CDU-Parteitag - Fanal gegen die Alternativlosigkeit

Beim Parteitag der CDU war die Kritik am Kurs von Angela Merkel unüberhörbar. Die Alleinherrschaft der Kanzlerin und ihrer Entourage scheint am Ende zu sein. Nur Merkel selbst lässt weiter alles von sich abperlen

Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer beim Parteitag der CDU
Das freut die Kanzlerin: Annegret Kramp-Karrenbauer wurde mit 99 Prozent Zustimmung zur Generalsekretärin gewählt / picture alliance

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Es war jedenfalls kein Huldigungs-Parteitag für die große Vorsitzende. Das Ergebnis dürfte zwar durchaus im Sinne Angela Merkels sein: Koalitionsvertrag mit großer Mehrheit der Delegierten angenommen und Annegret Kramp-Karrenbauer mit fast 99 Prozent Zustimmung zur neuen CDU-Generalsekretärin gewählt. Aber die Redner, die nach dem Vortrag der Bundeskanzlerin in der Berliner „Station“ zu Wort kamen, untermauerten keineswegs den Nimbus der Union, ein reiner Abnick- und Jubelperser-Verein zu sein. Zumindest war die Kritik am Kurs der Chefin und der Parteiführung unüberhörbar. Dieser Unmut lag zwar schon seit langem in der Luft. Aber man erinnere sich nur an den nicht enden wollenden Applaus für Merkel beim Karlsruher Parteitag im Dezember 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Es hat den Eindruck, als sei die Union wieder einigermaßen bei Sinnen. Was nicht zuletzt daran liegt, das die Basis deutlicher aufmuckt, als dass es vom Führungspersonal noch ignoriert werden könnte.

Wie bei einem Ehestreit

Wie sehr es in der CDU brodelt, wird schon daran deutlich, dass der vermeintliche Merkel-Chefkritiker Jens Spahn beinahe staatstragend für den Koalitionsvertrag werben musste – und im Vergleich zu manch anderem Parteifreund geradezu versöhnlich wirkte. Natürlich zeigt da dessen Einbindung in die Kabinettsdisziplin bereits ihre Wirkung. Aber derart deutlich wie etwa Eugen Abler aus Baden-Württemberg, Klaus-Peter Willsch aus Hessen, wie dessen Landsmann Christean Wagner oder andere Delegierte war Spahn auch zu seiner ärgsten Rebellenzeit nie geworden. Tatsächlich kam auf offener Bühne alles zur Sprache, die Atmosphäre glich teilweise einem regelrechten Ehestreit: die Flüchtlingspolitik, die Zugeständnisse an die SPD in den Koalitionsverhandlungen, mangelnde Diskussionskultur innerhalb der Partei, ausbleibende Fehleranalyse nach der misslungenen Bundestagswahl und noch vieles mehr.

Die CDU habe „das Profil eines abgefahrenen Reifens“, schallte es der Parteivorsitzenden etwa entgegen; eine andere Vertreterin der Basis wusste zu berichten, dass Briefe ans Konrad-Adenauer-Haus ohne Antwort geblieben seien – wie überhaupt die Distanz der Spitze zu den einfachen Mitgliedern die Atmosphäre in der Partei nachhaltig vergiftet zu haben scheint. Das dürfte auch der neuen Generalsekretärin sehr bewusst sein, die in ihrer Bewerbungsrede davon sprach, „die Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern“ zur Grundlage ihrer künftigen Arbeit zu machen. Und dass es künftig „zunächst ums zuhören“ zu gehen habe. Wenn nicht alles täuscht, ist die Alleinherrschaft Merkels und ihrer devoten Entourage spätestens mit dem heutigen Tag zu Ende gegangen. Dieser Parteitag war jedenfalls ein Fanal gegen die Alternativlosigkeit – wenn nur die CDU-Fraktion sich nicht wieder nach bewährter Manier von Volker Kauder und Konsorten einlullen lässt.

Merkels politischer Gemüsegarten

Angela Merkel selbst verrichtete in der „Station“ allenfalls Dienst nach Vorschrift und lieferte in ihrer Rede den üblichen Gang durch ihren politischen Gemüsegarten, der sich am besten mit ihrem Satz von wegen „Wir wollen, dass Deutschland auch in Zukunft erfolgreich ist“ auf den nicht vorhandenen Punkt bringen lässt. Denn das will hoffentlich jeder, der sich irgendwann, irgendwie politisch engagiert hat. Und so ging es von Familien über Bildung und Sicherheit, die angeblich „nicht verhandelbar“ ist, bis zum Schließen von Funklöchern in der bundesdeutschen Provinz. Merkels Versprechen einer „neuen Dynamik“, ihr an Christian Lindner erinnernder Ausspruch, es müsse „weg mit allem, was lähmt und bremst“, war geprägt von einer betörend kontrafaktischen Note: Die Botschaft hör‘ ich gern, allein mir fehlt der Glaube.

