Einwanderungsgesetz - „Ohne ausländische Fachkräfte geht es nicht“

Deutschland hat eine wachsende Fachkräftelücke. Die vielen Flüchtlinge können diese nicht schließen, weil den meisten von ihnen die Qualifizierung fehlt. Deshalb ist ein modernes Einwanderungsgesetz nötig, sagt Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung

Flüchtlinge bei der Arbeit mit einer Bohrmaschine
Vor allem in technischen Berufen fehlen qualifizierte Mitarbeiter / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Jörg Dräger, Jahrgang 1968, studierte Physik und BWL in Hamburg und New York. Von 1996 bis 1998 war er für die Unternehmensberatung Roland Berger in Frankfurt am Main tätig. Anschließend übernahm er die Geschäftsführung des neu gegründeten Northern Institute of Technology. Seit 2008 ist Dräger Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Foto: Arne Weychardt

So erreichen Sie Jörg Dräger:

Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz. Diese Forderung mag politisch kontra-intuitiv erscheinen, schließlich kämpft unser Land noch mit den Folgen der hohen Fluchtzuwanderung der letzten Jahre, inklusive einer wachsenden Migrationsskepsis und dem Erstarken der rechtspopulistischen AfD. All das hat die Frage nach einer notwendigen Fachkräftemigration in der öffentlichen Debatte überlagert. Und auch bei den gescheiterten Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition wurden Flucht- und Erwerbsmigration munter durcheinandergewürfelt.

Dabei fehlen schon heute qualifizierte Mitarbeiter vor allem in technischen Berufen und im Gesundheitssektor. 1,1 Millionen Stellen sind derzeit unbesetzt. Die Fluchtzuwanderung kann diese Engpässe nicht ausgleichen. Denn Flüchtlinge nehmen wir aufgrund unserer humanitären Verpflichtungen auf, nicht weil sie spezifische Qualifikationen mitbringen. Sie auszubilden und in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, wird dauern.

Die Situation wird sich verschärfen

Qualifizierten Fachkräftezuzug verzeichnet Deutschland derzeit vor allem aus anderen EU-Staaten, doch der ganze Kontinent sieht einer Überalterung entgegen. Wir können uns deshalb langfristig nicht auf die Zuwanderung im Rahmen der EU-Binnenmobilität verlassen. Deshalb braucht unser Land mehr Fachkräfte aus dem außereuropäischen Ausland – und ein Einwanderungsgesetz kann helfen, diese zu gewinnen. Nicht nur Deutschland würde davon profitieren, sondern auch die Herkunftsländer: durch Wissenstransfer, Geldrücksendungen und soziale Beziehungen.

Die Situation in der Bundesrepublik wird sich weiter verschärfen, wenn die Babyboomer in Rente gehen. Die geburtenstärksten Jahrgänge (1962 bis 1966) bestehen aus rund sieben Millionen Menschen – die Jahrgänge von 2011 bis 2015 sind nur gut halb so groß. Diese demografische Verwerfung gilt es abzufedern. Schon jetzt wird viel getan: Die Menschen arbeiten länger, Bildungsinvestitionen steigen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird besser.

Der Aufwand für potenzielle Zuwanderer ist zu groß

Diese Maßnahmen sind richtig. Aber sie reichen nicht aus: Ohne zusätzliche ausländische Fachkräfte wird es nicht gehen. Nur werden qualifizierte Arbeitskräfte aus dem außereuropäischen Ausland derzeit durch ein Wirrwarr von über 40 unterschiedlichen Einwanderungsregelungen abgeschreckt. Der Aufwand für Unternehmen und potenzielle Zuwanderer ist schlicht zu groß: Migrationswillige Fachkräfte suchen ihr Glück lieber woanders.

Deshalb benötigt Deutschland ein modernes Einwanderungsgesetz. Dieses muss an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ansetzen, auch weil Arbeit der Integrationsmotor schlechthin ist und dies die Aufnahmebereitschaft der einheimischen Bevölkerung stärkt. Ein Einwanderungsgesetz braucht nicht einmal einen Systemwechsel: Ein Punktesystem wie in Kanada, das Zuwanderer nach bestimmten Kriterien auswählt, würde zum jetzigen Zeitpunkt keine Verbesserung bringen. Die Einführung wäre sehr aufwendig und im Zweifel würde es die Zuwanderung noch komplizierter oder sogar schwieriger machen. Ein neues Gesetz sollte auf fünf Prinzipien beruhen:

1. Effektivität

Da wir auch Fachkräfte mit Berufsausbildung brauchen, müssen wir Anreize für sie schaffen und sie nicht durch komplizierte und langwierige Verfahren zur Anerkennung ihrer ausländischen Berufsqualifikationen demotivieren. Ein modernes Einwanderungsgesetz sollte diesen Flaschenhals beseitigen. Zudem dürfen bislang nur ausländische Akademiker nach Deutschland zur Jobsuche kommen. Diese Regelung gilt es auf klassische Ausbildungsberufe auszuweiten.

2. Transparenz

Die bisherigen Einwanderungsregelungen müssen zusammengefasst, mit einem markanten Label wie etwa einer „Schwarz-Rot-Gold-Karte“ versehen und offensiv kommuniziert werden.

3. Attraktivität:

Menschen, die sich für ein Leben in der Bundesrepublik entscheiden, brauchen eine klare Perspektive für ein Daueraufenthaltsrecht und eine Einbürgerung. Hängepartien schrecken ab, ebenso wie die politischen Grabenkämpfe zum Doppelpass. Das Leben von Zuwanderern findet meist in zwei Ländern statt. Dies darf nicht durch die unnötige Entscheidung zwischen dem deutschen Pass und jenem des Herkunftslandes verkompliziert werden. Ein modernes Einwanderungsgesetz zwingt nicht, die biografischen Wurzeln zu kappen.

