ist bekannt. Aber was ist diese? Eine virtuelle Konstruktion, garantiert durch linke Medien zwecks linker Machtsicherung.

Und das ist den eigentliche Grund: die CDU ist eine zu 100% opportunistische Partei. Sie kommt an die Macht und stellt fest:

Was können wir gegen einen linken Koalitionspartner, gegen eine linke Exekutive, gegen komplett linke Medien, gegen nach links einäugige Gerichte ausrichten? Gar nichts.

Also geht sie den Weg des geringsten Widerstandes und man tut das, was man im Leben als erfolgreicher Mensch am liebsten tut: Geld anhäufen. Mehr passiert nicht.

"Links ist vorbei "war die größte Lüge des Jahrhunderts, um Wähler zu fangen.

In der Postdemokratie herrscht ein Elitenkonsens. Und der ist links. Sie hassen die einzige Kraft, die das ändern könnte.

Sabine Lehmann | Sa., 16. August 2025 - 21:58

Wer mit "mea culpa" beginnt, hat mein Herz u. natürlich auch meinen Verstand im Sturm erobert, lieber Herr Kubicki. Bei mir genießen Sie hohes Ansehen, viele kenne ich die es mir gleichtun, das sei Ihnen versichert! Der Ein oder Andere in diesem Forum u. anderswo wird Ihnen das sicher nicht so einfach durchgehen lassen, aber trotzdem sind Sie als Mensch u. Politiker(das soll sich ja gegenseitig nicht unbedingt ausschließen, wird gemunkelt;-)) den Meisten durch u. durch sympathisch.
Ich hätte mir insbesondere seit 2015 gewünscht, dass mehr Leute Ihres Formats Klartext geredet hätten, statt im woken Phantasialand eine irre Wahnvorstellung nach der nächsten in die Tat umzusetzen, sei es zur Migration, zu Corona oder zur Wirtschaftspolitik, die schlussendlich nicht mal mehr den Namen verdiente, sonder eher eine Agenda aus Abwirtschaften und Deindustrialisierung verkörperte. Der K(r)ampf gegen das Klima ist jetzt das Sahnehäubchen auf dem grünen Dessert der Chefideologen! Germany is Lost.

Christa Wallau | Sa., 16. August 2025 - 22:23

So lange diese nicht erkennt, daß sie sich selbst mit Linken u. Grünen eingemauert hat (Dämlicher geht es nicht!) und daß sie schnellstens raus muß aus diesem Gefängnis, kann sie keine vernünftige Politik (an den Realitäten orientiert) betreiben.
Jeder weitere Kommentar dazu erübrigt sich.

Selbstmord von Parteien bzw. ihr Verschwinden in der Bedeutungslosigkeit ist nichts Schlimmes, aber die Folgen für die Bürger, welche von diesen Versager-Parteien vorher noch nach Strich u. Faden belogen u. betrogen wurden, d i e sind das SCHLIMME !
Verschüttete Milch kann nicht wieder eingesammelt werden, und genauso lassen sich die krassen Fehlentscheidungen, v. a. in der Migrations- und Energiepolitik, nicht rückgängig machen. Aber zumindest eine sofortige Kehrtwende muß jetzt her!

Was wir in Deutschland brauchen, ist ein harter, totaler RESET. Dazu ist außer der AfD aber keine einzige andere Partei bereit. Also wird sich n u r dann etwas bei uns ändern, wenn die AfD die 50%-Marke überspringt.