Denn es scheint inzwischen tatsächlich alles abzuperlen an der deutschen Regierungschefin. Weder ging sie nach der ungewohnt lebhaften Diskussion auf die Kritik der Delegierten ein, noch war ihr daran gelegen, das zurückliegende Bundestagswahlergebnis auch nur halbwegs aufzuarbeiten. Zwar tat sie angeblich genau das, aber dabei heraus kam eine seltsam amorphe Begründung, bestehend aus drei Punkten: Bedenken der Wähler in Hinblick auf Recht und Ordnung, Sorgen wegen der technologischen Möglichkeiten sowie die Instabilität der politischen Weltlage. Warum letztere nun ausgerechnet der CDU geschadet haben soll, das müssen dann wohl die Demoskopen erörtern. Wenn sie es nicht bereits zur Zufriedenheit der Auftraggeber im Adenauer-Haus getan haben.

Für die CDU war das heute trotzdem ein guter Tag. Sie hat gezeigt, dass sie nach bald 18 Jahren mit Angela Merkel an der Spitze gewillt ist, „wieder laufen zu lernen“, um deren eigenes Diktum aus dem Jahr 1999 aufzugreifen. Wie sagte es die neue Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrer schwungvollen Bewerbungsrede doch gleich: „Wir sind eine interessante Partei!“ Das kann man so oder auch anders verstehen. Jedenfalls ist es an der Zeit, diesen Satz durch Taten und Diskussionen zu unterfüttern. Ein Anfang wäre gemacht.

Frank Domnick | Mo, 26. Februar 2018 - 18:21

Die Inklusion von kritischen Eliten ist die unblutige Variante bei der Bekämpfung bzw. Niederwerfung eines Aufstandes.
Insofern: Chapeau, Madame Merkel!

Konrad Perfeud | Mo, 26. Februar 2018 - 18:49

Die CDU hat Deutschland (und Europa) auf den Weg in große gesellschaftliche Verwerfungen gepracht und wird mit diesen untertänigen Leichtmatrosen keine der ernsten Krisen, die ganz sicher bald kommen werden, meistern können. Kippt die Wirtschaft, springen sie von Bord. Kippt die Sicherheitslage, verstecken sie sich. Flieht Käpitänin Merkel nach Paraguay, dann rennen sie ihr hinterher.

Alfred Kastner | Mo, 26. Februar 2018 - 19:04

Meiner Einschätzung nach kreisen Frau Merkels Gedanken nahezu ausschließlich um den eigenen Machterhalt.
Nach mehr als 12 Jahren im Amt agiert Merkel ohne Bodenhaftung und ohne Bezug zur Lebenswirklichkeit der Menschen.
Den Bürgern wird seit Jahren eingeredet, dass es ihnen gut gehe. Doch die Realität sieht häufig anders aus. Sparer werden enteignet, ein Vermögensaufbau, vor allem für die Altersvorsorge, ist nur noch schwer möglich. Die Mittelschicht, die tragende Säule der Gesellschaft, blutet aus, auch wegen der im weltweiten Vergleich deutlich höheren Steuern und Abgaben.
Derweil breitet sich die "schöngerechnete" Armut in Deutschland weiter aus.
Bereits im Jahre 2005 hatte Merkel eines der schlechtesten Ergebnisse in der Unionsgeschichte eingefahren.
Die „Dolche“ wurden in der CDU schon am Wahlabend gewetzt. Dann legte Gerhard Schröder seinen desaströsen Auftritt im Fernsehstudio hin.
Ich bin überzeugt, ohne diesen Eklat wäre Merkel nie Bundeskanzlerin dieses Landes geworden.

Stefan Schlegel | Mo, 26. Februar 2018 - 19:15

In der CDU leben mehr als nur Angela Merkel in einer Parallelwelt. Am Abstimmungsverhalten der CDU-Deligierten kann ich zumindest nicht erkennen, dass es hier großen Widerstand gibt. Natürlich gibt es Ausnahmen. Welche Innovationen sollen von AKK kommen? Ich denke nicht, dass sich breite Bevölkerungsschichten von einer Merkelvertrauten einwickeln lassen wollen. Angela Merkel und die CDU haben unser Land in große Schwierigkeiten gebracht und viele Leute werden der CDU nicht verzeihen und sich neue Parteien suchen.

