- „Die Leute haben Mallorca gebucht und sind in Bukarest aufgewacht”
CDU gewählt, SPD bekommen: Zum Auftakt unserer Reihe „Das Interview“ erklärt Jan Fleischhauer, warum er bei seiner ersten Wahl die SPD wählte – und weshalb sich heute viele Bürger von der Bundesregierung nicht vertreten fühlen.
„Das Interview“ ist die neue Bühne für Gespräche, die über das Tagesgeschehen hinaus Bestand haben. Nachdenklich, klug und intim widmet sich das Format den großen Fragen unserer Zeit – vom gesellschaftlichen Zeitgeist bis zu den ganz persönlichen Lebenswegen der Gesprächspartner. Zu Gast sind bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Medienwelt, die Einblicke gewähren, die oft verborgen bleiben. Jeden Donnerstag erscheint „Das Interview“ auf Cicero Online.
Der Journalist Jan Fleischhauer (63) arbeitete 30 Jahre für den Spiegel, 2019 wechselte er als Mitglied der Chefredaktion zum Focus. Vielen wurde er durch seine Kolumne „Der Schwarze Kanal“ bekannt. Ein gleichnamiger Podcast mit Moderatorin Carolin Blüchel erscheint seit vergangenem Jahr wöchentlich. Seit November hat er eine Sendung im ZDF: „Keine Talkshow – Eingesperrt mit Jan Fleischhauer“. Im Mai erscheint sein nächstes Buch „Du bist nicht allein“ im Verlag DVA.
Herr Fleischhauer, 2019 hörten Sie beim Spiegel auf, seit November sind Sie mit dem Format „Keine Talkshow – Eingesperrt mit Jan Fleischhauer“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Hatten Sie ihr linkes journalistisches Umfeld vermisst?
Das linke Umfeld hatte mich ja nicht verlassen. Ich bin nach wie vor mit Kollegen vom Spiegel im Gespräch. Und ich muss nur die Zeitung aufschlagen, da sind wieder alle versammelt.
Sie könnten ja zum Beispiel auch die Welt aufschlagen.
Stimmt, aber Feindbeobachtung ist Teil meines Jobs, und insofern habe ich natürlich das ganze Programm abonniert, von der Süddeutschen Zeitung über den Spiegel bis zur Zeit. Die taz nicht zu vergessen.
„Feindbeobachtung“ in Anführungszeichen, nehme ich an.
Ja … Wobei die mir zur Premiere meiner ZDF-Sendung alle ganz schön einen umgehängt haben. In der taz und im Spiegel volle Breitseite. Wie das ZDF nur auf die Idee kommen konnte, so eine Figur wie mich an Bord zu nehmen ... Und dann so ein trashiges Format. Wir haben bewusst Elemente des Reality-TVs übernommen und in die Talkshow überführt. Aber die meisten, die das beurteilen, kommen aus dem Feuilleton. Die wissen, dass es irgendwo in den Untiefen von RTL 2 solche Formate gibt, haben sie aber selber nie in Augenschein genommen.
In dem Format sind Sie immer mit einem Gast eingesperrt, um über ein Thema zu diskutieren, und bisher haben Sie sich Leute aus dem sehr linken Spektrum eingeladen.
Wenn ich jemanden da hätte, mit dem ich einer Meinung bin, wäre das ja grottenlangweilig. Ich nehme mir jemanden vor, mit dem es Reibungen gibt, und idealerweise ist das jemand aus dem linken Umfeld. Entweder eine Bürgergeldbefürworterin, die meint, es sei schon Abbau des Sozialstaates, wenn man Leute darum bittet, doch mal auf dem Amt zu erscheinen. Oder eben Lady Bitch Ray zum Thema Integration. Die hat mir alles um die Ohren gehauen, was ihr an Beschimpfungen einfiel.
Hat sie nicht mal Welt-Herausgeber Ulf Poschardt ein Glas Wasser ins Gesicht geschüttet?
Genau, sie ist in eine Talkshow gekommen, hat ihn da sitzen sehen und sich geärgert. Dann hat sie sich ein Glas Wasser genommen und ihm über den Kopf gekippt. Insofern hatte ich mich auf einiges eingestellt. Es war dann auch munter.
Sie haben den ÖRR oft wegen seiner Einseitigkeit kritisiert. Wollten Sie dazu beitragen, dass darin mehr konservative Stimmen zu hören sind?
Nö, ich hab ja keinen Bildungsauftrag fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen. Als man mir eine Sendung anbot, habe ich dankend ja gesagt. Ich habe immer gern Fernsehen gemacht. Wir haben mit verschiedenen Ideen experimentiert, bis das Format so stand. Die Zusammenarbeit macht großen Spaß. Ich glaube, das merkt man auch, wenn man die Sendung anguckt.
Sie sind unter Linken aufgewachsen. Ihre Mutter ließ nur die SPD als Wahlentscheidung gelten. Sie durften zum Beispiel auch keine amerikanischen Comics lesen. Wie blicken Sie heute auf Ihre sozialdemokratische Erziehung?
