Bundestag
Das Reichstagsgebäude in Berlin / picture alliance / photothek / Florian Gaertner

Deutsches Parteiensystem - Die Disruption muss kommen

Die Konstellation, in der Deutschland regiert wird, ist offenbar nicht in der Lage, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Das liegt auch an der „Brandmauer“. Eine bürgerliche Sammlungsbewegung könnte die politische Sklerose beenden.

Alexander Marguier

Autoreninfo

Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

So erreichen Sie Alexander Marguier:

Das wahrscheinlich meistgebrauchte Argument in der CDU gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD lautet, die blaue „Alternative“ wolle die Christdemokraten „zerstören“. Weitgehend unbeantwortet bleibt in diesem Zusammenhang allerdings die Frage, was genau mit „zerstören“ gemeint ist.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Karl-Heinz Weiß | So., 16. November 2025 - 11:46

"Die Artisten in der Zirkuskuppel - ratlos". Das erinnert alles an 1968, als dieser Film entstand. Und der jetzige Kanzler agiert ähnlich hilflos wie seinerzeit "Silberlocke" Kiesinger. Momentan ist in Europa Dänemark für seine robuste Vorgehensweise das Vorbild, das gelobte Land von Robert Habeck. Bizarr.

Markus Michaelis | So., 16. November 2025 - 12:20

Sie hat die CDU weit in Richtung einer nach 1990 zunehmend dominierenden europäischen, bürgerlichen Mitte bewegt. Das fand großen Anklang und war erfolgreich, aber Merkel hat, zusammen mit dieser Mitte, nie ins Auge gefasst, was jetzt eingetroffen ist: die große Zeit dieser Mitte, die sich als universell gesehen hat und so auch Politik gemacht hat, ist schon vorbei, und vor der neuen, vielfältigeren, globaleren Welt steht man etwas hilflos.

Es ist nicht die Gefahr der Zerstörung der CDU, die uns zuerst beschäftigen sollte, sondern die Zerstörung der Gesellschaft, die in immer mehr unversöhnliche Lager zerfällt (es scheint mir schon eine Weltfremdheit das auf eine reine Rechtsextrem gegen weltoffen-bürgerlich Frage zu reduzieren) und der realen Welt immer hilfloser und unfähig zu gemeinsamen Entscheidungen (die immer auch GEGEN irgendwen sind) gegenüber steht.

Die Überforderung sehe ich nicht nur in der Migration. Generell hat man, aus meiner Sicht, zu sehr an den universellen Menschen geglaubt, so dass jede Unzufriedenheit bei uns und in der Welt versucht wurde durch FakeNews, Egoismus und Diskriminierung zu erklären. Ich glaube, die Erfolge unserer Gesellschaft waren eine Weile lang zu groß, so dass man glaubte auf diese Weise alle großen Fragen klären zu können. Dass auch wenn alle klaren FakeNews, Egoismen und Diskriminierungen beseitigt sind, noch genügend Gegensätze (und Unbekannte) bleiben, um Gesellschaften zu zerlegen, scheint mir zu sehr aus dem Blick geraten zu sein. Wir haben zu sehr geglaubt alles durch Menschenrechte und Täter-Opfer-Klarstellungen lösen zu können.

Wir haben uns zu große Aufgaben aufgeladen und haben das demokratische Aushandeln von echten Gegensätzen (die weh tun, auch wenn alle Diskriminierungen abgezogen sind) verlernt. Die CDU ist da mitgeschwommen.

Die CDU hat sich mit Merkel einen Kuckuck ins Nest setzten lassen und dieser Kuckuck hatte von Haus aus niemals die DNA der CDU.
Nicht umsonst heißt es Merkel war die erste Kanzlerin der Grünen.
Friedrich Merz dagegen wird als der erste Kanzler der Roten in die Geschichte eingehen.
Von CDU DNA ist nix mehr übrig.

Hans Jürgen Wienroth | So., 16. November 2025 - 12:30

Wären bei dieser neuen Partei nicht auch zunächst Flügelkämpfe & Führungsstreitereien zu erwarten? Glauben Sie wirklich, gegen eine neue „Sammlungspartei“ in der Mitte würden die staatlich finanzierten Zivilgesellschaften, Gewerkschaften, SPD, Grüne und Linke nicht mit großen Protesten auf der Straße zu Felde ziehen? Wenn in Gießen wg. der Gründung einer AfD-Jugendorganisation die „Stadt zum Brennen“ gebracht werden soll, wäre das nicht auch bei der Gründung einer Mitte-Neupartei erwartbar?