4. Effizienz

Ein neu zu gründendes Bundesministerium für Migration würde helfen, das Einwanderungsgesetz zielorientiert umzusetzen. Zudem benötigen die kommunalen Ausländerbehörden und die Visa-Stellen der Auslandsvertretungen mehr Ressourcen, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

5. Legitimation.

Noch immer wird zu verdeckt und verschämt über nötige Einwanderungszahlen gesprochen. Ein offener, regelmäßiger Austausch über Zielkorridore im Bundestag könnte die teilweise überhitzte Diskussion abkühlen. Denn auch in Zukunft müssen wir die Personen gewinnen, die wir brauchen, und jenen Schutz geben, die uns brauchen. Der Erfolg einer neuen Bundesregierung wird entscheidend davon abhängen, ob sie dieser Aufgabe gewachsen ist.

Im Juli 2017 hat die Bertelsmann Stiftung den Sammelband „Faire Fachkräftezuwanderung nach Deutschland: Grundlagen und Handlungsbedarf im Kontext eines Einwanderungsgesetzes“ veröffentlicht, in dem verschiedene Autoren die Themenfelder Fachkräftezuwanderung und Einwanderungsgesetz aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.

Phillip Ramm | Fr, 24. November 2017 - 15:21

Wie wäre es, der Staat beendet erst einmal seine riesige Ressourcenverschwendung und entlässt die Bürokraten, Finanzprüfer, Bildungsbeamten, Klimaforscher, Windradproduzenten, Zentralbänker, Gleichstellungsbeauftragten, Filmförderer, Unterhaltungsproduzenten und Umverteilungskünstler in produktive Arbeit und dann sehen wir weiter?

Torsten Knecht | Fr, 24. November 2017 - 17:52

In reply to by Phillip Ramm

.... Qualifikation der Langzeitarbeitslosen (ca. 2 oder mehr Mio.) auf die 1,1 Mio. freien Arbeitsstellen?

Wieso werden die beim Thema "Fachkräftemangel" noch nicht einmal erwähnt?

Erstmal die einheimische Bevölkerung mit anständigen Löhnen in Arbeit und Ausbildung bringen als Ausländer ins Land bringen!

Der positive Nebeneffekt: Bürokratieabbau bei der Agentur für Arbeit und damit Einsparung auf der Ausgabenseite des Staates bzw. der Kommune. Das Steuer- u. Versichertengeld kann eingespart bzw. sinnvoller für die Industrie 4.0 - Qualifizierung eingesetzt werden.

Daniela Herzog | Fr, 24. November 2017 - 21:02

In reply to by Phillip Ramm

Deutschland ist für gutausgebildete ausländische Fachkräfte nicht attraktiv. Die Abgabenbelastung ist viel zu hoch, die Arbeitskultur von Konkurrenz und Druck geprägt und wohin der seit 2015 grassierende politische Anspruch, die Welt zur Not im Alleingang retten zu wollen, Deutschland politisch noch hintreiben wird, steht auch in den Sternen. Die Prognosen sehen jedenfalls nicht gut aus. Fachkräfte werden weltweit gesucht. Warum sollte man bei diesen Bedingungen bei ausgerechnet Deutschland den Vorzug geben?

Aber hallo, ich habe Aktien bei einem Windradproduzenten und die laufen gut. Es gibt viele Länder mit Küsten, die daran interessiert sind: USA, Australien, Norwegen usw.
Also bitte mal einen Gang runterschalten. Merkelland ist eine Problem, aber das hat mit der Kanzlerin zu tun, nicht mit den Windrädern.

Dietmar Deibele | Mo, 27. November 2017 - 13:14

In reply to by Udo Maier

nach dem EEG und den SUBVENTIONEN läuft es natürlich gut, wir bezahlen es ja!
Daran ist die grüne Merkel auch Schuld. ca 8ct/KWh für Onshore, wenn der Wind weht, wenn nicht können wir den Kohle- und Atomstrom teuer einkaufen, zahlen also in allen Fällen drauf!

Gerd Risse | Fr, 24. November 2017 - 15:25

Aber dann nur nach kanadischen oder australischem Vorbild !

Claudia Westphal | Fr, 24. November 2017 - 15:35

Das Internet ist ein großartiger Fundus und vergisst auch so schnell nichts.

Hier findet man Wolfgang Bosbach's letzte Rede im Bundestag u.a. auch mit einem Beispiel, warum der Fachkräftemangel ein Mythos ist

https://www.youtube.com/watch?v=Oy_CC2kfwwM

Hier Marcel Fratzscher vom DIW zum Arbeitsmarkt, der Zunahme des Niedriglohnsektors und der atypischen Beschäftigung

https://wirtschaft.com/diw-praesident-qualitaet-der-arbeit-muss-verbess…

Deutschland ist ein schönes Land und Menschen zwischen 25 und 45 werden dort - mit teilweise viel Mühe - ein Auskommen finden. Alles andere wird in der Statistik verschwinden. Die letzte Arbeitslosenstatistik zeigte mehr als 800.000 Arbeitslose über 50, die über 58 sieht man dort nicht mehr. Hinzu kommt, dass jahrzehntelanges Lohndumping seinen Tribut fordert. Armut jetzt und Altersarmut sind die Folgen.

Statista zeigt, dass in Q2 2017 ca. 25.000 Ingenieure arbeitslos gemeldet waren.

Es gibt keinen Fachkräftemangel.

und dem Durchbruch von Industrie 4.0 werden massenhaft Arbeitskräfte freigesetzt. Der verstärkte Einsatz von Robotertechnik vernichtet die Arbeitsplätze für gering qualifizierte Menschen, so dass die Mehrzahl der Migranten nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Daran kann auch ein Einwanderungsgesetz nichts verbessern.

