Helmut Kohl mit Rainer Brüderle und Philipp Rösler
Vor der Bundestagswahl 2013 lud der Altkanzler den FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle und den FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler demonstrativ zu sich nach Hause ein / picture alliance / dpa | Daniel Biskup

CDU und FDP - Merz fehlt das strategische Gespür Kohls

Friedrich Merz hat die FDP für tot erklärt. Auch Angela Merkel war 2013 nicht traurig, als die Freien Demokraten den Wiedereinzug ins Parlament verfehlten. Was für ein Unterschied zu Helmut Kohl: Der hatte in den Liberalen stets den potentiellen Koalitionspartner gesehen.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Was waren das noch für schöne, schwarz-gelbe Zeiten: 2001 ließ sich die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel vom FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle zu einer medienwirksamen Fahrt in einem VW-Cabrio durch Berlin einladen. Es war eine klare Demonstration, nach Ablösung von Rot-Grün zusammenarbeiten zu wollen.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 13. März 2026 - 12:10

Herr Müller-Vogg.
Genauso habe ich die Politik in der alten Bundesrepublik in Erinnerung, aber eigentlich auch die Ampel.
Scholz und Habeck hätten jedoch die FDP evtl. mehr schützen können.
Ich sah allerding auch keine besondere Hinwedung von Frau Merkel zur SPD, auch wenn ihre Mutter dort evtl. Mitlied war?
Nein, ich sah die Zuwendung vor allem hin zu den Grünen und auch einen leichten Schutz der Linken.
Ich hoffe, dass die SPD dennoch eine gute konstruktive Zusammenarbeit anbieten kann, wie weiland Müntefering gegenüber Merkel.
Bedauerlich, dass Merz die FDP in Baden-Württemberg nicht "stützte".
Vielleicht sieht er aber auch, dass die Koalitionsbreite für die CDU breiter geworden ist und sein muss, wenn die "Distanz" zur AfD und zu den Linken bleiben soll.
Die Wähler in Ost und West scheren sich nur nicht soviel um solche Strategien?
"Der Kanzler denkt, der Wähler lenkt."
Meine Präferenzen mit SPD, FDP und CDU benenne ich immer offen, aber offenbleiben muss man dann doch breiter?

vor- Kohl- Ära der Kanzler Brand & Schmidt ? Das kann doch nicht ihr Ernst sein ? Selbst ein Gerhard Schröder, der letzte Kanzler der SPD, der mit seiner Agenda 2010 den kranken Man Deutschland wieder aufrichtete, trotz innerparteilicher Wiederstände hat mehr für Diesel Land erreicht als dieses Sammelsurium von Blendern und Selbstdarstellern aus SPD, grüner Sekte und der FDP.
Sorry, positive Elemente der Ampel fallen mir über die drei Jahre nicht ein. Gleiches trifft i.ü. über in Nachfolge- Koalition zu …… ganz nebenbei, ebenfalls mit SPD Beteiligung……mit der ersten Quittung mit 5,5% in BW. Weitere werden in Berlin und im Osten in diesem Jahr folgen.
MfG a d Erfurter Republik

"Goldwaage".
Auch wenn die FDP das schwächste Glied in der Ampel darstellte, Herr Habeck evtl. gar auf den Kanzlertitel gehofft hatte, so hätte er doch sehen können, dass die FDP die Brücke zu Wirtschaft und Handel darstellte, also eine ganz wichtige Funktion in Bezug auf die ökonomische Unterfütterung seiner grünen Transformation darstellte.
Nun habe ich das Gefühl, dass sich die Grünen für das neue Bürgertum halten, wogegen selbst die SPD "arbeitnehmermäßig" abrutschen würde?
Das könnte stimmen, wenn man auf die Beamten, Angestellten und Akademiker bei den Grünen schaut.
Es gibt aber auch das ländliche "Fußvolk" der Grünen, während Arbeitnehmer durchaus nicht gleichzusetzen sind mit einem Begriff wie "Lumpenproletariat".
Gibt es bei der SPD noch etwas anderes als Akademiker, Beamte, Angestellte und Facharbeiter?
Langfristig könnte aber in einer schlecht organisierten Gesellschaft genau das anwachsen, das sogenannte "Lumpenproletariat", bzw. die "Abgehängten"?
Wen wählen die bevorzugt

