- Merzens und Klingbeils letzte Chance, dem Land einen Dienst zu erweisen
Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil wollen offenbar nach der Rheinland-Pfalz-Wahl ein großes Reformprojekt verkünden. Beide brauchen ein Signal der Handlungsfähigkeit, das Hoffnung verbreitet. Ob es reichen wird, um das Land zu sanieren, ist eher zweifelhaft.
Die beiden politisch mächtigsten Männer des Landes, Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil, planen offenbar eine „Riesen-Reform“ als Befreiungsschlag, mit der sie Deutschlands dysfunktionale Strukturen im Steuersystem und in den Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherungen reparieren wollen. Viel mehr als die Meldung, dass Merz und Klingbeil seit Monaten vertraulich verhandeln, ist allerdings nicht bekannt.
Statt der sachpolitischen Inhalte, die noch völlig offen sind, kann man nur über das Erwartbare im Gegensatz zum eigentlich Notwendigen spekulieren und die Motive und Umstände betrachten. Zu letzteren gehört vor allem der Zeitpunkt der Nachricht, die höchstwahrscheinlich von den beiden mächtigen Männern selbst aktiv lanciert wurde. Klar ist: Nach Bekanntwerden des hütchenspielerartigen Umgangs dieser (in keiner Hinsicht mehr als „groß“ zu kennzeichnenden) Koalition mit den ohnehin auf dubiosem Weg beschlossenen Superschulden („Sondervermögen“) sahen Merz und Klingbeil offenbar die Notwendigkeit gekommen, den Eindruck der völligen Handlungsunfähigkeit ihrer Politik zu revidieren.
Wie in der deutschen Politik üblich, sieht man sich außerdem offenbar durch bevorstehende Landtagswahlen (am Sonntag in Rheinland-Pfalz) akut unter Druck. Im Zeitalter „unserer Demokratie“ und der Brandmauer steht bei Wahlen aber die Konkurrenz zwischen der Union und den linken Parteien hinter der Furcht vor weiteren Wahlerfolgen der AfD zurück. Beide, CDU und SPD, wollen halbwegs ungeschoren durch das Wahljahr kommen.
Merz geht vermutlich davon aus, dass seine potentiellen Wähler in Rheinland-Pfalz und anderswo nun endlich die Aussicht auf Reformen wollen. Allerdings scheint die Klingbeil-SPD (und womöglich auch Teile der Union) davon auszugehen, dass ihre Wähler die dysfunktionalen Systeme mögen. Vermutlich hat er deswegen gegenüber Merz verlangt, dass die sachpolitischen Vorhaben erst nach der Wahl bekannt werden. Wenn Merz in der Regierung mächtiger und vor allem mutiger wäre, hätte er zumindest ein paar Eckpunkte verkündet, denn die meisten Steuer- und Abgabenzahler (also das Rückgrat des Landes) haben ein sehr großes Interesse an Steuersenkungen und ganz generell an entschlackten Umverteilungssystemen, die den Arbeitenden nicht weiter immer mehr Lasten zu Gunsten der Nichtarbeitenden aufbürden.
Doch für seine Rücksichtnahme auf Klingbeil ist Merz bekannt. Wir erinnern uns, dass er seine Parteifreunde schon einmal darauf hinwies, wie „sehr sensibel“ Klingbeil sei.
Wer zahlt mehr, wer weniger Steuern?
Was die sachpolitischen Reformerwartungen angeht: Der Ausfall des angekündigten „Herbstes der Reformen“ und die kaum auch nur kosmetischen Änderungen an der Grundsicherung, die Bärbel „Bullshit“ Bas zuließ, machen kaum Hoffnung, dass die SPD nun bei Rente, Gesundheit und Pflege zur nötigen Rosskur bereit wäre. Und das bisherige Verhalten von Merz und der Union in der Koalition lassen kaum erwarten, dass sie effektive Druckmittel haben. Also wird es wohl allenfalls leichte Einschnitte bei Rente und Gesundheit geben, aber keine oder kaum Leistungskürzungen bei der Grundsicherung (einst „Bürgergeld“ genannt) und vielleicht kosmetische Korrekturen des Arbeitsrechts, um Mehrarbeit zu ermöglichen.
