Werte-Dialog in NRW - Was sind die Konsequenzen aus den Rheinbad-Tumulten?

In Düsseldorf veranstaltete das NRW-Integrationsministerium nach den Tumulten im Rheinbad eine Diskussionsrunde mit Bürgern unter dem Titel „Werte-Dialog”. Das Thema: Unsicherheiten in Schwimmbädern durch große Gruppen, und wie Integration gelingen soll

Bademeister des Rheinbads: Wladimier Chetverik / picture alliance

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Tumulte im Düsseldorfer Rheinbad hatten in den vergangenen Wochen für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Auch Cicero berichtete darüber prominent. Dreimal musste es geräumt werden, weil es Ärger mit Badegästen gab. Die Diskussion darum landete natürlich: beim Thema Integration, Sicherheit, Angst. Die einen spielten diese und ähnliche Vorfälle herunter, andere überhöhten sie. 

Nun hat das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen einen sogenannten „Werte-Dialog“ geführt, eine Diskussionsrunde mit verunsicherten Bürgern. Dabei sprach auch ein Bademeister des Rheinbads zu den Gästen, Wladimir Chetverik, und gab einen Einblick darin, was das Schwimmbad-Personal tagtäglich aushalten muss. Moritz Küpper vom Deutschlandfunk war vor Ort und berichtet eindrücklich davon.

Chetverik sprach davon, dass mit Vergewaltigung gedroht werde, mit Vergewaltigung der Mutter, mit Mord, oder mit: „Ich zünde dich an“. Er berichtete, dass große Gruppen von jungen Menschen sich regelmäßig auffällig und oft auch respektlos benähmen, er und nennt konkrete Beispiele. Früher wären Jugendliche in Gruppen von zwei oder drei dort baden gegangen. Inzwischen wären die Gruppen auf zwanzig oder mehr angewachsen. Chetverik betonte, dass es sich bei den Unruhestiftern auch um Deutsche handele, nicht nur um Migranten.

So geht Nordrhein-Westfalen bislang mit den Rheinbad-Vorfällen um, mit einem „Werte-Dialog“, der allerdings schlecht besucht war, und in dem vieles offen blieb. Immerhin, es wird gesprochen.

Heidemarie Heim | Fr, 23. August 2019 - 14:26

Ich bin erstaunt. Gab es denn zwei oder mehrere solcher Dialoge? Denn das was ich in Einspielern und Information dazu bei unseren ÖR-Sendern mitbekam, unterscheidet sich doch sehr in den Aussagen von dem "Fundstück" hier. Da wurde durch Herr Geisel oder andere Verantwortliche ein völlig anderes Bild der Lage und über wahre Sachverhalte gezeichnet. Auf welcher Veranstaltung schilderte der oben angeführte Bademeister Herr Chetverik seinen Arbeitsalltag und der seiner Kollegen*Innen? Denn es kann, was das Ergebnis der Bestandsaufnahme und die dazu gemachten Äußerungen der Verantwortlichen, m.E. nicht die gleiche Dialogveranstaltung gewesen sein. Kann Berichterstattung wirklich so weit auseinander gehen? Bei bestimmten Themen scheinbar schon. Was mein Vertrauen in die allgemeine deutsche Medienlandschaft nicht gerade stärkt. Andererseits muss sich deshalb unser;-) Cicero keinen Kopf um schlecht besuchte Dialogveranstaltungen von verunsicherten Lesern machen! Schönen Tag Allen! MfG

