Peter Gauweiler
Peter Gauweiler / picture alliance / Metodi Popow | M. Popow

„Das Interview“ mit Peter Gauweiler - „Die Menschen spüren, dass das ganze Sprach- und Blasenwerk an ihrer Lebenswirklichkeit vorbeigeht“

Der frühere CSU-Politiker Peter Gauweiler plädiert für ein bundesweites Bündnis von CSU und Freien Wählern. Im Interview spricht er über die Schwäche der Union, die AfD und die „Brandmauer“, Franz Josef Strauß und die Unterschiede zwischen der politischen Klasse seiner Zeit und heute.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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„Das Interview“ ist die neue Bühne für Gespräche, die über das Tagesgeschehen hinaus Bestand haben. Nachdenklich, klug und intim widmet sich das Format den großen Fragen unserer Zeit – vom gesellschaftlichen Zeitgeist bis zu den ganz persönlichen Lebenswegen der Gesprächspartner. Zu Gast sind bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Medienwelt, die Einblicke gewähren, die oft verborgen bleiben. Jeden Donnerstag erscheint „Das Interview“ auf Cicero Online.

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Markus Michaelis | Do., 13. August 2026 - 13:11

Früher (länger her) war Peter Gauweiler auch für mich eher ein Feindbild. Die Zeiten ändern sich aber. Länger war der Mainstream eher links, so dass nachdenkliche, politisch interessante Menschen heute mehr im konservativen Lager zu finden sind. Links gibt es weniger kritische Gedanken, mehr ein festes Stehen zu den richtigen Werten und Ansichten. Natürlich nur in der Tendenz, im Detail löst sich alles in Individuen und Einzelaspekte auf.

Dass am Ende in Bayern 2/3 "konservativ bürgerlich" geblieben sind, würde ich so deuten, dass ohne große Zusammenbrüche die Menschen eher vom Bestehenden ausgehen, weil es eben nicht die eine, für alle klar sichtbare progressiv-richtige Gesellschaft gibt. Auch da verzettelt man sich in Gegensätzen, Machtspielen und Werten, die eben auch nur durch bestimmte Gruppen getrieben und keine Menschheitskonstanten sind.

Ingo Frank | Do., 13. August 2026 - 13:23

anders formuliert, mit einer vergleichbaren CSU „alt“ und der bayrischen AfD „light“ von heute …..
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik

Dr. Oliver Strebel | Do., 13. August 2026 - 13:41

Man hat in der Republik von Linkspartei bis AfD verlernt, fünfe gerade sein zu lassen. Alles wird so lange aufgeblasen und moralisiert, bis es als Skandal erscheint.

FJS hat Reden vor Veteranen der Wehrmacht und der SchutzSt. gehalten. Linke schäumten und ich gehörte damals dazu. Aber er hat dadurch die Veteranen integriert und verhindert, dass rechts von der CSU eine Partei entsteht.

Die AfD schäumt ob des Polizeigewerkschafters Sven Hübner, für mich ein Prototyp von widerlichem DDR-Apparatschik, weil er bei den DDR-Grenztruppen war. Dieser sagte jedoch nur das, was unsere Rechtsordnung hergibt: Bundesrecht wird in letzter Konsequenz mit Polizeigewalt in den Ländern durchgesetzt. Es ist mE. klug gewesen, S.H. zu integrieren.

Das moralisiernde Geifern und die Ausgrenzung der jeweiligen Unsympathen nützt aber den Bürgern nichts. Deren Sorgen sind: kein Geld übrig am Monatsende, keine Facharzt-Termine, marode Infrastruktur, uvam. Wer da liefert, wird langfristig politisch überleben.

sondern er war „Politnik“ d.h. Politischer Führungsoffizier und wie speziell in unserer Grenz- Pionierkompanie stellvertretender Kompaniechef in Rang eines Hauptmanns, in der ich als Kompanieschreiber, nach meinem Abitur und vor Studienbeginn, dienen musste !
MfG a d Erf. Republik

