Corona-Virus: Wie funktioniert das Krisenmanagement? - Keiner weiß nichts Genaues

Das Corona-Virus greift um sich, und sogar Gesundheitsminister Jens Spahn spricht jetzt vom „Beginn einer Epidemie“. Viele Bürger wollen jetzt wissen, wie das Krisenmanagement in der eigenen Stadt funktioniert. Aber gibt es Informationen? „Cicero“ hat den Test gemacht.

Viele Fragen, wenig Antworten/ picture alliance

Autoreninfo

Rixa Rieß hat Germanistik und VWL an der Universität Mannheim studiert und hospitiert derzeit in der Redaktion von CICERO.

 

So erreichen Sie Rixa Rieß:

Die Lage ist ernst. Zumindest ernster, als es die Regierung lange angenommen hatte. Jens Spahn erklärte in seiner Lageeinschätzung am Mittwoch in Berlin, Deutschland sei „am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“. Er habe die Gesundheitsminister der Länder in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Pandemiepläne „zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten“. Zwar sei noch keine Pandemie ausgebrochen, aber es sei wichtig, sich „auf diese Situation vorzubereiten“. 

Das Coronavirus ist über die Alpen in Deutschland angekommen. Derzeit sind in Deutschland 27 laborbestätigte Fälle von Covid-19 bekannt, schreibt das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website. Die ersten Menschen stehen unter Quarantäne – in Nordrhein-Westfalen sind 300 Karnevalsfeiernde aufgerufen, sich nach dem Kontakt mit einem infizierten Ehepaar bei den Behörden zu melden. Weltweit wurden 82.168 Fälle gemeldet –  2.801 Menschen sind bis jetzt an dem Virus gestorben.

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    3,90 €
  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
     
    0,00 €
  • 3-Monatsaktion
    i
    • 3 Monate lesen, 2 zahlen für 19,60 €
    • danach 9,80 pro Monat, mtl. kündbar
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte 
    19,60 €
Ernst-Günther Konrad | Fr, 28. Februar 2020 - 16:20

Ich mache den Panikhype nicht mit. Die BILD/FOCUS ändern stündlich ihre Meldungen und zählen mit, wieviel, wo und wann sich "angesteckt" haben sollen. Viele Verdachtsfälle, viel Panikmache. Mal heisst es, der Virus ist nicht schlimmer als jeder andere Grippevirus, mal wird so berichtet, als sei die Pest über uns hereingefallen.
Mich hatte das Virus eigentlich nicht interessiert. Aber seitdem Spahn verbreiten lässt, die deutsche Regierung hat bezüglich des Virus alles im Griff fühlte ich doch Panikattacken. Habe mal recherchiert. Die Krankheitssterbestatistik wird anhand der med. Angaben in einem Totenschein statistisch erhoben. Nun, in den Totenscheinen die mir dienstlich übergeben wurden, stand immer nur "Tod infolge Herz-Kreislaufversagen" oder " medizinisch ungeklärt" oder unnatürlicher Tod.
Da nur bei Verdacht einer Straftat im Regelfall obduziert wird stellt sich die Frage: " Wie stellen die Statistiker tatsächlich ihre Werte fest? Werden akute Vorerkrankungen berücksichtigt?

Nun ja, wenn nicht ein Messer im Rücken übersehen wurde bei Feststellung einer natürlichen Todesursache, was eine Erkrankung egal welche eigentlich ist, wird es schwierig. Ich glaube man nimmt da grob die unterschiedlichen Infektionsmuster zu Rate. Übertragungsdauer,Ansteckung, Inkubationszeit, Schwere der Symptomatik und Verläufe samt spezifischer Gruppengefährdung (unreife Neugeborene bis 6 Wochen, hohes Alter, geschwächtes oder fehlendes Immunsystem durch HIV, Chemo usw., schon vorhandene Leiden der Lunge und Bronchialsystems wie Asthma usw., dürften Parameter dafür sein ob eine Erkrankung durch diesen Virus
letaler verläuft als bei anderen. So weit ich weiß, soll es eine Mutation oder eine Entwicklung des sars- Virenstamms sein, dessen Eigenschaften sich wie bei anderen Grippeviren ständig verändern und somit einen expliziten Aktiv-Impfstoff erfordern. Das gefährliche daran, er geht massiv die Lunge und Atemapparat an und erzeugt wohl schweres Fieber was manchmal schon reicht. MfG

