Schüler einer Grundschule
Schüler einer Grundschule / dpa

Corona-Pandemie - Lehrerverband lehnt gelockerte Maskenpflicht ab

In mehreren Bundesländern enden sowohl Corona-Beschränkungen als auch die Maskenpflicht an Schulen. Der Lehrerverband warnt vor diesem Schritt. Das Robert-Koch-Institut rechnet für Herbst und Winter mit einem Anstieg der Infektionszahlen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt gleichzeitige Impfungen gegen Corona und Grippe.

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Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnen Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen in mehreren Bundesländern ab. „Der Verzicht auf Testungen und die zu frühe Abschaffung der Maskenpflicht sowie die zu starke Reduzierung von Quarantänemaßnahmen erhöht die Gefahr, dass die Schule zur Black Box wird, was eine Kontrolle von Infektionen nicht mehr zulässt“, sagte der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die GEW-Vorsitzende Maike Finnern betonte gegenüber dem RND, eine Maskenpflicht bleibe als „Teil des Maßnahmenbündels abhängig vom Infektionsgeschehen sinnvoll“.

Mehrere Länder hatten Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen angekündigt oder bereits umgesetzt. Am Freitag fallen in mehreren Bundesländern zudem weitere Beschränkungen weg. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erwartet für Herbst und Winter derweil wieder einen Anstieg der Infektionszahlen. Als Gründe wurden insbesondere eine „noch immer große Zahl“ ungeimpfter Menschen und die Zunahme von Kontakten in Innenräumen angeführt.

„Nach jetzigem Stand“ keine kompletten Schulschließungen

Aus Sicht von Lehrerverbandschef Meidinger sind die Schulen für die kältere Jahreszeit besser vorbereitet als vor einem Jahr. Meidinger geht „nach jetzigem Stand“ auch nicht von kompletten oder teilweisen Schulschließungen mit damit verbundenem Distanz- und Wechselunterricht aus. Zwar seien die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen recht hoch. Es wachse durch die allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission aber auch schnell die Impfquote bei Schülern über zwölf Jahren.

In Bayern soll die Pflicht von der kommenden Woche an im Unterricht wegfallen. In Berliner Schulen wird gleichfalls von Montag an die Maskenpflicht bis einschließlich sechster Klasse aufgehoben. Auch in Baden-Württemberg wird ein solcher Schritt erwogen. In Brandenburg ist das bereits der Fall. Nordrhein-Westfalen will in der nächsten Woche entscheiden, wie es mit dem Thema nach den Herbstferien weitergeht. Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte diese Lockerungen begrüßt.

Selbsttest nicht ausreichend

Im Saarland muss von diesem Freitag an in Schulen generell keine Maske mehr getragen werden. In dem Land ist zeitgleich auch das Tanzen in Clubs wieder möglich. Nach einer neuen Corona-Verordnung fallen praktisch alle Einschränkungen für Geimpfte, Genesene und Getestete in dem Bundesland weg. Sie müssen auch in geschlossenen Räumen keine Maske mehr tragen, wenn die 3G-Regel angewandt wird. Der Mindestabstand ist nur noch eine Empfehlung.

Auch in Clubs und Diskotheken in Bayern darf vom Wochenende an nach knapp eineinhalb Jahren Corona-Zwangspause wieder gefeiert werden, und zwar ohne Abstand und Maske. Für Besucher sowie Beschäftigte mit Kundenkontakt gilt dann eine verschärfte 3G-Regel: Einlass bekommen nur Geimpfte und Genesene, oder man muss einen negativen PCR-Test vorweisen. Ein Antigen-Schnelltest oder ein Selbsttest reichen nicht aus.

Amtsärzte fordern Ausweitung von 3G

In Nordrhein-Westfalen gilt von diesem Freitag an keine Maskenpflicht im Freien mehr. In Fußballstadien, bei Konzerten und anderen Großveranstaltungen ist wieder mehr Publikum zugelassen. Stehplätze dürfen allerdings nur zur Hälfte belegt werden und nur dann, wenn auf Gängen eine medizinische Schutzmaske getragen wird.