Ich habe eine ordentliche, bürgerliche, sozialdemokratische Erziehung genossen, dagegen ist auch nichts einzuwenden. Gewisse Mangelerfahrungen teilten die Kinder dieser ersten Generation von Linken. McDonald’s galt natürlich als böse, Coca-Cola gab es lediglich, wenn man krank war, und Orangen nur aus den richtigen Anbaugebieten. Das hat sich bei den Grünen lustigerweise als Traditionsstrang erhalten. Da ist es halt der Genmais, vor dem man sich in Acht nehmen muss, oder das Chlorhühnchen. Die Linke hat eine ganz starke Obsession mit dem Essen entwickelt. Aber gut, wenn Sie in einem jüdisch-orthodoxen Haushalt aufwachsen, brauchen sie vier Kühlschränke, damit alles immer ordentlich getrennt ist, und vier Bestecke, die nicht übereinander geraten dürfen. Verglichen damit hatte ich eine relativ entspannte Kindheit.

In einem Interview haben Sie mal erzählt, bei Ihrer ersten Wahl hätten Sie für die SPD gestimmt und dann lange für die Grünen. Wie kam es zu der Wahlentscheidung?
Ich bin mit einem rebellischen Geist ausgestattet und wollte natürlich nicht das wählen, was meine Mutter für die richtige Entscheidung hielt. Mir wurde gewissermaßen der Juso-Mitgliedsantrag mit in die Wiege gelegt. Und in den 80er, 90er Jahren galten die Grünen den Sozialdemokraten nicht als Partner, sondern als politische Gegner und Konkurrenz. So waren sie eine wunderbare Möglichkeit, meinen Jugendprotest auszuleben. Das ist leider vorbei. Die heutige Grünen-Spitze mit Frau Dröge, Frau Haßelmann und Frau Brantner redet so, als ob sie auch mit einem gespreizten Finger Tee trinken würden. Dabei hatten gerade die Grünen wirklich coole Leute in ihren Reihen. Joschka Fischer, erste Sitzung im Bundestag, mit Turnschuhen rein und dann gleich: „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch.“
Und das fanden Sie damals cool?
Es ist ein großes Missverständnis, dass ich im Herzen konservativ sei. Nee, ich bin Sponti. Das ist die Linke, der ich mich zugehörig fühle. Diejenigen, die den Ton angegeben haben, waren natürlich eher die Kader-Leute. Aber es gab immer auch einen anderen Traditionszweig, übrigens auch in der taz. Das Anarchistische, das „Stick it to the Man“, finde ich bis heute gut.
Google beantwortet die Frage „Sieht sich Jan Fleischhauer als konservativ?“ übrigens mit ja.
Wollen Sie jetzt wirklich amerikanischen Tech-Konzernen trauen? Der Zuschreibung von Leuten wie Musk oder Page? Ich werde konservativ gelesen. Ich werde auch als weißer Mann gelesen, zu meinem Leidwesen, aber ich bin eigentlich was ganz anderes.
Was denn, eine Frau?
Das ist das Schöne an der neuen Welt. Bei Karl Marx hieß es doch: „morgens Jäger, nachmittags Fischer, abends Kritiker“. Das kann man heute übertragen: morgens Mann, mittags Frau, abends nonbinär oder etwas ganz anderes.
Wenn Sie in einem konservativen, katholischen Elternhaus aufgewachsen wären, wären Sie dank Ihres Rebellengeistes heute anders eingestellt?
Ich weiß nicht, wie es dann ausgegangen wäre. Irgendwann löst man sich vom Elternhaus, also auch vom Protest gegen Mutter und Vater. Wenn das mit 40 oder 50 Jahren noch Thema ist, läuft etwas falsch. Aber im Wesentlichen hat sich die Linke ja überall da breit gemacht, wo darüber befunden wird, wie die Dinge zu sehen und zu bewerten sind, also in Universitäten, Medien, Kultur. Da sind Leute wie ich nach wie vor relativ rar gesät. Ein paar Recken gibt es. Aber so wahnsinnig viele sind das nicht.
Beim ÖRR vielleicht nicht, aber es gibt doch liberal-bürgerliche Medien: NZZ, Welt, Cicero.
Gibt es, Welt TV vor allen Dingen. Die sind in den letzten Jahren deutlich klarer geworden. Das war ein langer Kampf, den Ulf Poschardt da geführt hat. Aber Mainstream-Media ist nach wie vor eher links dominiert. Das bestätigen auch die Selbstauskünfte von Journalisten, wo sie politisch stehen. Was es Neues gibt, das sind diese Plattformen am rechteren Rand, also Nius, Apollo News und wie die alle heißen. Nur unterscheide ich mich von denen deutlich.
Inwiefern?
Allein schon in der Tonalität. Die haben ein Programm, das mich schon bei den Linken fertiggemacht hat: morgens aufstehen und Deutschland geht unter. Und dann nimmt der Untergang über den weiteren Verlauf des Tages immer düsterere Farben an. Die gehen alle zum Lachen in den Keller. Die beäugen mich auch ganz kritisch, das weiß ich. Die finden das frivol, was ich mache. Im Sinne von: Die Lage ist so ernst, wie kann man da Scherze machen wie der Fleischhauer? Der nimmt das ja gar nicht wirklich ernst mit dem Untergang.
