Wehende kubanische Fahne mit dem Abbild des marxistischen Revolutionärs Ernesto Che Guevara
Wehende kubanische Fahne mit dem Abbild des marxistischen Revolutionärs Ernesto Che Guevara / picture alliance / ZB | Matthias Tödt

Die Linke und die Liebe zur Diktatur - „Yankee go home“ und „Egon Krenz ist geil“

Bei einer Demonstration hat es unser Gastautor mit eigenen Augen gesehen und fragt sich: Was sagt es über eine Partei aus, wenn Kuba gefeiert und vor dem Brandenburger Tor die DDR-Fahne geschwenkt wird? Die Linke liefert eine Antwort, die 65 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer beunruhigen sollte.

Moritz Wimmer

Autoreninfo

Moritz Wimmer ist Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Berlin. 

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„Egon Krenz ist geil.“ Den Inhalt dieses Satzes erwartet man vielleicht von einem pensionierten hauptamtlichen Mitarbeiter der Stasi, der mit dem Untergang der DDR bis heute nicht zurechtkommt. Der Sprachgebrauch verrät aber, dass dieser Satz von keinem Ende 70-jährigen Ewiggestrigen kam. Ich hörte ihn am Rande einer Demonstration vor dem Brandenburger Tor – ausgesprochen von einem jungen Demonstranten. Während ich dort stand, wurde mitten in Berlin die DDR-Fahne geschwenkt, als wäre Krenz noch an der Macht.

Eine Einparteiendiktatur wurde dort von einer im Bundestag vertretenen Partei gefeiert. Und nein, es ging an diesem Tag gar nicht in erster Linie um die DDR. Es geht um Die Linke und Kuba. Es ist ein Skandal, der niemanden zu interessieren scheint.

Die Zeit, als Die Linke, damals noch bekannt als SED, einen Teil Deutschlands mit dem „real existierenden Sozialismus“ in paradiesische Zustände führen wollte, ist längst vorbei. Auferstanden aus Ruinen ist Ostdeutschland erst durch Marktwirtschaft und bundesdeutsche Solidarität nach dem Fall der Mauer.

„Im Kampf gegen die Barbarei des Kapitalismus“

Die Ideologie der SED beziehungsweise der Linken hat sich aber offensichtlich nicht geändert. Beim Parteitag wurde die Solidarität mit dem sozialistischen Kuba beschworen. Kuba stehe „an der vordersten Front im Kampf gegen die Barbarei des Kapitalismus“. Spätestens wenn davon gesprochen wird, dass kein verzweifelter US-Hegemon Kubas Licht zum Erlöschen bringen könne, gewinnt man den Eindruck, dass Delegierte der Linkspartei bis heute kein Westfernsehen empfangen. Stromausfälle sind in Kuba an der Tagesordnung. Sozialistische Misswirtschaft hat den Menschen in Kuba schon längst das Licht genommen.

Foto: Die Linke Stadtverband Erfurt

Wer durch die Straßen Havannas geht, sieht keine sozialistische Erfolgsgeschichte, sondern verfallende Gebäude, Mangelwirtschaft und Menschen, die jeden Tag ums Nötigste kämpfen. Millionen Kubaner haben ihr Land verlassen. Das größte Misstrauensvotum gegen den Sozialismus kommt also nicht aus Washington, sondern von den Kubanern selbst.

In diesen Zuständen sehen die Kubafreunde bei der Linkspartei die vollumfängliche Verwirklichung der Menschenrechte, und für sie ist Kuba ein Leuchtturm der Humanität. Noch klarer wird es, als die Rednerin sagt, dass Kubas Revolution auf die ganze Welt ausstrahle, auch nach Deutschland. Sie stellt keine Systemfrage, sie hat sie schon beantwortet. Demokratie, Grundgesetz, Marktwirtschaft, Recht auf Eigentum, Meinungsfreiheit – all das soll weg. Sie will eine sozialistische Diktatur. Vielleicht ja eine Einzelmeinung? Nein, der Parteitag jubelt.

