Cicero 10/26 Im Herbst der Macht
Im Herbst der Macht – Der blaue Strom und das Verwehen der CDU / Titelbild: Marc Burckhardt

Cicero im Oktober - Im Herbst der Macht

Die CDU steckt heute in einer tiefen Krise. Die Volksparteien verlieren an Bedeutung, die politische Landschaft verändert sich. Ein Blick in die Geschichte zeigt, was solche Umbrüche für die Zukunft bedeuten.

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Es ist gerade einmal sechs Jahre her, wir befinden uns im Juni 2020 – und die CDU feiert ihren 75. Geburtstag. Zu diesem Jubiläum lassen es sich die damaligen Parteivorsitzenden der Grünen nicht nehmen, in Form eines Gastbeitrags in der FAZ ihre Glückwünsche zu übermitteln. „Ihr seid so etwas wie die institutionalisierte Regierungspartei, die Grundversorgung im Kanzleramt, das Bayern München der Politik“, heißt es in der Laudatio von Annalena Baerbock und Robert Habeck. Und weiter: „Mehr als jede andere Partei in Deutschland schaut ihr vor allem auf die Welt, wie sie ist, und weniger auf die Welt, wie sie sein könnte.“

Das klingt heute wie aus einer anderen Epoche. Denn während der Fußball-Rekordmeister sich anschickt, auch in dieser Saison wieder die Krone zu verteidigen, ist die deutsche Christdemokratie maximal abstiegsgefährdet. Wobei man sich fragen muss, ob die Partei mit einem Ergebnis von 17,2 Prozent bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt politisch überhaupt noch in der Ersten Liga spielt (von Mecklenburg-Vorpommern ganz zu schweigen). Womöglich geht die CDU unter der – längst infrage gestellten – Führung ihres Vorsitzenden Friedrich Merz einfach nur den Weg der italienischen Democrazia Cris­tiana. Und der führt nicht an die Schalt­hebel der Macht, sondern in die allmähliche Vergessenheit.

Brandmauer und Krise der Volksparteien

Hätten die Verantwortlichen im Konrad-Adenauer-Haus die Grußworte von Baerbock und Habeck beherzigt, wäre es anders gekommen. Aber sie haben es vorgezogen, die Welt eben gerade nicht so zu sehen, wie sie ist. Sondern sich über Jahre hinweg eingeredet, die Realität neuer Konkurrenz von rechts lasse sich hinter einer „Brandmauer“ ignorieren. Dieser Versuch ist jetzt endgültig gescheitert. Wie das in derart schweren Fällen von Wirklichkeitsverweigerung immer der Fall ist. Daran werden auch semantische Tricks wie jener von Markus Söder nichts ändern, der neuerdings nicht mehr von „Brandmauer“ spricht, sondern von „Schutzwall“. Ein Begriff übrigens, der besonders im Osten der Republik eher ungute Erinnerungen wachrufen dürfte.

Zu erleben ist in diesen Tagen ein „deutscher Herbst“ der ganz besonderen Art. Nämlich das Verwelken der einst tonangebenden Volksparteien – und die damit verbundene Instabilität, wie sie typisch ist für Zeiten des Übergangs: Das Alte ist noch nicht ganz weg, das Neue aber auch noch nicht wirklich da. Genau deswegen haben wir für die Titelgeschichte dieser Ausgabe mit Michael Sommer einen renommierten Althistoriker um eine Deutung unserer verrückten Gegenwart gebeten. Denn wer könnte besser Auskunft darüber geben als ein Gelehrter, dessen Profession es ist, sich mit den großen Linien, mit den tektonischen Verschiebungen in Politik und Gesellschaft auseinanderzusetzen.

So gesehen herrscht übrigens kein Grund zur Verzweiflung. Auf den Herbst folgt zwar unabwendbar der Winter. Aber danach beginnt aller Erfahrung nach eben auch ein neuer Frühling.

 

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Ingo Frank | Do., 24. September 2026 - 09:41

der für sie als Partei bedeutet eine Entscheidung
zu treffen die durchaus Existenzbedrohend für sie sein kann.
Sie muss ich schlussendlich entscheiden, ob sie den von Merkel eingeleiteten Richtungsschwenk hin zu links grün korrigiert, und wieder zu ihren konservativen Wurzeln findet und den Mühlstein den sie von FDP, SPD, Grünen und des SED Erben um den Hals gebunden bekam los wird, oder weiter ohne Plan, Ziel und sowohl programmatischer und personeller Erneuerung weiter abwärts durch die deutsche Parteienlandschaft tappt.
Verliert sie die Angst vor der links grünen Propagandamaschine, oder trägt sie die BM wie eine Monstranz bis zum Untergang vor sich her. Das muss die CDU für sich klären.
Auch sollte sie bedenken, je länger es dauert dies zu entscheiden, schwinden parallel dazu die Koalitionsmöglichkeiten mit der AfD. Setzt sich erwartbar der Trend für die AfD fort, steht diese Partei früher od. später vor der absoluten Mehrheit und die CDU ist Geschichte. Es liegt bei ihr….