Christa Wallau | Fr., 13. März 2026 - 13:04

sondern jegliches Gespür für die Realität der Menschen, die jeden Morgen aufstehen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, von diesem Verdienst Steuern zahlen und - zu Recht - dafür vom Staat erwarten, daß er seine Pflicht ihnen gegenüber erfüllt.
Er ist abgehoben u. arrogant - wie die meisten seiner Politikerkollegen.
Sein EGO steht im Mittelpunkt all seines Handelns, nicht das Schicksal des deutschen Normalbürgers. Bescheidene, kluge u. lebenserfahrene Politiker wie Adenauer oder Helmut Schmidt gibt es nicht mehr.
Heute tummeln sich in den Parlamenten "Berufspolitiker" ohne jeglichen inneren Bezug zur Realität der Bürger. Sie sind Ideologen u. Schwätzer, denen es e r s t um das eigene Wohlergehen, dann das der Partei und zuallerletzt um das der Menschen im Lande geht, die den "Laden am Laufen halten".
Merz handelt fast nie zum Wohle des Volkes, wie er geschworen hat, sondern so. wie es i h m gerade paßt.
Die Pflege des Liberalismus geht ihm daher auch
am A....sch vorbei!

IngoFrank | Fr., 13. März 2026 - 13:05

mit Westerwelle, Lindner, Dürr oder gar mit
A. Strack- Zimmermann klar gekommen wäre ?
Nicht umsonst hat die AfD sich in ihren Anfangsjahren, zu den Zeiten als v g. Politiker das Heft des „Un- Handelns“ übernahmen, doch beim Wähler- Klientel der FDP nähren können ….. und noch nährt ! !
Nein, den Todesstoß hat Lindner,,Buschmann und Konsorten der FDP in der Ampel gegeben. Das „schlimmste verhindert zu haben“ einerseits und den größten „Scheiß“ durch zu winken reicht nicht. Die Warnsignale waren da, in dem die FDP nacheinander fast aus jedem Landtag geflogen ist. Sie wurden ignoriert.
Wenn ich im Cicero Kubickis Kolumne
lese, komme ich mir noch „verarschter“ vor, weil er es offensichtlich gewusst und vor allen den ganzen verzapften Mull der Ampel, auch noch mit getragen hat…..
Nee, das bisschen benötigten Liberalismus kann die AfD mit erledigen. So was wie die FDP, hat sich überlebt. Köhl hätte das wohl auch so gesehen, so wie sich die FDP darstellt.
MfG a d Erfurter Republik

Ihren Finger in die Wunde legen.
Auf meiner Seite sind es politische Befürchtungen.
Eventuell drängte Frau Merkel in ihrer Hinwendung zu den Grünen Liberal-Konservative und Konservative aus der CDU, zumindest von Schaltstellen, vor allem die sogenannte technische Intelligenz?
Die hatten eigentlich auch einen Platz bei der SPD und der FDP, gingen den Parteien aber auch verloren durch ihre Hinwendung zur "Merkel-CDU"?
Es kommt zwar nicht darauf an, aber ich "koalierte" mit Leuten wie Schäuble, Lammert und Bosbach, Frau Süssmuth, Frau Merkel hingegen habe ich persönlich lediglich ertragen.
Weder die SPD, noch die FDP konnten Frau Merkels Wirken in der CDU abfangen, noch kontern.
Im Gegenteil, auch die SPD glaubte evtl. an ihr "Heil" weiter links.
...und Schwupps haben wir die AfD.
Mit Frau Merkel sah ich darin einen "circulus vitiosus".
Herrn Merz halte ich hingegen für fähig, bodenständige, aber auch weitsichtige CDU-Politik zu machen.
Dazu gehören aber auch die "erneuerbaren Energien"

Herr Kubicki hat diesen ganzen Murks nicht mitgetragen, werter Herr Frank, sondern zwangsläufig ertragen. Von Parteimitgliedschaft, was sie bedeutet und schlimmstenfalls dem Einzelnen abverlangt, wissen Sie vielleicht nicht viel. Wer da aufmuckt, ist schneller draußen als er denkt. Beste Beispiele: Boris Palmer und Gerda Hasselhoff(ich hoffe, ich hab mich da jetzt nicht vertan mit Namen dieser Dame, aber das war doch die, der man im Bundestag den Stuhl abmontiert hat und sie samt Sitzmöbel alleine und ab vom Schuss irgendwo abgesondert wieder aufgestellt hat. Der neudeutsche Pranger eben, demnächst gibt’s bestimmt wieder Scheiterhaufen;-))