Andreas Ulbrich | Mo, 26. Februar 2018 - 19:18

"Wie sehr es in der CDU brodelt, wird schon daran deutlich, dass der vermeintliche Merkel-Chefkritiker Jens Spahn beinahe staatstragend für den Koalitionsvertrag werben musste – und im Vergleich zu manch anderem Parteifreund geradezu versöhnlich wirkte. " Ist das hier die Titanic oder der Eulenspiegel?

Hans Pauckert | Mo, 26. Februar 2018 - 20:38

Merkel macht sowieso bald den Abflug. Es müssen aber vorher die Pfründe der CDU gesichert werden. Das ist Parteiauftrag.
Über das was nach ihr kommt, können wir dann in vier Jahren meckern.

Tomas Poth | Mo, 26. Februar 2018 - 20:48

eines abgefahrenen Reifens. Wie lautete der tierschürfende und alles offenbarende Wahlspruch:
Ein Land in dem wir gut und gerne Leben - der Zusatz "von Harz IV und den Tafeln" wurde leider vergessen oder (sh. Essen)? Mit dem Spruch von AKK -Wir sind eine interessante Partei- geht es ja gleich nahtlos gut weiter.

Andreas Balmert | Mo, 26. Februar 2018 - 21:12

"Wenn nicht alles täuscht, ist die Alleinherrschaft Merkels und ihrer devoten Entourage spätestens mit dem heutigen Tag zu Ende gegangen."

Das halte ich für Wunschdenken.
Wenn die Delegierten wirlich ein Zeichen hätten setzen wollen, wären die Abstimmungsergebnisse weit weniger eindeutig ausgefallen.

In der CDU feiert der Opportunismus offensichtlich nach wie vor fröhliche Urständ. Ich halte die Partei für nicht reformfähig.

Jochen Wegener | Mo, 26. Februar 2018 - 21:38

der Angela Merkel sich nichts anmerkeln zu lassen, vielleicht ist es aber auch nur die Unfähigkeit die Realität zu erkennen. Immerhin hatte sie damals nach Fukushima ihren Atom-Austieg mit der Erkenntnis begründet, niemand habe ihr gesagt dass AKW's auch explodieren könnten - und das als Physikerin. Und nach dem "Flüchtlings"ansturm sagte sie doch, es sei ihr egal ob sie die Schuld daran trage: "Nun sind sie halt da."Über Trump habe ja etliche Ferndiagnostiker schon ihr Urteil die geistige Leistungsfähigkeit betreffend gefällt, warum also nicht mal die Blicke und die Ohren nach Berlin richten? Da könnte doch so einiges über die Psychopatholgie des politischen Alltags ganz neu beschrieben werden.

Heinrich Niklaus | Mo, 26. Februar 2018 - 22:53

Was ist bloß mit der CDU los? Vorgestern noch stand man kurz vor der Revolution. Und heute, nach zugegeben geschickten Personal-Schachzügen der Kanzlerin, wählt man AKK, „die enge Vertraute von Frau Merkel“, mit 98,9 Prozent zur Generalsekretärin.

Das Parteivolk jubelt der Kanzlerin zu, die Medien überschlagen sich mit Lobgesängen auf die Kanzlerin und alle Merkel-Kritiker der CDU sind wieder verstummt. Inzwischen haben die europäischen Schlepper neue Wege nach Deutschland entdeckt: Per Flixbus von Athen nach Berlin für 148 Euro.

Das alles ist weit von einem Aufbruch entfernt. Ganz im Gegenteil: Frau Merkel exekutiert weiter ihrer verhängnisvolle Migrationspolitik und lacht darüber, wie einfach CDU-Männer zu domestizieren sind. Ein paar Pöstchen reichen da schon aus.

Frank Bauer | Mo, 26. Februar 2018 - 22:56

Schade, daß auch der Cicero sich nicht enthalten kann, in die allfälligen Lobeshymnen einzufallen.
Merkel hat sich auf ganzer Linie durchgesetzt. Bleibt Vorsitzende, bleibt Kanzlerin (wenn nicht die SPD ihr einen Strich durch die Rechnung macht, wovon kaum auszugehen ist), darf weiterhin mit einer "Gro"-Ko durchregieren; sie hat ihre Nachfolgerin ganz in ihrem Sinne gekürt und Spahn den Schneid abgekauft. Sie darf weiterhin Deutschland 4 Jahre lang herunterwirtschaften; danach hat sie wahrscheinlich selbst keine Lust mehr auf den Job und entweicht in die Anschlußverwertung in irgendeinem transnationalen Gebilde. Die CDU bleibt ein "trauriger Haufen", der trotz allem Geblöke dem Leittier hinterherläuft.

