Drei Männer in schwarzem Mercedes mit Blaulicht fahren durch Tiefgarage, Foto.
Friedrich Merz (M.) verlässt am Wahlsonntag auf dem Rücksitz seiner Limousine das Konrad-Adenauer-Haus / picture alliance/dpa | Christoph Soeder

Die Union nach der Sachsen-Anhalt-Wahl - Die CDU verliert Deutschland

Die Wähler in Sachsen-Anhalt sind nicht repräsentativ für die gesamte Bundesrepublik. Aber sie sind ebenso wie die Bürger im Norden oder Süden zutiefst enttäuscht von den ehemaligen Volksparteien CDU und SPD. Das bedeutet nichts Gutes für die Kanzlerpartei.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Das Wahlergebnis vom Sonntag war für die CDU eine Katastrophe. Dass ein Stimmenanteil von einer Wahl zur anderen halbiert wird, kommt so gut wie nie vor. Aber jetzt war das der Fall. Daraus ergeben sich für die CDU sechs bittere Lehren.

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Andreas Turnwald | Mo., 7. September 2026 - 12:23

Merz hat mit seinem umgehend gebrochenen Wahlversprechen der Einhaltung der Schuldenbremse jegliches Vertrauen verspielt. Die windige Umsetzung der Monsterschuldenaufnahme durch einen abgewählten Bundestag hat parteiübergreifend alle beschämt, die daran mitgewirkt haben. Die Abwahl dieser verantwortlichen Beteiligten sollte deshalb für jeden demokratischen Bürger Staatsräson sein!

Bernd Windisch | Mo., 7. September 2026 - 12:28

Die Brandmauer hat CDU und…

Die Brandmauer hat CDU und SPD zusammengesperrt. Nun neutralisieren sich beide Parteien gegenseitig bei ihren elementaren Kernvorhaben. Die Rentenreform ist ohne die Beamten mitzudenken tatsächlich ungerecht. Die Gesundheitsreform ebenso. Auch die bedingungslose Unterstützung der Ukraine zahlt bei der AFD ein. Scheint so als hätte die CDU aus Angst vor dem Tod politischen Selbstmord begangen. Bei einer punktuellen Zusammenarbeit mit wechselnden Mehrheiten wären viele der dringendsten Entscheidungen in der Migrations-, Wirtschafts-, Energie- und Sozialpolitik vermutlich längst getroffen. Die siechende SPD kann kaum noch mobilisieren – und nimmt die CDU huckepack mit ins politische Nirwana.

Das stabile alte Parteiensystem existiert nicht mehr. Auch die (dauerempörte) sogenannte „Zivilgesellschaft“ dürfte sich noch manches Mal nach den guten alten Verhältnissen zurücksehnen.

Isch over!

Ernst-Günther Konrad | Mo., 7. September 2026 - 12:29

Und auch Sie Herr Dr. M.-V. haben das jahrelang mitgetragen. Sie schrieben immer - gesichert rechtsextrem- und ließen ebenso kaum eine Gelegenheit aus, dem Wähler Angst zu machen und vor der AFD zu warnen, mit geradezu abstrusen Anwürfen. Jetzt ist das eingetreten, was viele von uns Kritikern schon lange vorausgesehen haben und auch Frau Dr. Alice Weidel schon mehrfach sagte. Die CDU wird keine Wahlen mehr gewinnen. Die UNION zerlegt sich selbst, sie zerbröselt gerade. Nur wie groß die einzelnen Brösel sein werden ist noch unklar. Und dann hört man solche Witzfiguren, wie Warken und Hoppermann nach dem Wahlabend und fragt sich, haben die den Schuss noch immer nicht gehört. Und was wird Merzel heute sagen, wenn Sven Schulze das Bauernopfer einer komplett verfehlten Unionspolitik gibt und zurücktreten wird: *Wir müssen die Mauer noch höher ziehen, wir müssen die AFD inhaltlich stellen, bla, bla, bla. Die UNION wird sich zerlegen. Der Landesverband SA wird beginnen und dann die nächsten.