IngoFrank | Fr., 13. März 2026 - 17:11

Antwort auf von Sabine Lehmann

Und genau aus diesem Grund, mir meine eigene Sicht auf die jeweiligen politische Zustände zu erhalten, war und werde ich nie Mitglied einer Partei.
In der DDR nicht, auch nicht als Alibi- Mitglied in einer „Blockpartei“ die meine berufliche Karriere nicht unbedingt befeuerte.
Nach der Wende ….. auch nicht in einer damals demokratischen West- Partei an der mich der „Fraktionszwang“ sehr störte. Allerdings gebe ich es zu, meine Sympathie gehörte bis 89 der SPD. Als diese, in der Person Lafontaine, sich gegen die Wiedervereinigung aussprach, gingen meine Sympathien zur Kohlschen CDU die ich bis 2015 gedanklich und bei wirklich jeder Wahl die Treue hielt. Und heute ? Ist meine Wahlentscheidung ehr geprägt und begründet sich deshalb „aus politischer Notwehr“ als aus politischer Überzeugung ein Deja- vu zurück zur DDR zu verhindern….., was ich mir 89 nie hätte vorstellen können. Jeder der mir das „Heutige politische System“ vorausgesagt hätte, hätte ich für verrückt erklärt.
MfG ad E R

gegen die Wiedervereinigung ausgesprochen hätte, aber da wir uns gerade erinnern.
Die krasseste und in meinen Augen "falsche" Entwicklung hat meines Erachtens Oskar Lafontaine hingelegt.
Bei allem Respekt vor den Linken, wie konnte er nur die SPD im Stich lassen?
Begann damit nicht ein "Bröckeln" der SPD?
Bevor ich mich also zu sehr über Frau Merkel aufrege, kehre jeder* vor seiner eigenen Haustür.
Summa Summarum hat die Wendezeit viele "Sicherheiten" infragegestellt?
Gut, wenn man darüber redet und zu mehr Gelassenheit findet.
Es war eine aufwühlende Zeit...

Wiedervereinigung aus und warnte vor zu hohen Kosten des Prozesses . Er und Teile der SPD favorisierte eine europäische Lösung…….
Durch seine ablehnende Haltung zur Wiedervereinigung & Währungsunion gewann Kohl die BT Wahl. So wie es im Netz nachzulesen ist……
Lafontaine verkörpert schon damals den linken Teil der SpD mit Umverteilung und ökonomisch/ sozialistischen Ideen.
Sein Abtauchen als Finanzminister und SPD Vorsitzender und der damit verbundene Schwenk zu den SED- Erben und Mauermörder Partei machte ihn zur tragischen Figur. Seine Redegewandheit ( legendäre Anti Scharping Rede) und sein Intellekt ändern daran allerdings mM nichts.
MfG a d Erfurter Republik

So ist nachzulesen war gegen die Währungsunion und die Wiedervereinigung aus Kostengründen und favorisierte eine wie auch immer geartete europäische Lösung. Da diese Meinung ein größerer Anteil der SPD teilte, gewann Kohl die BTWahl.
Da Lafontaine genau die ökonomischen sozialistischen Planwirtschaftsideen inkl. Staatlicher Umverteilung teilte tauchte er als Finanzminister & SPD Vorsitzender ab und wendete sich später als tragische Figur den SED Erben und Mauermörderpartei zu. Damit stelle ich ihm zumindest nicht seine Redegewandheit (gegen Scharping)) und Intellektualität in Frage…,., Links bleibt links.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Auch ich hätte mir die aktuellen Zustände selbst in meinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können, lieber Herr Frank. Auch meine politische Affinität zur SPD kannte fast keine Grenzen und ging auch wesentlich länger als bei Ihnen, weit über 1989 hinaus. Denn die „Birne“, wie Kohl bei uns tituliert wurde, war für mich unwählbar, denn niemand Illustrierte für mich mehr persönliche Bräsigkeit als Helmut Kohl. Der andere Helmut, Helmut Schmidt, ist für mich bis heute der beste Kanzler den wir je hatten, aber das ist ein anderes Thema….
Ich habe den Tag von Kohls politischem Ende herbeigesehnt, denn für mich u. zig Millionen Andere war klar: Schlimmer kann es nicht werden, nur besser! Aber da kannte ich auch die Plage aus der Uckermark noch nicht. Bis zu diesem historischen Tag, als Gerhard Schröder sich vor laufender TV-Kamera kaputt lachte über die Vorstellung, dieses Mädchen könne der nächste Bundeskanzler sein! Ich lachte mit. Bis mir das Lachen im Hals stecken blieb, bis heute!