Um das Budgetdefizit zu stopfen, wird die Union wohl Steuererhöhungen für „Reiche“ absegnen, die schon bei etwas überdurchschnittlich Verdienenden ansetzen werden. Die Entlastungen für die unterdurchschnittlich Verdienenden werden, so steht zu befürchten, geringer sein als die Erhöhungen am oberen Ende. Das – Steuern runter für die fleißigen Normalverdiener – könnte eigentlich eine aussichtsreiche Strategie für eine zeitgemäße Arbeiterpartei sein, die die SPD vor Jahrzehnten einmal war. Aber die real existierende Klingbeil-Bas-Klüssendorf-Partei hat sich offenbar längst damit abgefunden, nicht mehr von Arbeitern (also Einzahlern) gewählt zu werden, sondern von Menschen, die am empfangenden Ende des Umverteilungsstaates sitzen – und nicht zuletzt da, wo der Verteilprozess organisiert wird.
Dabei ist klar: Eine große Reform vom Charakter der Agenda 2010 wäre heute noch viel notwendiger als zu Gerhard Schröders Zeiten, weil die Lage noch viel dramatischer ist als seinerzeit: Die Sozialquote liegt seit fünf Jahren konstant über 30 Prozent, zur Jahrtausendwende schlug man bei 29 Prozent Alarm. Aber damals hatte Deutschland dank Atomkraft noch billige Energie und keine akute Migrationskrise. Sozialreformen schaffen keine billige Energie. Aber die Versorgungsleistungen zu kürzen, wäre der entscheidende Hebel für eine echte Migrationswende, um Deutschland attraktiv für die Fleißigen und Kreativen zu machen, statt alljährlich zusätzliche Versorgungsempfänger (übrigens auch für Gesundheitsleistungen) in der Größenordnung einer Großstadt anzulocken.
Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz soll Presseberichten zufolge das Grundgerüst der Reform bekannt gegeben werden. Bis zur Sommerpause im Juli soll ein Teil der Reformen schon umgesetzt sein. Dass es tatsächlich ein „Befreiungsschlag“ für die Wirtschaft und die Steuerzahler wird, ist nach den bisherigen Erfahrungen mit den zentralen Akteuren eher unwahrscheinlich. Aber man darf darauf hoffen, dass wenigstens ein bisschen mehr Freiheit für die Fleißigen dabei herumkommt.
Für Merz, Klingbeil und die aktuelle Bundesregierung wird die Wirkung dieser Reform vermutlich über den Fortbestand ihrer Regierung und das Urteil der Nachwelt entscheiden. Für Deutschland und die Deutschen geht es um sehr viel wichtigeres als das Schicksal von Regierungspolitikern: den mittelfristigen Erhalt des Wohlstands und sozialen Friedens.
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Die angesichts suboptimaler Wahlverläufe dem
geneigten Wahl-Esel vor oder besser auf die Nase? gebunden werden soll geehrter Herr Knauß? Relevante Steuersenkungen für die noch über einen Arbeitsplatz verfügenden Leistungsträger, wo man jetzt schon scheinbar trotz Sondervermögen und gecancelter Schuldenbremse in der Klingbeilschen Haushaltskasse mehr Löcher als Geld hat. Beim Begriff Reform schrillen gerade bei denjenigen, wo noch was raus zu quetschen ist doch egal vor oder nach einer Wahl, die nichts an den Verhältnissen ändert so ziemlich alle Sirenen. Oder wie Frau Bas vielleicht sagen würde, aktiviert sich der Bull-Shit-Alarm vollautomatisch;). Es hat sich ausgeschunkelt zu Liedgut wie "Wer soll das bezaahlen, wer hat das bestellt? Wer hat soviel Pinkepinke usw...?" !
Vielleicht die Frau Prien, die als Vorhut der neu ausgebrochenen Sparsamkeit zum Teeren und Federn durch all die Demokratie lebenden geschickt wurde, deren Verträge am Ende des Jahres auslaufen sollen? Forget it! MfG
Desweiteren gilt vor allem bei Friedrich Merz - WER EINMAL LÜGT, DEM GLAUBT MAN NICHT - und wenn jemand wie er andauernd lügt, erst recht nicht.
Wer längere Zeit im Verkauf gearbeitet hat kennt solche Tricks durchaus: Man stellt etwas was man jederzeit tun kann als etwas absolut einzigartiges dar und versucht so einen schwankenden Kunden zu überzeugen.
