Carsten Linnemann
Carsten Linnemann (zweiter von links) am Dienstag im Bundestag mit Armin Laschet, Friedrich Merz und Paul Ziemiak / dpa

CDU/CSU nach der Wahl - „Die Analyse wird wehtun“

Carsten Linnemann, Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, spricht sich für eine echte Aufarbeitung der Niederlage bei der Bundestagswahl aus. Anderenfalls drohe die Gefahr, dass sich die CDU marginalisiere. Für die Sondierungsgespräche mit der FDP sieht er gute Vorzeichen.

Autoreninfo

Moritz Gathmann leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

So erreichen Sie Moritz Gathmann:

Carsten Linnemann vertritt im Bundestag seit 2009 den Wahlkreis Paderborn, den er 2021 mit 47,9 Prozent direkt gewonnen hat. Er ist Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und Mitglied des CDU-Bundesvorstands.

Herr Linnemann, wie groß sind die Chancen, dass die Union zusammen mit FDP und Grünen die nächste Bundesregierung stellt?

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Werner Peters | Do, 30. September 2021 - 18:50

Das wird nix mit einer ehrlichen Analyse der Niederlage. Wer soll die denn machen ? Es kursiert eine Liste der CDU-Abgeordneten, aus der hervorgeht, dass sich die alten Merkelianer sichere Listenplätze ergattert haben (u.a. der merkwürdige ehemalige Ost-Beauftragte), während kritische Geister ihr Direktmandat verloren und auf der Liste nicht abgesichert waren. So bleibt die alte Garde. Das wird nix mit Neuanfang.

Heidemarie Heim | Do, 30. September 2021 - 20:33

In reply to by Werner Peters

Bei den verlorenen Direktmandaten sprechen wir wohl von neuerdings in blau leuchtenden Zonen im Osten unserer Republik? Oder wurde bei der unfreiwilligen OP das wertkonservative Krebsgeschwür wie ein Parteikollege es einmal nannte gleich mit entfernt? Wie lautet die ehrliche Diagnose? Danach richtet sich normalerweise der Behandlungsplan;) Ihre werter Herr Peters, verheißt demnach nichts Gutes! MfG

Ronald Lehmann | Do, 30. September 2021 - 21:43

In reply to by Werner Peters

1. Auf keinen Fall eine Marktwirtschaft nach Vorstellungen von Ludwig Erhard
2. Keine Finanzstabilität, um wirtschaftlich erpressbar zu sein
(Nehmen wir mal an, die AFD hätte über 50% der Sitze bekommen, dann wäre es
umgehend zur größten Finanzkrise gekommen!)
3. Nichts geschieht hier in Europa, ohne das von wichtigen Leuten der Finanz -&
Wirtschaftswelt der Daumen hoch oder runter gehen.
4. Die Säulen der Wirtschaft werden nach Salami-Taktik scheibchenweise
demontiert bzw. in fester Hand der Puppenspieler gebracht.
5. Das Netz wird straffer & engmaschiger organisiert & dies vor allem in den
Schaltzentralen der Politik.
6. Ablenkung durch Aufmerksamkeit von Unwichtigen Ereignissen
7. Die gesellschaftliche Ächtung wie die Bauernopfer sind in der Tendenz steigend.
8. Die Informationsflut nimmt in der Quantität zu, aber die Qualität nimmt ab.
9. Die Wirtschaft wird immer mehr abhängiger von den einflussreichsten
Puppenspielern dieser Welt
Wohin gehen Wir?

Rob Schuberth | Do, 30. September 2021 - 19:04

Was kann Laschet, also nat. die Union (wobei Söder kaum mitspielen wird) denn der FDP anbieten?

Lindner den Fin.Minister lassen u. keine Steuererhöhungen, vllt noch Steuersenkung für die Reichen.

Sagt die FDP dann ja, super machen wir, WER verkauft das dann den Grünen???!!

Denn die wollen lieber zur SPD und alles was Lindner von der cDu bekommen kann, wollen die Grünen aber nicht.