Die Zitate stammen von einer Vertreterin von Cuba Sí, einer AG innerhalb der Linkspartei, die sich als solidarisch mit Kuba bezeichnet. Heidi Reichinnek hat in der Vergangenheit behauptet, diese innerparteiliche Organisation wäre solidarisch mit dem kubanischen Volk und die Partei würde der Regierung in Havanna auch kritisch gegenüberstehen. Der Parteitag hat das Gegenteil bewiesen.

Kuba zeige, dass eine andere Welt möglich sei

Teile der Linksjugend verbringen diesen Sommer auf Kuba. In Wirklichkeit, und um im Sprachgebrauch der Linken zu bleiben, machen sie Urlaub auf dem Rücken eines verarmten und entrechteten Volkes. Auch dort sprechen sie davon, dass Kuba zeige, dass eine andere Welt möglich sei. Am absurdesten wird es, als vor der deutschen Botschaft in Havanna über die Proteste gegen die Wehrpflicht in Deutschland gesprochen wird. Natürlich vergisst der linke Armutstourist dabei zu erwähnen, dass es in Kuba selbstverständlich eine Wehrpflicht gibt. Auf die Idee, gegen die Wehrpflicht in Kuba zu demonstrieren, kam die deutsche Reisegruppe selbstverständlich nicht.

Dass in Kuba gegen staatliche Entscheidungen kaum offen protestiert werden kann, zeigte sich 2021 wieder. Damals wurden die größten Demonstrationen seit Jahrzehnten brutal niedergeschlagen, das Internet wurde abgeschaltet und über 1000 Menschen verhaftet. Unzählige Demonstranten wurden zu Haftstrafen verurteilt. Die Kommunistische Partei sichert sich zudem ein Medienmonopol – wahrscheinlich, um Hass und Hetze zu verhindern. Dementsprechend ist Kuba eines der Länder mit der geringsten Pressefreiheit.

All das hält auch den stellvertretenden Vorsitzenden der Linken im Bundestag, Sören Pellmann, nicht auf, der erst kürzlich seine Bewunderung für Che Guevara und die Revolution in Kuba ausdrückte.

Vor mir schwenkten sie DDR-Fahnen

Bei der eingangs erwähnten Demonstration von Cuba Sí, eine Woche nach dem Parteitag, während der heißen Juni-Tage, stand ich selbst zwischen den Teilnehmern. Unter anderem wurde eine Grußbotschaft von Pellmann verlesen. Ich hörte seinen Worten zu, während vor mir DDR-Fahnen geschwenkt wurden. Über zwei Stunden lang. Ohne Widerspruch. Vor dem Brandenburger Tor. Als hätte es Teilung, Stasi und Schießbefehl nie gegeben. Die Linke verklärt eben nicht nur die Diktatur in Kuba, sondern auch in Deutschland.

Ein einzelner aus Kuba stammender Mann widersprach dem schaurigen Spektakel. Bei rund 40 Grad behielt er einen klaren Kopf und bezeichnete die versammelten Sozialisten als das, was sie sind: eine Sekte.

Foto: Die Linke Stadtverband Erfurt

Für ihn ist klar, was Kuba geworden ist: ein autoritärer Albtraum, der allen Bürgern gleiche Armut verspricht. Einer kleinen sozialistischen Elite hingegen sichert er Reichtum und unkontrollierte Macht. Für die versammelten Demonstranten war das zu viel Widerspruch. Dann wurde doch schnell nach der verhassten, mit Sicherheit auch „imperialistischen“ Berliner Polizei gerufen.

Bei so viel Liebe für eine kommunistische Diktatur muss man Angst um unsere Freiheit haben. Angst vor der Linken, aber vor allem Angst, weil der mediale Aufschrei gänzlich ausbleibt.

