Foto: Person mit hellem Mantel betritt ein Gebäude, darüber Banner mit „jobcenter“-Logo.
Beim Jobcenter gibt’s demnächst Grundsicherung statt Bürgergeld – sonst ändert sich nix / picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Bye, bye Bürgergeld - Die „neue Grundsicherung“ ist nur ein neuer Name

Das Bürgergeld, einst Prunkstück der SPD zu Ampel-Zeiten, wird Ende Juni durch die „neue Grundsicherung“ ersetzt. Die CDU/CSU spricht von einem Erfolg. Aber die Einsparungen bleiben weit hinter ihren Wahlkampfversprechen zurück.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Wie schön, dass sich die Koalitionspartner einmal einig sind. Beim Ersatz des Bürgergeldes durch die „neue Grundsicherung“ loben sie sich selbst. „Wir haben im Ergebnis eine gute Reform, mit der wir Menschen helfen, die Unterstützung brauchen, und mit der wir mehr Mitwirkung erwarten“, schwärmt Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. Das sei „sozial gerecht und wirtschaftlich vernünftig“. Und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann pflichtet ihr bei: „Mit der neuen Grundsicherung schaffen wir neue Gerechtigkeit im Sozialsystem und damit auch größere Akzeptanz.“ Das trifft alles zu. Doch stehen weder Union noch SPD als große Sieger da. Für die Sozialdemokraten ist das neue Gesetz eine Niederlage und für die CDU/CSU nur ein kleiner Erfolg.

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IngoFrank | Do., 5. März 2026 - 17:57

loben, ist mehr als Vorsicht geboten ……im Prinzip
nichts als heiße Luft die am Ende herauskommt.
So lange Sozialbezüge mehr als das Unterste Lohnsegment ausmachen, ist das „Machwerk“ keine Reform, sondern lediglich ein „weiter so auf altbekannten linken Pfaden ……“
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Die gute alte Sozialhilfe und die nur für deutsche Staatsbürger.
Die wurde für Erwerbsfähige 2005 abgeschafft – wer damals „in den Genuss kam“, waren vor allem Langzeitarbeitslose und andere Bedürftige ohne ausreichendes Einkommen.Die tatsächliche Auszahlung hing immer vom Einzelfall ab (Haushaltsgröße, Miete, Mehrbedarfe usw.) – es gab keine einheitliche „Sozialhilfe von X Euro“.
Diese Maßnahme wieder eingeführt, genauestens kontrolliert und Betrug sofort geahndet, würde dem Steuerzahler, dem Arbeitsmann, wahrscheinlich manchen Euro sparen.

daß vernünftige und praktikable Maßnahmen, so wie Sie sie vorschlagen,
im heutigen "verrückten" Deutschland (= Irrenhaus) jemals noch eine Chance haben, verwirklicht zu werden?
Das kann im besten Falle erst dann passieren, wenn unser Land total am Ende ist und sich die Menschen inklusive ihrer Politiker aus den Ruinen herausarbeiten müssen - so gut es überhaupt noch geht. Wahrscheinlicher sind allerdings auch dann chaotische und noch ungerechtere Zustände als heute.