Wirklich? Haben sie von denen dazu Nachrichten bekommen?
Ich kenne die Pappenheimer doch alle. „Dem kann man nicht trauen, der ist doch auch Systemling.“ Natürlich bin ich Systemling, was denn sonst? Ich finde diese ganze Widerstandsgeste lächerlich. Jetzt ist angeblich die Meinungsfreiheit bedroht, weil Daniel Günther, der mächtige Ministerpräsident aus Schleswig-Holstein, ein böses Wort über Nius gesagt hat. Journalisten, die sich vor einem Milchbrötchen wie Daniel Günther fürchten, kann ich nicht ernst nehmen.
Das haben Sie schon auf „X“ und in Ihrem Podcast kritisiert.
Seit Wochen halten die das Thema aufrecht. Daniel Günther als Totengräber der freien Presse. Get over it! Die 68er haben sich die Feindschaft ihrer Gegner als Ehrenmedaille angesteckt. Und die hatten Gegner von anderem Kaliber. Einer wie Franz Josef Strauß, das war ein ernst zu nehmender Brocken.
Ist das für Nius nicht einfach gute Werbung?
Man muss aber auch die gute Werbung mal so kalibrieren, dass es nichts Weinerlich-Lächerliches bekommt. Klar haben die sich insgeheim darüber gefreut, denn im Gespräch zu sein, ist die halbe Miete. Um mal bei Daniel Günther zu bleiben: Wo die Grenze eindeutig überschritten ist, wenn er sich bei Lanz hinsetzt und Redakteure, die bei Nius arbeiten, als Feinde der Demokratie bezeichnet. Jetzt redet er sich darauf hinaus, er habe ja bei Markus Lanz nicht als Verfassungsorgan, sondern als Privatmann gesessen. Genauso stand es ja auch auf der Bauchbinde unter seinem Bild, nicht wahr: „Daniel Günther, Privatmann“? Das ist hochgradig lächerlich. Die Klage, die der Anwalt Joachim Steinhöfel gegen Günther auf den Weg gebracht hat, ist mehr als berechtigt.
Sie glauben, die wird erfolgreich sein?
Sein Track Record ist ziemlich gut. 98 Prozent der Verfahren, die Steinhöfel in den vergangenen Jahren gegen verschiedene Staatskanzleien und Ministerien, darunter auch die der Bundesregierung, geführt hat, sind zu seinen Gunsten ausgegangen.
Eine Frage haben Sie mir nun schon ein bisschen vorweggenommen. In Ihrem Buch „Unter Linken“ schrieben Sie in einem Kapitel sinngemäß, je weiter links, desto humorloser sei ein Mensch. Ich hätte eingeworfen, dass AfD-Politiker ebenfalls nicht besonders witzig sind.
Das Buch ist vor 17 Jahren erschienen, und dafür ist es ganz gut gealtert. Aber was die Humorlosigkeit angeht, haben Sie recht. Da haben die Rechten komplett zu den Linken aufgeschlossen.
Nun erscheint im Mai Ihr nächstes Buch „Du bist nicht allein“. Ich zitiere mal aus der Ankündigung des Verlags: „In diesem Buch beschreibt Jan Fleischhauer ein neues Phänomen, das für unsere Demokratie brandgefährlich ist: Wenn die Mehrheit der Gesellschaft das Gefühl hat, in der Politik und den Medien nicht mehr repräsentiert zu werden.“ Gerade in der Kulturbranche und in den Medien ist es aber nicht neu, dass die Linken dominieren.
Aber dass die Leute konservativ wählen und am Ende links kriegen, hat es in dieser Form so noch nicht gegeben. Wenn wir auf die Geschichte der Bundesrepublik gucken, hat mal die eine Seite geführt, mal die andere. Die Politik, die die jeweilige Bundesregierung machte, hat in etwa das abgebildet, was am Wahlausgang beschlossen wurde. Jetzt haben die Leute Mallorca gebucht und sind in Bukarest aufgewacht. Deswegen sind sie auch so schlecht drauf, jedenfalls, wenn sie CDU gewählt haben. Die SPD, die nach Umfragen bei 13 Prozent steht, tut letztlich so, als ob es die Wahl nicht gegeben hätte – und die CDU macht bei dieser Scharade mit. Deswegen ist die AfD nach jetzigen Umfragen die stärkste Partei Deutschlands. Wir können einen Blick in die Zukunft werfen: Die Fliehkräfte werden stärker, die AfD auch. Was empfehlen wir den Leuten, die schon dreimal erklärt haben: „Ich möchte diese linke Politik nicht mehr“? CDU wählen war bislang leider nicht so wahnsinnig erfolgreich.
Und darum geht es in Ihrem Buch?