Die Politik hat den „Zivilgesellschaften“ in der Vergangenheit zu viel Macht eingeräumt, auch durch deren Klagerechte. Wie würde sich die Richterschaft (bis zum höchsten Gericht) zu einer derartigen Veränderung stellen? Würde man da ggf. das GG bis zur Unkenntlichkeit „auslegen“ bzw. „interpretieren“? Welches andere EU-Land (evtl. außer Frankreich) hat eine so mächtige „Zivilgesellschaft“, die in der Organisation von Groß-Demonstrationen geübt ist? Was könnte die neue Partei dagegen setzen?

... zerstört worden wie die Parteien durch die "Berufspolitker" oder "Funktionäre".

In beiden Fällen inszenieren sich Menschen als professionelle "Betreuer", "Experten" , ja sogar als "Erlöser". Mit sophistischer Rhetorik unter aktiver Beihilfe der Medien machen sie aus dem politischen oder gesellschaftlichen Engagement für sich privat eine Möglichkeit des lukrativen Broterwerbs.

Das erspart es ihnen, sich wie die Mehrzahl der Menschen eine echte Ausbildung zu machen, wirkliche Verantwortung zu übernehmen und sich so im realen Leben zu bewähren.

Das Studium von Politik- und Sozialwissenschaften ist für solche Leute meistens nur eine Ausbildung in der Kunst, wie man seine Karriere in gesellschaftlichen Organisationen am effektivsten organisiert.

Verpflichtet fühlen sie sich nur den ideologisch verbrämten Netzwerken, die ihnen den lukrativen Job in der Politik oder in der "Zivilgesellschaft" verschafft haben, egal welche Phrasen sie dabei permanent von sich geben.

Das linke 'Berufszivilistentum' gehört komplett abgeschafft..., "Demokratie leben!" sofort eingestellt... ...

Jede gemeinnützige Organisation muss dann ihre gesetzllich vorgeschriebene politische Neutralität nachweisen können um staatliche Vorteile erlangen zu können, auch die Steuerfreiheit des 'klassischen Dorf-Vereins e.V.'... - wer Sondergelder für z.B. fest Angestellte beantragt sowieso..., und dann auch nur öffentlich 100% transparent bekannt gemacht, so dass andere Organisationen und Parteien Widerspruch einlegen können, falls sie die politische Neutralität nicht gegeben sehen sollten... - so oder so ähnlich.

Dieser NGO-Zivilgesellschfts-Geldverteilungs-Filz muss! entfilzt und aufgelöst werden. Zu Unrecht bezogene Gelder - z.B. weil die politische Neutralität nicht gegeben ist bzw. war, sind zurück zu fordern!! Aber sicher...!

Bernhard Marquardt | So., 16. November 2025 - 12:31

Die 16 Jahre einer Nicht-Regentin Merkel haben Deutschland an allen Ecken und Enden verrotten lassen.
Die „Ampel“ hat nichts Wesentliches daran geändert, außer dass sie im letzten Moment die Schleusen für eine gigantische Verschuldung geöffnet hat.
Der sich daraus ergebende finanzielle Spielraum wird stückweise verplempert.
Für die verfilzte SPD gibt es nichts Schöneres als anderer Leute Geld zu verschleudern. Und das der kommenden Generationen.
Die FDP hat für ein sinnloses „Mitregieren“ gleich zweimal alle liberalen Prinzipien aufgegeben.
Mit Blick auf den Cicero Podcast Politik: „,Team Freiheit ist Milei auf Deutsch“ scheinen die Vorstellungen von Frauke Petry von der Struktur einer „Ant-Partei“-Partei durchaus interessant.
Für alle AfD-Wähler, die die wegen Höcke und Putin-Freunden liebend gerne eine andere politische Heimat finden möchten.
Für alle ehemaligen FDP-Wähler.
Für die vielen Unions-Wähler, die von der SPD dominierten Merkel-Merz-CDU die Nase gestrichen voll haben.