Ernst-Günther Konrad | Sa, 24. August 2019 - 14:01

In reply to by Heidemarie Heim

Genauso habe ich das auch in anderen Medien gelesen. Herr Geisel bezeichnet doch die "voreilige" Schließung als überzogen. Die armen Migrantengruppen sind ja erst richtig böse auf dem Heimweg geworden, als sie über ihre ungerechte Behandlung lautstark randalierend beschwerten. Es sollen dabei Leute angepöbelt und Gegenstände aus Zorn mit Fußtritten bedacht worden sein. Ob was kaputt ging? Man liest ja nichts darüber. Die Veranstaltung war mit ca. 70 Personen besucht las ich. Von den Respekt einfordernden Jugendlichen - niemand da -. Ach ja, die trauen sich ja nur in großen Massen im Bad. Das Hausrecht hat der städtische Mitarbeiter nicht die Polizei. Wenn der unmittelbar anwesende Verantwortliche nur eine Räumung als Lösung sieht und zur Unterstützung die Polizei holt ist das eine Momententscheidung. Wo war eigentlich Herr Geisel da gerade? Ging er die nächsten Wochenenden ins Bad und informierte sich selbst? Jetzt seinen Leuten und der Polizei überzogenes Handeln vorwerfen. Feigling.

Heidemarie Heim | So, 25. August 2019 - 15:11

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Wehe man übt es aus! Erinnern Sie sich noch an den Chef der Essener Tafel, Herr Sartor? Als er davon Gebrauch machen wollte, weil ein immer größer werdender Teil seiner Kunden auf Regeln und Rechte ihrer Mitkunden pfiff und seine ehrenamtlichen Mitarbeiter*Innen anmachten wenn die zu verteilende Menge und das Sortimentsangebot nicht dem Geschmack der Herrschaften entsprach? Da ging aber der Punk ab, nicht wahr? Rückhalt durch die Verantwortlichen? Ermittlungen durch die Behörden wer daraufhin die Lieferwagen der Tafel mit den entsprechenden Bezeichnungen ob seines Vorgehens "verzierte"? Gehen Sie bitte weiter, es ist nix passiert und zu sehen gibt es auch nichts! Klappe zu, Affe tot!
War was? Alles Gute! MfG

Klaus Peitzmeier | Fr, 23. August 2019 - 16:02

Düsseldorf muß das Zentrum der deutschsprachigen Migrantenhochkultur sein. Da sprechen selbst "große Gruppen junger Menschen, die sich regelmäßig auffällig u oft auch respektlos benehmen" ganze Sätze mit Subjekt, Prädikat u Objekt wie: Ich droh dir mit Vergewaltigung, ich vergewaltige deine Mutter oder ich zünde dich an.
Abseits dieser Migrantenhochkultur kenne ich das als: Ich fick dich, ich fick die Alte, ich mach dich Fackel. Das gehört doch mittlerweile zu deren Umgangssprache wie im Ruhrgebiet das "Woll". Die meisten Personen in solchen Gruppen, sind hohl wie feige u nur in der Gruppe stark. Da müßte nur das Gesetz konsequent angewendet werden u diese Personen würden ganz nette Menschen. Das kennen die nämlich von zuhause. Deren Familienoberhaupt gibt denen eine auf die Zwölf, wenn die über die Stränge schlagen u schon sind sie eingenordet. Solange die keine Härte des Gesetzes spüren, testen die weiter zu unseren Lasten.

Christa Wallau | Fr, 23. August 2019 - 17:20

Wer eine Multi-Kulti-Gesellschaft will, bekommt sie
eben.
Er sollte sich dann allerdings nicht beschweren, wenn er die voraussehbaren Folgen ertragen muß.

Liebe Frau Wallau,

wie wahr, wie wahr Ihr Kommentar.

Gab es in der Stasi-DDR keine gute Literatur? Wenn doch, blieb Merkel "Imanuell
Kant" Merkel unbekannt, den GRÜNEN unbekannt, sogar den FDPianern unbekannt,
Linken ebenso, Lenziananern und so weiter und so fort.
Kant sagte in weißer Voraussicht:
"Wer sich zum Wurm macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen ge-
treten wird".

