Friedrich Merz unmittelbar nach Bekanntgabe seiner Nichtwahl / picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ebrahim Noroozi

Im ersten Kanzlerwahlgang gescheitert - Merz erhält die Quittung für seine bisherigen Schwächesignale

Kanzlerkandidat Friedrich Merz erlebt eine historische Demütigung. Er hat sich entweder nicht tief genug oder allzu sehr den Wünschen von Sozialdemokraten und grün dominierten Meinungsmachern unterworfen.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Im März erscheint sein Buch „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. 2018 erschien „Merkel am Ende“.

 

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Das gab es noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein Kanzlerkandidat im ersten Wahlgang im Bundestag scheiterte. Für Friedrich Merz ist es die größtmögliche Blamage, auch wenn er in den nächsten Tagen noch in einem zweiten Wahlgang (der übrigens mehrfach stattfinden kann) oder gar in einem dritten gewählt werden sollte. Aber viel wichtiger: Für Deutschland ist es erneut ein historisches Ereignis, das für das Ende der alten, stabilen, gut funktionierenden Bundesrepublik steht, in die die meisten heutigen Politiker und Bürger hineingeboren wurden. Karl-Rudolf Korte kommentierte diesen denkwürdigen Wahlgang mehrfach mit seinem Politologen-Wort von den „Zeiten des Gewissheitsschwunds“. Fürwahr! Gewissheiten schwinden derzeit in atemberaubendem Maße.

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Sabine Lehmann | Di., 6. Mai 2025 - 14:22

Die Quittung für seine unzweifelhafte Schwäche nebst seiner Brüche von sämtlichen Wahlversprechen, bekäme Merz sicher aus sehr großen Teilen der Bevölkerung in Deutschland, nicht aber von seinen Fraktions-Vasallen im Bundestag.
Ich bin davon überzeugt, dass es sich bei den Abweichlern ausschließlich um eine gewisse Entourage aus Seeheimer-Kreisen handelt, die es nicht verwinden können nicht mehr mit Pöstchen versorgt worden zu sein und die sich im Selbstbedienungsladen Bundesrepublik jetzt hinten anstellen müssen, um ihre Bio-Eier selbst bezahlen zu müssen. Die vielen erfundenen Pöstchen für Beauftragte dieses Sonnenuniversums, ihre Zeiten sind vorbei, und bockig wie kleine Blagen ohne Förmchen im Sandkasten jetzt ihre passive Aggressivität mit einem schnöden "Nein" bei der Abstimmung quittieren. Ganz vorne dabei sicher der Clan der "Spezialdemokraten":
Nancy Faeser und Konsorten! Man muss nur dieser Tage in ihre Visagen blicken! Bilder sagen mehr als tausend Worte. Diese Mischpoke!

Vielleicht hat auch die faltige Kommunardin Saskia Esken ihr Kreuz verweigert. Sie sitzt gallig neben der Nancy und grämt sich. Und da kauft man sich die Hürlein von der linken Bank. Die servieren die gebrauchten Stimmen, wohl wissen, dass sie in Zukunft fleißig mitspielen dürfen, in denm fiesen Spiel, das da Deutsche Demokratie heißt. Die Saskia und Nancy und die Angela - komisch, alles "alte Weiber". Aber Solche waren in der Geschichte schon immer die Schlimmsten. Ansonsten, Danke Frau Lehmann, Herr Will. Übrigens, wo ist der bedauernswerte Lenz geblieben??? Hat die Redaktion ihn "abgeschaltet"?

Man braucht sie nun für neue Aufgaben blockwärterischer Art.
Ihre Befunde über die schlimmsten Anti-Demokraten, Rassisten, ja "Nazis", unter den Kommentatoren beim CICERO sind vermutlich in den über 1000 Seiten der Verfassungsschutzberichtes über die AfD enthalten, der jetzt gerade so zeitlich punktgenau dem Innenministerium "zur Prüfung" übergeben wurde.
Frau Faeser hat ihn nicht geprüft, weiß aber schon, daß die gesamte AfD "gesichert" als rechtsextrem und verfassungsfeindlich einzustufen ist und hat dies öffentlich kundgetan.
Mal sehen, wie's weitergeht...
Freiheit fällt nicht vom Himmel. Sie muß verteidigt werden. Feiglinge kann man da nicht brauchen; denn die Gegner der Meinungsfreiheit, welche mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln "ihre" Demokratie verteidigen, kennen kein Pardon.
Da dürfen Menschen an den Pranger gestellt werden, ihren Job bzw. ihre gesellschaftliche Reputation u. ihre gesamte Existenz verlieren - alles für die "gute Sache" -das neue, bunte Deutschland!