Heidemarie Heim | Fr, 28. Februar 2020 - 16:39

Vielen Dank für diese Recherche und Ihre Analyse liebe Frau Rieß! Man kann sich auch in dieser Hinsicht darauf verlassen, das Cicero außerhalb geschürter Paniken die "Routinierte Ratlosigkeit", mein neuer Lieblingsbegriff!, aufzeigt!
Deshalb hätte z.B. ein Jeder selbst überlegen sollen, ob er unbedingt in einem stickigen Gemeindesaal/Turnhalle eng Seit an Seit gequetscht mit Bekannten und Unbekannten feucht fröhlich Fassenacht feiert. Von den gleichen Überlegungen geplagt, das persönliche Risiko aber nicht abschätzen könnend, überlege ich seit Tagen, ob ich die lang geplante und mit Freude erwartete Kurzreise mit meiner BFF nach Mallorca zur hoffentlich noch-Mandelblüte antreten soll. Oder ob die Luxemburger uns überhaupt noch über die Grenze und in den Airport reinlassen? Ich glaube einmal falsch husten oder einen roten Kopf vom Kofferschleppen und wir haben verloren.
Ich sollte mich wohl flugs schlau machen!
Hoffentlich mit mehr Glück als Sie geehrte Frau Rieß in Berlin! MfG

Uwe Dippel | Fr, 28. Februar 2020 - 16:52

Dieser Plan existiert seit Ende 2019. Ein guter Anfang, aber nur ein kleiner Schniepel als Anfang.
Denn was total fehlt ist die Einbindung in ein 'Grosses Rad', eine gesetzliche Handlungsgrundlage auf allen Ebenen.
Wer wäre zum Schließen eines Grenzüberganges ermächtigt? Richtig, (nur) der Landrat des jeweiligen Landkreises. Also eine absolute Desorganisation.
Und wenn man vom potentiellen Schließen von Grenzübergängen spricht: Das muss ja auch KONTROLLIERT werden! - Das Aufstellen eines laminierten Schildes wäre höchstens ein namensgleicher Streich.
Wer kontrolliert die ausgesprochenen häuslichen Quarantänen? Richtig, das Gesundheitsamt ist gehalten, Kontrollanrufe durchzuführen. "Ich hatte gerade geschlafen. - Ach so."?

Ganz furchtbar: Nicht einmal Ärzte erhalten eine Information. Wo ist die bundesweite bundeseinheitliche Nummer? Wo ist die Webseite, auf der man sich selbst verdächtigen kann, damit man eben NICHT ins Wartezimmer des Hausarztes gehen muss? Gibt's in Österreich!

Das Internet und das Virus sind doch Neuland, da müssen wir erst einmal schauen. Es zwar soviel Spaß gemacht mit dem Finger auf China zu zeigen, jetzt wo es aber unser Problem ist, zeigt sich vor allem, dass wir es überhaupt nicht auf die Reihe kriegen. Kleinstaaterei, Unvermögen, Privatisierung der Vorsorge zeigen eben ihre Wirkung.
Da können wir nur froh sein, dass das Virus nicht zu aggressiv ist.

Bernd Muhlack | Fr, 28. Februar 2020 - 18:32

Bei welt-online sind aktuell elf (!) Artikel zur Virenlage.
Diese Panikmache ist absolut kontraproduktiv!

Was ist mit dem Klima, Greta, dem Brexit, Trump etc?
Das ist plötzlich alles irrelevant.

Ich war heute bei Kaufland; es ist der Tat so, dass so genannte "Hamsterkäufe" getätigt werden.
Vor mir an der Kasse ein mittelaltes Ehepaar: zwei pickpacke volle Wagen!
Sie haben mich meiner Tüte Haribo und einem Sixpack vorgelassen; "Danke."

Wie kann man sich schützen?
Im "Brotgang" nieste ein Zeitgenosse in die Hände um daraufhin in den Brötchenbehälter zu greifen!
Niemals mehr werde ich solche Backwaren kaufen!

Meine Briefträgerin läuft mit einer Schutzmaske herum. Ich sagte ihr, das sei Unsinn, nütze gar nichts.
"Ich weiß, aber wir müssen das so machen."