...ist nicht möglich. Nicht mit diesem System. Das ist eines der großen Probleme. Dieses Land blockiert sich selbst, es ist zu keinen großen Projekten, ob politisch oder in der Infrastruktur, mehr fähig. Das hat sich erledigt, dieses Land ist fertig. Ruiniert durch die sog. "etablierten" Parteien. Die Schäden sind mittlerweile vielfach irreparabel. Ja, das ist eine sehr deprimierende Sicht, aber ungeschönt. Nicht ohne Grund verlassen immer mehr Menschen, so sie denn können und die Möglichkeit haben, dieses Land. Keiner kann es ihnen verdenken. Ja, sie werden beneidet von denen, die auch gerne würden aber eben nicht können. All jene müssen das dann ausbaden, was unfähige Politiker angerichtet haben, selbst aber fein raus sind und sich u.a. im Ausland eins feixen. Abgesichert und versorgt bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Das ist die schreiende Ungerechtigkeit! Und das sorgt u.a. für den immensen Vertrauensverlust, nicht nur in die Parteien, sondern auch in den Institutionen, des Systems.

Volker Peters | Sa., 16. August 2025 - 22:46

Die FDP ist tot, und hoffentlich bleibt das auch so!

Ich gehöre zu denen, die die FDP 2021 gewählt haben. Der Fehler passiert mir nie wieder.
Der Einordnung von Herrn Kubicki kann ich größtenteils zumindest für mich beipflichten. Die Schnelleinbürgerung, in meinen Augen die völlige Verramschung der deutschen Staatsbürgerschaft, war für mich der größte Verrat. Sich zuerst als wählbare Alternative zur AfD zu präsentieren und danach Steigbügelhalter von rot-grün zu werden, das hat mich nicht einfach wütend gemacht, sondern dauerhaft zornig. Und Merz macht ganz genau das Gleiche. Bei der nächsten Wahl gehe ich den Schritt, den ich nicht gehen wollte, und wähle die AfD. Die „Parteien der Mitte“ hatten ihre Chance, die sie elendig vertan haben.

Heinrich Dompfaff | So., 17. August 2025 - 09:35

Antwort auf von Volker Peters

Genau, der letzte Schuss ist verhallt. Wer noch eine Lektion in Sachen gelungene bunte Republik braucht, muss das Abenteuer wagen, einmal in den Ballungsräumen mit der U-Bahn zu fahren

Christoph Kuhlmann | Sa., 16. August 2025 - 23:00

Der Stau beginnt im Rathaus! Die Parteilogos werden auch immer kleiner und die Plakate größer. VW erhöht die Verbrennerpreise die Deindustrialisierung schreitet voran und die Co2 Bepreisung ist immer noch nicht abgeschafft. Statt dessen bescheißt Merz die Verbraucher um die Stromsteuer und die Beitragszahler um ca. 10 Milliarden jährlich für die Krankenversicherung von Bürgergeldempfängern. Dabei ist das nur das Kleingeld, wer ungefähr beurteilen kann, was die Neuverschuldung von 1000 Milliarden bedeutet, der weiß, dass er nicht mehr zur Tilgung herangezogen wird. Nun ja Europa muss Weltmacht werden. Die USA sind pleite. Ist da nun Weitblick oder finanzpolitisches Harakiri? Wen wählt man nun? Wer hat noch nicht total versagt und seine letzte Glaubwürdigkeit verspielt?

Markus Michaelis | So., 17. August 2025 - 01:45

am eigentlichen Punkt geht es für mich trotzdem vorbei. Die Fehler der FDP listet Kubicki zutreffend auf und möglicherweise hätte ein anderes Vorgehen der FDP diese im Nettoeffekt von 3,x% auf 6,x% gehoben, was für die FDP einen großen Unterschied bedeuten würde, für das Land aber nicht.

Es sind zwar mehr Leute als früher mit "Rot-Grün" unzufrieden und klarere Alternativen dazu würde heute ein paar Prozent mehr bekommen.

Aber das grundsätzliche Problem der Gesellschaft, dass sie in verschiedene Weltsichten zerfallen ist, von denen keine mehr stabile Mehrheiten erreiche kann, dass ändert sich dadurch nicht. Es reicht dazu auch nicht einige Einzelfragen aufzuzählen, in denen man (vielleicht) noch Mehrheiten > 50% bekommt. Dafür sind die Differenzen (in der Bevölkerung) in anderen Fragen so groß, dass es trotzdem kracht.

