Elf Persönlichkeiten haben etwas gegen Katar und Russland als Gastgeber
Illustration: Simon Prades

Cicero im Oktober - Elf Prominente kritisieren die WM in Katar und Russland

Rote Karte für die Fifa: In der Oktober-Ausgabe des Magazins Cicero fordern prominente Fußballer und Autoren, die Weltmeisterschaft in Katar zu überdenken. „Der Fußball darf sich an so einem Foulspiel nicht beteiligen“, warnt etwa der Trainer des VfL Bochum, Peter Neururer. Die Kritiker nehmen auch Russland ins Visier

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Die Kritik an der Fußballweltmeisterschaft in Katar wird lauter. Elf prominente Gastautoren forderten im Magazin Cicero (Oktoberausgabe), die Austragung des Turniers 2022 in dem Emirat zu überdenken. „Sagt die Fußballweltmeisterschaft in Katar ab!“, rief der Trainer des VfL Bochum, Peter Neururer. „Alles, was ich mit dieser Weltmeisterschaft in Verbindung bringen kann, hat bisher nicht viel mit Sport zu tun. Der Fußball darf sich an so einem Foulspiel nicht beteiligen“.

Jörg Schmadtke, Sportdirektor des 1. FC Köln, erklärte, man müsse „das Vergabeverfahren kritisch prüfen“. Auch Werder-Bremen-Aufsichtsrat Marco Bode findet, „dass die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Katar ein großer Fehler war und korrigiert werden sollte.“ Wie Bode kritisierte der frühere Nationalspieler Thomas Strunz nicht nur die Vergabe der WM an Katar, sondern auch die Austragung der WM 2018 in Russland. Strunz forderte bis zum Sommer 2015 einen „Alternativplan für die Neuvergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022“.

Unter den elf Gastautoren sind auch Schriftsteller wie Axel Hacke oder Sibylle Berg. Berg schreibt, die Spieler müssten Turniere „in Kackländern“ bestreiken. Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, kritisierte: „Die Fifa macht sich zum Komplizen von Menschenrechtsverletzungen, wenn etwa auf den Stadionbaustellen unmenschliche Bedingungen herrschen und sogar Arbeiter wegen dieser Bedingungen sterben.“ Mit Blick auf die WM in Russland forderte die Amnesty-Chefin Meinungs- und Versammlungsfreiheit am Rande der Sportveranstaltung.

Diese Woche berät der Fifa-Vorstand in Zürich. Tagesordnungspunkte sind der Bericht des FIFA-Generalsekretärs Jérôme Valcke über die Vorbereitung der WM in Katar 2022 und der Bericht des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe internationaler Spielkalender 2018 bis 2024.

Zu den umstrittenen Austragungsorten der Fußball-WM schreiben in der neuen Ausgabe von Cicero:

- Marco Bode, Fußballeuropameister 1996, heute Aufsichtsratsmitglied des SV Werder Bremen.

- Peter Neururer, Trainer beim Zweitligisten VfL Bochum

- Jörg Schmadtke, ehemaliger Fußballtorhüter, heute Sportdirektor des 1. FC Köln

- Thomas Strunz, Fußballeuropameister 1996 und Sport1-Experte

- Sibylle Berg, Autorin und Dramatikerin

- Marcel Reif, Fußballexperte und Sky-Chefkommentator

- Moritz Rinke, Dramatiker, Romanautor und Stürmer der Autorennationalmannschaft

- Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland

- Uli Hannemann, Schriftsteller und Mitglied der Autorennationalmannschaft, dort Innenverteidiger

- Yves Eigenrauch, früher Fußballprofi. Gewann mit Schalke 1997 den Uefa-Cup.

- Axel Hacke, Journalist und Schriftsteller. Sein jüngstes Buch: „Fußballgefühle“

Schließen Sie sich der Cicero-Elf an und zeigen auch Sie der Fifa die rote Karte. Schreiben Sie uns Ihre Stellungnahme unter rotekarte@cicero.de!

Cicero-Oktober-Ausgabe

Die Stellungnahmen der Cicero-Elf und die Geschichte hinter dem Fifa-Korruptionsskandal lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des Cicero. Die digitale Ausgabe des Magazins für politische Kultur erhalten Sie im Online-Kiosk. Das gedruckte Heft erhalten Sie am Kiosk.

 

 

 

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