Friedrich Merz
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz / picture alliance/dpa | Elisa Schu

Die CDU im Stockholm-Syndrom - Wandlitz, Endstadium

Das Land steht ökonomisch am Abgrund. Statt gegenzusteuern, lähmt sich die CDU zwischen Brandmauer, Konformitätsdruck und dem Verlust ihres konservativen Profils selbst. Es braucht eine Richtungsentscheidung: Abschottung oder Öffnung. Ein Zwischenruf von der Partei-Basis.

Axel Raisch

Autoreninfo

Axel Raisch ist seit Jahrzehnten CDU-Mitglied, Stadtrat in Eislingen (Baden-Württemberg) und freier Journalist.

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Der Autor dieses Beitrags ist Vorsitzender der CDU in der baden-württembergischen Stadt Eislingen und Mitglied im dortigen Stadtrat.

„Geh doch rüber!“ Wie sehr hat man diesen Satz doch vermisst. Aber: Er ist wieder da! Und heute wie damals zeigt er im übertragenen Sinne nach Osten – zumindest im Kopf jener, die ihn aussprechen. Früher war es der Wunsch, Linke auf elegante Weise loszuwerden, indem man diese in ihr Paradies, den real vor sich hinvegetierenden Sozialismus, in ihren sozialistischen Sehnsuchtsstaat jenseits des „antifaschistischen Schutzwalls“ schicken wollte, den die SED im von der Mauer geschützten Reservat kultivierte. Heute kommt derselbe Satz wieder aus der CDU. Nur richtet er sich nun gegen die eigenen Leute.

Friendly Fire aus den Reihen eines Establishments, das jede Abweichung von der Merkel-Merz-Doktrin wie ideologische Fahnenflucht behandelt. Wer – logischerweise auch kritische – Gespräche führen will, wer politische Realität zur Kenntnis nimmt, wer den neuen „antifaschistischen Schutzwall“ auch unter anderem Namen nicht für eine moralische Großtat, sondern für eine intellektuelle, politische, demokratische und gesellschaftliche Bankrotterklärung hält, wer kein Betonkopf sein will, wer nicht will, dass sich die CDU selbst unnötig beschneidet und ihr gutes Programm wieder und wieder in den Koalitionshäcksler linker „Partner“ gibt, bekommt den Marschbefehl: „Geh doch rüber!“

Und wohin soll man heute „rüber“? Zur AfD! Ganz unverhohlen und wortwörtlich empfehlen manche Papier-CDUler dies Christdemokraten im Deutschland des Jahres 2026 – ohne die Folgen auf der anderen Seite zu bedenken; denn: Mit dem Loswerden wäre es nicht getan – im Gegenteil.

Bezeichnenderweise verliert die CDU inzwischen flächendeckend gerade dort, wohin man in den Jahren und Jahrzehnten vor 1990 „rüber“ schicken wollte. In jenen Regionen, die früher schon das „Drüben“ waren. Dort, wo die AfD gerade deshalb stark wird, weil Menschen sich vom linken Zeitgeist nicht länger in Geiselhaft nehmen lassen wollen, weil sie besonders feine Antennen gegenüber Bevormundung und Einschränkungen der (Meinungs-)Freiheit haben. Dort, wo Rot-Grün nicht als Fortschritt gilt – auch nicht, wenn es Cadenabbia-Türkis lackiert ist, sondern als lähmender Morast aus Verboten, Hypermoralismus, wirtschaftlicher Unvernunft und gesellschaftlicher Umerziehung. Und das hat man dort besonders satt.

Bittere Ironie: Ausgerechnet jene Partei, die einst nicht nur das Freiheitsversprechen lebte, sondern auch vom Freiheitsversprechen lebte, kultiviert heute Konformitätsdruck. Die Partei, die als „Union“ das Erfolgsmodell der Volkspartei in besonderer Weise prägte, predigt heute Exklusivität. Mit wem darf man reden? Wem die Hand geben? Neben wem sitzen? Mit wem einen Espresso trinken? Das Verhalten „der CDU“ erinnert zunehmend an die politische Version sozialhygienischer Kontaktverbote.

Manche rechtfertigen sich inzwischen dafür, mit der falschen Person gesehen worden zu sein, schlagen verbale Purzelbäume und verheddern sich mitleiderregend in ihren zwangsläufig immer komplizierter werdenden Erklärungskonstrukten. Andere schweigen lieber ganz. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst. Angst um Karriere, Mandat, Netzwerk. Aber es betrifft längst nicht mehr nur diesen Personenkreis, es geht weiter – bis zu den einfachen Mitgliedern: Erstarrung aus Angst um Freundschaften, wirtschaftliche Existenz, berufliche Schwierigkeiten abseits der Politik, private und gesellschaftliche Ächtung und Probleme. Die Mechanik ist bekannt: Erst wird moralisch isoliert, dann sozial diszipliniert. Die Parallelen zur DDR werden langsam unangenehm ähnlich.

Selbstverständlich gibt es programmatische Schnittmengen zwischen CDU und AfD

Denn es bleibt nicht beim „Rüberschicken“. Es gibt weitergehende Ansagen, welche die Realität auf den Kopf stellen, die Ankündigungen und Abgrenzungen werden immer rigider. Hinter vorgehaltener Hand, in Gremien, auf Funktionärsebenen. Wer ausschert, gefährdet angeblich die Partei, die Demokratie, die Republik gleich mit. Wer kooperiert, fliegt raus, heißt es. Druck, Druck, Druck. Das klingt immer öfter wie Ost-Berlin kurz vor dem Zusammenbruch: Durchhalteparolen, begleitet von Realitätsverweigerung. Womit sich die Führung selbst den geringsten Gefallen tut. Denn der Aufwand wäre erheblich, dies alles zu sanktionieren; es dann nicht zu tun: eine Bankrotterklärung.

Wenn man seine Parteimitglieder so unter Druck setzt, so wenig Zutrauen hat in ihre eigene Urteilskraft und ihr Verantwortungsbewusstsein, dann ist dies auch für das Parteileben, das Miteinander in der CDU auf lange Sicht sehr problematisch. Wenn einen bei normalen Gesprächen, bei üblichen demokratischen Gepflogenheiten, ein Gefühl von Illegalität beschleicht, ist das gerade für Christdemokraten schlimm. Das dann aber auszunutzen und Politik damit zu machen, ist kein schöner Umgang mit Mitgliedern.   