Und ohne die Grünen wird es nix mit Regieren und so.

Die Jamaika-Option ist doch nur eine Fiktion, die Laschet (warum eigtl.) noch ein wenig am Leben lassen soll.

Es kommt der Tag da haut der Söder wieder einmal auf den Tisch und dann wars das mit Armin.

Eigtl. kann der einem leid tun, denn das haben ihm einige von Beginn an so prognostiziert.
Aber wie heißt es so schön.
Wer nicht hören will der muss fühlen.

sind sowieso die sog. Wähler
Frage:
Was wählt der/die/das Wähler überhaupt ?
Antwort:
Eine Partei deren ausgewählte Inhaber von Posten schon vor derWahl auf Listen abgesichert werden.
Wähler wählt demnach eine Liste ?
Ja
Sonst nichts ?
Nein
Und wer erstellt diese Liste?
Die Partei
Die Partei ???
Na die denen die Partei gehört.

Gerhard Schwedes | Do, 30. September 2021 - 19:29

Es gibt symbolisches und praktisches Fehlverhalten, bei denen der Wähler die Nase rümpft und schließlich davonläuft. Beispiele für symbolisches Fehlverhalten: Eine Kanzlerin, die das eigene Fähnchen ihrem Minister aus der Hand nimmt. Oder die Umbetitelung von Deutschen zu Wesen, die schon länger hier leben. Oder aus Nationalmannschaft wird nur "die Mannschaft" (auch hierfür soll die Kanzlerin verantwortlich sein) Dann noch die vielen Schwenks um 180 Grad: Zuerst sagte sie: Multi-Kulti ist gescheitert, dann rührte sie die Trommel für die Willkommenskultur. Schließlich die praktischen Handlungen, die arg das Portmonnaie des Steuerzahlers in Anspruch nehmen und wie ein Damoklesschwert über dem Land hängen: die Massenmigration, die Euro-Rettungspolitik, die Schuldenunion. Und dazu ein Hintergrundsrauschen, das von einer Partei aus Duckmäusern, Karrieristen und Pfötchengebern geprägt ist. Hinzu kommen nicht wenige, die sich die Taschen gefüllt haben (Aserbeidschan, Corona).

Ingofrank | Do, 30. September 2021 - 19:45

Quadratur des Kreises = Machterhalt + Aufklärung

Auch in dem Gespräch mit H. Lindemann ist kein Nährwert zu erkennen. Lediglich ein Geschwuebel im allgemeinen nach dem Motto: hast du keinen Plan, dann bilde einen Arbeitskreis. Der bringt keine Lösung, aber ein gutes Gefühl etwas getan zu haben. Das einzig Richtige war, dass die Zustimmungswerte nach 2013 kontinuierlich gesunken sind. 8 Jahre keinen Erkenntnisgewinn und das soll jetzt noch 4 Jahre i.d. Verlängerung gehen? Diese Machtbesoffenheit ist nicht zu begreifen. Wird nicht bald die Reißleine gezogen, gib’s die CDU bald nicht mehr siehe z.B. Italien.
Die anderen Parteien wird’s freuen.Ein Konkurrent in der Insolvenz.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Hans Jürgen Wienroth | Do, 30. September 2021 - 19:52

So wird das nichts mit der Analyse. Die CDU/CSU hat sich in sozialdemokratischer Manier vor der Wahl selbst zerlegt und wurde dabei von den Medien tatkräftig unterstützt. Das Merz nicht PV wurde (weil er nicht rhetorisch gut reden konnte) war der erste Punkt, wo man selbst nach der Entscheidung noch wochenlang öffentliche Diskussionen führte. Das Gleiche nach der Kanzler-Nominierung, als Söder praktisch bis zur Wahl intrigierte. Das geht sogar heute noch weiter. Wie soll damit eine verlässliche Koalition entstehen? So ungern ich es tue, aber da muss ich Frau KGE recht geben.
Will sich die Union wieder regierungsfähig zeigen, dann muss sie die „Sünden der Vergangenheit“ abwickeln, soweit es geht. Dazu gehören verschwiegene Diskussionen und Einigkeit, sowie ein Austausch aller Merkel-Kader. Wenn die Union dann noch politische Sachdiskussionen zulässt und führt, zum Teil konservative Positionen zurückerobert (keine Angst vor AfD Pos.), dann kann es mit dem Vertrauen der Bürger klappen.

