Philipp Amthor
Beim Überqueren der Straße bitte nach rechts und links schauen: Philipp Amthor vor dem Konrad-Adenauer-Haus / picture alliance / SZ Photo | Jens Schicke

CDU-Politiker Amthor hält Rechts-links-Unterscheidung für überholt - Rechts versprochen, links geliefert

Links und rechts sind gängige politische Standortbestimmungen. Philipp Amthor, Mitglied im CDU-Bundesvorstand, hält diese Unterscheidung für überholt. Aber die Wähler merken, wenn sie linke Politik bekommen – auch wenn sie nicht so genannt wird.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Kaum war die schwarz-rote Regierung im Amt, mussten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und seine CDU des Vorwurfs erwehren, die Wähler wollten eine Mitte-rechts-Politik, würden aber „Mitte-links“ regiert. Das schmerzt die Union. Amthor versucht dies in einem Beitrag für die FAZ auf zweifache Weise zu widerlegen. Zum einen habe Schwarz-Rot einiges zustande gebracht, was man nicht als linke Politik bezeichnen könne. Zum anderen trage „die Rechts-links-Schablone nicht mehr“. Beides stimmt so nicht.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 15. April 2026 - 12:25

die Kritik von Merz kann unter den Vorzeichen einer Ampel berechtigt gewesen sein und auch zu der Zeit.
Sie wäre es nicht mehr unter den Bedingungen der offensiven US-Aussenpolitik etc.
Aus meiner Sicht war in der Ampel die SPD nicht stark genug gegenüber den Grünen und zu starr gegenüber der FDP.
Die Zusammenhänge und Wirkungen von Massnahmen sind schon wichtig.
Unter dem Gesichtspunkt eines Coronavirus der Gain-of-funktion-Forschung waren die Massnahmen v.a. Merkels evtl. weitgehend sinnvoll, gleichzeitig wurde dies aber von Herrn Drosten bestritten?
Merkel war m.E. nicht "Chaos" sondern "Contradictio in adjecto".
Das muss man ersteinmal schaffen und wiederum aushalten, wenn man betroffen davon ist.
Ich sehe das nicht unter Merz.
Zudem gibt es evtl. im Osten noch so etwas wie eine "unbedingte Erwartungshaltung" gegenüber der Politik.
Lebendige Politik und Beteiligung an derselben sind zumutbar, auch für den Osten, eine Diktatur selbst der besten Absichten für die Bundesrepublik NICHT

Markus Michaelis | Mi., 15. April 2026 - 12:58

es gibt je nach Zeit verschiedene Aspekte und rechts-links ist nicht die einzige Unterscheidung, aber für überholt würde ich es nicht halten.

Wie der Artikel anspricht, wäre für mich eine wichtige Unterscheidung heute, dass Links für alle Menschen und die Menschheit spricht. Es will eine Gesellschaft, zu der alle Menschen genau gleich dazugehören. Da die Menschen und die Welt von sich aus (noch?) nicht so sind, ist der Preis dafür, dass man ein normatives Menschenbild hat, nach dem sich alle Menschen zu richten haben. Es gibt aber sicher auch viele andere linke Aspekte und Strömungen.

Auf der rechten Seite gibt es Strömungen, die den Mensch offener sehen, nicht so festgelegt, auch mit immer vorhandenen Widersprüchen. Das hat sich in verschiedenen Gruppen mit verschiedenen Gewohnheiten und Kompromissen eingeschwungen und dieses System soll pragmatisch weiterentwickelt werden, weniger durch Universalnormen komplett ersetzt.

Ich selber sehe es heute etwas mehr rechts.

Eine Gesellschaft hat immer gewisse Regeln und Sichtweisen. Menschen lernen dann Menschen aus anderen Gesellschaften oder anderen Teilen der Gesellschaft kennen, man verträgt sich gut, man verbringt tolle Zeit miteinander, man sieht tolle Eigenschaften am/im Anderen. Es entsteht der natürliche Wunsch doch eine Gesellschaft zu leben mit Regeln, die beide gleichermaßen aufnehmen, jeder hat denselben Anteil, beide bekommen das Gleiche, oder was man eben braucht.

Eine andere Erfahrung ist: wenn ich mit Menschen sehr eng zusammenlebe, einen gemeinsamen Haushalt habe, eine gemeinsame Firma gründe und führe, eine gemeinsame Verfassung immer neu auf den konkreten Alltag abbilde, ist Streit auch sehr natürlich. Oft ernüchtert bis verbittert, weil kein gegenseitiges Verständnis mehr möglich scheint.