robert renk | Di, 27. Februar 2018 - 01:39

Gejammert wurde bis dato reichlich über die letzte verbliebene Volkspartei. Zurecht wie ich meine, die CDU geht mit ihrer Kanzlerin an die Schmerzgrenze des Erträglichen. Aber mal ehrlich, was wäre die Alternative? Die AFD bietet sich nur namentlich an, solange die Poggenburgs und Höckes die Republik mit Provokationen überziehen, bleibt die AFD nur für die ganz Hartgesottenen wählbar. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, die übrigen Parteien haben sicher ihre Daseinsberechtigung, regiert werden wollen wir aber weder von der FDP noch von Linken, schon gar nicht von den Grünen, die SPD befindet sich in Dauer-Klausur
So hat es die CDU ohne eigenes Dazutun geschafft, unverzichtbar zu sein.
Kaum zu fassen, aber Gottseidank gibt es die Union !

Wie so ist die AfD nur für die "Hartgesottenen" wählbar? Wegen einiger deutlicher
Sprüche von ein paar AfD-Politikern? Muss sich die deutsche Öffentlichkeit von Islamvereinen jede Provokation gefallen lassen , Özoguz,u.a. in Demut auf die Knie
fallen, oder dürfen deutsche Politiker auch mal scharf zurück keilen, 75 Jahre nach
dem WK. Warum wird nicht die gleiche Sensibilität an das Wirken von Frau Merkel
angelegt, die Gesetze bricht wie es ihr gerade passt? Das die Öffentlichkeit gleichgültig zuschaut, dass die Kanzlerin sich nicht an Recht und Gesetz hält, sollte mehr erschrecken, als ein paar flapsige Bemerkungen von Provinzpolitikern. Gesetzloses Regieren erinnert mehr an die 30er Jahre und macht mir
mehr Angst um unsere Demokratie die leise geschliffen wird unter dem Deckmantel übergeordneter heuchlerischer Moralbegriffe. Jedes autoritäre Regime versucht seinen Putsch gegen die Bevölkerung mit einer übergeordneten
moralischen Notwendigkeit zu begründen.

Sehr geehrter Herr Renk,
die CDU hat bei der letzten Bundestagswahl ca. jeden 4./5. Wähler verloren. MP Laschet sagt "... der Markenkern sei nicht das Konservative...". In meinen Augen ist das eine Bankrotterklärung. Persönlich bin ich stockkonservativ und eine Partei, welche Parteien wie die SPD und die Grünen links überholen will ist für mich nicht wählbar! Die Erfolge in unserem Land haben wir den Arbeitern, Angesellten -> Wirtschaft zu verdanken! Die aktuellen Probleme resultieren m. M. aus dem Versagen von Politik und unserem Beamtentum. Eine große Volkspartei kann eine einzelne Person nicht als alternativlos erklären. Was soll ich hier als Wähler denken? Was ist, wenn AM erkrankt, dienstunfähig o.ä. wird -> löst sich dann die CDU auf? Eine solche Argumentationskette ist einfach naiv!

Gisela Müller | Di, 27. Februar 2018 - 03:06

Frau Merkel hat wieder mal die Fäden zu ihren Gunsten gesponnen; das muss man ihr lassen! Das beherrscht sie immer noch perfekt. Und die ganzen Vollidioten der CDU (sorry für die drastische Wortwahl) folgen ihr weiter, wie die Hündchen vor dem Fressnapf. Es ist hoffnungslos! Der angeblich „Merkelkritiker“, der ja keiner ist, wird als Gesundheitsminster „kaltgestellt“, die anderen „No-Names“ - Qualifikationen für den Job? Fehlanzeige! Hauptsache, ein paar neue Gesichter, und alles „wird gut“. Aber an der eigentlichen Nicht-Politik ändert sich gar nichts! Nun denn, dann warten wir halt noch ein Weilchen, bis hier gar nix mehr geht.

Beatrix Dechant | Di, 27. Februar 2018 - 06:59

Das macht sie seit gut und gern 12 Jahren!
Sie sitzt jede Unannehmlichkeit, jedes Missgeschick mit versteinerter Mine emotionslos und starr in der 1. Reihe aus!
Nach einiger Zeit sieht man sie wieder leutselig Hände schüttelnd durchgehen, alles beim Alten, the show goes on as usual!

