Cicero im September
Wie Nichtregierungsorganisationen mit Geld vom Staat Politik machen / Titelbild: Julia Kluge

Cicero im September - BiNGO!

Intransparenz, Unsummen an Steuermitteln und fragwürdige Projekte: Unter dem Deckmantel des vermeintlich „Guten“ haben sich NGOs zu mächtigen Playern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Sie hinterfragen alles und jeden – doch jetzt ist es an der Zeit, die NGOs selbst zu hinterfragen.

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Der Begriff Nichtregierungsorganisation, in englischer Abkürzung NGO, erweckt explizit den Eindruck von Staatsferne. Die Realität indes sieht anders aus. Tatsächlich werden nämlich viele dieser angeblich zivilgesellschaftlichen Vereinigungen vom Staat alimentiert, wobei für die Zuteilung des Geldes meist auch noch Ministerien zuständig sind. Und wer genauer hinschaut, erkennt schnell, dass hier regelrechte Gefolgschaftsverhältnisse begründet worden sind. Insbesondere unter der rot-grün dominierten Ampelkoalition hat sich mit dem Programm „Demokratie leben!“ ein Wildwuchs an NGOs entwickelt, die zum Großteil nichts anderes sind als Vorfeldorganisationen der politischen Linken. Mit Demokratie hat das alles herzlich wenig zu tun, dafür umso mehr mit Klientelismus.

Dieses ganze System treibt mitunter Blüten der bizarrsten Art. Da werden dann nämlich mit Steuermitteln auch noch Lobbygruppen finanziert, die dem Islamismus nahestehen oder antisemitische Propaganda verbreiten. Und auf europäischer Ebene hat die EU-Kommission das Kunststück vollbracht, NGOs zu pampern, die die eigene Politik unterminieren. Der Rechnungshof spricht in diesem Zusammenhang ausdrücklich von mangelnder Transparenz – und macht nebenbei darauf aufmerksam, dass es um horrende Summen geht: Insgesamt 7,4 Milliarden Euro wurden allein im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 für „nichtstaatliche Organisationen“ verpulvert. Aber weil mit dem vielen Geld ja angeblich stets das „Gute“ gefördert wird (Demokratie, Umweltschutz, Europa, Kampf gegen rechte Populisten), wurden die Strukturen bisher kaum hinterfragt.

Das ändert sich allerdings so langsam. Denn die im NGO-Zirkus herrschende Selbstbedienungsmentalität ist nicht nur eine Steilvorlage für jene rechten Parteien, die es eigentlich zu diskreditieren galt. Sondern sie erschüttert ganz allgemein das Vertrauen der Bürger in die Neutralität des Staates. Mit meinen Kollegen Volker Resing und Ralf Hanselle haben wir für die Titelgeschichte dieser Ausgabe den Nichtregierungskomplex genauer unter die Lupe genommen. Und sind dabei noch auf weitere Ungereimtheiten gestoßen, die letztlich eine Verfassungswidrigkeit von „Demokratie leben!“ begründen könnten. Gelebte Demokratie ist das eher nicht.

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Wolfgang Borchardt | Do., 28. August 2025 - 08:49

Ruheständler arbeiten ehrenamtlich und halten Vereine, dörfliche Freibäder, Museen u. a., damit auch einen Teil der grundgesetzlichen Demokratie am Leben! Anderswo gibt es Geld dafür, Demokratie zu erforschen, obwohl alles Nötige im GG steht. Dass es zur Erhaltung ihrer Macht größer Netzwerke bedarf, haben die Hüter der Macht schon immer verstanden.

Maria Arenz | Do., 28. August 2025 - 09:56

von der ganz und gar unappetitlichen Verfilzung dieses Milieus mit dem, was sich hierzulande als die Schmuddel-Variante "Unsere Demokratie" preist, dürfte bei der Scheu vor dem Ausmisten auch das dadurch absehbar bedingte Hochschnellen der Arbeitslosenquote eine Rolle spielen, wenn diese Demokratie-Pflegenden non-Valeurs samt all den Meldestellen ihren Job verlieren. Die Bagage ist doch nirgends brauchbar, wo am Ende des Arbeitstages die an die Wand genagelten Bretter auch halten müssen. Vor dem, was dieses bisher so gehätschelte geistige "Lumpenproletariat" veranstaltet, wenn ihr leistungsloses Einkommen wegfällt, ist mir auch bang. Aber weg müssen sie auf jeden Fall. Weil ihr in Wirklichkeit demokratiefeindlicher Einfluß in Politik, Medien und Gesellschaft eines der stärksten Hindernisse ist für die überfällige Rückkehr zu einer von Sachkunde und Vernunft statt von Ressentiments ("Hass & Hetze" gegen Rechts) , Gefühligkeit und Wunschdenken geleiteten Politik.