Der letzte vernünftige Satz eines Politikers der letzen gut 10 Jahre kam von Alexander Dobrind in dem er sagte: ….,, wir müssen die AfD weg regieren ….“
Vollkommen richtig und das mit einer politischen Wende „links ist vorbei“
Dennoch bleibt die alles entscheidende Frage : warum tut es die Union einfach nicht und versteckt sich hinter einer Brandmauer, die das Elend aus der Uckermark sich von SpD, Grünen und die SED Erben hat einreden lassen.
Mit freundlichen Gruß a d Erfurter Republik

Ich denke eher nicht, aber diese "Haltung" entsprach sicher einem starken Schutzbedürfnis von Linken.
Danke, Danke, dass Sie und Frau Lehmann meinem Gedächtnis auf die Sprünge halfen.
Das sehe ich mit diesem Welt-Artikel nicht unbedingt bestätigt.
Meine Laienmeinung, JA, die Kosten waren enorm und die Sorgen von Sozialdemokraten und Kommunisten im Westen vor der friedlichen Revolution waren ebenfalls enorm.
Nun hatte ich mir schon länger über das Thema einer möglichen Wiedervereinigung Gedanken gemacht und mir war sofort klar, dass es kein Zurück zu einer sozialistischen DDR geben würde und schon gar keine sozialistische Wiedervereinigung.
Deshalb ging es mir persönlich um die Stabilisierung von Arbeitnehmerinteressen im Zuge der Wiedervereinigung.
Biedenkopf schien mir ein geradezu unglaublicher auch Sozialpartner.
Ich habe mich in Sachsen sicher gefühlt, auch dann alleine mit meinen Kindern.
Brandt hat also die SPD gerettet, wahrscheinlich auch Schmidt.
Da müßte man Herrn Nass fragen

in den Gewerkschaften anders denn ehrenamtlich etwas getan hätte, ich möchte nur daran erinnern, dass ein Großvater von mir ein DGB-Funktionär war.
Gewerkschaften waren also von Kindesbeinen an für mich das Normalste von der Welt.
Es ist aber sicher kein Geheimnis mehr, dass mein Exmann für die IG Metall gearbeitet hat.
So gesehen fühlte ich mich auch durch die Gewerkschaften in Sachsen sicher vor "nationalistischen Übergriffen", von denen ich aber kaum etwas hörte!
Das Drama um Antonio Amadeo RIP sah ich im Zusammenhang mit den gewaltigen Umbrüchen in der ehemaligen DDR, die ganz vielen Menschen dort das Äußerste abverlangten.
Es war eine überwältigende Zeit in Sachsen.
DANK und RESPEKT

Sabine Lehmann | Sa., 14. März 2026 - 15:13

Antwort auf von Sabine Lehmann

Ich muss mich korrigieren. Die Frau, die aus der CDU ausgetreten wurde, hieß Erika Steinbach, nicht Gerda Hasselhoff. Da habe ich mir aus verschiedenen Protagonisten einen Phantasienamen zusammen gebastelt, sorry.
Erika Steinbach sprach aus, was viele dachten, der Feigheit wegen aber nicht aussprachen, nämlich dass sie Merkels Flüchtlingspolitik katastrophal fand. Sprach's und war erledigt. Wer sich Merkels Zorn zuzog, der konnte eh einpacken, sie hat wirklich jeden Meinungsgegner ausradieren lassen. Wie Cleopatra in hässlich. Und wegen dieses Größenwahns hat sie vor wenigen Tagen bei irgendeinem geweihräucherten Zinnober allen Ernstes verlauten lassen, ihre Schadenbilanz sei nicht groß genug gewesen, sie hätte einfach noch mehr anrichten müssen, um uns Alle vor dem Verderben & ewigem Fegefeuer zu bewahren! Gott vergelts Angela, oder wie der Bayer sagt, Geh mit Gott aber flott. Am besten bis ans Ende der Welt, und da wo die Scheibe zu Ende ist: einfach runter springen, dann is Ruh.