Ingo Frank | Mo., 7. September 2026 - 13:18

Dr. Müller Hugo Vogg
Die Verdopplung der AfD Stimmen ist nicht nur im Osten passiert. Auch in Hessen, RPf, BW, Saarland, SH haben sich die AFD Werte im Laufe der Legislaturperioden verdoppelt. NUR im Gegensatz zum Osten von einem niedrigen Niveau her. Von knapp unter 10 auf 20% ist genau so eine Verdopplung wie von gut 20 auf 43% und die Zustimmungswerte der AfD im Westteil gehen pro gleicher Zeiteinheit derzeit schneller in die Höhe als im Osten wo I.ü. auch die Sonne aufgeht 👍
Die CDU geht stehenden Fußes ihren Weg genau so wie ihre französischen und italienischen Schwesterparteien, in die Bedeutungslosigkeit. Da hilft weder schönbeten noch kirchlicher Beistand von den Kanzeln wie in Magdeburg.
Das der AfD schon die höchsten Kompetenzen in Asyl, Wirtschaft & Sozialemzugeschrieben werden ist bemerkenswert..
Den einzigen Punkt in dem ich Ihnen zustimme ist, dem Wähler ist das Nazigedöne samt Verfassungsschutzgutachten bei seiner Wahl völlig egal weil er erkennt, es ist manipoliert

Martin | Mo., 7. September 2026 - 13:39

Ist eine abhängige Behörde, dem Innenministerium zugeordnet. Wer erinnert sich noch an Faeser's büttel mecki haltungszwang, der meinte, auch unterhalb der Strafbarkeit herumschnüffeln zu müssen. Die von der Politik in. Auftrag gegebenen Ergebnisse des Verfassungsschutz interessieren mich nicht. Die Behörde wird von den etablierten Parteien genutzt, eine ihnen nicht genehme Partei zu diskreditieren.

Hans Jürgen Wienroth | Mo., 7. September 2026 - 13:47

Es sind nicht die notwendigen Reformen, die die Bürger stören, es ist die Tatsache, dass weiterhin jede Menge Geld in der Welt verpulvert wird (ohne spürbare Reduzierung), dass (linke!) NGOs weiter mit jeder Menge Steuergeld gepampert werden und das es Zumutungen weitestgehend nur für die autochthone, arbeitende Bevölkerung gibt.

Da liegt die Ursache für den Absturz der CDU, die im Gegensatz zur SPD nicht von linksradikalen Kampagnenorganisationen unterstützt, sondern sogar gegen sie agitiert wurde.

A. Rusch | Mo., 7. September 2026 - 14:54

...gehen Sie, Herr M-V, mit Ihren Freunden in der CDU um. Die Wähler haben sich längst anders entschieden: es sind nicht "hehre Grundsätze" von denen sich Herr Merz abgewandt hat: er hat seine Versprechungen, derentwegen er gewählt werden wollte ("links ist vorbei"), direkt am Tag nach der Wahl kassiert und das Gegenteil davon als ultima ratio ausgegeben. Davon hat er sich nie mehr erholt, zu Recht. Und mit ihm all die in der Partei, die glaubten, man könne das mit den Wählern einfach so machen, wo man sich doch als "Letzte Patrone der Demokratie" in Szene gesetzt hatte. Mehr Heuchelei geht kaum, und sowas wird nicht vergessen. Die einzige Rettung wäre nun asymmetrische Demoblisierung a la Merkel, aber auf der anderen Seite: den Blauen die Anliegen wieder wegnehmen, die mal Markenkern CDU waren. Dafür braucht es aber einen radikalen Neuanfang, beginnend mit der gesamtem Führungsriege. So wie es aussieht, geht man lieber Richtung Untergang. Good riddance, wie die Briten sagen