Da unterhält man sich auch manchmal mit dem Manager über die Pläne fürs Wochenende während man ernst schaut und schafft so die Illusion für den Kunden hart zu verhandeln während schon von Anfang an feststand dass der Rabatt schon längst möglich ist.
Genau so sieht das gerade für mich aus: Klingbeil und Merz führen angestrengt "Verhandlungen" während sie tatsächlich über Golfspiele am Wochenende reden und der Wähler soll glauben ihre jeweilige Partei würde mit harten Bandagen kämpfen. Am Ende bekommen sie dann was schon längst besprochen wurde und was das wohl ist? Natürlich mehr vom gleichen! Nichts wird sich ändern, da verwette ich meinen Bart drauf
diese verlogene und unfähige Regierung zu so etwas wie wirksame Reformen fähig ist. Warum wohl wartet man bis nach der RLP - Wahl?
Es wird die größten Steuererhöhung der Nachkriegsgeschichte geben. Den geplanten horrenden Schuldenirrsinn werden die paar verbliebenen Leistungsträger zu zahlen haben. Beim Füllhorn für Migranten und Faulenzer (also der Sozenwähler) wird kein Cent gespart. Wer das glaubt, hat noch immer nicht kapiert, wer in Betlin regiert.
Merz hat sich endgültig an die Sozen gekettet, das hat er mehrfach klar gesagt und das ist der einzige Satz, bei dem er nicht gelogen hat.
Merz weiß seine Wahlschafe hinter sich. Und beim Brandmauer-Wahn seine Duckmäuser aus der CDU.
Ein paar Jahre noch, dann bricht der Laden hier auseinander. Und dann glotzen sie blöde, die Schafe.
Merz hat seinen Eintrag in die Geschichsbücher schon sicher: der Kanzler, dem sein Amt wichtiger war als das Land, die Menschen und seine Ehre.
Er ist die verachtenswerteste Person, die es je innehatte.
In der Tat wünschenswert !!!
Mit dieser Regierungskoalition jedoch offenbar unmöglich.
Die Wahl in RP wird wahrscheinlich genauso ein Desaster wie in BW.
Offensichtlich bemerkt kaum jemand wo Merzens politische Reise hingeht.
Meines Erachtens nach nämlich dem Untergang entgegen.
Im Etat für 2027 klafft ein Riesenloch, dass nur durch radikale Reformen verkleinert werden könnte. Ich wette darauf, dass es eine MwSt- Erhöhung für alle und eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes für meisten Steuerzahler geben wird, denn sonst kommt ja nix in die Kasse, da muss Masse her. Vielleicht reduziert man pro forma die steuerliche Belastung derer, die ohnehin wenig zahlen. Die hohen Sozialkosten werden nicht sinken. Denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Reformen, die tatsächlich zur Gesundung des aufgeblähten Haushalts führen könnten, wird es nicht geben. Dafür fehlt dem handelnden Personal Kraft, Mut, Weitsicht und leider mittlerweile auch die Integrität.
Noch nie in der Geschichten der Bundesrepublik hatte eine Regierung nach so kurzer Zeit dermaßen abgewirtschaftet. Das gilt leider für fast alle Mitglieder dieses dysfunktionale Gremiums, Regierung mag das gar nicht nennen. Aber es passt zum Zustand des Landes wie die Faust aufs Auge. Rien ne va plus..
Die Anhebung von NwSt.& Spitzensteuersatz kommt. Dazu möglicherweise die Abschaffung von Pendlerpauschale & Ehegattensplitting. Und wenn‘s dann immer noch nicht reicht wieder der Griff in den Sondervermögenstopf. Immerhin sind in .2026 95 % zweckentfremdet eingesetzt wurden da könnte man ja für 27 109 % entnehmen ohne irgend welche Sanktionen zu befürchten.
Die Frage bleibt allerdings, die West Wahlen sind vorbei. Aber würde das so kommen, läge eine absolute Mehrheit der AfD in greifbarer Nähe in SA rückt und in MV eine Koalition gegen die AfD nicht möglich ist. Was dann die Herren Merz & Klingbeil ?
MfG a d Erfurter Republik
Denkt wirklich noch jemand der arbeitet oder arbeiten könnte das mit diesen beiden Parteien und deren jetziger Führung irgend etwas besser werden wird für diejenigen die noch keine Rente bekommen?
Was ansteht wird die SPD verhindern, so wie sie es seit der Zeit nach Schröder tat.