In unserer heutigen Gesellschaft bin ich in der Summe von der Tendenz her eher etwas konservativer eingestellt. Aber das sieht jeder etwas anders - gerade deshalb würde ich Dinge behutsamer ändern.

Falsch, die Interpretation dessen, was rechts und links ist, ist nicht statisch. Das ist wie bei der Demokratie, „unsere Demokratie“ wird als solche verkauft, obwohl sie keine mehr ist.

Nicht anders ist es bei der rechts/links Einstufung. Die AfD ist die legitime Nachfolgepartei der vor-Merkel-Union, sie vertritt Positionen, die Helmut Schmidt von der SPD vertreten hat, sie ist eine klassisch konservative Partei. Dennoch wird sie als „rechtsextrem“ eingestuft.

Das liegt nicht daran, daß nicht klar wäre, was rechts und was links ist, sondern daran, daß die „Mitte“ von links bewußt sehr weit nach links verschoben wurde. Man will selbst nicht als extrem gelten, Grüne, SPD und SED/PDS/Linke erfüllen objektiv ALLE Merkmale linksradikaler Parteien! Die Union steht links der echten Mitte.

Linke Politik bleibt linke Politik, sie ist immer zerstörerisch, autoritär, menschenfeindlich, antidemokratisch, nie konservativ-erhaltend.

Amthor ist ein Unsympath und Opportunist vom Feinsten!

ist die Tatsache, daß die eigentlich linksextremen Parteien sich so als „Mitte“ darstellen können. Grüne, SPD und PDS/SED/Linke verkaufen sich als „Mitte“, obwohl sie das bis auf die SPD nie waren und bei der SPD ist das 25 Jahre her.

„Mitte“ klingt ausgeglichen, nicht extrem, wünschenswert, wenn man selbst Mitte ist, dann ist es einfach alle die nicht „Mitte“ sind, als extrem zu brandmarken. Die linksextremen Parteien nutzen die neue „Mitte“ machttaktisch um alles Konservative als „extrem“ einstufen zu können und so den konservativen Teil des politischen Spektrums von der politischen Teilhabe auszuschließen.

Es geht nur um Macht/-erhalt und um die Deutungshoheit.

Karl-Heinz Weiß | Mi., 15. April 2026 - 12:59

Schon erstaunlich, dass Philipp Amthor mit seinen Wurzeln in den neuen Bundesländern die "politische Beliebigkeit " mit der DDR-sozialisierten Angela Merkel teilt. Beiden fehlt ein Gespür dafür, warum in den neuen Bundesländern die AfD so stark ist. Dies mit "Vulgärpopulismus" oder „Brandmauer" abzutun, zeugt von politischer Unreife. Vor weiteren (quälenden) TV-Auftritten sollte Herr Amthor zuerst das CDU-Grundsatzprogramm verinnerlichen.

Wolfgang Borchardt | Mi., 15. April 2026 - 13:16

"Erwartungshaltung" gegenüber der Politik. Nicht erwartet wurde so viel und noch mehr DDR (Bürokratie, Meldestellen, Cancel Culture). Da die älteren früher DDR-Bürger das schon kennengelernt haben, sind sie sensibilisiert. Aber das werden immer weniger.

mehr kritische Stimmen hier, auch bei den Jungen, aufgrund 'vererbter Ost-Erfahrungen'... -- 'die Alten' erzählen (ständig) davon..., das vererbt sich, wirklich. Kann man beobachten, auch die (meisten) jungen Leute hier verstehen sich 'als Ossis', mit allem was dazu gehört..., das geht über Generationen hinweg.

Und die Wahltrends bei den unter 30-jährigen bestätigen das sogar offiziell... 🤔

und leider der unangenehme Teil davon. Regierungsplakate in Bushaltestellen, Parolen mit "Zusammenstehen", "Solidarität", Demonstrationen mit der Regierung an der Spitze, freiwillige Denunzianten, Diffamierung derjenigen, die nicht mitmachen wollen bis zur Entmenschlichung (früher Subjekte, jetzt alles Nazis), Propaganda-TV, Schulindoktrination, politische Unwilligkeit zu Reformen.und dann das Gefühl, dem ausgeliefert zu sein. Da fällt der Vergleich wohl nicht so schwer und die Aufzählung war sich nicht abschließend.