Ernst-Günther Konrad | Mo., 7. September 2026 - 18:44

Diese Überschrift trifft es nicht mehr. Mit dieser Wahl ist bestätigt, sie hat Deutschland bereits verloren. Schauen Sie sich nur die neuesten Umfragen an. Ob nun zu Wahlen die anstehen oder allgemeine Umfragen. Im Bund sind sie bei 20% und ich bin mir sicher, das geht nach den Auftritten der Unionspolitiker bei den ÖRR nach den Wahlen und dem aktuellen Auftritt von Merz weiter bergab. Ich wage die These, dass die Union in MVP um den Einzug in den Landtag kämpfen muss, das die AFD in Berlin weiter zulegt und das in Niedersachsen bei den Kommunalwahlen die Landkarte blau eingefärbt wird. Sie sagen wird verlieren, ich sage, in den Herzen und Hirnen der Bürger ist die Union bereits verloren. Ich schreibe es mal it einem Limerick: Jeder sieht das brennende Haus, nur nicht Klaus (Merz), der schaut raus. Lt. AFD News laufen bereits Verhandlungen mit CDU -Politikern in SA. Wenn da einige überlaufen, wird das in anderen Bundesländern Schule machen. Diese Koalition mit der SPD will niemand meh

Thomas Hechinger | Mo., 7. September 2026 - 20:35

Unser Parteiensystem wird sich ändern, und zwar drastisch – und ich freue mich drauf!

Urban Will | Mo., 7. September 2026 - 21:06

die die Feder des Herrn Autors führten,weiß ich nicht. Nun denn, Herr Müller-Vogg, "Ihre" CDU, jedenfalls die Merkel/Merz-CDU ist tot, sie weiß es nur noch nicht. Sie selbst scheinen es zu ahnen, trauen sich aber noch nicht, es hinzuschreiben.
Merz selbst ist der Welt entrückt, ich sehe ihn auf dem Niveau von Biden kurz vor dessen Amtsende. Er ist eigentlich zu bemitleiden.
Ich gehe nicht davon aus, dass diese größte Witzfigur der deutschen Geschichte, dieser unfähigste Regierungschef aller Zeiten, … (ich könnte noch viel mehr schreiben, lasse es aber) diese Legislatur übersteht.
Und wenn ja, wäre das fatal. Er ist auf einem Niveau angekommen, einer Mischung aus Selbstüberschätzung, Arroganz, Überheblichkeit, Wahn, gepaart mit einem Ausmaß an Unfähigkeit, dass jeder Tag, den er noch im Amt ist, dieses Land gefährdet.
Jetzt wird er sich den Sozen noch mehr vor die Füße werfen, die bereits anfangen, die paar lächerlichen Reformen auch noch auszuhöhlen. Deutschland unter Merz geht unter.

Ihre geballte Weltsicht korrigieren zu wollen, Herr Will.
Ich wende mich daher an die mir wahrscheinlich eher unbekannten Eliten der Bundesrepublik Deutschland.
Achten Sie bitte stärker auf Ihre Außenwirkung und sägen Sie nicht den Ast ab, auf dem Sie sitzen.
Hatten wir das nicht schon mal in der Weimarer Republik?
Ich nenne das vielleicht "kurzsichtig", während ich Herrn Will keinesfalls seinen "Gesamt-Frust" absprechen will.

Heinrich Dompfaff | Mo., 7. September 2026 - 21:55

Deutschland braucht diese cdu nicht!!! Und die CSU auch nicht

Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 8. September 2026 - 08:05

Den Satz sagte auch Frau Merkel und sicherte dann m.E. ihre Politik nur noch vehementer ab?
Die Leute haben sie einfach nicht mehr gewählt und wie ich vermute, schweren Herzens, denn die CDU/CSU ist einfach "Deutschland" und wird es hoffentlich bleiben.
Sachsen-Anhalt hat sich ehrlich gemacht.
Sichtbar geworden ist die ganz schwierige Beziehung zwischen AfD und CDU.
Das können andere Parteien nicht lösen.
Ich bin dennoch der Meinung, dass die CDU im Kern richtig lag, wenn auch damals bei Frau Merkel damit auf eher "verlorenem Posten"?
...oder anders, die AfD muss m.E. dazulernen und da können die anderen Parteien nicht helfen.
Man sehe mir nach, dass ich wieder einen kleinen Wählerauftrag an die SPD spüre.
Es fehlt vielleicht noch der der Facharbeiter und Facharbeiterinnen, auch der, der sogenannten kleinen Leute?
Es ist eine lohnende Aufgabe, sich damit selbst nicht zu vergessen.
Ich bin gespannt.