„Überholen ohne einzuholen“, hieß es einst in der Ostzone, begleitet von heroischen Meldungen über neue Rekorde beim Fünfjahresplan, während man auf einen Papp-Pkw zehn Jahre warten musste und Politbüro-Genossen die verhasste BRD um einen Milliardenkredit anschnorrten. Klingt irgendwie nach einer 22-Prozent-Partei, welche die von Umfragehoch zu Umfragehoch eilende AfD halbieren will und selbst immer mehr zusammenschnurrt – oder nach dem Schwarzen(!) Ritter ohne Arme und Beine aus dem Monty-Python-Klassiker „Ritter der Kokosnuss“, der zwar keine Mauer, aber eine Brücke bewacht und als völlig wehrloser Torso anbietet: „Einigen wir uns auf Unentschieden.“

Ein weiterer beliebter moderner Agitprop-Klassiker ist: „Es gibt keinerlei programmatische Schnittmengen zwischen CDU und AfD, nicht die geringste.“ Diese Sätze verbindet mehr als nur ihre Absurdität mit den Blaupausen aus Ost-Berlin. Sie sind politische Beruhigungspillen für ein Milieu, das spürt, dass ihm die Kontrolle entgleitet. Angstbeißer. Mit jedem Zentimeter, um den das Wasser dem Hals näher rückt, werden die Aussagen immer heftiger. Weshalb bräuchte man die Mauer, damals wie heute – wenn die Differenzen tatsächlich so abstoßend groß sind, wenn es im Westen tatsächlich so schrecklich gewesen wäre?!

Natürlich gibt es Schnittmengen. Sie sind offensichtlich, es sind leicht nachprüfbare Fakten: bei Wählerwanderungen und Inhalten – welche wiederum Wählerwanderungen bedingen. Daher ist die AfD auch Hauptgegner, im Wahlkampf. Danach könnte eine Zusammenarbeit, etwa in einer Minderheitsregierung, Bewegung und Aufbruch bedeuten, welchen „Partner“, die in unterschiedliche Richtungen ziehen, in einer Koalition naturgemäß nicht hinbekommen.

Und: Woher sonst kommen all die ehemaligen Christdemokraten in der AfD – Gauland, Münz, Siegmund, Büge, Hohmann und viele andere? Sind sie über Nacht zu politischen Wesen mutiert, die ihren früheren Überzeugungen plötzlich diametral entgegenstehen? Wohl kaum. Sie gingen dorthin, wo sie Positionen wiederfanden, die früher einmal selbstverständlich zur CDU gehörten, weswegen sie sich einmal für die CDU entschieden hatten. 

Daher auch die in Sputnik-Geschwindigkeit durch die Sozialen Medien jagenden, inzwischen legendären Wahlplakat-Memes, bei denen alte CDU-Slogans praktisch deckungsgleich mit heutigen AfD-Forderungen sind.

Doch in „der CDU“ wird nicht mehr an der politischen Willensbildung mitgewirkt, wird Realität nicht mehr analysiert und gestaltet, sondern weggeframt. Wohl nur so ist dann auch zu erklären, dass Unterweisungen des Konrad Adenauer-Hauses zum Umgang mit der AfD unfreiwillig an politisches Kabarett aus der Mitte, und dabei konkret an einen Spruch der Leipziger Pfeffermüller, erinnern: „Wir lieben den Busen und nicht die Titte, wir sind die Mitte.“ Volltreffer. Inhaltlich dünn, argumentativ mager, dafür moralisch maximal aufgeladen. Auch im Lehrgang: immer dieselben Standardsätze. Immer dieselben Falschbehauptungen. Nicht aus Sympathie zur AfD sollte man das kritisieren – sondern aus Selbstschutz, aus Liebe und Verbundenheit zur und im Interesse der CDU. Denn wer mit leicht widerlegbaren Behauptungen operiert, beschädigt vor allem die eigene Glaubwürdigkeit.

Die CDU hat ihren kulturellen Unterbau preisgegeben

Dies gilt gerade auch bezüglich der immer zahlreicher werdenden Mitglieder „drüben“. Wer sie zu Monstern macht, muss sozialhygienische Kontaktverbote aussprechen. Denn wenn man dort Mitbürger, Nachbarn, Freunde, Geschäftspartner trifft, die man schätzt, geht der Schuss nach hinten los. Wer dies einmal gewagt hat, wer mal „drüben“ reingeguckt hat, weiß, wovon die Rede ist. Nicht miteinander reden ist immer überall der schlechteste Ratschlag, Ausgrenzung ab einer gewissen Menge irrational. Der politische Streit ist wichtig.

Doch die eigentliche Tragik liegt tiefer, die Gründe für die jetzige Hilflosigkeit sind früher zu finden. Die CDU hat ihren kulturellen Unterbau preisgegeben. Den so wichtigen vorpolitischen Raum, aber vor allem das gesellschaftspolitische, kulturelle Vorfeld gibt es für die Union nur noch in der Theorie, in Reden und Absichtserklärungen. Beispiel: Das vom früheren Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Filbinger als konservative Denkfabrik gegründete und über Jahrzehnte mit Vorträgen namhafter Gäste aus verschiedenen Parteien im Diskurs der Bundesrepublik präsente Studienzentrum Weikersheim wurde weggestoßen; die AfD muss nur zugreifen. Konservative Gegenmilieus und Medienprojekte wurden und werden arrogant verachtet oder der AfD kampflos überlassen. Während dort Netzwerke, Vorfeldorganisationen und eine lebendige Gegenkultur entstehen, stolziert „die CDU“ empört durch die Manege, durch die sie sich von der bunten Schar der politischen Linken treiben lässt, teils sogar untergehakt bei diesen und brav die Schablonen Linker aller Spielarten übernimmt, von dort also, wo der vorpolitische Raum mit NGOs, Medien und Initiativen ebenfalls bestens bestellt ist. Und „die CDU“? Männchen machen für das Bionade-Bubbligum auf den Rängen.

Die WerteUnion (WU) hätte ein Instrument sein können, um innerparteilich Druck aufzubauen. Sie hätte offene, volksparteilich orientierte Mandatsträger, Funktionäre und Mitglieder unterstützen sowie selbst Impulse geben können, denn diese gibt es selbstverständlich auch, daher ist es auch schwer, von „der CDU“ zu reden: Gemeint sind damit diejenigen, die auf Biegen und Zerbrechen einer Partei an einem Dogma festhalten und dies um scheinbar jeden Preis durchsetzen wollen, und bislang noch die Parteilinie bestimmen.

Stattdessen wurde von der WU der strategische Fehler begangen, eine eigene Partei zu gründen – und damit den Einfluss in der Union preisgegeben. Die aufgeregten Reaktionen damals zeigten ja gerade, wie groß dieser Hebel gewesen wäre. Mehr als bezeichnend war, als der ehemalige Europaabgeordnete und Anden-Paktierer Elmar Brok die WerteUnion zum „Krebsgeschwür“ erklärte. Eine Sprache, die verrät, wie aggressiv und hysterisch mittlerweile auf inneren Widerspruch reagiert wird. 

Verbale Ausfälligkeiten im Todeskampf eines Establishments, das sich nicht mehr zu helfen weiß. Das jetzt fast nur noch mit Angst regiert und mit Ausschluss droht – was für manche wirklich bedrohlich scheint. So kann er getroffen werden, so tickt er, der Christdemokrat. Und das ist eigentlich auch gut so. Um Leipzig 1989 in der CDU voranzutreiben, müsste man daher wohl auch Hamburg 1971 (Stern-Kampagne 1971: „Wir haben abgetrieben“) in Erwägung ziehen. CDU-Mitglieder bekennen: Ja, wir haben miteinander gesprochen – mit denen drüben.