Und bei einem Erdbeben schnell unter einen Tisch flüchten, gell?
Reiner Aktionismus!

Ja, diese Viren; jetzt sind sie eben hier, alternativlos.

Ulrich Mende | Fr, 28. Februar 2020 - 18:57

-jetzt ist das Virus halt da.
Neulich bei Lanz: Prof. Kekule, Lehrstuhlinhaber für Medizinische Mikrobiologie und Virologie Uni Halle, Institutsdirektor, sagte sinngemäß:
Man hat in D viel zu spät und zu zaghaft gehandelt.
Er hat selbst schon vor Wochen das BMG angeschrieben, keine Reaktion.
Sterblichkeit der Infizierten bei Corona: ca. 1% (Grippe = 0,1%) - also deutlich gefährlicher als Grippe.
Bis jetzt keine Medikamente, auch kein typisches Befall-Muster. Inkubationszeit noch unklar.
D verfügt nur über 7 Intensivkliniken mit wenig Betten. In anderen Krankenhäusern fehlen wichtige Voraussetzungen: Schutzanzüge, Masken, Desinfektionsmittel, Training der unvorbereiteten Belegschaft. Letztere müsste unbedingt besonders geschützt werden, sonst könnte es zu einer Katastrophe kommen.
Meine erste (von vielen weiteren) Fragen: Wenn ich schon „Pandemiepläne“ mache – wieso gehören dann einfache Schutzmittel nicht dazu, warum lagern nicht irgendwo ausreichend Schutzanzüge, Masken…???

Wenn es nicht um Asyl, Umwelt oder die Politik selbst geht, interessiert es die Politiker nicht. Niemand geht auf die Straße, um für genügend Desinfektionsmittel im Seuchenfall zu protestieren. Man geht davon aus, dass diese elementaren Sicherungen existieren. Leider ist das nicht so.
Auch Herr Spahn - sicher der aktivste Gesundheitsminister, den wir je hatten - macht da keine Ausnahme. Wie kann man sich auf die Lieferungen von Materialien für den Seuchenfall auf China verlassen, wo derartige Epidemien immer ihren Anfang nehmen? Antibiotika kommen fast nur noch aus China. Oft schon gab es da Lieferengpässe. Wir sind schon so globalisiert, dass man sich auch in lebenswichtigen Angelegenheiten auf das Ausland verlässt. Ein wenig Trump-Denke wäre nicht schlecht in diesem Punkt.

Jürgen Keil | Fr, 28. Februar 2020 - 19:19

Ich las kürzlich, dass die Mortalitätsrate der Influenza bei ca. 2% (Todesfälle zur Gesamtzahl der Erkrankungen) liegt. Die im Artikel genannten Zahlen ergeben für Covid 19 aktuell eine Mortalitätsrate von 3,4%. Nun könnte man sagen, dass ist ja fast das Doppelte. Bedenkt man allerdings, dass bei der neuen Krankheit mit großer Sicherheit fast alle Erkrankten tatsächlich erfasst werden, was bei der Influenza nicht ganz so sicher ist, und berücksichtigt man weiterhin, dass bei der Influenza eine Impfpraxis besteht und Behandlungserfahrungen vorliegen, bei Covid 19 aber nicht, muss man diese Zahlen doch relativieren und kühlen Kopf bewahren. Natürlich verkaufen sich Zeitungen besser, wenn etwas Panik aufkommt!

Stimme Ihnen zu Herr Keil. Mir wäre es nur lieber, die mediale Panik wäre 2013 bis heute ausgebrochen, als Frau Merkel im selbstverliebten Alleingang einige unser Deutschland zerstörende Entscheidungen alternativlos getroffen hat. Panik würde ich verstehen, wenn man sich medial mit dem Verlust von demokratischen Prinzipien aufregen würde, als AM aus Südafrika sich zu Wahlen in Thüringen äußerte und auf ihre unnachahmliche Art Anweisungen erteilte, ohne am Ende irgendetwas gesagt zu haben. Ach doch, rückgängig und unverzeihlich, ich Dummerchen.
Wenn es aber um AM geht, haben die meisten Medien einen Mundschutz an. Sie wollen sich denselben eben nicht verbrennen oder am Ende sich einen AFD-Virus einfangen. Mediale Welt 2020.

