Rufe nach Corona-Kurswechsel - Die Stimmung kippt

Die Maßnahmen in der Corona-Krise stoßen immer mehr auf Skepsis und Zweifel. Doch die Entscheidungsträger weichen kaum von ihrem Kurs ab. Das könnte nicht nur den Bürgern teuer zu stehen kommen, sondern auch politische Folgeschäden nach sich ziehen.

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Viele wollen zurück zur alten Normalität; die Verantwortlichen halten dagegen / dpa

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Menschen machen Fehler. Das ist keine neue Einsicht. Entsprechend hat der Volksmund allerlei Weisheiten zum umsichtigen Handeln parat: „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ etwa oder auch „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“.

Insbesondere wenn es um Leben und Tod geht, ist man als Verantwortlicher daher gut beraten, mit Augenmaß zu agieren. Die Schulschließungen ab dem 16. März und die Ausgangsbeschränkungen in der Folgewoche waren vor dem Hintergrund der damaligen Daten und der Ungewissheiten hinsichtlich Infektiosität, Ausbreitung und Letalität von SARS-CoV-2 notwendig und gut begründbar. Doch politische Entscheidung sollten, zumindest in einer Demokratie, nicht in Stein gemeißelt sein.

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Hans Jürgen Wienroth | Sa, 2. Mai 2020 - 08:18

Ihre wöchentliche Kolumne ist wie immer eine Freude für mich.
Bitte machen Sie so weiter.

Christoph Kuhlmann | Sa, 2. Mai 2020 - 08:31

wieviele Tote ist die Freiheit wert und was wäre wenn niemand reagiert hätte. Also, es gäbe ca. dreimal Siel Korona-Tote bisher, wie das schwedische Beispiel zeigt. Schweden ist gerade auf den Kurs der. anderen eingeschwenkt, genau so wie die. USA und England zuvor. Also in welchem Verhältnis darf die Zahl der Arbeitslosen zur Zahl der Covid 19 Toten denn stehen? Was sagen die Mitarbeiter im Gesundheitssektor dazu, die ja besonders betroffen sind. Ds ließe sich dann an steigenden Tarifen für Lebensversicherungen ablesen und welches Risiko tragen Menschen ohne Computer? Da werden noch einige makabre Berechnungen auf uns zu kommen.

Ich bin erstaunt! Ich lebe in Schweden! Am bisherigen Kurs hat sich nichts geändert!
Wieso also kommen Sie zu der Behauptung dass Schweden gerade auf den Kurs der Anderen eingeschwenkt ist?
Schwedens R-Zahl liegt zudem seit einer Woche unter 1,0.

Kai-Oliver Hügle | Sa, 2. Mai 2020 - 19:01

In reply to by Ann-Kathrin Grönhall

Hier ein paar Daten und Informationen aus der SZ vom 30.4. (Druckausgabe):
Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl sind in Schweden dreimal so viele Menschen an Covid-19 gestorben wie in Deutschland. Die Zahl ist pro Kopf 5mal so hoch wie in Norwegen und 10mal so hoch wie in Finnland. "Das Forschernetzwerk Euromomo, das Sterblichkeiten in ganz Europa ermittelt, hat den besonders stark von der Pandemie betroffenen Ländern (...) zwar eine extrem hohe Übersterblichkeit attestiert - die höchste Stufe. Aber gleich dahinter folgt Schweden mit der Stufe 'sehr hoch'."
Und dass sowohl Ihr MP Löfven als auch Außenministerin Linde härtere Maßnahmen angekündigt haben, sollten sich Sie und Ihre Mitbürger nicht an die bestehenden Vorgaben halten, das haben Sie nicht mitbekommen? Seltsam...

Gerhard Lenz | Sa, 2. Mai 2020 - 23:21

In reply to by Ann-Kathrin Grönhall

zu beklagen als die skandinavische Nachbarn!