Das mit dem "Team Freiheit" ist weiter nichts als ein Phantom-Schmerz. Da wird nichts bei rumkommen. Frau Petry ist kein Garant, dass irgendetwas Liberales in Gang kommt. Sie hatte ihre Chance bei der AfD. Aber sie wollte dominieren. Und das ging gegen die Weidel eben nicht. Weiber!! Stutenbissigkeit!! Bitte, versuchen Sie vernünftig zu sein. Das neue Projekt "Freiheit" von und mit der Petry wird nix bringen. Sparen Sie Ihre Stimme für das Original - die AfD. Nein, wirklich, ich könnte Wetten abschließen. Ich würde haushoch gewinnen. Im Übrigen traue ich der lieben Frauke auch nicht so recht. Die wird sich wieder seitwärts in die Büsche schlagen. Ein bisschen Wahlkampfhilfe abkassieren, vielleicht irgendwo ein Mandat und damit 4 Jahre Vollversorgung. Um mehr geht es dieser Dame nicht wirklich. Lassen sie sich nicht einlullen... vom netten Lärvchen und ein paar schönen, unverbindlichen Worten.

Das hört sich an wie das Pfeifen im Wald.
Natürlich würden die potentiellen „Team Freiheit“-Wähler zuallererst zu Lasten der AfD gehen.
Diejenigen, die aus lauter Abscheu angesichts des sonstigen derzeitigen Angebots sogar bereit sind, die Kröten der Höckes und der Putin-Freunde in dieser Partei zu schlucken.
Der Versuch, Frauke Petry persönlich zu diffamieren, folgt dem Muster der Dauerhetzer gegen die AfD.
Eine substantielle Auseinandersetzung mit ihren Vorstellungen wäre angebrachter.

In der Tat geehrter Herr Marquardt wären beide Ansätze, die einer APP (habe mich nach dem Podcast umgehend mit dem für mein Bundesland-Team Freiheit und seinen Zielen/Programm näher beschäftigt) wie auch der "Heilsplan;)" unseres Herrn Chefredakteurs dazu geeignet, die für mich zunehmende Qual der Wahl nach bestem Wissen, und vor allem hinsichtlich eigener Gewissensmaßstäbe zu lindern. Jedoch nicht vollständig, da mir z.B. eine Aussage darüber fehlt wie man es mit z.B. der Freiheit der Ukraine und dem freien Willen anderer
bedrohter Staaten, Stichwort Taiwan hält. Ein für mich persönlich wesentlicher Grund der AfD meine Stimme zu versagen bis hin zu der mich jedoch ebenso peinigenden Überlegung überhaupt noch an einer Wahl teilzunehmen und mich damit selbst in Zukunft einer politischen Partizipation zu entheben. Wenn schon, dann richtig! Denn auch das eigene "Rumgeeiere" , das Misstrauen, die Verbitterung und Enttäuschung über eigens gemachte Torheiten zehren an der Substanz. MfG

IngoFrank | So., 16. November 2025 - 13:07

Das besorgt die CDU allein.
Wer war denn die Hebamme, die ihr unliebsames geborenes Kind genährt hat bis es groß & stark geworden ist ?
Das Entstehen der AFD kam doch deshalb zustande, weil die so genannten Konservativen aus Union & FDP in ihrer Mehrheit politisch heimatlos geworden sind …. Was machen dann die „Heimatlosen“ wenn noch Willen & Kraft in ihnen wohnt ? Ganz einfach, sie erschaffen sich eine neue Heimat ….. und bilden damit im wahrsten Sinn des Wortes eine Alternative gegenüber dem sich zusammengeschlossenen Parteienbündnis der etablierten Parteien. Das Entstehen der AfD ist m M eine demokratisch gesellschaftliche politische „Notwehr“ gegenüber dem „Einheitsbrei“ der etablierten Parteien. (Faule) Kompromisse taugen nur so lange etwas wenn es tatsächlich Kompromisse gibt, ist der od. die Kompromisse grün links und jetzt neuerdings noch dazu Unionsdominiert, ist es blaue Luft und das noch zum Schaden der Bürger ob jung oder alt.
MfG a d Erfurter Republik

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 16. November 2025 - 13:44

für die CDU durch Frau Merkel.
Allerdings jahrelang unbemerkt, jedenfalls von mir.
Sie trat ja an mit CDU-Programmatik und landete dann evtl. beim Vortragen eines Projektes der Gleichstellung der homosexuellen Liebesbeziehung mit der bürgerlichen Ehe, gegen das sie im Bundestag dann selbst stimmte? Es hatte aber was!
Ich fand Herrn Geissler oder Attac keinsfalls sympathischer, weil er Attac-Mitglied war.
Sicher, da sind viele Organisationen, aber die zivilgesellschaftliche Bewegung sind für mich die Gewekschaften, nicht Attac.
Unter Merkel, aber auch der Ampel hat sich, wie ein Kolumnist bemerkt, eine sehr starke zivilpolitische Bewegung etablieren können, vor allem zum Vorteil von Linken und Grünen?
Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass es jede Menge große bürgerliche NGOs gibt, die in Deutschland evtl. sehr wohl die Politik "mitbestimmen"?
Fragt sich, ob die CDU bereit ist, gegen die AfD mit den Linken zu koalieren?
Da glaube ich eher an eine Minderheitskoalition.
Es dauert...

