Logo und Schriftzug "Die Techniker" auf einer modernen Gebäudefassade, Foto.
Logo der Techniker Krankenkasse / picture alliance / NurPhoto | Michael Nguyen

Der große Irrtum im Gesundheitssystem - Weniger Kassen, weniger Kosten?

93 gesetzliche Krankenkassen versorgen mehr als 70 Millionen Menschen. Mit weniger Kassen ließe sich viel Geld einsparen, lautet ein sehr populäres Argument. Aber ganz so einfach geht das nicht.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Die gesetzlichen Krankenkassen geben jeden Tag fast eine Milliarde Euro aus. Und die Ausgaben laufen den Einnahmen davon. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will deshalb Milliarden einsparen. Da drängt sich die Frage auf, ob wir tatsächlich 93 gesetzliche Krankenkassen (GKV) brauchen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann jedenfalls ist der Meinung, zehn Krankenkassen reichten. Aktuell würden da „Milliarden ausgegeben für nichts, weil es keinen Wettbewerb gibt“. SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis hielte „maximal ein Dutzend große, leistungsfähige Kassen“ für angebracht.

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Achim Koester | Fr., 24. April 2026 - 07:50

vorausgesetzt, man könnte alle quasi verbeamteten Verwaltungsposten streichen. Das geht aber nicht, weil diese "Hochqualifizierten" dann ein neues Betätigungsfeld bekämen, noch mehr Bürokratie aufbauen und noch mehr Schaden anrichten könnten.

Christian van der Ploeg | Fr., 24. April 2026 - 08:48

Man müsste wenn auch die Privaten einbeziehen. Also private Zusatzversicherung, 1-Zimmer-Belegung gegen entsprechenden Aufpreis gerne. Ansonsten alle in eine.
Hier in Japan gibt es im Prinzip nur eine Versicherung für alle.
Wann immer ich zum Arzt gehe kriege ich direkt einen Termin, der Arzt nimmt sich Zeit, ich kann direkt ein MRT, Ultraschall etc. erhalten, muss 30% selber zahlen (also im obigen Fall ca. 1050 Euro). Und alles auf einem Niveau über privatpatienten-Level. Einfach nur perfekt.

Christian van der Ploeg | Fr., 24. April 2026 - 08:53

Antwort auf von Christian van …

Es sollte heißen 10 bis 50 Euro.

Achim Koester | Fr., 24. April 2026 - 17:02

Antwort auf von Christian van …

Das ist aber ein gewaltiger Unterschied, bei 1050 habe ich ordentlich gezuckt.

Thomas Veit | Fr., 24. April 2026 - 16:13

Antwort auf von Christian van …

DAS geht ja nun hier in Deutschland überhaupt garnicht genau so... ..., oder so ähnlich. >> WARUM? Na weil es Japan schon so macht... - WIR brauchen auf jeden Fall was Eigenes hier, was nur wir haben..., was Neues geniales - auch andere europäische Systeme scheiden deshalb leider aus..., auch wenn sie erfolgreich(er) bzw. besser seien sollten... - iss so!

/Ironie und Sarkasmus

Ingo Frank | Fr., 24. April 2026 - 11:51

Ist meiner Meinung auch ne‘ ganze ganze Menge Geld …….als Einspatpotential.
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik

Bernhard Homa | Fr., 24. April 2026 - 21:23

1.) Die Krankenkassenbeiträge sind eine gesetzlich verpflichtende Abgabe, also ist stets zu prüfen, ob Mittel angemessen verwendet werden – gerade in der eigenen Verwaltung. Und da es faktisch ein öffentlich finanziertes System ist, sind die ganzen "Vorstandsgehälter" im sechsstelligen Bereich ohnehin extrem kritisch zu sehen.
2.) Die "nur 4% Kosten" sind eine irreführende Chimäre: denn massive Bürokratiekosten entstehen bei den Leistungserbringern (Praxen usw.) nicht nur, aber auch durch die Vorgaben der KK (Abrechnungen, Berichte), die damit faktisch Verwaltungskosten auslagern. Letztlich auch ein Symptom für die ungute Fragmentierung und Intransparenz des gesamten Systems.
3.) Und davon abgesehen: eine Reform mit Kürzungen, bei denen alleine die KK ohne substanzielle Beiträge davonkommen, ist legitimatorisch schlicht nicht vermittelbar – zumal absehbar das "dicke Ende" erst noch kommen dürfte.