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Ingo Frank | Do., 13. August 2026 - 18:38

Anführer u.a.die rote Heidi sind alle gescheiterten sozialistischen Experimente inkl. das der DDR, „kein Sozialismus gewesen“ ……
Und, den wahren, richtigen Sozialismus ,wird nur durch sie selbst und ihre Partei geschaffen …..
Und diese Typen halten in Sachsen & Thüringen die CDU Minderheitsregierungen in Schach und wollen in SA das gleiche tun .. und da wacht diese Union hinter ihrer wohligen Brandmauer, immer noch nicht auf ! Das verstehe wer will …..
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik

lieber Herr Frank. Niemals hätte ich gedacht, daß nur 36 Jahre nach dem Fall der Mauer wieder sozialistische Spinnereien Hochkonjunktur bekommen würden.
Es ist schlicht unfaßbar, und läßt sich wohl nur durch den von interessierter Seite vehement geführte "Kampf gegen Rechts" überhaupt erklären.
Die Parteien, welche für Freiheit und soziale Marktwirtschaft hätten eintreten müssen, nämlich die CDU/CSU und die FDP haben in den letzten Jahrzehnten jämmerlich versagt und dadurch unser Land in eine "verrückte" Lage geführt.
Unterstützt wurden sie dabei von den Amtskirchen, die auch ihrem Auftrag untreu wurden und ins rot-grüne Horn des Zeitgeistes bliesen.
Ohne einen radikalen Schnitt, d. h. einem "Kampf gegen Links", kommen wir nie mehr aus dieser selbstverschuldeten Misere heraus!

Um so „erstaunter“ war ich, als Björn der Höcke vorschlug Wagenknecht als Thüringer Ministerpräsidenten zu wählen, um es gesittet zu formulieren …..
Denn links bleibt links und genau das, trifft auch bei Wagenknecht und dem BSW zu. Zumal dieses „Geplänkel“ um die mögliche MP Wahl eines AfD Kandidaten in SA zur MP- Wahl doch wohl nur dazu dient, über die 5% zu hüpfen. Denn würde das BSW dies ernsthaft in Erwägung ziehen, hätten wir bereits in Thüringen & Sachsen AfD geführte Regierungen. Haben wir aber nicht! Aber statt dessen, CDU geführte Minderheitsregierungen, die sich von den SED Erben tolerieren lassen und genau diese Partei salonfähig halten (trotz des Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU) auch und nicht nur wegen des gestrigen 65- jährigen „Jubiläums“ des Mauerbaus.
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik

Jens Böhme | Fr., 14. August 2026 - 08:37

Hundert Leute skandieren DDR- und Kuba-Verhältnisse. Noch vor dreißig Jahren juckten solch mikroskopisch kleine Ansammlungen niemanden. Es wird niemand aufgehalten, nach Kuba auszuwandern. Die FDP zelebrierte in der Ampelregierung die Diktatur des Wahnsinns (Justiz- und Verkehrsministerium).

Ingo Frank | Fr., 14. August 2026 - 09:19

Antwort auf von Jens Böhme

Nun ja beim Verkehrsminister Schwamm drüber nicht besser oder schlechter als die Vorgänger ….
Aber, beim Gleichstellungsgesetz ….. ein Totalversagen was da angerichtet wurde, geht auf keine Kuhhaut !
Einfach unfassbar und ein Schlag ins Gesicht der 99.99 % der „restlichen“ oder sollte ich besser sagen, der „normalen“ Bevölkerung …..
MfG a d Erfurter Republik

Ernst-Günther Konrad | Fr., 14. August 2026 - 08:55

Ob Kommunisten/Sozialisten und Neo-Nazis. Sie eint einzig der Gedanke, dass nur ihre widersinnige und verbrecherische Ideologie die einzige Wahrheit sei. Und in ihren Gewaltphantasien und ihrer kruden Gedankenwelt sind sie sich ähnlicher als sie glauben.

lieber Herr Frank.
Der Wahn, die einzig richtige Weltanschauung zu besitzen (bzw. "die Wahrheit") eint linke und rechte Extremisten. Und für diesen angeblichen Weg zum allgemeinen Glück gehen sie über Leichen.
Mögen wir bewahrt bleiben vor einer weiteren Regierung, die sich einer - wie auch immer gearteten - Ideologie verschrieben hat!
Es bringt uns Deutschen nichts, die grüne Sekte loszuwerden, wenn wir uns dann der nächsten Wahnidee in die Arme werfen.