Die Vorsitzende der deutschen Amtsärzte fordert mit Blick auf den Herbst eine Ausweitung der 3G-Regel sowie Informationspflichten in der Berufswelt. Notwendig sei 3G flächendeckend für alle Bereiche mit Kundenkontakt, auch für die Arbeitswelt – „entweder als Auskunftspflicht für Beschäftigte oder als Informationsrecht für Arbeitgeber“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie führte aus, es helfe wenig, wenn zum Beispiel Restaurantgäste eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test nachweisen müssten, „aber der Arbeitgeber sein Gaststättenpersonal nicht danach fragen darf“. Dies könne dazu führen, „dass infizierte Servicekräfte von Gast zu Gast gehen und den Erreger weitertragen. Hier stimmt das System nicht.“

Lauterbach warnt vor kalter Jahreszeit

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte: „Immer noch sind 30 Prozent der Unter-60-Jährigen nicht geimpft. Wir unterschätzen diese enorme Zahl. Sie ist zu hoch, um einen Anstieg der Infektionszahlen zu verhindern“, sagte Lauterbach dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Das Virus wird sich weiter ausbreiten in der kalten Jahreszeit, in der sich das Leben wieder in geschlossene Räume verlagert.“

Impfungen gegen Corona und Grippe können nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkomission (Stiko) nun an einem Termin erfolgen. Geraten wird dabei zu einem Zeitpunkt vom Oktober an. Voraussetzung sei, dass es sich beim Influenza-Vakzin um einen Totimpfstoff handele, teilte die Stiko am heutigen Freitag mit.

Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Viren oder Bestandteile der Viren. Bei den in Deutschland zugelassenen Influenza-Impfstoffen für Kinder und Erwachsene handelt es sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts meist um Totimpfstoffe. Zuvor hatten sich bereits der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens und der Hausärzteverband für gleichzeitiges Impfen ausgesprochen.

Kein Impfabstand zwischen Corona- und Grippe-Impfung nötig

Zwischen Covid-19-Impfungen und auch allen anderen Totimpfstoffen muss damit nicht mehr zwingend ein Impfabstand eingehalten werden. Voraussetzung sei, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen Covid-19 als auch andere Erkrankungen bestehe, hieß es. Parallel-Impfungen sollten aber nicht in denselben Oberarm erfolgen, sondern verteilt auf unterschiedliche Gliedmaßen.

Impfreaktionen könnten bei gleichzeitigen Impfungen häufiger auftreten als bei der getrennten Gabe, hieß es. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-Covid-19-Impfstoffen zeigten bisher aber, dass die Immunantwort und Nebenwirkungen generell denen einer Solo-Gabe ähnelten.

Für Deutschland gibt es laut Stiko noch keine veröffentlichten Ergebnisse zur simultanen Anwendung von zugelassenen Corona-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen. Unveröffentlichte Daten aus Großbritannien zeigten jedoch nur eine leicht erhöhte Körperreaktion bei gleichzeitiger Anwendung von Covid-19- und Influenza-Impfstoffen. dpa

Rob Schuberth | Fr, 1. Oktober 2021 - 11:36

Warum lernen unsere Verantwortlichen nicht dazu?

Es ist bekannt dass wir uns auf die 4. Welle zubewegen, einige sehen uns bereits in ihr, aber ein paar MP wollen dennoch lockern.

Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Es hat sich nichts geändert.
Noch immer macht jeder MP sein Ding.

Soviel zu >>erst das Land, dann die Partei<<.

Diese MP machen es genau anders herum.

Ich weiß nicht, wo Sie leben, aber in dem Deutschland, in dem ich mich bewege, gibt es seit Monaten keinen Lockdown mehr. Wirklich rigide Lockdowns wie phasenweise z. B. in Italien, Frankreich oder Großbritannien gab es hier übrigens nie. Der eine oder andere Cicerone sollte vielleicht einfach mal den Computer runterfahren, die Rolläden hochziehen und mal wieder rausgehen.
Wir essen morgen auswärts. Chinesisch, indisch, mexikanisch, italienisch oder doch gutbürgerlich? Qual der Wahl...

“Das Coronavirus ist vor allem mit der saisonalen Grippe und RS-Atemwegserkrankungen vergleichbar”, meinte vor einigen Tagen Geir Bukholm, der stellvertretende Direktor des norwegischen Gesundheitsamts FHI." Herr Schuberth, ohne Fachmann sein zu wollen: Es wird eine 5., 6 und.x.. Welle geben, wie schon alle Jahre zuvor. Sie haben Recht, es hat sich nichts geändert. Außer der unglaublichen Paranoia der von ÖR in den schieren Wahnsinn getriebenen Deutschen. Ich weiß nicht, ob Sie eigene Kinder haben, aber für jedes Kind muss das, was hier geschieht, ein Albtraum sein. Für mich jedenfalls ist es einer. Das Bild zum Artikel macht mich noch viel mehr betroffen. Die Geschichte der "Pandemie" ist eine aus politischen Lügen, Machtkämpfen, Abzocke und Verantwortungslosigkeit. Sie möchten diesen Mumpitz bis an das Ende Ihrer Tage weiterführen? Denn sicher ist, das Virus ist gekommen um zu bleiben. Ein wahrhaft einzigartiges Werkzeug der Machtgeilen und "Resetter".