Wäre der rechte Flügel nicht immer so gnadenlos bekämpft worden in der CDU: Womöglich würde es die AfD heute (so) nicht geben. Volkspartei geht anders!

Bei der WU wäre einiges anders gewesen als beispielsweise seinerzeit in den neunziger Jahren beim CKDF, dem christlich-konservativen Deutschland-Forum, oder auch wie bei der Initiative „Linkstrend stoppen“, es dürfte wohl vor allem an der Zeit gelegen haben – diese war nun günstiger, der Leidensdruck noch höher, die realen Optionen und Alternativen realer. Wurde verspielt. Schade.

Der linke Zeitgeist wird nicht mehr bekämpft, sondern verwaltet und verinnerlicht

Denn der Frust in der Mitgliederschaft ist riesig. Und das nicht nur, da Wahlkämpfe zunehmend Rückzugsgefechte und masochistische Veranstaltungen sind. Für einen kurzen Moment gab es eine lange nicht mehr gespürte Aufbruchstimmung, Motivation sowie neue Mitglieder: Es war im Januar 2025, als die CDU gemeinsam mit der AfD im Bundestag zum Thema Migration abstimmte …

Die CDU hat nur noch ihre kommunalpolitische Verankerung. Diese ist nicht zu unterschätzen, sie ist von großer Bedeutung, sonst wäre die CDU auch noch eine Partei ohne Unterleib. Die Vertretung vor Ort ist wichtig, aber auch Teil des Problems, der Entwicklung der CDU. Denn sie liegt nicht nur an Merkel und den Opportunisten, beispielsweise an JUlern, die beim Eintritt ihre geschmeidige Karriere als Bundeskanzler planen, sondern auch an den Kommunalwahlen.

Ein kleines Beispiel macht dies deutlich. Ein zentrales Mantra jedes Kommunalwahlkampfes lautet: Wir brauchen Frauen. Junge Frauen. Hauptsache Listenplätze werden mit den angeblich richtigen und wichtigen soziodemographischen Merkmalen gefüllt. Politische Haltung? Zweitrangig, maximal. Das Wahlprogramm schrumpft parallel inhaltlich zusammen, der Charakter der CDU muss nicht mehr, ja darf mitunter sogar nicht mehr sichtbar sein, um die Kandidatinnen nicht zu verprellen. Dafür müssen „Bürgerinnen und Bürger“, „Wählerinnen und Wähler“ korrekt austariert sein und als wunderbare Stilblüte gar nicht so selten gerne auch das Neutrum noch vergewaltigt werden: „Mitgliederinnen und Mitglieder“. Der linke Zeitgeist wird nicht mehr bekämpft, sondern verwaltet und verinnerlicht.

Am schlimmsten aber sind jene, die all das durchschauen – und trotzdem wegschauen. Die im kleinen Kreis großspurig reden, aber öffentlich schweigen. Die wissen, dass vieles schiefläuft, aber ihr kleinbürgerliches Idyll, ihre Karriere, ihre Ruhe nicht gefährden wollen. Mitläufer waren nie das Produkt von Diktaturen. Sie waren deren Voraussetzung!

Nicht Programme gefährden Freiheit und Demokratie. Charakterlose Anpassung tut es. Das Duckmäusertum. Das Wegsehen. Das Schweigen aus Bequemlichkeit.

Dabei wäre Selbstbewusstsein dringend nötig. Koalitionsverhandlungen sind schließlich keine Kapitulationserklärungen, sondern auch das Abstecken roter Linien. Wer die AfD halbieren will, muss sie mitregieren lassen. Nicht aus Liebe, sondern aus politischer Logik. Die Partei ist heterogen – vom konservativen Unionsflügel bis zur fundamentaloppositionellen Systemkritik. Regierungsverantwortung würde diese Widersprüche brutal offenlegen, innerparteiliche Konflikte zu einem Maximum führen.
Die CDU dagegen verharrt in Angststarre. „Es würde die Partei zerreißen“, heißt es. Gemeint ist die CDU, die bewährte Volkspartei. Dieselben Untergangsprophezeiungen gab es einst bei Schwarz-Grün. Die CDU existiert immer noch. Thüringens Wirtschaft übrigens auch – trotz aller Warnungen vor der Linksregierung. Hin wie her entbehren Drohgebärden in unserem stabilen System jeglicher nüchternen Realität. Die neue Zeit erfordert neues Denken.

Und selbst wenn diese Teile der Mitgliedschaft gingen: Vielleicht würde dadurch endlich wieder CDU in der CDU stecken, würden wieder Christdemokraten den Kurs der CDU bestimmen und nicht bloß technokratische Netzwerker, die Parteitagsreden auswendig lernen und Politik als Karrieremanagement betreiben. Man würde wieder reüssieren, die Merkel-Delle wäre ausgemerzt. Mit stabiler Mehrheit einer gesellschaftlichen Fragmentierung entgegenwirken: Stabilität durch klare Lager, die der BRD Stabilität gaben und wieder geben würden, anstatt zu lähmen!

Der Feldversuch „Schwarz-Blau“ ohne Brandmauer wurde längst durchgeführt: Österreich

Es ist daher Zeit für eine UCDU – einen Arbeitskreis Christdemokraten in der CDU. Es ist Zeit für eine Bekenntniskampagne analog zum Stern-Titel aus dem Jahr 1971, der den § 218 ins Visier nahm: „Ja, wir sprechen miteinander, wir arbeiten zusammen.“ Oder in der Hagel-Version: „Wir trinken Cappuccino miteinander und setzen dem Espresso das Sahnehäubchen auf.“ Eine Art CDU-Pharisäer, nachdem CDU-BW-Chef Manuel Hagel gesagt hatte, dass Christdemokraten nicht mal einen Espresso mit jemandem von der AfD trinken würden. Und dann ist es wie im richtigen Leben: Nach dem Essen kommt die Tasse Kaffee. Cappuccino-Connection folgt Pizza-Connection, mit der einst Schwarz-Grün vorbereitet wurde. Wege, auf denen sich etwas bewegt, in Bewegung kommt – im Gegensatz zu klassisch-strukturellen. So etwas wird nie per Antrag auf einem Parteitag erfolgen.

Es ist daher der falsche Weg, dass Christdemokraten aus Frust über den derzeitigen Kurs die CDU verlassen; sie sollten die klassische Position stärken, die, deretwegen sie eins beitraten. Doch am bedauerlichsten ist es, die Alternative des politischen Biedermeier zu wählen: den Rückzug ins Private. Die kritische Masse wäre jetzt wohl erreicht, um die darniederliegende FDP mit einem Projekt PAM 2.0 wieder auf die Schiene zu setzen – in jeglicher Hinsicht. Was der CDU nebenbei noch mehr Spielraum verschaffen würde und den politischen Gestaltungsraum weiter Richtung Vernunft zu drehen helfen könnte. Lange Zeit galt die FDP schließlich als „natürlicher Koalitionspartner“ der CDU und hatte auch konservative, nationalliberale Verbände. So wäre es jetzt die ideale Zeit für ein PAM 2.0, unter anderen Vorzeichen dieses Mal. 1998 wollten Studenten die relativ mitgliederschwache Partei in Berlin übernehmen, zumindest Mehrheiten für ihre links-liberalen Ziele erreichen.