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"Die AfD schäumt ob des Polizeigewerkschafters Sven Hübner, für mich ein Prototyp von widerlichem DDR-Apparatschik, weil er bei den DDR-Grenztruppen war." Dieser "feine" Herr war offensichtlich nicht nur Polit-Offizier, sondern mit Sicherheit auch MfS-Offizier im besonderen Einsatz (OibE)?? OibEs warfen die ganz Geheimen, die nach der Wende ihre Aufgabe zu erfüllen hatten ... wie eben auch eine gewisse OibE-Erika, die fälschlicherweise als IM deklariert wurde?
Warum ließen diese Leute den Einblick in ihre MfS-Akten nicht zu, was alle Parlaments-Abgeordneten zulassen mussten ... ??!

Dorothee Sehrt-Irrek | Do., 13. August 2026 - 14:52

Die AfD ist m.E. mittlerweile mindestens die "freie Wählerpartei" des Ostens.
Möglich, dass ein Bündnis CSU/FW dies für den Westen "blocken" kann, aber für den Osten eher nicht?
Da gehört die CSU schlicht zur CDU?
So jemand wie Herr Gauweiler könnte aber einen Weg für die CDU finden in Bezug auf die AfD?
Meine Horrovisionen speisen sich aus der Sicht auf eine AfD, die nirgends andocken kann, noch will.
Als ob das Konservativen in der SPD mit Grünen oder Linken anders ginge?
Was macht man in so einer Situation?
Man schärft das eigene Profil und verlangt von "mäandernden" Parteien Zugeständnisse.
Die AfD müßte das in Bezug auf ihre evtl. rechtsextremen Verbindungen verbindlich leisten PUNKT
Und? Machen sie das?
Den Eindruck habe ich nicht und deshalb graust mir vor den Landtagswahlen im Osten.
Dazu kommt die enorme Schwäche von SPD und FDP dort.
Extreme, ob rechts, links ff sind offensiver in der Selbstdarstellung?
Ich setzte darauf, dass der Osten jetzt etwas zu verlieren hat.
WOHLSTAND

Dorothee Sehrt-Irrek | Do., 13. August 2026 - 15:14

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Wenn ich nicht SPD Mitglied wäre, würde ich diesmal Sven Schulze wählen, Kompetenz und internationale politische Anbindung eben.
Wohl auch mit China?
Insgesamt politisch Luft nach oben.
In gewisser Weise dann eine taktische Entscheidung, weil ich aus gutem Grund SPD-Mitglied bin!
Ich fühle mich also sehr viel wohler, weil ich die SPD wählen werde!
Parteien und Bevölkerung haben im Osten nach der Wende GROßES geleistet, gemeinsam mit einem im Kern willigen Westen.
Ich habe die Entwicklung mitverfolgen können und leugne die vielen Fehler nicht.
In der Situation kann das passieren.
Ich kann nur hoffen, dass die hochgebildete Jugend der Ostländer auf keiner AfD-Welle "surft".
Ihr habt eine Zukunft in Euern Bundesländern und steht hoffentlich für diese ein.
Wohin genau will Herr Siegmund zurück?
Die AfD will ich nicht verteufeln.
Das ist nicht meine Art, war sie von Beginn an nicht.
Als ob in der alten Bundesrepublik nur Heilige am politischen Werke waren.
Was für eine Weltfremdheit...

Fühlen Sie sich auch wohl, obwohl sie wissen, welche Art von Genossen in ihrer SPD untergeschlüpft sind? Willy Brandt und Helmut Schmidt würde es gruseln ... !

