Dagobert Duck als Graffiti in Las Vegas, Nevada
Dagobert Duck als Graffiti in Las Vegas, Nevada / picture alliance / imageBROKER | Norbert Eisele-Hein

Warum die Erbschaftsteuer Verantwortung bestraft - Erbschaftsteuer nicht reformieren, sondern abschaffen

Freibeträge, Ausnahmen, Tarife: Die Politik diskutiert Details und vermeidet die Grundfrage. Warum soll der Staat miterben? Die Erbschaftsteuer ist kein Akt der Gerechtigkeit, sondern Ausdruck von Misstrauen gegenüber Eigentum.

Autoreninfo

Alexander Steffen war von 2020 bis 2025 Vorsitzender der Jungen Liberalen in Nordrhein-Westfalen.

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Die SPD schafft derzeit nicht vieles, aber eines hat sie geschafft: Sie hat die Erbschaftsteuer zurück auf die politische Agenda gebracht. Zum Jahresstart legte sie ihr Konzept zur „Reform“ vor, in dem Wissen, dass in absehbarer Zeit ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts erwartet wird, das den Gesetzgeber voraussichtlich ohnehin zum Handeln zwingt. Seitdem wird gestritten, welche Freibeträge „gerecht“ sind, welche Ausnahmen bleiben dürfen und wie man die Steuer „passend“ nachschärft. Man spricht über Stellschrauben und Tarife, als ginge es um eine technische Wartung. Was dabei auffällig fehlt, ist die Frage, die vor allen Detailfragen stehen müsste, weil sie den ganzen Streit erst einordnet: Warum soll der Staat überhaupt miterben?

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Thomas Rattmann | Di., 20. Januar 2026 - 18:37

Ich habe die letzten drei Jahre in meinem privaten Umfeld mehrere Erbschaften oder sich anbahnende Erbschaften beobachten dürfen. Für mich das Fazit: Erstens, lieber Staat, lass deine Griffeln aus privat erwirtschafteten und schon mal versteuerten Eigentum raus. Zweitens, der Wille der vererbenden/gestorbenen Eigentümer ist zu 100 Prozent zu respektieren !!!!!!!!

Stefan | Di., 20. Januar 2026 - 18:58

Wer über Generationen und die Jahre hinweg Vermögen aufgebaut hat, sollte nicht bestraft werden, denn sonst baut irgendwann niemand mehr etwas auf.
Firmen und Privatpersonen mit Vermögen wandern ab und zurück bleiben die, die sowieso nix in der Tasche haben, von einer Grundsicherung leben oder gerade so vom Monatsersten zum Monatsletzten kommen.
Dann, wenn nichts mehr da ist an Kapital, schreit der Pöbel in der Regel nach dem Staat und das Lumpenproletariat wählt diejenigen die ihnen am meisten an Wohlstand versprechen.

Sunstreet | Di., 20. Januar 2026 - 21:42

Und wieder eine schöne Geschichte, die der Jungliberale Autor wie so oft von sich gibt. Und wieder einmal keine Fakten! Die aber bei diesen Themen dringend nötig wären.
Welcher Unternehmer bezahlt denn für den Übergang oder die Vererbung seines Unternehmens Erbschafts- oder Schenkungssteuer? Wenn das Geld im Unternehmen bleibt wird ihn jeder Steuerberater davor schützen. Und die ganz großen Vermögenden haben mit ihren Anwälten, Steuerberatern und Beziehungen längst Lösungen gefunden um den Staat möglichst wenig von ihrem Geld zu geben. Da gibt es wunderbare internationale Konzernverflechtungen, Stiftungen und, und, und.
Es ist keine Neiddebatte, sondern schon seit vielen Jahren eine extreme Schieflage zu Ungunsten des angesparten Privatvermögens oder Eigenheims der „Normalbürger“ .