Gerdi Franke | Di, 27. Februar 2018 - 08:20

Eine ausgelutschte CDU. Die Berichte zeigen, dass die CDU durch die Koalitionen noch stärker geschädigt ist als die SPD. Wir werden uns auf Regierungen ohne diese beiden ehemaligen "Volksparteien" einstellen müssen.

Romuald Veselic | Di, 27. Februar 2018 - 08:28

wird weniger. Auch in kommunistischen Ländern gab und gibt es Alternativlosigkeit. Der Non-Stopp-Sozismus. Auch dann, als Erich Mielke uns alle geliebt hat.

Eberhard Thamm | Di, 27. Februar 2018 - 08:31

Ein Fanal. Nein, ein finaler Rettungsrücktritt wäre besser für D. Ein Ende von AM's „weiterso“. Denn, von ca. 243 Milliarden Euro Kosten für die Griechenland Rettungspakete, sind rund 70 deutsche Milliarden weg, futsch, nicht mehr zu holen. Wobei Merkel den Deutschen versprochen hatte, dass es dem Steuerzahler "keinen Cent" kosten wird. Ist es Lüge, wenn Alters- und Kinderarmut, Pflegenotstand, Lohn u. prekäre Lebensverhältnisse Tatsachen sind. Wo vor den Spendentafeln Bedürftige mit Migranten bereits um Lebensmittel streiten. Dass, das Deutsche abgeschafft und zur Mangelware wird, zum Zweck grün linker Träume. Zugelassen, dass nur den Deutschen ihre „Zins“ Notgroschen geklaut werden. Dieses nur, weil ein EZB Draghi seine EU-Schlamperstaaten retten will. Verlogen wird „uns geht es gut wie niemals zuvor“ suggeriert, aber bereits neue Rezession droht.Wer nur groß denken will, vergisst das kleine. (Verlierer, der „Inländer, der wo nicht mehr hier gerne gut leben darf“!)

haben Sie die größten Pakete vergessen, Herr Eberhard Thamm die da wären: Die EZB-und ESM-Haftung
mit 27% von Deutschland und die Target 2-Salden von fast 1 Billion €, da sind die
70 Milliarden, die Sie anführen, nur Nebensächlichkeiten. Allein die EZB hat 2,75 Billionen Staatsanleihen und unbesicherte Firmen-und Bankenkredite ausgegeben,
deren Rückzahlung in den Sternen steht.

Peter Lieser | Di, 27. Februar 2018 - 08:45

Ich habe mir die Show-Veranstaltung über Stunden auf dem Parlament -Sender Phoenix angetan, von Kritik habe ich während des infernalischen Dauerklatschens nicht viel mitbekommen. Einige haben versucht sich mit ihren beschränkten Mitteln bemerkbar zu machen. Spahn habe ich noch nie als Rebell gesehen, aktuell ist auf auf dem Weg zu Merkels neuem Pudel zu werden, Altmeier wird ihr wohl langsam zu schwer auf dem Schoß. Und AKK, bei uns nennt man sowas Huttenheimchen ( für außerhalb Hessen = Hausgrille ) Auch die Presse-Interview's im Anschluss, Hofberichtserstattung. Um es kurz zu machen, diese Partei bleibt für mich persönlich unwählbar !

Achim Scharelmann | Di, 27. Februar 2018 - 08:47

Ein Chamäleon in Frauengestalt, die es meisterhaft versteht ihre eigene Existenz zu verteidigen und derzeit ist innerparteilich niemand Willens oder in der Lage diese Frau abzuservieren und deswegen ist es für alle oppositionellen Kräfte umso wichtiger alles daran zu setzen, daß sie weiterhin geschwächt wird und zwar solange, bis sie keine Grundlage mehr besitzt und demissioniert.

Michael Völkel | Di, 27. Februar 2018 - 08:57

Jetzt ist alles wieder gut...wie wenig braucht es anscheinend, um CDU-Wähler zufrieden zu stellen. Vermutlich hat man es mit der Sehnsucht nach der Illusion zu tun. Alles wird gut, niemandem wird weh getan, alle behalten ihr Gesicht...und die Probleme im Land? Na ja, Wir schaffen das...

Ralph Lewenhardt | Di, 27. Februar 2018 - 09:13

Wenn es nun noch gelänge, sich von den Betonköpfen Kauder, Buffier und von der Leyen zu trennen, gäbe es mehr frische Luft.
Und dennoch, irgendwie wirkt der CDU Laden vermottet und mit sich selbst überfordert.