Urban Will | So., 16. November 2025 - 14:03

nicht noch eine neue Partei – zumal sich die Personen, die Sie sich darin vorstellen könnten, wohl kaum dazu aufraffen würden, diese zu gründen.
Sie fordern eine Revision des Parteiensystems dahingehend, dass über den Fall der Brandmauer sich die bestehenden Parteien neu aufstellen.
Wenn das so ist, stimme ich Ihnen vollumfänglich zu und beanspruche mal, etwas in der Art schon seit Jahren zu fordern, zusammen mit einigen anderen hier im Forum.
Die Weichspüler der Weichspülerpartei CDU (Günther, Polenz und Genossen) könnten dann gerne zu den Grünen rennen, dort sind sie programmatisch sowieso eher aufgehoben.
Aber alles in allem hängt es an der CDU. Nur über sie und die Einsicht, seit Jahren am Nasenring der Linksgrünen deren Politik machen zu müssen, eben wegen Merkels Brandmauer, eines ihrer vielen vergifteten Nachlässe, kann dies geschehen.
Der unausweichliche Kulturkampf wird brutal und nur wer Eier hat, kann ihn bestehen.
Aber dieser Kampf muss geführt werden, sonst ist D am Ende.

Nur wenn diese beiden Parteien sich zusammen schließen kann Deutschland noch die Kurve bekommen. Es wird ungemütlich auf den Deutschen Straßen werden. SPD ruft in allen Gemeinden zu Demos auf. Die Lehrer, hauptsächlich " Grün " sind in den Schulen am Werk.
Die brutalen NGOs und Linke schrecken vor Mord nicht zurück trotzdem darf man die Hoffnung nicht aufgeben. 25 bis 30% AfD und 13 % CDU ohne die Merkelaner, müssen den Karren, den Merkel mit Grün und Linken in den Dreck gefahren hat, aus dem Dreck ziehen.
Deutschland wird durch die NGOs zerstört werden und wir werden das Land wieder aufbauen.
Wenn der Geldhahn für die NGOs zugedreht wird, wird deren Anteil reduziert werden und der Rest muss mit harten Strafen rechnen müssen.
Das BVG muss reformiert werden.
Die EU wird, von anderen Mitgliedstaaten , reformiert werden. Es reicht endgültig unser christliches Abendland den Gottlosen zum Fraß freizugeben.
Damit meine ich nicht nur die Islamisten.

Klaus Funke | So., 16. November 2025 - 14:35

Solange der CICERO hier AfD-Kader nicht zu Wort kommen lässt, vertraue ich dem Magazin kein bisschen. Warum kein Artikel von Weidel oder anderen AfD-Größen? Ich sage es euch: Weil ihr feige Hunde seid in der CICERO-Chefredaktion. Ihr wollt euch den Rückem frei halten, falls es doch anders kommt. Aber es kommt nicht anders. Die AfD wird triumphieren. Und dann wenn sie oben sind, werdet ihr um sie bitten. Aber dann wird euch die kalte Schulter gezeigt. Hoffentlich. Früher hat man sowas Konjunkturritter genannt. Herr Marguier Sie sind so ein Ritterlein. Pfui, so klug Sie sonst sind, so feige sind Sie in diesem Punkt. Oder, es gibt noch eine andere Variante. Ihr seid gar nicht feige, nein, ihr seid ein Gegner der AfD, ihr wollt sie bewusst nicht zu Wort kommen lassen. Klar, als FDP-Fans, ist es nicht anders zu erwarten. Hab ich recht?

Robert Hans Stein | So., 16. November 2025 - 18:38

Antwort auf von Klaus Funke

Aber einen Knall, da bin ich ziemlich sicher. Aus Herrn Marguiers Beitrag geht doch klar hervor, dass die AfD ebensowenig ein "monolithischer Block" ist, wie die anderen Parteien. Den meisten Foristen hier scheint das übrigens klar zu sein, nur Ihnen wohl nicht. Ich oute mich jetzt mal als AfD-Wähler. Das bin ich seit 2013, leider aber mit zunehmend ungutem Gefühl. Und das vor allem wegen Zeitgenossen wie Sie einer sind. Auch die AfD wird zu mehr Pragmatismus finden (müssen), um auf Dauer zu bestehen. Oder, wie es jüngst einer ihrer klügsten Köpfe sinngemäß formulierte: Entscheidend ist Daimler und nicht Simson. Und um Irrtümern vorzubeugen, ich bin "Ossi" aus Überzeugung, schon aus Dankbarkeit für ein Bildungssystem, dass mir die Vorzüge von Rationalität gegenüber Traumtänzereien vermittelt hat.

