Daniel Peters
Daniel Peters / D. Herrmann

Daniel Peters im Gespräch mit Carsten Korfmacher - Cicero Podcast Politik: „Die Brandmauer in MV könnte fallen, wenn ...“

Die CDU hat im Nordosten Deutschlands einen beispiellosen Niedergang hinter sich. Wie konnte es dazu kommen? Und muss die CDU die Brandmauer einreißen? Daniel Peters, Landeschef der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, nennt im Video-Interview die Bedingungen dafür.

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Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

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In Mecklenburg-Vorpommern hat die CDU seit der Wiedervereinigung einen der wohl spektakulärsten Abstiege aller deutschen Parteien hingelegt. Holten die Christdemokraten bei der Bundestagswahl im Jahr 1990 noch fast 40 Prozent der Stimmen, stehen sie heute in Umfragen bei deutlich unter 10 Prozent. Wie konnte das passieren? Warum fühlen sich Konservative von christdemokratischen Positionen nicht mehr angezogen? Welche Fehler hat die CDU gemacht? Und welche Rolle spielt dabei die AfD, die im Nordosten der Republik mittlerweile mehr als jeden dritten Wähler an sich gebunden hat?

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September steht CDU-Landeschef Daniel Peters Cicero im Video-Podcast aus Schwerin Rede und Antwort. Die Ausgangslage für seine Partei ist schwierig. Der Nordosten ist zwischen rechts und links polarisiert: Die AfD führt den rechten Flügel an und will in Person von Landeschef Leif-Erik Holm den nächsten Ministerpräsidenten stellen. Angetreten, um diesen Platz zu verteidigen, ist die im Land außerordentlich beliebte Manuela Schwesig, die mit der SPD das linke Lager anführt. In jüngsten Umfragen holten die Sozialdemokraten gewaltig auf, lagen zuletzt bei 32 Prozent. Die AfD rutschte zwar um einen Prozentpunkt ab, liegt mit 35 Prozent aber immer noch deutlich in Führung.

Fällt die Brandmauer?

Der CDU wollen nur noch 8 Prozent der Wähler ihre Stimme geben, somit wurden die Christdemokraten mittlerweile sogar von den im Land mitregierenden Linken (11 Prozent) überholt. Ist die CDU in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit? Und zeichnet sich gerade im Nordosten eine Entwicklung ab, die früher oder später auch im Bund eintreten könnte? Keineswegs, sagt Daniel Peters im Gespräch mit Cicero: „Wer einen wirklichen Politikwechsel will, der kommt an der CDU nach meinem Dafürhalten nicht vorbei.“

Die Kernfrage ist, spätestens seit der Wahl in Sachsen-Anhalt, natürlich die der Brandmauer gegenüber der AfD. Insbesondere die Führungsriege der CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der Partei kategorisch aus, will nicht einmal in der Theorie diskutieren, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um eine Zusammenarbeit in Erwägung zu ziehen. Peters wagt sich hier mehr nach vorne. Er würde seine „Meinung zur AfD gänzlich ändern“, sagt er, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seinen. Welche das sind, erfahren Sie in unserem neuesten Cicero Podcast Politik.

 

Daniel Peters und Carsten Korfmacher
Daniel Peters und Carsten Korfmacher in Schwerin / Screenshot 

Das Gespräch wurde am 26. August 2026 als Videopodcast aufgezeichnet.

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Günter Johannsen | Fr., 11. September 2026 - 11:09

„Letztendlich sind es deutsche Bürgerinnen und Bürger gewesen, die auf den sächsischen Straßen eine Erkenntnis umgesetzt haben, die in Frankreich als kostbarstes Wort der Politikgeschichte längst in jedem Klassenzimmer hängen würde: „Wir sind das Volk!“ Dieser Satz hat uns gelehrt, dass wir, wenn wir unserer Sehnsucht glauben und ihr vertrauen, die Angst verlieren können. Eine Angst, die die willfährige Dienerin jeder Art von nichtlegitimer Herrschaft ist, die uns ohnmächtig macht, die uns bindet. In dem Augenblick aber, in dem wir unsere Angst benennen und Anpassung und Angst als Geschwister erkennen, sind wir möglicherweise bereit zu erproben: Können wir auch ohne sie leben? In diesem Augenblick wachsen uns jene Kräfte zu, die eine ganze Gesellschaft verändern können.“
(Joachim Gauck, Pfarrer; Bundespräsident a.D.)

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 11. September 2026 - 12:20

aber Hallo!
Ein allgemeinverständlicher und dennoch intellektuell hoch "elaborierter Code".
Habe gerne zugehört und werde die Welt nicht mehr verstehen, wenn solche Leute in der CDU nicht geradezu Magnete für Zustimmung sind.
Für den Fall, was ich nicht hoffe, dass der SPD in MeckPom das Schicksal der CDU in Sachsen-Anhalt droht, mit solchen Politikern kann man vertrauensvoll zusammenarbeiten.
Er begreift zudem gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge für die Bundesrepublik Deutschland.
Ist so jemand denkbar als Kanzler für Deutschland?
Als Jemand, dem Menschen vertrauen würden.
Er hat ja noch Zeit.

Ingo Frank | Fr., 11. September 2026 - 12:48

zu fordern, dass diese sich auf die CDU zubewegen soll. Inhaltlich ? Vertritt die AfD in aller Deutlichkeit eigentlich nur die CDU Positionen die Merkel und jetzt Merz im rot grünen Waschbottich weichgespült haben. Und personell ? Gibt es bei der CDU die vorgibt auch eine bürgerliche Partei zu sein eben auch linke Extremisten die das Landessymbol am Reverse tragen aber ihre Privatmeinung zur Pressefreiheit vortragen. Dann müßte sich die CDU auch von vielen Linken in ihrer Partei trennen. Und genau diese verlogene Doppelzüngigkeit geht dem Wähler gegen den Strich. Man glaubt der Union einfach nicht mehr über den Weg.
Warten wir das Ergebniss der CDU in MV ab. Ich habe schon vor Woche vgeschrieben, das diese Wahl für die CDU noch belastender werden kann, zu einem Zeitpunkt wo ihr noch 10% Zustimmung zugebilligt wurde. jetzt sind es noch 6 ….7% ! Und in SA wurde die CDU mit gut 4% Zuviel von den Demoskopen vor der Wahl eingenordet. !

Klaus Funke | Fr., 11. September 2026 - 16:58

Die CDU möge in MeckPom die 5% nicht erreichen, oder meinetwegen 5,2 % - dann denke ich, sind die Kegel gefallen, dann muss Merz zurück ins Sauerland oder zu Black-Rock (wenn sie ihn dann noch nehmen, denn "der Mohr hat seine Schuldigkeit" eben nicht getan). Merz, der sensible Angeber, muss gehen. Dann haben wir, hat Deutschland, noch eine Chance. Merkel hatte recht, er kann es nicht. Er war und ist der schwächste, mieseste Kanzler, den Deutschland je hatte (die ehemaligen Reichskanzler mitgerechnet).