Auch der Feldversuch „Schwarz-Blau“, ohne „Brandmauer“, wurde längst durchgeführt. Österreich, 2000. ÖVP und FPÖ. Wochenlange Proteste, EU-Sanktionen, hysterische Untergangsprophezeiungen. Und dann? Nichts. Österreich existierte weiter. Die Demokratie ebenso. Und die ÖVP? Sie wurde stärker, nicht schwächer. Von Platz drei zurück an die Spitze. Aber in Deutschland wird jede Debatte behandelt wie konterrevolutionäre Agitation im Spätstadium des Politbüros.

Deshalb ist es nicht nur unter Gesichtspunkten der Demokratie, der Vernunft, der Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Friedens sinnvoll, wie Ministerin Karin Prien versucht, den linksextremen Sumpf mit den wohlklingenden Namen, die nicht mehr sind als Etikettenschwindel, aufgrund mangelnder Systemkompatibilität etwas einzudämmen. Es wäre auch wichtig, um einen derartigen Regierungswechsel, um Kooperationen in einer Minderheitsregierung beispielsweise ohne Straßenkämpfe und mit weniger Terror vollziehen zu können, der von den bis weit über die Schmerzgrenze hinaus mit staatlichen Geldern gepäppelten linken Gruppen zu erwarten wäre. Zu viel Demokratieverständnis dürfte man von ihnen nicht erwarten. „Unsere Demokratie“ ist exklusiv.

Denn ein Personalwechsel wäre keine Lösung. Was brächte ein Kanzler Wüst, nur ein neuer Kanzler?! Wir haben einen Kanzler mit unbestrittener Wirtschaftskompetenz, der es könnte. Er koaliert aber mit der SPD. Ohne weitere Worte ...

Die Zeit ist reif für ein neues Magdeburger Modell, wie es in den neunziger Jahren mit der Minderheitsregierung des Sozialdemokraten Höppner unter Duldung der PDS, die allgemein als nicht gesellschaftsfähig für eine Koalition galt, der Fall gewesen war. Wenn es nicht schon zu spät ist – und die CDU dafür gar nicht mehr gebraucht wird. Jedenfalls nicht mehr in Magdeburg. Fürs Erste. 

Wenn inzwischen sogar schon Sozialdemokraten aus dem Westen wie der frühere Schleswig-Holsteinische Ministerpräsident Albig Koalitionen mit der AfD ins Spiel bringen … Und auf der anderen Seite Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze mit 24 zu 42 Prozent bei der AfD ankündigt, sich auf jeden Fall wieder zum Regierungschef wählen lassen zu wollen. Es schreckt bürgerliche Wähler mehr und mehr ab, weil sie wissen, dass damit keine Minderheitsregierung, sondern eine Art imaginäre Liste der „Nationalen Front“ gemeint ist: CDU, Linke, SPD, Grüne …

Brandmauer einreißen und einen schicken Zaun hinstellen!

Um die ganze Sache niederschwelliger und gesichtswahrender für Betonköpfe aus Berlin zu machen, wäre es doch eine gute Lösung, die Mauer erst einmal zu einem Zaun umzufunktionieren. Das wäre nachbarschaftlicher, würde dennoch abgrenzen und doch die Möglichkeit zum Gespräch bieten, mal einen Blick rüberzuwerfen oder – sogar mal rüberzugehen und sich auszutauschen. Und, der Zaun würde – mit einem Augenzwinkern im Sinne und mit den Worten Rousseaus – besser zur bourgeoisen CDU (wie sie die neuen Koalitionspartner, Verbündeten, politischen Freunde wohl bezeichnen würden) passen als eine Mauer: „Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich einfallen ließ zu sagen: ‚Dies ist mein‘ und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft.“

Und da wären wir wieder beim Ausgangssatz: „Geh’ doch rüber!“ Wer den Blick in der geschilderten Weise weitet, sich nicht nur in Parteiblasen bewegt, für offene Debatten im Sinne der Sache und des Landes plädiert, bekommt diesen Satz zu hören. Von einzelnen, jedoch die Linie prägenden und verteidigenden CDU-Funktionären! Nicht im konstruktiven Sinne: Geh doch mal rüber und unterhalte dich mal und klär ab, ob man sich versteht oder nicht. Nein, er wird im Sinne eines versteckten, gewünschten Rauswurfs formuliert. 

Haben diese CDU-Funktionäre diesen Satz zu Ende gedacht? Nicht, weil die CDU den Verlust nicht verkraften würde. So viel Realitätssinn sollte man haben, wenn man es ernst meint und es einem um die Sache und nicht um Eitelkeiten geht. Kein Schwein interessiert es, wenn man austritt. Wirkung: Null, eher im Minusbereich. Drohpotential einer Austrittsankündigung: Nullkommanull. Die Karawane zieht weiter.

Aber! Welche Folgen hätte es denn, wenn diese oft langgedienten und oft auch erfahrenen CDU-Mitglieder tatsächlich rübermachen würden?! Darum geht es doch. 

Bei der AfD würde sich vermutlich manches verändern. Anders, mit einem Beispiel ausgedrückt: Die CDU kann nur auf eine absolute Mehrheit der AfD bei den Wahlen in den östlichen Bundesländern hoffen, darauf, dass dann in der CDU kein Stein mehr auf dem anderen bleibt, sie sich innerparteilich erneuert, und – vor allem, dass die AfD an ihrem personellen Reservoir scheitern wird. Die AfD hat, allen Unkenrufen zum Trotz, auch gute Positionen und auch sehr gute Leute; aber bei weitem nicht genügend, es tummelt sich auch problematisches Personal dort. Das weiß „die Partei“ auch selbst. Derzeit laufen die Ergebnisse der AfD dem personellen Potential davon, um die errungenen Positionen mit entsprechenden Personen abdecken und Regierungsapparate souverän besetzen zu können. Die Schere öffnet sich weiter, im Westen auf jeden Fall, wo das gesellschaftliche Stigma „bei der AfD“ zu sein, noch größer ist. Der CDU hängt die „Brandmauer“ als Mühlstein um den Hals, „die AfD“ hängt dagegen an der Brandmauer, in Teilen auch aus innerparteilicher Taktik.

