Krankenhausflur
Die neue Kälte: Wird die Medizin mit der Reform entmenschlicht& / picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Sparpaket Gesundheit - „Das System funktioniert schon jetzt nicht mehr“

Mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Sparpaket sollen im Gesundheitsbereich Milliarden zusammengestrichen werden. Christian Braun, Geschäftsführer des kommunalen Klinikums Saarbrücken, warnt vor den Folgen für die Daseinsvorsorge.

Ilgin Seren Evisen

Autoreninfo

Ilgin Seren Evisen schreibt als freiberufliche Journalistin über die politischen Entwicklungen in der Türkei und im Nahen Osten sowie über tagesaktuelle Politik in Deutschland. 

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Dr. Christian Braun ist seit 25 Jahren im Klinikum Saarbrücken beschäftigt. Seit 2012 ist er hauptamtlicher Ärztlicher Direktor, seit 2020 alleiniger Geschäftsführer des kommunalen Maximalversorgers. Von 2020 bis 2022 und seit Oktober 2026 erneut ist er zudem Vorstandsvorsitzender der Saarländischen Krankenhausgesellschaft. Das kommunale Klinikum Saarbrücken zählt mit mehr als 600 Klinikbetten und zahlreichen Fachabteilungen zu den modernsten Maximalversorgern im Südwesten Deutschlands.

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Wolfgang Borchardt | Do., 9. Juli 2026 - 08:01

Es hat auch wenig Sinn, über die Ursachen zu sprechen. Korrekturen sind dort nicht zu erwarten. Den letzten beißen die Hunde. Und das ist immer der Steuerzahler.

Ingo Frank | Do., 9. Juli 2026 - 09:02

außer vielleicht das Geld verplempern um danach wieder neue Schulden aufnehmen zu müssen. Warum sollte das beim Gesundheitssystem anders sein ?
Am Ende bezahlts immer der Steuerzahler bzw. dessen Kinder, Enkel und Urenkel.
Es wird mehr als Zeit diese Schwarz Grün roten Ideologen in die Bedeutungslosigkeit zu schicken und einen Neuanfang hin zu bekommen. Der wird eh schwer genug, da der oder besser gesagt die, die den Neuanfang vorstehen wird, auf Grund der Schuldenpolitik der letzten Jahrzehnte eh von vorn herein eingeschränkt wirken kann.
Obwohl, beim Auflösen des ÖRR Staatsvertrag , UNO, EU, WHO und bei anderen Organisationen die Beiträge um 3/4 zu kürzen, Entwicklungshilfe und UK-Kriegshilfen einstellen sowie bei einer regide Asylpolitik den Rotstift ansetzen die Staatsangestellten um die Hälfte reduzieren und sie dem freien Arbeitsmarkt zuzuführen und damit 2 Fliegen mit einer Klappe (AK Mangel) zu schlagen, dürften die Milliarden nur so purzeln & Geld i d Kasse spülen
MfG ad ER

H. Stellbrink | Do., 9. Juli 2026 - 09:39

Die niedergelassenen Ärzte sind genauso davon betroffen, insbesondere wenn sie mit der direkten Patientenbehandlung befasst sind. Sowohl bei den Niedergelassenen als auch den Krankenhäusern schlagen die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten für viele Erkrankungen (z.B. Krebs) insbesondere bei steigender Lebenserwartung erheblich zu Buche, somit auch im Bereich der Arzneimittelkosten. Die Anforderungen an Arzneimittelentwicklung wurden und werden weiter massiv erhöht, mit der Konsequenz hoher Entwicklungskosten.
Es stellt sich also die Frage, wieviel den Bürgern ein Überleben nach Krebsdiagnose, ein verhinderter Herzinfarkt oder eine verhinderte Behinderung bei Schlaganfall wert ist. Würde man ihnen diese Frage klar stellen, anstatt immer Ärzte und Pharmaindustrie als gierige Vielverdiener zu diskreditieren, wären wohl die meisten bereit, sogar mehr zu zahlen, wenn sie an anderer Stelle entlastet würden, z.B. wenn der Staat endlich zu sparen beginnt.

Sonderbare Blickwinkel! Sehen Sie sich doch dieses System mal genau an. Es gibt genügend Literatur! Es wurde und wird von der Politik, den Ärztefunktionären und -organisationen und den Lobbyisten im Medizinbereich seit Jahren gegen die Wand gefahren.
Und als betroffener Krebspatient wünsche ich Ihnen, dass Sie nie in die Situation kommen werden nicht nur gegen ihre Krankheit sondern auch noch gegen Versicherungen, Behörden und teilweise Ärzte kämpfen müssen.
Ihr Beitrag strotzt vor typisch deutscher Arroganz! Kennen Sie den Begriff der Solidargemeinschaft, eigentlich Grundlage unserer Sozialversicherungen!

Ingo Frank | Do., 9. Juli 2026 - 13:06

Antwort auf von Sunstreet

Ich habe als freiwillig Versicherter viele Jahre bis zur Beitagsbemessungsgrenze in die Kankenkasse eingezahlt und heute ? zahlt der Staat für unsere „Goldstücke“ die selbs vom Arbeitgeber ganz zu schweigen weil diese größtenteils gar nicht in versicherungspflichtiger Arbeit sind, einen Pauschlbetrag von ca. 130 € die gerade dazu reichen, die Sprechzimmertür beim Arzt zu öffnen und wieder zu schließen. Da hält sich mein „Mitgefühl“ erwartungsgemäß in überschaubaren Grenzen.
Im Übrigen habe ich meine Krankenkasse einige Jahre nach der Wende verklagt. Irgend wann erkannte ich das bei der KK der Wohnort des AN und nicht der Firmensitz des AG für die maßgebende Bemessungsgrenze Ost od. West maßgebend ist. AG in NRW mein Wohnort in Thüringen. Mein AG hielt mich für bekloppt bis mir das Sozialgericht für 4 Jahre ( Rest wäre verjährt) statt West Obergrenze die Ost Obergrenze anerkannte und die KK zu rd. 4000 DM rückerstattete, Mein AG hatte nicht geklagt und blieb auf seinen Anteil sitzen.

Das hat sich nicht auf die tatsächlichen Beitragszahler bezogen, sondern u.a. auf die vielen versicherungsfremden Leistungen, die nicht steuerfinanziert wurden und die überbordende Bürokratie.
Im übrigen wird die darbende Pharmaindustrie durch das neue Sparpaket um einige hundert Millionen jährlich entlastet. Da kann man bei den Bürgern schon Leistungen streichen.