Tim Cramer | Di, 27. Februar 2018 - 09:42

Die Zustimmung zum Koalitionsvertrag und die Wahl von Kramp-Karrenbauer mit 99% erinnern mich irgendwie an ein Ereignis vor gut einem Jahr... Der Artikel suggeriert, daß bei der CDU ein Aufbruch erfolgt. Merkels Politik und ihr Politikstil neigen sich ihrem Ende entgegen. Doch stimmt denn das? Die neue Generalsekretärin ist eine enge Vertraute von Merkel. Ein klein wenig konservativer, etwas beredsamer. Aber von ihr ist doch keine Wende zu erwarten. Sie wird die CDU in eben jener "Mitte" halten, in die Merkel sie geführt hat. Und damit wird die CDU Wählerstimmen und Mitglieder verlieren, so wie es allen ehemals konservativen Parteien ergangen ist, die sich von ihrem Kern verabschiedet haben. Aber was soll´s? Unter den Blinden ist ja bekanntlich der Einäugige König...

Peter Huber | Di, 27. Februar 2018 - 09:45

Läuft immer in der ARD am Dienstag gegen 23:00 Uhr, die ganze CDU Veranstaltung und das neue Personal erinnert mich an diese Sendung ;-)
Bouffier, Laschet, Kauder und Altmeier - zählen die auch zur CDU Erneuerung ? Was sollen da 2-3 neue Gesichter ausrichten, alles nur für die Galerie !

Mathias Trostdorf | Di, 27. Februar 2018 - 09:51

Ich hab das Ganze ein bißchen anders empfunden als im Bericht beschrieben. Schöne Reden und Absichtserklärungen hats auch die vergangenen Jahre schon zur Genüge gegeben. Im Fernsehen sah ich grade eine schöne Collage, wo man die Antrittsreden der jeweils neuen SPD-Vorsitzenden seit den Neunzigern so zusammengeschnitten hatte, daß man nur noch jeden sagen hörte, die SPD müsse sich endlich inhaltlich erneuern!
Passiert ist, wie wir wissen, nichts.
Oder: nichts wirklich gutes.
Mir ist insbesondere der Schluß der Karrenbauer-Rede im Gedächtnis, in dem sie sinngemäß meinte, es sollte jetzt nicht mehr um einzelne störrische Kritiker gehen, sondern es wäre wichtig, daß es der CDU gut ginge.
Partei also als Wohlfühlverein zum Selbstzweck? Der Wähler kam in diesem Satz gar nicht mehr vor.

Karin Zeitz | Di, 27. Februar 2018 - 09:54

an der alles abperlt ohne die geringsten Spuren zu hinterlassen, hat mit der Verteilung der Ministerposten ganze Arbeit geleistet. Für Alles, was in den kommenden Jahren schief gehen wird hat sie in der SPD die Schuldigen gefunden.

Willi Mathes | Di, 27. Februar 2018 - 09:55

Fanal gegen die Alternativlosigkeit - bitte mit Fragezeichen - Herr Marguier !

Danke und freundliche Grüsse

Arne Bruhn | Di, 27. Februar 2018 - 10:45

Glaube." Genau das ist auch mein Resümee nach dem CDU-Parteitag. Seit zu vielen Jahren ließ sich diese Partei sagen, was sie zu denken, sagen und tun habe, nämlich vor allem gehorchen. Und da das ja so schön bequem ist, waren es die Mitglieder/Delegierten zufrieden, Hauptsache, man könne nutznießen. - Leider geht es auch vielen Wählerinnen so: Zum Selberdenken gehört erst einmal das eigenständige Informieren, und dazu muss man die Hürde der Bequemlichkeit überwinden. Da viele schon einen anstrengenden Arbeitstag haben, ist die Haltung verständlich, macht es den "da oben" aber mehr als leicht. Darum muss wohl erst "das Kind " für alle sichtbar in den Brunnen gefallen sein, um aufzuwachen.
Wenn das erst einmal geschehen ist, wird aber der "Glaube" nicht mehr reichen, dann möchte "man" überzeugt sein. Für mich sind die sehr schüchternen Ansätze innerhalb der Partei, auch einmal selbst zu denken und auch "zuzuhören", z. Zt. noch weniger als die "Schwalbe, die noch keinen Sommer macht.

