Volksbühne Ost
Der Schriftzug „OST“ auf dem Dach der Volksbühne in Berlin wird am 24. Juni 2017 während der letzen Vorstellung von „Die Brüder Karamasow“ entfernt / picture alliance / dpa / Jörg Carstensen

Ende der Bonner Republik - Vom Jammerossi zum Jammerwessi

Weil die Menschen im Osten Deutschlands nicht so wählen, wie es im Westen von ihnen erwartet wird, gehören sie aus Sicht mancher Wessis bestraft. Diese Paternalisten wollen nicht wahrhaben, wie sehr sich die Welt um sie herum längst verändert hat.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb ist Cicero-Autor und war Kultus- und Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört der SPD an.

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Es ist wirklich nicht zu fassen. Immer wieder gibt sich manch ein Zeitgenosse allergrößte Mühe, der AfD Wahlkampfhilfe zu leisten. Und regt sich zugleich über die Wahl dieser Partei vor allem im Osten auf.

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Ingbert Jüdt | Sa., 22. August 2026 - 18:52

»... mit dem Finger auf Blome zeigen!«

What goes around, comes around.

Alles andere habe ich schon unter dem Artikel von Kubicki gesagt.

Urban Will | Sa., 22. August 2026 - 19:50

stellung so mancher Leute bestellt ist.
Seit nunmehr 20 Jahren leide ich darunter, dass dieses Land, egal wie das Volk wählt, linksgrün regiert wird und trotzdem akzeptiere ich es und rufe nicht dazu auf, dieses „blöden Wahlvolk“ wie auch immer zu bestrafen.
Offensichtlich akzeptiert man im linksgrünwoken Lager nicht, wenn das Ergebnis der Wahl nicht linksgrünwoke ist.
Merkel und Merz waren Garanten, dass es so lief, aber das Volk hat zusehends die Schnauze voll und im Osten ist man hier halt weiter als im Westen.
Es ist zwar nett, Herr Brodkorb, dass Sie hier aufzählen, was es alles an Mechanismen gäbe, wenn die AfD in einzelnen Länder einen auf Drittes Reich machen würde, aber bisher konnte/kann ich eklatante Verstöße gegen demokratische Grundpfeiler nur während der Coronazeit und nun Niedersachsen (Entzug des passiven Wahlrechts aus lächerlichen Gründen) erkennen.
Entspannen wir uns alle einfach mal und lernen, wie Demokratie geht und nicht nur, wie man sie spielt.

Hans | Sa., 22. August 2026 - 21:12

In der Bonner Politik waren engagierte Politiker unterschiedlicher Schichten zum Wohle des Volkes am Werk. Denn wer „zum Regieren“ in die Provinzhauptstadt Bonn ging, wollte etwas bewegen.

Wer in die Yuppie Hauptstadt Berlin(arm aber sexy) geht, sucht das gute Leben, so kann man meinen. Welche Größen hat die Berliner Republik hervorgebracht? Ich will keine Namen nennen, aber sind das nicht die „Zeitgeister“, die das GG auslegen, die diese Republik in ihrem Sinne verändern?

Von wem hat man den Eindruck, nicht ideologisch zu agieren, in Diskussionen dem Gegner sachlich gewachsen zu sein? Wo finden echte Diskussionen überhaupt noch statt jnd kein ideologisches „Pallavrr“?

Markus Michaelis | Sa., 22. August 2026 - 23:56

Ich finde, das müsste man besser herausarbeiten. Oft wird jetzt gesagt, dass man rote Linien definieren müsse: EU-Mitgliedschaft, Russland, ein paar andere solche Dinge. Das ist gut, das können auch Gründe sein jede politische Zusammenarbeit abzulehnen, aber es hat nichts mit demokratisch oder nicht zu tun. Das sollte man besser trennen.

Dann kann ein Grund sein, dass man Menschen und Parteien einfach politisch misstraut. Das ist politisch ein sehr zulässiger Grund: Politik muss nichts beweisen. Man hat kompatible Ziele oder nicht und man vertraut einander oder nicht. Das ist ok, aber von anderen Gründen zu unterscheiden.

Dann gibt es die Gründe, dass man die AfD menschenverachtend findet. Das ist glaube ich der spannendste Grund. Was meint man damit genau. Direkte Gewaltanwendung, grausame Massenlager? Ich denke, es sind andere Dinge. Es geht glaube ich mehr um Menschen- und Weltbilder und da wäre es für mich schon interessant klarer herauszuarbeiten, was genau die Gegensätze sind.

Was die Gründe betrifft lieber Herr Michaelis wissen wir egal wie wir hier politisch ticken,doch genau, dass das bestenfalls "vorgeschobene Gründe" sind und aufgrund einer einzigen Motivation heraus.Den schon 2015 abgeschriebenen Gegner von Euro,EU-Zentralismus u. Thema Migration zugunsten des Widersachers den Garaus zu machen.Und da man vollmundige Versprechen wie ihn zu "haelfteln" o. mit Argumenten stellen zu wollen inzwischen genau das Gegenteil dessen erreichte,musste und muss man die angeblich zu rettende Demokratie bemühen.Die jedoch blöderweise aufgrund Verfassungsrecht keine Unterschiede oder Ausgrenzungen vorsieht egal welches Menschen-oder Weltbild jemand hat. Und es ist m.E. ein Unding sprich wirklich "menschenverachtend" einen heutigen Mitbürger oder Politiker auf eine Stufe mit Menschheitsverbrechern wie Hitler,Stalin,Mao u. andere Völkermörder zu stellen u. zu vergleichen!Bzgl. Gegensätze: Z.B. zwischen Union u.AfD. Welche, außer zu Russland wären das? MfG

Rainer Mrochen | So., 23. August 2026 - 06:42

Ich denke die im Artikel genannten Personen sind nicht so dämlich als würden sie nicht verstehen worum es geht. Das ist blanke Stimmungsmache. Wie bei so Vielem in permanent unübersichtlichen Zeiten.