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digitalisieren
sind die Schlagworte.
Wenn dann, viele Jahre später, tatsächlich Arbeitskräfte in der EU fehlen,
leben ca. 10 Milliarden Menschen auf der Welt. Potential genug, um geeignete junge Menschinnen zu fördern, anzuwerben und zu integrieren.
Kein "Personalverantwortlicher" (ich kenn mich da etwas aus...hüstel) stellt Personal auf Vorrat ein und bezahlt es.

Dietmar Deibele | Fr, 24. November 2017 - 16:15

das ist mir zu einfach. Ich habe gegen ein EWG nichts einzuwenden, doch m.E. muß es schon ein Punktesystem a la Kanada sein. Zuerst muss der unsinnige Sog und Zustrom konsequent gestoppt werden, durch Grenzkontrollen, durch Rückführungen Platz geschaffen werden. Danach braucht es Bedingungen für Fachleute aller Art, die aber auch zu uns passen und sich hier niederlassen und integrieren wollen. Das Punktesystem ist dabei sogar entscheidend, soll es doch sicherstellen, dass die Fachleute sich auch leicht integrieren lassen, Dazu sollten sie möglichst kulturell verwandte Merkmale aufweisen, unsere Sprache sprechen, oder aus Osteuropa stammen. Auch beim Thema Doppelpass muß ich Ihnen leider widersprechen, gerade dieser verhindert eine Integration, man weiß dann nicht wo man hingehört. Dass gute Fachleute sich woanders niederlassen liegt auch daran, dass es bisher kein EWG mit Punktesystem gibt. Hätten wir dies, hätten wir keine Spaltung der Gesellschaft und keine Angst vor Überfremdung.

wolfgang spremberg | Sa, 25. November 2017 - 10:47

In reply to by Dietmar Deibele

Ich glaube Herr Dräger und die Stiftung denken da eher an ein europäisches, bedingungsloses, allgemeines Grundeinkommen. Finanziert von Menschen mit gutbezahlter Arbeit. Da hoffen er und die Stiftung dann noch auf gutausgebildete Menschen, die gern Steuern und Abgaben zahlen, um das Ganze zu finanzieren
Das klingt doch schon mal nach einem Plan........

Sven Kleb | Fr, 24. November 2017 - 16:17

was mir zu kurz kommt ist die Einpreisung der Digitalisierung 4.0 und die Freisetzung von Arbeitskräften. Weiterhin ist eine Überakademisierung insbesondere in Sozial- und Geisteswissenschaften betrieben wurden. Der Bedarf an diesen Leute wird künstlich durch die Migration gepuscht. Letztlich aus meiner Sicht viel hausgemachte Verknappung von Arbeitskapazitäten. Nur wenige sprechen es an!

Gerd Runge | Fr, 24. November 2017 - 16:38

aber der Bertelsmann-Stiftung traue ich nicht über den Weg.
Das ist subtile politische Einflußnahme.

David Scholz | Fr, 24. November 2017 - 17:45

In reply to by Gerd Runge

..."subtil" ist daran nichts.

Bernd Lehmann | Fr, 24. November 2017 - 18:31

In reply to by Gerd Runge

der das Gleiche gesagt hat, wurde gestrichen. Klopf, klopf Heiko ???

wolfgang spremberg | Sa, 25. November 2017 - 10:16

In reply to by Gerd Runge

Gern wird über niedrige Einkommen, unfaire Einkommensverteilung, befristete Verträge, Leiharbeit, prekäre Beschäftigung etc. geklagt. Das würde sich ändern, wenn Arbeitskräfte tatsächlich knapp werden und mehr "Marktmacht" hätten.
Dem will man offensichtlich vorbeugen. Nichts gegen Spezialisten, Hochqualifizierte, Wissenschaftler oder Sportler aus nicht EU Staaten, aber hier geht es um mehr.

Bernd Fischer | So, 26. November 2017 - 22:37

In reply to by Gerd Runge

Die Bertelsmann-Stiftung ist ein Konglomerat von sogenannten "Experten" die nur von Staatsgeldern leben und überleben können, und in der Konsequenz genau das Ergebnis abliefern was die jeweiligen "Machthaber" ob nun legal gewählt.....oder als eventuelle Minderheit ....als Opportun empfinden.

Vergleiche ich jetzt mal mit dem "dritten Reich" oder dem "ZK der SED" , die auch ihre "Experten" hatten und dem Volk erklärt hatten was für das Volk gut sei verkneife ich mir jetzt.

Dr. Lothar Sukstorf | Fr, 24. November 2017 - 17:23

Diesen auf- und abgeleierten, sogenannten Fachkräftemangel kann man das mal an Zahlen belegen und zwar von Objektiver, neutraler Seite. Den Zahlen der Bertelsmann-Stiftung glaube ich nicht, ob der Nähe von Fr. Mohn zu Merkel. Die führen immer noch im Sinn, Millionenfache Flüchtlingsströmen das Wort zu reden.

Dorothe Gaede | Fr, 24. November 2017 - 17:23

Punkt 3 Attraktivität:
"Menschen, die sich für ein Leben und der Bundesrepublik entscheiden.........."
Nein, umgekehrt sollte es sein: Deutschland sollte sich für Menschen entscheiden, nach z. B. australischem Vorbild. Nur so wird man dann auch respektiert.
Naja, eben typisch Bertelsmann.....

