Drama an der EU-Außengrenze - Wo Europa aufhört

Tausende Migranten aus der Türkei warten an der Grenze zu Griechenland auf eine Gelegenheit, um in die EU zu fliehen. Es sind überwiegend junge Männer, die es bis hierher schaffen. Die Hilfsbereitschaft der Einheimischen ist nackter Angst gewichen.

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Mit dem Bus ins Niemandsland: Der türkische Präsident Erdogan schickt Migranten in eine Falle / picture alliance

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Es sind hässliche Bilder, die das Fernsehen dieser Tage aus dem Niemandsland zwischen der türkischen und griechischen Grenze sendet.  Zehntausende Migranten harren dort gerade im Freien aus. Sie sind gefangen in einer Falle. Der türkische Präsident hat sie über die Grenze gelassen oder sogar mit Bussen dort hinkarren lassen. Er hat ihnen erzählt, Europa stehe ihnen offen. 

Tatsächlich hört Europa dort auf. Auf der griechischen Seite der Grenze stehen Polizisten. Sie setzen Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Grenze zu schützen. Griechenland, das ist Europas „Schild" im Kampf gegen die Menschenkolonnen, die die Türkei in Richtung EU verlassen. So hat die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Rolle des Mittelmeerstaates beschrieben. Was das für die Migranten und die Bewohner des griechische Grenzgebietes bedeutet, beschreibt eine Reportage im Tagesspiegel. 

„Und plötzlich brennt das ganze Haus“

Einheimische verfolgen fassungslos, wie die Lage dort eskaliert, weil die EU Griechenland mit den Migranten allein lässt. „Warum halten wir nicht besser zusammen?“, fragt eine Frau, die griechische Soldaten mit selbstgebackenen Kuchen versorgt. Das Ende von Europa, das ist das Ende der Mitmenschlichkeit. Vom „Prinzip mitfühlender Härte“ spricht der Autor. Es seien überwiegend junge Männer, die es bis hierher schaffen, erfährt man in der Reportage – weniger Familien mit Kindern, wie es andere Berichte gerne suggerieren. Einzelnen von ihnen gelinge es immer wieder, die Grenze zu passieren. „So viele Polizisten kann man ja nicht postieren.“

Das aber wirft die Frage auf, ob das Narrativ von den in Idlib ausgebombten „Bürgerkriegsflüchtlingen“ überhaupt stimmt. Die Reportage benennt zwar nicht die Nationalität der jungen Männer. Andere Quellen berichten aber übereinstimmend, nur ein geringer Prozentsatz von ihnen seien Syrer, die Mehrheit komme aus Afghanistan, dem Irak oder dem Iran. Den Einheimischen dürfte ihre Herkunft egal sein. Ihre Gastfreundschaft  ist nackter Angst gewichen. Einige haben sich zu Bürgerwehren zusammengeschlossen. Junge Männer, so heißt es in der Geschichte, brechen in verlassene Häuser ein, um sich aufzuwärmen. „Und plötzlich brennt das ganze Haus." 

Die vollständige Reportage lesen Sie hier.

Tomas Poth | Mo, 9. März 2020 - 17:57

Es waren schon im ersten Ansturm überwiegend junge Männer!
Stoppt Erdogan dann stoppt ihr auch dies Elend!

Gerhard Lenz | Di, 10. März 2020 - 08:46

In reply to by Gast

Auf der Mayflower gab es ebenfalls überwiegend Männer. Und selbst als Menschen erstmals den Mond betraten, war die männliche Dominanz offensichtlich..
Deswegen kann man trotzdem mindestens den Schwächsten unter den Hilfsbedürftigen (Schwangere, Kranke, Familien mit kleinen Kindern usw.) unmittelbar helfen - man muss sie nicht wie Tiere behandeln.

Glauben Sie, wenn die an der Grenze auftauchen, haben Sie einen entsprechenden Ausweis dabei "ich bin Krimineller" oder "hier kommt ein illegaler Asylbewerber"?