Es scheint sehr wohl sehr viele kritische Stimmen - auch im Land - zu geben, die mit dem schwedischen "Modell" hadern.

dass die Industrie ja sowieso nicht normal weiterproduzieren kann, weil einerseits Zulieferteile z. B. aus China fehlen - und weil anderseits die Kunden in den vielen anderen coronageplagten Ländern fehlen.
Welcher Chinese, Italiener oder Spanier hätte sich denn ein deutsches Auto kaufen sollen?

Ernst-G. Konrad | Sa, 2. Mai 2020 - 09:49

So recht Sie haben Herr Grau, hört man auch Ihre Worte nicht. Die politisch Verantwortlichen haben kein Einsehen. Ich war von Anfang an skeptisch, für mich ist das Virus nicht gefährlicher als die Influenca. Auch ich habe, wie Spahn am Anfang auch kein Problem gesehen. Wer und was auch immer diese Hysterie auslöste, ich habe der Politik, so wie Sie auch zugestanden, da diffus, neu und in dieser Form unbekannt, erstmal übervorsichtig zu reagieren. Inzwischen aber muss doch jeder erkannt haben, so wie das saarl. Verfassungsgericht auch, daß die RKI-ZAHLEN und deren Deutungen, damit auch die politischen Maßnahmen völlig überzogen sind und "Aussageleer". Ich hatte, wie gesagt, am Anfang Verständnis. Nur, wie bei vielen anderen Entscheidungen seit 2013 auch. Einmal auf dem falschen Weg. Egal, da geben wir halt Gas. Ich bin überzeugt, daß fällt denen auf die Füße. Womit? Mit recht. Der Wähler muss erkennen, wie unsere Demokratie gefährdet wird. Die Gerichte tun es schon. Starker Artikel.

Vorsicht, Vorsicht!
Irgendwo in einer chinesischen Provinzstadt (Harbin) soll die Corona-Epedemie neu entflammt sein.
Für eine allgemeine Entwarnung scheint es also noch viel zu früh. Und das wissen auch die politischen Entscheidungsträger. Sie sollten sich dem Druck der Wirtschaft nicht beugen, es könnte tödlich sein.

Was wäre, wenn vor lauter Angst und wegen Verboten alle, wirklich alle jede Arbeit unterließen? Woher dann Lebensmittel, Strom etc? Wie sagte heute jemand: Leben ist nicht nur Überleben. Die Ängstlichen mögen zu Hause bleiben, den anderen es aber überlassen, für sich zu entscheiden. Wer gesund ist, kann auch niemanden anstecken, es wird aber jeder so behandelt, als stecke er, zumal ohne Mundschutz, jemanden an. Und infiziert heißt nicht lebensbedrohlich erkrankt. Diese Verbotsorgie macht aggressiv, weil ich sie nicht einsehe. Auch das Verhalten vieler Mitbürger trägt nicht zu guter Laune bei.

Liebe Frau Walden, haben sie die Folgeschäden eines länger andauernden Lockdown im Blick? Was sie als "Wirtschaft" bezeichnen meint ganz konkret Mittelstand (ich rede nicht von z.B.VW), also die finanzielle Grundlage unseres Staates. Wer wird denn künftig unter anderem das Gesundheitswesen finanzieren, wenn die Melkkuh der Nation, eben der Mittelstand, keine Milch mehr gibt. Sie wissen schon, dass selbst unsere Regierung mit einer extremen Rezession rechnet. Wissen sie, was das bedeutet? Unser Kanzleramtschef Helge Braun meint ja, dass die Wirtschaft jetzt erst mal hinten anstehen muss. Weiß der Mann, was er redet? Wenn die Wirtschaft (=Mittelstand) vernachlässigt wird, werden die Folgen für unser Land tödlicher sein als die Folgen von Covid 19. Man kann nicht ohne Risiko leben und wenn die Zahlen es hergeben - und so sieht es ja aus - ist die Beendigung des Lockdown unter Einhaltung der bekannten Hygieneregeln das Gebot der Stunde.

und manchmal irren Sie. Das betrifft auch jene, die die "Liebe zur Weisheit" zum Beruf gemacht haben - Philosophen.