Jens Böhme | So., 16. November 2025 - 14:50

Dass Senioren von jüngeren Generationen zerstört werden und den Tod der Senioren herbeiführen, wäre ein Paradigmenwechsel in der Biologie. Immerhin gibt man Werte, Erziehung weiter und verbraucht mehr Lebensenergie. Das Altern findet so oder so statt. Freiheit und Demokratie sind keine Alleinstellungsmerkmale von sich abgrenzenden, gesellschaftlichen Gruppen, Vereinen, Parteien. "Unsere Demokratie" ist wie rechtslastige Demokratieverteidigung Autokratie. Der Lauf der Dinge ist nicht statisch. Gesetze sind veränderbar. Meinungen sind änderbar. Ob das westlich freiheitliche System das Jahr 2050 noch erlebt - ich kann es mir dann auf astraler Ebene anschauen.

Hans-Hasso Stamer | So., 16. November 2025 - 14:58

Die braucht es nicht – die AfD ist eine. Die genannte Disruption wird entweder von ihr ausgehen oder sie kommt gar nicht. Jede neue Bewegung würde genauso diffamiert wie die AfD.

Was gegen die AfD spricht, ist nur die Propaganda gegen sie. Das ist ein Image, das erzeugt wurde ein Phantom, hat mit der Realität kaum zu tun. Es bräuchte die Unabhängigkeit von mittelalterlichen Dissidenten, die gegen die Hexenverbrennungen aufgestanden sind. Das ist natürlich eine Illusion, denn menschliche Gemeinschaft lebt vom mitmachen. Der Zwang zur Anpassung und der Opportunismus sind immer stärker.

Aber die Linken zeigen uns, worauf es in eipner realen Gesellschaft ankommt: nicht auf den Mehrheitswillen des Volkes, sondern auf den Mehrheitswillen der vielen Entscheidern nicht nur oben, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft. Davon könnte die AfD lernen und dass das passiert, davor haben die anderen Angst.

Die heute von arabischen Schulhofmobben Gequälten sind die Entscheider von morgen.

was die Stunde geschlagen hat.
Er träumt von einer Sammlungsbewegung aller Konservativ-Liberalen, aber w i e sollte diese denn zustande kommen???

Es ist völlig utopisch anzunehmen, daß sich die Einsichtigen und Vernünftigen aus CDU/CSU, FDP und AfD plötzlich die Hände reichen, um Deutschlands Schicksal zu wenden. Dazu müßte es erst ein zweites 1945 geben mit der entsprechenden Zerstörung und Desillusionierung unseres Landes und seiner Bewohner. Doch das dürfte sich wohl niemand wünschen.

Es ist so, wie Sie schreiben, lieber Herr Stamer:
Die AfD ist die einzige Partei, welche die nötige Disruption einleiten kann.
Sie existiert und funktioniert.
Daher liegt es einzig und allein an den Wählern, sie dazu zu nutzen, eine drastische Kehrtwende in der total verkorksten deutschen Politik herbeizuführen.
Ein "deus ex machina" wird nicht kommen!

Wolfgang Borchardt | So., 16. November 2025 - 16:37

Weg wie die FDP. Beide Parteien schaden durch ihre freiwillige Selbstzerstörung der Demokratie erheblich. Warum macht die CDU Politik für Menschen, die die CDU nicht gewählt haben?? Dass das für eine Partei unliebsame Folgen haben m u s s, ist klar. Je schneller desto besser. Herr Merz liefert nichts, so wie Herr Scholz schon nichts vom Notwendigen geliefert hat.

Robert Hans Stein | So., 16. November 2025 - 18:18

dem stimme ich zu. "Sie hat die CDU weit in Richtung einer nach 1990 zunehmend dominierenden europäischen, bürgerlichen Mitte bewegt." Dem folge ich nicht, wie übrigens auch der Autor des Artikels, lieber Herr Michaelis. Merkel hat die CDU, kaum jemand wird da widersprechen, nach links gerückt. Ist eine pauschale Aussage, schon klar, und dennoch das prinzipielle Problem der heutigen CDU. sie hat rechts, entgegen dem straußschen Diktum, Platz gemacht. Der Rest ist Detailkram.