Bernd Lehmann | Di, 27. Februar 2018 - 10:49

sie hat gar nichts gesagt, sie hat wie immer die Schlagzeilen aufgegriffen, in ihrer unnachahmlichen Kindersprache alles abgearbeitet, sie liest da irgendwas vor, sie hat kein intellektuelles Verständnis dafür, was sie da liest. Sie hat keinerlei Verständnis oder gar Interesse was im Land vor sich geht. Und das die CDU sich erneuert halte ich für ein Gerücht. 97% weiter so, ihre Höflinge sind auf Posten gesetzt worden und 4min Jubelarien.Wer was dagegen sagen will hat 3 min. Es ist ein Hofstaat, die Abgeordneten interessieren sie nicht, sie umgibt sich mit einem kleinen Kreis von Stiefelleckern und das wars, mehr ist in dieser Partei nicht. Kein Programm, keine Vision, kein Interesse für das Land.

Cornelius Angermann | Di, 27. Februar 2018 - 12:48

Ich bitte sehr um Entschuldigung, Herr Marguier, aber Sie waren offenbar auf einer ganz anderen Veranstaltung als ich. Dass nun nicht mehr 11 sondern nur noch gefühlte 7,5 Minuten standing Ovations waren, kann ja wohl nicht der Maßstab für eine substantielle Veränderung sein, oder?

Um es mal ganz volkstümlich auszudrücken, was ich wahrgenommen habe:

Sackkleid follows Hosenanzug.

Von Aufbruch, von substantieller Veränderung, von Fanal gar, wie Sie schreiben, war da nichts.
Der einzige Befund, den ich teile, ist der, dass alles nach wie vor an Merkel abperlt. Kein Jota weicht sie von ihrem Kurs ab, die Ministerien besetzt sie absichtlich mit Personen, die weder die Fachkenntnis noch die Erfahrung dafür haben. Wo das schon gegeben ist, darf die Person bleiben (v.d. Leyen). Das alles macht nicht den Eindruck, man wolle Deutschland voarnbringen, eher das Gegenteil - die fachlich unfähigste Regierung ever!

Uwe Dippel | Di, 27. Februar 2018 - 14:17

auf meinem Fernseher kam ein anderes Programm.
(Leider) ein Programm, das Angela Merkel fest im Sattel der Alternativlosigkeit sitzen sieht, unangefochten, beliebt, und ihre Kapriolen hat man ihr verziehen, seitdem Spahn und AKK hochgeklettert sind in der Parteienhierarchie.
Auch die MSM scheinen das durchgängig so zu sehen.

Ist mir da was entgangen? Oder vielleicht Ihnen?

Paul Neumann | Di, 27. Februar 2018 - 16:37

aber ich sehe nicht, wie die Basis ein "weiter so" beenden könnte, wenn sie die eskapistische Kanzlerin und ihre Entourage auch noch mit großer Mehrheit bestätigt. Solange diese Parteiführung im Amt ist wird alles bleiben wie gehabt.

Marc Walther | Di, 27. Februar 2018 - 16:49

Leider kann ich das nicht so positiv sehen: ein möglicherweise gefährlicher Kritiker hat sich mit einem Amt kaufen lassen und die überwiegende Mehrheit der anderen ist doch schon wieder im Zustimmungsmodus weggedämmert. Selbst wenn da über 100% erreicht würden, merkte das doch keiner ;)

Hans Herzberger | Di, 27. Februar 2018 - 18:31

Diese Wahlergebnisse, kennt man nur aus totalitären Staaten (sprich Diktaturen). Es erinnerte stark an die frühere DDR. Oder sind wir etwa schon so weit ?

Dennis Staudmann | Di, 27. Februar 2018 - 21:10

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wie schon 2015 zur Zeit des Höhepunktes der Flüchtlingskrise ist Merkel angeschlagen, aber noch lange nicht am Ende. Kein Mensch kann ernsthaft glauben, Merkel hätte Kramp-Karrenbauer nach Berlin geholt, wenn diese ihr nicht absolut ergeben wäre und so agieren wird, wie Merkel es verlangt. Auch der Koalitionsvertrag inklusive aller Zugeständnisse an die SPD wurde zwar kritisiert auf diesem Parteitag, aber letztlich doch abgesegnet. Nun hofft Merkel zur Kanzlerin gewählt zu werden. Dann, so glaubt sie, kann sie wieder ihre Rolle einer einfachen, bescheidenden und gutherzigen Frau aus dem Volk einnehmen, die selbstlos bereit ist, die schwere Bürde der Kanzlerschaft zu tragen. Dieses Bild hat über zwölf Jahre funktioniert, weil es zumindest jedem dritten Deutschen reicht, um ihr seine Stimme zu geben. Fragt man Leute, warum sie Merkel wählen, bekommt man oft ihre angebliche "Einfachheit" oder "Bescheidenheit" genannt. Leider wird es wohl wieder funktionieren.