Woher wissen Sie , ob es sich bei dem vermeintlichen Kriminellen nicht um ein Folteropfer handelt?

oder sagen wir: ein „echter“ Flüchtling es in erster Linie darauf anlegt, von dort weg zu kommen, wo er all das erleben musste.
Das ist der Fall, wenn er in der Türkei ist oder sogar schon in einem anderen Teil seines Landes.

Sie können ja glauben, dass in erster Linie Männern solches geschieht, jungen Männern, viele davon aus Ländern, wo gar kein Krieg, Folter, etc. herrschen.
Und deren Frauen, Kinder, Mütter, Schwestern, etc. da halt weiterleben müssen.
Haben Sie Familie? Würde Sie ohne diese fliehen?

Sie können weiterhin so blind sein und all den Irrsinn der letzten Jahre ignorieren.
Andere tun das nicht mehr oder haben es nie getan.

Das Elend der Kinder lässt niemanden kalt, aber was jetzt zu erwarten ist, wenn man sie hierher holt, anstatt sie vor Ort zu versorgen:
Es werden plötzlich von überall her „Eltern“ auftauchen, die zu ihnen nach Europa wollen, es werden massenhaft Kinder auf den Weg geschickt, all der Irrsinn wird weitergehen.

aber ich maße mir nicht an, so wie so manch "Aufgeklärter" das tut, mit vollem Bauch empört und erregt vom bequemen Sofa aus zu beurteilen, ob es sich um "aufrichtige" Flüchtlinge handelt, oder eben nicht.

Wissen Sie was passiert, wenn sie die Kinder zurückschicken in die Trümmer? In Dörfer und Städte, die vom von einen der feinen Herrn Erdogan, Assad oder Putin bombadiert wurden?

Macht nichts. Hauptsache, die kommen nicht hierher.

Natürlich ist es auch ein Ausdruck der Kulturen dieser Länder, dass junge Männer, anders als junge Frauen, sich alleine auf den Weg machen. Klar werden da auch Menschen darunter sein, die nicht direkt in Gefahr waren.

Aber um das herauszufinden, gibt es Asylverfahren.

"Flüchtlinge aufgrund irgendwelcher Vorurteile abzulehnen, ist kein Bewertungskriterium im Sinne des Asylgesetzes.

Natürlich würde ich das auch machen, wenn mein Leben in Gefahr wäre. Mit meinen Eltern, oder auch ohne sie, wenn diese, aus welchem Grund auch immer, zurückblieben.

von Menschen, die Sie nicht kennen.

Eine „Kultur“, die Männer losschickt und die Frauen in der Hölle zurück lässt, ist nicht meine.
Ich glaube eben n i c h t , dass auch nur ein Bruchteil dieser Männer einen „echten“ Grund hat, zu fliehen.
Und wenn: warum dann ins „bequeme“ Europa, vor allem D?
Ich würde keinen Schritt weitergehen, als ich müsste...

Sorry, Sie überzeugen mich nicht im geringsten.

Und wie kommen diese unbegleiteten Kinder „alleine“ durch die Türkei?
Man muss sie erst mal nirgendwo hin zurückschicken, die Türkei ist kein Barbarenstaat.

Es ist ein Drama, wenn sie tatsächlich ohne jegliche Begleitung, auf welchem Wege auch immer, dahin kamen.
Ich habe Kinder – aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass Sie keine haben – und das alles geht mir sehr nahe.
Aber wo und wie soll es weitergehen, wenn wir jetzt anfangen, sie aufzunehmen?
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass es dabei bleibt?

Asylverfahren gerne, aber nicht hier, wir sind unfähig, Abgelehnte abzuschieben

..fremder Kulturen ist dagegen gang und gäbe, wie man weiss. Alles "Messerimporte" und "sonstige Taugenichtse", so die üblichen AfD-Experten. Und auch was das sogenannte "Gutmenschentum" angeht, lese ich hier praktisch pausenlos Bewertungen - per Ferndiagnose oder Telepathie, selbstverständlich.

