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Donald Trump macht es vor: Mit seinen radikalen Ansichten hat er es 2017 ins Weiße Haus geschafft / REUTERS

Debattenkultur - Atempause von der Erregung

Unsere Debattenkultur verwandelt sich in atemberaubender Geschwindigkeit. Radikale Positionen von rechts und links werden immer lauter, doch ein Austausch findet nicht statt. Der Preis dafür ist hoch. Der Dissens wandert an die Ränder.

Autoreninfo

Michael Bröning ist Politikwissenschaftler und leitet die New Yorker Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Seit Juni 2020 ist er Mitglied der Grundwertekommission der SPD. Zuletzt erschien von ihm (mit Michael Wolffsohn): "Stadt, Land, Volk – ein Streitgespräch über die Zukunft der Demokratie" (2019).

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Michael Bröning

Wir taumeln von einem kollektiven Erregungszustand in den nächsten: Flüchtlinge, Klimakatastrophe, Corona-Apokalypse, rassistische Polizeigewalt und immer so weiter bevor das Jahr mit den US-Präsidentschaftswahlen im November dem polarisierten Höhepunkt entgegentreiben dürfte.

Die öffentlich dominierenden Themen wechseln, nur die Wut – so scheint es – bleibt. Und bei jeder neuen Umdrehung der Skandalisierungsspirale werden skeptische Fragen und Zweifel an der vorherrschenden Interpretation der Ereignisse als illegitim wahrgenommen. Traut sich noch irgendjemand mit beruflichem Selbsterhaltungstrieb und Interesse an menschlichen Sozialkontakten, dem jeweils herrschenden Dogma des eigenen Milieus entgegenzutreten?

Provokation anstatt Debatte in den sozialen Medien

Was noch vor einigen Jahren als „Querdenken“ zumindest geduldet wurde, gilt weiten Teilen der Medienöffentlichkeit heute als verantwortungslose und unmoralische Provokation. Nicht nur bezogen auf Corona wird dabei jede Grenze zwischen angemessenem Zweifel und verschwörungstheoretischem Unfug in Abrede gestellt. In Zeiten der Pandemie etwa wird noch der vorsichtigste Hinweis auf möglicherweise überzogene Eindämmungsstrategien des Staats routiniert als geistige Umnachtung gebrandmarkt.

Und in den sozialen Medien? Dort weitet sich das Feld in dem Maße, wie die Debattenunwilligkeit auf offiziellen Kanälen eskaliert. Jedoch: Nicht nur in den allerschmuddeligsten Nischen gilt dort jeder Zweifel an diabolischen Marionettenspielern der Politik längst als Beleg für hoffnungslose Naivität, wenn nicht gleich als „Volksverrat“. Nirgends regt sich so viel Widerspruch wie in den sozialen Netzwerken. Doch die Kontroverse dient auch hier nicht mehr dem Austausch, sondern nur noch der blutigen Demarkation homogener Meinungsbiotope.

Rationalität ohne Widerspruch?

Doch wie ist Rationalität ohne Widerspruch möglich? Nicht zufällig gilt Skepsis, das Hinterfragen von Gewissheiten, als Kernelement der sokratischen Methode auf der Suche nach Wahrheit. Was aber, wenn in Zeiten der allgemeinen Vernetzung schon das Fragen an sich als verdächtiges Vergehen am Anstand firmiert?

Anstelle einer so umfassenden wie vielseitigen Debatte einer kritischen Öffentlichkeit mit wirklich konträren Auffassungen sind in vielen westlichen Gesellschaften entkoppelte Monologe getreten, die außerhalb der engen Grenzen der eigenen Resonanzgruppe nicht einmal mehr Überzeugungskraft entfalten sollen. In den jeweils eigenen Glaubenssystemen werden dabei stets so unerschütterliche wie gegenseitig inkompatible Wahrheiten verkündet.