Welche Ideen haben die FDP oder Kubicki dazu, wie man so eine Gesellschaft in den nächsten Jahren regieren sollte?

Elisa Laubeth | So., 17. August 2025 - 07:44

Ich fürchte es ist nicht nur dem Format geschuldet, dass diese Analyse unvollständig ist. Wir alle, auch die Cicero Leser, aber vor allen die FDP als angeblich liberale, vernunftorientierte politische Vertretung des eher konservativen leistungsorientierten Bürgertums haben den Kulturkampf der Linken nicht angenommen. Niemand wollte sehen, wie verbissen zielstrebig seit den 60er Jahren diese Linke sich den Staat auf allen Ebenen angeeignet hat.Zusammen mit ihren üppig finanzierten Vorfeldorganisationen ist es gelungen ein undurchdringliches Dickicht von Gesetzen zu schaffen, dass die Wirtschaft lähmt und die Gesellschaft spaltet. Diese Linke hat es geschafft, dass es in diesem Land keine Zukunftstechnologie Zukunft hat. Kernenergie, IT, Gentechnologie, Chemie, Pharma, sogar die Autoindustrie wurden ihre Opfer. Die FDP wäre der natürliche Gegner der Linken gewesen. Sie hat den Kampf im Irrglauben progressiv zu sein nicht angenommen, sondern mitgemacht. Das war der Untergang.

Konservativen - da haben Sie vollkommen Recht!

Im Westen eindeutig dem einlullenden Wohlstand zu verdanken >> Motto: "Bloß nix ändern...!" - bis heute. Aber es bröckelt...

Der Osten ist da weiter, mMn. Die Wahllandkarte ist der Beweis... 😉

Merseburger | So., 17. August 2025 - 08:47

Offenbar nach wie vor befangen in der zeitgeistigen Klimaideologie, haben Sie das umständliche Mitrudern bei der aktivistischen Klima-Wirtschaftspolitik der "Ampel" vergessen. Statt diese abzulehnen und spätestens nach dem Verfassungsgerichtsurteil aus der Koalition zu gehen, haben sie ein bürokratisches Monster hinterlassen. Nun arbeiten sich tausende Kommunen und Landkreise an einer bürokratischen "Wärmeschutzplanung" ab, die das Geld der Steuerzahler kostet und die niemand braucht.

Jörg Quitt | So., 17. August 2025 - 08:51

Die FDP, eine Partei, die für nichts steht, braucht man nicht mehr. Erst recht keinen Herrn Kubicki, der permanent rechts blinkt und dann blitzschnell links abbiegt, je nachdem woher der Wind, Pardon das Lüftchen kommt.
Die Herren von der FDP würden sogar ein rosa Tütü anziehen, um wieder an die Macht zu kommen. Menschen ohne Rückgrat haben wir bereits genug, das reicht.

Achim Koester | So., 17. August 2025 - 09:01

der da lautete: "besser nicht regieren als schlecht." Damit hat er sich zum nützlichen Idioten für Rot/Grün gemacht, jeden noch so horrenden Blödsinn abgenickt und die Glaubwürdigkeit der FDP als liberale Partei verspielt. Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, sollte es denn überhaupt jemals gelingen.