Es gibt keine 4.Welle in diesem Herbst/Winter in Deutschland. Es sind genügend Menschen an dieser Krankheit verstorben. Wären immer noch zu viele anfällig, an Corona zu versterben, hätte es diese im letzten Herbst/Winter auch erwischt. Jährliche Todesstatistiken geben selten eine mehrjährige Pandemie oder Epidemie her (die Spanische Grippe von 1918-1920 hatte bereits ab 1919 nur noch lokale Brennpunkte). Wenn ein Virus zuschlägt, dann richtig und danach ist paar Jahre Ruhe. Das ist derzeit aber schwer bei hysterisch geschulten Mitmenschen zu erklären, da es viele Wissenschaftler und Politiker gibt, die Gesellschaft und Wahlvolk entsprechend (des)informieren.

Manfred Bühring | Fr, 1. Oktober 2021 - 12:24

….. Aufmachen und laufenlassen! Alles andere ist absurd und ignoriert alle nicht mainstreammedial geframten Statistiken und Erkenntnisse. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 1. Oktober 2021 - 12:57

Wenn doch die Lehrer geimpft sind, wovor haben sie Angst. Warum sollen gesunde Menschen, hier insbesondere Kinder geimpft oder durch Maske geschützt werden? Vor den geimpften Lehrern, die das Virus noch immer weitergeben können? Was für eine Emphatik hat dieser Lehrerverband den Kindern gegenüber? Die Anzahl der nur infolge des Maskenwahnsinns psychisch auffälligen Kinder wächst täglich. Von meinem Haus ist 100m Weg die Grundschule und die Kinder kommen täglich bei mir am Haus vorbei mit ihren Helikoptereltern. Ich bekomme hautnah die Streitereien wegen der Maske mit und die Gespräche der Eltern mit den Kindern, weil Lehrer sich wegen des Nichttragens der Maske bescheren. Täglich liegen drei bis vier Masken in unserer Straße von Schulkindern "verloren" oder "weggeworfen". Kinder sind bezüglich des Virus fast überhaupt nicht hospitalisiert, jedenfalls nicht mehr, wie wegen einer anderen Krankheit. Was mutet man diesen Kindern noch alles zu. Und die Eltern machen mit. Kopfschütteln.

Jochen Rollwagen | Fr, 1. Oktober 2021 - 13:09

Und die Menschen in diesem Land hören immer noch auf diese Figur, inklusive der Menschen, die kommende Generationen ausbilden.

Da ist wohl nix mehr zu machen.

Erstaunlich.

Yvonne Stange | Fr, 1. Oktober 2021 - 13:15

mit vergleichbarer Impfquote lockern und lassen die Maßnahmen sein. Leute, der Drops ist gelutscht, nur in Deutschland sind die Pharmariesen noch nicht satt genug und man muß die Bevölkerung weiter in Angst halten und sogar die Kleinsten weiter knechten. Aber zu Lehrern hab ich eine Meinung, vor allem wenn ich sehe, wer aus meiner Abiklasse Lehrer geworden ist... *hüstel*

Martin janoschka | Fr, 1. Oktober 2021 - 14:47

Alle hatten ein impfangebot, fertig. Kinder unter 12 Jahren werden so gut wie gar nicht krank und die Risiken einer Impfung sind bei ihnen höher als eine Infektion.
NRW hat im übrigen die gleiche impfquote wie Schweden, das alles öffnet. Es gibt also auch bei uns keine Gründe mehr für irgendwelche Maßnahmen. Mir als geimpfter-seit Juni komplett - und Brillenträger ist die Maske bzw das gesichtskondom vollkommen zuwider.
Aber diese Regierung meint ja weiter, die Bevölkerung schurigeln zu müssen. Man sollte mal ins Ausland schauen und lernen.

Gerhard Lenz | Fr, 1. Oktober 2021 - 15:34

Lernkörper.

Im Vergleich zu den Leerdenkern, die ja bereits mit der Notwendigkeit einer Maske für Erwachsene überfordert waren. Und deren Erkenntnis sich auf infantiles Gequengel von wegen "Panikmache" beschränkt.
Covidioten heissen nicht umsonst so, wie sie heißen.

Und die in der notwendigen Maskenpflicht im üblich verschwörungsfantastischen Wahn sofort einen Maulkorb wittern.

Von denen sollte man nicht erwarten, dass sie auch nur ansatzweise verstehen, um was es hier geht.

Hallo werter Herr Lenz,
wenn ich mir hier die Gesamtheit der Komm. ansehe, dann habe ich den Eindruck wir beide sind die Einzigen die in der Corona-Pandemie das sehen was es ist.

Wir sind uns ja oft uneinig. was ok ist.

Hier sind wir uns einig.
Komische Welt.
Wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.