Von sich wandelnden Wahrheiten zu schnelllebigen Glaubensbekenntnissen

Nur: Diese Wahrheiten wandeln sich zunehmend schneller. Der Glaubenssatz von gestern gilt schon heute als Ketzerei. Und was morgen selbstverständlich ist, scheint jetzt noch Blasphemie. Martin Luther Kings Traum von Farbenblindheit als Reaktion auf Rassismus etwa galt bis vor Kurzem als Goldstandard des Antirassismus. In weiten Teilen des identitätspolitisch bewegten Milieus jedoch erscheint ein solcher Ansatz mittlerweile nur noch als inakzeptable Mikroaggression.

Mit Thomas Kuhn könnte man nicht von Paradigmen-, sondern von Paradogmenwechseln sprechen, die die Öffentlichkeit in ihren Bann ziehen. Die Rituale der Glaubensbekenntnisse bleiben konstant, die Demonstrationsrouten unverändert, die Sondersendungen live, doch sie werden mit stetig neuen Inhalten befeuert.

Extrempositionen werden zum milieubezogenen Mainstream

In einem Prozess der Selbstradikalisierung wandern dabei Extrempositionen stetig in Richtung milieubezogener Mainstream. Der Wunsch nach ideologischer Reinheit stärkt die Extreme. Auf der Rechten werden nicht nur in Deutschland etwa Reichsbürger und schwerbewaffnete Prepper als „very fine people“ anschlussfähig (Donald Trump). In Teilen der Linken dagegen die Antifa. Wehe dem, der die jüngste Schleife des Wertewandels übersieht!

Selbst sakrosankte Säulen des Konsenses erscheinen moralisch suspekt, sobald sie den Anschluss an die Weisheit des Monats verlieren, wie jüngst das Bundesverfassungsgericht erfahren durfte. Nicht nur dem Spiegel-Leitartikel erschien der Spruch der ansonsten hoch gelobten Richter in Sachen europäische Integration nicht nur als juristischer Fehlgriff, sondern als Attentat auf die Europäische Union. Das Urteil mag man mit Recht kritisieren. In Zeiten aber, in denen Verfassungsrichter über Nacht zu vermeintlichen Mordgesellen geraten, scheinen Grundsätze der politischen Abwägung mehr als nur ein wenig aus dem Lot.

Werte im Wandel

Der Wandel von Werten selbst ist dabei nicht neu. Überzeugungen ändern sich, Werturteile entwickeln sich weiter. Getragen vom Generationswechsel scheinen sich gesellschaftliche Normen dabei rascher zu entwickeln als individuelle Glaubenssätze der einzelnen. All das kann sich segensreich auswirken und tut es häufig auch. Doch die Geschwindigkeit, mit der sich die Änderungen der vorherrschenden Meinungen und der globalen Themensetzungen vollziehen, nimmt so rasch zu, dass an eine vernünftige Güterabwägung so wenig zu denken ist, wie an eine Sichtung sämtlicher Argumente. Derzeit scheint die Entwicklung in Richtung Fortschritt zu deuten. Doch was, wenn sich das künftig ändert?

Klar ist dabei auch: Der Preis für Dissens beruht bislang kaum auf Strafrechtsparagrafen. Tatsächlich haben Dissidenten zumindest in westlichen Demokratien in Sachen staatliche Repression trotz anderslautenden Unterstellungen wenig bis gar nichts zu befürchten. Ein derzeit in progressiven Kreisen beliebtes Meme beantwortet die Frage nach den Folgen gesellschaftlichen Widerspruchs deshalb gar mit dem Hinweis auf automatische Talk-Show Einladungen. Das aber ist ziemlich wohlfeil.

Der Preis für Dissens in der öffentlichen Debatte

Denn tatsächlich kann der Preis für Abweichung empfindlich sein – auch ganz ohne Zensur. John Stuart Mill beschrieb schon Mitte des 19. Jahrhunderts die „Tyrannei der öffentlichen Meinung“ und warnte vor anderen als zivilen Strafen, mit denen Zweifler belegt werden. Aktuelle Umfragen, denen zufolge nur rund jeder fünfte Bundesbürger in der Öffentlichkeit frei eine Meinung äußert, belegen die Effizienz dieses ungesteuerten Eindampfens des Sagbaren. In Zeiten der globalen Vernetzung wird der Impuls zur ideologischen Homogenität zunehmend absolut und das Risiko politischer Kurzschlusshandlungen global.