Deshalb, CDU: Brandmauer einreißen und einen schicken Zaun hinstellen! Die CDU braucht ihr 1989. Wer von Freiheit spricht, muss sie auch leben. Wer Demokratie beschwört, muss Widerspruch aushalten, muss zur Debatte zum politischen Streit fähig sein. Wer ständig Mauern errichtet – sprachliche, moralische, politische –, sollte sich nicht wundern, wenn er irgendwann selbst in Wandlitz, dem Refugium des DDR-Politbüros, endet: abgeschottet, selbstreferentiell, realitätsfern. Es gilt, mehr Freiheit zu wagen, mehr Selbstbewusstsein zu leben, auszubrechen, aufzubrechen, gerade auch wirtschaftlich. Dazu müssen auch unangenehme Wahrheiten brutalstmöglich angesprochen werden – sonst bewegt sich nie etwas. Eine gesunde, plurale Demokratie braucht neben einer Linken und einer Mitte auch eine politische Rechte, und die Führung dieser sollte bei der CDU liegen; diese Führungsposition droht sie aber gerade in ihrer Angststarre zu verspielen. Dabei ist die Sehnsucht vieler Mitglieder riesig, sich aus der linken Umklammerung zu lösen. Nach offenem Diskurs, nach inhaltlichem Streit ohne falsche Einschränkungen im Ringen um die beste Lösung.

„Geh doch rüber!“ Vielleicht sollte man den Satz wirklich mal zu Ende denken

Der linke Soziologe Roberto Michels beschrieb die Entwicklung von Organisationen bereits vor über hundert Jahren in seinem „Ehernen Gesetz der Oligarchie“ sehr treffend. Die Geschichte wiederholt sich dabei ganz offensichtlich leider immer wieder. Platt gesagt: Parteien produzieren an der Spitze auf lange Sicht Funktionäre, Opportunisten, keine Charaktere, keine Überzeugungstäter, keine, die wirklich zuerst das Land im Blick haben, sondern eher ihren Machterhalt. Sprechautomaten statt Führungspersönlichkeiten. Das wirkt sich natürlich zwangsläufig auf das Land und seine Entwicklung aus.

Und: Mitglieder der Parteien wollen, wie Wähler, geführt werden, so Michels weiter. Modern, mit den Worten von Ulf Poschardt ausgedrückt: „Niemand will von Lappen regiert werden“, sagte der bisherige Welt-Herausgeber zur jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg. Als ob das nicht genug wäre: Beim dortigen Espresso-Spitzenkandidaten ist es mit dem Ehernen Gesetz der Oligarchie offensichtlich nicht getan. Die Entwicklung klingt mittlerweile wie die politische Form des Stockholm-Syndroms. Im parteiinternen Networking gewieft, aber in der freien Wildbahn des Wahlkampfs einigermaßen hilflos, unterlag er nicht nur seinem Gegner. Der brave Kandidat und seine Familie mussten nicht nur unverdient viel aushalten, sondern unter einer Hetzkampagne regelrecht leiden. Was folgte, war groteskerweise nicht nur eine Aussprache, sondern die maximale Annäherung, eine Koalition mit eben jenen, die der Familie solche Pein bereitet hatten, eine Duz-Freundschaft mit dem souveränen, sein Geschäft verstehenden Anführer der Partei der Peiniger, die in hemmungslosem Beifall endete, den letztendlich sogar der derselben Partei angehörende Landtagspräsident rügen musste. Nur um nicht zum Espresso greifen zu müssen. Das Stockholm-Syndrom könnte also chronisch werden in Zeiten der Mauern und Betonköpfe. 

Und so schließt sich der Kreis. „Geh doch rüber!“ Vielleicht sollten manche diesen Satz wirklich einmal zu Ende denken. Auf jeden Fall sollte man ihn einmal anders betonen und aussprechen. Mehr 1989 wagen, Zaun statt Mauer. Zukunft statt Angststarre und Druck.

Es geht darum, das Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, einen Aufbruch zu erzeugen, der über das „Neuer Trainer“-Phänomen bei Fußballklubs hinausgeht, sondern der es substantiell reformiert, wieder wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung generiert und auch die CDU wieder stark macht. Es ist die Wahl zwischen Häutung und Erneuerung aus sich heraus oder als Partei zu enden, die den Weg der Ehernen Oligarchie und damit den Weg der Democrazia Cristiana geht. Und dabei, wieder stark zu werden, kann ein Blick und ein Gespräch am Zaun, der Aufbruch zu neuen Wegen hilfreich sein.

Daher: Geh’ doch mal rüber. Stumblin’ in. Schau mal herein. Auf ’ne Tasse Kaffee – man kann ja milde anfangen; es muss ja nicht gleich der Espresso sein.

Der Autor ist CDU-Mitglied, besucht regelmäßig Veranstaltungen unterschiedlicher Couleur, hat mit Menschen gesprochen und in Gesprächen und Begegnungen mit Parteifreunden aus dem Land sowie aufgrund eigener Beobachtungen und Wahrnehmungen eine Sehnsucht nach einem Signal des Aufbruchs und der Befreiung vernommen – für ein Wiedererstarken von Land und Partei. Für eine Wiederbelebung des offenen, demokratischen Diskurses und politischen Streits im besten Sinne, welche viele aus Erfahrung nicht mehr auf klassischem Wege erreichbar sehen; er ist froh, selbst in einem Teil der CDU beheimatet zu sein, in dem die Volkspartei noch lebt.

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Markus Michaelis | Fr., 12. Juni 2026 - 17:41

Es muss die Bevölkerung mehr miteinander reden. Die CDU hat wenig Chance, weil jeder Finger zur AfD bei vielen Menschen so große Erschütterungen auslösen würde - gegen diese Energie kommt keine Partei an. Es müsste erstmal bei einer Mehrzahl der Menschen Einigkeit herrschen, dass es überhaupt ernsthafte Fragen zu besprechen gibt, mit wirklich offenen Entscheidungen: kann man so oder so machen.

Ich werde seit längerem als rechts gelesen und aus dieser Perspektive sieht es so aus (ich weiß, dass es andere Perspektiven gibt): die AfD-Gegner sehen sich als Verteidiger unverhandelbarer Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat etc. Sie sehen Beispiele von Gewalt und Diskriminierung und sind nicht bereit einen Zentimeter an die Unmenschlichkeit abzugeben.

Ich glaube, wir haben ernsthafte, offene Fragen und andere Sichtweisen nicht wahrzunehmen oder als rassistisch und menschenfeindlich abzutun, ist für mich kein Weg. Besonders, wenn man selber für "die" Menschheit sprechen will.

wurde seit mindestens 10 Jahren täglich von fast allen "Mainstremmedien", dem ÖRR und den Linksblockparteien eingehämmert, dass Frau Weidel die Widergängerin von AH ist, usw usf. Solange diese "Hämmerer" ungehindert weitermachen dürfen, wird sich diese Einstellung (Zitat: "die AfD-Gegner sehen sich als Verteidiger unverhandelbarer Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat etc") zumindest im Westen nicht ändern. Jedenfalls nicht schnell genug, um unser Land vor dem endgültigen Ruin zu retten.

Markus Michaelis | Fr., 12. Juni 2026 - 17:51

Jedes Beispiel hinkt, aber kein Beispiel ist so schräg, dass man nicht doch auch etwas lernen könnte.