Thomas Veit | So., 23. August 2026 - 09:22

wesentlich dickeren Wohlstandsspeck verzögert! in westdeutsche Wahlstatistiken ein, sprich kommt verzögert im Westen.

Im Grunde sind die Probleme aufgrund Jahrzehnten schlechten Regierens in Ost wie West gleich..., nur glaubte der Wessi lange das ginge ihn nichts wirklich an... - solange für ihn alles so bleibt wie es bisher in der Vergangenheit war (Wohlstand). Mit Geld wurde alles geregelt..., auch Migration.

>> Im Grunde mehr Ost/West-Gemeinsamkeit als oftmals gedacht bzw. propagiert..., mMn - im Westen nur verzögert... ... (AfD) 🤔

Ich folge ihrer Analyse durchaus, Herr Veit. Die Wessis sind keinesfalls die besseren Demokraten, sowenig wie die Osteuropäer die schlechteren Demokraten sind. Es ist halt nicht einfach einen aufgeklärten Standpunkt zu finden, wenn das Brüsseler Diktat das Mass der Dinge sein muß. Darum und nur darum geht es.

Ernst-Günther Konrad | So., 23. August 2026 - 12:44

die haben nicht nur Föderalismus nicht verstanden, die haben die demokratischen Grundsätze unserer Verfassung nicht verstanden. Na sicher helfen viele dieser wirren und infantilen Aussagen und Forderungen am Ende inzwischen nur der AFD. Die sind aber so verbohrt und so ideologisch verblendet, dass sie nicht mal mehr merken, wenn sie sich selbst widersprechen, wenn sie den Bogen offenkundig so überspannen, dass ihnen am Ende die Wähler weglaufen. Gerade die GRÜNEN, die in ihrer Anfangszeit ebenso ausgegrenzt und dämonisiert wurden müssten doch eigentlich aus der eigenen Parteigeschichte gelernt haben. Stattdessen treiben sie es noch schlimmer als sie es selbst erlebt haben. Das wird sich für sie rächen. Auch wenn sie noch die Regierung vor sich hertreiben, auch wenn sie einige Positionen im Land besetzt haben, Ministerien mit Korruption und Vetternwirtschaft überzogen haben. Es wird der Tag kommen, da werden diese Machenschaften in sich zusammen brechen. Und diese Zeit beginnt am 6.9.26

Heidemarie Heim | So., 23. August 2026 - 15:58

Ich würde es eher etwas drastischer als granatenmäßiger Schuss ins eigene Knie bzgl. Demokratieverständnis sehen. Und würde mir als Baden-Württemberger/in echt Gedanken machen, wenn so ein Genie meine Finanzen verwalten würde geehrter Herr Brodkorb;)!Und Ihre zu Beginn gestellte Frage "Was glaubt Bayaz eigentlich...usw." müsste lauten:"Was glaubt Minister Bayaz eigentlich, wer er ist?" Und wie ich eben lese als Krönung des Ganzen, er ist promovierter "Kommunikationswissenschaftler" und hat auch schon in der Unternehmensberatung gearbeitet .Also was die Kommunikation Richtung Ost betrifft, so ist das genau mein Humor😅. Und als Unternehmensberater in Sachen "Teile und herrsche" mit oben erwähntem Erfolg (Eigentor;) hat er m.E. den "Förderalismuseignungstest" leider nicht bestanden. Während viele AfDler wahrscheinlich währenddessen in Anbetracht des bisherigen Filmverlaufs ein ums andere Mal vor Freude an ihrem Popcorn zu ersticken drohen. Was machen wir denn mit einem roten Berlin2.0?

Klaus Funke | So., 23. August 2026 - 18:05

dass wir noch lange kein geeintes Land sind. Die Ostdeutschen sind durch ihre Geschichte und ihre Erfahrungen sensibler, aufmerksamer, politkritischer als die Westdeutschen, welche durch den Wohlstand verwöhnt und durch jahrelange Medienbeeinflussung eingelullt wurden. Es soll sogar noch Westdeutsche geben, die seit der Wende noch kein einziges Mal im Osten gewesen sind. Die äußern sich jetzt arrogant und ignorant, wissen aber im Grunde nichts. Und sie wählen noch immer die Versager und Wahllügner, die sie schon immer gewählt haben. Ein Perpetuum. Hoffnung macht, dass die AfD nun auch im Westen Fuß gefasst hat und langsam mächtiger wird. Die Verderber unseres Landes, allen voran die CDU und auch die SPD, müssen an Haupt und Gliedern und an Programmatik vollkommen erneuert werden. Die alten Konzepte taugen ebenso wenig wie die alten Kader, auch wenn die noch jung an Jahren sind, wie der Harry-Potter der CDU Philip Amthor. Um es praktisch zu sagen: SPD <5% und die CDU <20%. Erst dann