- Deutscher Doomsday
Alarmismus scheint mittlerweile fest in unserer Kultur verankert zu sein. Private Debatten enden in Endzeitstimmung, die Medien „zersenden“ lösbare Probleme zu unlösbaren, und die Politik ist mit Hysterie auf Wählerfang. Schluss damit! Pragmatismus statt heraufbeschworener Doomsdays.
Wer wie ich in den 1980er Jahren im deutschen Südwesten aufgewachsen ist, musste in seiner Jugend mit drei existenziellen Bedrohungen klarkommen: Aids, Atomkrieg und saurer Regen. Da wir an den Ausläufern des Schwarzwalds wohnten und einen sehr natursensiblen Chemielehrer hatten, der zumindest die Sache mit dem sauren Regen überaus ernst nahm und gern mit dräuender Miene vor der Klasse darüber referierte, entstand bei meinen Mitschülern und mir die Gewissheit, dass unser schönes Mittelgebirge schon in wenigen Jahren völlig ohne Bäume in der Landschaft stehen würde. Keine schöne Vorstellung, es kam zum Glück denn auch anders. Was nicht zuletzt modernen Entschwefelungsanlagen geschuldet war.
Dem bundesrepublikanischen Dauer-Alarmismus haben derlei enttäuschte Endzeit-Erwartungen jedoch keinen Abbruch getan – im Gegenteil. Stets droht der Untergang der Menschheit aufs Neue, sei es durch Grippeviren, havarierende Atomkraftwerke oder durch den Klimawandel. Und bei den erforderlichen Gegenmaßnahmen muss stets das ganz große Besteck ausgepackt werden. Also am besten „Zero Covid“, Atomausstieg oder Null-Emissionen, letzteres hoffentlich bis übermorgen. Die entsprechenden Debatten werden mit einer Rigorosität geführt, die fast keinen Widerspruch duldet. Der Virologe Hendrik Streeck, vor fünf Jahren die besonnene Gegenstimme zu „Doomsday-Drosten“, kann ein Lied davon singen.
Pragmatismus statt Alarmismus
Der offenkundige Wille zu permanenter Aufwallung, noch dazu befeuert durch die Medien und die Politik, verstellt leider den Blick auf sinnvolle, pragmatische Lösungswege. Wer stets nur das Absolute gelten lässt, wird zwangsläufig scheitern – und auf dem Weg in die selbstbereitete Frustration auch noch enorme Ressourcen vergeudet haben. Stichwort: Energiewende. Warum aber werden wir aus solchen Fehlern nicht klug?
Die Juli-Ausgabe von Cicero können Sie jetzt am Kiosk oder direkt bei uns kaufen.
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
So recht sie haben Herr Marguier, bleibt immer noch die Frage, wer uns wieder zum Pragmatismus, zum Denken mit dem gesunden Menschenverstand und zur Akzeptanz unseres GG zurückführen soll? Die etablierten Parteien jedenfalls nicht. Ob es die AFD mit in einer Regierung in Verantwortung hinbekommen würde, durchaus möglich, durchaus wahrscheinlich, wenn man sie denn läßt. Oder auch sie versagt und dann haben wir eh verloren. Zu tief in unser politisches System hat sich der der Holzwurm bereits gefressen und unser Staat ist langsam, aber stetig am Zerbröseln, weil Justiz, Politik, Medien, finanzierte NGOS sich alle nur auf der einen Seite der Medaille sehen wollen und die zweite Seite ignorieren. Viele der Endzeitstimmungsthemen könnten schnell entlarvt werden, würde man diese hinterfragen, nüchtern und sachlich diskutieren und gegenüberstellen, aber das will man ja gar nicht. Kleine Minderheiten behaupten etwas und die Medien steuern es so, als wäre es wahr und gelte als einzig richtig.
Dieser kurze Artikel von Herrn Marguier trifft den Nagel auf den Kopf! Was uns Bürgern an Horrornachrichten im Halbstundentakt (ÖRR) und 24-Stundentakt (Mainstreammedien MSM) um die Augen und Ohren geknallt wird und das schon seit Jahren, wäre zutiefst beängstigend, wäre denn alles realistisch und wahr! Dann müsste unser schöner Globus schon X-mal in einem Inferno verpufft sein, das von Menschen mit ihren fahrbaren Untersätzen malträtierte Klima durch Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeldioxid, Rußpartikel, Feinstaub etc. unbewohnbar gemacht haben, die halbe Menschheit durch eine tödliche Pandemie dahingerafft sein, die andere Hälfte im Koma liegen und vieles mehr! Wenn sich Medien und Politik endlich auf das reduzieren würden für was man sie kauft (MSM) bzw. wählt (Politiker), nämlich ehrlich und faktengetreu berichten und im Sinne des Souverän agieren und regieren, gäbe es weniger Horror und auch die Anzahl an Lügen und Wählertäuschungen würde drastisch reduziert.
sogenannten "Revolverblättern"?
