Ingrid Bell
Inge Bell

„Das Interview“ mit Inge Bell - „‚Sexuelle Identität‘ ist ein völlig schwammiger Begriff“

Inge Bell rechnet mit der Identitätspolitik ab. Die ehemalige Terre-des-Femmes-Vorständin kritisiert die heutige Transpolitik, warnt vor Leihmutterschaft und erklärt, warum sie den Streit um die Geschlechtsdefinition als Wendepunkt der Frauenrechtsbewegung betrachtet.

Christine Zinner

Autoreninfo

Christine Zinner studierte Sozialwissenschaften und Literaturwissenschaft und ist freie Journalistin.

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Inge Bell (58) ist Unternehmensberaterin, Frauenrechtlerin und ehemalige ARD-Journalistin, die sich als Auslandsreporterin auf Südosteuropa konzentrierte. Für ihren Kampf gegen die Misshandlung Behinderter, Kinderpornografie und Zwangsprostitution wurde ihr 2012 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Von 2017 bis 2023 war sie zweite Vorstandsvorsitzende der deutschen Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.

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Markus Michaelis | Fr., 21. August 2026 - 00:04

Ich habe von Progressiven die Aussage gehört, dass die Geschichte am Ende immer ihre progressiven Sichtweisen durchsetzt, mal früher, mal später. Das ist eine sehr eindimensionale Sicht auf den Menschen. Progressives Denken dreht sich sehr um Gerechtigkeit, auch mit dem Grundgedanken, es gäbe davon genau eine für die ganze Menschheit.

Aus meiner Sicht dreht sich Demokratie gerade darum, dass sich über kaum etwas Menschen so zerstreiten wie über Gerechtigkeit und das grundsätzliche richtige Menschsein, weil es dazu eben unterschiedliche Auffassungen gibt.

Diskussionen, auch solche, in denen man sehr fest auf seinen Positionen beharrt, finde ich richtig und gut. Mir sind viele progressive Strömungen aber zu sehr in eine unerbittliche Wahrheit abgedriftet und in eine aggressive Abwertung aller anderen Standpunkte. Das sind undemokratische Grundeinstellungen und untereinander zerstreitet man sich dann auch noch darüber, wer die noch reinere Lehre vertritt.

Hanno Woitek | Fr., 21. August 2026 - 15:14

.... was ist denn, wenn ich als Mann mich ganz plötzlich für eine Stute halte.... wow?!! Und das auch noch ganz woke, diverse und quer und gendernd eintragen und leben will. Bitte auch ins Grundgesetz aufnehmen. Wir gründen ein Idiotenclub und laden herzlich ein....

Elisa Laubeth | Fr., 21. August 2026 - 18:13

„Vorständin“,“Mitfrauenversammlung“ : der identitäre Unsinn hat weit um sich gegriffen.Was in aller Welt ist an dem Wort „Mitgliederversammlung“so böse, dass man es nicht benutzen kann? DAS Mitglied! Übrigens hat die deutsche Sprache eine Reihe von Möglichkeiten, sich „gendersensibel“ auszudrücken ohne diese sprachlichen Verrenkungen-wenn’s denn sein muss. Wenn man sich selbst dieses Vokabulars bedient, gibt man schon den Raum frei für ideologische Aktivist*:-innen, die ganz andere Dinge zum Ziel haben.
Auch dieses Hin und Her mit Unterschriften, rückgängig machen, wieder einen Versuch unternehmen, der erneut scheitert
ist doch eine Quasiunterwerfung unter diese Ideologie.
Wenn man eine wertefeste Haltung hat, dann macht man das einfach nicht mit. Austritt und zwar schnell ist die einzige Option. Ideologen und Fanatiker kann man nicht überzeugen- im Gegenteil. Je mehr man argumentiert, um so mehr verhärten sie sich. Übrigens ein schönes Beispiel wie überflüssig solche NGOs sind.

Heidemarie Heim | Fr., 21. August 2026 - 19:55

Zunächst auch meinen Dank für diesen Einblick in eine Welt bzw. Aktivitäten sogenannter Feministinnen und den dazugehörenden Organisationen,mit denen ich bisher so gut wie keine Berührungspunkte hatte. Wiewohl ich jedoch bei vielerlei Themen und Konflikten,in denen explizit Mädchen und Frauen betroffen bzw Opfer sind mich oft fragte:"Wo bleiben denn die Kämpferinnen oder Feministinnen.Mit gendern und Diskussionen über Geschlechter,wenn ja,wie viele,ist doch keinem Mädchen oder jungen Frau geholfen,die gefangen in Patriarchat und Traditionen arrangierte Zwangsehen mit alten Knackern eingehen müssen, verstümmelt und zugenäht werden von den eigenen Müttern und was nicht alles die sogenannte Ehre verlangt in anderen Kulturkreisen.Statt dessen immer mehr nun woke "Hennenkämpfe" untereinander.Und wieder einmal bestätigte es meine bisherige Erfahrungen, nämlich lieber mehrere Männer,gern auch schwul als Freunde und Kollegen,als Geschlechtsgenossinnen,die gern mal zu Hyänen werden;). MfG

Jens Böhme | Fr., 21. August 2026 - 19:55

"Doch dann haben wir uns über die Organisationsform zerstritten, ob es ein Verein eine gGmbH oder etwas ganz anderes sein sollte." - Sowas muss vorab stehen, nicht bei der abschliessenden Räterepubliksversammlung durchdiskutiert werden. Typischer direkte-Demokratie-Fehler.