Dazu mein P.S.:
Und wer doch klagt wird braun oder blau wie die AfD.
L.G. B. Simon

Albert Schultheis | Sa, 24. August 2019 - 01:18

Wieder so ein Schmus als Augenwischerei. Seit uns die Werte abhanden gekommen sind, gibt es allerorten „Wertedialoge“. Im Grunde dokumentieren diese nur noch das krachende Scheitern jeglicher Integration, bzw Integration wird ja eigentlich schon längst nicht mehr gefordert, denn das wäre ja „Nazi“, wenn wir uns ausbitten würden, dass sich die Eingereisten bitteschön an unsere Sitten, Gebräuche und Anstand zu halten hätten.
Schön, dass der Bademeister betont, dass auch deutsche Jugendliche „Unruhestifter“ dabei auftraten. Offenbar hat er seine Lektion gelernt, um überhaupt von bestimmten Kreisen gehört zu werden. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass da Gruppen von 20 und mehr deutschen Jugendlichen sich zusammenrotteten und einzelne Personen bedrohten. Captatio benevolentiae nennt sich die rhetorische Finte. Dabei wäre es höchste Zeit Ross und Reiter zu nennen, um das Problem an der Wurzel zu packen. Aber dafür ist es längst zu spät. Deshalb lieber „Wertedialog“.

Gerhard Schwedes | Sa, 24. August 2019 - 09:18

Wenn die Regierung keine Konzepte hat, beruft sie Beratungsausschüsse ein - siehe AKKs Gremium zur Migration. Wenn Landesregierungen keine Konzepte haben, ernennen sie meist eine Frau mit ausländischen Wurzeln zur Migrationsbeauftragten, wenn der OB von Düsseldorf sich angesichts der Bädertumulte nicht mehr zu helfen weiß, macht er einen Bürgerdialog. Es ist wie bei hilflosen Müttern und Vätern, die keine Erziehungskonzepte gegenüber ihren Zöglingen haben. Die quatschen dann stundenlang auf sie ein und verziehen sie damit nur umso mehr. Dabei wäre alles so einfach. Man macht es so, wie es in den Herkunftsländern bestens funktioniert, weil solche Sprechweisen sehr gut auch ohne Deutschkenntnisse verstanden werden. Ich zitiere aus dem obigen Kommentar von Peitzmeier: "Deren Familienoberhaupt gibt denen eine auf die Zwölf, wenn die über die Stränge schlagen und schon sind sie eingenordet." Das ist praktisch, preiswert u höchst effiziient. Auf Süddeutsch: Zeigen, wo de Baba de Moscht holt!

dieter schimanek | Sa, 24. August 2019 - 20:01

Zumindest mit deutschem Pass. Auf Dauer wird das auch die Lösung sein, jeder Illegale bekommt einen deutschen Pass und schon gibt es keine Ausländerkriminalität mehr. Das war übrigens auch die Befürchtung der Briten. Die Deutschen verteilen Passe, mit denen dann die hochgebildeten Mirgranten nach Britanien einreisen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Genau so wird es in einigen Jahren kommen, lieber Herr Schimanek, auch wenn das die perfideste Art ist, die unseren verantwortlichen Politikerinnen und Politikern einfällt, zum Zwecke der allgemeinen Ruhigstellung die Quote der Ausländerkriminalität zu senken. Schon heute berichten führende Medien über Kriminalfälle in nahezu triumphierendem Duktus, der oder die Täter seien Deutsche gewesen. Kämpft man sich dann bis zum Ende des Artikels durch, erfährt man beiläufig, dass es sich dabei um "Fahrud M." oder "Mahmud Ö." oder "Gökhan S." handelt. Ich nenne diese Art der Berichterstattung Verleumdung einer ganzen Bevölkerung, und es ist nach meinem Verständnis das, was man auch unter Diskriminierung versteht.

es sich bei den" auffälligen" Gruppen a u c h um Deutsche gehandelt haben soll. Warum kennen" die schon etwas länger hier Lebenden" solche Auswüchse denn dann nicht aus ihrer eigenen Jugend ? Leider wird alleine durch den deutschen Pass eine tradierte Gewaltkultur nicht automatisch obsolet. Sie lebt auch im naturalisierten Deutschen weiter, wenn sich das Umfeld nicht ändert. Wie Gewalt in archaischen Gesellschaften eine furchtbare Rolle spielt ,kann man in Abdel-Samads Buch" Mein Abschied vom Himmel" lesen.

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