Ja, ich dekliniere bei einer Reihe von Themen durch, wo die Mehrheit steht und wo die Elite des Landes. Das hat sich immer weiter voneinander entfernt. Wenn Sie Soziologe wären, würden Sie von einer Repräsentationslücke sprechen. Mittlerweile ist es ein Marianengraben. Nehmen Sie die Sozialpolitik. Die SPD ist in ihrem Kernland NRW praktisch nicht mehr vorhanden, weil ihre sozialdemokratischen Anhänger heute alle bei der AfD sind.

Und warum sind die bei der AfD?
Weil sie mit dieser Art von Sozialstaat nicht mehr einverstanden sind. Einem Sozialstaat, der Leute alimentiert, die beschlossen haben, dass sie auch ohne Arbeit durchs Leben kommen. Nirgendwo stößt das Bürgergeld auf solche Aversion wie im klassischen sozialdemokratischen Milieu. Ich sitze in Pullach im Landkreis München, da bin ich relativ weit entfernt von Bürgergeld-Empfängern. Aber wenn Sie in Gelsenkirchen oder in Duisburg leben, ist das anders. Wenn Sie da an der Ladenkasse bei Lidl arbeiten und jeden Morgen um sieben das Haus verlassen und sich dann von Ihrem Nachbar verspotten lassen müssen, nach dem Motto: „Du bist ja schön blöd, dass du noch arbeiten gehst“ – dann werden Sie sauer.
Haben Sie Leute in Duisburg getroffen, die Ihnen das so erzählt haben?
Klar, ich bin doch ein Mann des Volkes.
Sie beschreiben auch das sogenannte Mehrheitsparadox. „Der Einzelne denkt, er sei mit seiner Meinung allein, und stellt dann überrascht fest, dass die meisten so denken wie er.“ Ich lebe ländlich und habe den Eindruck, hier reden die Leute noch recht offen miteinander. Ist das eher ein urbanes Phänomen?
Da haben Sie völlig recht, die wahre Grenze verläuft nicht mehr zwischen Arm und Reich, sie verläuft zwischen Land und Stadt. Aus städtischer Sicht gibt es zwar eine sentimentale Hinwendung zum Land, das dann irgendwie als Idyll besungen wird. Aber tatsächlich sind Leute wie Sie Provinzler, denen zu misstrauen ist. Der Provinzler sagt nicht: „Patchwork, das ist meine Vorstellung vom Glück.“ Oder: „Welches Geschlecht ein Mensch hat, kann kein Arzt von außen beurteilen.“
Aber gibt es auf linker Seite bei anderen Themen nicht auch so etwas wie verspätete Einsicht? Ich habe zum Beispiel den Eindruck, dass Kritik an der Migrationspolitik nicht mehr so geächtet wird.
Es gibt möglicherweise eine gewisse Einsicht, dass man manche Probleme nicht mehr einfach wegdefinieren kann. Aber wenn die Polizeipräsidentin Berlins bei der Vorstellung der Kriminalstatistik der Stadt sagt, es gebe ein besonderes Problem mit steigender Kriminalität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, vor allem aus den migrantischen Milieus, dann können Sie die Uhr danach stellen, dass jemand wie Marcel Fratzscher um die Ecke biegt und erklärt: „Nee, stimmt ja gar nicht.“ Ausländer seien gar nicht krimineller als Deutsche. Das sei ein soziales Problem. Dieses Wegargumentieren des Offensichtlichen hat nach wie vor Riesenkonjunktur.
Also diese Aussagen im Sinne von: „Wir brauchen mehr Sozialarbeiter, und dann wird alles gut.“
Selbst wenn es ein soziales Problem wäre, wäre die Konsequenz auch, lieber Herr Fratzscher, dass wir ganz viele von den falschen Leuten ins Land gelassen haben. Eines ist jedenfalls erkennbar: Syrer, Afghanen, Libanesen führen weit oben in fast allen Deliktgruppen. Ich kann überhaupt nicht erkennen, dass wir darüber in Deutschland eine offene Diskussion führen. Und dann ist die Frage: Was tun wir? Alexander Dobrindt hat jetzt versucht, die Grenzen kontrollieren zu lassen und Leute abzuschieben, beziehungsweise abzuweisen, bevor die überhaupt das Land betreten. Denn wer einmal drin ist, der bleibt, da ist es faktisch unmöglich, den wieder loszuwerden. Und wenn wir mal jemanden abschieben, dann schieben wir den Braven ab und nicht den Übeltäter. Die Braven sind ja an einem Arbeitsplatz anzutreffen. Die haben auch nicht vergessen, wie sie heißen und wo sie geboren sind. Jetzt versucht Dobrindt also, an der Grenze was zu tun. Sofort kommt ein Berliner Verwaltungsrichter, der bei den Grünen Karriere gemacht hat, Dr. Florian von Alemann, und befindet, das sei ungesetzlich. Das war’s dann mit der Grenzsicherung. Deswegen würde ich sagen, wir nähern uns nur sehr langsam der Realität an.
Was sollten wir im Umgang mit denen ändern, die hier ankommen?
Wer im Lande ist, der wird hier auch bleiben. Eine sinnvolle Konsequenz wäre, jeden sofort in Arbeit zu bringen, statt an der Fiktion festzuhalten, dass sich seine Fluchtgründe ja möglicherweise irgendwann erledigt hätten. Für die, die nicht arbeiten wollen, müssen wir uns was überlegen.