Elisa Laubeth | So., 16. November 2025 - 19:21

Man braucht keine Glaskugel um den weiteren Niedergang der CDU vorherzusehen. Sie hat, wie die FDP, ihre Grundwerte, vor allem ihre christlichen und marktwirtschaftlichen,verraten und verkauft. Eine Partei, die Ministerpräsidenten stellt, die einem gescheiterten Bundesminister huldigen oder, wie in NRW, einfach exekutieren, was Grüne wollen, vergrault ihre Wähler. Ein Kanzler, der ständig breitbeinig auftritt um dann wegen der Sensibilität seines machtbewussten Vize einzuknicken, verliert Glaubwürdigkeit und Vertrauen auf breiter Basis, jetzt sogar schon in der eigen Partei. Der Partei fehlt eine charismatischer Figur, die machtvoll und konsequent all die versäumten Reformen anpackt. Es fehlen aber auch Unterstützer in der Partei. Die CDU ist kleinmütig, ängstliche, ohne Selbstbewusstsein, die glaubt mit kleinteiliger Stellschraubendreherei die gewaltigen Probleme lösen zu können. Oder,noch schlimmer, hofft, dass die linke SPD zur Vernunft kommt! SPD und marktwirtschaftliche Vernunft!

Robert Hans Stein | Mo., 17. November 2025 - 08:26

Antwort auf von Elisa Laubeth

Aber in wenigsens zwei Punkten sollte man sich ehrlich machen.
Der erste sind die christlichen Grundwerte. Abgesehen davon, dass man nach meinem Dafürhalten mit diesen keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, würde auch die AfD, nähme sie diese ernst, Probleme bekommen. DER "christliche Grundwert" an sich ist Altruismus. Egal wwelchem Elektorat sie den abverlangen, es wird Ihnen etwas husten. Da ist auch die AfD-Wählerschaft keine Ausnahme. Die ist, wie von Herrn Marguier richtig festgestellt, nicht weniger selbstbezogen, als die Wähler anderer Parteien. Und damit sind wir beim zweiten Punkt, ebenso schon im Text erwähnt. Die auch von Ihnen geforderten Reformen wollen die AfD-Wähler definitiv nicht. Auch die möchten zwar den Pelz gewaschen bekommen, aber bitte ohne Wasser und Seife. Sollte eine AfD, theoretisch mal zur Macht gelangt, einschneidende Reformen angehen, käme das, was Merz erträumt und nicht geschafft hat: Ihre Halbierung wegen enttäuschter Egoisten.

H. Stellbrink | So., 16. November 2025 - 21:57

Eine solche Sammlungsbewegung wäre sicher eine gute Grundlage für eine neue politische Kraft. Allerdings werden Wähler, die durch die Stärkung der AfD einen raschen Politikwechsel weg von der Ampel 1.0/2.0-Politik erzwingen wollen, wohl kaum einer neuen Kraft auf Anhieb in den Bundestag verhelfen. Zu groß ist die Gefahr, dass ihre Stimme am Ende verschenkt ist. In der Tat ist es die Union, die die AfD zerstören will. Umgekehrt hat die AfD der Union mehrfach eine Zusammenarbeit angeboten. Eine Koalition mit der AfD würde die in hysterischem Antifaschismus eingebrandmauerte Union wohl wirklich zerreissen. Eigentlich steuert daher alles unausweichlich auf eine Minderheitsregierung der Union zu, die Beispiele anderer europäischer Länder aufgreifen würde. Sie könnte eine Frischzellenkur für die Demokratie werden, da für jede Sachfrage in ungewohnt demokratischer Weise Mehrheiten gesucht werden müssten. Mühselig, aber nicht unmöglich, nur sicherlich nicht mit dem Herrenreiter Merz.

Axel Gerold | Mo., 17. November 2025 - 16:19

Schon bei Lesen des „Einlauftextes“ beschlich mich der Verdacht, es käme ein Plädoyer für einen möglichst raschen und breiten Erfolg der Neugründung „Team Freiheit“ von Thomas L. Kemmerich und dem Ehepaar Petry-Pretzell. Was dann folgte war die exakte Beschreibung dessen, was das Team Freiheit vorhat: Sammlungsbewegung in der Mitte, faktisches Zweiparteiensystem verhindern, Brandmauer elegant aushebeln, Reformstau auflösen.