Friedrich Merz und Thorsten Frei
Endlich Frei! Friedrich Merz (l.) und der neue Fraktionsvorsitzende / picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Endlich Sommerpause - Der Kanzler ist urlaubsreif

Wahrscheinlich freut sich Friedrich Merz mehr als gewöhnlich auf den Feierabend. Minister entlassen und ernannt, Fraktionschef gewählt – und irgendwie die Aussprache überstanden. Jetzt geht’s ab in den Urlaub, etwas später als geplant.

Christian Wilp

Autoreninfo

Christian Wilp ist freier Autor und lebt in Berlin. 

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Urlaubsreif scheint Merz längst zu sein. Miese Umfragewerte der Partei, noch schlechtere Beliebtheitswerte des Kanzlers. Noch nie ist ein Regierungschef in Deutschland in solch einem Tempo abgestürzt. Selbst Vorgänger Olaf Scholz, von Merz seinerzeit als „Klempner der Macht“ verspottet, stand am Ende seiner Ampelzeit besser da.

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Urban Will | Mi., 29. Juli 2026 - 19:36

Untergang geweihte Wrack) ragt bereits mit dem Heck aus dem Wasser, aber die Kapelle spielt munter weiter.
Der Chef ist guter Dinge, hat er doch gerade ein paar Leichtmatrosen durch andere ersetzt. Ach, was soll das Murren unter Deck, das Boot fährt doch noch und es geht einfach weiter.

Nicht einen Tag war Merz diesem Amt gewachsen, sein stupides „Links ist vorbei!“ am Wahlabend, das lächerliche „Rambo Zambo!“ (nicht mal das wording bekam er hin).
Das ganze Land und die CDU selbst wissen es, nur Merz halt nicht.

Ich mag den Sommer, aber ich freue mich auf den Herbst. Und dass es bald vorbei ist mit diesem unfähigen Wortbrecher.

H. Stellbrink | Mi., 29. Juli 2026 - 20:54

Man darf nicht vergessen, dass es dieser Kanzler mit wesentlich größeren Herausforderungen zu tun hat als Konrad Adenauer mit einem vom Krieg zerstörten Land. Merz kann einem nur leid tun. Wenn man so unendlich viel für das Land leistet, darf nicht erwartet werden, dass man sensibler als Donald Trump mit seinen Mitarbeitern umgeht. Der ist ja schließlich auch der Größte aller amerikanischen Präsidenten.
Und jetzt ist erst einmal Urlaub angesagt, denn es gibt große Probleme, und es ist viel zu tun, also warten wir es ab.

Walter Bühler | Mi., 29. Juli 2026 - 21:31

... wichtiger ist als das eigene Land und seine Bürger:

- Die sklavische Unterwerfung unter Selenskis Außenpolitik,

- das fröhliche Schuldenmachen für die Aufrüstung der Ukraine und der Bundeswehr (Geld, von dem der liebe Herr Trump wohl das meiste abkassieren wird),

- die sture Verhinderung der Kernkraft in Deutschland,

- und im Innern des Landes die Zementierung der neuen Deutschen Demokratischen Schutzmauer, was Linken und Grünen viel Macht einräumt.

Resultat: Der wirtschaftliche Niedergang wird unnötig beschleunigt.

Warum eigentlich?

Angelika Sehnert | Do., 30. Juli 2026 - 03:15

Man muss schon viel Phantasie haben, um in dem Personalchaos eine Richtung zu entdecken. Eine halbwegs erfolgreiche Ministerin wird durch einen Politiker ersetzt, der vor der Regierungsbildung sinngemäß erklärt hatte, das Ressort Gesundheit käme nicht für ihn in Frage, weil er davon keine Ahnung habe! Ein Minister wird auf eine menschlich inakzeptable, unanständige Weise geschasst, ohne das ein Grund erkennbar wäre. Das Bahnchaos, das sich seit Jahrzehnten entwickelt hat, lässt sich nun mal nicht in einem Jahr in den Griff bekommen. Würde der Kanzler den gleichen Maßstab an die Effizienz seines Handeln legen, müsste er zurücktreten.
Der Gipfel der Orientierungslosigkeit ist der völlig unnötige Hinweis, Spahn, der Verursacher dieses Theaters, könne zurückkommen. Ein Mann, der die Gesetze seines Landes umgeht und die Grundsätze seiner Partei missachtet! Mehr Verachtung für die Parteibasis geht nicht.
So führt man keine Firma,keine Partei und schon gar kein Land in existenzieller Krise.

Maria Arenz | Do., 30. Juli 2026 - 07:39

sagt der Volksmund. Manchmal schrumpft er aber auch. Wenn er sich gar zuviel vorgenommen hat. Die "Iden des Merz" sind inzwischen gekommen und nachdem wir jetzt genug gesehen haben, um zu verstehen, daß sein beleidigtes Kneifen seinerzeit im Konflikt mit Merkel bereits das arg dünnhäutige Grundmuster seiner Persönlichkeit offengelegt hat, bleibt nur noch peinvolles Warten daruf, wann er das Handtuch endlich wirft. Ich wünsche ihm trotzdem einen ebenso schönen wie- angesichts seiner offenen Pendenzenliste -doch arg unverdienten Urlaub.

Walter Bühler | Do., 30. Juli 2026 - 10:40

... sind eben so alt wie ich.

Aber während diese großen alten Menschen unermüdlich tätig sind, kann ich mir schon lange nicht mehr vorstellen, in einem vergleichbaren Job selbst die Verantwortung zu übernehmen.

Das relativiert meine griesgrämigen Kommentare zur Eignung und zur Tatkraft unseres politischen und wirtschaftlichen Führungspersonals.

In der großen Schar der aktiven Politiker kann ich aber auch keinen geeigneten Kandidaten ausmachen, - auch nicht in der ungeheueren Schar der Möchtegern-Politiker, der Politwissenschaftler, der Journalisten, der Moderatoren, der Komiker, der Aktivisten, der Schriftsteller usw.

Wo findet man denn eine Alternative?

Nix für ungut!

Rolf | Do., 30. Juli 2026 - 11:47

Das ist die Kernbotschaft aus Politik- und Medienblase. Die Wirtschaft baut massiv Stellen ab, die Bürger sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und das tägliche Auskommen. Sie sorgen sich um die Kriege in unserer Nähe und deren konkrete Folgen: Werden meine Kinder oder ich eingezogen, um für die „Verteidigung der Demokratie“ von Granaten zerfetzt zu werden? Reicht das Einkommen noch? Was wird aus der Krankenversicherung, was aus der Rente? Und warum können Volksfeste mittlerweile nur noch hinter Betonpollern stattfinden?

Und die Blase? Die reserviert erst einmal entspannt die Strandliege. Man hat es sich ja schließlich verdient – nachdem man das meisterhafte Kunststück vollbracht hat, die existenzielle Krise der Ministernachfolge so gewohnt souverän zu lösen. Es ist ja nicht so, dass diese Herrschaften gewählt wurden, um die drängenden Probleme der Bürger anzupacken.

Rolf Schmidt