Elke Halefeldt | Fr, 24. November 2017 - 17:27

„Flucht- und Erwerbsmigration“ wird in der gesamten öffentlichen Debatte seit Jahren munter durcheinander gewürfelt. Angeblich sollten die Flüchtlinge ja unsere Renten sichern, hörte man mal. Wobei sich die Frage stellt, wozu die s.g. Wirtschaftsflüchtlinge (Hauptgrund der Migration ist die Verbesserung der eigenen schlechten ökonomischen Lage) genau gehören. Sind sie für Dr. Dräger nur „Fluchtmigranten“?
Wenn tatsächlich qualifizierte Mitarbeiter in ausgewählten Arbeitsbereichen fehlen sollten, wäre es m. E. nicht unklug, erst einmal mit aller Kraft und einer guten Strategie im eigenen Land Potenzial zu fördern (Stichwort bessere Allokation der Auszubildenden und Arbeitsuchenden). Ja, Arbeit ist ein Integrationsmotor, nur haben wir derzeit bereits mind. 3,4 Millionen Menschen in Unterbeschäftigung im Land. Warum wir uns angeblich nicht einmal auf EU-Binnenmobilität verlassen können bei hoher Arbeitslosigkeit in vielen Staaten, leuchtet mir persönlich auch nicht ganz ein.

Christiane Bohm | Fr, 24. November 2017 - 17:56

Sehr merkwürdig. Ich habe schon immer viel mit Einwanderen zu tun gehabt. Jetzt auch mit der neuen Welle. Die einen Ausbildungsplatz bekommen haben, muss man mit der Lupe suchen. Selbst in Pflegeberufen sieht es mau aus. Eine Kambodschanerin, die ich bei der zur Altenpflegerin begleitet habe( sie hat einen Bachelor in medic. Science) hat von viel Schikanen in der Schule berichtet. Nur bei Chinesen sieht es besser aus, besonders wenn sie Mathe oder IT studiert haben. Und polnische Krankenschwestern habe ich kennengelernt. Die braucht man nicht auszubilden, in Polen muss man dafür studieren ,und sie arbeiten auch für wenig Geld. Das liebt man doch.

Joost Verveen | Fr, 24. November 2017 - 17:58

Wenn man hochqualifizierte Leute reinholen will, muss man dafür sorgen, das sie nicht verwechselt werden mit Asylanten/ Sozialfällen. Und genau passiert in EU, weil einfach jedermann ins Sozialsystem reingelassen wird, denkt die Bevölkerung natürlich "schon wieder einer der uns auf der Tasche liegt". auch wenn es jemand ist, der wirklich hart arbeitet und Steuern zahlt. Warum sollten echte Fachkräfte sich so etwas freiwillig antun? Insofern haben USA/CDN/AUS den unschlagbaren Vorteil, dass es bei Ihnen nicht passieren kann, denn das Millionenheer der nicht arbeitsfähigen Asylanten existiert dort einfach nicht.

In NL ist das Problem übrigens noch härter als in D. Hochqualifizierte aus Suriname gehen lieber nach Canada ins Dorf, bevor sie in Amsterdam mit Marokkanern verwechselt werden, oder mit dem Steinzeit-Islam. Seltsamerweise wird dieser Faktor in der Presse nie erwähnt, obwohl er wichtig ist.

Torsten Knecht | Fr, 24. November 2017 - 18:08

... offene Stellen: 1,1 Mio.
... offizielle AL-zahl: ca. 2,5 Mio.

Wo ist das Mangel-Problem?

Selbstredend ist der "Mangel", wie im Pflegeberuf, selbstverschuldet. Das liegt an der Bezahlung, den Arbeitsbedingungen u. daran das daran die AG nix ändern wollen.

Gerade in der Pflege gibt es FKM schon ewig. Heute haben die Pflegeheime den Vorteil, das die Osteuropäer freizügig u. willig sind, die Jobs zu machen. Das heisst dann unternehmerisch: auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Für den einheimischen AN ist der Job m. o. w. unattraktiv. Für OE lukrativ, wenn man die Eink. bei denen zu Hause vergleicht.

wolfgang spremberg | Fr, 24. November 2017 - 18:20

Sehr geehrter Herr Dräger,
Ihren obigen Ausführungen entnehme ich, das Sie, bzw. die Bertelsmann Stiftung, Interesse an Vertragsvereinbarungen zur Versorgung von, auf absehbare Zeit, nicht benötigten Personen haben.
Ich bin an einem entsprechenden, unbefristeten, Vertrag interessiert.
Spott zum Gruße
Wolfgang Spremberg

Stefan Zotnik | Fr, 24. November 2017 - 19:02

Ich frage mich, wie lang man den Deutschen diesen Blödsinn noch erzählen wird!

Die einzige Lösung kann sein, den eigenen Nachwuchs für den Bedarf der deutschen Wirtschaft passend auszubilden.

Wie man sieht, ist selbst eine Masseneinwanderung nicht ansatzweise in der Lage eine nennenswerte Menge an Fachkräften ins Land zu bringen.
Von den ganzen kulturellen und gesellschaftlichen Problemen will ich gar nicht erst anfangen.

Nun stellen wir uns mal vor, so rein hypothetisch, Europa bekäme seine Außengrenzen tatsächlich in den Griff und es käme nur der, der auch bewusst rein gelassen werden soll, weil er aufgrund seiner Qualifikation gebraucht wird.

Wo zum Geier sollen diese Leute alle herkommen? Gibt es da irgendwo ein geheimes Versteck mit Fachkräften, die nach Deutschland wollen?

Und zweitens:
Wer gibt uns eigentlich das Recht dazu, die wenigen gut ausgebildeten Leute aus den Entwicklungsländern abziehen zu wollen?
Die werden in ihren Heimatländern gebraucht!!!