Heinrich Dompfaff | So., 17. August 2025 - 09:31

Die fdp hat seit meiner gesamten politischen Erinnerungszeit eine wichtige Gruppe von Liberalen rechts liegen lassen, insbesondere auch in der Zeit der sozial-liberalen Koalition unter Schmidt, und auch in Ihrer Handlungszeit, Herr K.: die nationalliberal eingestellten Menschen. Dabei hat der deutsche Parlamentarismus genug hier seine Wurzeln, nämlich in der Paulskirche. Auch die offiziellen Feierlichkeiten vor einigen Jahren belegen meine These. Die fdp ist auch an diesem inneren Widerspruch zwischen ordoliberaler Wirtschaftpolitik unter Westerwelle und Co und linksliberaler Genetik untergegangen. Diese fdp Ihrer Jugend ist Geschichte und wird nicht mehr auferstehen, da die Jugend offensichtlich verstanden hat, dass Linksliberalismus eine taktische Chimäre auf dem Weg zum illiberalen Sozialismus ist. Ja, tua maxima culpa, pereat

Bernhard Marquardt | So., 17. August 2025 - 15:44

Antwort auf von Heinrich Dompfaff

Der Begriff "Linksliberalismus" ist zwar inzwischen ein gängiger, aber völlig sinnentleerter Widerspruch in sich selbst.

G. Fischer | So., 17. August 2025 - 11:33

Für mich als FDP-Wähler und Lindner Fan war die Aussage "Lieber nicht regieren als falsch.", mit der die FDP die Verhandlungen zur Jamaika-Koalition 2017 beendete, ein Beleg, dass man den liberalen Zielen treu bleibt und sich nicht der Macht wegen bis zur Unkenntlichkeit verbiegen wird. Dann kam 2020 die Wahl des FDP-Spitzenkandidaten Kemmrich in Thüringen, den man hätte unterstützen können, aber den die Bundespartei im Regen stehen ließ und wie einen Aussätzigen behandelte. Es wäre die Chance auf den konservativen Regierungswechsel gewesen, den viele Thüringer sich gewünscht hatten. Aber die Brandmauer war bereits errichtet und schadet seitdem jedem liberalen Gedanken. Die letzte Regierungsbeteiligung der FDP hat sie zur Geisel einer Politik gemacht, die nicht von liberalen Werten geprägt war. Da nutzt auch die Nabelschau und das Hervorzerren von einzelnen mehr oder weniger wichtigen Fehlentscheidungen nichts. Das Vertrauen ist momentan leider hin.

Klaus Funke | So., 17. August 2025 - 11:36

Mir hat mal einer gesagt: Kriege und Streit nach hinten zu führen, ist Blödsinn. Will sagen, Vergangenes ist vergangen und kommt nicht wieder. Die FDP ist tot. Da hätte man sich zu Lebzeiten drum künmmen sollen und nicht jetzt. Lieber Kubicki, Sie hatten alle Zeit und Gelegenheit, in die Speichen zu greifen. Sie haben es nicht getan, stattdessen fleißig mitgemacht, und jetzt sind das Bedauern und die Reue groß. Der Verräter Gorbatschow hat gelegentlich wahre Worte gesagt. Eines war: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!" Zwar hat er die für sich selber kaum berücksichtigt, aber wahr ist es dennoch. Lieber Herr Kubicki, hören Sie auf, verlorene Kriege nachträglich gewinnen zu wollen. Denken Sie einfach mal konstruktiv und ohne Scheuklappen. Bieten Sie der AfD Ihre Dienste an. Bäumchen wechsle dich! Wiewohl ich nicht glaube, dass die Sie nehmen werden. Aber die Show muss es wert sein. Nochmal richtig aufdrehen und nach vorne denken. Viel Glück, alles Gute, beste Gesundheit!

