- Das Netzwerk
In der CDU hat sich eine Gruppe von Nachwuchspolitikern eng zusammengetan, um für die Zeit nach Merkel gerüstet zu sein. Vor allem zwei Themen treibt sie dabei um: Migration und Europa
Politische Netzwerke, inoffizielle zumal, haben keinen guten Ruf. Sie gelten als geheimbündlerische Hinterzimmerveranstaltungen zum Zwecke der Machtgewinnung und passen nicht ins Bild des demokratischen Wettbewerbs. Der berühmt-berüchtigte „Andenpakt“, angeblich 1979 von zunächst zwölf Mitgliedern der Jungen Union während einer Südamerikareise geschlossen, war noch dazu ein reines Männerbündnis – und konnte seine Existenz immerhin bis zum Jahr 2003 vor der Öffentlichkeit verbergen. Wer dazugehörte, auch darüber wurde viel spekuliert. Eine Traueranzeige in der FAZ vom Februar vergangenen Jahres für den Braunschweiger Anwalt und ehemaligen CDU-Kreisvorsitzenden Bernd Huck gilt seither als eine Art inoffizielles Mitgliederverzeichnis der Andenpaktler: 21 Personen bekunden darin, mit Huck „einen guten Freund verloren“ zu haben, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, dessen Amtsvorgänger Roland Koch, EU-Kommissar Günther Oettinger, der einstige CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz sowie Bundespräsident a. D. Christian Wulff.
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