Renate Aldag | Fr, 24. November 2017 - 19:11

Ich schliesse mich ausnahmlos den vorausgehenden Kommentaren an. Ich selbst habe viele Jahre in Brasilien gearbeitet. Im Gegensatz zu D brauchen Sie dort einen Pass und ein Visum, um sich dort aufhalten zu können. Erfüllen Sie die Voraussetzungen, so bekommen Sie einen Ausländer-Personalausweis mit 2-jährigem Aufenthaltsrecht und nach vielen Jahren dort, können Sie die brasilianische Staatsangehörigkeit beantragen,falls Sie dem Staat nicht auf der Tasche liegen, nicht kriminell waren und Ihren deutschen Pass abgeben. So oder ähnlich wird es in den USA, Kanada, Australien und in der Schweiz gehandhabt. Ja, und gerade die Schweiz verlangt bei Arbeitsmigranten allerhöchste Qualifikationen. Unsere BK setzt die Einreisebestimmungen außer Kraft und flutet uns mit überwiegend Analphabeten mit mittelalterlicher Kultur direkt in unsere Sozialsysteme. Hat ihr Mann das geraten? Denn der arbeitet auch bei der Bertelsmannstiftung?

Cecilia Mohn | Fr, 24. November 2017 - 19:21

Die Welt ist total überbevölkert. Klar, die Industrie setzt auf Wachstum, das wird uns aber in den ökologischen Kollaps treiben. Wenn in Europa weniger Kinder geboren werden, dann ist das gut. Die Bevölkerung schrumpft auf ein umweltverträgliches Maß. Dann werden Anreize durch die Politik geboten, dass jede Frau im Schnitt zwei Kinder bekommt. Wo ein Wille ist, wäre dann auch ein Weg. Wir haben dann einige Jahre mit einem Rentnerüberschuss zu rechnen. Aber jetzt ist ja auch Geld da für die Versorgung von Millionen Flüchtlingen. Das Geld könnte man besser dafür verwenden, unsere Rentner zu finanzieren. Außerdem würden viele Menschen gern ein paar Jahre länger arbeiten, das könnte ihnen dann gestattet werden. Nach einer gewissen Zeit hat sich die Bevölkerung dann auf ein umweltverträgliches Maß eingependelt und bleibt stabil. Trotzdem wäre ein Einwanderungsgesetz gut, um punktuellen Fachkräftemangel zu beheben.

wolfgang spremberg | Fr, 24. November 2017 - 19:44

24 Millionen Arbeitslose in der EU
Unzählige prekär Beschäftigte
18 Millionen Arbeitsplätze in den nächsten Jahren in Deutschland durch Digitalisierung gefährdet
Bald 10 Milliarden menschliche Erdbewohner
Und Herr Dräger / Bertelsmann Stiftung will auf Vorrat ökonomisch nicht benötigte Menschen nach Europa holen und versorgen.
Sie sollten sich bei Siemens als Personalvorstand bewerben. Herr Chulz würde sich freuen, Jo Kaeser würde bei solchen Vorschlägen kurz überlegen ob Sie das ernst meinen, dann könnte es laut werden....

Klaus Jürgen Bremm | Fr, 24. November 2017 - 20:20

Ein Einwanderungsgesetz wird niemals die angeblich erforderliche Zahl von Fachkräften anlocken. Dazu sind in Deutschland die Gehälter im internationalen Vergleich zu niedrig, die Abgaben und Steuern dagegen zu hoch und die Sprache zu schwierig. Die meisten Fachkräfte werden sicherlich englischsprachige Länder als Ziel auswählen. Außerdem dürfte die erodierende Sicherheit im öffentlichen Raum und die mangelnde Bereitschaft der Exekutive, hier Abhilfe zu schaffen, allmählich ebenfalls ein Hemmnis für die Auswanderung nach Deutschland darstellen.

Dimitri Gales | Fr, 24. November 2017 - 20:33

Arbeitnehmer rekrutieren sollte. In Frankreich, Italien und anderswo in Europa gibt es massenhaft Arbeitssuchende, die ein Angebot aus Deutschland gerne annehmen würden. Man redet doch so viel von Europa. Bleibt in jedem Fall die Sprachhürde. Aber die würde ein europäischer Bewerber vielleicht schneller überwinden als jemand aus dem arabischen Kulturraum oder aus Afrika.

Udo Dreisörner | Fr, 24. November 2017 - 20:44

Wie wäre es wenn Deutschland familienfreundlich würde? Es attraktiv wäre Kinder zu haben und diese in einem vernünftigen Schulsystem zu guten Fachkräfte ausgebildet würden? Wieso fängt man da nicht an anstatt angebliche Fachkräfte zu importieren und die eigenen Kinder vergisst? Die wirklichen Fachkräfte haben schon vor den Flüchtlingswelle einen grossen Bogen gemacht. Wie wäre es wenn man so wie damals nicht für so viele Jobs ein Abitur braucht sondern Fähigkeiten? Abi ist Massenware. Für mich ist der propagierte Facharbeitermangel das Ergebnis falscher Signale aus der Arbeitgeberwelt. Wer nicht auf dem Gymnasium war taugt anscheinend ja heute nichts mehr und nun wird gejammert das gerade in dem Handwerksbetrieben kein Nachwuchs zu finden ist. Und nun kaut uns die Bertelsmann Stiftung vor es müssen Zuwanderer her. Meinungsmache pur

Sabine Schönfeld | Fr, 24. November 2017 - 21:10

Soweit ich weiß, mischt sich die Bertelsmann-Stiftung bereits in höchst inkompetenter Weise in die Qualifizierung von Migranten im Handwerk ein. Da man weiterhin regelmäßig von höchst unwahrscheinlichen "Studien" liest, deren Ergebnis offenbar politisch gewollt ist, ist es wenig wahrscheinlich, dass diese oder überhaupt eine Einschätzung dieses Institutes irgendeine Relevanz hat.