Michaela 29 Diederichs | Sa, 29. Februar 2020 - 00:35

Die Kanzlerin spricht sich für Maß und Mitte in der aktuellen Situation aus. Nie hat sich ein/e Kanzler/in so überfordert gezeigt wie Angela Merkel, die niemals Maß und Mitte fand - zu keinem Zeitpunkt. Nicht einmal für ihre eigene Kanzlerschaft, die sie schon vor langer Zeit hätte beenden müssen. Ich fürchte nicht um mein Leben. Ich fürchte mich vor dieser Frau.

https://www.welt.de/vermischtes/article206221797/Coronavirus-Bundesregi…

Brigitte Simon | So, 1. März 2020 - 07:04

In reply to by Gast

Nein, ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen. Wichtig sind, einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Mein Kühlschrank platzt aus allen Nähten. Mache doch alles, mein Leben lang, richtig. Ich nieße niemand ins Gesicht, meine elterliche Erziehung brachte mir das bei. Auch das häufige Händewaschen.
Meide Fußballplätze, die ich noch nie betrat, es sei denn, sie stellen ein Weltkultur- erbe, ähnlich dem Eifelturm, dar. Oder haben gute Freunde z.B. in Österreich. Sie
sind glückliche und informierte Kleinmediziner. Krankenversichert in dem Wissen,
meine Krankenkasse bezahlt Epidemien, Pandemien, Knochenbrüche usw. Schließ-
lich bezahle ich meine Beiträge schon immer und ewig, glauben sie mir Herr Spahn.
Daß sie derzeit Wahlkämpfe führen müssen ist o.k. Eigene Prioritäten first. Wir infor- mieren uns für sie, das sind unsere Prioritäten. Oder noch besser CICERO lesen.

Brigitte Simon | So, 1. März 2020 - 07:27

In reply to by Gast

liebe Frau Diederichs. Das nenne ich einen schönen Sonntagsauftakt. Mit Begeisterung las ich die WELT, unsere Welt.
Soll niemand weiterhin sagen, unsere bzw. meine Kanzlerin, macht nicht "auf
Innenpolitik". International, national bei Gelegenheit, ein Anruf genügt!
Einen wunderbaren Sonntag,
Brigitte Simon

Wolfgang Seifert | Sa, 29. Februar 2020 - 17:44

Auch unser Gesundheitsminister befindet sich im Strom der allgemeinen Haupt-Themen. Wo sollen die fehlenden Pflegekräfte herkommen (Asylanten…) etc.
Während in Ländern wie den USA und Kanada für echte Erstfälle – so wie wir ihn jetzt definitiv haben – vorgesorgt wurde, wird in Deutschland in nahezu jedem Resort über die gleichen Themen diskutiert und dabei Wesentliches vernachlässigt
Es bedarf nur ein einer sinnvollen Organisation und verhältnismäßig wenig finanziellem Aufwand, genügend professionellem Mundschutz, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel gelagert zu haben, um in einem Fall wie dem Coronavirus Erfolge zu erzielen.
Da werden die Lager der Großhändler konfisziert, weil nicht genügend Material eingelagert wurde.
Nachproduzieren ist nicht möglich, weil all die wichtigen Teile in China produziert werden, wo seit Jahren derartige Epidemien ihren Anfang nehmen.
Wer sich einfach schützen will kann das nicht, weil die „Arzneimittelsicherheit“ nicht gewährleistet ist.

Susanne Dorn | Sa, 29. Februar 2020 - 22:29

…ist, dass Heiko Maas vor nicht einmal 10 Tagen großzügig eine erste Hilfslieferung im Umfang von 8.7 Tonnen Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und Sprühgeräte als Spende zur Unterstützung des dortigen Corona-Kampfs nach China verschifft hat.

Diese, durch unsere Steuergelder für Notfälle beschafften Not-Mittel gegen Infektionskrankheiten fehlen nun an allen Ecken und Enden hier in unserem Land.

In der Presse war zu lesen: "Gesundheitsämter, Arztpraxen und Kliniken können ihre Vorräte nicht mehr auffüllen, vor allem Schutzkleidung und medizinische Geräte werden paradoxerweise gerade aus China bezogen."

Ich fordere die SOFORTIGE Entlassung dieses unfähigsten Außenministers aller Zeiten.

Mein Gott, wohin steuert dieses Land…