Für mich sehe ich Parallelen des staatstragenden Bürgertums heute und vor WKI. Damals war man eine sehr erfolgreiche Gesellschaft, die viel Bewundernswertes auf die Beine gestellt hat, aber man hat sich zu sehr in das naiv zusammengestellte und nicht hinterfragte Gemenge der Symbole aus Volk, Vaterland, Kaiser, Familie, Nation etc. verrannt. Alles auch gute Werte, aber nicht so naiv alle zusammen und nicht abgewogen gegen eine viel größere Welt mit auch anderen Aspekten.

So kommt mir das heute auch ein wenig vor. Wir haben das ausgetauscht gegen Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat, Klima usw. Alles tolle Dinge, auch "wir" haben viel auf die Beine gestellt. Aber irgendwann ist es zu naiv, zu unhinterfragt geworden, gleich mit dem Anspruch die Menschheit zu vertreten - und das bei schwindenden eigenen Kräften und einer größer werdenden Welt drumherum. Das ist zu dünn.

Klaus Funke | Fr., 12. Juni 2026 - 18:24

CDU glaubt sich im Besitz der Wahrheit, die SPD ebenso. Und auch die AfD erhebt diesen Wahrheitsanspruch. Aber die gesellschaftlichen Fakten und die Wirtschaftslage sprechen die deutlichste Sprache. Ja, wir stehen vor dem Abgrund. Wer hat uns soweit gebracht? Die Klatschhasenpartei CDU, die zu feige ist die Realitäten anzuerkennen. Mit Merkel hat der Abwärtsgang angefangen. Sie hat Schröders Tafelsilber verscherbelt und ist bis heute nicht bereit, Fehler einzuräumen. Es dauert nicht mehr lange, dann zwingen die Zahlen die Regierung zum Handeln, aber die Regierung wird wie immer das Falsche tun, heißt, dem Volk, dem Wähler, den Ärmsten die Lasten aufzubürden. Der Knall ist unausweichlich. Dann aber ist es für Korrekturen zu spät. Die Not zwingt zum Aufbegehren. Ich denke, Merz wird den Krieg als Ausweg wählen, so wie es immer alle Schwächlinge taten. Und dies wird uns in den echten Niedergang führen. Mit dem Krieg kommt das Chaos. Und dies wird alle pol. Parteien hinwegfegen, außer...

Sie denken, Merz wird den Krieg als Ausweg wählen? Die Frage wäre dann nur gegen wen - und vor allem mit was oder mit wem? Ich glaube, bei der "Bundeswehr" wüßten die meisten nicht wo Norden ist. Die marschieren dann glatt in die falsche Richtung. Scherz beiseite - der einzige Krieg den Merz führt ist der gegen sich selbst.

Franz Jürgens | Fr., 12. Juni 2026 - 20:06

Ein so faszinierender wie schockierender und erschütternder Text aus dem Inneren der CDU, atemberaubend geschrieben!

Robert Hans Stein | Sa., 13. Juni 2026 - 11:52

Antwort auf von Franz Jürgens

Er hat so verdammt genau kapiert, was in der Gesellschaft, insbesondere aber in der CDU falsch läuft. Das Gedränge in der politischen linken Mitte macht eine mittige CDU überflüssig.
Dass die "gemeinsame Abstimmung" mit der AfD der CDU einen Mitgliederzuwachs bescherte, war mir neu. Aber ja, dieses Zusammengehen bei Interessengleichheit und das "links ist vorbei" hätte Merz eben durchhalten müss - bei Ignoranz der Idiotenmeute auf den Straßen. Die schweigende Mehrheit hätte er sicher hinter sich gehabt, der Herr Hasenmerz.

C. Schnörr | Fr., 12. Juni 2026 - 20:23

… engagiert-sympathischer wie auch bitterer Beitrag, der profund aus der Innenansicht von der Basis aus schildert, was Frau Cotar an dieser Stelle schon prägnant ausgeführt hat. Bitter deshalb, weil sich diese Partei im „Endstadium“ (Titel) befindet, irreversibel. Die mittlerweile täglichen wirren Eskapaden von Merz, Bas & Co sprechen für sich.

Sabine Lehmann | Fr., 12. Juni 2026 - 20:53

Verschluckt hätte ich mich beinah und wäre am Grillsteak (zubereitet vom besten Ehemann von allen) fast erstickt vor Lachen schon als ich die Überschrift mit dem passenden Foto sah. Genau mein Humor.
Den Artikel muss ich jetzt erstmal in Ruhe lesen, der Diagnose "Stockholm-Syndrom" schließe ich mich aber schon mal uneingeschränkt an, denn die klinischer Anamnese des Patienten, der zwischendurch ja auch schon mal längere Zeit im Koma lag, lässt keinen anderen Schluss zu;-)

Sabine Lehmann | Fr., 12. Juni 2026 - 21:21

Antwort auf von Sabine Lehmann

Sorry, soll natürlich "die klinische Anamnese" heißen und nicht "klinischer Anamnese"......wenn ich das Wort "Anamnese" jetzt noch ein Mal schreiben muss, flippe ich aus;-);-) ......da kann man die Buchstaben auch in den Knobelbecher packen und gut durchschütteln, am Ende kommt nur noch Buchstabensalat bei raus,-)

Ingo Frank | Fr., 12. Juni 2026 - 21:06

Agitation im Spätstadium des Politbüros (der SED) betrachtet

Tja, was wird das Ergebnis der durchaus richtigen Analyse sein, bei einer Partei, deren Wurzeln bzw.. deren „Unterbau“ Merkel einst entfernte, unter dem Beifall des größten Teils der schwarzen Genossen und dem Preis einer 16 jährigen Kanzlerschaft Merkels ?
Die Rettung in der quasi All Parteienkoalition a la der in der DDR „führenden“ nationalen Front aus SPD, grüner Sekte & den SED Erben zu suchen ?
Ich sehe einen wesentlichen fehlenden Fakt der Zustandsbeschreibung der CDU, und zwar nicht nur die Programmatische Entkernung der CDU, sondern auch das Fehlen des entsprechenden Personals für einen strategischem Richtungswechsels in Richtung „schicken Gartenzauns“.
Ich darf vermuten, die CDU geht den Weg ihrer einstmals europäischen Schwesterparteien in u.a. Frankreich & Italien, in die Bedeutungslosigkeit und damit in den Untergang.
MfG a d Erf. Republik

Theo Lackner | Fr., 12. Juni 2026 - 21:18

Die Demokratie lebt von Alternativen, vorneweg der zwischen progressiv/links und konservativ/rechts. Wird die Rechte pauschal stigmatisiert, ist das wie eine politische Selbstamputation der Demokratie. Die Union hätte eigentlich die Aufgabe der Schwerpunktbildung Mitte-Rechts, statt sich in linke Geiselhaft zu begeben.

M.E. sind die heutigen Linken alles andere als "progressiv".
Ganz im Gegenteil. Für mich sind die heutigen Linken stramm reaktionär-faschistisch.