Markus Michaelis | Sa, 25. November 2017 - 01:44

Die Frage ist, was das Ziel einer Gesellschaft ist. Will man möglichst viel Geschäfte machen? Möglichst viel Umsatz - also eine möglichst hohe Einwohnerzahl? Oder möglichst viel Gewinn pro Kopf? Oder möglichst viele Patente oder Nobelpreise? Ich würde mich vor einer Einwanderung aus Wirtschaftsgründen daher erstmal über gesellschaftliche Ziele unterhalten.

Bei der Bertelsmannstiftung fände ich es auch schön etwas transparenter zu sehen, wer da welche Ziele verfolgt. Von dort kommen in dichter Folge gesellschaftliche Beiträge, die bei mir öfters diese Frage aufwerfen.

Robert Müller | Sa, 25. November 2017 - 03:35

Wo im Ausland gibt es denn diese Fachkräfte? Aus Afrika importieren die Kirchen heute schon Pfarrer, speziell die Katholischen haben in Zeiten des Zölibat Nachwuchsprobleme. Dann holt man aus der EU gerne Billiglöhner oder verschiebt Jobs dorthin. Überhaupt scheint mir in Zeiten des Outsourcing das Thema Fachkräftemangel nur noch dort zu bestehen, wo man die Arbeit noch nicht verlagern kann. In Japan versucht man das Problem durch Roboter zu lösen, also Pflegeroboter statt Pflegekräfte aus dem Ausland. Überhaupt scheint mir mit mehr Investitionen in z.B. Künstliche Intelligenz das Problem besser zu lösen sein. Aber diese Investitionen will man nicht, weil sie Jobs kosten könnten. Schizophren, imho.

Antonio Morello | Sa, 25. November 2017 - 08:26

Angenommen, wir hätten tatsächlich einen Fachkräftemangel, so hätte man ihn eben nicht, wenn nicht der Staat die 100 000 Abtreibungen pro Jahr in Deutschland seit zig Jahren zulassen würde.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Wir töten unseren Nachwuchs und fluten das Land mit Fremden.

Bernhard Mayer | Sa, 25. November 2017 - 09:54

Bertelsmann-Stiftung = Gutachten nach Wunsch des Kunden, und das am Fließband!

Mehr ist eigentlich überflüssig.

Jürgen Winzig | Sa, 25. November 2017 - 10:48

Wenn es den wirklich flächendeckend geben würde, würden erstmal die Löhne massiv ansteigen.Nennt sich Angebot und Nachfrage.
Bei den üppig sprudelnden Unternehmensgewinnen wäre das dann ja kein Problem. Es geht dieser obskuren neofeudalen Stiftung lediglich um die Forcierung weiterer Zuwanderung, um ja die Löhne niedrig zu halten. Denn die "Fachkräfte"sind dann genauso arbeitslos wie derzeit 3,5 Millionen schon länger hier Lebende. Wer überprüft dann überhaupt, welche Ausbildung kompatibel ist mit unseren Vorstellungen? Ist der Techniker aus Burkina Faso wirklich Techniker? Ein riesiger Bürokratieaufwand wäre die Folge. Abgesehen davon haben wir bereits ein prima Zuwanderungsgesetz. Nennt sich Bluecard. Jeder, der einen Job ( einfach bewerben) hat, kann kommen. Für rund 2100 Euro netto bei Mangelberufen, die bezahlt werden müssen, kommt aber offensichtlich keine wirkliche Fachkraft in unser buntes Steuer- und Abgabenparadies.

Brand, Herbert | Sa, 25. November 2017 - 11:05

Wenn ich die im Internet zugänglichen Zahlen zur Bevölkerungsdichte in den Jahren um die Jahrhundertwende 19.-20.Jahrhundert (ca. 80 Einwohner/km2) mit den heutigen (ca.230 Einwohner/km2) vergleiche, stelle ich einen gewaltigen Anstieg fest. Warum sollte eine heutige Gesellschaft es nicht mit einer niedrigeren Bevölkerungsdichte schaffen, "Probleme zu lösen"? Die "Verwerfungen" sind nur temporär. Sobald der Überhang alter Menschen biologisch bedingt abgenommen haben wird, ändert sich auch die Altersstruktur. Ich finde, jedes Land sollte in erster Linie seine "Probleme" selber lösen.

Claudia Westphal | Sa, 25. November 2017 - 11:33

und ihre Auswirkungen sieht man sehr schön im Arbeitsmarktbericht der Arbeitsagentur

https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberi…

Ab Seite 4 kann man Interessantes über den Anstieg der schlecht bezahlten Leiharbeit lesen. 2016 hatten 991000 Menschen einen solchen Job. Seite 11 weist darauf hin, dass 64 Prozent davon eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Wo steht, dass man sie nicht weiter qualifizieren kann?

Der Schrei nach Zuwanderung erfüllt nur den Zweck, noch mehr Druck auf den Arbeitsmarkt und damit auf die Löhne und Gehälter auszuüben. Man spart sich die Ausbildungskosten und profitiert von der Investition anderer Länder.

Claus Peter Abee | Sa, 25. November 2017 - 15:52

Die Einflußnahme der Bertelsmann-Stiftung auf das Regierungsgéschehen ist in den letzten Jahren gefährlich intensiviert worden.Das von Herrn Dr.Dräger vorgelegte Zuwanderungskonzept ist ähnlich fragwürdig,wie zum Beispiel die gesundheitspolitischen Reformvorstellungen dieser Stiftung.
Es wird zu wenig mit qualifizierten Fachleuten gearbeitet,sondern ein vorgegebener politischer Stil bedient.

Norbert Schnitzler | So, 26. November 2017 - 05:48

Noch hat niemand Siemens gedankt, dass der Konzern so viele Fachkräfte (Ingenieure! Facharbeiter!) dem danach "händeringend" suchenden Arbeitsmarkt gibt. Da stimmt doch was nicht.

