Friedrich Merz beim Deutschlandtag der Jungen Union / dpa

CDU-Parteivorsitz - Zwei gegen Friedrich Merz

Angesichts der Lage der CDU ist der Parteivorsitz kein Teilzeit-Job, sondern fordert mehr Einsatz denn je. Mit Helge Braun und Norbert Röttgen stehen zwei Kandidaten bereits offiziell bereit, das Amt zu übernehmen. Friedrich Merz dürfte kommende Woche nachziehen. Es wäre ein Triell der anderen Art: Braun und Röttgen gegen Merz.

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z.

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Hugo Müller-Vogg

Nichts Neues bei der CDU, jedenfalls formal: Auch die nächste Runde im Kampf um den Parteivorsitz – die dritte seit Herbst 2018 – wird wohl wieder ein Triell werden. Der zwei Mal knapp unterlegene Friedrich Merz tritt an gegen den einmal nur Dritter gewordenen Norbert Röttgen und Helge Braun als „the new guy on the block“. Merz hat seine Kandidatur noch nicht formell erklärt, wird das aber in der nächsten Woche nachholen.

Die größte Überraschung ist zweifellos die Kandidatur des noch amtierenden Kanzleramtsministers Braun, eines engen Merkel-Vertrauten. Inhaltlich verlangt Braun ein klareres Profil seiner Partei. Doch wenn einer im Großen und Ganzen für eine Fortsetzung des von Merkel eingeleiteten Modernisierungskurses steht, dann er.

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Joachim Kopic | Sa, 13. November 2021 - 10:45

... aber von den dreien immer noch der, mit dem die Partei einen wirklichen Neuanfang (weg von Merkels Politik) schaffen kann...
*) Ich hätte mich mehr über Linnemann gefreut

Karl-Heinz Weiß | Sa, 13. November 2021 - 11:29

"Keinen Tag mehr Zeit für Streit“-genau das war das Problem der CDU seit 2005. Ohne Bruch mit der Merkel-Politik kommt die Partei nicht auf die Beine.
"Die Partei muss wieder laufen lernen"-so hatte es Kohls Mädchen 1999 in der FAZ formuliert. Sehr treffend, auch 2021.

Fritz Elvers | Sa, 13. November 2021 - 21:17

In reply to by Karl-Heinz Weiß

Was würde Heinrich Heine heute schreiben?

Deutschland wir weben dein Leichentuch.
Wir weben hinein den dreifachen Fluch!
Wir weben, wir weben!

Egal, Merz muss noch warten bis seine Haarinsel ganz verschwunden ist.

hermann klein | Sa, 13. November 2021 - 11:56

Die einzigen derzeit welche die CDU noch retten könnten sind Friedrich Merz oder Karsten Linnemann.
Braun, Röttgen und vor allem Prien - als neue Hoffnungsträger rin werden den Totentanz in der CDU fortsetzen und noch beschleunigen.
Weshalb noch die Union wählen, wenn sie von den Linken/Grünen nahezu nicht mehr zu identifizieren ist? Der deutsche Michel wählt spontan sofort das Original.
Quintessenz: Die Union demnächst mit den linken grünen CDU-Hoffnungsträger -rin unter 8% - keine Utopie.
Was ist nur aus der einst stolzen Adenauer /Erhardt-Partei geworden, wo ein führendes Mitglied „Karin Prien“ im Wahlkampf dazu Auffordert, den eigen Kandidaten /Maaßen) nicht zu wählen zu Gunsten des Gegners?
Ich habe Adenauer noch erlebt. Er hätte Prien höchstpersönlich sofort aus der Partei rausgeworfen.

Joachim Baumeister | Sa, 13. November 2021 - 12:19

Ich hatte Friedrich Merz noch in schwarz/weiß in Erinnerung. Lange her. Und jetzt die Erneuerung der CDU? Röttgen tritt dynamischer auf, verkörpert Verjüngung und könnte damit auch die jüngere Generation ansprechen. Ich finde, dass er die Partei führen sollte, auch weil seine politische Position für die Christdemokraten die richtige ist. Merz sollte in den Vorstand kommen (seine Eitelkeit ablegen). Zudem darf man nicht den Saarländer Hans vergessen. Guter Mann mit bundespolitischer Zukunft.

