Soldaten stehen in der Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne beim feierlichen Appell
Soldaten stehen in der Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne beim feierlichen Appell / picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

„Deutschland im Ernstfall“ - Zu spät erwacht

Ferdinand Gehringer und Johannes Steger, beide in der Sicherheitsbranche tätig, fragen, was geschieht, wenn Deutschland angegriffen wird. Ihr Buch trifft einen Nerv, weil es die neue Verwundbarkeit des Landes ernst nimmt – und zugleich zeigt, wie sehr Deutschland sicherheitspolitisch hinterherdenkt.

Florian Hartleb

Autoreninfo

Dr. Florian Hartleb ist Professor für International Relations an der Modul-Universität Wien sowie Autor des im Herbst 2025 erschienenen Buchs „Teenager-Terroristen. Wie unsere Kinder radikalisiert werden – und wie wir sie schützen können“.

 

So erreichen Sie Florian Hartleb:

Es ist das Verdienst dieses Buches, eine Frage wieder ins Zentrum zu rücken, die Deutschland zu lange verdrängt hat: Was geschieht eigentlich, wenn dieses Land angegriffen wird? Ferdinand Gehringer und Johannes Steger denken den Ernstfall nicht nur militärisch, sondern auch als Krise moderner Verwundbarkeit — als Gemengelage aus Cyberangriffen, Sabotage, Terrorismus, Ausfällen kritischer Infrastruktur, Desinformation und politischer Überforderung.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

IngoFrank | Fr., 10. April 2026 - 17:08

wird ?
Kommt darauf an von welcher Seite !
Von Osten …… steht der Russe ehr am Rhein bis der letzte deutsche Soldat „außer Dienst“ die Kaserne von zu Hause aus dann endlich erreicht hat……👏🏻
Darüber haben wir Kameraden schon zu meiner Wehrdienszeit in den 70zigern bei der NVA lustig gemacht und daran scheint sich in den letzten 50 Jahren auch nichts geändert zu haben 😜😜
Mit besten Gruß aus der Erfurter Republik

seinem Sockel sein Schwert richtet ?
Nee das glaube ich nicht. Die hatten in der letzten kriegerischen Auseinandersetzung mit dem „Erbfeind“ schon ihre Problemen. Und heute, den schönen Franzosen kann ich mir nicht als Kriegspräsident vorstellen! zumal er innenpolitisch und finanzpolitisch eigene gößere Sorgen hat, zumal er den Athem von „Marie“ im Genick deutlich spürt 😅😅😅😅
Im Süden stehen die Alpen als Bollwerk und im Norden zwei Meere😀
Und wer soll denn dann anders als Putin die bunte Demokratie angreifen ?
Das sind sich doch die Garden aus FDP, Union und den Grünen vollkommen einig….. kann nur von Putin kommen dem alten KGB Mann der hervorragend Deutsch sprechen kann. Hat ja schon entsprechende Erfahrungen als „Besatzungsmacht“ …. zumindest in einem deutschen Teil dem Kleinerem zwar, aber egal …..
Mit besten Gruß ins Weimaer Land & schönes Restwochenende

Jens Böhme | Fr., 10. April 2026 - 18:41

Die Deutschen und deutschen Urlauber, die gedacht haben, in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) scheint die Sonne ohn' Unterlass und man lebt dort absolut sicher, sind schneller eines Besseren belehrt worden, als die Deutschen in Deutschland. Hier in Deutschland glaubt man immer noch, es werden keine Raketen und Drohnen reinfliegen, weil Deutschland niemanden interessiert. Letzteres mag richtig sein. Der Russe beschiesst in der Ukraine keineswegs locker militärische Ziele. Also stehen einfachere und leichtere Ziele im militärischen Handbuch, um Moral und Gegenwehr zu schwächen bzw. zu zermürben.

Sunstreet | Fr., 10. April 2026 - 20:48

Leider bekommen die Angsttrompeter und Kriegstreiber immer mehr Raum bei cicero.
Propaganda pur! Der militärisch-industrielle-Komplex arbeitet unterstützt von „gekauften“ Medien und willfährigen Politikern auf Hochtouren. Und sicher geht es dabei nicht um die Sicherheit des Landes und uns Bürger.
Wie meistens geht es nur um Macht und Geld!