Ohne nun genauere Kenntnis dieser Zeitung, so verortete ich die Bildzeitung dort.
Dann gab es noch die sogenannten "seriösen Medien".
Aber selbst beim Cicero wittert man überall "die Revolte von links"?
Nun könnte es sein, dass meine Ansprüche gestiegen sind, denn meine Nachrichten kombiniere ich mir mittlerweile lieber selbst?
Vermutlich wird mir gleich wieder Arroganz vorgeworfen, wenn ich schreibe, dass gerade ich meinen Ansprüchen nicht genüge?
Ich werde aber soweit ganz gut verstanden und erhoffe mir die entsprechende Diskussionsbreite.
"Doomsday" und/oder "turning point"?
Eben und das ist durchaus schwer auseinanderzuhalten, ohne es zu zerreissen und wieder zusammenzufügen, ohne Gewalt.
Stehen wir am Abgrund und sind morgen schon einen Schritt weiter?
Hat man Andrea Nahles nicht "verlacht" wegen des Titels ihrer Magisterarbeit?
Ich sah jetzt "Feud" C-Drama.
Das geht hoch her, ist ambitioniert, aber nicht schwierig und versöhnt, Turn,Turn,Turn Birds
"Die deutsche Hysterie" : ein offenbar zeitloses Problem. Früher konnte man dem Phänomen mit dem HB-Männchen noch gelegentlich ironische Seiten abgewinnen. Dank H(abeck) und B(aerbock) ist Deutschland aber mit dem deutschen Welterlösungs-Gen infiziert. Und der 10.Jahrestag der unkontrollierbaren Grenzen, ausgelöst durch die Trittin -Bewunderin Merkel) naht. Die Einleitung lässt (erneut) eine anregende Titelgeschichte erwarten.
„Wer stets nur das Absolute gelten lässt, wird zwangsläufig scheitern – und auf dem Weg in die selbstbereitete Frustration auch noch enorme Ressourcen vergeudet haben. Stichwort: Energiewende. Warum aber werden wir aus solchen Fehlern nicht klug?“
Warum? Weil es einfach drinsteckt, in den Deutschen. Nicht umsonst lautet das Bonmot: "Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun". Bis hin zum totalitären. Ein Muster, das sich in der Geschichte immer wieder wiederholt hat. Und die Energiewende ist das beste aktuelle Beispiel hierfür.
Wie sagte die schwedische Energieministerin nochmal: kein politischer Wille sei stark genug, um die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen – nicht einmal der von Herrn Habeck.
Wenn selbst deutsche Ingenieure, die weltweit einen guten Ruf genießen, im eigenen Land mit den Gesetzen der Physik im Rücken nicht gegen die Politik ankommen, dann gibt es keinen besseren Beweis, als dass da zutiefst etwas faul ist im Staate Deutschland.
physikalische "Gesetze" ignorierte oder meinte, umgehen zu können.
Ich halte ihm zugute, dass die Situation in der Bundesrepublik im Zuge des Russland/Ukraine-Krieges sehr angespannt war und noch sein könnte.
Ich bekam allerdings den Eindruck, dass er die deutsche Transformation in Abhängigkeit zu europäischen Nachbarn zu bewältigen dachte.
Nun kann man sagen, dass dies doch nur vorübergehend sei, denn Deutschland müsse dann und dann...?
...und wenn nicht, dann beklagt man sich vor Gerichten?
Was hat denn das mit zurechenbarer Politik zu tun?
Ein Land in der EU sollte selbst leisten, was es zu leisten imstande ist, dann darf es Hilfe erbitten?
Das nennt man doch Subsidiaritätsprinzip?
Ich kann es noch gar nicht richtig benennen, aber was ich in den letzten Jahren bei den Grünen gesehen zu haben glaube, lässt mich schaudern und nach der FDP rufen als Koalitionspartner für eine kommende Koalition, z.B. in Sachsen-Anhalt.
Viele sind geschockt von der Merkel-CDU?
Denkt strategisch: FDP