Klaus Funke | Sa, 13. November 2021 - 12:21

Und nach wie vor waltet Merkels Ungeist. Es ist beinahe schon krankhaft - Merkel´s Merz-Phobie. Sollte im Wettbewerb die beiden Unfähigen, Braun und Röttgen, gegen den einzig Fähigen obsiegen, dann ist die CDU dem Untergang geweiht. Dann schlittert die CDU im "Merkel-weiter-so", obwohl sie es abstreiten und die Partei angerblich "erneuern" wollen. Die CDU braucht keine Erneuerung im Merkel´schen Sinne, die CDU braucht Rückbesinnung auf ihre Stärken. Röttgen ist ein Dampfplauderer, ein Rundum-Versager, und Helge Braun, der Anästhesist, ist Merkels Wurmfortsatz. Aber wie ich die kaputte CDU einschätze, wählen sie mit Sicherheit das Falsche - solange wird Merkel im Hintergrund wirken und ihre Geistertruppen aktivieren. Sie ist die schwarze Witwe der deutschen Parteienlandschaft. Gute Nacht, CDU, gute Nacht Deutschland!

All Ihren Zustandsbeschreibungen, werter Herr Funke, kann ich mich anschließen.

Bzg. der Artikel-Ü.schrift, denke ich es sind nicht zwei gegen Merz, sondern eine und zwar die geballte Kraft der linksgrünen Medienwelt.

Es ist doch auffällig wie positiv jetzt über Röttgen und auch den "Wurmfortsatz der Kanzlerin" Braun, geschrieben wird.

Unsere MSM-Journaille will Merz verhindern.

Zum Glück aber entscheidet dieses Mal die Basis u. nicht die Klatschhasen.

Merz muss es machen. Das hoffe ich sehr, denn dann hat die CDU die Chance, zu alter Stärke zurück zu kehren. Nur so werden wieder 38 - 40 % CDU/CSU zustande kommen! Es muss dann folgen: Abkehr von der alternativlos linken Merkel-Politik in Richtung freiheitliche Demokratie mit sozialer Marktwirtschaft. Auch die SPD muss sich aus den Fängen der SED-Erben befreiten!
Klein Kevin kann zur Linken konvertieren. Dort ist er bei 4,9 % besser aufgehoben. Dann wird auch endlich die Aufarbeitung der SED-Diktatur beginnen können, die von den alten Seilschaften der grün-linken Einheitsfront bisher verhindert wird!
Was die Marxisten gestern wie heute gern verschweigen: der wissenschaftliche Kommunismus von Karl-Marx hat allein in der Sowjetunion, in China und in der DDR an die Hundertmillionen Tote zu verantworten!

Martin Falter | Sa, 13. November 2021 - 12:28

nach 16 Jahren Merkel ist die Partei personell und inhaltlich so hohl, dass noch soviele Mitglieder Befragungen keinen guten Kandidaten bringen werden. Wie auch, in der Wüste gibt es auch keine Eisdiele, wenn ich auch noch soviele Beduinen danach frage.

Gerhard Lenz | Sa, 13. November 2021 - 12:29

ganz gerne. Zumal sich theoretisch dann auch die Entfernung zum Kanzleramt verringert.

Merz kokettiert gerne mit seiner angeblichen wirtschaftlichen Kompetenz, schließlich saß der Jurist ohne jegliche ökonomische Ausbildung schon in diversen Aufsichtsräten. Der deutsch-amerikanische Ökonom Rüdiger Bachmann vermutet jedoch, Merz würde eine rückwärtsgewandte Finanz- und Wirtschaftspolitik betreiben, die nicht auf der Höhe der Zeit sei. Der Linken-Politiker De Masi oder der Würzburger Professer Bofinger kritisierten Merz' Unwissen, mindestens in Detailfragen.

Den eher konservativen CDUler wird solche Inkompetenz wahrscheinlich nicht stören. Der wünscht sich sehnlichst eine CDU wie zu den Zeiten von Helmut Kohl zurück.