Sabine Lehmann | So., 17. August 2025 - 17:05

Antwort auf von Klaus Funke

Herr Kubicki als Einzelner hätte sich selbst, seine Reputation und damit seine gesamte Existenz zum Abschuss freigegeben. Welcher Heldenmut soll denn da heraufbeschworen werden?
In einem Land, in dem inzwischen die Realität mit tatkräftiger Unterstützung durch NGO's und der „Vierten Gewalt“ den Wahnvorstellungen geradezu krankhafter Ideologien angepasst wird, in diesem Land reicht nicht mal eine ganze Herde flotter Zossen um der Verfolgung zu entkommen.
Bereits vor über einhundert Jahren sagte einmal ein weiser Mensch: Wer in Deutschland die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd. Nun, die Zeiten haben sich geändert, in einer Zwischenära wäre das ein Ferrari gewesen, heute reicht auch ein Lastenfahrrad, denn Verbrenner sind verpönt, und statt die Vorzüge des "Elektriktrick" aus der Steckdose zu genießen, sitzt der deutsche Neandertaler demnächst lieber wieder in einer Lehmhütte, töpfert nachhaltige Accessoires, trägt veganen Lendenschurz u. kommuniziert wieder mit Rauchwolken.

Walter Bühler | So., 17. August 2025 - 12:08

... jedenfalls aus meiner Sicht.

Zwei blinde Flecken in Ihrer Darstellung möchte ich hier ergänzen:

1. Der radikale Abschied von der Ostpolitik Brandts und Genschers, verbunden mit der Übernahme der antirussischen Politik des osteuropäischen Nationalismus. Die demonstrative Kriegsgeilheit von führenden FDP-Persönlichkeiten war und ist für mich nur abstoßend.

2. Die unkritische Übernahme der undemokratischen Wagenburg-Politik gegenüber der AfD (auch in ihrer Amtsausübung im Präsidium des Bundestages).

Außerdem glaube ich, dass Sie - wie die meisten Berufspolitiker - bis heute nicht begriffen haben, was Weizsäcker schon um 1990 klar formuliert hat: Die parlamentarische Demokratie ist in Gefahr, weil sie nur noch als Demokratie der Parteifunktionäre verstanden und praktiziert wird.

Darauf beruht die allzu bequeme Verschwörungstheorie, von der die "demokratische Mitte" inzwischen lebt: an allem Übel ist nur die AfD schuld.

Die Balken im eigenen Auge werden so unsichtbar.

Robert Denschlag | So., 17. August 2025 - 13:32

Lieber Herr Kubicki, ich bin wegen der Abschaltung der letzten AKWs ausgetreten. Vermutlich war ich nicht der Einzige. Interessant, dass Sie diesem Thema kein Raum gegeben haben.

Ernst-Günther Konrad | So., 17. August 2025 - 14:30

Sie schreiben:
*Die FDP ist bei der zurückliegenden Bundestagswahl gescheitert, weil sich unsere Wählerinnen und Wähler betrogen gefühlt haben.*
Selbsterkenntnis ist der beste Weg zu Besserung. Nur wird das nicht mehr reichen. Die FDP hat fertig.
Was Sie sonst zur UNION schreiben ist alles richtig. Auch die wird den Weg der cristiana democrazia gehen, der FDP gleich.

Bernhard Marquardt | So., 17. August 2025 - 15:32

lieber schlecht, aber mitregieren.
Das eigentliche Drama ist nicht der wohlverdiente Vertrauensverlust der FDP bei ihrer Wählerschaft.
Schlimm und auf absehbare Zeit kaum reparabel ist, dass die FDP-Führung mit ihrem Verrat an nahezu allen liberalen Prinzipien den ideologischen Grundlagen des Liberalismus so sehr geschadet hat, dass „liberal“ inzwischen völlig desavouiert fast zum Schimpfwort verkommen ist.
Die Wähler assoziieren den Begriff „liberal“ mit dem (bereits mehrfachen) Missbrauch durch die FDP.
Diesen Makel wird die FDP nicht mehr los, Ausreden und nachträgliche Schuldbekenntnisse hin oder her.
Bleibt Anhängern des liberalen Gedankenguts nur die vage Hoffnung auf eine Neubelebung durch eine Organisation, die keinesfalls den Namen der selbst-verbrannten FDP tragen kann.
"Wenn Du entdeckst, dass Dein Pferd tot ist, steig ab!"
Das sollte bei realistischer Betrachtung auch Herr Kubicki einsehen.