Günter Johannsen | Do., 24. September 2026 - 11:46

Ich wollte Ihnen zu Karl Marx noch eine Antwort zukommen lassen. Leider war die Seite schon geschlossen! Ihre Einlassung: " ... einer der klügsten polit-ökonomischen Denker Europas war Karl Marx, RIP, dessen Vater ein Rabbiner war." Naja, ihr großer Vordenker Karl Marx war der übelste Rassist: "Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. ... selbst das Weib wird verschachert ...Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld." Die Passagen von Marx über Juden lesen sich wie Originaltexte vom "Führer". Marx weiter: Das Judentum sei "ein allgemeines gegenwärtiges antisociales Element". Die SED-Erben haben in Marx ein fragwürdiges Vorbild: "Alle AfDler in die Gaskammer"; "wenn wir erst die Reichen erschossen haben … "; Genossin Bianka Deubel (LINKE) zu Erika Steinbach: „Ich freue mich schon, wenn ich auf ihrem Grab tanzen kann.“ Menschenverachtender geht's wirklich nicht!

Warum werden die nicht weniger verbrecherischen Führer immer außen vor gelassen? Hat das System? Ich denke JA! Der linXe Genosse Stalin hat schließlich die KZs erfunden. Hitler hat sie nur „verfeinert"! Unter den Führern Ulbricht, Honecker, Mielke - ebenso menschenverachtend - musste ich 40 Jahre leben und leiden!
Wer setzt für die millionenfachen Opfer des Kommunismus Denkmäler oder Stolpersteine? Was die Marxisten gestern wie heute verschweigen: der "wissenschaftliche" Kommunismus von Karl-Marx hat allein in der Sowjetunion, in China und im Ostblock über Hundertmillionen politische Morde zu verantworten! Und auch der Antisemitismus ist den Marxisten nicht fremd, wie alle hier und heute wissen!

Heidemarie Heim | Do., 24. September 2026 - 14:07

Antwort auf von Günter Johannsen

Zum Beispiel kam mir der Gedanke an Willy Brandt, welcher wenn ich es recht erinnere auch von einem Stasi-Agenten Guillaume, den man übrigens warum auch immer lange Zeit vorher im Visier aber den Kanzler scheinbar nicht rechtzeitig eingeweiht hatte wen er da als engsten persönlichen Referenten an seiner Seite hatte. War er evtl. ein Doppelagent, den man erst aus dem Hut zauberte,um Brandt zu stürzen? RAF-STASI-PLO, "Holger der Kampf geht weiter!"-Sympathisanten, Antifa, SED-Nachfolge, Mauertote, innige Bruderküsse und "Ich hab`Euch doch alle lieb" und nun das linke Panoptikum in der Hauptstadt.Oder wie eine Grüne zu sagen pflegte:" Das ist der neue heisse Scheiß!" Wen lieber Herr Johannsen interessiert der "alte Scheiß" , wenn es darum geht aus bekennenden Sozialisten, Marxisten, Antifantisten, Antisemiten und was noch so links kreucht und fleucht, verfassungstreue Demokraten und für künftige Koalitionen passend zu machen? Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen! LG

verlieren…..,.. Aber A.M. könnte wenn nan‘s richtig betrachtet, durchaus die letzte Rache Honeckers gewesen sein ……😂😂😂😂 wenn man jetzt so im links grünen Blätterwald liest beginnt ihr Rückhalt zu schwinden. Vielleicht nicht bei den 100 prozentigen Brandmuerbefürwortern aber beim größerem Rest schon. Zumindest bei den CDU Garden die ihr Mandat und ihre Ämter verloren haben. Und dies sind in 2026 eine doch recht stattliche Anzahl gewesen wenn man nur 1/5 der Wahlen im gleichen Zeitraum gewonnen hat und an sonsten nur gerupft und wie in einem Fall noch dazu geteert & gefedert wurde🤗
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik

Als geborener Ossi;) können Sie mir geborenen Wessine lieber Herr Frank, doch sicher den Unterschied zwischen einer politischen "Brandmauer" und einem nun von Meister Söder höchstpersönlich umbenannten Konstrukt namens "Schutzwall" erklären🤔. Biitttee! Gab`s so ein Gebilde nicht schon mal? So mit Stacheldraht, Tretminen, Wachtürmen (einen davon überlebenden in Berlin,erkletterte ich damals noch flink wie ein Wiesel und für die Einstiegsluke schlanker proportioniert selbst bei einer Visite;), und allem drum und dran?
Ja, der etwas angepieselte weiss-blaue König und Länderfinanzausgleichsnettozahler hat schon immer die dafür erforderliche Sensorik besessen, wie man Mahnungen Richtung Osten ausspricht🤣.
LG aus RLP!