Also hören Sie auf, mit zweierlei Maß zu messen. Und nein, ich will sie nicht überzeugen.

Wie diese Kinder alleine durch die Türkei kommen, weiss ich nicht - aber das ist letztendlich auch egal, sie sind nun mal eben da.
Und wer noch einen letzten Funken Mitgefühl hat, sollte bereit sein, diesen Kindern zu helfen.

Aber für viele versiegt dieses Mitgefühl an der Landesgrenze. Die bejammern dann den flaschensammelnden Rentner, und schimpfen über Merkel.

Mit vollem Bauch, vom bequemen Sofa aus, wie schon gesagt.

Robert Hans Stein | Di, 10. März 2020 - 09:18

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Aber um im Bilde zu bleiben und auf Ihrem Niveau: Die Migranten könnten ja versuchen, den Mond zu besiedeln. Oder ein Schiff besteigen und auf einem neuen Kontinent die "neuen Indianer" verdrängen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich über Ihren Witz lachen.

die "unter sich" bleiben wollen, und jedem Fremden mit Mißtrauen begegnen, nicht den Mond?
Schön mit Stacheldraht umzäunt, keiner darf rein...

Ernsthafter: Haben Sie auch etwas Inhaltliches beizutragen?

Oder sind für Sie Migranten generell männlich, potentielle Messerimporte, Testosteron beladen usw.?

Sieht man die Bilder der Menschen dort, die im Dreck dahinvegetieren, und liest dazu Kommentare wie Sie sie produzieren, merkt man schnell wo es an Niveau mangelt...von Empathie und anderen menschlichen Charaktereigenschaften ganz zu schweigen.

Barbara Blume | Di, 10. März 2020 - 18:38

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Gibt es nicht auch relativ reiche Staaten - sogar mit muslimischer Religion - die auch gar nicht so weit weg sind wie Europa ...?
Die wären doch für eine Aufnahme von muslimischen Flüchtlingen besonders prädestiniert.
Vielleicht habe ich das ja auch nur geträumt ... ? oder ist einfach eine ganz schräge Idee von mir, die sonst niemand einfallen kann... ?

Tomas Poth | Di, 10. März 2020 - 19:05

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Und wie sehen die indigene Restbevölkerungen in Nord- und Südamerika diese Einwanderung/Okkupation?

Manfred Gimmler | Di, 10. März 2020 - 21:54

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keiner wird Sie daran hindern zu helfen.

Hans Schäfer | Mi, 11. März 2020 - 09:21

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Wie viele sind Sie bereit bei sich aufzunehmen?
4 Jahre hat man das Problem vor sich hingeschoben. Man musste sich -ebenfalls erfolglos- an der AfD ab arbeiten, da bleiben für solche unwichtigen Dinge natürlich keine Zeit. Aber wir schaffen das! Produzieren weiter Waffen und exportieren die in Krisengebiete. Sind alles Waffen, die keinen Schaden anrichten und kein Leid erzeugen.
Der Waffenindustrie und den Waffenlobbyisten geht es gut, dass ist die Hauptsache.

Es muss etwas geschenen. Wir sollten besonders Schutzbedürftige aufnehmen. Allerdings die anderen EU-Friedensnobelpreisträger auch! kein Alleingang auf unsere Kosten. Und, die Amts-, Würdenträger und sonstige lt töneneden Experten sollen mit guten Beispiel voran gehen und für ein Jahr auf 10% ihrer, mtl. aus Steuermitteln finanzierten, Einkünfte verzichten.
Und Sie nehmen zwei junge Männer auf. Schlau reden kann Jeder. Wenn es ans Eingemachte geht, wegducken. Bin gespannt, wie viele Sie behaupten bereits aufgenommen haben.