Sie haben gesagt, die CDU folgt der Politik der SPD. Wollen Sie das mal an Beispielen festmachen?
Man muss eher fragen: Wo hat die CDU mal einen Punkt gemacht, seit sie regiert? Ich kann keinen sehen. Die Schuldenbremse ist gefallen, heißt nur nicht so. Klimaneutralität steht im Grundgesetz. Das ganze Sozialstaatsprogramm läuft komplett weiter. Damit läuft auch die Deindustrialisierung Deutschlands weiter. Vor ein paar Tagen kam die Mittelstandsvereinigung um die Ecke und sagte, wir müssten uns den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit mal anschauen.
Was große Aufregung auslöste.
Also erklärte die CDU-Spitze umgehend, am gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit wird festgehalten. Länger arbeiten sollen wir sowieso nicht. Im Gegenteil, alle SPD-Rentenpläne sind durchgewinkt. Jetzt kommt eine Rentenkommission, die kluge Anmerkungen macht zu dem schon verabschiedeten Gesetz. Fabelhaft. An der Grenze fällt, wie gesagt, Dr. von Alemann dem tapferen Herrn Dobrindt in den Arm. Deswegen sind die Linken ja auch so wahnsinnig scharf darauf, die Richterposten mit ihren Leuten zu besetzen, weil das für ihre Politik eine Lebensversicherung ist.
Sie meinen etwa den Streit um Frauke Brosius-Gersdorf?
Dass die Linken zuvor in Gestalt von Sozialdemokraten und Grünen den Kandidaten der CDU haben durchfallen lassen, das ist komischerweise nie der Rede wert gewesen. Der habe sich in einem SZ-Interview zu migrationskritisch geäußert, hieß es. Aber die eigene Kandidatin, die erkennbar auf dem Trip war, Paragraph 218 müsse fallen, galt natürlich als Frau der Mitte. Das war dann vernünftige Mehrheitsposition. Deswegen ist die Verzweiflung der Leute so groß, gerade im konservativen Lager. Die haben überhaupt nicht den Eindruck, dass ihr Mann liefert. Friedrich Merz turnt in der Weltgeschichte herum. Und der Finanzminister spielt Balalaika.
Wobei Merz zumindest außenpolitisch nicht schlecht performt.
Ja, aber es wäre auch ganz schön, wenn der Kanzler ab und zu mal im Inland vorbeischauen würde. Wir sind kurz davor, die gesamte Chemie-Industrie zu verlieren. Das sind 1,4 Millionen Arbeitsplätze. Und wir werden noch abhängiger von anderen, die uns nicht nur wohlgesonnen sind. Wir können uns alles, was wir brauchen, auch aus China besorgen, bis die Chinesen beschließen, uns mal zu zeigen, wo der Hammer hängt. Viele Menschen haben den Eindruck, die Realitätsflucht der Ampel setzt sich in der neuen Regierung fort. Ich meine, Finanzminister Lars Klingbeil streitet mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche über das Vorwort das Jahreswirtschaftsberichts, weil er findet, dass sei alles viel zu düster, wie die Lage da beschrieben sei. Insbesondere die SPD hat sich in ihre ganz eigene Welt verabschiedet. Das ist heute eine Psychotruppe.
Woran liegt das?
Das passiert, wenn man 27 Jahre lang durchregiert. Ich würde sagen: Liebe SPD, ihr habt drei Kanzler gestellt: Gerhard Schröder, Angela Merkel und Olaf Scholz. Jetzt reicht’s. Macht ’ne Therapie, erholt euch mal.
Sie haben die deutsche Migrationspolitik stark kritisiert. Sie lebten auch vier Jahre in den USA. Wie blicken Sie denn auf die ICE-Einsätze?
Ich glaube, die Mehrheit der Amerikaner findet das spooky, was da passiert. Leute außer Landes zu schaffen, die sich illegal im Land aufhalten und außerdem kriminell auffällig wurden, das Vorhaben unterschreiben sicher die meisten. Aber dass nun so komische Gestapo-Truppen die Innenstädte unsicher machen, das wollen die Amerikaner nicht. Die Umfragen zeigen das auch. Es ist nicht so, dass die Mehrheit sagt: Yes, Donald, super, wie du das hinkriegst. Gar nicht.
Aber wird das für ihn auch irgendwelche Folgen haben?
Das ist ehrlich gesagt nicht mein Thema. Mich interessiert: Welche Konsequenzen ziehen wir daraus, dass Donald Trump im Weißen Haus sitzt? Ich sehe ja schon wieder so eine Gesundbeterei, nach dem Motto: Im nächsten Jahr kommen die Midterms und dann verliert Trump vielleicht seine Mehrheit im Repräsentantenhaus, und dann wird alles wieder gut.
Also Schönfärberei.