Fritz Elvers | Do, 30. September 2021 - 20:00

Macht nichts, trotzdem noch ein letztes Gefecht, aus dem Laschet als Kanzler hervorgehen soll.

Da lachen je die Hühner, so wie Laschet bei der Flut.

Charlotte Basler | Do, 30. September 2021 - 22:57

Lieber Herr Linnemann, warum halten Sie sich eigentlich so im Hintergrund? Sie wären eine gute Option und hätten Chancen selbst das Steuer zu übernehmen. Wer nicht wagt ……..
Was die CDU betrifft, so fehlt ihr jegliche Fehlerkultur. Alles wird nur angerissen nichts wird abgearbeitet. Man reibt sich nur schläfrig die Augen obwohl man nach 2 Wahlren 40 % der Wähler verloren hat. Irgendwann wird man wach und die Wähler sagen „ihr Termin war vorgestern!“ Ist der Point of no Return schon überschritten.
Leider hat die CDU keine erkennbaren unique selling points. Für was steht sie? Was konkret bietet sie mir und dem Land? Warum sollte ich sie wählen?
Und ja, H. Laschet muss leider weg. Es wäre deutlich smarter gewesen, ihn schon vor 4 Wochen „gesundheitsbedingt“ (Lachtraumata, Pünktlichkeitsphobie uvm) abzulösen. Aber es zähen scheinbar Seilschaften mehr als der Wähler-un-wille.
Trotzdem würde eine Partei wie die „frühere“ CDU dringend gebraucht. Und zwar jetzt!

Sabine Lehmann | Fr, 1. Oktober 2021 - 06:20

Diese Art der Selbstinszenierung, was ist das? Jetzt kommt die Mitleidsmasche? Offenbar hatten einige Politiker als Nebenfach Schauspiel, offensichtlich mit fragwürdigem Erfolg. Wer soll ihnen denn diese verlogene Nummer abkaufen? Ich schrieb es erst vor ein paar Tagen an anderer Stelle und kann mich nur wiederholen:
Politik ist ein schmutziges Geschäft. Um Politik, echte Politik, um das Land, die Gesellschaft geht es den Wenigsten, sondern nur um Macht, Geld, Posten und Karriere. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Mein Eindruck im Rückblick der letzten 30 Jahre: das hat sich massiv potenziert. Mein Fazit: Deutschland ist so gut wie am Ende, das zur Verfügung stehende Personal wird wie ein Brandbeschleuniger die Zeit bis zum Finale verkürzen. Rette sich wer kann……Politiker natürlich zuerst in die Rettungsboote!
Aber so lange am Abend Rosamunde Pilcher läuft, wobei der Übergang zwischen Film und Nachrichten fließend ist, so lang lebt der deutsche Michel „gut & gerne“ in Germany.

Norbert Heyer | Fr, 1. Oktober 2021 - 07:25

Noch immer redet Herr Linnemann um den heißen Brei herum. Die Union müsste sich komplett ehrlich machen: „Die Hauptverantwortliche ist Frau Merkel. Sie hat politisch entweder überhaupt nicht, zu spät oder katastrophal falsch agiert. Wir -alle in Verantwortung- haben sie aus Karrieregründen oder Feigheit uneingeschränkt handeln lassen. Zusätzlich hat sie unsere Partei zu einer beliebigen, ohne Konzept und klaren Standpunkten handelnden Beliebigkeit degradiert. Wir wollen zurück zu den Wurzeln.“ So müsste die neue Strategie dieser total verunsicherten Partei aussehen. Aber ich muss gestehen -ich träume mal wieder. Sie werden weiterstümpern, werden Laschet absägen, werden Söder hochjubeln, aber im Grunde bleibt der ungute Geist der Zerstörerin erhalten. Daran werden sie letztendlich nach über 70 Jahren erfolgreicher und realistischer Politik mit Weitblick untergehen. Ich sehe keinen einzigen Hoffnungsträger, dem eine Wiederbelebung gelingen könnte, keinen einzigen mit Charisma und Können.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 1. Oktober 2021 - 11:58