Heidrun Schuppan | Di, 10. März 2020 - 13:54

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Erdogan uns seinem Außenminister werden im Gespräch mit v.d.Leyen und Michel (zwei Weicheier) gerade Visafreiheit für Türken sowie die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen (!) versprochen. Man will im Gespräch bleiben bzw. dem Sultan vom Bosporus weiter den roten Teppich ausrollen, damit er nicht ausrutscht. Außerdem kritisierte v.d.Leyen das Vorgehen der Griechen an der Grenze zur Türkei. Mehr "Entgegenkommen" geht eigentlich nicht – ich nenne es Schlemmerei erster Güte. Nun sage aber niemand, dass die Diplomatie solch Vorgehen notwendig mache. Wie war das mit der Aussage von Max Liebermann?

Ingofrank | Mo, 9. März 2020 - 21:16

Falsch, nicht in die EU sondern in die Länder, die hohe Sozialstandards haben und in dem die übergroße Mehrheit der Bevölkerung alle, aber auch alle egal mit welcher Vergangenheit, welchen Glaubens, welcher Bildung oder beruflichen Qualifikation aufnehmen wollen.
Und nun die 1 Millionen Frage: RICHTIG: Deutschland!

Ach ja, der Fachkräftemangel! Was für eine Scheinheiligkeit. Weil: a) die Willkommenden keine oder nur in sehr geringem Maße qualifiziert sind b) Unsummen in Sprache , Qualifikation und Integration
investiert werden müssen (warum werden diese Gelder nicht in die AL im eigenen Land investiert od. in berufliche die Qualifikation?) c) noch mehr Druck im Niedriglohnsektor ausgeübt werden kann und letztlich d) bei fehlender oder nicht gewollter Integration, die Wirtschaft nicht die Kosten der verfehlten Politik tragen muß SO N D E R N richtig wieder die 1 Millionen Frage: der der jeden Tag pünktlich zu Arbeit geht und der noch pünktlicher seine Steuern zahlt

.

Ralf Lemeh | Di, 10. März 2020 - 00:32

Ja, direkt an der Grenze schon. Aber die sind ja dort, weil es für Familien mit kleinen Kindern und älteren Menschen (die zu Tausenden im Dreck und Kälte ausharren) angesichts des Grenzschutzaufgebots zu gefährlich ist. Daraus zu schliessen, die Mehrheit der Flüchtlinge seien junge Männer, ist falsch.
Seit Mitte der 90ziger Jahre gibt es diese Flüchtlingsbewegung.
Quelle: „Tagesschau vor 20 Jahren“.
Keiner kann sagen, dass die Menschen erst seit 2015 aus ihrer Heimat fliehen. Die Fluchtursachen sind hinlänglich bekannt. Die EU Mitgliedsstaaten haben offenlichlich kein Interesse das Problem zu lösen. Die EU Zahlungen an die Türkei und andere Staaten lösen das Problem nicht. Sie schaffen neue Abhängigkeeiten und verschlimmern die Situation dieser Menschen.

Es ist nützlich die Genfer Flüchtlingskonvention zu lesen. Auch wenn man die Leute verstehen kann wenn sie aus der Türkei weg, und nach Österreich, Deutschland oder Schweden möchten, es gibt aber kein Menschenrecht auf Migration zu den bestmöglichen Sozialleistungen. Migranten sind keine Flüchtlinge.

Stefan Jurisch | Di, 10. März 2020 - 07:19

Ich hätte auch Angst, wenn ich inmitten dieses Chaos säße. Und ich habe den Bildern von überwiegend netten Familien nie geglaubt.

Ehrlich: auch mich bestürzen die Bilder, und ich bin der Meinung, dass wir helfen sollten. Aber dann bitte mit entsprechenden Gesetzen!
Zum einen sorgen wir für Hilfe vor Ort. Das ist sowieso das wichtigste. Zudem können wir gern Menschen hier aufnehmen, aber unter zwei Bedingungen. Erstens müssen alle nach Ende des Krieges wieder nach Hause. Zweitens: wer keinen Herkunftsnachweis hat, kommt nicht rein.
Die Unterbringung in Lagern sollte nicht stigmatisiert werden. Es gibt viele leere Kasernen. Und wenn sowas deutschen Soldaten zumutbar ist, dann auch jedem Menschen in Not! Mein eigener Vater ist DDR-Flüchtling und war glücklich, in einem westdeutschen Lager angekommen zu sein!