Da sind wir ganz groß drin. Das haben wir gegenüber Putin auch so gemacht. Für uns sollte die Frage sein, wie wir es schaffen, uns von Amerika unabhängiger zu machen. Da passiert nicht viel. Alle bekommen feuchte Augen, wenn der kanadische Ministerpräsident Mark Carney in Davos zur großen Anti-Donald-Trump-Allianz aufruft. Hält allerdings nur einen halben Tag, weil dann die Grünen gegen ein neues Freihandelsabkommen mit Südamerika stimmen und Anträge auf den Weg bringen, um alles wieder zu Fall zu bringen.

Das Abstimmen mit Rechtsaußen gegen das Mercosur-Abkommen wird die Grünen vermutlich verfolgen.
Die Brandmauer ist tot. Das nächste Mal, wenn Franziska Brantner, die mächtige Vorsitzende der grünen Volkspartei, bei Caren Miosga sitzt und die Brandmauer beschwört, kann man nur sagen: zur Strafe Auslachen nicht unter drei Stunden. Aber wir müssen für unsere eigene kritische Infrastruktur sorgen. Es ist sicherlich nicht besonders schlau, wenn jeder DAX-Konzern, und jeder Mittelständler alle seine Dokumente, alle E-Mails, alles, was er zum Überleben braucht, auf amerikanischen Servern lagert. Oder wenn der gesamte digitale Zahlungsverkehr über amerikanische Firmen läuft.
Was könnten wir denn tun?
Wir bekämen was hin, wenn wir wollten. Es gibt auch europäische Suchmaschinen. Wir könnten mal die Apple Stores für vier Wochen schließen, wenn es hart auf hart kommt. Das würde man dann auch in New York an der Börse spüren. Wir sind der größte Wirtschaftsraum der Welt. Die Amerikaner sind auch von uns sehr abhängig. Diese Stärke spielen wir nur nie aus. Das traurigste Bild war für mich letztes Jahr, wie Ursula von der Leyen neben Donald Trump saß und sich noch artig dafür bedankte, dass ihr der Hosenboden versohlt worden war, weil die Schläge nicht ganz so schlimm ausgefallen waren wie erwartet.
Sie meinen die 15 Prozent Einfuhrzölle auf EU-Exporte in die USA.
Ja. Und ich höre immer, dass sei jetzt aber wirklich ein Weckruf. Passieren tut nur nichts. Oder doch: Die Gesundheits-Ampel kommt, nicht länger arbeiten als 40 Stunden.
Die was?
Sie haben als EU-Regelung die Gesundheits-Ampel eingeführt. Wenn man zu lange gearbeitet hat, springt die am Computer erst auf gelb, dann auf rot. Dann muss man sofort den Laptop zuklappen, weil sonst schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen drohen. Das sind die Themen, mit denen wir uns in Europa beschäftigen.
Das könnte man den Leuten doch noch selbst überlassen.
Nein, das ist altes Denken.
Dann bin ich wohl von gestern. Schauen wir zum Schluss noch auf etwas Heiteres: Ihre Kolumne „Der schwarze Kanal“, die viel zu Ihrer Bekanntheit beitrug. Sie erschien erst im Spiegel, jetzt im Focus. Wie kommen Sie auf Ihre Themen?
Eifrige Zeitungslektüre, beziehungsweise „X“. Das ist ein dauernder Quell der Freude für mich. Viele Leute, die sich normalerweise nur mit drei Pressesprechern im Gepäck äußern, lassen sich auf „X“ so triggern, dass sie schnell einen Tweet raushauen, den sie selbstredend anschließend schwer bereuen. Ich stecke relativ viel Recherche in meine Texte. Auch im Meinungsjournalismus reicht Meinung allein nicht. Es braucht eine gewisse Originalität. Also entweder hat man ein originelles Thema. Oder aber eine originelle Idee zu einem bekannten Thema. Oder zumindest eine originelle Formulierung zu einer bekannten Idee und einem bekannten Thema. Und wenn gar nichts mehr hilft, schaue ich bei Karl Kraus nach.
Das Gespräch führte Christine Zinner.
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Ich lese und höre Fleischhauer regelmäßig. Ich bin nicht immer einer Meinung mit ihm, muss man auch nicht. Jedenfalls weiß er durch sein breites Meinungsspektrum gerade auch sein Leserforum im Focus immer wieder zu begeistern oder aufzuregen. Der läßt sich nicht einfach nur links oder rechts einordnen, der hat dezidierte Meinungen zu einzelnen Themen, die mal so und mal so klingen. Und so wird er auch von der linken Blase eher konservativ eingestuft, weil er eben für sich Prinzipien hat und vertritt, die links eben nicht passen und das wir ja, alles was nicht links ist, ist eben rechts. Und nein, ich werde mir auch dieses Buch nicht kaufen, weil ich keine Zeit habe und da nichts neues drin lesen werde. Da schaue ich mir lieber das Interview mit ihm und der süßen Carolin Blüchel an, die das Ganze intellektuell und optisch nochmals aufhübscht.
Herrn Fleischhauers Buch „Unter Linken“ habe ich vor 17 Jahren mit Amüsement gelesen. Und was er anfaßt, wird mit viel Humor abgehandelt. Auch kennt er Selbstironie und scheut sich nicht, sich selbst in Frage zu stellen. Für mich ein Zeichen von Intelligenz.