Es ist leider richtig, dass die FDP den entscheidenden Beitrag zu ihrem Niedergang selbst beigetragen hat. Kohl hatte in der FDP noch Partner von ganz anderem intellektuellen Kaliber.Kohl selbst war ein ganz anderes Kaliber, als das Personal, was heute am Kabinettstisch sitzt - trotz seiner Ecken und Kanten.
Das Personalproblem haben, muss man ehrlicherweise zugeben, alle Parteien. Berufspolitiker mit halbgaren Abschlüssen in Politikwissenschaften, die seit früher Jugend im Parteienapparat zurechtgeschliffen wurden, unerfahren im richtigen Leben dominieren das Parlament.
Warum Merz so vehement die FDP weg haben will und gleichzeitig Vorhaben im Sinn hat für deren Umsetzung er Linke und Grüne braucht, bleibt sein Geheimnis. Eine Strategie für eine bürgerliche, wertkonservative, marktwirtschaftliche, zukunftsorientierte Politik zum Wohl des Landes ist da nicht erkennbar. Das wird sich rächen, denn das entsprechende Wählerpotential ist ja da. Es ist dann halt woanders.

Urban Will | Fr., 13. März 2026 - 14:25

gar nichts, er ist ein Redenschwinger und Tollpatsch. NIUS brachte es auf den Punkt, sie nannten ihn „Stromberg“. Sein Gerede, immer passend zum Publikum, heute so, morgen so, nichts davon auch nur in Ansätzen verlässlich, ist unerträglich.
Eine Partei für „tot“ erklären und dann so unfassbar arrogant und naiv zu sein, ihre Wähler zu sich holen zu wollen, so etwas fällt nur einem ein, der das Gespür und die Menschenkenntnis einer Dachlatte besitzt.
Noch immer halte ich Merkel für die größte Katastrophe, die diesem Lande passieren konnte, aber Merkel, gemessen an ihren Zielen, war eine Strategin. Denn sie war durch und durch eine grünlinke Sozialistin und hat es geschafft, das ganze Land auf Grün zu drehen, bis dann endlich die AfD aufkam.
Merz ist nichts. Seine Kanzlerschaft eben genau darum und in diesen Zeiten ebenfalls eine Katastrophe für dieses Land. Wann endlich kapieren das die Wähler und v.a. die wenigen noch klugen Köpfe (oder gibt es da gar keine mehr??) in der Union.

Sabine Lehmann | Fr., 13. März 2026 - 15:38

Mir kommt er vor wie der ewige Praktikant: tendenziell unbeholfen und in der Krise ein Totalausfall.
Heute hörte ich im Radio ein paar Live-Zitate unseres Kanzlers, und spontan dachte ich an einen Sprachfehler oder doch eher an ein intellektuelles Defizit. Dazu gesellten sich merkwürdige Sprechpausen, die rhetorisch keinen Sinn machten, und als wäre das nicht schon genug der Missempfindungen, kam auch noch eine gewisse Kurzatmigkeit hinzu. In der Gesamtschau also wieder mal ein Desaster, dabei sind wir nicht mal beim Inhaltlichen angekommen. Letzteres war ebenso ein Totalausfall, wenngleich nicht verwunderlich, denn seit Merkel wissen wir, Nichts ist wichtiger als die Haltung! Moralisch stramm aufrecht stehend rasen wir lieber weiter in den ökonomischen Untergang, Hauptsache wir kaufen nichts beim bösen Russen, Öl erst recht nicht. So lange der Strom aus der Steckdose kommt und es im Oberstübchen dunkel bleibt, ist im Nirwana Berlins alles im Lot und am Himmel leuchten Regenbögen.

Klaus Funke | Fr., 13. März 2026 - 16:23

Antwort auf von Sabine Lehmann

Ich hatte heute ähnliche Empfindungen, liebe Frau Lehmen, nämlich als ich hörte, dass der Frieder den Vorschlag Trumps zur befristeten Lockerung der Sanktionen gegen Russland ablehnte und stattdessen nach stärkerer Bestrafung der Russen rief. Wenn es nicht so tieftraurig wäre, müsste man einen hysterischen Lachanfall kriegen. Merz´ Russophobie nimmt langsam tragische Züge an. Hat dieser Mensch überhaupt einen Kurs oder Weitblick? Mitnichten. Hellmut Kohl, selbst nach seinem Schlaganfall, war noch Tausendmal mehr Staatsmann als diese sauerländische Jammergestalt. Mit der Wahl in RP wird er die nächste Quittung kriegen. Und sein politischer Partner, die SPD, wird auch in einem ihrer Stammländer weiter abstürzen. Aber das stärt unseren Frieder nicht. Hauptsache, er bleibt Kanzler. Er wird scheitern wie Don Quichotte, mit dem er ja rein optisch Ähnlichkeiten besitzt. Wir brauchten tatsächlich Leute, die anpacken und Figuren wie Merz & Co ersetzen. Wie lange soll es noch so weitergehen?