Sabine Lehmann | Fr., 12. Juni 2026 - 21:29

Was für ein Text! Rhetorisch und intellektuell brillant, jeder Satz ein Treffer u. dabei so unterhaltend, witzig und ironisch. Herrlich eloquent, werter Herr Raisch.
Der Artikel, ein Abriss der heutigen CDU und eine sezierende Analyse bestehender Defizite und katastrophaler Entwicklungen wie ich finde. Und die AfD nicht mit Worten zu vernichten, finde ich gut und differenziert dargestellt. Schade, dass die Mutter aller Probleme nicht genannt wurde, aber das ist vielleicht auch besser so, in Brüssel wurde dieser Name ja auch über Jahre nicht ausgesprochen, denn der Aberglaube in den Fluren von Brüssel hatte diesbezüglich schon Harry-Potter-Analogien entwickelt. Denn jeder weiß noch, dass man in dieser Welt den Namen Lord Voldemort auch besser nicht aussprach, zu unangenehm waren die Konsequenzen und der Pesthauch aus der Uckermark verursachte eben auch schon beim bloßen Gedanken Schweißausbrüche u. Magenschmerzen;-)
Wie dem auch sei, es ist Zeit für einen Espresso, für mich jetzt auch.

Brillant und superformuliert. An Ihnen ist eine politische Kabarettistin verloren gegangen, sie formulieren so spitz und humorvoll wie ich es nur von Dieter Hildebrand kenne. Zum Text kann ich Sie nur bestätigen, zu den Inhalten habe ich mich schon ausgelassen. Was ist zu tun? ist die Frage. Freilich kenne ich den Satz (ich glaube er ist von Kästner?!), wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten. Vielleicht aber nähern wir uns jetzt diesem Zustand und Wahlen werden tatsächlich verboten oder verschoben oder abgesagt. Das Jahr 2026 nämlich könnte in die Geschichte eingehen, weil in seinem Verlauf Vorgänge eingeleitet werden, die wir - die knappe Hälfte der Bevölkerung - schon lange ersehnen. Im Übrigen freue ich mich, dass mein/unser Spruch "Merz muss weg" nun sogar Tenor von größeren Veranstaltungen geworden ist. Allerdings ist es mit Merz allein nicht getan - das System "Merz" muss weg, was bedeutet, dass auch die alte Dame aus der Uckermark verabschiedet werden sollte. QED

DocJonDoe | Sa., 13. Juni 2026 - 00:00

Der Lackmustest werden die Wahlen im September sein. Lässt sich Schulze mit den Stimmen der Neostalinisten von der Linken zum MP wählen, verliert die CDU adhoc mindestens 25% ihrer Wähler, viele weitere Mitglieder und folgt der SPD in die Bedeutungslosigkeit.

Hoffen wir mal, dass es dazu nicht kommen wird.

Hans-Hasso Stamer | Sa., 13. Juni 2026 - 00:34

Das Problem ist das Selbstverständnis der CDU. Früher war sie eine konservative Partei, diesen Anspruch hat sie aber aufgegeben. Übrig blieb nur die Machtmaschine. Und wie beliebig diese ist, dass sie überhaupt keine Grundsätze hat, kann man jeden einzelnen Tag an der Politik, zu der sich Merz nötigen lässt, ablesen.

Der erste Schritt wäre die Überwindung der Angst. Die Linken machen ein Drittel der Gesellschaft aus, nicht mehr. Aber sie haben die Medien, die Exekutive, wesentliche Teile der Judikative und praktisch das gesamte politische Vorfeld. Die CDU ist eigentlich im Kern keine politische Partei. Das fällt ihr jetzt auf die Füße. Sie hat Angst. Wenn sie nicht wieder zurückschreckt wie vor einem Jahr, ist die Partei zentralen gesetzt worden und die Medienhyperventilation grassierte, hätte sie eine Chance.

„Der linke Zeitgeist wird nicht mehr bekämpft, sondern verwaltet und verinnerlicht.“. Ja. Merkel hat die CDU unterwandern lassen. Günther, Prien, Wüst stehen jetzt im Weg.

Wolfgang Borchardt | Sa., 13. Juni 2026 - 07:54

Dass die von ostdeutsche Seite wahrgenommene Wiederholung der DDR-Geschichte hier aus Esslingen reflektiert wird, ist bemerkenswert. Frau M. hatte es geschafft, den ostdeutschen Oppurtunismus - eine Überlebensstrategie in zwei Diktaturen - in den Westen zu übertragen. kein CDU-Mitglied ist ihr in Arm gefallen, als sie Lunte an zwei Sprengkörper legte, die uns heute beschäftigen: Energie und Migration.

Angelika Sehnert | Sa., 13. Juni 2026 - 08:43

Phantastischer Text, brilliante Analyse, Chapeau! Allein, der Untergang der CDU ist historisch vorbestimmt. Sie hat einfach nicht das Personal, das noch eine Wende vollziehen könnte. Die Politkarrieristen haben längst alle Posten besetzt und werden nicht weichen. Die menschliche Größe, die Charakterstärke zu bekennen, dass man sich jetzt 20 Jahre fundamental geirrt hat, einen Lebensweg lang in die falsche Richtung marschiert ist, die hat niemand in der CDU- Spitze. Vielleicht hatte man in der Basis deshalb so auf Merz gehofft, gehofft er möge den Exorzismus durchführen. Damit man selbst nicht aus der Deckung muss. Aber er ist krachend gescheitert, an den inneren Widerständen, an mangelnder Führungskraft und leider auch an mangelnder Kompetenz in wirtschaftlicher Hinsicht. Die hat er nicht
Die Personalie Hagel ist übrigens geradezu typisch für den Zustand der CDU. Ohne Selbstachtung. Die einzig richtige Entscheidung wäre ein Rückzug gewesen. Aber da sind halt die Dienstwagenschlüssel…

Ferdinand Schulze | Sa., 13. Juni 2026 - 08:46

..."inhaltlich" zu bieten haben, sollte sich mal bei "Schuler - fragen, was ist" das Interview mit einem gewissen Herrn Holetschek anschauen. Danach werden viele von der Union restlos geheilt sein.

Angelika Sehnert | Sa., 13. Juni 2026 - 09:42

Den Hinweis auf R. Michel möchte ich ergänzen durch die Bemerkung eines britischen Althistorikers, R.Syme zum Untergang der Römischen Republik von 1939:hinter jeder Regierungsform,Monarchie, Republik, oder Demokratie lauert die Oligarchie hinter der Fassade. Bei der CDU, mehr noch der SPD, bröckelt die Fassade.
Es ist eine dieser Tragödien der Geschichte, dass es einer in einer Diktatur sozialisierten Frau gelungen ist, eine ehemals heterogene, aber recht lebendige Partei in eine linksgrünen, zeitgeistigen und damit substanzlosen Funktionärsapparat zu verwandeln, in dem sozialistische Umverteilungsphantasien wie sie aus CDA und sogar aus dem Haushaltsausschuss verlautbart werden, fröhliche Urständ feiern.

Der CDU werden nicht nur die Brandmauer,sondern zwei gewaltige Fehlentwicklungen,Energie und Migration,zum Verhängnis. Ein Entrinnen gibt es nicht, nicht mit dem derzeitigen Personal.Die Geschichte wird über die CDU hinweggehen. Wie einst über die römische Republik.