Leider gibt es auch Dinge, die diesen Unernst nicht vertragen. Etwa daß ein AfD-Abgeordneter für ein Wahlplakat verurteilt wird, auf dem Eltern mit ihren ausgestreckten Armen ein schützendes Dach über ihre Kinder halten, weil ein Gericht die Arme als Hitler-Grüße dekonstruiert. Es ist überhaupt nicht lustig, wenn Deutschlands Demokratie in eine autoritäre gelenkte Demokratie abdriftet. Vielleicht wacht Herr Fleischhauer erst auf, wenn es bei ihm um 6.00 Uhr an der Tür klingelt und es nicht der Milchmann ist.
Glücklicherweise wird das Interview nach dem ersten Drittel etwas seriöser. So kann ich – Herr Fleischhauer wird dem alten Lehrer verzeihen – noch eine 3– geben.
wegen der Einstufung des Joseph Fischer als „wirklich coole Leute“, das ist entweder grobe Realitätsverweigerung, bewußte Täuschung oder D......t!
Mit Rücksicht auf die Lösch-„KI“ schreibe nicht aus.
Hier können Sie mal sehen, warum Deutschaufsätze so schwierig zu bewerten sind. Der eine gibt eine 3–, der andere eine 6. Und es findet sich auch noch einer, der ihn mit einer glasklaren 1 bewertet.
stark von meinen Gefühlen leiten lasse, bei Fischer verspüre ich maximale Aversion, er ist für mich der Inbegriff dessen, was in dieser Gesellschaft schiefläuft. Ich kann niemanden ernst nehmen, der in Fischer auch nur einen Hauch Positives erkennt.
Ich wäre kein guter Lehrer, auch weil mir die Geduld fehlt.
Wer Fischer ernst nimmt, leidet an Demenz. Steine werfen, Kampf dem Staat und 2 Beamte ließen in Frankfurt Startbahn West ihr Leben. Aus dem dunklem Umfeld vonFischer kam die Waffe. Nachweis konnte man es ihm nie. Mich graut es nur, dass Fleischhauer ihn bejubelt!!!
Dabei hatten gerade die Grünen wirklich coole Leute in ihren Reihen. Joschka Fischer, erste Sitzung im Bundestag, mit Turnschuhen rein und dann gleich: „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch.“
Diese bis heute nachwirkende Szene war von Fischer durch und durch inzensiert. Die Turnschuhe wurden oft bewusst medial eingesetzt. Der Weg vom Turnschuh bis zum Maßanzug war für Fischer nicht weit.
Eigentlich mag ich Fleischhauer. Seine Beiträge sind i.d.R. amüsant zu lesen. Inzwischen tanzt er mir auf zu vielen 'Hochzeiten'. Er passt zu allen. Seine Kritik an Nius ist wohlfeil nach dem Motto: man muss funny bleiben, auch wenn so rein gar nichts funny ist. Wir wachen nämlich nicht nur für eine vorübergehende Buchung in Bukarest auf: wir sind Bukarest und Schlimmeres geworden - auf Dauer. Und da ist gar nichts lustig dran. Kann sich irgend jemand an eine wirklich investigative journalistische Arbeit von Fleischhauer erinnern? Wenn ja, bitte melden.
„wirklich coole Leute“ zu bezeichnen ist schon ziemlich harter Tobak! Ich habe nicht weitergelesen.
Was soll ich sagen, wer Fischer „cool“ findet, den kann ich nicht cool finden……
Und die Cicero „KI“ hat den ersten Kommentar wieder geblockt, Leute es macht echt keinen Spaß mehr, was soll der Blödsinn?
Fleischhauer kann überziehen, wenn er alles sarkastisch "benörgelt", aber er hat eben auch oft interessante Punkte. Solche eher unangepassten aber doch auch gemäßigt und lagerfreien Geister sind glaube ich bereichernd für die Diskussion.
Mit Günther zB hat er glaube ich recht: Günther jetzt als den Totengräber der Demokratie hinzustellen, ist überzogen und macht teilweise, was man anderen vorwirft. Das sieht Fleischhauer aus meiner Sicht richtig. Nicht weil Günthers Kritik richtig wäre, sondern weil, solange er nicht seinen Staatsapparat zur Ausschaltung von Nius in Gang setzt, diese Art von gegenseitigem Misstrauen und Erschütterungen Teil des realen Zusammenlebens sind. Millionen sehen es wie Günther und glauben damit absolute Werte zu vertreten. Andere Millionen finden Nius und ähnliches ganz informativ. Das sollte man so stehen lassen können.
Trotz allem mag ich den Fleischhauer, auch wenn er mal daneben haut, aber wer tut das nicht. Bei NIUS tat er es gewaltig. Wann immer ich Zeit habe, schaue ich mir die an, v.a. die Morgensendung NIUS LIVE. Und eines sind die gewiss nicht: humorlos.