Ich vermute, die Forderung ist nur die Suche nach einem bequemen Weg, der nicht der Allgemeinheit nutzt, sondern Lohndrückern. Mit mehr Erfolg könnte man die Produktivität steigern und mit weniger Menschen durch Industrie 4.0 das Benötigte produzieren. Oder (Exportüberschuss!) weniger teurer exportieren statt den Käufern Kredite zu geben, die - siehe Griechenland - dann vielleicht nicht zurückgezahlt werden können.

Ich sehe auch ein Potential durch Abbau unnötiger Tätigkeiten (brauchen wir so viele Läden für Mobilfunkverträge? Automatenspielcasinos? Wasserpfeifenkneipen?) Natürlich ersetzen diese "Fachkräfte" keine Ingenieure direkt, aber auf allen Ebenen muss ggf. qualifiziert werden, dann kommt das auch "oben" an.

Norbert Schnitzler | So, 26. November 2017 - 06:01

Die Aussage

"Die Situation in der Bundesrepublik wird sich weiter verschärfen, wenn die Babyboomer in Rente gehen. Die geburtenstärksten Jahrgänge (1962 bis 1966) bestehen aus rund sieben Millionen Menschen – die Jahrgänge von 2011 bis 2015 sind nur gut halb so groß. "

stimmt, wenn man aber z.B. mit Einwanderungsgesetz die Jahrgänge von 2011 bis 2015 verdoppeln könnte, hätte man nicht genug Kita- und Lehrkräfte dafür. Dräger will ja Fachkräfte, müsste also z.B. die Jahrgänge von 1980 bis 1990 zum Vergleich heranziehen. Außerdem schiebt sich der Babyboom durch die gesamte Bevölkerungstonne und hat in jedem Jahrzehnt eine typische Folge: um 1970 volle Schulklassen, um 1980 Lehrstellenmangel und überfüllte Hörsäle, dann bis 2010 höhere Arbeitslosigkeit und ab 2020 viele RentnerInnen. Jetzt sind wir in einer relativ guten Phase mit noch wenig Rentnern und guter Beschäftigung. Ab 2040 sterben die Babyboomer weg, dann ist das Problem gelöst, ohne ein neues geschaffen zu haben.

wolfgang spremberg | Mo, 27. November 2017 - 11:56

In reply to by Norbert Schnitzler

Aber Bertelsmann möchte, das die Steuer / Abgabenzahler neben den vielen Rentnern auch noch möglichst viele Arbeitslose alimentieren. Warum ?

Torsten Knecht | Mo, 27. November 2017 - 17:23

In reply to by wolfgang spremberg

Weil der Steuer/Abgabenzahler sowieso alles bezahlt.

Einer muss ja schließlich arbeiten gehen u. das BSP erwirtschaften. Der Politiker kann nur nehmen und verteilen. Geben kann er aber auch, indem er Steuerschlupflöcher baut o. bspw. die Vermögenssteuer gleich ganz weg lässt o. die Kapitalertragssteuer geringer als bei der Steuer auf Arbeit lässt.

Man muss sich wirklich mal fragen, ob der Souverän das wirklich will, weil die wenigsten davon profitieren (siehe Vermögensverteilung)?

Patricia Meyer | So, 26. November 2017 - 09:33

Und da ist es wieder,das Märchen vom Fachkräftemangel! 8 Millionen Hartz iv Empfänger, 2,4 Millionen Arbeitslose in Deutschland,rund 30 Millionen in der EU, Studenten,die von einem Praktikum zum nächsten wandern, befristete Stellen ohne Ende, BWL er VWL er ,die im Jobcenter arbeiten um irgendwas zu haben... die Liste ließe sich unbegrenzt fortführen.Nicht die Fachkräfte fehlen,sondern die Stellen!!

Lothar Bluhm | So, 26. November 2017 - 16:02

Fachkräften.
Zu meiner Person : ich bin 75 , Dipl.Ing und einiges mehr, also eine Fachkraft.
erster Punkt. Deutschland hat die weltweit zweitniedrigsten Renten, Beweis : OECD Statistik
zweitens: in Deutschland werden je nach Fall die zweit- oder dritthöchsten Einkommenssteuern erhoben. Beweis : OECD
Statistik. Fazit : wer nach Deutschland kommt
zahlt hohe ESt und hohe Rentenbeiträge.
Dafür erhält er im Alter eine Minirente die auch
noch zu versteuern ist.
Dritter Punkt: Warum geht es den japanischen Rentnern trotz noch niedrigerer Renten gut ?
Ganz einfach, die Rentner besitzen erhebliche
Mengen Bargeld , das sie zuhause aufbewahren.
Von einer Abschaffung des Bargeldes ist in Japan keine Rede. In Deutschland dagegen werden die Rentner noch bestohlen.
Zitat Müntefering : Ein Rentner mit 600 € im Monat ist nicht arm ! Der Mann ist zwar nicht mehr als Politiker aktiv , man sollte aber solche
Äußerungen sehr sorgfältig beachten. Kürzungen von Rentenanwartschaften !

Jürgen Althoff | So, 26. November 2017 - 17:03

besteht aus Sicht der Bertelsmann-Stiftung eigentlich der Anreiz für Nicht-Europäer, nicht in eines der englischsprachigen Länder zu gehen, sondern nach Deutschland? Welche Hürde allein schon eine ausreichende Beherrschung der deutschen Sprache bedeutet, sieht man z.B. schon bei den Ärzten aus anderen EU-Ländern. Spitzengehälter sind hier nicht zu erwarten, aber Steuersätze im globalen Spitzenbereich. Und jede Spitzenfachkraft aus einem der Länder, deren Prekariat Deutschland derzeit überschwemmt, müsste damit rechnen, in den Augen seiner Umgebung in den gleichen Topf einsortiert zu werden.
Nein, mit Bertelsmann-Rezepten kommen wir auch hier nicht zum Ziel. Erst recht nicht mit unserem unter tätiger Bertelsmann-Mithilfe geschaffenen gleichmacherischen Schulsystem auf ständig sinkendem Niveau.