Günter Johannsen | Do., 13. August 2026 - 18:02

Antwort auf von Günter Johannsen

„Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen… „ (Karl Popper )

ich spreche nicht von Toleranz, sondern von politischer Teilhabe innerhalb eines atmenden verständigten Rahmens.
Mein Leitspruch ist auch eher "Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet".
Anhand der großen Altparteien fallen mir sofort die Begriffe ein "Sozialstaat"(SPD), Rechtsstaat"(FDP) und statt politischer Herrschaft der "Verfassungsstaat"(CDU).
Es treten andere hinzu, wie vlt. "Gemeinwohl"(Kommunisten), "Keine Macht für Niemand"(Anarchisten), Klimaschutz(Grüne) und für die AfD evtl. "Zusammenstehen"?
Für die Kleriker halt der über das Richten.
Es trifft immer jeden Einzelnen, das ist richtig, Sie nehmen doch aber die Verhältnisse in der DDR nicht etwa nur persönlich?
Das andere nennt man, glaube ich, geschichtliche Zusammenhänge.
Für Ihre politische Zuordnung von Frau Merkel fehlt mir gewissermassen und umfassend jegliches Vorstellungsvermögen.
Man wird irgendwann klarer sehen, so oder so.
Der Göring-Film, genauer Russel Crowe, macht mir schwer zu schaffen.
Ich zögere..

Günter Johannsen | Fr., 14. August 2026 - 16:47

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

werden von dieser heruntergewirtschafteten und von LinXen unterwanderten SPD nur noch als als Schwindel-Etikett benutzt. Tatsächlich wären diese charismatischen Politiker bei der heutigen SPD längst pööhse räächte Abweichler ... ! Soweit hat die aktuelle Parteiführung sich und ihre "folgsam-getreuen" Mitglieder der Linken Einheitsfront schon unterworfen Traurig, das mit ansehen zu müssen!
Willy Brandts Worte sind leider im Urwald der falschverstandenen Toleranz untergegangen: „Wer sich auf die kommunistische Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!“

Mir scheint, das Vorstellungsvermögen so mancher "folgsam-getreuer SPD-Mitglieder" ist offensichtlich etwas rot-braun eingetrübt, wenn man den aktuellen antisemitischen Äußerungen/Verlautbarungen der linken Parteien - eingeschlossen die jetzige SPD - glauben darf!
Ich schäme mich für diese SPD!

Sabine Lehmann | Do., 13. August 2026 - 14:54

Ist hier von der gleichen CSU die Rede, dessen Bildungsminister dieser Tage veranlasst hat, dass ein Achtklässler und dessen Erziehungsberechtigte kostenpflichtig mit einem Bußgeldbescheid abgemahnt werden, weil die Eltern ihren jungen Mann nicht zu einer grotesken Schulveranstaltung(ein Stuhlkreis der Diversity e.V. München über Pronomen, Geschlecht, Identität und alles was mit LGBTxyz zu tun hat) geschickt haben? Inzwischen ist das Landratsamt Dachau sehr damit beschäftigt, diese Groteske damit zu begründen, dass in den drei Unterrichtsstunden vor dieser Veranstaltung regulärer Unterricht gewesen sei und sich dieser Bußgeldbescheid darauf bezöge. Wer's glaubt?!
Auch im beschaulichen Bayern ticken die Uhren inzwischen anders und wer glaubt, mit einer der etablierten Parteien würde in Deutschland so etwas Ähnliches wie die Rückkehr zu normalen Standards, Bildung, Wirtschaftswachstum und Innerer Sicherheit stattfinden, der glaubt sicher auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Ingo Frank | Do., 13. August 2026 - 16:20

Antwort auf von Sabine Lehmann

an die Reformierbarkeit der so genannten etablierten Parteien, der nach den Erfahrungen der letzten Jahre, konkret seit 2015 dem Beginn der „Mutter aller Probleme“, = 0 ist.
Was mich allerdings mehr als der Fakt selbst beschäftigt ist, das Zeitfenster oder anders gesagt dieser zähe Erkenntnisprozess in der Bevölkerung.
Es ist doch nicht die Migration und deren Folgeerscheinungen, die dieses Land zu Grunde richten, ist es nicht auch die katastrophale Ernergie & Wirtschaftspolitik verursacht durch die versammelte grün linke Einheitsfront an der die Union einen Riesen Anteil hat ?
Wir sind doch noch ein freies Land und wählen immer wieder nach „Hesslings Art“ die, die für die Misere verantwortlich sind….. Warum, stellt sich mir die Frage, die Frage nach den Ursachen …….
Mit freundlichen Grüßen a d Erf. Rep.

