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War was? In Einkaufsstraßen ist es seit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen wieder belebt / dpa

Anstand und Abstand - Haben wir trotz Corona das Gefühl für Distanz verloren?

Die Menschen können keinen Abstand wahren - Corona hat daran nicht viel geändert. Sind wir noch jenes Wesen auf zwei Beinen oder schon der kleine gleitende Punkt auf Google Maps?

Autoreninfo

Sophie Dannenberg, geboren 1971, ist Schriftstellerin und lebt in Berlin. Ihr Debütroman „Das bleiche Herz der Revolution“ setzt sich kritisch mit den 68ern auseinander. Zuletzt erschien ihr Buch „Teufelsberg“

So erreichen Sie Sophie Dannenberg:

Seit einigen Jahren latschen mir ständig Leute planlos vor die Füße oder rempeln mich an. Und wenn ich etwas sage, erstaunt, weil sich der Rempler nicht entschuldigt, ernte ich leere Blicke. ­Covid-19 hat daran nicht so viel geändert. Ich habe den Eindruck, dass viele nicht mehr wissen, was Distanz überhaupt ist, also erst recht nicht, wie man sie einhält. Mein Supermarkt zum Beispiel hat seit dem Shutdown einen Türsteher engagiert, der aufpassen soll, dass sich die Kunden nicht auf die Pelle rücken. Man kommt aber nicht an ihm vorbei, ohne den gebotenen Mindestabstand deutlich zu unterschreiten. 

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