Angelika Sehnert | Mi., 21. Januar 2026 - 02:50

Die SPD will Erbe, das aus versteuerten Einkünften geschaffen wurde, den Erben, in der Regel den Familien, teilweise entziehen. Dieses Erbe wurde durch Sparsamkeit(!), persönliche Leistungsbereitschaft, und im Fall von Firmen, mit unternehmerischem Mut geschaffen. Die SPD und wohl auch Teile der CDU sehen kein Problem darin, den Willen der Erblasser zu missachten, dazu gerade bei kleinere Firmen, die sich die teuren Konstrukte zur Steueroptimierung nicht leisten können,in die Unternehmensgestaltung einzugreifen. Erben wird als leistungsloses Einkommen diffamiert um den Zugriff zu legitimieren.
Sie hat aber kein Problem damit Millionen von Menschen ein üppiges leistungsloses Einkommen zu gewähren.
Erbschaftsteuer ist eine Substanzsteuer.Der Aufwand,Erbe steuerlich zu bewerten ist gigantisch, teuer und potenziell ungerecht. Ein Staat, der versucht sich so zu finanzieren, ist fiskalisch, aber auch moralisch am Ende. Was bleibt ist die verheerende Botschaft: Leistung lohnt sich nicht!

Angelika Sehnert | Mi., 21. Januar 2026 - 03:09

Die schnoddrige Art und Weise, wie sich ein führendes CDU Mitglied zur Erbschaftssteuer geäußert hat, zeigt wie tief linkes, sogar sozialistische Gedankengut in die einst bürgerliche und marktwirtschaftlich orientierte CDU eingedrungen ist. Muss man halt einen Oldtimer verkaufen um die Gier des Staates zu befriedigen. Persönlich geschaffenes Erbe geht den Staat nichts an! Gleich, ob es sich um eine kleine Wohnung, einen Oldtimer, Kunst oder ein international agierendes,100 Jahre altes Familienunternehmen handelt. Die einzige Aufgabe in der Hinsicht ist es, mehr Erbschaften zu ermöglichen, das bedeutet jetzt die Bedingungen so gestalten, dass junge Menschen überhaupt in der Lage sein können durch Leistung und Sparsamkeit Vermögen aufbauen können. Wenn man aber schon Berufsanfängern fast 50% des Einkommens wegnimmt und der Rest für Miete, Energiekosten und Lebensmittel drauf geht, ist das gar nicht mehr möglich.
Am Ende erfüllt sich der alte sozialistische Traum:alle sind gleich arm.

Lisa W. | Mi., 21. Januar 2026 - 06:50

Lebt die FDP tatsächlich noch? Und die wichtigere Frage: Kann man ihr glauben? Ansonsten unterschreibe ich jedes Wort im Kommentar von Alexander Steffen. Die Aussagen von Middelberg aus der CDU (sollen ordentlich zahlen, die mit dem dicken Bankkonto und der fetten Schmuckschatulle) , getätigt bei Lanz unter dem beifälligen Nicken von SPD-Stegner, war mal wieder Anbiederung pur an die Neiddebatte der SPD. Offensichtlich will die CDU nicht mehr gewählt werden von ihren bisherigen Wählern, sondern möchte sich mit Grünen, Linke und SPD um deren linke Klientel streiten. Nur zu: das hat die FDP dorthin gebracht, wo sie heute ist. Sowas kommt von sowas.

Urban Will | Mi., 21. Januar 2026 - 08:22

der Aufzählung der Parteien und deren Haltung zur Erbschaftssteuer mal wieder eine Partei weglassen zu müssen.
Herr Steffen, die AfD lehnt die Erbschaftssteuer komplett ab, macht also das, was Sie selbst fordern.
Und auch sonst gibt es viele Überschneidungen und so könnte man vielleicht mal anfangen, darüber nachzudenken, ob es weiterhin Sinn macht, diese Partei auszuschließen.
Vergessen Sie die Hoffnungen, aus dem Niedergang herauszukommen, solange Sie glauben, mit den linken Parteien in diesem Land zusammen arbeiten zu müssen. Auch die Union ist eine linke Partei, wenn man sie an dem misst, was sie in den letzten Jahren gemacht hat und wenn Sie das noch nicht gemerkt haben, dann ist Ihnen nicht zu helfen.
Eine Wende beginnt beim Anklopfen an Türen, die man für sich selbst verschlossen hat. Beim Nachdenken über neue Konstellationen.
Ihre Partei hat die Freiheit verkauft, es gibt jetzt eine andere, die sie hochhält.
Ziehen sie die Konsequenzen. Viele Wähler haben dies längst.