Die Stimmung kippt? Das ist zu drastisch formuliert. Richtig ist, dass viele Menschen der Einschränkungen überdrüssig sind. Und das andererseits mehr als die Hälfte in Umfragen meinte, die Lockerungen kämen zu schnell.

Ein paar Tausend Demonstranten in Stuttgart, ein paar Hundert in Berlin, und Veranstaltungen in ungefähr gleicher Stärke sonstwo als Beweis für einen Stimmungswandel?

Wohl kaum. In Stuttgart demonstrieren jetzt die, die vorher schon gegen Fahrverbote demonstrierten, davor gegen Sexualkundeerziehung, davor vereinzelt gegen Merkel ...oder bei irgendwelchen Ablegern der radikalen Pegida mitliefen - Neurechte, Altechte, Verschwörungstheoretiker, Impfgegner..

Die machen Krach, man muss sie aber nicht ernst nehmen. In Stuttgart steht ein unbekannter, angeblich unpolitischer Neuling an der Spitze. Unpolitisch? Er will Neuwahlen...sehr unpolitisch!

Walter Müller | Sa, 2. Mai 2020 - 10:08

Zustimmung. Niemand sollte die Verantwortlichen für ihre Vorsicht kritisieren und für ihr Bemühen, Menschenleben zu retten. Doch was bedeutet Vorsicht im aktuellen Kontext? In wieweit darf Angst ein Ratgeber für eine Bundeskanzlerin sein? Angst, es könne evtl. eine zweite oder dritte Welle geben. Ganz ausschließen kann das keiner. Aber deswegen Grundrechte für lange Zeit erheblich beschneiden? Angst führt außerdem dazu, dass Entscheidungen nicht mehr sachlich begründet werden können. Bauchentscheide werden zu Regierungsentscheiden. Das darf nicht sein. Eine Regierung, die nicht in der Lage ist, ihre Entscheidungen gerichtsfest zu begründen und dabei die Grundrechte ihrer Bürger erheblich beschneidet, ist ihrer Aufgabe nicht gewachsen.

Volle Zustimmung, Herr Müller. Aber weil die Regierung die Angst in der Bevölkerung laut eigenem Strategiepapier bewusst geschürt hat - um ein Gefahrenbewusstsein zu erzeugen -, erwartet ein Großteil der Bürger keine sachlichen Begründungen mehr, sondern nur noch die Beseitigung der Angstursache. Das erklärt die zumindest noch hohe Zustimmung für den Regierungskurs. Traurig, aber Realität. Erst dann, wenn die Folgen des Lockdown konkrete Wirklichkeit vieler Bürger wird, wird sich das Stimmungsbild ändern. Und ich bin mir nicht sicher, ob Angst der Ratgeber von Fr. Merkel ist. Der Atomausstieg nach Fukushima war der Beginn einer merkwürdig irrationalen Politik. die aktuell ihre Fortsetzung im Handling der Covid 19-Krise findet.

Urban Will | Sa, 2. Mai 2020 - 10:30

„Menschen machen Fehler“, der erste Satz im Artikel und der ausschlaggebende.

Es trifft jeden Menschen.

In Diktaturen kann sich der Oberste und eine große Clique von dieser Tatsache frei machen und andere dafür bezahlen lassen. Oder gar ein ganzes Land untergehen lassen.

In Demokratien geht das nicht. Dort sind Fehler dann im „Extremfall“ das Ende einer Karriere, Ansehensverlust, der finanzielle Ruin, was auch immer.

In anderen Bereichen können Fehler allerdings auch zu schwerwiegenden Schäden führen oder gar dem Tod.
So in der Medizin oder der Luftfahrt.

Letztere hat ein Entscheidungsfindungsmodell entwickelt und verwendet es seit Jahrzehnten erfolgreich.
FORDEC.
Lässt sich leicht googeln.
Viele Menschenleben wurden gerettet, bzw. waren nicht in Gefahr, weil nach diesem Modell entschieden wurde.