Für die demokratische Debatte und für die Qualität politischer Entscheidungen sind diese Homogenisierungen bei gleichzeitiger Fragmentierung eine ernsthafte Gefahr. Schließlich sind unintendierte Konsequenzen in dem Maße absehbar, wie politische Entscheidungen von grundsätzlich als akzeptabel begriffener Kritik isoliert werden. Grenzöffnung? Grenzschließung? Austerität? Milliardeninvestitionen? Maskenpflicht? Demonstrationsverbot? Selbst sich klar wiedersprechende Politikansätze wurden zuletzt in unmittelbarer Folge als alternativlose Wahrheiten durchgereicht. Breiter Widerspruch? Fehlanzeige. Die Duldsamkeit gegenüber öffentlich formulierten Alternativen tendierte eher gegen Null.

Kritik an der Kritik

Dabei gilt auch: Nicht jede Kritik an Kritik ist übergriffig. Das Ablehnen von radikalen Positionen ist häufig ein sinnvolles Instrument der politischen Hygiene. Doch die Radikalität liegt im Auge des Betrachters und wird immer weiteren Kreisen unterstellt. Denn nicht nur die Meinungen der gesellschaftlichen Milieus unterscheiden sich immer grundlegender, sondern in Zeiten der Filterblasen auch die Bezugspunkte, die Fakten, die Realität selbst. Erderhitzung, die virale Bedrohung, Rassismus: Unseren Gesellschaften entgleitet zunehmend ein gemeinsamer Zugang zu diesen Phänomenen. Parallel aber steigt der medial erzeugte Handlungsdruck.

Wie also ist darauf zu reagieren? Wie schaffen wir gesellschaftliche Institutionen des Widerspruchs, die überdrehtes Herdenverhalten konterkarieren? Wie errichten wir gesellschaftliche Stolpersteine des Gleichschritts?Vieles dürfte an der Bereitschaft gerade der etablierten Medien liegen, auch grundsätzlich abweichenden Stimmen größeres Gehör zu verschaffen. Denn diese gibt es ja durchaus. Ist nicht ein Element der politischen Entkoppelung die wachsende Kluft zwischen elitärer Echauffierung und parallel verbreiteter Alltagspragmatik?

Israels „Prinzips des zehnten Mannes“

Bezogen auf institutionalisierte Politik liefert hier hingegen der Staat Israel ein aufschlussreiches konkretes Instrument der Absicherung vor politischem Gruppendenken. Ausgehend vom Schock des Jom Kippur Kriegs, in dem sich der abwiegelnde Konsens der Experten in Bezug auf die Bedrohung durch arabische Nachbarstaaten als gravierender Fehler erwies, praktiziert das Sicherheitsestablishment im Heiligen Land das sogenannte „Prinzips des zehnten Mannes“. 

Die Idee: In strategischen Diskussionen obliegt es dabei dem jeweils zuletzt sprechenden aus Prinzip und von persönlichen Auswirkungen geschützt eine diametral konträre Auffassung zu vertreten. Das Ziel: Der Zweifel steht im Dienst der Wahrheit. In Zeiten vermeintlicher technokratischer Eindeutigkeiten drängt sich dieser Ansatz geradezu auf. Doch einen größeren Gegensatz zu vielerorts praktizierten Gepflogenheiten ist kaum denkbar. Nicht nur der Tübinger Oberbürgermeister dürfte ein Lied davon singen.

Humor als Ventil des Widerspruchs

Angesichts der milieubezogenen Einheitlichkeit der medialen Meinungsbekundung und der Unnachgiebigkeit, mit der selbst wohlmeinender Widerspruch immer wieder geahndet wird, erscheint die Einrichtung solcher „roten Teams“ als dringend erforderliches Antidot gegen eindimensionales Gruppendenken.Das nicht zuletzt, weil sogar dem Humor als historisch wirksames Ventil des Widerspruchs gegen das Dogma zunehmend die Arbeitsgrundlage entzogen wird. Ständig länger werdende Indizes tabuisierter Themen schränken schließlich auch hier den Rahmen des Sagbaren ein.