Ich denke nicht, dass der großen Mehrheit der Erkenntnisgewinn fehlt, lieber Herr Frank. Ich glaube auch nicht, dass es hier nur um politische Befindlichkeiten geht, es geht um mehr. Dass inzwischen die einzig reale Oppositionspartei die AfD ist, müssen inzwischen auch Leute einräumen, die die AfD verteufeln, trotzdem kommen sie nicht aus ihrem Korsett gesinnungsethischer Zwangsstörungen u. das geht vielen Wählern ähnlich.
Dass dem so ist, liegt m.E. an gut orchestrierten Machtmechanismen, die bis in die Wahlkabine durchdringen. Man hat seit 2015 nichts anderes getan als die AfD mit allen zulässigen u. unzulässigen Mitteln zu diskreditieren, zu verbieten, zu eliminieren. Bei vielen Menschen hat das Wirkung gezeigt, sie wählen weiter wie die Schafe brav was sie schon immer kannten, auch wenn das den weiteren Abstieg Deutschlands bedeutet. Heißt nicht, dass die AfD die Mutter aller Lösungsstrategien wäre. Denn an die Lösung dringender Probleme hat sich bis dato kein Etablierter gemacht!

Allerdings habe ich die Befürchtung sollte Sie in Regierungsverantwortung kommen und einen ehrlichen „Kassenstzurz“ machen und aufdecken wohin das Ganze Steueraufkommen der „hart Arbeitenden“ & „fleißig Steuerzahlenden Rentner“ die kaum Möglichkeiten haben ihre Steuerlast zu drücken, hingeht …… wird uns schwarz vor Augen werden zumal uns das Tilgen der immensen Schulden, wohl keine all zu großen finanziellen Spielräume lassen wird.
Mit besten Grüßen aus Thüringen

Ernst-Günther Konrad | Fr., 14. August 2026 - 09:21

wurden da einige Fragen bewusst nicht gestellt? Mich hätte schon interessiert, ob Herr Gauweiler im Programm der AFD nicht überwiegend das findet, was auch mal er und viele andere Konservative der UNION vertreten haben. Ich hätte gerne mal gelesen, ob er auch ein Parteienverbot befürwortet? Würde er noch in Amt und Würden mit Frau Dr. Weidel oder anderen AFDlern reden? Ja, er verzichtet auf AFD-Bashing und streift die Partei nur am Rande. Aber gerade er ein Mann, der in seiner aktiven Zeit einer war, der gerne Klartext redet schwurbelt mir zu viel mit dem Gedanken, die dreien Wähler an Land ziehen zu können. Einiges klingt sehr diplomatisch, eben auch Politiker Sprech, anderes aber ist erfreulich klar. Auch er ist gegen Krieg und scheut sich da nicht, eine AFD-Position zu vertreten, die auch die rote Sarah vertritt. Nun gut, er hat nichts zu verlieren und hat auch durchaus gezeigt, dass er ein streitbarer Geist ist, der sich selbst in Klageverfahren gegen den Bund stellt. Ich mag ihn.

Hans Süßenguth-Großmann | Fr., 14. August 2026 - 10:53

weil es Feinde gibt. Die NATO lebt vom Ukraine Krieg, wenn es ihn nicht gäbe, wäre die Existenz nicht begründbar und innenpolitisch ist es das Gleiche. Die Linke z.B. braucht sich mit niemanden mehr anlegen, weil man die AfD verhindern muss.
Herr Siegmund wurde in der MDR Runde und im Spiegel zum fleischgewordenen Leibhaftigen gemacht, dabei ist er ein guter Öffentlichkeitsarbeiter, sprich Verkäufer, und alle sind neidisch weil er nicht für sie was rockt.
Man kann nicht mehr in eine tolle Zukunft verweisen, daher wird auf Angstmache umgeschaltet und die Scheckgespenster von "anno dunnemals" dem verängstigten Publikum präsentiert.