Natürlich ist es in einem hochtechnisierten Umfeld leichter anwendbar als in dem Wirrwarr einer politisch mannigfaltigen Welt.

Forts. folgt

Urban Will | Sa, 2. Mai 2020 - 10:31

Aber der wichtigste Teil dieses Modell, das „C“ = Check, gilt immer und überall.

Eine Entscheidung, die im Moment, als sie anstand als die einzig richtige erschien, kann sich im Nachhinein als falsch erweisen.
Das ist nicht schlimm und wirft kein schlechtes Bild auf den Entscheidungsträger, wenn er zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.

Aber ich vermisse in der gegenwärtigen Situation mit Corona den echten Willen der Obrigkeit zum „Check“. Dort muss geprüft werden, ob man nicht doch Fehler gemacht hat, den Kurs ändern muss.

Die Maßnahmen zu Beginn waren – auch wenn sie spät kamen, ein Umstand und vielleicht auch Fehler, der zu verzeihen ist angesichts der Tatsache, das man so vieles nicht wusste – richtig und nachvollziehbar.

Nun aber verrennt man sich zusehends, verliert die Kontrolle und macht sich unglaubwürdig.

Es wird Zeit, den Fehler zu erkennen und vernünftig zu korrigieren.

Forts. folgt

Urban Will | Sa, 2. Mai 2020 - 10:31

Der richtige Umgang mit Fehlern ist das Entscheidende.

Niemand wird in einer freiheitlichen Demokratie in den Kerker geworfen, weil er Fehler gemacht hat.
Aber er wird vielleicht Nachteile haben, die Karriere verlieren, ausgelacht, im Extremfall vor Gericht gestellt, wenn er sich strafbar gemacht hat.
Jedoch erkannte Fehler nicht zu korrigieren, führt in der Regel zu noch Schlimmeren und – wie im Artikel beschrieben – dazu, dass man zum „Buhmann“ wird. Dann wird gelacht und das „zu Recht“.

Politiker – Risiko. Aber das sollten sie kennen.

Eine nachvollziehbare, vernünftige, dem Verstand genügende Korrektur der shutdown – Maßnahmen ist überfällig.

Häppchenweise, für Außenstehende nach dem Zufallsprinzip entschiedene Lockerungen sind unglaubwürdig und machen die Entscheider zum Ziel von Spott und Ärger, gar Hass.

Zu viele Existenzen sind in Gefahr, zu viele menschliche Schicksale dem „Würfelspiel“ der Mächtigen ausgesetzt.

Das „C“ ist überfällig.

Man kann dadurch auch an Ansehen g

Charlotte Basler | Sa, 2. Mai 2020 - 10:36

Ich habe derzeit eher das Gefühl, dass die Stimmung durch eine Seite gekippt werden soll. Während in Meinungsumfragen noch eine Mehrheit hinter den Coronaregeln steht; ja ein großer Teil der Bevölkerung sogar gegen eine zu schnelle Lockerung ist, versucht ein anderer Teil massiv Einfluss zu nehmen.
Belege: z. B "Jedem Zweiten geht Lockerung zu schnell " (wz.de) oder "Mehrheit der Berliner hält Corona-Maßnahmen für angemessen" (rbb-online.de).
Mich erinnert das ganze an die Propaganda 2015. Plötzlich brauchten in der Wirtschaft alle händeringend Arbeitskräfte - also grenzenlose Zuwanderung - Flüchtlinge eingestellt hat dann aber fast niemand.

Frage ich: sind Sie mit dem vorsichtigen und rücksichtsvollem Vorgehen der Bundesregierung zur Vermeidung von Toten um zum Schutz der Bürger einverstanden? Dann habe ich die von Ihnen zitierten Zustimmungswerte der ÖR. Frage ich aber: würden Sie ein höheres Risiko einer Erkrankung eingehen, wenn Sie wieder normal leben, verreisen, Freunde treffen und kulturelle Erlebnisse genießen könnten? Dann hätten Sie die Ergebnisse, die ich in meinem gesamten Umfeld aktuell höre. Ich glaube nicht an die täglich vermeldete angebliche Zustimmung. Das ist DDR-Journalismus - nur etwas raffinierter gehandhabt.