Nun interessiert überhaupt nicht, was sich ein paar Konservative wünschen, wenn Merz nicht liefert. Und das bedeutet konkret, dass die Union Wahlerfolge einfahren muss. Mit einem Parteichef, der das Charisma eines angestaubten Archivars hat, wird das jedoch schwierig.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 13. November 2021 - 12:45

Warum muss der neue CDU-Parteivorsitzende alle 356 Kreisverbände besuchen? Wichtiger ist aus meiner Sicht, die Partei für eventuelle Neuwahlen beim Zerbrechen der Ampel richtig aufzustellen. Das geht am besten als Fraktionsführer, wie Frau Merkel wirkungsvoll bewies. Dass der Generalsekretär unbedingt eine Frau sein muss, ist für mich ebenso fraglich. Warum sonst hat Lindner seine fachlich hochkompetente Frau Teuteberg durch den „Wadenbeißer“ Wissing ersetzt und war damit erfolgreich? Schließlich stehen Frauen allgemein für Empathie, nicht für Aggressivität. Der noch-SPD-General Klingbeil steht auch mehr für Attacke als für Respekt, selbst wenn das das Thema des Kanzlerkandidaten war.
Ich bin gespannt, wie sich die CDU mit dem neuen Vorsitzenden aufstellen wird. Es sollte jedenfalls schnell gehen und der Neue sollte, anders als Laschet, bei Diskussionen über seine Person oder Eignung mit der Faust auf den Tisch schlagen und für ein Ende sorgen. Sonst wird das nichts.

Christa Wallau | Sa, 13. November 2021 - 14:57

Diese Partei ist ausgelaugt wie Tierhaut in der
Gerberbrühe, nur merkt man das nicht sofort, weil der verräterische Gestank fehlt.
Es gibt offenbar keine Leute mehr in dieser Partei, die dafür brennen, politisch zu w i r k e n, weil sie von etwas echt ü b e r z e u g t sind. Erst recht keine Frauen!

In diesem Mitläufer- und Pöstchenjäger-Verein
kann man kluge, lebenserfahrene, mutige und -
vor allem - an Prinzipien orientierte Persönlichkeiten mit der Lupe suchen.
Während die Grünen und Linken mit Überzeugungstätern auflaufen (Wenn diese
Überzeugungstäter m. E. auch völlig schief gewickelt sind!), bringt die CDU es offenbar nicht fertig, einen gestandenen Mann (Frau) an ihre Spitze zu stellen, der für das wie ein Löwe kämpfen will, was die CDU einst verkörperte:

Freiheit und soziale Marktwirtschaft statt
Sozialismus!
Bürgerrechte statt Staatsdirigismus!
Verantwortungsethik statt Moralismus!
Das Wohl des eigenen Volkes zuerst im Blick haben, bevor man an Weltrettung denkt!

Für mich völlig unerklärlich. Der überwiegende Großteil der Deutschen möchte nicht mehr mit der Merkelrealität konfrontiert werden. Dieser Wunsch könnte durchaus in Erfüllung gehen. Braun, der hundertprozentige Merkelhörige, muß alle seiner Unterstützer hinter sich bringen. Doch deren Einfluß wurde minimiert. Erstmals werden die alle Mitglieder über den CDU-Parteivorsitz abstimmen. Das dürfte nicht einfach werden. Denn Merz ist beliebter, die Öffentlichkeit kennt und schätzt ihn.

Eins muß doch der CDU klar sein. Sie muß sich aus Merkels Joch befreien. Sie muß futuristisch denkende, charakterfeste Persönlichkeiten aufbauen ohne Quoten- oder sonstigen Zwängen eingeengt

Wie steht Deutschland heute da? "Nicht in Kaisers neuen Kleider". "Der Kaiser ist nackt". Die Unfähigkeit, Inkompetenz und Korruption hat schon unendlich viel
Kapital und Persönlichkeiten vertilgt.

Weil die Union ihre Stammwähler verleugnet, steckt sie in der Sackgasse und betreibt Verrat am Bürgertum (u.a. die im Eiltempo beschlossene Vernichtung der gesamten Energieversorgung).
Ihre Umfragewerte und die Popularitätskurven ihrer Spitzenpolitiker stürzen immer weiter ab.
Die Union hat die Wahl: immer grüner werden und beim Versuch, die besseren Umweltschützer zu sein, den kürzeren ziehen, oder den in Nichtwählertum und Resignation Geflüchteten (zur AFD) bürgerlichen und konservativen Wähler wieder eine Stimme zu geben.