Heinrich Dompfaff | Mi., 15. April 2026 - 13:23

Dass die cduh keine Grundsätze (mehr) hat. Deswegen gehört das G‘-Programm auch gerne in die TONNE. Wachen Sie endlich auf

Was will uns der CDU Amthor seines Zei | Mi., 15. April 2026 - 13:40

Mitglied des CDU Bundesvorstandes, denn damit sagen ?

Übersetzt in leicht verständlichem Deutsch:
„Wir beugen vor, Ihr deutschen Wahldeppen, um eine Koalition mit den SED- Erben nach den LT Wahlen in Sachsen Anhalt & Mecklenburg Vorpommern einzugehen weil’s anders gegen die AfD im Osten anders nicht mehr geht … & grabt bloß nicht die alte Kamelle vom Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit der Linkspartei aus. In Sachsen und Thüringen regieren ja die Mauermörder und SED Nachfolgearttei schließlich mit und verhelfen uns CDUler zu den benötigten parlamentarischen Mehrheiten …..“
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Sebastian Habel | Mi., 15. April 2026 - 13:55

Raffinierte Taktik, einfach das zu relativieren und weg zu definieren, was der Bevölkerung nicht passt! Erinnert mich an Katrin Görings "Wachstum des Weniger". Beides hat nur leider zur Folge, dass die Bevölkerung ihren Willen nicht bekommt und Wohlstand verliert. Egal wie man es nennt.
Und warum schreiben die wahrhaftigen und geistigen Boomer von der Union jedes mal ihre Gastbeiträge in der FAZ? Wer liest dieses Merkelianerblatt denn noch? Social Media mal ausgeblendet: Spiegel, Stern, SZ, Zeit, BILD, Focus, Welt, NZZ, NIUS. Ich kenne viele, die eins oder mehrere dieser Medien konsumieren. Aber wirklich niemanden, der die FAZ regelmäßig oder auch nur selten liest. In 3 Tagen kräht kein Hahn mehr nach diesem Artikel, während Reichinek, Sigmund etc. auf Social Media fleißig nachlegen.
Ist mir alles unbegreiflich...

Theodor Lackner | Mi., 15. April 2026 - 14:18

Die politische Rechte ist in Deutschland per se im Hintertreff und führt einen Aufwärtskampf, weil der Begriff "Rechts" undifferenziert in Gänze diskreditiert wurde.

Statt den (vorgeblich, siehe CDU-Programm) eigenen Standpunkt wieder in der Öffentlichkeit deutlich zu machen und mit Selbstbewusstsein Bedeutung zurückzukämpfen, zieht Amthor - wie die ganze Merkel-CDU - die Kapitulation vor.

Er zeichnet damit den Totenschein der Union.

die Union nicht begreift, daß es jenseits von links und linksextrem, Konstellationen gibt, die nicht nur eine sehr komfortable Mehrheit bieten, sondern es der Union auch wieder erlauben würden (konservatives) Profil zu zeigen, statt sich wie seit Jahren dem grünlinkswoken Zeitgeist unterzuordnen.

Eigentlich unlogisch was die Union macht, denn sie opfert immer mehr ihrer Inhalte, um zusammen zu halten, was nicht zusammen gehört. Sie ist dabei eindeutig die Verliererin und was noch viel schlimmer ist, das Land geht den Bach runter.

Ich bin überzeugt davon, daß es in diesem Land eine deutliche konservative Mehrheit gibt. Das Problem ist, daß man diesen Leuten eingeredet hat, daß konservativ schlecht ist, sie schämen sich für ihre Einstellung, sie schweigen aus Angst. Ganz anders die linke Minderheit, sie fühlt sich moralisch überlegen, ist laut, immer präsent, aggressiv!

Um das Schweigen zu brechen, müßte die Union nur klare konservative Kante zeigen!