Norbert Heyer | Sa, 2. Mai 2020 - 10:48

Wir können doch nicht im Ernst annehmen, dass eine beratungsresistente und sture Kanzlerin auf einmal Beweglichkeit zeigt. Sie wird erst den Schwenk vollziehen, wenn sie weiß, wie der Wind weht, um dann schnell auf den anfahrenden Zug aufzuspringen. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass diese Abwürgung des öffentlichen Lebens und Vernichtung von Millionen Existenzen völlig überzogen war, diese Frau wird mit der moralisch-religiösen Rechtfertigung wieder einmal ihren Kanzlersessel retten. Schuld sind dann schließlich die medizinischen Berater, die drängelnden Ministerpräsidenten und die fordernden Industrievertreter. Sie macht einen auf Pontius Pilatus und wäscht ihre Hände in Unschuld. Wir müssen einfach anerkennen, dass nichts und niemand diese Frau jemals zum freiwilligen Rückzug bewegen kann. Die politische Mehrheit, die breite Öffentlichkeit und auch die meisten Medien stehen unverbrüchlich an ihrer Seite. Warum das so ist, dass ist zumindest für mich, völlig unerklärlich ...

Die SPD muß zwingend mit dieser Kalamität,dieser "Groko",untergehen.Sie ist ein widernatürlicher Skandal in sich gesehen.Sie muß Geschichte werden.

bevor sie sich wieder uns zuwendet – wenn überhaupt. Italiens Industrielle (hier Emma Marcegaglia): "Deutschland muss uns helfen, sonst gibt es eine Katastrophe."

An eine neue Heilsbringerin. Leute projezieren ihre Wünsche auf Merkel einen neuen weiblichen Che Guevara. Man will geführt werden und ist angetan von der Weltenrettung, Klimarettung und Sozialismus, den die meisten Merkelanhänger nie am eigenen Leib erlebt haben. Wahrscheinlich befinden sich diese Merkelanhänger auch noch häufig in Berufen, in denen keine wirtschaftlich messbaren Ergebnisse erzielt werden müssen. Jetzt wird man wohl begreifen müssen, dass die ihnen versprochene schöne neue Welt nicht finanzierbar ist. Industrie und der Mittelstand liegen am Boden und ob D. nochmal in der Größe am Weltmarkt mitspielen kann, wird sich zeigen (Steuer, Abgaben, Auflagen steigen).
Man hat es versäumt die Fakten in der Corona-Krise tagtäglich mit der Bedrohungslage abzugleichen und sich nur auf wenige Experten verlassen und Angst geschürt. Man wollte/will ja keine "Diskussionsöffnungsorgien" haben.

Dr. Roland Mock | Sa, 2. Mai 2020 - 11:00

Der Druck, jetzt schnell zum Alltag überzugehen, wird wachsen. An „Selbstkritik“ bei Politikern, die ihr Handeln für „alternativlos“ halten, glaube ich nicht. An Vernunft als Richtlinie politischen Handelns im Fall von Angela Merkel und ihrer Entourage schon gar nicht: Eine promovierte Chemikerin, welche die Schlüsselindustrien des Landes unter Preisgabe sämtlicher internationaler Wettbewerbsvorteile deren „entkarbonisieren“ will? Nein, ich denke, es wird der Konkurrenzkampf untereinander sein, der auch deutsche Politiker zur Umkehr zwingen wird. Auf nationaler Ebene die Hahnenkämpfe zwischen den Ministerpräsidenten um Wählergunst und wirtschaftliche Vorteile. Söder z.B. wird ganz schnell vom harten Sheriff zum verständnisvollen Landesvater mutieren, wenn in Bayern die Tourismussaison beginnt. Und auf europäischer Ebene wird Deutschland gezwungen werden, sofort nachzuziehen, wenn Österreich, Dänemark und vielleicht sogar Italien die Grenzen wieder aufmachen werden.