Ach, das macht nichts, lieber Herr Funke. Ich habe so viele Spitznamen, "Lehmäään" ist einer davon;-) Nie war einer davon böse gemeint, alle immer mit Bezug zu irgendeiner lustigen Geschichte oder witzigen Figur. Erinnert sich noch jemand an "Lemmi und die Schmöker"? Die Figur "Lemmi" war einfach nur eine Hand mit brauner Stricksocke, Haaren, Gesicht und Brille: ein belesener Bücherwurm halt. Herrliche Kinderstunde, wie es danach nie wieder eine gab. So viele schöne Geschichten, all diese Bücher, die Rohrpostanlage mit der die Bücher herein kamen, die Figuren u. Protagonisten entstiegen aus den Seiten und unterhielten sich mit Herrn Lehmann(Lemmi), Hausmeister Willibald u. Fräulein Sabine(wie passend) über die Geschichten denen sie entsprungen waren. Mein Gott, ich konnte nie genug davon bekommen. Ja, und weil Alle wussten, dass ich auch ein Bücherwurm bin, bekam ich sofort diesen Spitznamen "Lemmi".....neben ein paar anderen halt;-) Gäbe es eine Wiederholung, ich würde alles schauen!

Sebastian Habel | Fr., 13. März 2026 - 15:57

Eine Unverschämtheit von Merz. Aber er plant ja mittelfristig die Afghanistankoalition mit SPD und Grünen. Warum sonst, sollte er jetzt noch blödsinnig gegen Kernkraft anreden, wo ihm sogar Uschi eine goldene Brücke baut. So gehen die FDP-Wähler, die bislang aus taktischen Gründen zur Union gegangen sind, von nun an zu Frau Petry (ob man die Stimme für die FDP oder für TEAM FREIHEIT wegwirft, ist dann auch wurscht) oder zur AfD.

Angelika Sehnert | Sa., 14. März 2026 - 09:18

Kohl war Historiker. Er hatte gelernt in langen Zeitläuften zu denken. Seine Art Politik zu machen lässt sich kurz und knapp in dem legendären Satz zusammenfassen:„Entscheidend ist, was hinten raus kommt“ Man muss wissen, wo man hin will. Herr Merz wollte ins Kanzleramt. Dort will er heute hierhin und morgen dahin.
Beim leisesten Widerstand ein marginalisierten, extrem linken SPD stellt er grundlegende Anliegen der CDU zur Disposition. Nach einem Jahr muss man leider ernüchtert feststellen, dass es bei der CDU weder eine Strategie, die schon gar nicht, noch eine Taktik gibt um mit den existenziellen Problemen des Landes umzugehen. Von Lösungen ganz zu schweigen. Die SPD will das nicht? Na dann, lassen wir es. Das ist die Strategie.

Der Niedergang der CDU, der so sicher wie das Amen in der Kirche kommen wird, wenn sie so weitermacht, wird sich historisch an einem kaum wahrgenommenen Ereignis festmachen lassen: dem Rückzug des Historikers Prof. Rödder aus der Grundwertekommision.

Sabine Lehmann | Sa., 14. März 2026 - 19:48

Antwort auf von Angelika Sehnert

Ja, er war ein begnadeter Rhetoriker, der Helmut, was dieser "legendäre" Satz eindrucksvoll belegt, liebe Frau Sehnert;-) Dafür war er bekannt und das war einer der Gründe, warum er zum Schluss von uns Wessis nur noch verspottet wurde. Hätten wir allerdings gewusst, was danach bei der CDU "hinten rauskommt", hätten wir ihm auf Knien gedankt und ihn angefleht bis zur Senilität weiterzumachen! Ansprüche sinken mit den Gegebenheiten und politische Armut macht bescheiden, sehr bescheiden. Beim Blick auf die speziell deutsche Politlandschaft, dazu gehört nicht nur der Friederich, schwanke ich in meiner Diagnose immer zwischen politischen Hirnanomalien oder intellektuellem Schlaganfall.
Wie dem auch sei, es steht nicht zu befürchten, dass wir jemals noch einmal mit Politikern vom Schlage eines Willy Brandt, Helmut Schmidt oder Helmut Kohl zu tun haben werden. Unser politisches Angebot besteht aus Wasserträgern, Schaumschlägern und sehr vielen Lisas, Ricardas, Annalenas, Rooberts & Kathrins.