Heidemarie Heim | Mi., 15. April 2026 - 15:41

Sie waren schon mal nachgiebiger, wenn es darum ging, dass ein gestandener CDUler Bockmist von sich gab;). Welchen Inhalts dieser ist, das haben Sie, und das meine ich ernst, wirklich auf den Punkt gebracht. Und mit Ihrem Kernsatz bezüglich des Versuchs die Unterschiede zwischen links und rechts einfach mal wegdefinieren zu wollen, entlarven Sie gewollt oder nicht die Absicht, die hinter diesem Tun steckt. Denn allein auch die Wahl der FAZ als Verbreiter seiner Botschaften wird dem aufmerksamen Beobachter nicht entgangen sein;)Und Dank von Mitkommentator Herr Frank, welcher uns das Ganze aus der Erfurter Republik heraus übersetzte;), dürften daran auch keine Zweifel mehr bestehen. Grundsatzprogramm hin oder her werter Herr Dr. Müller-Vogg, die Wähler im Osten unseres schönen, jedoch äußerst angeschlagenen Landes werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch keine Unterschiede bezüglich unserer Regierungskoalition, also zwischen Union und SPD machen in ihrem Urteil? MfG

Ingo Frank | Mi., 15. April 2026 - 16:31

Ich versuche es mit „deutscher Sprache einfach“:
Es scheint, die CDU will gegenüber dem Ostdeutschen Wähler „vorglühen“ um ihn dann nach den LT Wahlen in Sachsen Anhalt & Mecklenburg Vorpommern, das doch eine Koalition mit Beteiligten der SED Erben doch „DIE“
Lösung zum Erhalt „unserer Demokratie“ ist.
Allerdings in der Hoffnung, das der Dumm- Ossi den Unvereinbarkeitsbeschluss zwischen SED Erben und CDU vergisst.
Wobei, der Thüringer MP Dr. mett und sein sächsische Amtskollege werden von den Linken SED Erben toleriert und niemand nimmt daran Anstoß. O.k. Wer stillhält wenn eine legitime Wahl eines MP „rückgängig“ gemacht wird ohne das sich diesbezüglich Wiederstand regt, wird auch CDU & Linkspartei abnicken…… wenn es in SA überhaupt reicht.
MfG a d Erfurter Republik

Die erste Fassung gepostet gelesen und dann wieder weg.
Zweite Fassung geschrieben, gepostet . 2Std. später beide da ?

In früheren Zeiten waren es längere Zeitliche Abstände normal, in dem sich der Abbo- Besitzer neu identifizieren musste. Derzeit ist es so, dass der ganze Zermon bei jedem Aufruf von Cicero komplett neu eingeklimpert werden muss.
Das nervt !
Geht das meinen Mit- Kommentatoren genau so ?

Ja, lieber Herr Frank, diese neue KI Einschalte im Forum nervt auch mich! Ich weiß nicht, ob es demnächst noch Sinn macht, Kommentare zu schreiben, wenn ich von einem Roboter, nichts anderes ist dieses KI Gedöns für mich, darüber entscheidet, was ich schreiben darf und was nicht! Der Cicero macht es sich da einfach. So kann man Personal einsparen. Aber wenn viele Leser das nicht goutieren, kann man seinen Laden demnächst schließen. Für mich unverständlich, da die Medien doch, wie man allenthalben liest, Probleme mit abwandernder Kundschaft haben. Ich fand dieses Leserforum immer toll. Aber wenn nach der von mir sehr geschätzten Frau Lehmann, noch mehr Foristen abwandern, wird es wahrscheinlich auch für mich Zeit. Sehr schade!!! 🥺

Ja, absolut Herr IngoFrank, ich war kurz davor meine Aktivitäten hier einzustellen, auch das Abo habe ich überdacht, denn die „KI“, die eingesetzt wird, ist offensichtliche eine von der weniger intelligenten Sorte. Vermutlich ein günstiges Auslaufmodell das seine Löschparameter beim „Verfassungsschutz“ respektive der diversen linken Hetz- und Petz-Organisationen wie der grünen Vorfeldorganisation „Hate-Aid“ abfragt. Möglicherweise gar eine kostenlose Version die das Innenministerium oder eine der vorgenannten Organisationen verbreiten.

Freie Rede ist so nicht mehr möglich, das paßt nicht zu dem, was ich vom Cicero erwarte!

Jedenfalls macht das alles keinen Spaß mehr, denn man muß wirklich jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Brigitte Miller | Mi., 15. April 2026 - 17:27

der Linken und der Rechts-Konservativen ist sehr gut, Herr Müller-Vogg.
Die Unterscheidung in links und rechts ist nicht nur für die "Menschen" (Merkels Werk , die Leute statt Bürger Menschen zu nennen) relevant, auch für Herrn Merz: Links ist vorbei donnerte er , um dann linke Politik zu machen.
Daran rüttelt Herr Amthor vergebens.