In Zeiten, in denen die Milieus auseinanderdriften, brauchen wir in unseren Gesellschaften mehr geschützten Widerspruch. Wenn das im Zentrum nicht möglich ist, wandert der Dissens Richtung radikaler Rand. Und mindestens ebenso dringend benötigen wir alle eine Atempause von der Erregung.
 

Markus Michaelis | Mo, 15. Juni 2020 - 13:20

Ja, Humor kann auch ein Mittel zum Widerspruch sein. Das wirksamste Mittel aber scheint mir Zuspruch und machen lassen. Alle Dinge übertreiben sich so, dass sich irgendwann von alleine etwas tut.

Struktureller Rassismus etwa besteht doch in D sicher auch daraus, dass Richter, Chefredakteure, obere Kirchenpositionen, Kanzleramt, Parteispitzen, Ministeriumsstellen etc. alle ganz mehrheitlich biodeutschweiß sind (deutlich anders als die Straße und gar die Welt), und wenn andere Menschen dabei sind, dann solche, die nach einem biodeutschweißen Kanon selektiert sind. Für eine wirklich weltoffene Gesellschaft, die sich auch schnell ändern und weniger rassistisch sein will, wären all diese Stellen deutlich anders zu besetzen.

Irgendwann hört dann immer das Schema auf, dass wir gemeinsam gegen schlimme Feinde kämpfen, sondern ich verteidige Dinge, die mir etwas bedeuten.

Dann hört das Wohlfeile auf und die interessanten Diskussionen beginnen.

Der muslimische Bürgermeister von London besetzte nach seinem Amtsantritt wichtige Positionen in seiner Behörde mit Muslimen, in Südafrika herrscht nach Ende der Apartheid alles andere als Frieden und Gerechtigkeit – Machtpositionen werden in aller Welt zuerst mit Gefolgsleuten besetzt. Nicht nur unter "Weißen".

Hans Page | Mo, 15. Juni 2020 - 14:41

Ich frage mich bei den gegenwärtigen Demonstrationswellen wie sie zusammen hängen. Hat irgendjemand mal versuch Schnittmengen herzustellen zwischen schwarzer Block, Antifa, FfF, Antirassismusdemobstrationen, Gegendemonstrationen zu alken möglichen Varianten von „Rechts“ etc? Es gelingt doch immer zweifelsfrei und ohne Verzögerung Verbindungen zwischen AfD, Pegida und allen möglichen „rechten“ „Demonstrationen“ herzustellen.

Mich erstaunt der unglaublich hohe Organisationsgrad der „guten“ Demonstrationen und kann einfach nicht glauben dass das wirklich Grassroots-Bewegungen sind.

Empörungen lassen sich auch organisieren und kanalisieren.

Die Frage stellt sich dann: wer sind die wirklichen Stimmgebet im Hintergrund und was wollen sie wirklich? Warum haben wir derartige Informationen zuhauf über die „rechten“ Demonstrationen und nahezu nichts über die „linken“ Demonstrationen?

Ernst-Günther Konrad | Mo, 15. Juni 2020 - 14:48

Ja, der Satz ist richtig aus meiner Sicht. Das erfordert aber, dass die Protagonisten den Zweifel auch zulassen. Zweifel hegt man ja nicht nur der anderen Meinung gegenüber, sondern Zweifel ist auch Teil der Selbstreflektion. Über sich selbst nachdenken, sich selbst hinterfragen, andere Standpunkte in Ruhe durchdenken, erfordert vor allem den Zweifel. Wer die Medien und die Politik derzeit beurteilt, der sucht den Zweifel vergeblich. Kant wird demnächst verboten werden müssen. In Zeiten, in denen alles alternativlos ist, stören Zweifel und diejenigen, die sie äußern. Es geht eben allen noch viel zu gut. Erst wenn auch der letzte Bürger von Einschränkungen, Not, Verlust seiner Rechte selbst betroffen ist, also wenn es den allermeisten richtig weh tut, dann kommt das Erwachen. Noch reden sich die Politiker und die Medien gegenseitig die Welt moralisch schön, die es gilt in ihrem Sinne weiter zu gestalten. Wie sagte Wilhelm Busch bei M&M: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 15. Juni 2020 - 14:51

mal wieder ein dickes Lob für den Karikaturisten. Habe kräftig laut gelacht. Auch er trägt zum Erfolg des Cicero bei, auch wenn er mit seinen Aussagen nicht immer aller Meinung trifft. Meine hat er mit dieser Karikatur allerdings voll getroffen. Danke.