Adrian Schmidt | Mi, 28. Februar 2018 - 00:24

es mutet nordkoreanisch an, der fake applause, die 99%, es ist doch gerade die max. Katastrophe, wenn statt Licht im Tunnel mit AKK ewiger Merkelismus herrscht, linke Politik und wieder eine sproede Frau, das darf alles doch nicht wahr sein.

Dr. Pal Francz | Mi, 28. Februar 2018 - 00:39

Als jemand, der vor mehr als 50 Jahren nach D kam und in der Grundschule deutsch lernte, ist dieser Name Kramp-Karrenbauer grässlich. Die Dame kann sicherlich dafür nichts.

Jedenfalls:
Wenn jemand diesen Namen fehlerfrei schreiben und aussprechen kann, hat jeden Grundkurs in Deutsch für Ausländer mit 1A sicher bestanden. Und ist dann voll integriert.

Willi Mathes | Mi, 28. Februar 2018 - 07:15

A.M. und A.K.K. - politische Inhalte - gleich farblos !

Vielleicht sollten beide mal den aktuellen Kleider-Stil
wechseln !

Freundliche Grüsse

Harry Heinz | Mi, 28. Februar 2018 - 09:00

Wenn dem mal so wäre. Die von Ihnen genannten Delegierten Herr Marguier haben in dieser Partei nichts aber auch gar nichts zu sagen, geschweige denn maßgeblich irgend etwas zu entscheiden. Sie sind besten Falls Feigenblätter die ein wenig innerparteiliche Kritik nach außen tragen dürfen. Das war's dann aber auch schon. Ich buche diesen Artikel unter "Wunschkonzert" ab.

Herr Heinz. Die Delegierten hätten schon was zu sagen, wenn, ja wenn sie:

Rückgrat hätten und nicht nur eine Wirbelsäule

nicht nur an ihren Posten und Pöstchen hängen würden

einen Eid geschworen hätten und keinen Meineid. Sie wissen schon, ich gelobe zum Wohle des Volkes usw. usw.

Offensichtlich lautet der Amtseid heutzutage "ich gelobe mein eigenes Wohl zu mehren, wenns geht auch das der Partei, koste es dem Volke was es wolle."

Hat denn wirklich jemand ernsthaft geglaubt, ein Mensch geht in die Politik um seinem Volke zu dienen? Weil sie dort an die Pfründe erreichen, an die sie sonst nie gekommen wären. Denn in der freien Wirtschaft muß man arbeiten und Leistung erbringen, da reicht das Speichellecken nicht. Jedenfalls normalerweise. Aber sogar da wird die Vetternwirtschaft immer schlimmer.

Bettina Federlein | Do, 1. März 2018 - 20:28

Die Kanzlerin hat sich schon über den Parteitagsbeschluß zum Doppelpass nicht geschert, geschweige denn geltendes Recht geachtet. Da läßt sie sich doch von ein paar Kritikern nicht in ihrer Politik aufhalten. Der Erfolg, 97 % Zustimmung zum Koalitionsvertrag, gibt ihr Recht. Mit der Partei kann man alles machen. Wenn Span authentisch wäre, hätte er nicht für die GroKo und das „weiter so..jetzt erst recht“ gestimmt, sondern Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, diese Regierung zu verhindern und vor allem daran zu hindern, das Land als Kollateralschaden einer völlig verfehlten Politik in nahezu allen Bereichen endgültig an die Wand zu fahren.

Eckhard Leuschner | Mo, 28. Mai 2018 - 16:05

Als Mitglied der WertUnion muss ich schon resümieren, dass die CDU unter Angela Merkel immer weiter geschwächt wird und Merkel kein Fels in der Brandung war und geschweige denn ist. Merkel har die CDU zu einem Abnickverein herabdegradiert, kritiker von Merkel kommen entweder gar nicht zu Wort oder werden ausgebuht. Innerparteiliche Demokratie und eine gesunde Diskussionskultur gibt es in der Merkel CDU seit langem nichtmehr. Fakt ist, Merkel und CO. sollten sich einmal ernsthaft hinterfragen, was sie wirklich wollen. Man schlägt ohne zu überlegen auf die AfD ein und versucht diese mit allen Mitteln und Möglichkeiten zu diskrimnieren. Sicherlich gibt es in der AfD einen rechts ntionalen Flügel, welcher auch mir nicht gefällt. Die Afd hat nach meinen Erkenntnissen 24000-26000Mitglieder bundesweit. Wenn man in der CDU Führung nicht merkt, dass man dadurch der AfD nur zu Stimmen verhilft wenn man sie nicht politisch fordert ist die CDU irgendwann verloren.
Eckhard Leuschner

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