Klaus Peitzmeier | Sa, 2. Mai 2020 - 11:17

Genau richtig, H.Dr.Grau. Die Bevölkerung hat in den vergangenen Wochen sehr viel verinnerlicht. Deshalb laufen alle Coronawerte gegen Null. Natürlich müssen Risikogruppen max. Schutzangebote erhalten. Masken u Abstandspflicht muß sein, wenn man fast alles öffnet. Großveranstaltungen müssen unterbleiben. Wenn ein Virusherd auftritt, muß man den konsequent verfolgen. Aber es geht doch nicht, das ganze gesellschaftl. u wirtschaftl. Leben über Monate auf beinahe Null u vor die Wand zu fahren. Der gesamte Shutdown wird doch aus vergangenen u zukünftigen Gewinnen finanziert. Ob wir wollen oder nicht, zur Öffnung gibt es doch gar keine Alternative. Auch wenn Karl Lauterbach immer "lauter" wird u gebetsmühlenartig seine Thesen wiederholt, kann nicht alles den "Bach" runtergehen. Man muß diese Leute auf Kurzarbeitergeld setzen u jeder Abgeordnete muß sich neben seiner Arbeit um 2 Kitakinder kümmern, damit sie spüren, welche Auswirkungen deren Coronamaßnahmen haben.

Jochen Röschmann | Sa, 2. Mai 2020 - 11:40

Zwar keine wirklich neuen Erkenntnisse, aber -wie ich finde- die momentane Situation mit Augenmaß überblickend und dabei sehr gelungen auf den Punkt gebracht!

...Bzw., als Frage formuliert: Kriegt die "Mutti der Porzellankiste“ noch die Kurve? ;-)

Christa Wallau | Sa, 2. Mai 2020 - 11:58

Ich bin mir da nicht so sicher, lieber Herr Grau.

Die meisten Menschen geben nur äußerst ungern zu, mit ihren eigenen Einschätzungen falsch gelegen zu haben.
Im Umgang der Bevölkerungsmehrheit mit den Folgen der grenzenlosen Immigration von 2015 bis heute erkenne ich bei vielen Deutschen ein zwar stilleres, aber umso stureres Festhalten an der anfänglichen Bejahung, die mich fassungslos macht.
Trotz der erkennbaren negativen Folgen wird weiterhin Merkel für ihre Menschlichkeit gerühmt, weil man damit ja gleichzeitig auch die eigene moralische Größe aufrecht erhalten kann, mit der man seine "Refugees welcome"- Haltung rechtfertigte.
Es ist nicht die Logik u. es sind meist nicht neue Erkenntnisse, die das Handeln vieler Menschen bestimmen, sondern ihre G e f ü h l e!
Wenn es machtbewußten Politikern gelingt, auf dieser Klaviatur geschickt zu spielen, dann werden sie - trotz gravierendster Fehler, die sie gemacht haben - wiedergewählt!
Merkel ist dafür ein herausragendes Beispiel.

Jürgen Lehmann | Sa, 2. Mai 2020 - 12:09

Lieber Herr Grau, dies ist wieder einmal ein sehr guter Artikel zum Wochenende, der kurz zusammengefasst ausdrückt wie notwendige Entscheidungen blockiert werden.

Leider rücken die Demokratien immer näher an die Diktaturen, oder anders ausgedrückt: eine gute Demokratie funktioniert nur, wenn sie einen angemessenen Teil Diktatur enthält.
Das erfordert aber die Fähigkeit zur Selbstkritik und die ist Mangelware in der BRD.

Im Bildungssystem bestehen hohe Defizite und diese noch durch die Corona-Hysterie zu verstärken ist eine größere Katastrophe als das Virus selbst.