18 Monate gedient in einer Pionierkompanie als deren „Schreiber“ Ich mußte weil das auch zu meinen Aufgaben gehörte als Regulierer defekte Maschinen und Gerätschaften die beim Grenzbau kaputt gegangen sind den Rücktransport zum Standort notfalls in den NVA Reperaturstandort begleiten.
So kannte ich die Gernzanlagen und deren Bau schon ganz gut „bestaunen“ Kolonnenweg, Panzersperrgraben dottelter Zaun mit glatt gerechten Mittelteil in dem man jeden Vogel mit seinen Spuren die abgebildet waren bestimmen bis zu den Selbstschussanlagen und dem Molli. Das ist auf einer Lore gelegter droßer Betonklotz der automatisch aus mit viel Dreck getarnten Röhren die rechts und links neben einer Straße lagen um Raupenfahrzeuge oder große LKW am Grenzdurchbruch zu verhindern…..Das was ich da beschrieb hatte ich in der Nähe von Teistungen im ostlicgen Nordeichsfeld gesehen. Rund 16 Jahre später habe ich mit meiner Liebsten auf den Weg nach Göttingen zum ersten Westbesuch genau das alles wieder gesehen.

konnte ich ihr keine plausible Antwort & Erklärung zum „Schutzwall“ geben.

Nur einen Gedanken abschließend.
Wer die Freiheit nicht kannte, wer nicht erlebt hat, das die Karriere- Leiter unabhängig von der eigenen Leistung & Qualifikation i d R ohne entsprechender Parteizugehörigkeit auf mittlerer Leitungsebene am Ende war,, der während seiner Arbeitszeit die meiste Zeit damit verbrachte „die sozialistische Planwirtschaft“ zu managen und dann vom süßen Gift der Freiheit geschleckt hat, der will sie nicht mehr missen. Z.B das Recht der Wahl. Für mich der Hauptgrund weil wir, die Mitte 50 geborenen, ca. hälftig in beiden Systemen lebten und wissen von was wir reden, unser Erfahrungen selbst erlebt haben als der der Hauptgrund unserer Skepsis gegenüber der politischen Entwicklung seit ca. 2015 ist. Was in den letzen Jahren mit Corona quasi auf die Spitze getrieben wurde und immer weiter so bis heute geht, gleicht dem Gefühl was ich Ende der 80ziger hatte ,,,,.
MfG a d Erf. Rep.

Zunächst vielen lieben Dank Herr Frank für Ihre eindrücklichen wie persönlichen Schilderungen über das Leben im Sozialistischen Arbeiter u. Bauernstaat?! Habe das "Erich-Vokabular;)" nicht so drauf! Und ja, die Freiheit ist scheibchenweise nach und nach beschnitten, still und leise irgendwann ganz weg! Doch wie ich schon öfter schrieb haben Sie trotz der Unbill die Sie in der DDR erlebten, den unschätzbaren Vorteil zu wissen u. zu erkennen was diesen schleichenden Vorgang angeht. Beschnitten zu werden in seinen individuellen Rechten und Möglichkeiten unter einem Regime, dass einen mörderischen Schutzwall brauchte, eine bis in die Familie hinein spitzelnden u. einen Misstrauen sowie Angst verbreitenden Staatssicherheitsdienst unterhielt, um zuallererst "innere Feinde" davon abzuhalten, das sozialistische Paradies zu verlassen. Und da gibt es tatsächlich heute wieder genug Menschen, die sich so was in neuer Form wieder zurück wünschen? Oder wie viele im Westen einfach weiter pennen;)! LG

C. Schnörr | Do., 24. September 2026 - 13:18

ist das Gebot der Stunde. Aber ob die CDU in der Lage ist, noch einmal über das unvergessene Zitat des EU-Apparatchiks Elmar Brok ("Krebsgeschwür") und darüber nachzudenken, woran sie wirklich erkrankt ist? Alle Jahre seit dem Hofieren der Raute sprechen dagegen.

Günter Johannsen | Sa., 26. September 2026 - 01:08

In Berlin regiert wieder das SED/LINKE-Regime!
Der „Marsch durch die Institutionen“ der LINKS-Grünen RAF-Fans hat inzwischen sehr viele Schlüsselpositionen besetzt und „regiert“ dementsprechend. Sie protzten schon selbst damit im SED-Blatt (Organ der SED/LINKEN NEUES DEUTSCHLAND): „Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht. Bei der Feuerwehr, der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft und auch beim Verfassungsschutz. Ich hoffe sehr, dass sich das in Zukunft bemerkbar macht.“ Was sie mit Fleiß vergaßen: die Medien-Allmacht!

die LinXen NGOs und die linksfaschistische Antifa ... unsere tatkräftigen Sturmabteilungen. Der Sotschalißmus siecht ... Rot-Front ... Hurra!