Und ja, ich habe Angst um meinen eigenen "Lifestyle". So viel Altruismus, dass man GERN auf Dinge für Fremde verzichtet, kann man nicht pauschal von jedem verlangen.

kann man nur zustimmen, lieber Herr Jurisch.
Man sollte meinen, daß darüber Konsens herrschen müßte bei den meisten
Bürgern unseres Landes. Weit gefehlt!

Was geschieht faktisch?
1. Jeder, der sich so äußert wie Sie hier, wird von der allmächtigen Medienwelt und
den Gutmenschen in unserem Land als "Unmensch" stigmatisiert und in die Nähe von Nazis gerückt.

2. Die hofierten Politiker von den Linken, Grünen und der SPD sowie auch große Teile der CDU (AfD-ler werden erst gar nicht befragt!) stemmen sich daher gegen eine Verschärfung der Regeln, schwafeln weiter herum von Mitmenschlichkeit und drücken auf die Tränendrüsen.

ich kann dazu n ur sagen: J e d e r , der einen Fremden aufnehmen will, weil sein Gewissen ihm dies gebietet, sollte dies tun dürfen, aber: Auf eigenes Risiko bei sich zu Hause und t o t a l von ihm privat finanziert. Für alles, was der Augenommene
in Deutschland tut, muß er haften.
D a s wäre glaubwürdig.
Alles andere ist Heuchelei auf dem Rücker anderer.

ist sicherlich nicht derjenige, der ständig auf Jesus und das Christentum verweist, dann aber voller Verachtung das Gebot der Nächstenliebe den Schwächsten gegenüber verbal mit Füßen tritt.

Und nein, die AfD wird nicht gefragt. Hätte die denn etwas Konstruktives vorzutragen, abgesehen von denunzierenden Pauschalurteilen, wonach Migranten grundsätzlich "Messerimporte" und "sonstige Taugenichts" sind?

Hans Schäfer | Mi, 11. März 2020 - 09:35

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JA, hätte sie vieleicht, aber sie wird ja, wie Sie richtig feststellen, nicht gefragt. Ergo werden wir - im Gegensatz zu Ihnen, der die Antwort, obwohl nie gefragt wurde, kennt, ob sie eine Antwort haben oder nicht. Aber ich bin sicher, Sie klären uns oder auch nicht, auf, dass sie keine haben.

Benno Pluder | Di, 10. März 2020 - 08:33

Höre ich die heutigen Morgenkommentare zum Treffen VdL und E. gestern in Brüssel, vernehme ich, dass Herr E. dieses Treffen als sehr konstruktiv bezeichnet und VdL meint, der "Flüchtlingspakt" mit der Türkei müsse aktualisiert und überarbeitet werden.
Schlussfolgerung? Europa knickt zum wiederholen Male und deutlich vor diesem Kriegstreiber und Provokateur ein, zeigt sich neuerlich erpressbar und wird am Nasenring durch die "osmanische" Manege geführt.
Es ist und bleibt ein Trauerspiel, in welchem die Flüchtlinge und illegale Migranten als Druckmittel missbraucht werden.

gabriele bondzio | Di, 10. März 2020 - 10:40

das ganze Haus."...möchte solche Migranten, bei Beobachtung aus dem derzeit weiterem Blickwinkel , nicht in DE haben. Eingedenk der Überlegung, wer dort mit brachialer Gewalt seine Ziele durchsetzen will, versucht das überall.  

helmut armbruster | Di, 10. März 2020 - 10:44

so gestern im heute journal des ZDF. Fünf Minuten lang wurde eine (bedauernswerte) afghanische Mutter mit 2 kleinen Kindern im Lager an der griechischen Grenze gezeigt.
Andere Bilder aus dem Lager wurden nicht gezeigt.
Keine jungen Männer, nichts.
Das nennt sich dann objektive Berichterstattung.