So, so, Ziemiak will und Sie wollen Analyse und wer noch? Ihre Aussage wird bereits mit dem sehr guten Kommentar von Herrn Peters widerlegt. Ich las auch beim FOCUS und anderen, wer da alles als unbequeme "Querdenker" der CDU nicht über die Landesliste abgesichert war. Und Sie wollen mit diesen Merkelianer, die schon seit ihrem Amtsantritt alle gleichschaltet, eine Analyse durchführen und mit welchen Konsequenzen? Der Name Merkel kommt in Ihrem Interview nicht vor. Die hat doch den Takt für Euch geschlagen zur Entpolitisierung und Entkernung.
Zu Laschet halte ich es wie Peter Sloterdijk der Gabor Steingart vom FOCUS sagte: „Laschet sei ein Formatfehler bei völliger Abwesenheit von Charisma und Ausstrahlung. Er verglich Baerbock mit einer Schulsprecherin, die etwas abrupt zur Kanzlerkandidatin performt wurde. Mit einem haben Sie recht. Das Dilemma begann 2013 und was war da? Richtig. Griechenlandrettung und Gründung der AFD. Warum sagen Sie das denn nicht? Wir wissen es doch alle.

Gerhard Lenz | Fr, 1. Oktober 2021 - 14:04

Man darf gespannt sein.

Was also hat Laschet falsch gemacht? Immerhin startete er seine angedachte Kanzlerkarriere mit einer komfortablen Mehrheit von mehr als 10% vor der SPD.

Gut, die war Merkel zu verdanken. Deren Fußstapfen für das rheinische Leichtgewicht viel zu groß waren.

Laschet hat sich als Meister der Unverbindlichkeit erwiesen - nur keinem wehtun! Sogar der Radikale H.G. Maaßen durfte ran. Schließlich zeigt die CDU im Osten gelegentliche Brauntönung, wenn sie z.B. das Nationale mit dem Sozialen versöhnen will, oder die AfD als normale Partei bezeichnet.

Genutzt hat das in Thüringen und Sachsen höchstens der AfD selbst, anderswo der Konkurrenz links der Mitte, vielleicht noch vereinzelt der FDP.

Und dann das unerträgliche Personal: Der ewige Ladenhüter Merz, der im TV kurz vor der Wahl wie eine Diva auftrat, sich überall in den Vordergrund schiebt und vielen mittlerweile nur noch auf die Nerven geht.

Jetzt müssen eher Leute vom Schlage eines Günthers aus SW ran.

Detlev Bargatzky | Fr, 1. Oktober 2021 - 17:56

So etwas hat es in der Union doch wohl noch nie gegeben.
Ich erinnere mich noch an Leute wie Geissler und Hinze, die jedes noch so schlechte Unionsergebnis zu einem CxU-Wahlsieg erklärten.

Und ich hoffe, es bleibt dabei. Vielleicht werden sich die Partei-Strategen dann nach der nächsten BT-Wahl fragen, warum sie schwächste Fraktion im BT geworden sind und keiner mehr mit ihnen verhandeln will.

Wolfgang Borchardt | Sa, 2. Oktober 2021 - 14:21

Klugerweise haben überwiegend Ostdeutsche eine Partei nicht gwählt, die eine Vielzahl ungelöster Probleme nicht nur hinterlassen, vielmehr auch geschaffen hat. Einzelentscheidungen der Kanzlerin - Atomausstieg, Migration - wurden klaglos toleriert. Dass die CDU mit der Wahl der Kanzlerin ihre Totengräberin gewählt hat, wird erst jetzt klar.