Michael Marx | Mi., 21. Januar 2026 - 09:50

Steuern sind nicht moralisch: der Zehnte &c. wurden eingeführt, damit die Priesterkaste ihre wirtschaftliche Unproduktivität anderen aufbürden konnte. Das Beispiel, andere für sich arbeiten zu lassen, machte Schule. Großer Erfindungsgeist wurde verwendet in der Erfindung weiterer Steuern, um den steigenden Aufwand zu finanzieren, e.g. die Sektsteuer für die Kaiserliche Marine; die Sektsteuer zeigt: Steuern haben das ewige Leben: die Sektsteuer gibt es immer noch.
Selbst für eine Steuer ist die Erbschaftsteuer unmoralisch: bereits Versteuertes soll erneut besteuert werden. Die "großen" Vermögen bestehen kaum in Geld, sind vielmehr in anderen "Werten" (Beteiligungen) angelegt, sorgen so für eine funktionierende Volkswirtschaft, indem sie Arbeitsplätze schaffen und erhalten. Auch die Luxus-Yacht, zum reinen Vergnügen erworben, braucht Personal, dto. die Kunstsammlung usw. Es soll auch Personen geben, die Fußballvereine sponsern - reine Geldverschwendung? Geld besser gleich zum Staat?

Hans | Mi., 21. Januar 2026 - 10:23

Will die SPD mit ihrer Diskussion ggf. Einfluss auf die Richter und das Urteil nehmen? Frei nach dem Motto: Die veröffentlichte Mehrheit will es so.

Die SPD braucht doch nicht extra Einfluss.
auf die Verfassungsrichter zu nehmen, die tanzen doch ohnehin nach ihrer Pfeife.

IngoFrank | Mi., 21. Januar 2026 - 16:59

Wir sind 1986 eingezogen und uns wurde die Restschuld in DM zwar halbiert, aber mir dem 2,5 fachen makrktüblixgen West- Zinssatz.
Bis Ende der 90ziger haben wir unser Haus auf West- Standart modernisiert, Heizung, Fenster mit Jalousien im EG elektrisch, beide Bäder mit Dusche und Wanne und wertigen Fliesen, glasierte Dacheindeckung, CU- Dachrinne, Terasse mit AL Umfassung inkl. Außenanlagen mit Doppelgarage und einem Carawan- CarPort als „Scheune“ für unseren Kaminofen.
Und das haben wir nur geschafft mit viel viel Arbeit und einer mindestens 50 Std. Wochenarbeitszeit und statt „Erholungsurlaub“
meist nur Arbeits- Urlaub……
Und jetzt will mir dieser Bagaluten- Staat, wenn ich unter der Erde bin, in die Taschen meines letzten Hemdes greifen ? Meine Kinder bestehlen ? Ich bin nur noch fassungslos und der Meinung: Diese Mischpoke muss weg . Egal was der Herr Günther faselt ….
MfG a d Erfurter Republik

Tina | Do., 22. Januar 2026 - 00:56

In all den Kommentaren wurde alles gesagt.
Ich möchte hinzufügen, dass man der FDP nicht trauen sollte denn die FDP schwimmt mit der Herde mit.
Sah man deutlich, als siezuletzt in der Regierungsverantwortung war und bei der Abstimmung zum Zuzugsbegrenzungsgesetz die SPD, Grüne, Linke und Merkelaner unterstützt hat.