das ist ja das Drama. Wie lange sind uns schon die Zustände auf Lesbos bekannt? Doch schon eine ganze Weile, und wie waren die Reaktionen der EU auf dieses unsagbare Elend? Eigentlich nur Schulterzucken. Jetzt nachdem Erdogan freie Fahrt für die Flüchtlinge an die griechische Grenze organisiert hat herrscht helle Aufregung. Dabei werden von den Verantwortlichen zum Teil schon wieder der Bevölkerung suggeriert es liegt an Syrien, nur bei diesen Flüchtlingen sind fast keine Syrer dabei und schon gar nicht aus Idlib, es sind Flüchtlinge aus den Ländern in denen von einer Koalition der Willigen Regime-Changes herbeigebombt wurde. Ohne Frage Lesbos ist ein Schandfleck für die EU und bevor man mit Fingern auf andere zeigt (Erdogan, Assad, Putin) sollte man schauen wie man seinen eigenen moralischen Ansprüchen sich wieder annähert.

Gerhard Lenz | Di, 10. März 2020 - 12:56

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Schauen Sie sich die Reaktionen hier im Forum an. Da wurden die Flüchtlinge schon als ganz überwiegend "alleinreisende" junge Männer identifiziert, auf dem Weg in die soziale Hängematte.

Da finden Sie nicht mal Spuren von Empathie. Wen interessieren schon im Dreck dahinvegetierende Schwangere, Kinder, Alte, vor Assads Bomben Geflüchtete, die alles verloren haben?
Doch nicht diejenigen, die sich sonst immer so gerne als gute Christen (und treue Afd-Anhänger) offenbaren.

Und Merkel und die ganze konservativ-liberale Truppe fürchten offensichtlich nichts mehr, als dass durch steigende Flüchtlingszahlen die rechtsextreme AfD an Stimmen gewinnen könnte.

So gehts auch: Man übernimmt ganz allmählich AfD-Positonen, um die AfD kleinzuhalten?

Erbärmlich.

Juliana Keppelen | Di, 10. März 2020 - 14:31

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ich kenne ihre Einstellung und habe Respekt davor wie sie oft hier gegen den Strom schwimmen. Ich denke aber, dass diese total verfahrene Situation daher kommt, dass die Menschen sich durch die Berichterstattung und das pochen auf "moralische
Werte" veralbert vorkommen. Es ist eine Tatsache, dass sowohl die meisten Flüchtlinge junge Männer sind als auch das die meisten Flüchtlinge aus vielen verschiedenen Ländern kommen und nicht nur aus Syrien. Also eine ehrliche offenen Berichterstattung könnte bei vielem schon den Wind aus den Segeln nehmen und vor allem eine offenen und ehrliche Analyse wie man den Ländern helfen und den Menschen vor Ort eine Perspektive bieten kann aus denen vorwiegend die Flüchtlinge kommen. Davon sind wir aber weit entfernt nur ein Bsp. Herr Röttgen will den Menschen helfen dazu fällt ihm aber nichts besseres ein als die EU muss Druck auf Russland ausüben da werden sich die Menschen auf Lesbos aber freuen denn ihr Problem ist dass zu wenig Druck auf Russland

Juliana Keppelen | Di, 10. März 2020 - 15:13

In reply to by Gast

Also Herr Röttgen meint mehr Druck auf Russland und das Flüchtlingsproblem wäre gelöst (ironisch und überspitzt formuliert). Also er will ausloten wie in Idlib geholfen werden kann aber ganz sicher will er nicht den Menschen in ganz Syrien helfen denen es ja insgesamt nicht besonders gut geht auch wegen der Sanktionen der "Wertegesellschaft" denn dann würde er ja Assad helfen und das geht gar nicht laut Röttgen. Das heißt die Menschen sind im herzlich egal es gilt ein bestimmtes Narrativ zu verbreiten und zu erhalten und die Flüchtlinge sind das Instrument für diese heuchlerische und verlogene Politik. Übrigens die USA ziehen gerade ab aus Afghanistan nachdem sie jahrelang viele sehr viele Flüchtlinge mit ihrem "Engagement" in Afghanistan produziert haben.