Urban Will | Sa., 11. April 2026 - 04:44

lungsfähigkeit des Staates“ ist bei mir seit Beginn der Migrationskrise weg. Komplett. Und ein Staat, der bereits im Innern die Kontrollfähigkeit über Sicherheit und Wohlergehen seiner Bürger verloren, bzw. bereitwillig aufgegeben hat, der kann sich auch nicht nach außen verteidigen.
Die Abschaffung der Wehrpflicht hätte man kompensieren müssen mit einem völligen Neuaufbau der Streitkräfte. Kleiner zwar, aber deutlich besser ausgerüstet, ausgebildet und von Menschen mit Verstand geführt. Das wäre nur gegangen, wenn der Patriotismus ein fester Bestandteil unserer Kultur wäre. Nichts von allem trifft zu. Die Amerikaner zeigen uns seit Jahrzehnten, dass es geht, aber in Deutschland geht es nicht. Es hat auch keinen Sinn, das jetzt zu bedauern, es wird nicht wiederkommen, solange wir von Lügnern, Unfähigen und v.a. Deutschland-Hassern geführt werden.
Wann und v.a. ob es eine Wende geben wird, weiß ich nicht. Und dann wird es ein ganz langer Weg zurück. Wenn das überhaupt noch möglich ist.

Konstantin Richter | Sa., 11. April 2026 - 07:24

Leider konnte mir bisher noch niemand schlüssig erklären, warum ich diesen Staat A.D. 2026 freiwillig verteidigen soll. Als ich in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts an der innerdeutschen Grenze stationiert war, wußte ich das noch.

Was ich versuche zu verteidigen, ist der Erhalt meines Eigentums, aber das wird mir ja schon durch die eigenen Regierungen erschwert.

Armin Latell | So., 12. April 2026 - 08:21

Antwort auf von Jens Böhme

ob es hier zwei unterschiedliche Jens Böhme gibt, die hier kommentieren...Einer mit normalen Ansichten und einer aus dem vom mainstream seiner Hirnkapazitäten beraubter Kriegsjünger. Echt jetzz.

Thomas Veit | So., 12. April 2026 - 11:56

Antwort auf von Armin Latell

Man kann auch zu komplexen Themen wie den hier zur Debatte stehenden - Krieg/Frieden-Aufrüstung-Wehrpflicht-Atomstreitkräfte-Angriff-oder-Verteidigung-Militärallianzen... etc. - ambivalente Meinungen haben die nicht unbedingt stringent 'einem Lager' zuzuordnen sind und in der Diskussion oder über die Zeit auch wechseln können... - das geht mir persönlich gerade bei diesen Themen öfters auch so... ..., manchmal bin ich mir einfach nicht sicher!?

Gerade beim großen Thema Krieg und/oder Frieden ist das mMn so -- denn 'Schwarz/Weiß'! ist es hier fast nie..., auch wenn Kriegsparteien und aktiv Beteiligte es bevorzugt genau so darstellen - Schwarz/Weiß!! 🤔

soistes | Sa., 11. April 2026 - 21:24

Mit Lastenfahrrädern, "Bacon of hope" Gebetsteppichen, Moralpredigten & weitreichende Stadtteile von Bullerbü lassen sich bestimmt Kriege gewinnen.

Wenn das nicht hilft gibt es ja zu guter letzt Spielecken in Panzern. Die wurden damals per SMS bestellt. Und "Vulkane" wurden zuletzt in Berlin getestet. Ok das ging gründlich schief! . Wir schaffen das. Ironie off

Walter Buehler | So., 12. April 2026 - 11:39

Herr Hartleb lebt und lehrt in Österreich, einem Nicht-NATO-Land. Er war (und ist?) beruflich in Estland aktiv, ein Land mit insgesamt 1,3 Mio Einwohnern, von denen etwa 25% Russen sind.

(Zum Vergleich: in Luxemburg leben 0,7 Mio, in Nordirland und Hamburg je etwa 2 Mio und in Berlin 3,7 Mio Menschen.)

Estland mit seiner Hauptstadt Reval liegt in der Nähe der zweitgrößten russischen Stadt St. Petersburg mit 5,7 Mio Einwohnern.
--
Nach Hartleb sind in Österreich "... Fragen staatlicher Krisenvorsorge und territorialer Wehrhaftigkeit weniger fremd. .. Noch deutlicher fällt der Unterschied zu Estland aus. Dort ist die Vorstellung, dass Freiheit und Wehrhaftigkeit zusammengehören, politischer Alltag. Deutschland hingegen hat sich lange eingeredet, strategische Vorsorge sei beinahe schon ein Zeichen übertriebener Nervosität."
---
Ich persönlich bezweifle, dass man das spezielle Nationalbewusstsein von Nordirland, Bosnien oder Estland einfach so in Deutschland implementieren kann.