Christoph Kuhlmann | Di., 6. Mai 2025 - 14:23

Möglicherweise hat der schwarz-blaue Flügel in der Union kalte Füße bekommen, als Faesers Vorstellung der Neubewertung in der Öffentlichkeit und die Forderung nach Sanktionen und Verboten der AfD Furore machten. Ebenso kann es sein, dass der linke Flügel gerne einen Verbotsantrag erzwingen möchte. Die Koalition ist extrem auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut. Dieses Vertrauen ist nun von Anfang an beschädigt. Aber ich bin ja beruhigt, dass mehrere zweite Wahldurchgänge möglich sind, So haben alle genug Zeit sich zu beruhigen, auch die 9 Abgeordneten, die nicht an der Abstimmung teil genommen haben.

Markus Michaelis | Di., 6. Mai 2025 - 14:34

Niemand könnte im Moment als Kanzler stabile Mehrheiten hinter sich vereinen. Alle denkbaren Kanzlerkandidaten hätten mehr Leute in der Bevölkerung, die sie jeweils auf keinen Fall als Kanzler wollten, als Unterstützer.

Die ("unsere") Demokratie wird jetzt zeigen können, ob und wie gut sie funktioniert, wenn nicht ohnehin schon alle mehr oder weniger das gleiche denken, wie es über einige Jahrzehnte (bei allen Differenzen) der Fall war.

Im Moment scheinen die glaubhaft vorgetragenen Vergewisserungen zu dominieren, dass man von seinen jeweiligen Grundwerten keinen Millimeter noch weiter abrücken wird. Was ich auch gut verstehen kann: Grundwerte sind eben Grundwerte. Bei all den verschiedenen und widersprüchlichen Grundwerten wird es dann eben demokratisch gesehen etwas schwieriger.

Wolfgang Borchardt | Di., 6. Mai 2025 - 14:46

Ist er doch der Garant der eigenen Macht (über ihn). Mit den Steinen, die man der SPD mit ihrer Wahlniederlage in den Weg gelegt hat, hat sich Herr Klingbeil eine Villa gebaut.

Urban Will | Di., 6. Mai 2025 - 15:13

gestellt. Wenn er es auf den Thron schafft, wird er die Marionette bleiben, die er immer war. Dass die Sektierer, für die Demokratie immer heißt und hieß: „alles nur so, wie wir es sagen, der Rest ist Nazi“, jetzt in ihrer Verzweiflung meinen, dem Rest vorschreiben zu wollen, was zu tun ist, sollte doch so langsam jedem Rindvieh klar machen, was in diesem Irrenhaus gespielt wird.
Die werden – das habe ich schon einmal geschrieben – für die fehlenden Stimmen sorgen und ab dann gehört Fritzchen ihnen. Ab dann ist er ihr Knecht. (Die älteren unter uns denken jetzt an die legendäre Szene aus „Kir Royal“...).
Es bräuchte jetzt einen Befreiungsschlag. Für die CDU, aber auch gegen diese Pest namens Linksgrünwoke, die dieses Land von Grund auf zerfressen hat. Neuwahlen und dann ein Ende der Brandmauer. Keine Linken und Grünen in Verantwortung für lange Zeit! Endlich wieder Politik für und nicht gegen die Menschen!
Endlich die Wende!!

S. Kaiser | Di., 6. Mai 2025 - 17:45

Nein, die braven Unionisten werden schon für Merz gestimmt haben. Womöglich etwas stinkig und beleidigt, schlimmstenfalls mit der Faust in der Tasche, aber was ein echter Unionist ist, der steht in Reih und Glied, wenn es drauf ankommt.
Aus Rache hintenrum zu meucheln, das trägt eher SPD-Handschrift. Sämtliche ehemalige SPD-Vorsitzende können davon ein Liedchen singen ....

Achim Koester | Mi., 7. Mai 2025 - 08:26

Nach den massiv gebrochenen Wahlversprechen, der mit den Grünen ausgeküngelten Abschaltung der Schuldenbremse, der Unterwerfung unter rote Erpressung hast du jetzt auch noch deine Seele an die Kommunisten verkauft, alles aus purer Machtgier. Ich hoffe nur, dass diese Regierung möglichst bald in die Tonne getreten wird und es zu Neuwahlen kommt.
Was ist der Unterschied zwischen einem Restaurant und der Bundesregierung?
Im Restaurant bekommt man, was man gewählt hat.

Eco | Mi., 7. Mai 2025 - 13:20

Es gibt sie nicht mehr die Gewissheiten der Bonner Republik? Dem kann man nur noch zustimmen, einer alle Regeln von Sitte und Anstand über den Haufen wirft, nur um gewählt zu werden, ist etwas, was ich nicht wähle.
Das ist aber symptomatisch für Kanzler Merz es geht ausschliesslich um die Macht. Man macht sich abhängig von Zustimmung, man hat selbst keine Meinung und erst recht keine Vision für Deutschland.
Andere haben eine gewisse Vorstellung, die aber von der Mehrheit der Bürger abgewählt wurde. Vielleicht sollte man sich mal ernsthaft Gedanken machen wie es weiter gehen soll. Momentan scheint das Motto zu sein, wir retten die Welt mit Inflation, Verarmung der Bevölkerung, Energieinstabilität und Deindustrialisierung und wenn das alles nichts hilft, dann wird es WW3 schon richten. Damit wird man niemanden überzeugen können.