herbert binder | Di, 10. März 2020 - 17:35

In reply to by Gast

Gegen diese Form von "Engagement" kommt auch kein
vernünftiges Argumentieren an, werte Frau Keppelen.
Es zählt nur die eigene Weltsicht [was witzigerweise
genau das ist, was anderen vorgeworfen wird], und die
wird mit Zähnen und Klauen verteidigt - was sich ja vor
allem auch in der "unendlichen" Zahl von Leserbriefen
niederschlägt (bis jetzt immerhin schon sechs - für mich
ein Zeichen von mangelndem Zutrauen zu sich selbst]
Einfach mal was stehen lassen? Fehlanzeige.

Tomas Poth | Di, 10. März 2020 - 14:53

In reply to by Gast

Hr. Lenz unterstützen Sie die Kriegstreiber, die nur weiteres Leid produzieren, neue Vertreibungen von Menschen verursachen, und das in Endlosschleife.
Das ist das Ergebnis dieser "Moralität" die sich nicht gegen die Ursachen wendet und die Zerstörung jeder Ordnung befördert.

gut, ich habe das verwechselt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass uns nur solche Bilder gezeigt werden, die auf unsere Tränendrüsen drücken? Das sind die wirklichen Fakten, nicht ob man einen Ort mit dem anderes verwechselt.

Andreas Zimmermann | Di, 10. März 2020 - 11:07

geholt, weil sie nicht wussten was drin ist. Wir wissen ja nun seit 2015 das da keine Griechen drin sind, aber das hält einige Kreise nicht davon ab uns einreden zu wollen, das es ganz toll und menschlich ist das Pferd in die Stadt zu holen. Ja das es geradezu unmenschlich wäre das arme Pferd da draußen stehen zu lassen.
Keine Ahnung was die Trojaner gemacht hätten wenn sie unseren Informationsstand gehabt hätten, kann sein, das sie das Pferd trotzdem rein geholt hätten - aus reiner Neugier oder Menschenliebe - und Troja dann (wie geschehen) gefallen wäre. Was ja damit auch hochverdient gewesen wäre, schließlich wird und muss Dummheit bestraft werden. In dieser Frage bin ich ganz bei Darwin, nur die Stärksten und Klügsten überleben in der Natur. Nun aber die Trojaner wussten es wohl nicht und sind deshalb gescheitert und werden als die antiken Schildbürger oder Einfaltspinsel dargestellt.
Wir wissen es und … es dürfte interessant sein wie spätere Menschen uns beurteilen...

Norbert Heyer | Mi, 11. März 2020 - 06:13

Alles wiederholt sich, 2015 in Ungarn, 2020 in Griechenland. Immer sind es zuerst „humane“ Maßnahmen, die dann aus dem Ruder laufen. Jetzt erpresst Herr Erdogan die EU. Ob er noch unerfüllte Geldforderungen als Auslöser dieser Maßnahme angibt, ist nur eine vorgeschobene Rechtfertigung. Aber er kennt seine Gesprächspartner von der EU, wachsweiche Politiker, die ihm in (fast) allen Punkten entgegenkommen: Visafreiheit, unbegleitete Kinder dürfen kommen und Geld fließt. Zusätzlich fällt Deutschland den Griechen in den Rücken, indem sie die Verteidigung der europäischen Aussengrenze kritisieren. Damit ist die Botschaft raus: 2015 wird sich nicht wiederholen, 2020 wird noch schlimmer. Wir sind innerhalb der EU zu einem Risikofaktor für die anderen Mitglieder geworden. Wenn wir unter der finanziellen und organisatorischen Last zusammenbrechen, werden die Migranten sich einen neuen Versorger suchen. Die Engländer haben noch soeben den Ausweg gefunden, andere Staaten werden bestimmt folgen.