Die Politik kann sehr wohl bundesweit auf diese Wahl reagieren und, davon bin ich überzeugt, wenn nötig handeln?
Aber Herr Wüst sagte sehr richtig, "Schritt für Schritt".
Ich stelle mir also gar nicht erst etwas Drastisches vor.
Die AfD ist am "Zuge", nehme ich mal an...?
Ich glaube an unsere verfasste parlamentarische Demokratie!
Bin gespannt.

Wolfgang Borchardt | Di., 8. September 2026 - 15:32

kompromisslos ihren Weg der Realitätsverweigerung bis zum bitteren, aber gerechten Ende. Von welchen Reformen ist die Rede, die den Leuten besser erklärt werden müssten? Erhöhung der Beamtenstellen, Steuererhöhungen, fehlender Ausgleich von Inflation und kälter Progression, zurück ins Mittelalter mit Islamisten und Antisemiten, Verschwendung von Steuergeldern für ideologische Projekte im In und Ausland, Niedergang der Bildung, Verschwendung der zur Bewältigung von gewaltigen Problemen gebrauchten Mittel für den "Kampf gegen Rechts"...

dass dem Osten eventuell vor allem eines fehlt, nicht etwa sein eigener Stolz, sondern das Gefühl für Gesamtdeutschland und die Gesamtbevölkerung?
Die Umbrüche waren hart, aber nicht lieblos, das möchte ich doch mal festhalten.
Jetzt, wo es an die großen Aufgaben geht, regt man sich auf über "Klein/Klein"?
Insgesamt passiert doch viel mehr und wenn man "Millionen" Muslime nach Deutschland "lotst", wird man mit dem Islam umgehen müssen, gleichzeitig aber das eigene Standing stärken müssen.
Ich freue mich über die neue Weltkarte, Europa schon gefunden?
Da komme ich nicht auf die Idee, Afrika oder Turk/Arabien zu retten unter Absehung unser eigenen Interessen.
Aber feindselig kommen wir auch keiner Lösung nahe, Vielleicht also ein Mittelweg zwischen Lächeln (Frau Merkel) und moderner Staats-, Wirtschafts- und Strukturpolitik(Merz), sowie offenen Gesellschaften(Zivilgesellschaft/Popper/Soros).
Ich will nicht ausgrenzen, was wir mit gutem Willen integrieren können in unser wunderbares Land.

christoph ernst | Di., 8. September 2026 - 18:42

Die CDU hatte ihre Chancen. Sie hat sie immer wieder mutwillig vergeigt. Allein die Art, wie sie nach dieser Wahl reagierte, zeigte noch einmal drastisch, wie ausgebrannt und bankrott sie ist.
Kein Grund zur Trauer. Der Merkel-Zombie kann wohlverdient in die Tonne.
Ich freue mich auf die Wahlen in Mecklenburg.

Ich kann nicht viel ausrichten, wenn Ostdeutschland Merz nicht versteht.
Was weiss Ostdeutschland - bislang - von Weltpolitik, von Kapital- und Wirtschaftspolitik und modernen, von mir aus, Nationalstaaten?
Ganz Deutschland hat allerdings m.E. fast zwei Jahrzehnte lang "hausbacken" in selbigen Bereichen "gesessen"?
Es wundert mich allerdings, wenn die m.E. teils groteske Fehleinschätzung über Merz etwa auch den Westen beherrschen würde.
"Er lächelt nicht so lieb wie Mutti"?
Nun war zwar der Osten nach der letzten Bundestagswahl "blau", der Rest der Bundesrepublik Deutschland aber "schwarz".
Das kann mich nicht zufriedenstellen als SPD-Mitglied, aber der Grundkonsens im Westen stimmt meines Erachtens.
Nun hat das Volk in Sachsen-Anhalt gesprochen und damit wird umzugehen sein.
Aber seitens der AfD auch mit den anderen 57% des Volkes.
Für die kommenden Landtagswahlen hoffe ich auf andere Ergebnisse in Richtung "Zusammenstehen für Land und Leute".
In Berlin lebt die Welt... "So be it"