Auf Großveranstaltungen kann noch verzichtet werden, da diese einen längeren Planungsweg beanspruchen und auch kaum kontrollierbar sind.
Alle anderen Wirtschaftszweige müssen in den nächsten Wochen wieder einem normalen Leben zugeführt werden – und wo notwendig - unter vertretbaren Auflagen zur Selbstkontrolle.

Gisela Fimiani | Sa, 2. Mai 2020 - 14:19

Die sich zu Berufspolitikern berufen Fühlenden lernen soeben, dass dieser „Beruf“ in einer Demokratie mit Verantwortung, Verantwortlichkeit und der Rechtfertigung gegenüber dem Souverän verbunden ist, sein muß. Leider haben die Regierenden in der Vergangenheit zahlreiche fragwürdige Entscheidungen (Rechtsbrüche inklusive) getroffen und sich über demokratische Regeln und Gepflogenheiten hinweggesetzt. Dieses undemokratische „Durchregieren“ nach Gusto, das man bereits als „Regierungsrecht“ betrachtet, stößt nun hoffentlich an endgültige Grenzen. Es sind nicht politische Fehler zu kritisieren, sondern die arrogante Selbstermächtigung Regierender, die ihre „Berufung“ als demokratische Politiker undemokratisch definieren. Es steht zu hoffen, dass die Fähigkeit zur Selbstkritik ihre Eitelkeit schlägt. Der (selbstgewählte)„Beruf“ des Politikers in der Demokratie erfordert die Achtung vor dem Souverän, sowie die demütige Erkenntnis, dass der Menschen immer irren kann, jeder Mensch.

Heiner Hannappel | Sa, 2. Mai 2020 - 18:42

Sehr richtig Herr Grau. Wir sind an einer Weggabelung angekommen und müssen uns jetzt entscheiden. Wir können Bildung/ Schulen / Kitas, Wirtschaft/ Gastronomie Flugbetrieb nicht für weitere Monate einfrieren denn zu verheerend wären die Folgeschäden, die jetzt schon absehbar sind. Alle politischen Entscheider bedanken sich fortwährend beim mündigen Bürger für seine Einsicht und Umsicht. Ja, wir sin mündige Bürger, die selbst entscheiden wollen und können, wann und wo sie sich von zuviel Gedränge fernhalten, wann sie einkaufen, wie sie ihre Lieben mit dem nötigen Abstand sehen wollen. Wir die Älteren sind uns bewußt , dass wir uns etwas zurücknehmen müssen,um gesund durch diese Coronazeiten zu kommen, bis Impfstoffe oder gute Medikamente zur Verfügung stehen.Wir wollen selbst entscheiden, wie wir uns schützen um nich die Zukunft unserer Ökonomie, die unserer Kinder aufs Spiel zu setzten!Eine ungeheure Verschuldung steht uns ins Haus, die ohne Steuereinnahmen nicht bedient werden kann

Stefan Bosel | Sa, 2. Mai 2020 - 18:58

Irgendwann gibt es Erleichterungen, irgendwann ist der Impfstoff da, irgendwann... aber bis dahin wollen Merkel & Co. das Volk noch ein bisschen quälen. Immer noch irgendwas infrage stellen, hinausschieben, an Bedingungen knüpfen. Inzwischen weiter die Daumenschrauben andrehen und wenn es nur schärfere Verkehrsregeln sind. Oder die Eröffnung von Kiga und Schule hinausschieben, denn man weiß ja nicht, was Familien plagt, was Kinder wollen und brauchen. Über die Hälfte der Regierungsmitglieder haben keine Kinder. Sie kennen das nicht. Ihr Mitgefühl ist pure Heuchelei. In der Krise merkt man, was wir für eine Regierung haben, auf wen sie hört, was sie für Prioritäten haben. Ich habe die Hoffnung, wenn die Not am größten ist, wenn Weltwirtschaftskrise und Hyperinflation gekommen sind - dann ist Gottes Hilfe am nächsten, dann werden wir diese Quäler endlich los - mit einem Riesenruck.