Ich möchte ausdrücklich die Toten, vor allem die Toten unter den Juden Europas im II. WK nicht relativieren !
Aber bedenken Sie, die Toten die die Kommunistischen Systeme zu verantworten haben überbieten diese Zahl …… Denken Sie beispielsweise an die fast vollständige Ausrottung der Polnische Intelektuellen die die rote Armee hingerichtet hat. Und den Versuch alles der Wehrmacht zuzuschieben.

A. Müller | Fr., 14. August 2026 - 10:36

Na, und jetzt? Natürlich sind in der Linksjugend Spinner, keine Frage. Aber: Die DDR, oder einzelne Aspekte an ihr, gut zu finden, gehört für mich zur Meinungsfreiheit. Genau so wie sich mit Kuba zu solidarisieren, wo soll denn da jetzt das Problem und der Skandal sein? Jeder nach seiner Facon! Was mich hingegen stört, sind die Lifestyle-Linken, die mit ihrer Wokeness das ganze Land missionieren und bevormunden wollen! Eins ist klar: Die DDR war nicht Woke!

das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und hierzu zählen auch das Herbeiphantasieren von sozialistischem Unsinn.
Nur: diese Meinungsfreiheit auf der anderen Seite der politischen Skala wird dann schnell zu „gesichert rechtsextrem“ stigmatisiert mit Mitteln, die ich Ihnen wohl nicht erklären muss (politisch gesteuerter „Verfassungsschutz“).
Und hieraus werden dann schnell Gründe gebastelt, unbescholtenen Leuten das passive Wahlrecht zu nehmen (Ludwigshafen, Niedersachsen).
Und genau da liegt die Crux und auch die Gefahr.
Und genau deshalb muss man diesen Irrsinn anprangern, egal, ob da nur irgendwelche unwichtige Irren Kuba, Krenz und den Sozialismus zelebrieren und anbeten und sogar für Deutschland fordern.

Urban Will | Fr., 14. August 2026 - 11:45

Eine kleine „Elite“ (sie selbst) nimmt den Menschen alles weg, hockt in Saus und Braus und der Rest verarmt. Nichts anderes ist und war und wird Sozialismus immer sein.
Das Gequake vom Paradies und Gleichheit und Blablabla war und ist immer nur Augenwischerei.
Und natürlich geht das alles nur mit diktatorischen Mitteln, Folterkellern (die dann wieder kommen werden) und kompletter gesellschaftlicher Unterdrückung.
All das fordert die Linke insgeheim und darf es auch, weil der ganze altparteiliche Komplott plus Medien die Mär von der drohenden „Gefahr“ von Rechts aufrecht erhalten.
Der Spiegel nennt Siegmund nun den „gefährlichsten Mann Deutschlands“, ein unbescholtener, junger, dynamischer, äußerst symphatischer Mann, der einfach nur Politik für das Volk machen möchte.
Während Vergewaltiger, Messerstecher, Clan-Bosse und eben: linksradikale Verfechter einer neuen Diktatur hier gemütlich vor sich hin agitieren.
Und hinter allem steht: die Brandmauer, die Feigheit der Union.
Irrenhaus D

Klaus Funke | Fr., 14. August 2026 - 14:55

Ja, ein Trend unter jungen Anhängern der Linken breitet sich aus. Man will etwas zurück, das man nie besessen hatte. DDR-Nostalgie ist im Trend. In der großen Politik hat man die gesellschaftlichen Verhältnisse der DDR sowieso schon nachgeahmt, in der Justiz, in der Ideologisierung des täglichen Lebens, in vielen Details. Und nun wundert man sich, dass da was zurückschwappt. Nein, die DDR ist nicht tot, sie lebt in den Alten fort, die jetzt ihren Kindern und Kindeskindern vorschwärmen, wie schön es damals gewesen ist. Ein altes Generationsphänomen. Jetzt rächt sich auch, dass man die Wahrheit über das DDR-Regime nie wirklich aufgearbeitet, sondern tabuisiert hat. Egon Krenz wird´s freuen. Der schreibt ein Buch nach dem anderen und verklärt sich und die DDR in rosarotes Licht. Freilich hat man versucht, an ihm ein juristisches Exempel zu statuieren. Aber dies ist weitgehend schief gegangen. Nun sitzt er in seinem Dierhagen breit und bräsig: Großmutter, was hast Du für große Zähne!?