Michael Roth
„Am Ende blieb ich das verunsicherte Arbeiterkind“, sagt Michael Roth / picture alliance / Thomas Koehler/photothek.de | Thomas Koehler

„Das Interview“ mit Michael Roth - „Die SPD hat manche Probleme weggenuschelt“

Michael Roth war 27 Jahre Berufspolitiker, Europa-Staatsminister und außenpolitisches Gesicht der SPD. Im Interview spricht er offen über Herkunft, Selbstzweifel, Therapie und die Mechanismen politischer Macht.

Autoreninfo

Christine Zinner studierte Sozialwissenschaften und Literaturwissenschaft und ist freie Journalistin.

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Das Interview“ ist die neue Bühne für Gespräche, die über das Tagesgeschehen hinaus Bestand haben. Nachdenklich, klug und intim widmet sich das Format den großen Fragen unserer Zeit – vom gesellschaftlichen Zeitgeist bis zu den ganz persönlichen Lebenswegen der Gesprächspartner. Zu Gast sind bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Medienwelt, die Einblicke gewähren, die oft verborgen bleiben. Jeden Donnerstag erscheint „Das Interview“ auf Cicero Online.

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Wolfgang Borchardt | Do., 28. Mai 2026 - 15:00

Soviel ist richtig. Aber sie hat es als Verliererpartei Dank wirkmächtiger Frauen geschafft, die Geschicke der Republik fast allein zu lenken. Der Dackel CDU gehört natürlich auch dazu. Aber nie freilaufend.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do., 28. Mai 2026 - 15:09

habe mir gerade Ihren beeindruckenden Wikieintrag angeschaut und verstehe nicht ganz, woran Sie in der SPD leiden.
Es wird doch nicht der Punkt sein, dass Ihre Sicht auf die "Dinge" (bislang) nicht mehrheitsfähig war?
Denn damit muss man m.E. in einer Partei oder Gesellschaft leben.
Ich stimme teils mit Ihren Positionen überein, teils nicht.
Ich bin nur SPD-Mitglied, würde mich aber freuen, wenn aus der Partei Gesprächsangebote an Sie ergingen.
Sie sind wohl nicht der Einzige dort mit Erschöpfungszuständen?
Ich bin auch Gewerkschaftsmitglied und aus meiner "Gewerkschafts"arbeit" sind mir keine sich etwa "schämenden" Arbeiter* bekannt, eher im Gegenteil.
Aber das liegt lange zurück.
Hier im Forum befinde ich mich meist in der Defensive und Sie beschreiben den Ton auf anderen Plattformen ja auch als rau.
Ich wünsche Ihnen viele bereichernde Erfahrungen ausserhalb des Politikbetriebes, hoffe aber sehr, dass Sie diesem nicht ganz verloren gehen.
Danke für dieses interessante Interview.

Markus Michaelis | Do., 28. Mai 2026 - 17:33

Danke für das Interview. Politik wird von Menschen für Menschen gemacht, und Menschen bestehen aus Eigenschaften, Überzeugungen, Vernetzungen. Das Interview macht das glaube ich ganz gut klar, wie das für einen Menschen/Politiker aussieht. Bei 80-Millionen kommt einiges an Vielfalt zusammen.

Zwei Dinge kommen mir in den Sinn: es wird gefordert, dass für Arbeiter das Aufstiegsversprechen einzulösen ist. Das wichtigste am "Arbeiter" scheint zu sein, dass man diesem Milieu, der Bildung dort etc. entkommen kann? Ist da nicht ein gewisser Widerspruch? Oder geht es nur um die Bezahlung - dann müsste man es anders ausdrücken.

Was die Orientierung angeht: ich denke die SPD hat die Spannung zwischen Orientierung an Menschen und an Werten nicht verstanden. Im Moment steht die SPD fest zu Werten, und wertet Menschen ab, die andere Werte haben. Die SPD sieht, wie andere linke Parteien, im Moment nicht, dass da überhaupt eine Balance zu finden ist. Nur (eigene) Werte ist automatisch universell.

Dieter Schäfer | Do., 28. Mai 2026 - 22:25

…war einer der Hardliner (mit Strack-Zimmermann und Hofreiter), die unser Land ohne Not in die Ukrainekrise hinein zogen. Zweitrangige Politiker, welche mit dieser (Brandt und Bahr, Schröder und Hans-Jochen Vogel täten sich im Grabe umdrehen) nur ihrer persönlichen Geltungssucht dienten. Einfach widerlich.