Die Koalition ist am Ende und hält sich nur dank der Schulden die sie verkonsumiert soweit über Wasser das sie nicht ertrinkt.
Und daran wird die SPD auch nichts mehr ändern denn sie ist keine Arbeiterpartei mehr! Jeder Arbeiter weiß das er seinen Job verliert wenn die Firma pleite geht!
Sie ist ähnlich den Grünen eine linke Soziologen- und Politikwissenschaftlerpartei die unnütze Beamte (in der Masse) und Rentner huldigt und sich vor allem selbst bereichert wo es nur geht.
Wer meint mit dieser Energie- und Migrationspolitik kommt DE voran glaubt auch an ein Happy End bei Romeo und Julia!
Habe grad im Wochenblättchen die Versprechen des CDU-Kandidaten in Rheinland-Pfalz zwei Tage vor der Landtagswahl gelesen: konkret und attraktiv, pro Bürger. Vom SPD-Kandidaten dagegen nur das übliche Geschwurbel von „für unser Land“ und „unsere Demokratie“. Wer da nicht den CDU‘ler wählt. Aber … inzwischen hat man ja gelernt: Setze vor jedes Wahlversprechen der CDU ein „nicht“ und du bekommst, was nach der Wahl umgesetzt wird. Es ist nur noch traurig.
den Weg bringen sollten, wäre die Aufkündigung des Koalitionsvertrages mit anschließender Neuwahl um mit einer Unionsgeführten Koalition aus SPD & Grünen und wenn das immer noch nicht gegen die AfD reichen sollte, noch mit den SED- Erben einzugehen um Deutschland den endgültigen k.o. Zu geben,
Wie sagte der Kabarettist heut Abend in Erfurt:
……ENDE- März, ist die beste Jahreszeit ……dem ist an Ironie nichts hinzuzufügen.
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik
Deutschland hätte weit weniger Probleme,
Wenn nach dem Februar der April gleich käme,
Denn wir könnten, glaubt man den Presseberichten
Auf den März sicher leichten Herzens verzichten.
(das "ä" ist wegen des Bademantels)
Als alte weiße Kartoffel mit einiger Lebenserfahrung muss ich leider feststellen, dass der Impetus als Politiker, einen Dienst am Land zu leisten - Vaterland sollte man ja nicht mehr sagen- über die Jahre in allen Parteien, verlorenen gegangen ist, vielleicht in der CDU noch am wenigsten. Die junge Berufspolitikergeneration ist überwiegend mit der Vermarktung ihrer Person beschäftigt, vor allem in den sog. sozialen Medien. Ihr beruflicher Erfolg hängt unmittelbar vom strikten Befolgen der Parteilinie ab. Querdenker (sic!) gibt es in keiner Partei mehr, der Zwergenaufstand der jungen Wilden der CDU wurde einfach wegmoderiert.
Wie ist es zu erklären, dass mitten in einer Energiekrise, angesichts des offensichtlichen Scheiterns der sog. Energiewende wider besseres Wissen alle AKWs abgeschaltet wurden? Alle von Grünen dafür vorgebrachten Gründe sind haltlos. Das konnte man wissen. Auch die negativen Folgen waren klar.
War das ein Dienst am Land? Eher Dienst an der eigenen Karriere.
Zum Thema Dienst am Land kann man auch eine demokratietheoretische Betrachtung anstellen. Es ist noch nicht lange her, da saßen Landtagsabgeordnete morgens in ihren Kanzleien, Werkstätten, auf dem Traktor und abends im Landtag. Dann wurde Landtagsabgeordneter zum Beruf. Die Parteien hatten begonnen,die Abläufe so komplex zu gestalten, dass dies auf den ersten Blick sogar Sinn machte. Aber das Berufspolitikertum hat die Demokratie sehr verändert und, wie wir schmerzlich erkennen müssen, nicht zum Guten. Politiker sind vollkommen von ihren Parteien abhängig. Mittlerweile haben sehr viele gar keine Berufe mehr in die sie zurückkehren könnten. Gerade werden für die am neuen Wahlrecht gescheiterten SPD-Kandidaten hochbezahlte Stellen geschaffen, um sie angemessen zu versorgen.
Alles, was Merz und Klingbeil zum Wohle des Landes verabreden könnten, würde dem Grundverständnis der SPD von Politik widersprechen. Glaubt jemand daran, dieser Kraftakt sei möglich? Vom Grünen Widerstand abgesehen?
