Bundeswehr
Bundeswehrsoldaten in Hamburg / picture alliance / ABBfoto | -

Der neue Wehrdienst - Wer verpflichten will, steht selbst in der Pflicht

Der neue Wehrdienst setzt auf Hoffnung statt Reformen. Ohne ehrliche Bestandsaufnahme von Personal, Reserve und Bürokratie droht er zur politischen Ausweichbewegung auf Kosten der jungen Generation zu werden.

Kerry Hoppe

Autoreninfo

Kerry Hoppe studiert Jura und ist Reserveoffizier der Bundeswehr. Sie engagiert sich bei den Jungen Liberalen. 

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Nun ist er also beschlossene Sache, der neue Wehrdienst. Es ist nicht ohne politische Ironie, dass die Abstimmungen im Deutschen Bundestag über den Wehrdienst und das große Rentenpaket von Union und SPD auf denselben Tag fielen. Gleich zwei vorzeitige Weihnachtsgeschenke für die junge Generation, die das Ergebnis einer doppelten Mut- und Ambitionslosigkeit als Bürde und Hypothek künftig tragen muss. Leidtragende der mangelnden Reformlust sind im Falle des Rentenpakts die Jungen, im Falle der Wehrpflicht neben den Jungen auch die jetzt dienenden Soldaten, die mehr verdient hätten als den personalpolitisch schlechten Kompromiss einer Wehrpflicht auf Bedarf mit fragwürdigem Haltbarkeitsdatum.

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IngoFrank | Di., 16. Dezember 2025 - 17:41

Vor allen technisch- organisatorischen- und finanziellen Herausforderungen die die Wehrpflicht mit sich bringt, muss das Verhältnis derer denen eine „Pflicht“ abverlangt wird mit denen, die die Pflicht abfordern d.h. dem „Staat“ und seiner „Regierung“ dem „Land als Ganzes“ abgeklärt werden. Dabei sollte man daran denken, dass denen die im wehrfähigem Alter sind, die Begriffe und vor allem die Inhalte von Heimat, Heimatverbundenheit, Heimatstolz als antiquiert
Zu Gunsten einer „vielfältigen bunten nicht definierbaren Gesellschaft“ aberzogen wurden,
Kaum jemand der jungen Generation scheint bereit zu sein dieses „Staats- Konstrukt“ verteidigen zu wollen. Ein hoher Sold wird daran auch kaum etwas ändern.

Jens Böhme | Di., 16. Dezember 2025 - 18:55

Ich glaube nicht, dass derzeitige Diskussion in Deutschland zielführend ist. Die Aufstellung einer Armee und dessen Verteidigungsaufgaben im Rahmen moderner Kriegsführung muss erkannt werden. In den nächsten hundert Jahren wird Deutschland von keiner feindlichen, konventionellen Armee bedroht, geschweige überfallen (von Schweiz, Polen?). Das Augenmerk muss an der hybriden Kriegsführung bzw. Luftverteidigung gerichtet sein, siehe Verteidigung der heutigen Ukraine. Heutige deutsche Soldaten im Baltikum im Rahmen der NATO sind keine Zwangsverpflichteten, sondern immer noch Freiwillige. Das Gleiche trifft für die russische Invasion in der Ukraine auf russische Soldaten zu. In Deutschland denkt man immer noch antiquiert und malt Bilder, über die andere Nationen sich den Bauch vor Lachen halten (selbst Russlands Bevölkerung). Wen wundert das, wenn die Deutschen ihre Energieinfrastruktur an die Wand fahren, Kernkraftwerke sprengen und billigen Atomstrom teuer im Ausland einkaufen.

Sunstreet | Di., 16. Dezember 2025 - 19:14

Die junge Dame muss in ihrem Leben noch viel lernen. Vor allen Dingen sollte sie einmal darüber nachdenken, was Kriegstüchtigkeit im wirklichen Leben bedeutet und was Kriegstüchtigkeit in der Geschichte an Not und Elend über die jeweilige Bevölkerung gebracht hat und bringt.
Aber den Gedanken scheint die Reserveoffizierin gar nicht zu kennen, den sonst würde sie nicht so unreflektiert und naiv die Kriegspropaganda von Pistorius, Rutte, von der Leyen, Merz und Konsorten verbreiten. Ich hoffe nur, dass der Großteil der Jungen, die angeblich so benachteiligt werden, anders denkt und endlich massiven, öffentlichen Widerstand gegen diesen Irrsinn leistet.

Armin Latell | Di., 16. Dezember 2025 - 19:46

In meinen 12 Jahren dort habe ich die Kapazitäten "Reserveoffizier" und ihre Laufbahn dorthin intensiv kennengelernt. Frau Hoppe engagiert sich bei den jungen liberalen? Da muss man eben theoretisieren können, dann klappt es auch mit dem Reserveoffizier. Die politische Bildung dort hat ja offensichtlich gut funktioniert, Frau Hoppe beherrscht das mainstreamverbale Repertoire von Kriegstüchtigkeit bis zum Feind Russland. Was die Schönwettersoldaten nie ansprechen: der Feind im Inneren, antifa, islamisten, grüne, linke, woke in allen Varianten, msmedien, Kirchen, gongos, Zivilgesellschaft, Regierungspolitiker, Bundestagspolitiker links der AfD, Undemokraten und Freiheitsfeinde der Altparteien gefährden dieses Land, den zivilen Frieden der Gesellschaft viel mehr als ein Putin es kann. Solange diese Feinde nicht besiegt sind, braucht es definitiv keine Bundeswehrsoldaten, die ihren Kopf für dieses üble Klientel hinhalten. Von daher, Frau Hoppe, hätten Sie sich den Sermon sparen können!

Die Benennung derer, die das Land von innen her zerstören, zusammengefasst Links Grün od. Grün Links je nach Sicht, ist eine große Gefahr für Deutschland, die wiederum in keinem Verhältnis zu möglichen Ambitionen Putins steht. Wir brauchen keine Russen die uns zerstören, das machen „die Linken Woken schon ganz allein und das ..,,,, mit immer mehr Erfolg !
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Dieter Schäfer | Mi., 17. Dezember 2025 - 09:56

Regelrecht erschreckend wie tief allein das Wort „Kriegstüchtigkeit“ von dieser Autorin verinnerlicht wird. Es gab mal die Einsicht „Bürger in Uniform“ - dazu gehört auch die Reflexion „Warum? Weshalb?“ Bei dieser Semi-Soldatin offenbar Fehlanzeige…