Heidemarie Heim | Do., 28. August 2025 - 12:58

Antwort auf von Maria Arenz

Ups! Und ich hatte schon auf den ersten Platz bei der Vergabe des Preises für die "Heute schlechteste Laune" gehofft liebe Frau Arenz;)! Doch wenn Sie zubeißen, dann kräftig! Umso weniger hören Sie nur einen Ton des Widerspruchs meinerseits wenn es um "wertlos gewordene historische Wertpapiere o. Obligationen geht" welche einfach nicht in ihrer sozialistischen Mottenkiste bleiben möchten wo sie hingehören. Musste ich, da des Französischen nicht mächtig nun doch mal guggeln. Und da ich als alte Heimwerkerin schon so manches Brett schief an die Wand nagelte, weiß ich ziemlich genau wie weit bei dieser Klientel leistungslosen Einkommens, (ich z.B. gehe völlig freiwillig und ohne Bezahlung mindestens einmal täglich "auf die Straße"!;) seit ich Rentenstatus besitze), Vermögen/Qualifikationen einen normalen Handwerksberuf auszuüben sollte man ihnen wirklich ihre staatlichen Fördergelder entziehen ausreichen würden. Ergo wieder nichts mit Beiträgen für die Sozialversicherungen;( LG

Heidemarie Heim | Do., 28. August 2025 - 11:51

Noch genauso "transparent" wie der Urin, den Kaiser Vespasian damals zu besteuern gewillt war geehrter Herr Marguier? Es stinkt zum Himmel, viele der Fische im NGO-Bassin scheinbar auch vom Kopf über Flosse nach ganz oben bis Brüssel, doch jeder der dafür Verantwortlichen bestreitet diese Art "Anrüchigkeiten" ebenso hartnäckig wie "Verleihnix" in seinen berühmten gallischen Fischschlachten, die er wegen der Frische seiner Ware mit dem Dorfschmied "Automatix" führt;). Und der traurige Rest der noch nicht ganz ihren Geruchssinn aufgeben wollenden Mitwirkenden, allen voran die 551-Fragen-Union, die meisten Medien sowie der noch nicht diesem Geflecht/Dickicht angehörende Zuschauende in diesem von Linken gemanagten Circus maximus lassen sich unhinterfragt, besser ohne große Hintergedanken weiter am Nasenring durch deren Manege führen. Bis man etwas später merkt, dass man als Nächster zum Futter für die in den Katakomben abwartende Hauptattraktion "den Löwen" vorgesehen ist;). Shit happens!

Christoph Schnörr | Do., 28. August 2025 - 12:54

macht sich damit einmal mehr um die Demokratie verdient indem es da einspringt, wo dem Einknickkanzler Rückgrat und Kompass fehlen - bravo!

Ernst-Günther Konrad | Do., 28. August 2025 - 13:03

Für die Galerie werden ein paar NGOS auslaufen gelassen, möglicherweise auch, weil sie in anderen NGOS mit einbezogen werden und was dann? Ich überzeugt davon, das gerade auch die UNION nicht wirklich an Aufklärung und Austrocknung dieses Sumpfes interessiert sind. Warum? Wer weiß, was die ein oder andere NGO berichten könnte, wie sie Hand in Hand auch mit der UNION Sachen hintertrieben haben, mit Klagen behindert oder gar verhindert haben? Es wird auch aus dieser UNION den ein oder anderen Kontakt zu diesen NGOS geben, die schon immer denen dienten, die sie fördern/finanzieren. Und wenn der Staat zahlt, passiert auch alles das, was dieser Staat will. Sonst werden die schlicht und ergreifend ganz schnell aussortiert. Kennen wir doch. Dann wird irgendein Skandal in dieser NGO festgestellt bis hin zu Steuerhinterziehung oder oder oder. Solange diese Regierung existiert werden die weiter so machen. Vielleicht die ein oder andere Nebelkerze zünden, aber uns weiter vera.....