Jochen Burghardt | Sa., 13. Juni 2026 - 10:04

Herr Raisch, was bedeutet "Projekt PAM"?
Möglicherweise trägt es zur Verständlichkeit des Artikel bei, wenn das im Artikel stichpunktartig erklärt wird?

Günter Johannsen | Sa., 13. Juni 2026 - 10:56

Selbstverschuldeter Stillstand: wenn CDU/CSU auf die scheinheiligen Vorgaben der Grün-LinXen hereinfällt, hat sie Brandts eindringliche Warnung vergessen: "„Wer sich auf die kommunistische Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!“
Diese unsägliche Brandmauer zerstört bzw. verhindert die Freiheitliche Demokratie: genau DAS war und ist dass Ziel der LinXen Einheitsfront (einschließlich aller linXen NGOs)!
Wollen wir zulassen, dass am Ende die kriminelle Energie der SED und deren Erben unser Land dominiert und in den Abgrund führt?

Gisela Hachenberg | Sa., 13. Juni 2026 - 15:12

Ich schließe mich ich einigen Mitforisten an: ein toller, mutiger Text! Darf man als CDU Mitglied so etwas „Wahres“ noch schreiben?
Wenn es mehr CDUler wie Herrn Raisch geben würde, stünde die Partei besser da. Aber leider (sorry, Herr Raisch) sind viele Ihrer Kollegen Luschen. Ich verfolge momentan das Gerangel um eine Koalitionsbildung in Frankfurt/Main nach der Wahl, bei der die CDU die Grünen als führende Partei abgelöst hat. Und was passiert? Seit Wochen wird gerungen. Die CDU will mit der SPD und den Grünen koalieren. Aber die Grünen wollen unbedingt Volt einbeziehen, obwohl das nicht nötig ist. Aber die „lieben“ Grünen stellen sich quer (wie so oft!) Weil die Frankfurter eine Umkehr der desaströsen Verkehrspolitik gewählt haben, sollte die CDU den Verkehrsdezernenten stellen, was auch eine gebildete Initiative forderte. Aber der Grüne will nicht weichen, weil er (angeblich) ja einen so tollen Job gemacht hat. Die CDU verzweifelt, aber macht… nichts!!!

Gisela Hachenberg | Sa., 13. Juni 2026 - 15:17

Weiter im Kommentar:
Es ist zum Haareraufen. Aber die CDU lässt sich von den Grünen vorführen. Genauso wie im Bund der Herr Bundeskanzler das macht, was Lars und Bärbel wollen. Was ist aus dieser Partei geworden? Wer will so einen laschen Haufen noch wählen? An den Umfragen (heute wieder) sieht man, dass es doch noch viele Menschen im Land gibt, die so ein Gewurschtel tolerieren. Leider, leider!

Urban Will | Sa., 13. Juni 2026 - 16:04

CICERO-Zensur zum Opfer fällt... Hier Variante 2, kindgerecht:
Ein Unions-Zustandsbericht ohne die Schuldige zu nennen, kann eigentlich nicht ernstgemeint sein, auch wenn vieles hier stimmt.
Ohne die Politik der Uckermärkerin wäre die AfD nicht entstanden, zumindest nicht so stark geworden und v.a. stünde das Land heute um Längen besser da. Schröder hinterließ ein Land, das wirtschaftlich und sozial auf einem guten Weg war. Heute müssen wir Widerlichkeiten wie die nun aufgedeckten in Augsburg oder all die Messer-Attacken, die Morde, all den Irrsinn einer komplett wahnsinnigen „Willkommenskultur“ ertragen. Müssen mit anschauen, wie das Land als Folge einer geisteskranken Energie- und „Klima“-Politik den Bach runter geht.
Sprich: es müsste erst mal eine Generalabrechnung mit Merkel kommen, bevor man überhaupt weiterdenkt.
Das traut sich offensichtlich auch der Autor nicht.
Die Volkspartei Union lebt nicht mehr, sie ist eine Illusion derer, die wider besseres Wissen nur noch glauben.

Nun, lieber Herr Will, ist das Endstadium erstmal sicher diagnostiziert, ist die Hoffnung auf Besserung ein illusorisches Unterfangen. Das Zeitliche zu segnen, ist nun einmal die unweigerliche Konsequenz.
Manch Einer mag einwenden, es gäbe doch vielleicht ein Leben nach dem Tod, bei einer Partei wie der Merkel-CDU kaum vorstellbar. Dass da ein Phoenix aus der Asche entstehen könnte, würde man doch wenigstens noch ein paar Reförmchen schaffen, ist auch nicht zu erwarten, dafür hat's einfach zu viel Asche & verbrannte Erde. Apropos verbrannte Erde, dass in Good Old Germany das Siechtum um sich greift, nicht nur im Politischen, sondern auch strukturell in der gelebten Praxis(ja, ein Universum, das es tatsächlich noch gibt, liebe Politiker)kann man jetzt wunderbar in Stuttgart besichtigen. Wir erinnern uns, da gab es diesen Bahnhof...für Alle, die jetzt überlegen: Das ist ein Ort an dem Züge fahren...normalerweise. Stuttgart 21: Da wurden tausende Kilometer falsche Kabel verlegt. Sorry;-)

Der Anfang war und ist Merkel. Die entscheidende Frage: Geschah es aus Unwissenheit und laienhafter Dummheit oder aus Berechnung. Mit anderen Worten: Wollte man Deutschlands Untergang? Und dies wäre dann eine Sache für die Staatsanwälte. Aber die haben wir nicht. Nein, es ist beinahe mit Watergate vergleichbar. Ich tendiere zur Absicht, und zwar deshalb, weil Ideologie dahintersteckt. Hier wollte einer oder besser: eine an dem Staat finstere Rache nehmen. Ich glaube indes nicht, dass es in diesem Land auch nur einen Journalisten oder Politiker oder Juristen gibt, der den Mut hätte, diese Tatsachen auf den Richtertisch zu packen. Nein, wir saufen lieber alle gemeinsam ab wie auf der Titanic, und die Musi spielt dazu, oder der Grönemeyer singt irgendeinen blöden Song. Der Drops ist gelutscht. Es wird keine juristische Aufarbeitung geben, denn die Zahl der Schuldigen ist gewaltig. Der Ausweg liegt für Leute wie Merz oder auch Merkel in einem Krieg. Da kann man alles verschwinden lassen.

Jens Böhme | Sa., 13. Juni 2026 - 19:14

Die Mitte hat ihr Zuhause aufgegeben und sucht per politischer Migration in den Nachbarhäusern (autokratische Ideologien) ein neues Zuhause. Die Mitte symbolisiert übrigens auch Demokratie und Freiheit. Autokratische Parteien und deren gesellschaftliche Organisationen bedienen sich an diesen Begriffen, weil Demokratie und Freiheit kein Fundament mehr hat. „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ (Zitat Walter Ulbricht, 1952)