Wer Julian Reichelts Lache mal gehört hat, wenn er den Irrsinn dieser Zeit treff- und faktensicher kommentiert, den lässt es nicht mehr los. Auch sonst kommt auf dem „Sofa der Mehrheit“, wie sie sich nennen, der Humor nie zu kurz und auch die Welt geht nicht unter. Wohl aber bohren sie tief und holen viel heraus vom Dreck, den der – es ist nun mal so – links dominierte Mainstream baut. Aber auch die Kritik an der AfD kommt nicht zu kurz, wenn sie anfällt (etwa der Familienfilz).
Die Causa Günther zeugt nicht von Weinerlichkeit, sondern Konsequenz. Fleischhauer selbst lobt doch die Klage gg diesen Verfassungsfeind.
Und: Fischer war nicht cool, er war einer der ersten verlogenen Polit-Darsteller mit Erfolg. Quasi seiner Zeit „voraus“.
"Wer Julian Reichelts Lache einmal gehört hat", es ist überaus unterhaltsam, denen zuzuhören, obwohl ich schon dachte, schön, dass ihr es so lustig habt angesichts der Entwicklung.
Aber genau das ist es doch: in solchen Zeiten hilft nur noch Humor.
Reichelt ist und bleibt eine journalistische Rampensau. Ein Klassenkaspar, der im deutschen Journalismus einzigartig ist. Mit Leidenschaft und Engagement tritt er dem Establishment auf die Füße, verspottet sie mit Verve und nervt die Mächtigen. Und das ist gut so. Solche Charaktere gehören zu einer pluralistischen Meinungs- und Mediengesellschaft dazu, die in Deutschland generell zum unterwürfigen Anbiedern neigt.
Im Vergleich dazu ist Fleischhauer mehr high-brow, neigt eher zum leiseren, distinguierten Spott. Polarisiert zwar auch, aber deutlich softer.
Und angesichts der desolaten Lage, in der sich Land und Wirtschaft befinden, ist Humor das das beste Antidot zu Wut, Nörgeln und Weltschmerz.
Und ja, bei NiUS live gehen sie – iVgl zu anderen „rechten Portalen“ - nun wirklich nicht zum Lachen in den Keller.
Denn um Humor zu haben, muss man die Graunuancen erkennen und Ironie verstehen. Diese Fähigkeit ist Extremisten, egal ob im linken oder rechten Spektrum verortet, nicht vergönnt.
Ich bin von Herrn Fleischhauer nach wie vor angetan. Ich habe seine sehr lange Zeit beim Spiegel bewundert. Bewundert nicht nur für seine großartigen Texte und Artikel, sondern auch für sein Durchhaltevermögen. Ich bin sicher, es hat ihn verdammt viel Kraft gekostet, als wirklich Einziger, wie ein isolierter Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel, in dieser geschlossenen Gruppe linker Kollegen seine pragmatische, ironische, aber treffsichere Sicht auf gesellschaftliche und politische Tagesereignisse zu behalten und durchzuziehen bis zu seinem letzten Redaktionstag dort. Es muss sehr einsam und isolierend für ihn gewesen sein. Ich habe sie geliebt, alle seine Texte.....
Dann wechselte er zum Focus und inzwischen muss ich sagen, hat er ein wenig von seinem "Biss" verloren. Ich glaube, es hat auch damit zu tun, dass er nochmal Vater geworden ist. Irgendwo las ich da mal eine kurze emotionale Einlassung von seiner Seite;-)
Aber im Großen und Ganzen, finde ich seine Statements super!
Ich entschuldige mich für meine Orthographie. Mea culpa.
so zu titulieren, kann man sich - als normaler Mensch - nur leisten, wenn man einen Bademantel hat.
Das Problem ist, dass er als Mitglied des Bundesrates alle möglichen Gesetze anschieben kann...
ich war für ein paar Tage im Januar in Bukarest, tolle und interessante Stadt, die sich gerade von 45 Jahren Sozialismus und Diktatur erholt. Da ist eine Menge Potential, so von wegen Mallorca.
ohne mindestens einmal die AfD negativ ins Spiel gebracht zu haben. Ist wohl ein (un)geschriebenes Gesetz. „...dass AfD-Politiker ebenfalls nicht besonders witzig sind.“ Da muss sich aber jeder fragen, wie besonders witzig ein Merz, eine Merkel, eine Dröge, Haßelmann, Faeser oder eine Strack-Zimmermann sind. Frau Zinner studierte Sozialwissenschaften-ja, das kommt von sowas! Und wow, Merz „performt“ außenpolitisch? Wo genau? Auf Samoa oder anderen wichtigen Regionen der Welt? Ach ja: J.Fleischhauer, nettes Interview, Haltungsverbogene und Meinungsstabile würden seine Sprüche als populistisch brandmarken, aber im Großen und Ganzen scheint er mir doch eher „mittig“ zu ticken, trotz seiner ab und zu durchscheinenden verbal sozialistischen Anwandlungen. Ich denke, seine „follower“ rekrutiert er eher aus dem konservativen Spektrum. Ich kann mit seinen Ansichten gut leben.
Sorry, aber den konnte ich nicht liegenlassen. Nicht nach diesem Parteitag.