Ingofrank | Sa, 13. November 2021 - 20:19

Falsch, Herr H. Dr. H. M.-V. Ein Merkeljaner und ein 1/2 Immer noch halb Ergebener treten gegen Merz an, um ihn im Sinn (Auftrag?) Merkels zu verhindern. Zwei mal ging das Spiel der großen A.M. auf, u. F. M. konnte verhindert werden. Selbst bei einer Wahl v.M. ist es nicht sicher, ob er eine Generalabrechnung gegen über A. M. wagt, und sich traut Ross & Reiter zu benennen WEIL die Seilschaften sich ja nicht einfach in Luft auflösen. Auch ihre Günstlinge alle in Amt + Würden, wurden zum Abschluss noch befördert. Einen politischen Schwenk, gestaltet sich darum für M. schwierig. Natürlich stehen die beiden Verhinderer prinzipiell für ein weiter so. Die, wenn überhaupt wahrnehmbaren Kursabweichungen werden banal sein. Neue Ideen + Konzepte, nicht erkennbar. Verläßt die CDU nicht das Vakuum ihrer Blase, wird es ein bitteres Ende nehmen. Egal wie es wird. Einer der es auch in der freien Wirtschaft zu etwas gebracht hat, ist mir lieber als die vielen Luschen.
M. f. G. a. d. Erfurter Repub.

Hubert Sieweke | Sa, 13. November 2021 - 23:26

nun auch noch, die CDU komplett zu spalten. Ihre einzige Chance, glaubt sie, ist es, die 50% für Merz im ersten Gang zu verhindern. Das wird schwer genug.
Sollte Merz nicht gewählt werden von den Mitglieder, so wäre die CDU erledigt. Viele Merz und Linnemann Fans werden austreten und sich anderswo sammeln. Braun ist für mich lächerlich, hat nicht mal das Votum seines Bezirkes hinter sich und Röttgen hat bereits einmal krachend verloren. Ein Darling mit Grübchen, aber kein durchsetzungsfähiger Vorsitzender.

Maximilian Müller | So, 14. November 2021 - 05:08

..trotz 16 Jahren Angela Merkel immer noch, wie penetrant erfolgreich diese Frau in einer Partei agiert, die Frau Merkels Ideologie eigentlich diametral entgegen stehen sollte. Das funktioniert nur mit dem entsprechenden Verhältnis an Knieläufern. Das Merkel selbst jetzt - nach 20% Umfragen und Erdbeben an der Basis - noch versucht, eine Marionette zu installieren und man sie gewähren lässt, sagt alles über diese Frau und diese Partei aus.

Ines Schulte | So, 14. November 2021 - 09:54

Möchte auf zwei im Gespräch sehr kompetente Ost Frauen hinweisen, die ich in der Diskussion "viertel nach 8" bei BILD-TV sah. Saskia Ludwig oder Jana Schimpke. Von beiden hatte ich vorher weder gehört noch gesehen. Davon bitte mehr!

Christoph Kuhlmann | So, 14. November 2021 - 11:46

Nun sind es noch 400 000. Es gibt übrigens keinen Merkel Knick in 2015/2016 sondern eine gerade abfallende Linie. Ich fürchte diese Partei ist in einem Stadium wo es kein richtig oder falsch mehr gibt. Wie will die CDU an Jungwähler herankommen, bei denen FDP und Grüne weit vorne liegen? Das geht nur mit klaren Aussagen. Die Ausrede Volkspartei zieht nicht mehr bei Umfragewerten um die 20% und einer zunehmenden Überalterung sowohl in der Mitgliedschaft als auch im Funktionärskader. Norbert Röttgen verliert so ziemlich jede Wahl in der er antritt und Helge Braun ist politisch ein unbeschriebenes Blatt. Er ist geradezu prädestiniert die Ideen- und Profillosigkeit der CDU zu personalisieren. Insofern bleibt nur Friedrich Merz, der trotz seines fortgeschrittenen Alters noch am jüngsten und energischsten wirkt und auch bei der JU der populärste Kandidat zu sein scheint.

Hubert Sieweke | So, 14. November 2021 - 16:31

die CU Mitglieder, die sich bereits in überwältigender Mehrheit für Merz entschieden haben, in der letzten Sekunde zu beeinflussen. Noch ist etwas Zeit für die Nichtsahnenden, allerdings es nützt nichts.
Auch Merkels Versuch, zumindest die 50% Hürde zu brechen, um dann nochmal die Truppen hinter Röttgen zu versammeln wird schiefgehen, diesmal.

Stefan Kreppel | So, 14. November 2021 - 18:36

Merkels Schosshündchen Helge als Parteichef. Das ist hoffentlich ein Treppenwitz