Jochen Wegener | So, 26. November 2017 - 21:31

die Industrie und auch das Handwerk müßte sich nur der alten Tugend erinnern selbst auszubilden. Das ist in einigen Bereichen nicht leicht, zugegeben, die Ausbildungsreife läßt oft zu wünschen übrig. Nur: welche finanziellen und organisatorischen Klimmzüge werden gerade heute unternommen um Analphabeten aus aller Welt auf ein zivilisatorisch annehmbares Niveau zu hieven und daraus Zukunftsideen zu entwickeln und das mit schon jetzt absehbarem Mißerfolg? Da kommt das Märchen vom Mangel gerade recht um nicht im Hier und Jetzt handeln zu müssen: Löhne, von denen gelebt werden kann, Verträge ohne zeitliche Begrenzung um die Lebensperspektive überhaupt erst zu ermöglichen, Abkehr von der renditebesessen Vorstellung das "Humankapital" sei nichts als ein Kostenfaktor. Und etwas Denken an die Folgen von Entscheidungen: wäre die sogenannte Ernergiewende nicht so absolut töricht in Szene gesetzt worden, könnte Siemens noch Gasturbinen bauen und liefern. Wußte Merkel natürlich nicht, wie immer.

Romuald Veselic | Mo, 27. November 2017 - 10:22

Was wird damit gemeint?
Welche Ausländer/Flüchtlinge?

Die Fachkräfte in den Emiraten/Sau di Arabien sind ausländische Fachkräfte (Europäer/Nordamerikaner/Australier/Inder, usw...) die diese Mickey Maus Despotien am Leben erhalten, weil die nicht mal einen Aufzug reparieren können. Ansonsten werden Massen von Ungelernten Arbeiter (analog zu den Flüchtlingen) importiert, restriktiv behandelt und reglementiert mit Arbeitsverträgen für 2 Jahre. Nach der 2-Jahres-Frist, werden die Lohnsklaven ausgetauscht.

Petra Führmann | Mo, 27. November 2017 - 10:54

aber als gleich am Anfang wieder von der "rechtspopulistischen" AfD gesprochen wurde, habe ich aufgehört zu lesen. Es ärgert mich ungemein: Kann dieses subjektive oder suggerierende Attribut nicht endlich weggelassen werden?

Werner Schick | Mo, 27. November 2017 - 11:47

Werte Frau Meyer,
es fehlen weder Fachkräfte noch Stellen, es fehlt ganz einfach der Wille der Arbeitgeber für die Leistung von Fachkräften auch den entsprechenden Lohn zu zahlen. Die Arbeitgeber wollen zwar eine Leistung von Fachkräften, sind aber nur bereit den Lohn von Hilfskräften zu zahlen. Genau hier liegt der Hund schon seit langem begraben. Dass dies der tendenziösen Bertelsmann Stiftung nicht auffällt liegt auf der Hand. Ich wundere mich ohnehin, dass hier bei Cicero solch einseitige Beiträge, die nur Arbeitgeberinteressen vertreten zu Wort kommen können. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

wolfgang spremberg | Mo, 27. November 2017 - 14:08

In reply to by Werner Schick

Ich bekomme für 30.000 Euro keinen neuen Porsche. Fazit : es gibt keine neuen Porsche. Aber auch : ich habe eine offene Stelle und 5 Bewerber. Ein Mangel ? Ab wann habe ich keinen Mangel ? 10 ? 20 ? Umgekehrt : zwischen wie viel Jobangeboten muss ich wählen können, damit Vollbeschäftigung herrscht ?
Übrigens, ich finde es gut das Herr Dräger im Cicero veröffentlicht wird, die Reaktionen sind eindeutig.

Torsten Knecht | Mo, 27. November 2017 - 17:35

In reply to by Werner Schick

... fällt mir auch auf. Was tun? Andere Quellen lesen. Aber merkwürdig finde ich es schon. Im Prinzip kennt jeder jemanden, der von Armut, Altersarmut, Niedriglohn, Kinderarmut, Leiharbeiter usw. betroffen ist - in einem Land wo wir gut und gerne leben ähm regiert werden.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 27. November 2017 - 11:55

wie beim U-Boot....FLLUUUUUTEN! Flüchtlinge, Flüchtlinge...da sagte KGE, mit ihnen, den Grünen, ginge es den Flüchtlingen bei uns besser. Das glaube ich gerne und den Deutschen dafür um so schlechter. Da 'seiert' Özdemir von Patriotismus, KGE steht 'bedröppelt' daneben, nickt zustimmend ...aber vor nicht all zu langer Zeit lief Claudia Roth bei einer Demo mit, bei der skandiert wurde, "Deutschland verrecke"...zu der Zeit war sie bereits Bundestagsvizepräsidentin...darüber hat sich kaum jemand aufgeregt. Kaum etwas dazu von den Gesinnungsmedien...Nichts von der so patriotischen Merkel- CDU!

Georg Silva | Mo, 27. November 2017 - 16:56

bei 3 Mio. Arbeitslosen, 4 Mio. Minijobber und in 7 Jahren mit 18 Mio. Arbeitsplatzverschwinden durch die Robotisierung, der muß und sofort ärztlich behandelt werden.
Und wenn wir überleben wollen, müssen sogar unsere Fachleute in Afrika arbeiten, damit Geld nach Hause kommen kann....

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