Maria Arenz | Mo, 15. Juni 2020 - 15:32

Der Beitrag erinnert mich an "Das Kapital" von Karl Marx: erstklassige Analyse des Problems, weitgehend unbrauchbarer Lösungsvorschlag. Das nie verschwundene und verschwindende Bedürfnis des Menschen, sich unter seinesgleichen (Stamm) wohlzufühlen, in Verbindung mit der neuerdings für jeden gegebenen Möglichkeit, sich jederzeit ohne Aufwand und Risoko der Zugehörigkeit zu einer "Horde" zu vergewissern, muß in Verbindung mit allzu menschlischen Eigenschaften der eigentlich für einen gepflegteren Diskurs Zuständigen in den Medien (Erwerbsstreben, Angst aufzufallen etc.)dazu führen, daß ein amtlicher Widerspruchs-oder Humorbeauftragter nichts weiter wäre als vor Zeiten der Hofnarr. Machen wir uns nichts vor, wir sind mit der Grenzenlosigkeit des Internets -wie mit vielem zuvor- in einer neuen Spirale dessen angelangt, wofür unsere Natur offenbar nicht gemacht ist. Haben ja noch nicht einmal den Übergang vom Jäger und Sammler zur seßhaften Lebensweise wirklich verkraftet.

Bernd Muhlack | Mo, 15. Juni 2020 - 19:01

Herr Bröning, ist die Friedrich-Ebert-Stiftung nicht sehr SPD-affin, gar deren Stiftung?

Mit Ihren hier vertreten Thesen dürften Sie bei der aktuellen Führungsriege dieser Splitterpartei als nicht "repräsentativ" gelten, um es harmlos auszudrücken.

Der letzte Absatz ist aktuell sehr empfehlenswert.
Zitat:
"In Zeiten, in denen die Milieus auseinanderdriften, brauchen wir in unseren Gesellschaften mehr geschützten Widerspruch. Wenn das im Zentrum nicht möglich ist, wandert der Dissens Richtung radikaler Rand. Und mindestens ebenso dringend benötigen wir alle eine Atempause von der Erregung."

Das erinnert mich an die ollen Fehlfarben aus Düsseldorf:
"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!"
Geschichte wird mal wieder relativ, kann täglich angepasst werden.

Ich bin Jurist. Bitte erklären Sie mir, was ein "geschützter Widerspruch" ist.
Ist das ein Schriftsatz an die Verwaltungsbehörde in einem besonders dicken Luftpolsterumschlag?

Karla Vetter | Mo, 15. Juni 2020 - 19:16

Soviel Toleranz, Sachverstand und Lösungsorientiertheit hätte ich einem Angehörigen der SPD gar nicht zugetraut. Es ist die Partei der ich seit fast 50 Jahren angehöre und die sich Jahr für Jahr mehr von meinen Idealen und Ansichten entfernt. Ein Verbleiben in ihr heißt für mich, dass ich genau soviel Toleranz von der Partei einfordere, als sie von mir erwartet. Leider ist die Sichtweise von Herrn Bröning nicht Mainstream in der SPD. Wäre sie das, müsste ich nicht immer bitterböse Mails an den Bundesvorstand, oft genug ohne Resonanz. Eigentlich ein Grund auszutreten, aber als Parteimitglied habe ich wenigstens noch eine Veto-Stimme.

Gisela Fimiani | Mo, 15. Juni 2020 - 22:06

„Der Wahnsinn der Massen“ (Douglas Murray) ist eine sehr empfehlenswerte und erhellende Lektüre zur „Aufklärung“ des „rasenden“ (hysterischen) Zeitgeistes.

Wolfgang Z. Keller | Di, 16. Juni 2020 - 01:38

Ihren Kommentar finde ich so scharfsinnig wie köstlich - danke!